Hey Leuter´s,
hier kommt mal wieder was von mir und ich hoffe doch es macht euch Spaß ein wenig weiter zu lesen. Ich bin auch nicht mehr allein und habe einen neuen Betaleser gefunden, der mir richtigerweise auf die Finger klopft.
Dies bedeutet aber auch, ihr müsst nun wieder ein wenig mehr Lobesgesänge anstimmen, denn es muss ja für Zwei reichen.
So, dann viel Spaß beim Lesen und wie immer gilt, ich will eure Meinung hören.
Tschau Mr. Figgs
Kapitel 23
Es war ein kühler Luftzug, der durch den Schlafsaal fegte und Harry aus seinem Schlaf holte. Eigentlich wollte der Schwarzhaarige ja auch noch viel lieber liegen bleiben, doch der Krach, den Ron und die anderen Gryffindores veranstalteten, war einfach zu laut.
Somit stand der Junge, der lebt auf und ging ins Bad. Harry brauchte nach letzter Nacht wirklich eine heiße Dusche, um munter zu werden. Zu viel hatte er gestern erfahren, dass es zu verdauen gab und somit war er auch richtig froh, dass das Wochenende anstand. Als Harry wieder aus dem Bad kam, war der Schlafsaal leer. Oder zumindest glaubte es der Schwarzhaarige. Denn die einzige Person, die sich noch im Raum befand, konnte man nicht sofort sehen. Es war Damion, der an einem der kleinen Fenster stand und leicht bedrückt auf die Ländereien von Hogwarts herab schaute.
Harry trat leise an den Jungen heran und versuchte herauszubekommen, was die Aufmerksamkeit seines Mitschülers so fesselte. Er folgte dem Blick des Braunhaarigen und erkannte zuerst die hohen Ringe des Quidditchfeldes. Dann wanderten seine Augen hinüber zum See und verweilten da.
„Er ist wunderschön, nicht wahr Harry?" Sagte Damion ohne sich umzudrehen. Harry fragte sich, woher er wusste, dass er es war, doch Damion lächelte plötzlich. „Die Scheiben sind am Morgen wie ein Spiegel."
Harry stutzte. Woher wusste Damion, was er gedacht hatte. War er, wie sein Vater, vielleicht auch ein Legliment? Bevor der Schwarzhaarige sich jedoch weitere Fragen stellen konnte, drehte sich Damion um und Harry konnte nun eindeutig Wehmut in seinen Augen erkennen. Doch wo kam sie her? Harry versuchte sich zu erinnern, was er eben gesehen oder gehört hatte und fragte dann vorsichtig. „Sag mal Damion, spielst du Quidditch?"
Harry wusste zwar, dass sein Team komplett war, doch vielleicht konnte man ja in Damion einen Ersatzspieler gewinnen. Daher sah er Damion neugierig an und der Braunhaarige schien plötzlich in Gedanken zu versinken. Sein Blick ging wieder aus dem Fenster und völlig unbeteiligt und mit leicht trauriger Stimme sagte er. „Quidditch? Ähm ja... früher einmal... vor meinem Unfall".
Nun war Harry ein wenig überrascht. Wieso war der Junge plötzlich so runter? Bei ihm löste doch allein der Gedanke an Quidditch immer eine gewisse Freude aus. Er sah Damion, der nun abwesend in den Raum starrte, direkt an und fragte, ob er nicht mal mit im Team spielen wolle. Daraufhin jedoch verdunkelten sich die sonst leuchtend goldenen Augen. Sie nahmen eine eher bronzene Farbe an, und er sagte,
„Nein Harry. Ich kann, ich darf nicht. Mein Vater hält dies für viel zu gefährlich."
Harry konnte in diesen Worten eindeutig Trauer und Wut, aber auch Resignation erkennen und beschloss daher das Thema erst einmal ruhen zu lassen. Vielleicht konnte man ja mal mit Professor Styls reden. Der Mann schien doch sonst einen sehr vernünftigen Eindruck zu machen. Außerdem meldete sich Harrys Magen mit einem lauten Knurren und beide Gryffindores machten sich auf den Weg zum Frühstück.
In der Großen Halle angekommen nahmen die zwei Jungen ihre Plätze ein und machten sich über die Brötchen, den Toast und das Rührei her. Na ja, mehr über das, was Ron ihnen noch gelassen hatte. Gegen Ende des Frühstücks kamen dann die Eulen in die Halle und eine von ihnen stach besonders hervor. Sie war fast schwarz, hatte eine Spannweite von fast einem Meter und trug ein riesiges Paket. Harry fragte sich doch tatsächlich, ob man dem Tier einen Zaubertrank verabreicht hatte, damit es nicht zusammenbrach.
Umso überraschter war der Schwarzhaarige dann auch, als die Eule den Gryffindortisch anpeilte, genauer gesagt Ron. Der Rothaarige schien aber, im Gegensatz zu Harry, überhaupt nicht überrascht zu sein und zwinkerte seinem Freund nur verschwörerisch zu. Dieser verstand plötzlich und schaute in Richtung Hermine. Diese wiederum konnte ihren Blick nicht von der riesigen Eule abwenden und so bekam sie auch nicht mit, wie Ron und Harry und noch einige andere Gryffindores mit Blicken kommunizierten.
„Ron, was ist das für ein großes Paket? Ich meine, soviel kannst du doch dieses Jahr nicht vergessen haben?"
Auf die Frage von Hermine hin und auch wie sie diese gestellt hatte, mussten einige am Tisch lachen. Ron ging allerdings nicht darauf ein, band nur das Paket ab und stellte es schnell unter den Tisch.
„Natürlich nicht, Hermine. Es ist ein Geschenk für... für Parvati", kam es rasch aus seinem Mund und Hermines Augen wanderten zu Rons Freundin. Parvati sah daraufhin Ron mit großen Augen an und da dieser ihr sanft auf den Fuß trat, schien sie zu verstehen und drückte den Rothaarigen überschwänglich.
„Oh danke Ron", sagte sie laut und küsste ihren Freund vor allen auf dem Mund. Dies rief jede Menge Catcalls hervor und auch Professor McGonagall auf den Plan. Sie wollte wissen, was der Lärm zu bedeuten hatte, doch nach einer raschen Erklärung gab sie sich zufrieden und blickte nur noch halb so misstrauisch auf das Paket. Es hätte ja auch das neuste Sortiment aus dem Hause der Weasley- Zwillinge sein können.
Doch was es war und für wen es bestimmt war, dass sollte man erst einige Tage später erfahren. Zum einen, weil es als Top secret eingestuft war und zum anderen, da mehrere Schüler plötzlich aufgeregt durch die Halle riefen. Harry schaute auf und wollte herausfinden, was der Grund für den Tumult war, doch alles was er sah war, dass zwei Schüler, einer aus Huffelpuff und einer aus Ravenclaw, weinend aus der Halle rannten. Dicht hinter ihnen folgten Pomona Sprout und Professor Flitwick. Sie riefen ihren Schülern hinterher. Doch die Beiden hörten nicht auf sie. Was hatte dies zu bedeuten? Die Antwort darauf kam von Hermine, die bestürzt über ihrem Tagespropheten hing.
„Oh nein. Das darf nicht wahr seine." Sagte der Lockenkopf und schaute in Richtung der Halletür. Dann reichte sie mit betroffener Miene Harry den Propheten und der Schwarzhaarige las rasch die erste Seite. Seine Eingeweide zogen sich schmerzvoll zusammen, schon als er die Überschrift überflog.
Dumbledore tot – Der Krieg beginnt
Ja meine lieben Leserinnen und Leser, es hat begonnen. Denn der Unsägliche scheint nun, da sein größter Widersacher, der allseits beliebte und hoch angesehene ehemalige Direktor von Hogwarts, Albus Dumbledore, nicht mehr ist, keine Angst mehr zu haben, öffentlich aufzutreten.
Aus diesem Grunde kam es auch gestern Abend zu dem wohl bisher blutigsten und brutalsten Angriffen dieses Sommers, denn die Todesser und die sich dem Unsäglichen angeschlossenen Werwölfe haben ein kleines Dorf im Westen unseres Landes förmlich überrollt. Über fünfzig tote Personen konnten bisher identifiziert werden, darunter auch fünfzehn sehr hoch angesehene Zauberer und Hexen.
Harry vermutete, dass es Angehörige der eben raus gerannten Schüler waren. Er sah noch mal in Richtung der Tür der Großen Halle und las danach weiter.
Die Todesser haben die meisten durch den Todesfluch getötet, nachdem man sie einer langen Folter ausgesetzt hatte. Viele Anzeichen sprechen hierbei für den Einsatz des Cruciatusfluches und damit wird einem mal wieder klar vor Augen geführt, dass die Anhänger des Unsäglichen nicht mehr die Bezeichnung Mensch verdienen. Ich spreche hiermit, und im Namen des Propheten, allen Angehörigen mein Beileid aus.
Doch wo Dunkelheit ist, da findet man auch manchmal Licht, denn ganz so ungeschoren sind die Truppen des Unsäglichen auch nicht davon gekommen. Mindestens ein Dutzend von ihnen musste ebenfalls ihr Leben lassen. Sie wurden von den Auroren, die ihnen allerdings weit unterlegen waren, vehement bekämpft und auch besiegt. Und noch einen Funken Hoffnung gibt es, denn die Truppen des dunklen Lords scheinen sich auch selbst nicht einig zu sein. Mindestens vier Todesser kamen nämlich durch Werwolfsbisse um und vielleicht haben wir ja Glück und diese Monster bringen sich in der nächsten Zeit selber um.
Meine lieben Leserinnen und Leser, ich verspreche, der Prophet bleibt am Ball und wird sie bald über das informieren, was das Ministerium dazu zu sagen hat.
Bis bald, die Redaktion
Harry war geschockt, als er das alles las und schaute sich unsicher am Gryffindortisch um. Auch die anderen schienen von einem auf den anderen Moment ihre Freude am Tag verloren zu haben. Dem Schwarzhaarigen wurde sofort klar, dass dieses Wochenende nicht wirklich ein sehr frohes werden würde und so beschloss Harry, dass es Zeit war, etwas gegen Voldemord zu unternehmen. Er beendete rasch sein Frühstück und machte sich auf den Weg zur Bibliothek. Er musste unbedingt anfangen, Zauber und Flüche zu lernen, die ihm beim Kampf gegen Tom Riddle helfen würden. Ganz oben auf seiner Liste stand daher die stablose Magie und somit würde er zuerst die Bücher, die ihm Hermine heraus gesucht hatte, durcharbeiten.
Harry war nun gut eine Stunde in der Bibliothek und las schon das zweite Buch, doch der Stoff war wirklich trocken, um nicht zu sagen staubtrocken. Es ging hauptsächlich bei Allem um Expertenmeinungen, ob stablose Magie nicht nur eine Laune der Natur sei, oder, ob man sie zu den dunklen Mächten zählen sollte, da man sie ja nicht aufspüren konnte. Harry runzelte über diese Aussagen hin nur die Stirn, denn wenn man dies wirklich so sehen sollte, wären ja Dumbledore und einige andere bedeutende Zauberer der Geschichte Schwarzmagier gewesen. Wie oft hatte doch allein Harrys Mentor kleinere Zauber ohne seinen Stab gewirkt.
Ein leises Quietschen ließ Harry aus den Gedanken hochschrecken. Er schaute hoch und sein Blick traf auf Hermine, die zielstrebig auf ihn zukam. In der Hand hielt sie weitere Bücher und mit einem Lächeln setzte sie sich neben den Schwarzhaarigen.
„Hier Harry, das sind die letzten Bücher zu unserem Thema. Ich habe sie schon durchgearbeitet und finde sie für spätere praktische Übungen am geeignetsten."
Harry schaute den Lockenkopf mit großen Augen an und fragte sich in Gedanken, ob er richtig gehört hatte. Sagte Hermine gerade ‚unsere'? Hermine bemerkte den Blick des Gryffindores und lächelte amüsiert.
„Ach komm schon Harry. Du brauchst doch jede Hilfe die du bekommen kannst und während Rons darin besteht, sich um deine Pflichten als Quidditchkapitän zu kümmern, habe ich mir gedacht, wir lernen die Zauber gemeinsam. Du weißt schon, genau so, wie wir es schon im vierten Schuljahr getan haben."
Harry konnte nur nicken und fühlte sich plötzlich irgendwie erleichtert. Er wusste nicht wieso, doch der Gedanke, dass Hermine mit ihm zusammen übte, ließ sein Herz irgendwie höher schlagen. Und mit dieser Erkenntnis wusste er, dass er damals in der Winkelgasse richtig gehandelt hatte und seine Aufregung im Bezug auf den neunzehnten September stieg dementsprechend.
Es waren mehrere Tage vergangen, in denen Harry und Hermine sich durch die Bücher gearbeitet hatten und eigentlich wollte Harry auch schon weiter sein, doch seine beste Freundin hatte mit Händen und Füßen darauf bestanden, erst alle Bücher zu lesen, nicht dass man etwas Wichtiges, vielleicht Gefährliches übersehen hatte. So kam der Neunzehnte und Harry stand an diesem Morgen besonders gut gelaunt auf. Er ging duschen und danach zum Frühstück. In der Großen Halle allerdings fand er um diese Zeit nicht sehr viele Schüler vor. Wie auch? Es war schließlich Wochenende und damit schliefen logischerweise alle ein wenig länger.
Harry setzte sich leise auf seinen Stammplatz und begann seinen Toast zu schmieren. Dann wanderte sein Blick über die Haustische hinweg und er bemerkte Professor Styls, welcher heute Aufsicht hatte und nun mit festen Schritten auf ihn zukam.
„Ah, guten Morgen Mr. Potter. Es ist wirklich gut, dass ich sie treffe, denn ich dachte mir, dass wir uns nachher in meinem Büro etwas unterhalten könnten."
‚Bitte nicht', dachte Harry geschockt und seine Gesichtszüge entgleisten. Styls sah ihn daraufhin verwundert an und fragte, was denn plötzlich sein Problem sei. Die Antwort auf diese Frage hin, machten dem Schwarzhaarigen jedoch mehr Probleme, als er gedacht hatte und dies, obwohl er doch eigentlich nur zu sagen brauchte, dass Hermine heute Geburtstag hatte und er ihr ein Geschenk überreichen wollte.
Doch wie brachte man dies einem Lehrer bei, zumal Harry sich selbst gerade bewusst wurde, wie sehr er sich eigentlich darauf freute, in Hermines Gesicht zu sehen, wenn sie das Geschenk öffnete. Es durfte einfach nicht sein. Er wollte heute keine blöden Gespräche führen. Es war Hermines Geburtstag. Der Geburtstag seiner besten Freundin.
Styls hingegen stand auf eine Antwort wartend da und schien ein wenig ungeduldig zu werden. Allerdings lächelte er Harry an und das war etwas, was man bei Snape nie und nimmer gesehen hätte. Dieser hätte Gryffindores schon längst Punkte abgezogen und Harry mit irgendwelchen Worten nieder gemacht. So kam es, dass Harry schließlich in ruhigem Ton und besonders leise, damit es ja kein anderer erfuhr, dem Professor die Wahrheit erzählte. Innerlich war der Gryffindore allerdings alles andere als ruhig und er schickte Stoßgebete in den Himmel, dass Styls es sich noch mal anders überlegte. Und Merlins Geist schien ein Einsehen zu haben. Professor Styls lächelte nämlich plötzlich und sagte, „OK Mr. Potter, sie haben mich überzeugt. Ich verschiebe unsere Stunde auf Morgen. Schließlich wird man nur einmal achtzehn Jahr alt und wenn ich es richtig aus ihren Worten heraus gehört habe, sollte ich vielleicht auch heute abend nicht unbedingt in den Gryffindorturm kommen. Man will ja keine unnötigen Punkte im Hauspokalkampf verlieren."
Beim letzten Satz gesellte sich zu Harry Erleichterung auch noch das Gefühl, dass Professor Styls ihm eben, wenn auch durch die Blume, die Erlaubnis für eine kleine Party gegeben hatte und das war etwas, dass den Mann eindeutig von Direktorin McGonagall unterschied. Allerdings warnte Professor Styls Harry im nächsten Moment, dass man es nicht übertreiben solle und Butterbier als das stärkste Getränk des Abends erlaubt war. Denn besonders Harry würde es bereuen, wenn er morgen mit einem Kater zu ihm käme. Harry nickte sofort und machte sich dann auf den Weg zum Gryffindorturm. Er wollte Hermine gratulieren und ihr sein Geschenk überreichen, wenn nicht unbedingt jeder seiner Mitschüler anwesend war.
Mit schnellen Schritten näherte sich Harry dem Gemeinschaftsraum und in seinen Händen hielt er ein kleines, wunderschön eingeschlagenes Päckchen. Er kletterte durch das Portrait der fetten Dame und wollte schauen, ob Hermine schon auf war, doch keine zwei Sekunden später erstarrte er. Mitten im Gemeinschaftsraum waren so gut wie alle Gryffindores versammelt und jeder blickte nun zu ihm und auf das kleine Geschenk in seinen Händen. Rasch versuchte er es zu verstecken, doch irgendwie schien dies nun sinnlos zu sein. Harry spürte förmlich, wie er immer roter wurde und wollte im Boden versinken. Bevor dies aber geschehen konnte kam ihm Ron zu Hilfe.
„Mensch Harry, da bist du ja. Wir warten schon auf dich. Hermine soll doch ihr Geschenk aufmachen, wenn wir alle da sind."
Der Angesprochene zuckte kurz zusammen und schaute dann suchend durch den Raum. Der Lockenkopf befand sich an ihrem Lieblingstisch beim Kamin und war umringt von all ihren Mitschülern. Harry ging langsam zu ihr rüber und Hermine lächelte ihn an. Einige Sekunden später sangen alle zusammen „Happy Birthday" und jeder schüttelte Hermine die Hand oder umarmte sie. Jeder, bis auf Harry. Der Schwarzhaarige kam einfach nicht durch die Masse durch und dann drängelt sich auch noch Ron vor. Doch Harry war ihm nicht unbedingt böse. Schließlich war es an Ron, Hermine ihr Geschenk zu überreichen und nun sollten auch alle erfahren, was in dem ominösen Paket von vor einigen Tagen war.
Hermine schaute den Rothaarigen überrascht an, als sie das Paket erkannte. Hatte Ron nicht gesagt, dass es für Parvati sein sollte. Doch im nächsten Moment bemerkte sie den verschwörerischen Blick der zwei Turteltauben und ihr wurde einiges klar.
Mit einem überglücklichem „Danke", nahm Hermine das Geschenk und man konnte die Neugier in ihren Augen ganz deutlich erkennen, denn schon beim hochheben machte sich die Erkenntnis in ihr breit, dass es keine Bücher waren. Und umso schneller befreite der Lockenkopf den Karton von seinem Papier. Mit dem, was einige Sekunden später zum Vorschein kam, konnten aber viele der anwesenden Schüler nichts anfangen.
Es war ein Drittklässler der fragte, warum man Hermine ausgerechnet einen bunten Ball schenkte. Doch es handelte sich keineswegs um einen Ball, auch wenn die Grundform rund war. Nein, es war etwas, das Hermine ungläubig aufblicken ließ und sich Tränen in ihren Augen bildeten.
„Komm Hermine, zeig uns, ob er passte." Sagte Ginny und lächelte ihrer Freundin ermutigend zu. Der Lockenkopf nickte und hob ihr Geschenk nun vollends aus dem Karton. Zum Vorschein kam der schönste Helm, den Harry bisher gesehen hatte. Natürlich wusste er, dass alle Gryffindores dafür zusammengelegt hatten, doch so wie der Helm nun aussah, war er mehr als nur ein Schutzobjekt. Es war ein Meisterwerk, denn Ron hatte ihn durch die Zwillinge und ihre Beziehungen noch bemalen lassen. Der Helm sah nun fast so aus, wie ein Eulenkopf. Harry wusste, dass dieses Tier für Weisheit und Klugheit stand und so passte er nun wirklich zu seiner besten Freundin.
Hermine jedoch sagte, nachdem sie den Helm aufgesetzt hatte, keinen Ton mehr. Nein, ihre Augen waren plötzlich auf ihre Hände gerichtet und in diesen hielt sie den eigentlichen Grund für ihre Sprachlosigkeit. Es handelte sich dabei um ein kleines Lederheftchen, welches beim Herausnehmen des Helmes zur Seite gerutscht war und dass ihr Ginny dadurch erst einige Sekunden später in die Hand gedrückt hatte.
„Harry", sagte der Lockenkopf mit erstickter Stimme, als sie das Heftchen öffnete und der Inhalt sehr offiziell und amtlich aussah. „Sag mir, dass das nicht wahr ist. Dass du das nicht getan hast."
Doch der Gryffindore grinste plötzlich und sagt, „Doch Hermine, das habe ich. Es war der kleine Mann mit dem Beagle, der uns damals bei unseren Übungen so streng angeschaut hat. Er war es auch, der mich dann einige Tage später geprüft hat. Bitte verzeih mir."
Backflash
Es waren nur noch wenige Tage bis zu Harrys siebzehnten Geburtstag, der Tag an dem er volljährig werden würde und die Sonne lachte förmlich, als der Gryffindor das Motorrad seines Paten in Richtung des kleinen Parks um die Ecke schob. Klar, er hätte auch hinfahren können. Doch sollte er von einem Bobby angehalten werden, hätte Harry ein großes Problem gehabt. Schließlich war es bis zu seiner Prüfung noch etwas Zeit. Nein, heute stand was ganz anderes, geheimeres auf dem Plan des Schwarzhaarige.
Und dieses Geheimnis, diese kleine Verschwörung, bezog sich mehr auf Harrys beste Freundin, die neben ihm lief und ihre zwei alten Sturzhelme trug. Hermine, die sonst so von ihren Büchern fasziniert war, hatte sich doch tatsächlich verliebt. Und dies nicht in eine Person, sondern in ein neues, aufregendes Hobby. Hermine stand, schon nachdem sie das erste Mal bei Harry hinten mitgefahren war, auf das Gefühl der Freiheit beim Biken.
Sie hatte sogar schon die Theorie mit Harry gebüffelt und einige Fahrübungen durchgezogen. Doch dann wiederum fehlte dem Lockenkopf der Mut, ihre Eltern zu fragen und die Angst vor einer Prüfung kam ja auch noch dazu. Deshalb hatte Harry einen Entschluss gefasst und somit war heute Hermines großer Tag, von dem sie natürlich nichts mitbekommen durfte.
Der Schwarzhaarige startete den Motor von Sirius Maschine und drehte mehrere Runde auf dem fast unbelebten Platz, im Zentrum des Parks. Lediglich zwei Jogger, eine alte Frau mit ihrem Bunsenlecker ein streng dreinblickender Mann fungierten heute als Zuschauer. Als Harry den Mann, der an seiner Leine einen Beagle ausführte, beim Vorbeischauen etwas genauer betrachtete, nickte dieser dem Gryffindor unmerklich zu und Harry grinste im nächsten Moment leicht. Er wendete die Maschine und fuhr auf Hermine zu.
„So, Hermchen, nun bist du dran. Ich denke wir üben zu erst, die Elemente, wie sonst auch und dann drehst du ein paar Runden, um ein besseres Gefühl für das Fahren zu bekommen."
Der braunhaarige Lockenkopf sah Harry mit großen Augen an. Denn damit hatte sich nicht gerechnet. Sie dachte, dass Harry heute allein fahren wollte, da er ja bald Prüfung hatte. Und außerdem machte ihr der fremde Mann etwas Sorgen. Er sah ständig zu ihnen herüber und schaffte es nicht einmal zu lächeln oder zu grüßen. Harry meinte aber, Hermine soll den Mann einfach vergessen und Spaß haben.
Diesen hatte der Lockenkopf dann auch und donnerte mit dem Motorrad über den Asphalt. Harry sah ihr hinterher und grinst wieder in Richtung des fremden Mannes mit seinem Hund. Er wusste, dass es keine Probleme geben würde. Denn Hermine war eine sehr gute Fahrerin und ihr machte es einen Heidenspaß. So kam es dann auch, dass sie fast die ganze Zeit fuhr und Harry es nur zu Feierabend noch mal schaffte, auf das Motorrad zu steigen. Was den Mann mit dem Beagle übrigens betraf, der war schon seit einer geraumen Weile und mit einem Lächeln ins Nichts und Harry fand dies war ein gutes Zeichen.
Backflash Ende
Bei seiner Entschuldigung setzte Harry den treusten Dackelblick auf, den er zustande bekam. Hermine durfte ihm einfach nicht böse sein, denn es hätte sie mit Sicherheit fertig gemacht, wenn sie gewusst hätte, dass der Mann ein Fahrprüfer vom Ministerium gewesen war. Und bevor Hermine überhaupt böse auf Harry werden konnte, sprang Ron ein weiteres Mal ein.
„Nun komm schon Hermine, freu dich doch einfach. Und wenn du wirklich sauer sein willst, dann mit uns allen, denn jeder hat so seinen Teil getragen. Harry hat den Prüfer besorgt und ich habe meinen Dad überredet, den Ministeriumskram zu erledigen. Dann wären da Dean, der den Helm ausgesucht und Seamus, der sich mit Fred um die Lackierung gekümmert hat. Und zu guter letzt Ginny. Sie hatte die wohl heikelste Aufgabe. Sie musste deine Eltern überzeugen."
„Meine Eltern? Sie wissen davon?" fragte Hermine schockiert. Doch im nächsten Moment überbrachte Hedwig ihr auch schon einen Brief. Er war von den Grangers und sie wünschten ihrer Tochter alles Gute. Nachdem Hermine fertig gelesen hatte, schaute sie mit Tränen des Glücks in die Runde und begann jeden zu umarmen. Harry spürte, wie viel ihr diese Geschenke bedeuteten und sein Herz schlug plötzlich auch viel höher.
Es war dann mal wieder Ron, der Harry aus seinen Gedanken riss und seinen besten Freund in eine Lage brachte, wo er den Rothaarigen am liebsten umgebracht hätte. Ron schien sich an etwas zu erinnern und fragte vor all den anderen, mit einem bulldozergleichen Feingefühl, was das denn vorhin für ein Päckchen gewesen sei, dass Harry hinter seinem Rücken zu verstecken versuchte.
Sofort erstarb jeder Laut im Raum und Harry war von einem auf den anderen Moment mal wieder im Mittelpunkt. Der Schwarzhaarige warf seinem Freund einen bösen Blick zu, sah aber im nächsten Moment in die freudestrahlenden Augen von Hermine. Der Lockenkopf hatte Rons Worte vernommen und kam auf Harry zu. Dieser begann immer mehr zu schwitzen und sah sich unsicher im Raum um. Was sollte er tun? Er wollte es Hermine doch geben, wenn sie allein waren. Doch scheinbar war es aussichtslos, hier heraus zu kommen und somit nahm er all seinen Mut zusammen und sah Hermine nun direkt ins Gesicht.
„Ähm Hermine, ich weiß... dass... dass du schon ein Geschenk bekommen hast und auch, dass du nicht willst, dass wir uns... uns... na ja, es ist so, dass du mir im letzten Sommer, genau wie Ginny und Ron auch... sehr geholfen hast. Du hast sogar auf deinen Urlaub mit deinen Eltern verzichtet und da habe ich mir gedacht... ähm gedacht, du verdienst ein kleines Dankeschön..."
Harrys Gesichtsfarbe stand mittlerweile der von Rons Haaren in nichts mehr nach und einige der Gryffindores konnten ihr Grinsen kaum verstecken. Er übergab Hermine das kleine Päckchen und wurde im nächsten Moment in eine Umarmung gezogen, die auch von Molly Weasley hätte stammen können.
„Danke Harry", sagte Hermine und drückte den Gryffindore überglücklich. Dann sah sie in die Runde und auf das Geschenk. Harry nutzte diese Ablenkung und gesellte sich zu den anderen Jungen. Allerdings zuckte einer von ihnen im nächsten Moment mit schmerzverzogener Miene zusammen. Es war Ron, der kurz mal Harrys Ellenbogen zu spüren bekam.
Einige Minuten später löste sich die kleine Versammlung auf und die meisten gingen zum Frühstück. Harry blieb allerdings zurück. Er musste das eben erlebte erst einmal verdauen. Allerdings wurde er dabei unterbrochen, als ein spitzer Schrei durch den Gryffindorturm hallte. Alarmiert zog Harry seinen Zauberstab und rannte in die Richtung aus welcher der Schrei gekommen war. Aber nur, um im nächsten Moment Hermine von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu stehen.
„HARRY POTTER bist du wahnsinnig geworden?" Rief der Lockenkopf und sie tippte dem Gryffindore wieder einmal mit ihren spitzen Fingern auf die Brust. „Hast du eine Ahnung, was dieses Fläschchen gekostet hat? Natürlich hast du, du hast es ja gekauft."
Harry konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, warum sich Hermine so aufregte. Es war doch ein Geschenk und Harry hätte auch das Doppelte bezahlt, wenn er ihr damit eine Freude gemacht hätte. Manchmal verstand Harry die Mädchen wirklich nicht. Beim näheren Überlegen verbesserte sich der Gryffindore jedoch und machte aus dem ‚manchmal' ein ‚nie'. Grund hierfür war Ginny, die zusammen mit den anderen Siebtklässlerinnen Hermine begleitet hatte und nun der Gruppe um den Lockenkopf folgend, mit einem Schmollmund an ihm vorbei lief. Harry schüttelte den Kopf und ging in seinen Schlafsaal hoch. Irgendwie war er sehr durcheinander und musste seine Gedanken ordnen. Außerdem wollte er noch Dobby zu sich rufen, damit dieser einige Besorgungen für den Abend erledigen konnte.
TBC
