Kapitel 19

Der Weg zum Unterrichtsraum, des wahrscheinlich in diesen Zeiten wichtigsten Faches, VgddK, kam Harry vor, wie der Gang zum Henker. Hoffentlich, so dachte der Schwarzhaarige, läge er, anders als bei Malfoy, nur dieses eine mal falsch mit seinen Vermutungen. Denn noch einen Gilderoy Lockhard konnte keiner der Schüler gebrauchen.

Und während Hermine, Ron und Harry ihren Weg fortsetzten, erinnerten sie sich alle drei an die vorangegangenen Lehrer in diesem Fach. Ron seinerseits dachte da an Gilderoy Lockhard, der ja durch den gebrochenen Zauberstab des Rothaarigen vom Lehren „kuriert" wurde. Und Hermines Gedanken wanderten zu Dolores Umbridge, die sie durch eine List in den verbotenen Wald und damit in die Arme der Zentauren, locken konnte.

Was nun Harry betraf. Nun, der Schwarzhaarige dacht an den wohl schlimmsten und gleichzeitig erfahrendsten Lehrer für dieses Fach. Harrys Gedanken kreisten um Severus Snape. Snape, der seitdem er in dieser Schule war, ein Auge auf die dunkeln Künste geworfen hatte und darum, dass dieser Verräter schließlich ihnen auch erlegen war.

Das Knarren der schweren Holztür zum Klassenzimmer riss alle drei Gryffindors aus ihren Gedanken und sie setzten sich rasch, und so weit wie möglich, nach hinten. In der Reihe vor ihnen nahmen dann Damion und Neville Platz. Wobei sich Harry im Stillen wunderte, warum der Braunhaarige sich nicht gleich ganz nach vorne setzte. Wollte er dem neuen Lehrer nicht eigentlich eine Chance geben ? Harry lächelte und sah sich im Klassenraum um. Sein Blick fiel auf die ebenfalls eingetroffenen Slytherins und da ganz besonders auf Blaise Zabini. Der schwarzhaarige Junge schien nach Beendigung der Zugfahrt nicht mehr ganz so viel Glück gehabt zu haben. Denn man konnte um sein rechtes Auge herum einen dicken, dunkelblau-grünlich schimmernden Rand erkennen. Es war offensichtlich, dass Grabbe und Goyle ihn doch noch erwischt hatten. Harry fragte sich allerdings, wieso die beiden Halbaffen überhaupt hinter dem Slytherin her waren.

Auch Damion schien das Veilchen zu bemerken und warf zuerst den beiden Gorillas einen bösen und dann Zabini einen mitleidigen Blick zu. Weiter kam aber keiner der Schüler. Denn die Tür zum Vorbereitungszimmer ihres Lehrers wurde geöffnet und Professor Styls betrat den Raum. Wenn Harry aber nun gedacht hatte, „Gilderoy" käme herein, da wurde er allerdings enttäuscht.

Nein, der Mann vor ihnen hatte so rein gar nichts mehr mit dem vom Frühstück zu tun. Professor Styls lächelte zwar immer noch, jedoch nicht mehr so schmalzig und Aufmerksamkeit erhaschend. Und dann waren da die Sachen, die er trug.

Alles völlig Lehrer untypisch, angefangen bei der schwarzen, an den Knien schon leicht zerrissenen Jeans, die aussahen als wären sie von einem Designer und dem weißen, sehr körperbetonten T-Shirt. Hier waren es besonders die Mädchen, denen dies auffiel und die ihr Amüsement auch lautstark zum Ausdruck brachten. Auch fehlte der Zaubererhut, auf unter den Lehrern vor allem Professor Flitwick immer so bedacht war. Andererseits hätte dies nun auch wirklich am wenigsten mit diesem Outfit zusammen gepasst.

Am auffälligsten, so fand es Harry im Stillen, waren jedoch die Handschuhe, die Styls an hatte. Sie waren aus schwarzem, jedoch sehr dünnem Leder, trugen einige Runen und gingen enganliegend, fast ohne sich von den Hände abzuheben, bis kurz unter die Ellenbogen. Und eben diese Handschuhe streichelten nun gerade kurz die Lehne des Lehrerstuhles und drehten diesen lässig dann so, dass er in Richtung der Tafel zeigte. Danach setzte sich Professor Styls cool verkehrt herum darauf und sah zur Klasse.

„So, meine Damen und Herren, ab heute heißt es wieder VgddK und dieses Jahr habe ich nun die ehrenvolle Aufgabe, euch alle auf das Leben an sich und auch auf ein Leben im Schatten des dunklen Lords vorzubereiten."

Alle Schüler schauten den Lehrer aufmerksam an plötzlich, nach all den freudigen Erlebnissen, welche ein Großteil der Schüler noch in der letzten Nacht ausgetauscht hatten, war sie wieder da ... die Realität. Und besonders diese Bezeichnung... der dunkle Lord. Harry sah Styls mit großen, abschätzenden Augen an und verfolgte jede Bewegung des Mannes. Der Professor hingegen sprach unentwegt weiter und erklärte, welche Zauber und Flüche sie dieses Jahr erwarten würde.

Erst als er merkte, dass nicht die ganze Klasse an seinem Mund hing, stockte er kurz in seinen Ausführungen. Styls Blick ging durch den Raum und blieb schließlich bei Harry hängen. Beide sahen sich mehrere Sekunden starr an, bis er kurz auf Harrys Narbe blickte und dann fragte,

„Nun Mr. Potter, sie scheinen eine Frage zu haben. Oder irgendetwas anderes beschäftigt sie so sehr, dass sie mir bestimmt nicht sagen können, welche Zauber ich in den letzten zwei Minuten aufgezählt habe."

Die ganze Klasse wandte sich zur letzten Bankreihe um und man konnte sehen, dass Harry leicht rot wurde. Styls hatte Recht. Harry konnte es wirklich nicht und als dies seinen beiden Freunden klar wurde, versuchte Hermine für ihn einzuspringen und Ron immer kleiner zu werden. Irgendwie wurden alle plötzlich an ihr erstes gemeinsames Schuljahr und die erste Stunde Zaubertränke erinnert. Alles was jetzt noch fehlte, waren die Punkte, die Snape Harry damals abgezogen hatte. Und um dem vorzubeugen... - Harry war ja weiß Gott nicht mehr der kleine ängstliche Junge von früher - ... sah er Styls direkt in die erwartungsvollen Augen und sagte.

„Ja Professor, bei allem nötigen Respekt, ich habe da eine Frage. Und es geht dabei um ihre Art Tom Riddle zu benennen. Denn bisher kannte ich nur eine Person, abgesehen von Professor Trelawny und ihren blöden Prophezeiungen, die Voldemord... - ein aufgeregtes Raunen ging durch den Raum-... als dunklen Lord bezeichnet hat und dies war der... der Verräter... Severus Snape."

Beim letzten Satz sah Harry seinem neuen Lehrer ganz fest in die Augen, in der Hoffnung eine Reaktion zu erkennen. Doch da war nichts, nicht mal ein Zucken. Die Reaktionen kamen eher aus den Reihen der Schüler. Es handelte sich dabei vor allem um ein mehr oder weniger lautes Zustimmen. Aber auch Empörung konnte man vernehmen, hauptsächlich aus den Reihen der Slytherins.

Schließlich lagen alle Augen auf Harry und dann auf Professor Styls. Ein Jeder wollte nun einmal die Antwort, auf die von Harrys gestellte Frage, aus erster Hand erfahren. Professor Styls schien kurz zu überlegen und seine mit dem ledernen Handschuh überzogene Hand wanderte zu seinem Kinn. Dann schaute er durch die Klasse und Harry meinte gesehen zu haben, dass er kurz bei Damion stockte. Was dies zu bedeuten hatte, darauf konnte sich der Schwarzhaarige aber keinen Reim machen. Letztendlich wurden die Gesichtszüge des Mannes, der etwa Mitte vierzig war, wieder lockerer und er sagte,

„Sehen sie Mr. Potter, die Bezeichnung „dunkler Lord", im Bezug auf den früheren Tom Riddle, stammt wirklich von Severus Snape. Er hat sie schon zu seinen Schulzeiten verwendet. Doch dies ist nicht der Grund, warum ich es tue. Nein, ich habe einen anderen,... falsch drei andere Gründe dafür."

„Drei ?",kam es aus den Reihen der Schüler.

„Ja, drei.", antwortete Styls. „Der erste ist, Tom Riddle versammelt um sich Anhänger, die ihm treu ergeben sind. Sie tun alles für ihn, sei es aus Angst oder aus Machtgier und damit verdient er durchaus die Bezeichnung dunkler Lord. Auch steht es so in jedem älteren Lehrbuch und wenn sie alle es gern nachlesen wollen, kann ich ihnen sogar den Titel nennen."

Sofort konnte Harry, der sich eigentlich nur auf den Mann vor sich konzentrierte, leise hören, wie Hermines Gedanken anfingen zu arbeiten. Das Zauberwort herbei war eindeutig Buch gewesen und es hätte nicht viel gefehlt, bis der Lockenkopf nach dem Titel gefragt hätte. Styls kam dem aber zuvor und fuhr mit seiner Erklärung fort.

„Der Zweite Grund ist, Mr. Potter und da werden sie mir sicher Recht geben, dass dieses Er-dessen-Name-nicht- genannt- werden- darf auf Dauer doch lächerlich ist. Und der dritte Grund ist am banalsten. Ich hasse einfach das Geräusch des ängstlichen Lufteinziehens, wenn man Voldemord sagt."

Kaum hatte Professor Styls Riddles Lieblingsnamen genannt, da zischten auch schon die meisten Schüler im Raum ängstlich auf. Und damit verstand Harry die Logik hinter den Worten des Professors.

Dieser grinsten nun im ganzen Gesicht und forderte im nächsten Moment seine Schüler alle auf, sich schon mal daran zu gewöhnen. Denn er würde mit Sicherheit diesen Namen immer häufiger gebrauchen. Dann stand er auf und ging durch die Reihen. In seinen Händen hielt er eine Art Plan mit Namen und Professor Styls fragte jeden Einzelnen. Scheinbar war es seine Art, sich die Gesichter zu merken. Bei manch einem stockte er kurz und fragte auch nach den Eltern, besonders war dies der Fall bei Blaise, Neville und zwei drei anderen Slytherins.

Schließlich kam er zu Harry und seinen Freunden. Doch hier schien Styls seine Fragen ein wenig zurück zu halten und erkundigte sich lediglich nach den Ferien. Harry war ihm irgendwie dankbar, dass er nicht nach seinen Eltern gefragt hatte und bekam so leicht im Seitenwinkel mit, wie Damion leise betete, nicht angesprochen zu werden. Professor Styls schien jedoch kein Erbarmen zu kennen und fragte den Braunhaarigen direkt ins Gesicht.

„Na, Mr. Mc Kenzie, wie geht es uns den heute ?"

Damion ließ ein kurzes „Gut" verlauten und hoffte, damit seine Schuldigkeit getan zu haben. Styls schien dies aber nicht so zu sehen und seine erste Bitte an Damion war, er möge doch die Brille abnehmen. Es sei schließlich nicht all zu viel Sonne hier im Raum und dass Harry laut den Unterlagen, wohl der einzigste offizielle Brillenträger hier ihm Raum war.

Damion drehte sich kurz zu Harry um und bedachte ihn mit einem bösen Blick. Dieser war aber nicht mal annähernd so giftig, wie der, den Damion schließlich Professor Styls entgegen brachte. Das Gold in seinen Augen schien regelrecht zu brennen und Harry konnte sich vorstellen, dass wenn der Junge bis auf wenige Zentimeter an seinen Lehrer herantreten würde, Styls Brandblasen im Gesicht bekäme. Letzterer grinste aber nur, nickte noch mal leicht in Richtung des Jungen und ging dann zu seinem Lehrertisch. Dort holte er einen Stapel Pergament hervor und bat die Schüler in den ersten Reihen, sie nach hinten durchzureichen.

„Dies meine Lieben, ist ein kleiner Test, den ich mir zusammengestellt habe, damit ich sehen kann, auf welchem Stand ihr seid."

„Was ?", hörte man einige Schüler entsetzt aufschreien und einer von ihnen begann sogar zu zittern. Es war Neville, der direkt vor Harry und Hermine saß und für den Test ein wirklicher Graus waren. Styls schien dies zu bemerken und sprach den Gryffindor aufmunternd und mit einem gewissen Maß Humor an.

„Na keine Sorge, Mr. Longbottem, es sind doch alles Sachen, die sie mit Leichtigkeit schaffen werden. Und bedenken sie bitte, dass die Ergebnisse des Tests doch nur zu fünfzig Prozent in ihre Schuljahresendnote eingeht."

Das war´s, dachte Harry, gleich kippt Neville um. Und fast wäre es auch soweit gekommen, hätte Professor Styls nicht lauthals losgelacht und dem blonden Gryffindor versichert, dass dies ein Scherz war. Zwei Minuten später jedoch begann der Test nun wirklich und er sollte bis kurz vor das Ende der Unterrichtsstunde gehen.

Harry überflog die Fragen und hörte, dass Ron und Hermine ebenfalls laut dachten. Doch dann wiederum kam ihm der Test nicht wirklich schwer vor. Styls fragte nach Grindelohs, Kappas oder Dementoren. Also alles Sachen, die sie bei Professor Lupin gelernt hatten. Dann tauchten auch noch Fragen aus den ersten beiden Klassen auf und Harry fragte sich, was dies eigentlich solle. Allerdings bemerkte der Schwarzhaarige, dass zum Ende des Tests, die Aufgaben von einem einfachen Ja oder Nein, zu komplexeren Antworten übergingen. Oft wurde auch nach den eigenen Meinungen gefragt und Harry konnte sich plötzlich vorstellen, dass Professor Styls ein wenig mehr vorhatte, als nur ihr Wissen zu testen. Es ging hier auch um die persönliche Einstellung. Und als Harry dies erkannte, sah er zum Lehrertisch auf.

Seine Augen trafen auf die des Professors und dieser schien mit einem Lächeln erkannt zu haben, was Harry eben klar geworden war.

„Ich sehe, Mr. Potter, sie kommen sehr gut voran. Ja, Albus sagte mir, dass sie ein aufgewecktes Kerlchen sind und dass sie im Bezug auf dieses Fach einen regelrechten Wissensdurst haben. Vielleicht sollten sie, wenn sie schon mal so gut sind, noch einen weiteren Fragebogen ausfüllen."

Für eine Sekunde schien die Zeit still zu stehen und alle Blicke wanderten zu Harry. Dieser seufzte allerdings innerlich auf und trat sich mental in den Hintern, überhaupt zu Styls aufgeblickt zu haben. Mit leicht verdrehten Augen schaute der Schwarzhaarige in die Klasse und bekam einerseits mitleidige und andererseits hämische Blicke zugeworfen.

Professor Styls war in der Zwischenzeit die wenigen Schritte zu Harrys Tisch gelaufen und hatte ihm ein neues Pergament neben den eigentlichen Test gelegt. Harry, immer noch leicht sauer auf sich, atmete kurz tief ein und überflog seinen ersten Test noch mal provokativ kontrollierend. Dann legte er ich zur Seite und nahm sich des neuen an. Auch hier ging es um Fragen aus den letzten Schuljahren, allerdings schien Styls diese sehr schnell und provisorisch aufgeschrieben zu haben. Die Schrift war nämlich leicht hastig und die Tinte noch feucht.

Dies änderte jedoch nichts daran, dass Harry auch diese Fragen beantworten musste und die Tatsache, dass der neue Professor hinter ihm stehen blieb, hieß auch, dass Hermine auf ihrem Blatt zu weilen hatte.

Harry spürte regelrecht, wie seine beste Freundin neugierig versuchte, rüber zu schielen. Doch andererseits war dies mir einem Lehrer im Nacken, den man gerade mal eine Stunde kannte, ein sehr gewagtes Unterfangen. Harry war fast soweit, Professor Styls zu fragen, ob er Hermine nicht auch einen weiteren Test geben will. Bevor es aber dazu kam, weiteten sich seine Augen. Harry, der gerade die vorletzte Fragen in Angriff genommen hatte, musste mehrfach blinzeln. Denn die Schrift auf seinem Pergament verschwamm plötzlich und die einzelnen Buchstaben ordneten sich vollkommen neu an. Alles was man danach noch lesen konnte war,

Morgen abend, halb Neun, Raum der Wünsche. Es wird Zeit, ihren Geist auf Vordermann zu bringen.

Gez. Professor Styls

Harry drehte sich ungläubig nach hinten und Professor Styls bedeutete ihm mit einem Nicken und dem Finger auf den Lippen, ruhig zu bleiben. Dann setzte er sich in Bewegung und fing an, die Test seiner Schüler einzusammeln. Unter den Pergamenten war auch die Nachricht an Harry. Doch der Schwarzhaarige sah eindeutig, wie Styls diese unauffällig in seinem Umhang verschwinden ließ.

Es waren noch gut fünfzehn Minuten Zeit, bemerkte Harry, als er auf seine Uhr sah und so fragte sich der Gryffindor, was wohl in dieser Stunde noch so geschehen konnte. Sein Blick ging zuerst zu Hermine, die von ihm wissen wollte, was im zweiten Test stand und dann zum Lehrertisch. Dort hatte sich Professor Styls wieder cool auf seinem Stuhl niedergelassen und schien einige bestimmte Tests aus dem Stapel zu suchen. Schließlich hielt er drei Pergamente etwas extra und legte den Rest auf den Tisch.

Harry stellte allerdings beruhigender Weise fest, dass sein Pergament nicht darunter war. Das erste gehörte Goyle und nachdem Professor Styls seinen prüfenden Blick über die Zeilen hatte gehen lassen, schüttelte er nur ungläubig seinen Kopf. Harry konnte förmlich das Unverständnis für den von Goyle fabrizierten Stuss, in den Augen des Mannes lesen. Styls legte das Pergament zur Seite und nahm das Nächste. Hier erhellte sich sein Blick wieder und mit freudiger Stimme begann er.

„So Mr. Longbottem, dann wollen wir doch mal sehen... ahh, das sieht doch gar nicht so schlecht aus ... und hier uih uih."

Harry schaute in die Bankreihe vor sich, zu Neville, und dieser wurde immer hibbeliger auf seinem Stuhl. Denn wenn man nach dem Gesicht des Professors ging, dann kam da bestimmt noch was. Der Braunhaarige Mann schnitt nämlich jede Menge nachdenklicher Grimassen und einige Schüler lachten schon leise. Styls schien dies zu bemerken und meinte dann mit amüsierter Stimme.

„Also, ich würde sagen, zwanzig Punkte für Gryffindor und leider null Punkte für Slytherin."

Die Gryffindors schauten einige Sekunden verdutzt und brachen danach in Jubel aus. Ganz anders schien es da bei Slytherin zu sein und Harry konnte erkennen, das Goyle unter der Bank eine sehr wüste Geste in Richtung Lehrertisch schickte.

Schließlich, nachdem so gut wie alle Gryffindors einem sichtlich geschockten Neville gratuliert hatten, kam Professor Styls zum dritten Pergament. Der Verfasser dieser Ausarbeitung musste wirklich eine Menge geschrieben haben. Jedenfalls bemerkte dies Hermine, anhand des Zeilenabstandes und Masse an schwarzer Tinte. Dies war aber auch das Einzigste, was man erkannte. Professor Styls las alles in Ruhe durch und blickte dann durch die Klasse. Seine Augen verharrten dann schließlich auf dem leicht angespannten Gesicht von Damion und sein breites Grinsen tauchte wieder auf.

„Ich muss schon sagen, Mr. McKenzie, sie scheinen ein sehr fundiertes Grundwissen zu haben und ich bin mir sicher, der Stolz ihres Vaters sei ihnen gewiss."

Wenn Harry nun allerdings geglaubt hätte, der Braunhaarige würde beim Aussprechen dieses Lobes, leicht rot oder verlegen werden. Dann wurde der Schwarzhaarige hier enttäuscht. Nein, Harry war sogar ein wenig erschrocken, als er sah, dass Damion plötzlich genervt mit den Augen drehte. Sofort wanderte Harrys Blick zu Professor Styls, um dessen Reaktion zu verfolgen. Doch auch hier wurde der Gryffindor überrascht. Styls schien förmlich mit dieser Geste gerechnet zu haben und fragte nun, mit lachender, jedoch auch leicht vorwurfsvoller Stimme.

„Sie schämen sich wohl, wenn man ihren Vater erwähnt ? Sie sollten doch wissen, dass ich ihn gut kenne und sehr schätze..." Dann wandte sich Professor Styls an die gesamte Klasse und sprach mit amüsierter, weit ausholender Stimme weiter. „ Sie müssen nämlich alle wissen, dass der Vater dieses jungen Mannes ein sehr interessanter Mensch ist, eine Menge über dunklen Künste weiß und er seinen Sohn über alles liebt ..."

Harry, und auch seine Freunde, wussten nicht, wie sie diese Sätze ihres Lehrers verstehen sollten. Wieso pries der Mann vor ihnen, den Vater von Damion, den sie noch nicht einmal gesehen hatten, so hoch an ? Wollte er Damion ärgern ? So wie Snape es früher mit Harry und seinem Dad getan hatte. Schließlich konnte man ab und zu ein wenig Ironie aus den Beschreibungen heraus hören.

Harrys Blick ging nachdenklich zu Damion und man sah, dass der Braunhaarige immer roter wurde. Schließlich schien das Maß voll zu sein und Damion stand auf. Er starrte den Professor mit großen Augen an, stützte sich auf seiner Bank ab und sagte mit einer Mischung aus unterdrückter Wut und Genervtheit,

Es reicht Dad. Es ist gut. Ich habe es ihnen noch nicht erzählt."

Von einer auf die andere Sekunde erstarb jeder Laut im Raum und alle starrten nur noch auf die zwei stehenden Personen...

TBC