Hey Leuter´s,
eigentlich wollte ich ja nach dem Urlaub noch eine Woche warten, damit ich wieder ein paar Cap´s als Vorlaufhabe. Doch dann will ich doch widerum nicht so sein und deshalb geht es heute weiter.
Also viel spaß und denkt dran, ich will eure Meinung wissen.
Tschau Mr. Figgs
Kapitel 38
Harry lag da und dachte über die letzten Stunden nach. Seine Gedanken kreisten um Ron, Parvati und ihrer beider Zukunft und er fragte sich, ob sein bester Freund nun ein wirklicher Werwolf war, oder ob er auch so viel Glück wie sein Bruder Bill hatte, denn immerhin war dieses Mal Vollmond und Greyback vollständig verwandelt gewesen. Innerlich wusste Harry zwar, dass es Ron gut gehen würde, doch ein gewisser Rest an Unbehagen blieb doch. Was Harry allerdings wusste war, dass die Liebe seiner beiden Freunde schon was besonderes sein musste, ebenso wie bei Bill und Fleur. Doch dann wiederum konnte es bei Eltern wie Molly und Arthur Weasley auch nicht anders sein, denn diese Zwei hatten ja auch schon eine Menge durchgestanden und nie ihre Liebe oder Zuversicht verloren.
Schließlich wanderten Harrys Gedanken zu Damion und wie dieser gekämpft und getötet hatte. Was war nur mit diesem Jungen los? Irgendetwas Mysteriöses umspielte den neuen Schüler und warum, verdammt, hatten sich seine Augen beim Kampf so verändert? War es wirklich die Wut gewesen? Harry wusste es nicht und kam im nächsten Moment auf die Frage, wie wohl Ginny mit der ganzen Sache umgehen würde.
Allerdings schreckte der Gryffindor aus seinen Gedanken hoch, als er erneut Schritte im Raum vernahm. Diesen folgten dann leise Stimmen und zwar die von Madame Pomfrey und Professor Styls. Sie beide flüsterten und Harry, der nun die Augen offen hatte, hörte sie sagen. „Uh, ich dachte, wir werden Minerva heute gar nicht mehr los."
„Achte auf deine Worte Steph."
„Schon gut Poppy, doch du musst zugeben, dass sie es niemals gutheißen würde, was wir jetzt tun."
„Stimmt Steph, und auch ich hatte erst so meine Bedenken, doch selbst Albus hält es für richtig und auf ihn konnte ich mich immer verlassen. Komm Steph, du nimmst seine Beine und ich den Oberkörper. Du weißt, wir dürfen noch keine Magie auf seinen Körper anwenden und achte auf den Vorhang, er ist sehr lang und du könntest stolpern."
Harry überlegte, ob er aufstehen sollte, um zu sehen, was die Beiden taten, doch dann fiel ihm ein, dass er sich ja nicht bewegen konnte. Leicht angepisst versuchte er zu verstehen, was die Zwei da machten, doch alles was er noch hörte oder mitbekam war, dass sie nun an Parvatis Bett standen und jemanden zu ihr legten. Dann hörte er noch Poppy leise sagen, dass sich die Zwei schnell erholen sollten und Stephano Styls meinte, dass körperlich Wärme dabei helfen würde.
Harry wurde einige Sekunden später klar, dass die Beiden Ron mit zu Parvati ins Bett gelegt hatten und ein erleichtertes Lächeln umspielte seinen Mund. Natürlich hätte Professor McGonagall dies niemals zugelassen und musste im nächsten Moment grinsen, wenn er daran dachte, wie die Direktorin am Morgen wohl darauf reagieren würde. Und mit diesen Vorstellungen schlief Harry kurz darauf auch ein.
Geweckt wurde Harry einige Stunden später, da sich jemand an seiner Decke zu schaffen machte. Zuerst dachte der Gryffindor es sei Madame Pomfrey, doch dann stieg ihm der Geruch von Mandeln und Rosen in die Nase und er öffnet überrascht die Augen. Leicht unsicher bemerkte Harry, wie Hermine langsam in sein Bett kletterte und danach die Decke wieder glatt zog.
„Ähm Schatz, was machst du da?", fragte Harry, auch wenn ihm der Gedanke, seine Freundin ganz nah bei sich zu haben, gefiel.
„Mensch Harry, du hast mich erschreckt", fuhr Hermine leicht erschrocken herum und meinte dann, dass sie Harrys Nähe bräuchte und dass sie wahnsinnige Angst um ihn gehabt hatte. Harry legte daraufhin einen Arm um seine Freundin und zog sie in einen Kuss. Danach äußerte er aber die Befürchtung, dass dies hier Poppy und der Direktorin nicht gefallen könnte und war über die Reaktion von Hermine mehr als nur überrascht. Die Gryffindor meinte nämlich, dass ihr egal sei, was die alte Heilerin dazu sage und dass die beiden Erwachsenen es eh nie verstehen würden, welche Ängste sie in den letzten Stunden durchstehen musste.
Harry verstärkte den Druck seiner Arme und küsste Hermine erneut. Dieses Mal blieben ihre Lippen aber um einiges länger zusammen und so bekamen sie nicht mit, dass die eben angesprochenen Erwachsenen eigentlich gerade nach Harry schauen wollten. Doch sie verschoben ihre Visite mit einem leichten Lächeln im Gesicht und ein ganz ähnliches Gesicht machte auch ein zufriedener Albus Dumbledore, der froh darüber war, dass seine Nachfolgerin endlich nicht alles so streng sah. Fünf Minuten später kehrte wieder Ruhe im Krankensaal von Hogwarts ein.
Es raschelte und Harry schreckte mit der Befürchtung hoch, wieder angegriffen zu werden, doch es war nur der Vorhang um sein Bett, der sich magisch in eine Nische an der Wand zurückzog. Vermutlich sollte dies bedeuten, dass die Nachtruhe im Krankensaal vorbei war und dass sich auch bald Madame Pomfrey zeigen würde. Deshalb schaute sich Harry mit ein wenig Unbehagen um und stellte fest, dass er sich jetzt bewegen konnte. Bei näherer Überlegung wurden seine Auen dann aber etwas größer, denn ihm fiel auf, dass er dies eigentlich schon längst wieder hätte tun können, denn schließlich hatte er ja auch seinen Arm um Hermine gelegt.
Und wo er gerade bei seiner Freundin war, die sich ganz fest an ihn gekuschelt hatte, da bemerkte der Gryffindor, dass er nun ein wirkliches Problem hatte. Denn ihre Wärme, ihr Geruch und die Nähe bescherten ihm etwas, dass seine Freundin in dieser Phase ihre Beziehung noch nicht unbedingt spüren sollte, nämlich eine enorme Mobrala. Leicht panisch versuchte Harry an irgendetwas zu denken, vielleicht an Pansy Parkinson oder so, und wurde erst aus seiner gedanklichen Suche gerissen, als ihn Damion quer durch den Raum ansprach.
„Na Harry, alles klar?", fragte Professor Styls Sohn und lächelte verschlafen von seinem Bett herüber.
„Das fragt der Richtige", erwiderte Harry und sah seinen Freund mit neugierigen Augen an. Damion rang sich ein weiteres Lächeln ab und meinte etwas wie, es geht schon und dass er heute nur einige Spritzen mehr brauche. Harry spürte schon bei seiner Art zu antworten, dass sein Kumpel wohl noch nicht bereit war, darüber zu sprechen und nickte verstehend. Und während er Damion erst einmal sich selbst überließ, wanderte sein Blick zu den anderen belegten Betten des Raumes, die ja nun ebenfalls gut einsehbar waren. Es sah Ginny, die noch fest zu schlafen schien und sich regelrecht in ihr Bett kuschelte und eine große Erleichterung machte sich in Harrys Brust breit.
Dann wanderten seine Augen weiter und mit einem etwas besorgteren Blick blieben sie schließlich bei Nevilles Bett hängen und leicht traurig begutachtete er die dicken weißen Verbände um den Körper des Gryffindors. Ob sein Freund noch schlief konnte Harry allerdings nicht erkennen, denn Neville lag auf dem Bauch, ähnlich der Position, die er selbst im letzten Sommer zur Heilung einnehmen musste.
Der Letzte dem Harrys Neugier galt war schließlich sein bester Freund und so hob der Schwarzhaarige seinen Oberkörper leicht an und beugte sich in Richtung Ron. Beim Anblick der sich ihm bot, konnte sich Harry ein Grinsen allerdings nicht mehr verkneifen, denn während sein Kumpel die Augen noch geschlossen hatte, zierte ein breites Grinsen sein Gesicht und Rons Arm lag beschützend um Parvatis Schulter.
Eines jedoch schienen alle Schüler hier im Raum gemeinsam zu haben und das war die Erleichterung, alles gut überstanden zu haben. Dieser Meinung war übrigens auch Madame Pomfrey, die wenige Sekunden später den Krankensaal betrat und sich zuerst um Neville kümmerte. Diesem mussten nämlich die Verbände gewechselt werden und das wollte die alte Heilerin tun, bevor ihr Heiligtum von möglichen Gästen überrannt wurde.
Und so kam es dann auch. Die ersten Besucher die eintrafen, waren Molly und Arthur und hinter ihnen folgten die Direktorin und Professor Styls. Ron Eltern befanden sich allerdings nun in einer Zwickmühle, denn hier im Raum lagen schließlich zwei ihrer Kinder und die beiden Elternteile fragten sich, zu welchem Kind sie nun zuerst gehen sollten. Arthur machte den Vorschlag, sich aufzuteilen und eilte danach gleich zu seinem Engel, zu Ginny. Doch kaum dass es seine Tochter umarmen konnte, durchfuhr den Krankensaal auch schon ein heulergleicher Schrei von Molly Weasley.
„WAS GEHT DENN HIER AB? RONALD WEASLEY, WIE KANNST DU NUR?"
Molly stand vor dem Krankenbett ihres Sohnes und stemmte ihre Hände in die Seiten. Denn noch bevor sie dazu kam, besorgt ihren Jüngsten zu bemuttern, hatte sie erkannt, dass ihr Sohn nicht allein im Bett lag. Es dauerte ab diesem Moment gute fünf Minuten und einiger Worte von Poppy, damit sich Rons Mum beruhigte. Und dies wäre fast gescheitert, da Professor McGonagall ihre beiden Untergebenen vor allen im Raum fragte, warum sie nicht darüber informiert wurde. Stephano Styls stellte allerdings schnell und voller Coolness die Gegenfrage an die Direktorin, ob sie es denn erlaubt hätte und als die alte Hexe zögerlich den Kopf schüttelte, schallte ihr ein einfaches „Deshalb" entgegen.
Harry und die anderen Schüler, mit Ausnahme von Ron und Parvati, die neben ihren roten Gesichtern immer noch mit einem Tinitus zu kämpfen hatten, mussten sich beim Anblick der sich ihnen nun, im Angesicht einer sprachlosen Professorin McGonagall bot, arg zusammenreißen, nicht loszulachen. Allerdings ging es hier aber auch um Molly Weasley und diese Frau wollte keiner wirklich richtig wütend sehen.
Einige Minuten später hatte sich die Lage beruhigt. Molly kam nun zu Harry herüber. Sie erkundigte sich nach seinem Befinden und dem von Hermine und von all den Anderen, die hier im Krankensaal lagen. Sie war halt Mutter durch und durch. Arthur war in der Zwischenzeit bei Neville und auch bei seinem Sohn gewesen und stand nun vor Damions Bett. Er musterte den Jungen genau, erkannte ihn wieder und sah sich dann im Raum um. Dort bemerkte er Professor Styls und dieser stellte sich auch gleich vor.
„Nun sie müssen Arthur Weasley sein, stimmt's? Harry und ihre Kinder sprechen oft von ihnen. Nun mein Name ist Stephano Styls und ich bin der diesjährige Lehrer für VgddK."
Bei der Nennung des Faches, zog Rons Vater etwas die Augenbrauen hoch und meinte dann etwas von ‚viel Glück'. Ohne Zweifel spielte er auf den Fluch, der auf dieser Lehrerstelle lag an, doch Professor Styls meinte nur, er würde sich dieser Herausforderung schon stellen.
Harry beobachtete die beiden Männer und sah dann, dass Molly sich mit Ginny unterhielt. Rons Schwester schien das Thema der Unterhaltung aber nicht ganz so zuzusagen und die Tatsache, dass sich die Ältere von Beiden immer wieder mal zu Damion umdrehte ließ Harry ahnen, worum es ging. Schließlich stand Molly auf und trat ans Bett des Braunhaarigen. Sie musterte Damion ausgiebig und begann danach zu glücklich zu lächeln.
Harry fiel aus irgendeinem Grunde ein Stein vom Herzen und seine Freude wurde erst ein wenig getrübt, als Rons Vater, der Damion ja schon mal in den Ferien gesehen hatte, seine Frau fragte, was mit ihr sei. Molly schaute nun zwischen dem Jungen vor sich und ihrer Tochter noch mal hin und her und meinte daraufhin, dass Arthur manchmal so schwer von Begriff sei und sich einfach keine Namen merken könne, denn wenn es so wäre, dann hätte er bemerkt, dass er sich die letzten Minuten mit seinem Vielleicht- Mal- Schwiegersohn und dessen Vater unterhalten hatte.
Kaum verstand Arthur was seine Frau da gerade gesagt hatte, da wurde sein Blick auch schon ernster und er trat wieder etwas näher an Damions Bett heran. Dies schien dem Gryffindor allerdings überhaupt nicht zu behagen, denn er sank unmerklich in seinem Bett zusammen. Das Gespräch, welches nun im Allgemeinen folgen würde, blieb Damion allerdings erspart, denn zu seiner Rettung wurde im nächsten Moment die Türen zum Krankensaal sehr schwungvoll geöffnet und drei Uniformierte kamen herein. Einen von ihnen erkannte Harry sofort wieder, denn es war Basil Gardigan von der Abteilung für magische Geschöpfe und er war mit Sicherheit wegen Ron hier.
„Guten Morgen, Basil", begrüßte Mr. Weasley, Damion erst einmal vergessend, seinen Ministeriumskollegen und der Zauberer nickte zurück. Dann aber kümmerte er sich um seine Arbeit und ging zusammen mit Poppy zu Rons Bett und die Heilerin zog die Vorhänge zu. Danach hörte man noch, wie Basil Parvati bat, ebenfalls kurz außerhalb des Vorhangs zu warten und mit einem „Silencio" verstummte dann jedes Geräusch hinter dem Sichtschutz.
Erkennend, dass er nichts weiter erfahren würde, was seinen besten Freund betraf, blickte Harry zu den beiden anderen Ministeriumsbeamten hinüber. Es waren zum einen ein etwas älterer Mann mit leicht ergrautem Haar und auch einem kleinen Bierbauch und ein noch relativ junger Mann, der ebenfalls wie sein Begleiter eine Aurorenuniform trug. Allerdings hatte der Jüngere einige Abzeichen mehr am Kragen und dies überraschte Harry schon ein wenig, bedeutete es doch, dass er einen höheren Rang bekleidete. Die beiden Auroren traten schließlich an Damion Bett heran und Professor Styls stellte sich alarmiert neben seinen Sohn.
„Damion McKenzie?", fragte der Ältere.
„Ähm, ja", erwiderte Damion und sah unsicher zwischen den Beiden hin und her.
„Mein Name ist Waslow. Sie waren gestern am Kampf um Hogsmeade beteiligt, zu dem ich ihnen nun einige Fragen stellen möchte. Doch bevor ich dazu komme möchte ihnen..."
„Möchten wir wissen, was sie sich erdreisten, den Todesfluch zu benutzen. Haben sie eine Ahnung, was nun auf sie zukommt? Schon mal was von Askaban gehört?"
Alle im Raum stöhnten laut auf, als sie die Worte des jüngeren Auroren hörten, der seinem Kollegen über den Mund gefahren war. Damion sah ihn geschockt an und blickte dann hilfesuchend zu seinem Vater. Dieser schien aber zu überlegen und so war es daher der ältere Auror, der nun wieder das Wort ergriff. Er funkelte dabei den Jüngeren leicht böse an und fuhr fort. „Nun Mr. McKenzie, dazu kommen wir später, denn was ich eigentlich sagen wollte war, dass ich ihnen im Namen von mehreren Auroren und auch meiner Person danken will. Zweien meiner Kollegen, die ich auch außerberuflich sehr schätze haben sie direkt das Leben gerettet und von Fünfen gilt der Dank nicht nur ihnen, sondern auch ihren Freunden hier, denn es handelt sich dabei um die Väter einiger Hogwartsschüler."
Damion spürte, dass sich sein Körper ein wenig entkrampfte und er nickte dem älteren Zauberer dankbar zu. Dann aber sagte jüngere Auror, dem diese Gefühlsduselei scheinbar gegen den Strich ging, mit schneidender Stimme, „Ja, ja, das ist ja alles schön und gut, aber er hat auch gegen das Gesetzt verstoßen und allein deshalb sind wir hier."
Aufgrund der Art wie man Damion hier behandelte, fühlte Harry eine zunehmende Abneigung gegen diesen Spinner. Auch fragte er sich, was die ganze Sache hier sollte. Spielten sie vielleicht guter Cop, böser Cop? Doch dafür schien es Auror Waslow mehr als nur zu missfallen, wie sich sein Kollege benahm. Andererseits kuschte er aber auch und daher vermutete Harry, dass der Alte die Begriffe ‚Rang' und ‚Vorgesetzter' sehr gut kannte und der jüngere Auror womöglich einer von Scrimgeours Lakaien war und in seiner Karriere auch über Leichen ging.
Vom Verhalten der beiden Männer etwas irritiert schritten nun auch Poppy und die Direktorin ein. Die Schulheilerin war hinter dem Vorhang vor Rons Bett hervorgekommen und bat sehr energisch, dass die Herren nicht vergessen sollten, wo sie sich befanden und dass Damion immer noch ihr Patient sei. Das schien jedoch den höherrangigen Auror wenig zu beeindrucken und er drohte Poppy sogar mit Konsequenzen, wenn sie sich weiter einmischte.
Hier war dann der Punkt erreicht, wo Professor McGonagall sich zu Wort meldete. Sie verlangte, dass die beiden Auroren augenblicklich den Raum verlassen und sie mal überlegen sollten, wie absurd doch ihre Anschuldigungen seien. Harry beobachtete die ganze Sache mit zunehmender Spannung in seiner Brust und bemerkte, dass sich der älterer von Beiden den Wünschen der Direktorin beugen wollte, da die alte Hexe vom Auftreten her und der damit einhergehenden Aura der Macht schon einen Schritt in Richtung Dumbledore ging.
Der jüngere Auror, der es bis jetzt nicht einmal für nötig hielt sich vorzustellen wurde hingegen nur noch arroganter und sah die alte Hexe regelrecht von oben herab an. Harry war drauf und dran auch etwas zu sagen, doch wurde er von Hermine zurück gehalten.
Durch diese ungebührliche Behandlung dauerte es auch noch einige Minuten, bis Damion sich in der Lage fühlte, die ersten Fragen zu beantworten. Hauptsächlich sollte er die Geschehnisse aus seiner Sicht schildern und somit hörte Harry auch endlich, was passiert war, nachdem er, Ron und die Mädchen in Richtung Schloss gelaufen waren. Allerdings unterbrach sein Freund seine Ausführungen als er bemerkte, wie sich der jüngere, dieses Verhör nun führende Auror etwas nach vorn beugte und plötzlich Damions Waffe unter dem Bett hervor zog.
„Vorsicht, Vicky ist gefährlich", sagte Damion alarmiert, da ihm nicht gefiel, was er sah und auch Professor Styls schickte sich an, dem Auror den scharfen Metallstreifen aus der Hand zu nehmen. Und während sich Harry noch darüber wunderte wie sein Kumpel seine Waffe genannt hatte, begutachtete er das Gerät nunmehr genauer. Im ersten Moment bestand sie wirklich nur aus einer Art Streifen glänzenden Metalls, in das man noch einige Verzierungen eingearbeitet hatte. Doch dann bemerkte Harry an der Stelle wo der Auror sie angefasst hatte einen Knopf, der mit mehreren Saphiren besetzt war. Und eben jener Knopf verhieß nichts Gutes, zumal sich der Finger des arroganten Spinners immer weiter darauf zu bewegte.
„Manchester, nein! Tun sie es nicht!" Rief sein Kollege ihm zu und auch Damion schrie laut „Nein!" Doch es war zu spät. In seiner Überheblichkeit betätigte er trotzdem den Knopf und dem Harry bekannt vorkommendem Klappgeräusch folgte ein lautes schmerzliches Stöhnen aus dem Munde von Auror Waslow, der sich im nächsten Moment beide Arme, die eben noch in Richtung Manchester zeigten an die Brust drückte. Überall spritzte Blut hin und jeder im Raum schaute entsetzt auf den älteren Mann. Einzig Poppy schien sich schnell wieder zu fangen und schwang mit einer Mischung aus Wut und Schockiertheit ihren Zauberstab.
Harry hörte mehrere Zaubersprüche, die er nicht zuordnen konnte, doch sah er, wie sich ein blaues Licht aus der Spitze des Stabes auf Waslow zu bewegte und dann kurz vor ihm teilte. Die eine Hälfte des Leuchtens legte sich wie ein Schleier um den Körper des Mannes, während die Andere in Richtung Boden fiel und dort etwas umschloss, was der Gryffindor nur mühsam erkennen konnte. Doch als er dies schließlich tat, war Harry fast soweit, sich zu übergeben, denn auf dem steinernen Boden und in einer riesigen Blutlache lagen die Hände des Auroren.
Voller Entsetzten sah Harry auf die abgetrennten Gliedmaßen und dann wanderte sein Blick fassungslos durch den Raum. Dabei erkannte er, dass wohl jeder seiner Freunde geschockt war und nur die Erwachsenen halbwegs zu einer Handlung fähig waren. Harry sah, wie Professor Styls Manchester die Waffe abnahm und ihn auf einen Stuhl zwang und dass sich Poppy und die Direktorin um den verletzten Auror kümmerten. Dabei warfen sie immer wieder wütende Beschimpfungen durch den Raum, welche Harry aus den Mündern dieser beiden Hexen nie vermutet hätte.
Kurz darauf wurde sein Blick auf die Heilerin und ihren Patienten, der immer wieder flehend fragte, ob sie das wieder hinbekommen würde, verdeckt. Ein weißer Vorhang wurde von Mr. Weasley um die drei Erwachsenen und Damion mit seinem Vater gezogen und nachdem dies geschehen war, fragte Arthur die Mädchen und auch Harry und Neville, ob es ihnen gut ging. Noch leicht unter Schock nickten die Meisten und um ein wenig von der Sache abzulenken, rief Mrs. Weasley nach einem Hauselfen. Dieser sollte erst einmal etwas zu Essen bringen und auch den Tee nicht vergessen.
Zwanzig Minuten später hatten es die Schüler dann auch geschafft, etwas herunterzuwürgen, doch so wirklich richtig genießen konnte keiner das doch eigentlich immer leckere Frühstück hier in Hogwarts. Viel zu neugierig schauten alle auf den weißen Vorhang und bei jeder Bewegung horchten sie auf. Doch es waren lediglich Professor Styls oder die Direktorin, welche ab und zu herauskamen, um einige leise Worte mit Arthur Weasley zu wechseln. Dabei machten sie allerdings jedes Mal einen sehr besorgten Eindruck und dies hob die Stimmung der Schüler nicht unbedingt.
Die Zeit verging und vereinzelt, wie zum Beispiel Ginny oder Neville, waren Einige der Jungen und Mädchen wieder eingeschlafen. Molly sah dies mit einem erleichterten Blick und trat schließlich ans Bett von Harry. Dieser lag mittlerweile wieder allein und wartete darauf, was Rons Mum von ihm wollte. Letztendlich ging es ihr aber darum zu erfahren, was nun wirklich mit ihrem Sohn geschehen war. Harry erzählte ihr die Geschichte und nach einigen anfänglichen Schluchzern beruhigte sich die sonst so resolute Hexe und Erleichterung breitete sich in ihrem Gesicht aus. Harry glaubte sogar die Worte „kleiner Held" und „wahre Liebe" zu hören, doch ging dies im nächsten Moment unter, da Basil Gardigan, den die Meisten ganz und gar vergessen hatten, den Vorhang um Rons Bett wieder wegzog, die Zauber aufhob und mit einem freudigen Lächeln zu Molly meinte, dass alles in Ordnung sei und dass manchmal ein Fluch und ein Segen sehr eng beieinander lagen.
Ohne Zweifel sprach Arthurs Kollege dabei den Vampirvirus an und so langsam dämmerte es Harry auch, dass sein Freund wahrscheinlich nicht nur blind aus Liebe heraus gehandelt hatte. Molly hingegen nickte Basil dankbar zu und bemerkte im nächsten Moment, dass der Zauberer erkannte, dass irgendetwas Anderes hier im Raum nicht stimmte. Er fragte nach Poppy und Arthur erklärte ihm in kurzen Worten, was in den letzten Minuten geschehen war. Was dann jedoch geschah, dass hätte Harry niemals vermutet, denn Mr. Gardigan, den Harry eigentlich als ruhigen Ministeriumsbeamten, der nur in Ruhe seine Arbeit machen wollte gesehen hatte, ging plötzlich auf den Sichtschutz um Poppy zu und zog ihn etwas auf.
Alles was Harry dann noch, außer den empörten Worten der Schulheilerin hörte, war die leicht wütend gestellte Frage, ob es wahr sei und als er die Antwort darauf hatte, kam keine förmlich Bitte, nein, eher ein Befehl, das die Direktorin ihm eine Flohverbindung zum Ministerium herstellen sollte. Harry fragte sich, was dies sollte und sah, wie eine leicht überrascht wirkende Minerva McGonagall hinter dem Vorhang hervor trat und Basil Gardigan zum Kamin an der Wand neben dem Eingang führte. Dort entfachte sie ein Feuer und warf etwas hinein, das ihr Mr. Gardigan in die Hand gedrückte hatte und von dem man annehmen konnte, dass es Flohpulver war. Allerdings schimmerten die Flammen plötzlich blau und Mr. Gardigan schien auch gar nicht erst seinen Bestimmungsort zu rufen, als er ins Feuer sprang.
„Sicherheitsreisepulver", meinte Mr. Weasley auf die fragenden Blicke der Schüler hin. „Man muss das Ziel nicht nennen, sondern sich darauf konzentrieren. Ich vermute, er ist direkt in die höher abgesicherten Bereiche des Ministerium gefloht."
Harry sah verblüfft auf den Kamin und dann wieder zu Mr. Weasley der leise vor sich hin sprach und Vermutungen anstellte, was wohl gleich geschehen könnte. Die Antwort darauf ließ auch nicht lange auf sich warten, denn der Kamin färbte sich wieder blau und mehrere Personen betraten den Krankensaal. Harry erkannte Basil Gardigan, mehrere Uniformierte und Hestia Jones, die Harry während seiner rasanten Überführung zum Grimmauldplatz im fünften Schuljahr schon einmal getroffen hatte. Sein Bauch verkrampfte sich, da er annahm, dass es um seinen Kumpel nun alles andere als gut bestellt war, denn schließlich wusste Harry, dass diese Hexe, wenn auch Mitglied des Ordens nun die Stelle der ermordeten Amelia Bones inne hatte und es handelten sich bei den Verletzungen von Auror Waslow um wirklich schwere Körperverletzungen und die Waffe gehörte nun mal Damion.
Um so überraschter war der Gryffindor, als die Auroren hinter dem Vorhang verschwanden, es einen kurzen Moment laut wurde und zwei Minuten später Auror Manchester in magischen Ketten aus dem Raum geführt wurde. Wenn man nun behaupten würde, die Beobachter wären geschockt gewesen, wäre dies eine starke Untertreibung.
„Was ist denn nun los?", fragte Harry laut in den Raum und weckte dadurch Hermine. Dies wurde von Molly mit einem bösen Blick belohnt und Harry schaute etwas unwohl nach unten.
„Dies soll nicht deine Sorge sein Harry." Hörte er plötzlich Hestia Jones sagen, als sie hinter dem Vorhang hervortrat und die Direktorin bat, sie in ihr Büro zu führen. Begleitet wurde sie dabei von Professor Styls und den restlichen Besuchern, die man zum Orden zählte. Einzig Mr. Weasley blieb noch kurz zurück und half Poppy dabei, Auror Waslow einen Pyjama anzuziehen.
Als dann alle Besucher gegangen waren, verabreichte Madame Pomfrey noch jedem, der bis dato noch die Augen offen hatte einen Schlaftrank und so bekam Harry nur noch schwer mit, wie Rons Vater zu Poppy meinte, dass Basil Gardigan neben seiner Stelle im Ministerium auch für die innere Abteilung arbeitete und solche Leute, die meinten, dass eine Beförderung am Besten durch das Rektum des Ministers möglich war, gefressen habe. Dann wurde es dunkel um Harry und er glitt in einen sanften Schlaf.
