Kapitel 28
Der nächste Morgen, oder besser gesagt der nächste Auftritt in der großen Halle war für alle fünf Jungen der bisher wahrscheinlich schwierigste Moment in ihrem Leben. Keiner schaffte es wirklich, Parvati, Lavender oder auch Ginny in die Augen zu blicken. Dies blieb natürlich auch den Mädchen nicht verborgen und so kamen eine Menge Fragen auf. Diese konnten aber beim besten Willen nicht durch die Gryffindorjungen beantwortet werden und Harry war richtig froh über den Moment, da die Eulen ihren Auftritt hatten.
Zwar bekam keiner der Gryffindors heute etwas geschickt, doch die frisch ausgelieferten Tagespropheten sorgten für genug Gesprächsstoff. Grund hierfür war ein Artikel, in dem die Zeitung behauptete, dass es scheinbar seit einigen Wochen eine viel stärkere Bedrohung als den dunklen Lord geben würde, denn so langsam, und hier zogen es die Redakteure ein wenig unpassend ins Lächerliche, schienen Voldemord die Gefolgsleute auszugehen. Man sprach von unbestätigten Meldungen, dass dies vor allem die Werwölfe betraf, denn immer öfter wurden menschliche Opfer gefunden, die Bisse aufwiesen, jedoch selber Anzeichen für eine vollzogene Verwandlung an ihren Körpern hatten. Und dies konnte ja nur bedeuten, dass sie selber mal so eine Bestie waren.
Harry las den Artikel aus Hermines Propheten mehrfach durch und überlegte fieberhaft, wie dies möglich sein konnte. Waren Greybacks Leute wirklich so ungeduldig und blutrünstig, dass sie sich schon selbst anfielen. Und warum rannten sie Voldemord davon. Eine Spur zur Lösung des Rätsels kam, als der Schwarzhaarige zu seinem besten Freund schaute und er überrascht ein leichtes Lächeln bemerkte. Was hatte dies zu bedeuten? Wusste Ron etwas und hatte es ihm nicht gesagt? Doch gleich darauf traf es den Gryffindor und nur ein Name spukte ihm im Geiste herum... Bill Weasley!
Harry beschloss, später mit Ron darüber zu reden. Er brauchte Gewissheit und wenn es wirklich an dem sein sollte, wollte er auch wissen, warum man wieder mal was vor ihm geheim hielt.
Im nächsten Moment musste Harry seine Gedanken allerdings zur Seite schieben, denn etwas anderes stand auf dem Plan. Dies hing mit Damion und Ginny zusammen und zog das Interesse aller Gryffindors auf sich. Ginny machte den ersten Schritt und trat an den Damion heran. In ihren Händen hielt sie den Stimmungsheber und mit überlegener Gestik gab sie ihn ihm zurück.
„Hier McKenzie, ich denke, ich habe nicht das Recht, dir ein Geschenk deines Vaters wegzunehmen und außerdem stehe ich nicht wirklich auf die Musik, die es spielt."
Harry sah den Rotschopf überrascht an und fühlte, dass der letzte Satz nicht ganz der Wahrheit entsprach. Doch vielleicht brauchte Ginny noch einen kleinen Grund, damit es nicht zu offensichtlich war, dass die anderen Mädchen, und hier besonders Hermine, ihr ins Gewissen geredet haben.
„Danke mein kleiner Feu... Ginny", erwiderte Damion grinsend und nahm die Kugel entgegen. Er steckte sie ein und wollte sich wieder setzen. Doch irgendwie konnte der Gryffindor einfach nicht über seinen Schatten springen und sagte leise, „Und wieder habe ich recht behalten. Du würdest alles für mich tun. Du bist sogar vor allen hier zu mir gekommen, nur um in meiner Nähe zu sein."
Augenblicklich verdunkelte sich Ginnys Gesicht und es sah fast so aus, als würde sie Damion bis durch die nächste Wand hexen würde.
„Ach, leck mich McKenzie", fauchte sie den Braunhaarigen an und ihre Hand wanderte unbewusst zum Zauberstab. Doch schon im nächsten Moment wussten sie, und auch Harry, dass ihre Worte dümmer nicht hätten gewählt werden können. Damion grinste noch breiter und flötete ihr entgegen: „OK, mache ich. Doch Ort und Zeit obliegen mir, verstanden?"
Harry sah Damion mit schockiertem Gesicht an und hörte schon im Geiste Ginnys Beschwörung. Doch da die anderen Gryffindors durch die Bemerkung von Styls Sohn lauthals loslachten, kam der Rotschopf nicht mehr dazu. Ginny plusterte lediglich ihr Wangen auf und ging mit wütendem Schritt aus der Halle. Harry sah ihr nach und dann zu Damion. Der grinste übers ganze Gesicht und verließ kurz darauf ebenfalls die große Halle in Richtung Unterricht.
„Ich fass es nicht. Irgendwann bringe ich den Kerl um."
Es regte Ron maßlos auf, wie sich der Braunhaarige immer mit seiner kleinen Schwester zoffte. Harry vermute aber, dass es wohl eher daran lag, dass Ginny stets den Kürzeren zog. Schließlich beruhigte sich die Stimmung in der Halle wieder und auch der Rest ging in Richtung der Klassenzimmer.
Auf dem Weg dorthin kam es allerdings zu einem weiteren Zwischenfall, in den hauptsächlich Blaise Zabini involviert war. Harry, Ron und Hermine kam nur noch dazu und sahen, wie Damion einen Slytherin, der wohl gerade Blaise eine gebrochene Nase und ein blaues Auge verpasst hatte, im Schwitzkasten festhielt. Die anderen Schüler standen um die beiden Kampfhähne herum und schienen im Anbetracht der Wut des Gryffindors nicht zu wissen, was sie tun sollten.
„Ich hatte euch gewarnt", sagte Damion mit fast schmerzhaft lauter Stimme und drückte seine Arme immer fester zusammen. Der Slytherin, sein Name war Gideon Greenstone und Harry eigentlich immer als sehr ruhiger, zurückgezogener Schüler in Erinnerung gewesen, lief schon blau an, aber kurz bevor er wirklich ohnmächtig werden konnte, löste Damion seine Umklammerung, drückte den Jungen von sich und Gideon sprang auch rasch auf. Er stolperte etwas zurück und Grabbe und Goyle stellten sich sofort schützend vor ihn.
Dann sah der Slytherin wütend in die Runde und als er sich sicher war, dass Damion nicht mehr an ihn heran kam, fühlte er sich wieder mutiger und sprach den Braunhaarigen mit wieder überheblicher werdender Stimme an.
„Hör zu McKenzie, dein Vater mag hier Lehrer sein, ich aber habe auch so meine Freunde, also komm mir nicht in die Quere."
Und während er dies vor all den Zeugen sagte, und ein Großteil würde es bestimmt als Drohung auffassen, richtete er seinen Zeigefinger auf den Gryffindor. Sofort schaute Harry zu Damion, um dessen Reaktion zu sehen. Es konnte ja sein, dass der Braunhaarige es sich noch mal anders überlegte und ihm Grabbe und Goyle egal waren. Doch Damion reagierte erst mal überhaupt nicht. Nein, sein Blick ging starr auf Gideons rechte Hand und auf den Ring daran. Harry fragte sich, was so besonderes daran sein sollte. Gut, es sah wie ein Familienerbstück aus und kostbar war er vielleicht auch aufgrund der schwarzen Perle, die in der silbernen Fassung glänzte. Doch warum war der Gryffindor so gebannt ?
Der Slytherin bemerkte Damions Blick und zog seine Hand schnell zurück. Er steckte sie in den Umhang und bedeutete Grabbe und Goyle mitzukommen. Zwei Sekunden später waren die Slytherins auch schon weg. Harry hatte ihnen hinterher geschaut, sah nun zu Damion und überlegte, warum sein Mitschüler sich wegen diesem Ring plötzlich so sonderbar verhielt. Dann bemerkte er den kalkulierenden Blick des Braunhaarigen und beschloss, ihn später, wenn sie allein waren, unbedingt danach zu fragen. Doch so richtig Zeit, um eine Antwort zu bekommen, war irgendwie den ganzen Tag nicht. Deshalb war es auch schon kurz vor dem Abendessen, als Harry Damion fand und überlegte, wie er mit seinen Fragen anfangen sollte.
Damion saß einmal mehr auf seinem Lieblingsplatz und starrte in den Sonnenuntergang. Harry trat leise und vorsichtig neben ihn und folgte dem Blick des Braunhaarigen, doch alles was er sah, war der See und seine Wellen, die sich durch denn abendlichen, frühherbstlichen Wind ein wenig stärker aufbauten.
„Ähm Damion...", begann Harry langsam, denn er wusste nicht, ob ihn der Gryffindor bemerkt hatte, doch es schien so, denn es kam keine überraschte Geste, kein Zucken, sondern lediglich ein Satz, den Harry nicht wirklich verstand.
„Er ist wunderschön, nicht war?"
„Was?", fragte Harry verwirrt, da ihn Damion dies schon einmal gefragt hatte.
„Der See, Harry, der See. Ich sagte, er ist wunderschön."
Harry überlegte, was er antworten sollte. Natürlich passte die riesige, sich spiegelnde Wasserfläche hier in die Landschaft. Doch wenn du schon mal mit Meermenschen und Grindelohs gekämpft hast, denkst du wahrscheinlich etwas anders darüber. Außerdem war Harry nicht wirklich ein Schwimmertyp und so sagte er nur leise „ ähm, ja". Dann aber fragte der Schwarzhaarige Damion, was es mit dem Ring auf sich hatte.
Styls Sohn wiegelte aber ab und meinte nur, dass die Perle ihm bekannt vorkam, so als hätte er so etwas schon mal gesehen. Harry sah den Jungen skeptisch an und versuchte sich zu erinnern, doch wie er sich eingestand, hatte er mit reinblütigen Sachen, oder dunklen Artefakten nicht wirklich viel am Hut. Daher entschied er sich, die Sache erst mal auf sich beruhen zu lassen und überlegte, wie er Damion seine nächste Frage stellen könnte. Diese war nämlich im direkten Zusammenhang mit Damion und seinem Verhalten, welches sich seit dem Schulbeginn stark verändert hatte.
Harry nahm daher all seinen Gryffindormut zusammen und fragte den Braunhaarigen, ob ihn etwas bedrückte oder ob ihm etwas fehlte, oder warum er plötzlich immer so gereizt reagierte. Harry fragte sogar nach dem Zwischenfall beim Quidditchtraining. Er konnte es immer noch nicht fassen, dass Damion seine Stimme gegen seinen Vater erhoben hatte.
Damion ließ die Fragen auf sich einstürzen und schien in Gedanken zu gehen. Harry sah aber einige Sekunden später, dass sich das Gesicht seines Gegenübers veränderte und hoffte, dass er keinen Fehler gemacht hatte, denn das Letzte was er wollte, war Damion wütend zu machen. Sie verstanden sich zurzeit nämlich gerade sehr gut. Doch Damion schien nicht böse zu sein. Vielmehr wurde sein Gesicht traurig und er starrte wieder zum See. Harry überlegte, dass es vielleicht doch besser war zu gehen, aber Damions Stimme erklang. „Weißt du Harry, ich kann dir nicht sagen, warum ich mich zurzeit nicht ganz so gut mit meinem Vater verstehe. Es ist was Persönliches und geht nur ihn und mich an, doch ich werde versuchen, woanders nicht mehr ganz so jähzornig zu sein. Doch erwarte nicht, dass ich zurückstecke, wenn Voldemords Kindergarten denkt, sie können sich alles erlauben. Du kannst jetzt denken was du willst Harry, doch Blaise Zabini ist ein netter Junge, der es, seitdem Draco Malfoy nicht mehr ist, um einiges schwerer hat."
Von dieser Aussage überrascht drehte sich Harry, der nun auch auf den See geblickt hatte, direkt zu Damion und sah den Gryffindor mit großen Augen an. Er überlegt kurz und sah ein, dass Damion irgendwie Recht hatte. Zabini und Malfoy mochten Freunde gewesen sein und die Laufbahn des Blonden war auch schon festgelegt, doch warum sollte man Blaise nicht aus der Schublade heraushalten und ihn machen lassen. Klar, so dachte Harry, man sollte ihn vielleicht ein wenig beobachten, doch wenn er in Bedrängnis war, konnte man ihm doch trotz seiner Häuserzugehörigkeit helfen.
Beide Gryffindors sahen sich in die Augen und beide schienen verstanden zu haben. Harry begann leicht zu lächeln und auch Damions goldene Augen wurden wieder heller. Dann schreckten sie allerdings kurz hoch, denn Ron hatte den Raum betreten und sie zum Essen gerufen. Damion grinste über Ron Verhalten wenn es galt, Nahrung zu sich zu nehmen, doch dann beeilten sie sich, um nicht zu spät in der großen Halle zu sein.
Die nächsten Tage vergingen ziemlich schnell und das Wochenende stand an. Es sollte das letzte sein, bevor es nächste Woche hieß ‚Hogsmeade, wir kommen'. Harry und Hermine beeilten sich, den Heiltrank, den ihnen Horace Slughorn heute aufgegeben hatte, fertig zu stellen. Es fehlte nicht mehr viel, erkannte Harry, als er das Rezept an der Tafel las. Lediglich eine Mohnblütenkapsel und etwas Sekret der ägyptischen Feuerkröte mussten noch untergehoben werden, doch das durfte man erst, wenn der Trank etwas abgekühlt war und daher hatte Harry etwas Zeit, die anderen Schüler zu beobachten.
Sein Blick fiel dabei auf Blaise Zabini. Zwar hatte sich der schwarzhaarige Slytherin vom letzten Angriff erholt, doch so richtig gesund sah er trotzdem nicht aus. Außerdem war er schon wieder dabei, Professor Slughorn zu fragen, ob er mal kurz auf die Toilette gehen durfte. Das Gesicht des alten Zauberers musterte Zabini aufmerksam und schließlich erteilte er die Erlaubnis. Allerdings, so stellte Harry fest, kam der Slytherin nicht wieder zum Unterricht.
Etwas verwundert, aber nicht weiter darüber nachdenkend beendeten Harry und die anderen ihre Tränke und beeilten sich, um in die große Halle, zum Mittagessen zu gelangen. Harry und der Rest waren die Letzten, die die Halle betraten, doch dies lag wohl an der Lage ihres Klassenzimmers. Der Kerker war schon immer am weitesten weg gewesen und somit kamen die Zaubertrankklassen eigentlich meistens zu spät.
Harry und Damion wollten sich gerade setzen, als plötzlich die Tür zur Halle geräuschvoll aufgestoßen wurde und jemand hereingerannt kam. Es war Blaise Zabini, doch irgendetwas stimmte mit ihm nicht. Harry hörte, dass er röchelte und sah, wie seine beiden Hände den Hals hielten. Und noch bevor die Lehrer, die ja am anderen Ende der Halle saßen reagieren konnten, waren Damion und Harry schon aufgesprungen und eilten dem Slytherin zu Hilfe.
„Blaise, was ist los?", rief Damion voller Sorge und hatte den Schwarzhaarigen fast erreicht. Doch anstatt einer Antwort tat Zabini etwas vollkommen Unlogisches, denn wo er eben noch panisch seinen Hals hielt und sich vor Schmerzen wand, stand er nun plötzlich seelenruhig da und tat gar nichts. Harry und auch Damion waren verwirrt, zumal man dem Jungen ansah, dass er Schmerzen hatte. War es vielleicht der Slytherinstolz, der ihn bewog, so zu handeln?
Styls Sohn sprach den Slytherin nochmals an, doch nichts geschah. Harry beschlich das Gefühl, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmte und als er in die Augen von Blaise schaute, erkannte er auch was. Sie waren vollkommen glasig und dies konnte nur eines bedeuten. Er zog seinen Zauberstab und rief,
„Damion, weg von ihm. Es ist der Imperiusfluch".
Der Gryffindor schnellte zu Harry herum und sah im nächsten Moment schon ein lautes „Finite" an sich vorbeisausen. Kaum traf der Gegenfluch den Slytherin schrie dieser auch schon vor Schmerzen auf und hielt sich nun seinen Bauch. Erneut fragte Damion was los sei. Diese Fragen stellten dann auch die ersten Lehrer, die es nun auch geschafft hatten, sich durch die gesamte Schülerschaft zu arbeiten. Doch alles, was sie heraushörten, war das Wort „Gift".
Die meisten Schüler stöhnten auf und Professor McGonagall sah sofort zu Horace Slughorn herüber. Der Zaubertranklehrer kramte auch sofort in seinem Umhang und zog mehrere kleine Fläschchen heraus. Allerdings sah man ihm eine gewisse Unsicherheit an, denn auch Harry wusste, dass, wenn man das Gift nicht kannte, man mitunter das falsche Gegengift verabreichte.
„Ein Bezoar", riefen mehrere Schüler, die sich ans letzte Schuljahr erinnerten aufgeregt, doch den hatte Slughorn natürlich nicht unbedingt dabei. Sofort schickte er einen Vertrauensschüler los, um einen aus seinen Vorräten zu holen, während er sich um die Symptome der Vergiftung kümmern wollte. Harry bekam langsam Panik, denn Blaise wand sich immer mehr auf dem Boden. Und dies war eine Tatsache, die scheinbar auch Damon nicht zu gefallen schien. Der Gryffindor kniete neben Zabini und redete auf ihn ein. Als der Slytherin dann irgendwann sagte, dass sein Magen brennt und alles nach Erbrochenem schmeckte, tat Damion etwas, dass alle im Raum verwirrte.
Der Gryffindor griff sich an den Hals und in den Ausschnitt seines Pullovers. Dort holte er eine kleine Kette hervor und an dieser hing ein kleines Gebilde aus einem roten, tönernem Material. Harry hatte immer geglaubt, es sei ein Talisman aus Terra Cotta. Dieses Ding warf Damion nun plötzlich auf den Boden und traf kräftig darauf. Durch die Last des Braunhaarigen zerbröselte der Klumpen und keine Sekunde später stopfte Styls Sohn das rote, krümelige Zeug in Zabinis Mund.
„Mr. McKenzie, was machen sie da?" Rief Professor McGonagall entsetzt und wollte den Gryffindor schon wegstoßen. Doch Damions Vater, der gerade erst in die Halle gekommen war, hielt sie auf.
„Nein, Professor, lassen sie ihn!" Beschwor er die Direktorin und die alte Hexe starrte ihren Lehrer ungläubig an. Harry verfolgte die Sache mit entsetztem Gesicht und blickte dann wieder zu Damion und Blaise. Letzterer schien, kaum dass er das rote Zeug geschluckt hatte, nach Luft zu ringen und hielt sich zuerst den Hals, dann die obere Brust, bis hin zu der Stelle, wo man im Allgemeinen den Magen hatte. Scheinbar folgten seine Bewegungen dem Weg des Zeugs, was Damion ihm verabreicht hatte.
Als Blaise sich schließlich den Magen hielt, begann Damion zu zählen. Zwischendurch schaute er in die Runde und sah hoffend, dass er das Richtige tat, zu Harry. Dabei wurde er allerdings mehrfach von Professor Slughorn unterbrochen, der ständig wissen wollte, was Damion seinem Schüler gegeben hatte. Der Gryffindor sah zwischen Blaise und seinem Lehrer hin und her und sein Zählen wurde lauter
„Acht... sieben... es war australische Heilerde... sechs... fünf..."
Harry sah den Brauhaarigen mit großen Augen an und auch die anderen, bis auf Professor Styls, konnten nur starren. Einzig Blaise schien Hoffnung zu schöpfen und entspannt sich etwas.
„Und dass ist alles?", fragte Slughorn ungläubig.
„Nein, nicht ganz. Es ist noch etwas anderes untergemischt... vier... drei... "
„Was? Was haben sie noch mit drin, in dem Zeug?" Fragte Professor McGonagall und auch Professor Styls schien seinen Sohn nun etwas komisch anzuschauen. Dies baute in Harry ein mulmiges Gefühl auf und er blickte sofort zu Damion zurück. Der Gryffindor war gerade dabei einen Eimer zu beschwören und Blaise aufrecht hinzusetzen. Slughorn half ihm dabei, schaute aber immer noch fragend in Damions Gesicht.
„Professor, die letzte Zutat ist was ganz besonders. Es handelt sich dabei...", Damion zählte weiter runter und schien auf irgendwas zu warten. Dann grinste er und sagte, „Es handelt sich um zerstoßenen Polarfuchspenis."
Das nächste, was diesem Satz folgte, war ein lautes Aufstöhnen der gesamten Halle, verschiedenen Bekundungen des Ekels und schließlich die Metamorphose von Zabinis Gesicht. Es wurde nämlich von einem Moment auf den anderen grün und der Slytherin übergab sich geräuschvoll in den Eimer. Sofort wurde die Luft mit einem beißenden Geruch erfüllt und nicht wenige traten mehrere Schritt zurück. Einzig Damion und Slughorn blieben und halfen Blaise so gut sie konnten. Damion meinte, es müsse alles raus, und wenn es aus dem Mastdarm kam.
Zwei Minuten später hatte Blaise sich im wahrsten Sinne des Wortes ausgekotzt und nachdem man ihn etwas sauber gemacht hatte, wurde er auch schon ohnmächtig. Hier kam dann Madame Pomfrey ins Spiel. Sie übernahm den Slytherin und bewegte ihn in Richtung Krankenflügel. Dies bekam Harry allerdings nicht mehr ganz so gut mit, da Professor Styls anfing zu lachen und seinen Sohn fragte, „Polarfuchspenis?"
Damion grinst und meinte, dass das Zeug raus musste und sich Blaise bei Walderdbeeren bestimmt nicht so schnell übergeben hätte. Dann aber stockte der Braunhaarige und sein Blick blieb auf dem Eimer mit dem Erbrochenen hängen. Sofort waren die Lehrer alarmiert und sahen im nächsten Moment geschockt, wie der Junge in den Eimer griff. Hermine und Ginny, die neben Harry standen, begannen leicht zu würgen. Und auch Harry bekam einen kleinen Anfall des Ekels im Bauch. Dieser verschwand aber sofort, als er sah, dass sich Damions Gesicht verfinsterte und die goldenen Augen nun eher dunkler Bronze glichen. Das Letzte was man dann noch sah, war ein rasender Gryffindor, der mit den Worten, „ich bringe das Schwein um", in Richtung Slytherintisch rannte...
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