Hey Leuter´s, es geht mal wieder etwas weiter und ich hoffe ihr lyncht mich nicht, weil es zur Zeit dauert. Aber Arbeit geht vor, ebenso wie Urlaub. Letztere betrifft jedoch nicht nur mich, sondern auch meine Betaleserin GinnyPotter 1988 und ich wünsche ihr hiermit viel Spaß und Erholung.
Was nun eure Reviewes angeht, da nehmt es mir nicht übel, wenn ich manchmal auf bestimmte Fragen nicht direkt antworte. Es würde manche Sachen schon verraten und ich liebe nun mal eure Mutmaßungen, über den Verlauf meiner Story. Ich versuche mich allerdings zu bessern und gelobe, mich über die reply links zu melden. Dafür muss man aber angemeldet sein (kleiner Tipp am Rande).
So, genug gelabert, viel Spaß beim Lesen und auch wie beim SdG gilt, gebt´s mir.
Euer Mr.Figgs
Kapitel 15
Es dauerte nur weinige Sekunden, bis Harry von den kräftigen Armen Mrs. Weasleys stürmisch umfasst wurde. Die kleine, kräftige Frau rüttelte den Jungen durch und schimpfte, er solle so etwas nie wieder tun. Und ob er sich vorstellen könne, wie besorgt sie gewesen sei. Harry kam sich zwischen all den fremden Menschen und seinen Freunden wie ein kleiner Junge vor.
Doch irgendwo tief in sich, wusste der Schwarzhaarige, dass Rons Mum Recht hatte und er entschuldigte sich kleinlaut, weil er die Erwachsenen nicht über seinen Plan informierte hatte. Schließlich beruhigte sich Molly aber wieder und Harry fragte vorsichtig, was denn Scrimgeour für ein Gesicht gemacht habe. Die unterschiedlichen Antworten und Interpretationen vom Gesicht des Ministers ließen den Schwarzhaarigen schmunzeln.
Die lauten, schrillen Pfiffe des Hogwartsexpress ermahnte die Zauberer und Hexen auf dem Bahnsteig im nächsten Moment allerdings, dass es gleich losging und so beeilten sich Harry; Ron und die beiden Mädchen mit dem Verabschieden von ihren Eltern und Freunden. Dann stiegen sie in die schon sehr gut gefüllten Waggons und suchten sich ein leeres Abteil.
Leider schienen sie heute aber ein wenig langsam gewesen zu sein. Denn bis auf Zugabteil, in welchem lediglich ein fremder Junge saß, bot nicht eines annähernd genug Platz, damit sie alle zusammen sitzen konnten. Ginny verabschiedete sich daher vorerst und machte sich auf die Suche nach ihren Klassenkameraden. Sie hatte Luna im Vorbeigehen schon etwas weiter hinten im Zug gesehen und wollte sie begrüßen gehen.
Harry wünschte ihr viel Spaß und sah dann fragend zu Hermine und Ron. Er schien nicht genau zu wissen, ob er den Jungen fragen sollte, ob sie sich zu ihm setzen durften. Doch auch seine beiden Freunde machten leicht ratlose Gesichter. Denn eigentlich wollten sie ja vorerst alleine bleiben, damit sie ihre Pläne fürs Schuljahr durchsprechen konnten.
Außerdem brauchten sie später noch einen Platz mehr. Denn Ron konnte ohne Zweifel die Fahrt nicht ohne ein paar Streicheleinheiten von Parvati überstehen. Die Zwei hatten sich schließlich seit vorgestern nicht mehr gesehen und Ron hatte ihr versprochen, dass er sie so schnell wie möglich von ihrer Schwester weg holte. Irgendetwas musste zischen den Beiden in den Ferien vorgefallen sein. Etwas, das Harry aber nicht so genau wusste und mit dem er sich auch nicht näher beschäftigt hatte.
Die drei Gryffindors standen also vor dem Abteil und beratschlagten, was zu tun war. Harry nutzte die Zeit und warf einen musternden Blick durch die Glastür. Sein Blick fiel auf den fremden Jungen und Harry versuchte heraus zu finden, ob er ihn schon einmal gesehen hatte.
Der Fremde war offensichtlich in ihrem Alter, hatte braunes, schulterlanges und mit blonden Strähnen durchsetztes Haar und war sehr kräftig gebaut. Doch er war nicht fett, wie Harry es von Dudley her kannte. Nein dieser Junge schien trotz seines kleinen Bauches und den kräftigen Armen sehr sportlich zu sein. Besonders fielen ihm dabei seine Beine ins Auge. Sie waren sehr gut trainiert, was darauf schließen lies, dass der Junge sehr viel gelaufen war.
Woran Harry dies erkannte ? Nun, es lag an der ungewöhnlichen Kleidung des fremden Jungen. Es waren zwar Muggelsachen, aber auch welche, die bei den nichtmagischen Menschen in England nur sehr selten getragen wurden. Die Garderobe des Jungen bestand aus einem leichten sandfarbenen Hemd, einer knielangen Hose in der selben Farbe und Turnschuhen. Die größte Besonderheit bestand aber in seinem breitkrempigen Hut und der extrem großen Sonnenbrille, welches beides seinen Kopf zierte und einen genaueren Blick auf sein Gesicht verhinderte.
Harry fragte sich wirklich, ob der Junge mit diesem Outfit nur auffallen wollte, oder ob er gar aus einem anderen Land kam. Neu war er auf alle Fälle und wenn man mal seine sonnengebräunte Haut betrachtete und die Kleidung mit einbezog, so tippte der Gryffindor im zweiten Fall, auf ein Land in Afrika, wo Safaris zur Tagesordnung gehörten.
Nach gut fünf Minuten des ratlosen Umherstehens übernahm dann Hermine die Führung und öffnete sachte die Tür.
„Verzeihung, ist hier noch Platz ?" Fragte der Lockenkopf höflich an den fremden Jungen gewandt. Doch dieser schien sie nicht mitbekommen zu haben. Scheinbar schlief er tief und fest. Denn auch wenn seine Sonnenbrille die Augen verdeckten, so konnte man es am regelmäßige Heben und Senken seiner Brust erkennen.
Hermine fragte noch mal. Doch wieder blieb eine Reaktion aus. Letztendlich kamen die drei Gryffindors zu der Erkenntnis, dass es noch genug Platz hier gab und traten auch ohne die Zustimmung des Jungen ein. Harry und Hermine setzten sich ihm gegenüber und Ron belegte den Platz nahe der Abteiltür. So blieb immer noch ein wenig Luft zwischen ihm und dem Fremden. Sodass dieser, sollte er erwachen, sich nicht beengt fühlen musste.
„Was meinst du Harry, wer ist das ?" Fragte Ron, nachdem er seinen Koffer verstaute und seinen Umhang abgelegt hatte.
„Schsch... nicht so laut, Ron. Du weckst ihn sonst auf." Fuhr Hermine den Rothaarigen leicht an und Harry musste ihr Recht geben. Sollte der Junge doch ruhig noch ein Weilchen schlafen. So konnten sie sich doch noch ein wenig unterhalten. Allerdings antwortete er seinem Freund noch, dass er keine Ahnung hatte, wer mit im Abteil saß.
Die folgenden beiden Stunden verliefen sehr ruhig. Der Zug holperte mit stetig wiederkehrenden Stößen über die Schienen und die Landschaft flog vorbei. Harry saß auf seinem Platz und schaute aus dem Fenster. Sein Geist war allerdings auf einer Reise durch die Vergangenheit. Er ließ die Geschehnisse des letzten Jahres an sich vorbei ziehen und versuchte all die Informationen, die Dumbledore ihm gegeben hatte, zu ordnen.
An erster Stelle war da diese verdammte Prophezeiung, von der der alte Direktor meinte, man solle sie nicht zu sehr bewehrten. Doch genau dies machte Harry. Wer sonst wusste denn noch um die Horkruxen des dunklen Lords ? Wer sollte sie denn sonst finden und zerstören ? Gut, so dachte Harry plötzlich, er hätte dem Orden davon erzählen können. Aber bedeutete dies nicht, dass sie, und er meinte Remus, Tonks oder auch Pro... Direktor Mc Gonnagal, noch mehr in Gefahr kämen ? Nein, dies konnte er nicht tun. Es war seine Aufgabe Lord Voldemord zu vernichten. Und damit war er wieder bei der Prophezeiung.
Harry schüttelte leicht den Kopf und seine Gedanken wanderten weiter, diesmal zu den Horkruxen, dem Ziel seiner bald beginnenden Suche. Er zählte sie alle noch mal in Gedanken auf und machte sich außerdem geistige Vermerke zu jedem einzelnen. Also, als erstes war da das Tagebuch von Tom Riddle, welches er selbst zerstört hatte. Dann war da der Ring, den Dumbledore vernichten konnte und schließlich Voldemord selbst. Diese drei Horkruxen waren vorerst von seiner Liste zu nehmen, da sie a.) nicht mehr existierten, oder b.) als Letztes dran kamen.
Blieben also diese verdammte Kette, für dessen Kopie Dumbledore gestorben war, Nagini, Voldemords Schlange und der Kelche von Helga Huffelpuff. Jedenfalls waren dies die wahrscheinlichsten Aufbewahrungsorte von Voldemords Seelenstückchen. Und dann galt es noch heraus zu finden, welcher Gegenstand, das letzte Horkrux sein könnte. Denn Dumbledore war sich ja sicher gewesen, dass Tom nicht mehr als sieben, als eine sehr magisch Zahl, angefertigt hatte.
Bevor Harry sich aber Gedanken um das letzte Horkrux machen konnte, wurde die Tür zum Abteil aufgerissen und ein schwarzhaarige Junge sprang herein. Er schloss die Tür hinter sich rasch und schaute suchend und scheinbar in voller Panik durch die Glasscheibe hindurch in den Gang, aus dem er gekommen war. Offenbar wurde er verfolgt und wollte sich hier verstecken. Und da es sich hier um das letzte Abteil des Zuges handelte, schien ihm auch egal gewesen zu sein, wer darin saß.
Harry senkte seinen aus Reflex hervor gezogenen Zauberstab und sah den Jungen von hinten musternd an. Irgendetwas kam Harry bekannt vor und als sich der Junge schließlich kurz rum drehte, blickte der Gryffindor in das Gesicht von Blaise Zabini.
Augenblicklich erstarb jede Bewegung im Körper des Slytherins und sein blasses Gesicht zeigte deutlich, dass er gerade überlegte, wieder aus dem Abteil zu rennen. Denn scheinbar war er nach seinen Gesichtspunkten vom Regen in die Traufe gekommen.
Im nächsten Moment war dies aber alles wieder nebensächlich, denn der Grund für Zabinis Flucht durch den Zug war vor der Abteilstür aufgetaucht. Es waren Grabbe und Goyle, die ehemaligen Leibwächter von Draco Malfoy.
„Komm raus, Zabini", sagte Goyle mit lauter, wütender und leicht nach Luft ringender Stimme. Doch der Slytherin in Harrys Abteil rührte sich nicht. Daraufhin versuchten die beiden, die Tür zu öffnen. Doch sahen sie sich im gleichen Augenblick mehreren Zauberstäben gegenüber.
Es war schließlich ein Unterschied, ob ein Slytherin in ihrem Abteil war, oder drei. Jedenfalls schienen dies Harry und seine beiden Freunde so zu sehen und waren deshalb bereit sich und ihr Abteil zu verteidigen.
Letztendlich kam es aber alles anders, als es sich der Schwarzhaarige auch nur hätte vorstellen können. Denn von einer auf die andere Sekunde verstummten die wütenden Worte von Grabbe und Goyle, ihre Bewegungen, das Abteil zu öffnen, erlahmten und sie machten einen völlig dümmlichen Eindruck. Nicht, dass dies sonst anders war. Doch irgendwas sagte Harry, dass hier Zauberei im Spiel war. Zumal die beiden Slytherins sich plötzlich einfach umdrehten und wieder in Richtung Lokomotive liefen.
„Was war das denn ?" Fragte Ron und sah durch die Scheibe hinter den Zwei her. Er wollte sicher gehen, dass Grabbe und Goyle auch wirklich nicht hinter der nächsten Ecke warteten.
Harry sah unterdes zu Blaise Zabini, der sich seinerseits immer unsicherer fühlte. Bevor der Gryffindor aber fragen konnte, was Malfoys Gorillas von ihm wollten, hatte sich Ron wieder zu ihnen gesellt und sagte mit fordernder Stimme.
„Sie sind weg, Zabini. Du kannst uns also jetzt wieder in Ruhe lassen."
Harry schaute von seinem Freund, über Hermine, zu Blaise und war ein wenig überrascht, über die Reaktion des Rothaarigen. Dies war aber nicht annähernd so schockierend, wie die Stimme, welche hinter seinem Rücken erklang.
„Nein, du kannst hier bleiben und dich, wenn du willst, neben mich setzen."
Der fremde Junge war erwacht und hatte seinen Kopf in Richtung der Gryffindors gedreht. Wen er allerdings ansah, konnte man durch die extrem große und stark verdunkelte Brille nicht erkennen. Harry vermutete allerdings, das sein Blick Ron galt und dass der Fremde den Rothaarigen scharf musterte.
Zabini hingegen schien über das Angebot heilfroh zu sein. Er nickte dankbar, schenkte Harry und seinen beiden Freunden ein typisches Slytheringrinsen und setzte sich provokativ neben seinen Retter. Ron schien sich aber nicht ganz so schnell mit dem Sitzarrangement anfreunden zu können und blaffte den Fremden in seiner ureigenen Art an.
„Und wieso glaubst du, dass er hier bleiben soll. Er ist ein Slytherin und hat hier nichts verloren."
Jetzt war selbst Harry über die Worte seines besten Freundes überrascht, doch der fremde Junge blieb unbeeindruckt. Er sah lediglich an Ron herunter und sagte,
„Und du scheinst offensichtlich aus Gryffindor zu kommen, wenn man mal deine große Klappe und dein übersteigertes Ego bedenkt. Doch ehrlich gesagt interessiere mich ich nicht wirklich dafür. Ich bleibe vorerst neutral was die Hausrivalitäten angeht, wie es die Gründer einst gewollt haben und möchte einfach, dass Zabini, oder wie du ihn genannt hast, lebend in Hogwarts ankommt. Mein Imperius hält schließlich nicht ewig und irgendwann kommen die zwei Affen wieder zu Sinnen. Ich bin selbst überrascht, dass er bei diesen beiden Hohlköpfen überhaupt gewirkt hat."
Die letzten Worte des Jungen schlugen bei allen Insassen des Abteils ein, wie eine Bombe. Sei es nun Harry, Ron oder auch Zabini. Sie alle schauten geschockt auf und Hermine hatte zusätzlich ihre Hand vor ihren Mund gehalten.
„ Dein... dein Imperius... du hast... oh mein Gott.. Du... du hast..."
„Na jetzt übertreibst du aber Hermine. So war doch dein Name, oder ?", sagte der Braunhaarige mit einer Mischung zwischen Amüsement und Überheblichkeit. „Ich würde mich niemals anmaßen, mich als Gott zu bezeichnen. Aber Ja, ich habe den Imperiusfluch auf sie gelegt, damit sie gehen."
Im nächsten Moment sah man, wie Harry sich wieder gefasst hatte und seinen Zauberstab erneut hob. Der Schwarzhaarige richtete ihn auf den Fremden und sah ihn mit aufmerksamen Augen an.
„Du weißt, dass du für diese dunkle Magie ins Gefängnis, nach Askaban, kommst ?"
Der Junge sah von Harrys Stab auf sein Gesicht und sagte mit überraschten Ton.
„Jetzt mach mal halblang. Oder glaubst du, Harry Potter the One and Only, wirklich, ich bin ein Fan von schwarzer Magie ? Denn wenn du so denkst, dann liegst du falsch. Ja, ich beherrsche sie zwar ein wenig. Doch ich habe sie offiziell gelernt, von meinem Vater."
Diese Erklärung war für alle im Abteil noch viel abstruser, als die Tatsache, dass ein fremder Junge so ohne Weiteres den Imperiusfluch ohne Worte und Stab ausgeführt hatte. Harry sah sein Gegenüber mit großen Augen an und fragte überrascht.
„Dein Vater ? Offiziell ?"
Daraufhin begann der Junge zu lächeln und deutete auf Harrys Stab. Der Gryffindor brauchte allerdings einige Sekunden, um zu verstehen, dass gemeint war. Er würde nichts erfahren, wenn er weiter mit dem Stab auf jemanden zeigte. So senkte Harry seinen Zauberstab und sah auf eine Antwort wartend in die durch die Sonnenbrille verdeckten Augen des braunhaarigen Jungen.
„Nun, Harry, wie du dir vielleicht vorstellen kannst, oder vielleicht auch nicht, sehen nicht alle Zauberer und Zaubererregierungen bestimmte Facetten der Magie der Erde als Bedrohung für andere Lebewesen an. Und da ich in den letzten Jahren, durch meinen Vater, viel in der Welt herum gekommen bin. Habe ich auch Länder gesehen, in denen der Imperiusfluch bis zu einem gewissen Grade erlaubt ist."
„Zu einem gewissen Grade ?", unterbrach Harry den Jungen, dessen Namen er nicht einmal kannte, sofort wieder.
„Ja, zu einem gewissen Grade. Denn der Fluch, den ich da eben angewandt habe, ist sonst nur so stark, dass er auf Tiere wirkte. Ich konnte ja nicht ahnen, dass diese zwei Gorillas von eben, einen IQ von Nullkommaacht, also dem von Knäckebrot, haben."
Auf diese Bemerkung hin mussten alle im Abteil ein wenig lachen und die Stimmung lockerte sich ein wenig. Es war dann schließlich Hermine, die fragte, welche Länder der Welt denn die dunklen Künste erlaubten. Der Braunhaarige sah den Lockenkopf mit einem leichten Lächeln an und stand kurz auf.
„Nun, bevor ich euch das verrate, denke ich, es ist Zeit mich vorzustellen. Mein Name ist Damion Mc Kenzie und ich werde mein siebentes Schuljahr in Hogwarts absolvieren."
Harry war von der plötzlich Freundlichkeit des Jungen überrascht, stellte sich dann aber ebenfalls vor. Ihm folgten Ron und Hermine, sowie Blaise Zabini. Letzterer war aber immer noch leicht verunsichert und schaute vorsichtig in Richtung der Gryffindors.
„So, ihr seid also das goldene Trio, wie mein Vater euch genannt hat. Harry Potter, der Held in Ausbildung, sein Freund Ronald Weasley und schließlich Hermine Granger, eine muggelstämmige Hexe."
Harry sah, als Damion Hermine betrachtete, ganz genau in das Gesicht des Jungen. Besonders da er das Wort „muggelstämmig" so betont hatte, interessierte es den Schwarzhaarige, wie sein gegenüber dachte. Es reichte ja schon, einen Slytherin hier im Abteil zu haben. Es musste ja nicht noch ein potentieller Feind dazu kommen.
Ron war auf seine Art wiederum nicht ganz so feinfühlig und sagte, wie immer, frei heraus, was er dachte. Der Rotschopf stand auf, warf seine über den Sommer doch sehr lang gewordenen Haare in den Nacken und blaffte erneut den Braunhaarigen an.
„Was soll das heißen, muggelstämmig ? Bist du auch so ein intoleranter Arsch, der denkt Hexen und Zauberer, welche Muggel als Eltern haben, sind nichts wert ? Bist du auch so ein arroganter, eitler Reinblüter ?"
Wieder musste sich Harry über seinen Freund wundern. Denn Ron schien in letzter Zeit sich wirklich verändert zu haben. Klar, er war früher auch schnell auf der Palme. Doch seit Kurzem schien der Rothaarige wirklich keinerlei Frucht vor seinem Gegenüber mehr zu haben und stand zu seiner Meinung. Harry war irgendwie stolz auf seinen Freund, besonders, wenn sich der Schwarzhaarige an die kleine Auseinandersetzung zwischen Ron und seiner eigenen Mutter erinnerte.
Es ging damals, vor gut drei Wochen, um Rons Haare, die der Rotschopf, genau wie sein Bruder Bill, immer länger werden ließ. Molly wollte sie daraufhin kürzen, doch ihr Sohn hat sich dies vehement verbeten. Ron meinte, es sei seine Sache und jetzt stellt euch alle mal vor, wie Molly Weasley darauf reagiert hat.
Richtig... der Grimmauldplatz hatte jetzt ein paar Risse mehr in seinen Fundamenten und Tonks musste vorsorglich ins St. Mungos, um ihr Trommelfell untersuchen zu lassen. Ron allerdings blieb standhaft und irgendwann sah seine Mum schließlich ein, dass ihr Sohn kein kleines Kind mehr war.
Nachdem Harry diesen Gedanken zuende geführt hatte, sah er nun neugierig zu Ron und Damion auf. Wie würde der braunhaarige Junge reagieren ? Würde Ron ebenfalls einen Imperius verpasst bekommen ?
Damion blieb jedoch relativ gelassen nach dem Ausbruch des Rothaarigen, sah musternd an Hermine herab -. Was Harry auf irgendeine Art stark zu stören schien – und sagte dann an Ron gewandt.
„Natürlich bin ich stolz auf meine Eltern. Sie sind reinblütig und stammen von einigen sehr alten und traditionsbewussten Zaubererfamilien ab. Und ich habe deine Freundin muggelstämmig genannt, weil sie es nun mal ist und weil sie ebenfalls stolz darauf sein sollte. Ja glaubst du wirklich alle reinblütigen Zauberer denken so, wie diese verkappte Oberschicht, hier in good old England ? Da denkst du aber falsch, Ronald Bilius Weasley."
Keiner im Raum war zu einem Wort fähig und man starrte Damion nur mit großen Augen an. Besonders Ron, da dies nicht den geringsten Schimmer hatte, woher Damion seinen zweiten Vornamen kannte.
Der Braunhaarige, welcher nun doch ein wenig rot geworden war, setzte sich provokativ-abwartend auf seinen Platz und machte sich innerlich bereit, Hermines Frage von vorher zu beantworten.
Dazu sollte es allerdings nicht mehr kommen, da die Abteiltür aufgeschoben wurde und Ginny hereingestürmt kam.
„Ron, hast du mal zwei drei Galleonen ? Der Servierwagen kommt gleich und die Slytherins kaufen schon alle Schokofrösche auf. Es heißt, es ist eine neue Dumbledorekarte heraus gekommen."
Der Name des alten Zauberers riss alle aus ihren Gedanken und Harry schaute Ginny mit leicht traurigen Augen an. Denn kaum war der Name gefallen, kamen die Erinnerungen an die Nacht auf dem Turm zurück.
Hermine schien die Gedanken des Schwarzhaarigen zu erkennen und legte ihre Hand auf seine Schulter.
„Schon gut, Harry, auch das wird irgendwann besser werden." Dann drehte sie sich zu allen anderen und sagte, „ Ok, ihr bringt euch nicht gegenseitig um. Und ich hole uns was zum Naschen."
Mit diesen Worten war der Lockenkopf durch die Tür verschwunden und ließ eine überraschte Gruppe junger Zauberer zurück. Ginny huschte nun vollständig ins Abteil und zum ersten Male bemerkte sie auch, dass ihre Freunde nicht allein saßen. Sie erkannte Blaise, nickte zur Begrüßung und lächelte den Slytherin kurz an. Dies war allerdings etwas, dass ihrem Bruder weniger gefiel und was der Rothaarige mit einem Schnauben zum Ausdruck brachte.
Ginny jedoch maß diesem Geräusch keinerlei Bedeutung bei, denn ihr Blick hing nun an Damion und selbiger wurde von oben bis unten gemustert. Harry sah zwischen den beiden hin und her und hoffte inständig, dass der Braunhaarige jetzt nichts Falsches sagte. Denn Ron saß nämlich schon, wie eine Feder gespannt, auf seinem Platz. Blaise grinste nur und Harry verdrehte genervt seine Augen.
„Ah welch Glanz in unserer Mitte. Wenn ich mich vorstellen dürfte ?" Damion war aufgestanden und einige Schritte auf Ginny zugegangen. „Mein Name ist Damion Mc Kenzie und sie dürften die jüngere Schwester von Ronald hier, Ginny Weasley sein."
Im nächsten Moment hätte man eine Stecknadel auf den Boden fallen hören, wenn da nicht die Geräusche der herunter klappenden Kinnladen gewesen wäre. Es war dann schließlich Blaise, der als stiller Beobachter da saß und neugierig überrascht fragte, woher der Braunhaarige dies nun schon wieder wusste. Damion sah den Slytherin an und begann lachend und mit einem Anfall von Überheblichkeit, zu erzählen.
„Oh Blaise, ich weiß so gut wie alles über die Familienverhältnisse der Weasleys. Ich kenne sie fast alle beim Namen. Weiß, dass Bill, der älteste Sohn von Molly und Arthur Weasley, eine Halbveela geheiratet hat und dass Ronald hier mit fünf Jahren vom Besen ins frisch gedüngte Schwarzwurzelbeet gefallen ist."
Harry schaute überrascht von Damion zu Ron und sah, wie sein bester Freund knallrot anlief. Es stimmte also. Dann ging sein Blick zu Ginny, die so aussah, als würde sie am liebsten gleich im Boden versinken, denn Damion bedachte sie plötzlich mit einem Blick, der aussagte, ich weiß auch noch was über dich.
„Wo... woher weißt du das ?" Brach es stotternd aus Ron, nach wenigen Sekunden der Fassungslosigkeit heraus, denn die Geschichte mit dem Besen hatte er noch nicht einmal Harry erzählt. Der braunhaarige Junge lächelte auf Rons Frage hin salomonisch und war versucht sein Gegenüber noch ein wenig zappeln zu lassen. Doch dann erbarmte er sich und sagte,
„Von deinem Dad, Ronald. Weißt du, ich traf ihn vor Kurzem, oder besser gesagt ich wurde von mehreren Auroren in sein Büro geschleift, als ich nach England einreisen wollte. Diese Deppen wollten mir einfach nicht glauben, dass mein Didgeridoo einfach nur ein Musikinstrument ist und haben mir vorgeworfen ich würde eine gefährliche Waffen ins Land schmuggeln.
„Ein Was ?", fragte Harry und anhand der Gesichter von Ron du Ginny, sah man, das Harry nur schneller mit den Fragen war, als sie.
„Ein Didgeridoo, ein altes Musikinstrument der Ureinwohner Australiens. Es sieht aus wie ein dickes Holz..."
„Australien ?Du warst in Australien ?" Fragte nun Blaise überrascht und Damion nickte.
„Ja, drei Jahre. Mein Dad war dort auf Artefaktsuche und seit meine Mum nicht mehr lebt, begleite ich ihn überall hin."
Ja aber was hat Australien mit meinem Vater zu tun ?" Fragte Ron ungeduldig und lenkte die Aufmerksamkeit des Jungen wieder auf sich.
„Oh Australien nicht direkt, Ronald. Aber das ungemein starke Interesse deines Dads an Muggelgerätschaften. Weißt du, dass ich gut vier Stunden in seinem Büro zugebracht habe, ich seitdem deinen gesamten Familienstammbaum kenne und dein Dad nun ein Fachmann für Australische Sitten und Muggelartefakte ist. Es war wirklich ein sehr unterhaltsamer Nachmittag gewesen"
Harry konnte regelrecht beobachten, wie sein Freund immer roter wurde. Und da war er nicht allein. Nein, auch Ginny begann zu leuchten und schaute verlegen nach unten. Wie konnte ihr Vater ihr dies nur antun.
Harry begann zu grinsen und schaute zu Damion, der die Verlegenheit der beiden Rotschöpfe regelrecht zu genießen schien. Und dies war eine Eigenschaft, zusammen mit seinem Wissen um die dunklen Künste, die den Braunhaarigen zu neunzig Prozent nach Slytherin bringen würde. Damit war für Harry klar, auf diesen Jungen musste man aufpassen. Und sei es nur, um sicher zu gehen.
Fünf Minuten später kam Hermine zurück ins Abteil und mit ihr eine Menge Süßigkeiten und auch Parvati. Das indische Mädchen ging auch gleich zu Ron hinüber und begrüßte ihren Freund mit einem langen Kuss.
Danach teilte Hermine die ganze Schokolade auf und setzte sich neben Harry. Man unterhielt sich dann schließlich noch für den Rest der Zugfahrt und dabei erfuhren die Insassen des Abteils auch, welche Veränderungen sich so im Laufe der Sommerferien zugetragen hatten.
Hier kam nun bei Parvati eindeutig ihre Lehrzeit bei Lavender Brown zum Tragen und so wussten die Gryffindors kurz vor ihrer Ankunft in Hogsmeade auch, dass es diese Jahr zwei neue Lehrer in Hogwarts gab. Zum einen eine Frau, welche die Fächer von Professor Mc Gonnagal übernahm und dann einen Zauberer, der für Snape eingesetzt wurde.
Außerdem gab es mehrere neue Pärchen in den einzelnen Häusern, von denen wo das Ungewöhnlichste, die Konstellation Luna Lovegood und Neville Longbottem war. Harry war zwar anfangs etwas überrascht, beschloss aber, so schnell wie denn möglich seinen beiden Freunden zu gratulieren. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit erreichte der Hogwartsexpress schließlich sein Ziel und ein neues, wenn auch nicht ganz so gewohntes Schuljahr konnte beginnen.
TBC
