Na Leuter's,
ich sehe, es geht doch. Und weil ihr so lieb ward, kommt auch gleicht das nächste Cap, bei dem ich euch viel Spaß wünsche.
Nun aber noch kurz zu Slay Corals Bitte. Nein, es bleibt bei einem Mal die Woche. Und weißt du wieso ? Weil ich beim SdG den Fehler gemacht habe, lieber zu Posten, als die Kapitel noch mal zu überdenken und sie dadurch eine Zeit lang an Tiefe oder Inhalt verloren hatten. Außerdem, braucht auch mein Beta eine gewisse Zeit zum Arbeiten und so können wir beide uns Allles ein wenig besser einteilen. Ich hoffe du verstehst das. Und an alle anderen der Hinweis, ich bemühe mich den Turnus einzuhalten, doch Arbeit geht vor. Also nicht lynchen, wenn mal länger dauert. Dafür gibt's ja Sniggers.
Kapitel 41
Harry stand im Becken des Vertrauensschülerbades und sah Hermine träumerisch hinterher. Er konnte immer noch nicht fassen, was er eben erlebt hatte, zumal es am frühen Abend noch so aussah, als hätte er den größten Fehler seines Lebens gemacht. Doch jetzt? Jetzt war er hier mit Hermine im Bad und sah seine Freundin engelsgleich über den weißen Marmorboden gleiten.
Harry hing mit seinem Blick förmlich an ihren schlanken Beinen und den sich ihnen anschließenden, verlockenden Pobacken. Als Hermine dann auch noch langsam das Handtuch aufhob und Harry plötzlich einen kurzen Moment einen Einblick in das sonst so von den Beinen Verborgene hatte, war es um ihn und seinen Lendenbereich geschehen. Unaufhaltsam sammelte sich das Blut wieder in seinem besten Stück. Jedenfalls bis zu dem Moment, wo sich Hermine umdrehte und panisch seinen Namen rief.
Sofort riss es Harry aus seinem Traum und ohne einen Blick auf die Quelle des anderen Schreies, der noch viel lauter durch den Raum hallte zu achten, hastete er zum Beckenrand. Dort stütze er sich hoch und sprang aus dem Pool. Allerdings hatte er nicht mit dem glitschigen Boden gerechnet und so machte er keine zwei Sekunden später Bekanntschaft mit extrem hartem, unnachgiebigem Marmor. Laut schlug er auf und ein stechender Schmerz durchzog seinen Knöchel.
Hermine ließ das Handtuch fallen und stürzte zu ihren Freund. Sie kniete sich nieder und fragte panisch, „Harry, ist alles OK. Sag doch was..." Doch alles was der Gryffindor zustande brachte, war seine Zähne schmerzhaft aufeinander zu pressen. Dann hielt er sich seinen Knöchel und schaute sich danach zum Becken um. Was er allerdings dort erblickte, ließ ihn das Blut in den Adern gefrieren. Der ganze Pool schien zu kochen. Überall stiegen Dampf auf und das Wasser brodelte.
„Oh mein Gott", sagte Harry und schaute fassungslos in den Raum. Dann allerdings sah er auch die Quelle des anderen Schreies und ohne weiter darüber nachzudenken, schnellte sein Arm hoch und er rief „Accio Myrthe". Hermine schaute überrascht in die Richtung, in die Harry deutete und sah, wie sich aus dem Wasserdampf etwas ablöste. Es waren erst nur wage Umrisse, doch dann konnte man immer besser die Silhouette des weiblichen Geistes sehen. Harry wollte gar nicht daran denken, seit wann Myrthe wohl im Raum war. Nein, viel zu geschockt blickte er auf das leblos wirkenden, schlapp in der Luft hängende Gespenst.
„Harry, was ist mit ihr? Ist sie tot?", fragte Hermine besorgt und sah zu Harry, der plötzlich snapegleich die Augenbraue hoch zog. „Natürlich ist sie tot, Hermine. Bloß sag ihr das nicht ins Gesicht, wenn sie wieder wach ist."
Bevor Hermine ihrem Freund aber eine passende Antwort geben konnte, schossen durch die Wand zwei andere Geister. Es waren der dicke Mönch aus Huffelpuff und Sir Nicolas. Beide starrten auf Myrthe und Entsetzten stand ihnen im Gesicht. Dann aber schien es so, als würde sich in die Blässe fast ein wenig Rot mischen und die beiden Gespenster wandten ihre Blick ab.
„Ms... Ms. Granger bitte bedecken sie sich", forderte der Geist von Sir Nicolas und den beiden Gryffindors wurde bewusst, in welchem Zustand sie hier im Raum hockten. Sofort wurde Hermine knallrot und hastete zu ihrem Umhang. Harry wollte ihr es nachtun, doch sein Knöchel erinnerte ihn daran, dass er eben erst aus dem Becken gesprungen war. Voller Schmerz stöhnte er auf und sowohl Hermine, als auch die Geister machten sofort Anstallten, Harry zu helfen.
Im Endeffekt kam es dann so, dass der fette Mönche sich um Myrthe kümmerte, Hermine Harry seinen Umhang überlegte und Sir Nicolas durch eine Wand verschwand, um Hilfe zu holen. Diese kam dann auch in Form von Poppy und der Direktorin. Beide machten aber keinen sehr glücklichen Eindruck und Harry bereitete sich schon auf eine Standpauke vor. Die blieb aber aus, als McGonagalls Blick auf das kochende Wasser fiel und mit fast erstickter Stimme fragte sie, „Mr. Potter, waren sie in diesem Becken?"
„Nein"
„Ja"
Die Antworten der beiden Schüler verwirrten die alte Hexe dann doch ein wenig und Hermine, die mittlerweile ihre Sachen wieder anhatte, versuchte zu erklären.
„Es war wohl eher so, Professor, dass das Wasser am Anfang noch ganz normal war. Und als mir Harry herausgeholfen hatte und... "
„Sie waren zusammen im Wasser?", fragte McGonagall und wurde im nächsten Moment fast ebenso verlegen über ihre Feststellung, wie die beiden Schüler, die es betraf. Harry und Hermine wechselten mehrere Blicke und Harry sagte leise „ja." Ihm war klar, dass die Direktorin dies nicht so stehen lassen konnte. Doch vorerst hatte der Gryffindor andere Sorgen. Zum einen kümmerte sich Poppy ein wenig zu sehr um seinen Knöchel, was nicht gerade angenehm war und hätte den Jungen am liebsten in den Krankenflügel geschafft. Zum anderen konnte Harry immer noch nicht begreifen, was da geschehen war und inwiefern dies auch für Myrthe galt.
Professor McGonagall schaute immer noch auf das Wasserbecken und wandte sich dann entschlossen an den fetten Mönch. Sie bat ihn, Professor Flittwick zu holen. Der kleine quirlige Lehrer für Zauberkunst könnte ihr bestimmt sagen, was für ein Zauber hier gewirkt hatte und ob man ihn brechen konnte, denn die Hitze im Raum wurde langsam unerträglich. Sie wollte sich auch gar nicht ausdenken, was hätte passieren können, wenn man es nicht bemerkt hätte. Das Vertrauensschülerbad war nun erst mal auf alle Fälle gesperrt.
Dann kam ihr Harry in den Sinn. was hätte ihm und Hermine geschehen können. Sofort schoss ihr die Idee eines Anschlages durch den Kopf. Sie sah über Poppys Schulter direkt in das Gesicht ihres Schülers und wollte ihn dazu etwas fragen,Ddh Harry hatte sich wahrscheinlich in den letzten Minuten selbst ähnliche Fragen gestellt und meinte, dass Ron der Einzige war, dem er gesagt hatte, wohin er geht. Und dass sein Freund in diesem Fall über jeden Zweifel erhaben war, dass konnte man in Harrys Augen eindeutig lesen.
Eine viertel Stunde später war Harrys Fuß versorgt und auch Professor Flittwick war im Bad eingetroffen. Die Direktorin erklärte in kurzen Worten, was geschehen war und Filius wirkte mehrere Analysezauber auf das Wasserbecken, welches nun allerdings den Anschein machte, sich wieder abzukühlen. Zu einem Ergebnis kam der kleine quirlige Zauberer jedoch nicht und meinte sogar, dass hier überhaupt nicht gezaubert wurde, jedenfalls mit keinem ihm bekannten Fluch und so und dass die Magie des Schlosses eine solchen Zauber schon aus Sicherheitsgründen verhindert hätte. Dann wandte er sich an den fetten Mönch, der wieder bei der maulenden Myrthe stand und bat, dass er sich kurz zurückzog.
Das nächste, was Harry hörte, waren Worte, die nicht der menschlichen Sprache entsprangen. Harry vermutete, dass es Koboldlaute waren und die Silhouette von Myrthe begann in einem blauen Licht zu erstrahlen. Das ganze Schauspiel dauerte mehrere Minuten und als Professor Flittwick fertig war, schlich sich ein Lächeln auf sein Gesicht. Harry spürte, wie ihm ein Stein vom Herzen fiel.
„Nun Direktorin, unserer Myrthe geht es bald wieder gut. Sie ist nur... wie sollte ich es ausdrücken? ... Sie ist ohnmächtig. Wahrscheinlich war die Hitze doch zu viel für sie, denn auch wenn es die Meisten nicht wissen oder begreifen wollen, so haben auch Geister ein gewisses Maß an Gefühlen und verspüren manchmal auch Schmerzen. Einzig dass sie nicht mehr sterben können bleibt unbestritten. Doch ich weiß aus Erfahrung, das ausgerechnet dieses Gespenst hier das Falsche ist, um über den Tod zu reden."
Beim letzten Satz mussten alle im Raum ein wenig schmunzeln und so lockerte sich die Stimmung auch ein wenig auf. Man vermutete, dass Myrthe bald wieder erwachen würde und bat den Mönch und Sir Nicolas daher, sich um sie zu kümmern. Die Gespenster nickten und schwebten mit Myrthe im Schlepptau durch die Wand. Was jetzt noch blieb, so sah es die Direktorin, war über ihre Schüler zu Gericht zu ziehen. Allerdings war McGonagall wohl eher froh, dass den Beiden nichts passiert war und daher verlor Gryffindor lediglich zwanzig Punkte.
Harry atmete erleichtert auf und versuchte dann aufzustehen. Poppy sah sich das zwar mit Argusaugen an, ließ die beiden Schülern dann aber ziehen. Die Direktorin erwartete aber, dass Hermine Harry nur noch ins Bett brachte und dann sofort in ihr eigenes ging. Die Gryffindors konnten nicht anders, als rot zu werden und machten, dass sie aus dem Bad herauskamen.
Ron saß auf seinem Bett und hielt in seinen Händen die Karte des Rumtreibers. Er konnte einfach nicht einschlafen. Sei es, weil ihm Parvati, die oben im Mädchenschlafsaal lag fehlte, oder weil er sich Sorgen machte. Diese galten insbesondere seinen beiden Freunden, deren Punkte zwar für eine ganze Zeit eng zusammen im Umriss des Pools zusammenstanden, dann aber plötzlich von Poppys und dem der Direktorin ergänzt wurden.
Für Ron war klar, dass Harry und Hermine erwischt worden waren und erwartete nun darauf, dass die Zwei wie ein Paar begossener Pudel in den Gryffindorturm kamen. Dies geschah dann auch kurz darauf und mit einem leichten Grinsen wartete Ron, dass die Tür aufging. Allerdings erstarb das Grinsen als er sah, dass Harry humpelte. Sofort sprang er auf. Und nicht nur er, nein auch Dean und Neville, die ebenfalls noch wach waren, eilten ihrem Freund zu Hilfe.
„Mensch Harry, was ist passiert?", fragte Ron aufgeregt und bekam als Antwort, „Ist ´ne lange Geschichte." Daraufhin geleiteten die Jungs Harry erst mal zum Bett und schienen dann darauf zu warten, die lange Geschichte auch zu hören. Vorher verabschiedete sich allerdings Hermine noch mit einem langen Kuss und rief damit eine Catcalls hervor.
Kaum allein im Raum erzählte Harry den Anderen vom kochenden Wasser und bemerkte, wie seine Freunde blass wurden. Einzig Ron hob leicht die Augenbraue und bedeutete Harry, dass dies doch nicht alles sein konnte. Er hob zur Unterstützung die Karte hoch und Harry wurde etwas rot. Er schüttelte leicht den Kopf und Ron verstand, dass er dies nicht mit den anderen Teilen wollte. Schließlich wussten sie ja nur, dass Hermine ihn hier her gebracht hatte.
Kurz darauf hieß es dann aber wirklich ab ins Bett und Harry zog sich seinen Umhang aus. Den Schlafanzug ließ er heute mal weg und so kroch er, wie er war, unter die Decke. Allerdings konnte er nicht gleich einschlafen, denn die Sache mit dem Wasser beschäftigte ihn schon noch. Dann plötzlich wurde auch noch sein Vorhang bewegt und Ron kletterte ins Bett.
„Und Harry? Alles wieder in Ordnung bei euch?", fragte sein Kumpel und Harry lächelte. „Natürlich Ron. Oder glaubst du, wir hätten sonst so lange zusammen gestanden?"
„Und ihr hab es im Pool..."
„Ja... nein. Ach es ist nicht so, wie du denkst", verschluckte sich Harry über die direkte Art seines Freundes und wurde wieder mal rot.
„Wie denn?", fragte Ron mit einem hinterlistigen Grinsen und Harry versuchte ein wenig herum zu drucksen. Schließlich gab Ron auf, auch wenn ihm Harry noch erzählte, dass sie ganz so weit, wie Ron es dachte, noch nicht waren. Doch der Rest sollte sein Geheimnis bleiben und mit ein paar netten Worten komplimentierte er seinen Kumpel aus seinem Bett. Dann zog Harry die Decke über den Kopf und wenige Minuten später glitt er in einen angenehmen Schlaf, dessen Träume sehr stark von einem gewissen, braunhaarigen Mädchen handelten.
Am nächsten Morgen wurde erst einmal ausgiebig ausgeschlafen. Es war schließlich Samstag und somit standen zwei volle Unterrichtsfreie Tage an. So wurde es dann auch fast Zehn, als Harry die ersten Geräusche im Schlafsaal vernahm. Er hörte Neville und Dean sich unterhalten und auch Ron stimmte freudig in das Gespräch mit ein. Allerdings verstummten seine Freunde kurz darauf und Harry glaubte sogar Deans Stimme als mädchenhaftes Quieken, gefolgt von ein paar hastigen Bewegungen, zu erkennen.
Etwas beunruhigt setzte sich Harry auf und tastete nach dem Vorhang seines Bettes. Langsam suchte er den Saum des schweren roten Stoffes und wollte den Raum näher erkunden, da wurde der Vorhang auch schon aufgerissen und ein Paar roter Lippen drückte sich auf seinen Mund.
„Morgen Harry", sagte Hermine und lächelte ihren Freund an. „Morgen Schatz", erwiderte Harry leicht überrumpelt. Dabei schoss es ihm durch den Kopf, dass diese Form des Weckens doch gar nicht so schlecht sei. Dann allerdings bemerkte er Hermines immer roter werdendes Gesicht. Er folgte dem Blick seiner Freundin und mit einer Mischung aus Verlegenheit und Verwegenheit grinste er. Ihm war doch tatsächlich entfallen, dass er die letzte Nacht nichts angezogen hatte und somit die dezent wippende Nachwirkung der herminischen Träume zu sehen war. Allerdings waren zu viele Fremdpersonen im Raum, als dass er seiner Freundin irgendetwas gestatten konnte, außer rot zu werden. Rasch warf er seine Decke über und bat Hermine dann, kurz draußen zu warten. Der Lockenkopf grinste, küsste Harry kurz und ließ dann von ihm ab. Sie machte sich auf den Weg zur Tür.
„Na denn Jungs, bis gleich beim Frühstück", sagte sie. „Ach und Dean, nette Shorts und gutes Innenleben."
Mit diesen Worten verschwand Hermine aus dem Jungensaal und Ron und Neville begannen zu lachen. Dabei deuteten sie auf Dean, der nun knallrot dastand und an sich herunter schaute. Der Grund dafür waren aber nicht nur seine Unterhosen, die irgendwelche Comicfiguren beim Fußball zeigten, sondern auch die Spitze seines besten Stückes, welche die Welt durch die Knopfleiste erkundete.
Das Frühstück wurde am Gryffindorturm eine entspannte Sache und auch der Rest des Wochenendes sollte in ruhigen Bahnen verlaufen. Harry nutzte dies um sich auszukurieren, denn Professor Styls hatte angekündigt, dass ab Montag, spätestens aber ab Dienstag, einige Veränderungen auf ihn und seine Freunde zukämen. Die Gryffindors sahen dem aber gelassen und nicht übermäßig interessiert entgegen. Immerhin war das Wetter noch sehr annehmbar und so konnte man es sich auch noch auf den Ländereien gut gehen lassen.
Schon am Montagmorgen spürte Harry, dass irgendetwas in der Luft lag und zwar außer dem Duft des Kaffees und der frischen Brötchen. Fast jeder Schüler, zumindest die der oberen Klassen, schien aufgeregt zu sein und der Gryffindor kam sich ein wenig dumm vor, da die Anderen offensichtlich etwas wussten und er nicht. Doch auch ein fragender Blick zu Hermine konnte dem keine Abhilfe schaffen und so machte sich Harry erst einmal über das leckere Frühstück her. Sollten die Dinge die da kamen es halt tun und ihn überraschen.
Dies geschah dann auch in Form von Professor Styls, der an den Gryffindortisch heran trat und in seinen Händen einen Stapel Pergament hielt. Es waren Stundenpläne, neue Stundenpläne um genauer zu sein und dies verwirrte Harry ein wenig. Begierig nahmen die Siebenklässler ihrem Hauslehrer seine Last ab und ein jeder war gespannt, was es wohl damit auf sich hatte.
Styls hingegen gab keine weiteren Hinweise und machte sich zurück auf den Weg zum Lehrertisch. Die nächsten Minuten wurden die Stundenpläne studiert und man erkannte, dass einige Stunden gekürzt, andere aber hinzugekommen waren. Speziell hieß das, Verteidigung wurde ausgedehnt und Wahrsagen oder Kräuterkunde oder Astronomie mussten Einschnitte hinnehmen. Die größte Besonderheit bestand aber in zwei Unterrichtsstunden je Woche, die auf dem Plan mit einem großen „E" und dem Namen „Styls" prangte und nicht verrieten, um was es dort eigentlich ging.
Harry sah fragend zum Lehrertisch und sah, wie Styls ihm zulächelte. Dann ging Harrys Blick zu Hermine und er fragte seine Freundin, ob sie diese ominösen Stunden auch hatte. Der Lockenkopf nickte, meinte aber, dass bei ihr Professor McGonagall als Lehrerin vermerkt war. Eine Tatsache, die Hermine ein breites Lächeln aufs Gesicht zauberte, war die Direktorin ja bekanntlich ihre Lieblingslehrerin. Da aber auch kein Anderer so richtig wusste, was das E bedeutete, hieß es vorläufig, sich überraschen zu lassen und zwar bis nach dem Mittagessen.
Der Unterricht bei Professor Styls, der erste für den heutigen Tag, hieß VgddK und wie Harry es schon wusste, sollten sie sich eigentlich mit dem Duellieren beschäftigen. Der Professor hatte nämlich erwähnt, dass dies wohl ein elementarer Bestandteil der praktischen Abschlussprüfung sei. Doch schon zu Beginn der Stunde waren wohl die Gedanken der Schüler eher bei den ominösen neuen Stundenplänen. Den Lehrer aber zu fragen, das traute sich niemand so wirklich.
Vielleicht lag es aber auch an der extrem guten Laune von Styls und das der Professor auch noch vor sich hinsummte, machte vor allem die Mädchen fast verrückt. Schließlich fasste sich Lavender ein Herz und sprach Damions Vater an.
„Professor, sie scheinen ja heute wirklich gut drauf zu sein?"
„Oh ja, Ms. Brown", erwiderte Styls mit einem breiten Grinsen.
„Und wie kommt das? Ist denn was geschehen? Und wo waren sie denn das ganze Wochenende? Ich glaube, ich habe sie seit Freitag nicht mehr gesehen." Lavender schien nun über den Punkt drüber zu sein, wo man sich selber fragte, ob solche Fragen nicht respektlos waren. Styls schien ihr dies aber nicht übel zu nehmen und grinste noch breiter.
„Oh, das haben sie bemerkt, Ms. Brown? Nun denn, ich habe mich das ganze Wochenende erholt und war auf Martinique."
„KLATSCH", Harrys Buch fiel geräuschvoll zu Boden und er starrte zu Styls. Der Lehrer grinste aber nur weiter und widmete sich Lavender die nun unbeirrt weiter redete.
„Oh, wirklich Professor? Meine Mutter liebt diese Insel. Sie fährt fast jedes Jahr dorthin und ich glaube sogar, dass sie meinen Vater an einen dieser Strände kennen gelernt hat."
Harry war froh, dass Styls ihn nicht weiter beachtete und er so sein Buch wieder aufheben konnte. Allerdings bedachte ihn Hermine mit einem fragenden Blick, doch Harry konnte nur murmeln, „Es ist nichts." Was ihm allerdings entging, war der Blick von Damion, der Harry nun abschätzend musterte. Dann ging der Blick des Gryffindors zum Lehrertisch vor und seine goldenen Augen begannen leicht zu glimmen.
Der neue Unterricht am Nachmittag sollte im Klassenzimmer für Verwandlungen stattfinden und zu Harrys Erstaunen fanden sich lediglich Gryffindor- Jungen vor der Tür ein. Styls bat sie alle einzutreten und das Grinsen vom Vormittag schien sein Gesicht noch nicht wieder verlassen zu haben. Offenbar gefiel es Damions Vater, der auch seinem Sohne nichts verraten zu haben schien, dass seine Schüler vor Neugier fast starben.
Harry hingegen hatte ein viel größeres Problem und zwar seit dem Mittagessen. Er hatte nämlich den Fehler gemacht, sich die Worte von Professor Styls noch mal ins Gedächtnis zu rufen und dies als Damions Vater und Professor Stormfire gerade beim Essen waren. Seit dem bekam er die obstrusesten Bilder der zwei Erwachsenen und wie sie sich am Strand vergnügten nicht mehr aus dem Kopf. Und genau das musste er schaffen, sonst würde zumindest der nächste Unterricht bei Stormy eine Katastrophe werden. An die Okklumentikstunden wollte Harry noch nicht einmal denken.
„So meine Lieben. Wir haben uns heute zu eurem neuen Unterricht eingefunden und meine erste Frage an euch lautet. Für was steht wohl das E im Stundenplan?"
Harry schreckte hoch und sowohl er als auch seine Freunde schauten sich an und ließen die verschiedensten Mutmaßungen verlauten. Einzig Damion hielt sich etwas zurück und versuchte anhand der Zimmerausstattung einen Hinweis zu finden. Schließlich hatte er wohl was entdeckt und Harry sah, wie sich die Miene seines Kumpels veränderte. Er schaute seinen Vater plötzlich entgeistert an und fragte, „Das ist nicht euer Ernst?"
Professor Styls lachte nun amüsiert in den Raum und erwiderte, „Doch mein Lieber. Ihr seid unsere Abschlussklasse und Albus Dumbledore meinte, dass dies hier ebenso wichtig ist, wie ein guter Schockzauber."
Harry reichte es und er fuhr auf. „Könnten wir denn auch mal erleuchtete werden?" Styls grinste und wandte sich an seine Schüler.
„Natürlich Harry, warum sollte man euch auch nicht verraten, womit ihr euch die nächsten Wochen beschäftigt, denn das große „E" steht ganz salopp für Etikette."
„Etikette", kam es kollektiv aus allen Mündern und Styls begann zu erklären. „Seht her Jungs. Neben all den Zaubern und hilfreichen Gegenzaubern, die wir euch hier in Hogwarts lehren, ist es auch die Aufgabe dieser Schule, euch auf das spätere Leben vorzubereiten. Und dazu gehört auch der richtige Umgang mit der Gesellschaft. Nicht Wenige von euch werden später mit allerlei Behörden, alten Familien und auch höhergestellten Persönlichkeiten zu tun haben. Und damit ihr da nicht jedes Fettnäpfchen mitnehmt, werde ich euch in den Stunden bis Ostern, ein wenig Umgangsformen beibringen."
„Und danach?", fragte Harry, dem es gar nicht gefiel, dann wieder einen neuen Stundenplan zu bekommen.
„Danach Harry? Nun, danach heißt es für euch, in die Prüfungsvorbereitung zu gehen. Doch bis dahin haben wir noch eine Menge zu tun."
„Ähm Professor?", fragte Neville dazwischen. „Warum sind die Mädchen nicht mit bei uns im Unterricht?"
„Weil unsere holde Weiblichkeit in ihren Stunden ein paar andere Sachen lernen wird." Erwiderte Styls und wollte sich dem nächsten Punkt zuwenden. Allerdings gab sich Neville mit der Antwort nicht ganz zufrieden und fragte, was dies denn für Sachen seien. Doch schon während sein Freund die Frage stellte, bemerkte Harry an Styls Gesicht, dass Neville diese Frage irgendwie bereuen würde. Damions Vater begann plötzlich zu grinsen und sagte, „Nun Mr. Longbottem, sie lernen bei Professor McGonagall ausgiebig wie man einen netten, jungen Mann aus gutem Hause verführt, richtig harten, schmutzigen Sex praktiziert und das Letzte aus ihm heraus holt."
Im nächsten Moment war der Raum erfüllt eindeutigen Hustgeräuschen, die man machte, wenn man sich verschluckte. Und in diesem Fall hatte es wohl jeden Schüler hier erwischt. Einzig Styls lachte los und hielt sich beim Anblick der Gesichter den Bauch. Dann aber fing er sich wieder und meinte, „Spaß beiseite Mr. Longbottem. Die Mädchen lernen ebenfalls wie man sich bei gewissen Anlässen verhält und dann wird ihnen die Direktorin eine Menge Tipps und Zauber beibringen, die wohl in die Sparte der Haushaltshilfen gehören."
Harry, der sich wieder ein wenig gefangen hatte, horchte auf und ihm wurde klar, dass er nie bemerkt hatte, dass sie im Unterricht wirklich noch keinen Zauber durchgenommen hatten, für die Molly so bekannt war. Jetzt wurde ihm auch bewusst wieso. Professor Styls hingegen bat die Klasse nach dieser Erklärung sich erst einmal zu setzten.
„So Jungs, kommen wir zum ersten Thema unseres Unterrichtes. Und hier bin ich sogar froh, dass die Mädchen nicht anwesend sind. Somit könnt ihr eure Freundinnen vielleicht ein wenig überraschen, denn der Weihnachtsball ist ja nicht mehr lange hin."
Harry überlegt, was Professor Styls wohl mit ihnen vorhatte und seine Augen wurden immer größer, als dieser zu erklären begann.
„Eine der wichtigsten Dinge, die ein Zauberer, der in der höheren Gesellschaft verkehrt und bei zahlreichen Bällen und Banketten anwesend sein will, lernen sollte, ist das Tanzen."
Ein allgemeines Stöhnen ging durch den Raum, denn wenn sich die Jungs, wie Ron, Dean und Harry, an ihr viertes Schuljahr zurück erinnerten, dann wussten sie alle, dass dies damals ein Fiasko war. Einzig Blaise Zabini verzog keine Miene und meinte spitz, „Nun, dass Potter nicht tanzen kann, ist ja hinlänglich bekannt."
„Schnauze Zabini", fuhr Harry auf und fragte sich, was der Exslytherin sich nur einbildete. Professor Styls ging aber sofort dazwischen.
„Stopp ihr zwei. Ich möchte hier keinen Streit. Und sie Mr. Zabini, sie sollten sich nicht zu weit hinaus lehnen. Oder möchten sie uns allen ein Beispiel ihrer persönlichen Tanzkunst darbieten?"
Da der Schwarzhaarige aber immer noch zu Harry herüber schaute und scheinbar nicht voll auf Styls fixiert war, ging der Professor noch einen Schritt weiter. Er meinte plötzlich, dass dies wohl die beste Idee sei und unter dem Lachen der anderen Schüler, schaffte er ein wenig mehr Platz mit seinem Zauberstab. „Nun Mr. Zabini, dann wollen wir mal. Stellen sie sich vor, ich wäre... hmm... ich wäre Ms. Parkinson und wir beide stehen auf der Tanzfläche umringt von tausenden Zauberern, die nur ihren Tanz sehen wollen"
Anhand von Zabinis Gesicht konnte man erkennen, dass der Gedanke an Pansy nicht unbedingt erotisch Träume bei ihm weckte. Styls schien den Namen aber auch nur gewählt zu haben, um Blaise ein wenig aufzuziehen. Er strich sich nämlich gleich im nächsten Moment nachdenklich seinen nicht vorhandenen Bart und meinte dann, „Also nicht Ms. Parkinson? Nun dann bin ich halt ... hmm ... halt Ms. Chantal Long."
Bei der Erwähnung dieses Namens, er gehörte einer Ravenclaw, veränderte sich das Gesicht des ehemaligen Slytherins jedoch schlagartig und Harry glaubte sogar einen leichten Rotschimmer zu erkennen. Sofort schlich sich ein Lächeln auf sein Gesicht, denn scheinbar war genau dieses Mädchen von besonderem Interesse für Blaise. Doch Harry wurde aus seinen Gedanken gerissen, als leise Musik erklang und die beiden Männer, wenn auch fürs Auge etwas gewöhnungsbedürftig, anfingen zu tanzen. Das Ganze dauerte mehrere Minuten und rief neben einem gewissen Erstauen auch eine Menge Schmunzeln hervor. Als dann jedoch die Musik wieder verstummte, verbeugte sich Professor Styls und wandte sich an die Klasse.
„Also ich muss sagen, ich bin angenehm überrascht. Mr. Zabini hat nicht gelogen was seine Tanzkünste angeht. Und ich denk..."
„Natürlich kann ich tanzen. Ich bin schließlich ein Reinblüter." Versuchte sich der Junge zu verteidigen und abzulenken, hatte aber bei seiner Wortwahl nicht unbedingt das richtige Publikum. Besonders Harry passte sie nicht und er fuhr seinen Mitschüler an.
„Zabini, du sollst endlich mit diesem Shit aufhören. Wieso glaubten denn alle, die nicht mit Muggeln verkehren, dass sie besser sind als..."
„Stop Harry", rief Professor Styls überraschenderweise dazwischen. „So gern ich dir im Bezug auf das Thema Reinblütigkeit recht geben würde, muss ich dieses Mal Mr. Zabini in Schutz nehmen."
„Was?", schoss es aus Harry heraus.
„Ja Harry. Bitte versuch mich ausreden zu lassen und auch zu verstehen... es ist einfach so. Oder zumindest gilt dies für einen sehr großen Teil der reinblütigen Zauberer. Wie du dir sicher vorstellen kannst, kommt es besonders in diesen Familien zu einer sehr traditionellen Einstellung und so werden viele der Familiensprösslinge mit den verschiedensten Arten kulturellen Zusammenlebens in Kontakt gebracht."
Harry brauchte einige Sekunden, um zu verstehen was sein Lehrer meinte. Schließlich war Ron auch Mitglied einer alten, reinblütigen Familie und konnte trotzdem nicht wirklich tanzen. Doch schon im nächsten Moment widerlegte er in Gedanken diese Theorie, denn die Weasleys mochten zwar sehr alt sein, die Zugehörigkeit zu etwaigen Kreisen, in denen Familien wie die Malfoys oder die Zabinis verkehrten, die hatte man ihnen aber schon seit langer Zeit aberkannt.
„Auch Harry, hat es was mit der Tatsache zu tun, dass die Reinblüter oft, oder fast nur untereinander heiraten. Und da dies bei der stetig abnehmenden Zahl so orientierter Familien sehr schwierig wird, ist halt jedes Oberhaupt darauf bedacht, dass seine Nachkommen den besten Eindruck für die zukünftigen Partner machen."
Harry schaute von Ron, über Styls und Damion, hin zu Zabini, welcher der Aussage des Professors zustimmend nickte. Damions Vater meinte daraufhin weiter, dass sie sich aus genau diesem Grunde heute hier, in diesem Unterricht befanden. Und um Harry noch ein bisschen mehr zu überzeugen, vermutete er sogar, dass, wenn Harrys Eltern noch leben würden, - und er wollte hierbei Harry wirklich nicht mutwillig an ihren Tod erinnern, - dass dann sogar er selbst schon weitaus mehr kulturellen Unterricht gehabt haben würde. Schließlich war James Potter auch ein reinblütiger Zauberer, der die Traditionen achtete, selbst wenn er nicht die verdrehten Ideale von Voldemort und seinen Todessern vertrat.
Harry schaute seinen Lehrer ein wenig geschockt an und auch die anderen Schüler blieben still, was dem Raum eine leicht bedrückende Stimmung verlieh. Professor Styls war sich sicher, dass dies nicht so bleiben konnte und meinte daraufhin lächelnd zu Blaise, „Und Mr. Zabini, wenn ich mir ihre Kenntnisse im Bezug auf das Tanzen ansehe, vermute ich, dass sie auch noch andere Talente haben. Eines wird sich wohl in der Tatsache äußern, dass sie vielleicht irgendein Instrument spielen können?"
Alle Schüler horchten auf und sahen, wie Blaise immer roter im Gesicht wurde. Styls stellte sich nun neben ihn und fragte ermutigend, ob er denn Recht habe. Der ehemalige Slytherin zögerte zwar kurz, doch dann kam es fast mit flüsterndem Ton, „Ja, ich kann ein wenig Violine spielen."
Sofort prusteten einige der Gryffindors los. Es handelte sich hierbei aber ausschließlich um diejenigen Zauberer, die von ihrer Herkunft her mindestens einen nichtmagischen Elternteil hatten. Selbst Harry konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und war umso überraschter, als Damion plötzlich aufstand und Blaise seinen Arm unterstützend auf die Schulter legte. Dann schaute er leicht angesäuert zu seinen Klassenkameraden und meinte, „Ich weiß gar nicht, warum ihr lacht. Ein Instrument zu spielen ist überhaupt nicht einfach und selbst ich habe ein lange Zeit gebraucht um einigermaßen mit dem Klavier zu Recht zu kommen."
Auf diese Aussage hin verstummten alle und sahen ihren Kumpel an, als hätte er zwei Köpfe. Harry war wohl am meisten überrascht. Denn nachdem er gesehen hatte, wie begeistert Damion auf dem See gesurft war, konnte er sich ihn gar nicht an einem Klavier vorstellen. Sein Blick ging kurz zu Damions Vater und er bemerkte den stolzen Gesichtsausdruck des Mannes. Der Gryffindor konnte ja nicht ahnen, wie sehr sich Damion früher immer vor seinen Stunden gesträubt hatte und seinen Freunden in Australien gegenüber auch niemals ein Wort darüber verlauten hat lassen.
Fünf Minuten später hatten sich Alle ein wenig beruhigt und wohl jeder Junge hier im Raum hatte verstanden, worum es in diesem Unterricht gehen sollte. Besonders Neville schien sich auf das Tanzen zu freuen, doch das wusste Harry ja schon aus ihrem vierten Jahr. Am Ende der Stunde bat Professor Styls noch mal alle um ihre Aufmerksamkeit.
„Eine Sache gibt es da aber noch, die ihr wissen solltet. Eure Klasse ist die einzigste, die allein aus Schülern eines Hauses besteht. Huffelpuff wurde sogar wegen der hohen Jungenanzahl aufgeteilt und wird jeweils mit Slytherin und Ravenclaw unterrichtete."
„Echt?", fragte Harry und Professor Styls begann geheimnisvoll zu grinsen.
„Ja Harry, echt. Doch der Grund liegt nicht nur bei der Schüleranzahl. Nein, es geht auch darum, dass ihr oder besser gesagt diejenigen, die es wollen, noch ein wenig mehr lernen werdet. Hauptsächlich wird dies der Umgang mir dem Schwert oder einer anderen Hieb oder Stichwaffe sein. Ich meine, ihr alle wart doch mal Mitglieder der DA und wisst, wie wichtig eine gute Verteidigung ist."
Auf diese Aussage hin schauten sich die Jungen gegenseitig an und nach einigen kurzen Fragen wurde beschlossen, dass ein Jeder den zusätzlichen Unterricht in Anspruch nehmen würde. Auch beschloss man, den anderen Häusern nichts davon zu sagen. Besonders Slytherin wollte man da außen vor lassen und Harry hoffte, dass Blaise dies verstand. Der Schwarzhaarige schien kurz zu überlegen und versprach, seinem früheren Haus nichts zu verraten. Kurz darauf wurde die Stunde für beendet erklärt und mit Sicherheit würde man am Nachmittag noch einige Sachen besprechen.
TBC
15
