Na denn Leuter´s ,

geht's halt nach einer kurzen Pause mal wieder weiter. Ich wünsch euch viel Spaß und lege euch ans Herz mir zu sagen, was ihr denkt. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass alle mit der Story so zufrieden sind. Und ihr wisst ja, ohne Kritik und oder auch Lob, kann es keine Veränderungen geben.

Bis bald Mr. Figgs

Kapitel 43

„Oh mein Gott Ron", rief Harry und sprang vom Sofa auf. „Ist was passiert? Sind es deine Eltern? Ginny?"

Hermine versuchte Harry ein wenig zurück zu halten, damit sich ihr Freund erst einmal hinsetzen konnte. Allerdings fiel Beiden auf, dass der Rothaarige bei der Nennung von Ginnys Namen merklich zusammengezuckt war und dies ließ bei ihnen ein ungutes Gefühl im Bauch aufsteigen. Sie sahen daher zu Parvati und bemerkten, dass das indische Mädchen zwar auch einen für sie ungewöhnlichen Gesichtsausdruck, darüber hinaus aber auch einen überaus starken Rotschimmer hatte.

„Nun sag schon Parvati, ist was mit Ginny?" Forderte Hermine ihre Freundin auf und Rons Liebste begann stockend. „Nun Hermine... es ist ein wenig...", - Parvati hörte kurz auf, als mehrere Viertklässler vorbei gingen – „... kompliziert. Ich und Ron, wir beide... wollten... ähm wollten vor dem Essen noch... na ja, ihr wisst schon... ein wenig Zeit verbringen."

„Und weiter?", hakte Harry lächelnd nach, da seine Neugier geweckt war. Allerdings brachte dies Parvati noch mehr ins stocken und somit warf ihm Hermine einen bösen Blick zu.

„Nun Harry, wir wollten uns im Besenschrank im dritten Stock verstecken und... na ja dazu ist es aber nicht gekommen, weil... weil der Schrank war schon belegt."

„Belegt?", fragten Hermine und Harry zeitgleich.

„Ähm ja", erwiderte Parvati, „und zwar von... von... ach ich habe es nicht wirklich gesehen. Oder zumindest nicht alle beiden Akteure. Doch was ich sah, und Ron umso deutlicher war, dass Ginny, oder zumindest ihr rotes Haar nicht auf Augenhöhe mit dem ihres Partners war und sie mehr oder weniger kniete... und na ja mit dem Mund..."

„Sie hat Damion also einen geblasen." Stellte Harry mehr so für sich sachlich fest und riss damit Ron aus seiner Starre. Der Rothaarige war sofort wach und baute sich vor seinem besten Freund auf.

„HARRY POTTER, ich möchte nie wieder hören, dass du so etwas über meine kleine Schwester sagst."

„Aber..."

„MEINE Ginny ist ein anständiges Mädchen und macht so was nicht. Sie... sie..."

Der Rothaarige schien sich richtig in Rage zu reden und Harry, obwohl er die Sache ein wenig lustig fand, zuckte merklich zurück. Irgendwie schien Ron nicht aus seiner Haut zu können und es bedurfte mehrerer Versuche von Parvati, die nun, da die Sache doch im ganzen Gemeinschaftsraum bekannt geworden war, immer verlegener wurde, ihren Freund zu beruhigen.

Dabei half es auch nicht, dass Ginny und Damion just in diesem Moment im Zimmer erschienen und die Rothaarige fragte, worüber sich Ron denn so aufregte. Harrys bester Freund ließ plötzlich von ihm ab und stürmte in Richtung Schlafsaal. Auf dem Weg dorthin bedachte er seine Schwester allerdings noch mit einem bittebösen Blick und von dem, den er Damion zuwarf, wollen wir lieber gar nicht sprechen.

„Ähm nun Ginny, Ron meinte... er meinte..." begann Harry verlegen und es war Hermine, die dann übernahm. „Ach, Ron ist nur immer noch ein großes Kind und will manche Dinge nicht einsehen."

„Was für Dinge, Hermine?", hakte Ginny nach und Harry war überrascht, dass seine Freundin so cool bleiben konnte. Hermine meinte nämlich mit einem Lächeln, „Ach du weißt doch, Beziehungssachen und ob manche Sachen einen was angehen und so."

Dies schien Rons Schwester aber nur noch mehr zu verwirren und ihr Blick ging daher zu Parvati. Wahrscheinlich dachte sie, dass die Beiden sich gezofft hatten und so überraschte sie der nächste Satz von Harrys Liebsten. „Ach übrigens Ginny, du hast da was am Mundwinkel."

‚Was soll das denn?', dachte Harry, da diese Feststellung ja nun wirklich nicht hier her passte. Ginny jedoch war ein Mädchen und daher zog sie, im Gegensatz zu einem Jungen, der jetzt einfach mit dem Ärmel übers Gesicht gegangen wäre, einen kleinen Handspiegel hervor.

„Ähm Hermine, aber da ist doch gar nichts." Erwiderte Rons Schwester leicht pikiert, nach genauem Betrachten ihres Spiegelbildes.

„Stimmt Ginny, da ist nichts." Kam es kurz, jedoch in einem sehr lehrerhaften Ton von ihrer Freundin. „Aber es hätte sein können, wenn man bedenkt, bei was unser armer Ron eben unfreiwilliger Zeuge geworden ist."

Der ganze Gryffindor- Gemeinschaftsraum war im nächsten Moment mucksmäuschenstill und jeder sah zu Ginny. Diese schien aber noch einige Sekunden zu brauchen, um es zu verstehen. Dann aber glaubte Harry, seiner Ex platzte der Kopf. Knallrot lief sie an und begann zu stottern. „Oh Gott nein. Hermine sag mir... bitte sag mir... dass... dass er es nicht..."

Ginny schien im Boden versinken zu wollen und sah panisch Jeden im Raum an. Da die Meisten aber schon grinsten und viele nickten, schien sie im nächsten Moment der Ohnmacht nahe. Als letzte Hoffnung sah sie zu Damion, der bisher geschwiegen hatte und der Rothaarigen auch irgendwie abwesen in den Turm gefolgt war, doch ihr Freund schien keine wirkliche Hilfe zu sein. Nein, der Blick von Styls Sohn schien der Welt noch entrückt und alles was er zustande brachte, war ein selig-dämliches Grinsen.

Ginnys Mine verdunkelte sich daraufhin. Sie boxte ihm hart auf den Ellenbogen und ein leises „Idiot" war zu vernehmen. Dann sah sie zu Harry und Hermine und meinte, sie müsste hinter ihrem Bruder her und mit ihm reden. Harry fragte sich allerdings, ob dies eine wirklich gute Idee war und sah die Gryffindor zweifeln an. Hier war nun der Punkt erreicht, wo sich Damion einmischte und sagte, „Nein Ginny, du gehst nicht. Das ist wohl meine Aufgabe und ich denke, es wird Zeit, dass ich mit deinem Bruder einige Dinge klar stelle."

Mit einem entschlossenen Gesicht sah Styls Sohn noch mal Alle an, straffte seine Schultern und verschwand in Richtung Schlafsaal. Harry fragte sich innerlich jedoch, ob diese Idee nicht noch blöder war, als die, welche Ginny hatte. Doch um dies zu erfahren musste man abwarten, sei es nun auf eine bedrückende Stille aus dem Schlafsaal oder auf eine wütende Madame Pomfrey, die in selbigen gerufen wurde.

Da sich aber nichts von beidem tat kehrte Ruhe in den Gemeinschafstraum ein und die meisten Schüler kümmerten sich wieder um ihre ursprünglichen Angelegenheiten. Harry und Hermine hingegen sahen Ginny und Parvati an. Letztere war in den zurückliegenden Minuten doch sehr ruhig geworden und Harry hoffte, dass mit ihr alles stimmte. Hermine auf der anderen Seite schockte ihren Freund, als sie Ginny fragte, wie es sich denn anfühlte und noch viel wichtiger, warum sie es getan hat.

Harry, der merkte, dass er nun zwischen drei Mädchen stand, die sich benahmen, als wären sie oben in ihrem Schlafsaal, fielen fast die Augen raus. Zum einen, weil seine Freundin dies hier und überhaupt nicht leise fragte und dann weil die Gryffindor dabei nicht mal rot wurde. Etwas, dass nicht mal Ginny, die sich eigentlich, seit sie mit Damion zusammen war um hundertachtzig Grad gedreht hatte, schaffte. Allerdings errang Rons Schwester schnell ihre Fassung wieder und antwortete. „Also Hermine, wie es sich anfühlt, dass kann ich, will ich dir nicht beschreiben. Doch das Warum ist einfach. Es war so zu sagen die Belohnung für Damions Durchhalten bei seiner Strafarbeit."

„Durchhalten? Strafarbeit?" Hermine schien nicht ganz folgen zu können. Harry hingegen schon, denn schließlich war er ja auch jeden Abend in den letzten zwei Wochen dabei gewesen, als sie mit in den verbotenen Wald mussten, um bestimmte Kräuter und Wurzeln zu sammeln. Es war fast wie bei Snape gewesen. Aber nur fast, denn Professor Styls hatte sich jedes Mal tierisch gefreut, wenn sie wieder etwas aus einem schleimigen Tümpel gezogen oder von einem dornigen Strauch geschnitten hatten. Letztendlich kamen diese Dinge aber Damions Medizin zugute und somit machten sie die Strafarbeit nicht wirklich mit Widerwillen. Einzig dass Professor Styls sich nicht die Hände schmutzig machen musste, sondern er und Damion schien von ihrem Professor als Strafe gedacht zu sein.

„Aber Ginny, wieso war das da eben denn nun eine Belohnung gewesen?", fragte Hermine, zumal ihr Harry schon kurz nach ihrer ersten Strafstunde geschildert hatte, was sie tun mussten.

„Ganz einfach, Hermine. Damion mag zwar manchmal die große Klappe haben, viel von dunklen Künsten wissen und sich auch gern mal ein paar Werwölfen und Todessern stellen, doch er hat auch eine Gemeinsamkeit mit meinem Bruder und dies ist seine Abscheu vor Spinnen."

Harry sah, wie sich Hermines Mundwinkel zu einem Grinsen bogen und lächelte selbst ein wenig. Schließlich hatte er mit eigenen Augen gesehen, dass sein Kumpel, als ihm ein sehr schönes Exemplar der Arachnoiden über die Hand gelaufen war, schreien konnte, dass eine Zweitklässlerin vor Neid erblassen würde.

„OK", meinte Hermine, „dann muss ja die Suche im Wald eine Qual für ihn gewesen sein. Doch denkst du nicht, dass du ein wenig übertrieben hast? Ich meine... du weißt schon... mit dem Mund und in einem Besenschrank. Und was ist mit Harry. Er musste schließlich die gleiche Strafarbeit über sich ergehen lassen?"

Ginnys Augenbrauen zuckte plötzlich und dies gefiel Harry gar nicht. Bevor er aber Rons Schwester abhalten konnte, sagte sie zu Hermine. „ Ho ho Hermine. Das mag ja sein. Aber ich finde, dass dies bei Harry doch zu weit gehen würde. Das solltest doch lieber du überneh..."

Ginny brach mitten im Satz ab, da es so aussah, als würden ihre beiden Freunde vor Scham in Ohnmacht fallen. Irgendwie konnte sie sich aber auch nicht zurückhalten. Glücklicherweise war aber in dem Moment, wo sie es gesagt hatte, ein Zweitklässler aufgesprungen und hatte alarmierend bekannt gegeben, dass es Zeit fürs Abendessen war. Daher machten sich Harry und Hermine schnell aus dem Staub und Ginny und Parvati grinsten beiden hinterher.

In der Großen Halle herrschte reges Treiben, da sich die Hauselfen heute scheinbar selbst übertroffen hatten. Jeder Schüler lobte das Essen mehr als sonst und schlug erbarmungslos zu. Nun ja, fast jeder Schüler, denn zwei fehlten noch bis kurz vor Ende des Abendmahles. Es waren Ron und Damion und beide Gryffindors versuchten gleich nach ihrem Eintreten so schnell wie nur möglich und ohne viel Aufhebens zu ihren Plätzen zu gelangen. Allerdings sollte dies gar nicht so einfach sein, denn jeder von Harrys Freunden hatte ein nicht zu übersehendes Mal im Gesicht. Oder besser gesagt ums Auge herum.

Harry musste grinsen, als er dies sah, stoppte aber, da sich plötzlich Professor Styls und die Direktorin auf sie zu bewegten. Letztere schien besonders Damion und Ron zu mustern und mit strenger Stimme fragte sie. „Mr. McKenzie, was ist mit ihrem Auge passiert?"

Damion schaute locker auf als sei nichts und antwortete ohne zu zögern. „Ach, nichts Ernstes Professor. Ist wahrscheinlich nur eine allergische Reaktion."

McGonagall sah ihren Schüler überrascht und leicht zweifelnd an und ihr Blick ging dann zu Ron. „Und sie Mr. Weasley? Auch eine allergische Reaktion?" Der Rothaarige stockte etwas und sah Hilfe suchend in die Runde. Dann aber bemerkte Harry, wie sein bester Freund Damion angrinste und zur Direktorin nickte. McGonagalls Augen wurden etwas enger und sie musterte nun beide Jungen umso genauer.

„Und was, meine Herren, hat diese Reaktion an ihren Augen ausgelöst? Ich denke nicht, dass mir solche Symptome aus dem medizinischem Bereich schon mal begegnet sind."

Harry war nun gespannt, wie sich seine Kumpel da wieder heraus manövrieren wollten. Sein Blick ging auch zu Professor Styls, doch der schien schwer mit sich zu kämpfen, um nicht mehr als nur ein ausdrucksloses Gesicht zu machen. Irgendwie, so fand es Harry, war sein Lehrer kurz davor in brüllendes Lachen auszubrechen.

„Oh Professor", sagte Damion als wäre es ganz normal, „ Es ist nichts Schlimmes. Ich hatte dieses Symptom schon mal in Australien. Ist etwas länger her. Damals ging es aber um mein linkes und nicht um mein rechtes Auge und Auslöser hierfür war der Kontakt mit... ähm... humanus pugneus."

McGonagall sah Damion überrascht an, wich ein wenig zurück und schien zu überlegen. Dann nickte sie aber und meinte, dass sich die Beiden trotzdem nach dem Essen noch bei Poppy melden sollten. Harry auf der anderen Seite war über den Verlauf der Sache überrascht und überlegte krampfhaft, was Damion mit dieser lateinischen Bezeichnung meinte. Er sah zu Hermine und bemerkte, dass seine Freundin Styls Sohn einen bösen Blick zuwarf. Dies konnte nichts Gutes bedeuten und ließ bei Harry die Alarmglocken läuten. Sein Kopf schnell herum und sein Blick traf auf den von Professor Styls, der immer mehr mit sich zu kämpfen schien, ähnlich wie einige Schüler an anderen Tischen.

Damion und Ron hingegen schienen die Sache abgehakt zu haben und machten sich über das Essen her. Sie beachteten dabei aber ungewöhnlicherweise keinen am Tisch und waren auch sonst sehr ruhig. Es kam Harry fast so vor, als warteten sie auf irgendetwas. Und so war es auch, denn plötzlich durchdrang die Stimme der Direktorin die Halle wie ein Donnerschlag.

„MR.MCKENZIE"

Die Direktorin hatte sich eigentlich wieder in Richtung Lehrertisch begeben, doch Harry spürte während er sie dabei beobachtete, dass die alte Hexe immer noch krampfhaft nachdachte. Nun schien sie eine Lösung gefunden zu haben, denn sie war plötzlich stehen geblieben, hatte sich umgedreht und funkelte ihre Schüler zornig an. Natürlich war sofort die ganze Halle hellhörig und nur noch auf den Gryffindortisch konzentriert.

„Humanus pugneus heißt übersetzt soviel wie die menschliche Faust. Bedeutet dies, dass sie sich geprügelt haben?"

Mit erwartungsvoller Mine, die Arme mollyhaft in die Hüften gestemmt und zusammengepressten Lippen sah die Direktorin die zwei Jungen an. Beide wurden schlagartig rot und sackten auf ihren Stühlen leicht zusammen. Und wieder war es Damion, der die Gelegenheit ergriff und sie verteidigte.

„Natürlich nicht Professor. Eine Prügelei wäre doch total unzivilisiert. Nein, wir haben nur was untereinander geklärt, dass in den persönlichen Bereich hineingeht und ich hoffe, dass sie als erfahrene Lehrerin, die nun schon über Jahrzehnte hinweg Schülern den richtigen Weg gezeigt haben, dies verstehen. Natürlich sieht dies hier für sie mit all ihrer Erfahrung vielleicht so au..."

„Schweigen sie, Mr. McKenzie. Sie brauchen hier gar nicht zu versuchen, mir Honig um den Mund zu schmieren. Sie sind nicht James Potter oder ihr...", - Harry, der beim Namen seines Vaters hellhörig geworden war sah, dass sich die alte Hexe zu Styls umdrehte. Dabei bemerkte sie den Zustand ihres Kollegen und ihre Augen funkelten noch mehr. – „ ... ihr Vater."

Damion hielt sofort den Mund und sah schuldig in Richtung der Direktorin. Diese hatte aber nun ihren Blick nur noch auf Professor Styls gerichtete und dieser kämpfte von Sekunde zu Sekunde stärker mit sich. Schließlich drehte der Mann sogar seinen Kopf zur Seite, da er dem Blick seiner Vorgesetzten kaum noch standhielt.

„Stephano Styls sieh mich an, wenn ich mit dir rede...", rief McGonagall wie eine Mutter, die ihren Sohn zusammenstauchte. „ Du hast dich in all den Jahren nicht geändert, nicht einen Deut und dein Sohn wird genauso."

Die ganze Halle sah nun interessiert und bis zum Äußersten gespannt auf die drei Personen am Gryffindortisch. Ron hatte sich in der Zwischenzeit immer weiter zurück gelehnt und Harry musste über den Überlebenswillen seines Freundes schmunzeln. Ja, er selbst fragte sich, was sich gerade hier abspielte und mit einem Blick zum Lehrertisch wurde der Gryffindor noch verwirrter. Denn dort, hoch über den Köpfen der Schüler, schienen sich einige der Lehrer köstlich zu amüsieren.

Harry schwante, dass Professor Styls, ähnlich wie man es Harry immer über seinen Vater berichtet hatte, es in der Schule ganz schön faustdick hinter den Ohren gehabt haben musste. Daher verwunderte ihn die nächste Reaktion der Direktorin auch nicht.

„So ist das also. Nun denn, dann ist wohl ein wenig Erziehung von Nöten. Also fünfunddreißig Punkte von Gryffindor. Zehn davon für Mr. Weasley, zehn davon für Mr. McKenzie und zehn Punkte davon gehen auf das Konto eures Hauslehrers."

Augenblicklich verstummte jedes Geräusch und die Halle war erfüllt mit Unglauben. Seit wann zog man einem Hauslehrer Punkte ab? Diese Frage schoss wohl jedem durch den Kopf und man war gespannt auf die Reaktion des Hausvorstehers der Gryffindors. Professor Styls hingegen grinste und nahm mit einem Nicken die Strafe an, als wäre sie eine Belohnung. Daraufhin klatschte der gesamte Lehrertisch und die Direktorin hob resignierend ihre Hände über den Kopf.

„Ich geb's auf bei dir Steph", sagte sie und drehte sich um, worauf die ganze Halle lachte. Einzig Damion schien noch was auf dem Herzen zu haben und fragte, „Aber Professor, ich habe mal schnell zusammengerechnet und komme nur auf dreißig Punkte Abzug."

Die Direktorin drehte sich zurück und sah ihrem Schüler ganz scharf in die Augen. „Das stimmt, Mr. McKenzie. Die restlichen Punkte sind für ihre unterschwelligen Bemerkungen im Bezug auf mein Alter. Ich fühle mich noch lange nicht so alt, dass man meine Biographie in der Bibel erwähnen müsste."

Und während einige der reinblütigen Zauberer nicht wirklich verstanden, was die Direktorin mit der Bibel meinte, versuchten die anderen ein Lächeln zu unterdrücken oder zumindest nicht direkt in Richtung der Direktorin zu blicken. Zehn Minuten später wurde das Abendessen dann endgültig beendet und die Schüler in ihre Häuser geschickt. Dort angekommen wollten Harry und die beiden Mädchen genau wissen, woher die blauen Augen bei Ron und Damion kamen, doch die beiden Jungen schüttelten nur die Köpfe und meinten, dass dies ihre Sache, ihr Geheimnis sei.

Wieder waren einige Tage vergangen und heute stand für Harry die erste Stunde bei Professor Styls an, in der sie sich mit der Elementargeschichte beschäftigen wollten. Bisher hatte ihm Damions Dad nur ein sehr altes Buch gegeben, welches sich mit den Möglichkeiten und der Geschichte der Elementare befasste, oder sie hatten sich intensiver mit dem stablosen Zaubern beschäftigt.

Hierbei, und dies machte Harry sogar ein wenig stolz, hatte er es wirklich langsam raus, wie er seine magischen Kanäle benutzen konnte. Hauptaugenmerk lag auch in den selbigen, denn hier war der Energiefluss noch stärker, als vielleicht in seinen Händen. Doch das bedeutete nicht, dass er hilflos wäre, sollte man ihm die Sicht nehmen. Nein, auch in den anderen Kanälen floss genug Energie. Vermutlich waren die Augen nur so stark, weil man durch sie auch direkten Zugang zum Geist hatte. Jedenfalls meinte Damion so etwas, da er es, im Gegensatz zu Harry, wirklich nur durch seine goldenen Augen schaffte, irgendwelche Zauber zu wirken.

Heute nun stand aber Elementarmagie auf dem Plan und umso überraschter, oder auch nicht, war Harry, als dem Professor Blaise Zabini in den Raum der Wünsche folgte. Der ehemalige Slytherin wirkte aber heute nur halb so selbstsicher, wie er es sonst immer tat. Harry vermutete, dass Blaise wohl lange gebraucht hatte, sich überhaupt seinen, wenn man es so nennen wollte, Dämonen zu stellen. Mehrfach hatte Harry darüber nachgedacht, wie sich der Junge wohl fühlen mochte, wenn man bedachte, dass er sich die Schuld am Zustand seiner Schwester gab.

„Guten Morgen Harry", sagte Professor Styls freundlich und bedeutete beiden Schülern sich zu setzen. Dann ging er mal wieder zum Schrank und holte ein paar Bücher hervor. Allerdings gab er diese nicht an die Jungen weiter, sondern setzte sich einfach nur aufs Sofa und las. Harry sah seinen Professor verständlicherweise etwas überrascht an. Styls schien dies zu bemerken und schaute auf.

„Oh Harry, ich vergaß dir zu erzählen, dass ich lediglich als Beobachter hier bin, denn so wirklich helfen kann ich euch beim Thema Elemente nicht. Ratschläge geben ja, Gefahren versuchen abzuwenden ja, aber direkte Anweisungen und Beschwörungen, nein damit kann ich nicht dienen. Das müsst ihr schon allein herausfinden, obwohl ich hoffe, dass Blaise dir vielleicht ein paar Tipps geben kann."

Diese Offenbarung traf Harry wie ein Schlag. Er schaute zu Blaise und da dieser noch unsicherer wirkte als noch wenige Sekunden davor hieß es wohl, dass der Professor Recht hatte. Dann aber fühlte Harry sich auch ein wenig erleichtert, denn Styls war ehrlich zu ihm und sagte frei heraus, dass er etwas nicht konnte. Daher fand sich Harry damit ab und sah Blaise erwartungsvoll an.

„Ähm... nun... Potter..."

„Wie redegewandt er doch ist..." Harry konnte sich diese Bemerkung einfach nicht verkneifen, da Blaise es einfach nicht schaffte, ihn beim Vornamen zu nennen. Dann aber hielt er dem ehemaligen Slytherin seine rechte Hand hin und sagte, „Harry". Zuerst schaute Blaise ein wenig entsetzt auf die ausgestreckte Hand, blickte dann wieder hoch in die Augen seines Gegenübers, überlegte kurz und ergriff sie.

„Blaise Zabini", sagte er und zwischen den beiden Jungen schien es plötzlich so, als wäre eine Menge geklärt worden, denn von jetzt an wurde die ganze Sache lockerer. Blaise begann von seinen ersten Erlebnissen mit dem Wind zu sprechen und Harry erzählte dem Schwarzhaarigen von den Dingen, die ihm schon mit der Kraft des Feuers passiert waren. Im Endeffekt taten sie heute nicht wirklich etwas Praktisches, doch beide Jungen fingen an zu verstehen. Kurz vor Ende der Stunde meinte Blaise dann zu Harry, „Weißt du Harry, es mag jetzt vielleicht komisch für dich klingen, doch es ist gerade in deinem Fall wichtig, dass du deine Gefühle unter Kontrolle bringst und darüber hinaus verstehst, dass alles was du tust, deine elementaren Zauber, wirklich nur deinem Willen oder Bewusstsein gehorchen."

Harry sah den Jungen mit fragendem Blick an und Blaise, der noch mal tief durchatmete versuchte weiter zu erklären. „Was ich meine ist, dass zum Beispiel die Hitze, die das Badewasser im Vertrauensschülerbad zum kochen gebracht hat, dich nicht verletzt hätte. Ja, ich glaube sogar, nicht mal Gra... Hermine wäre ein Haar gekrümmt worden, da du dies niemals zugelassen hättest. Fakt ist, du kannst durch dein eigenes Feuer gehen und sogar deine Freundin mitnehmen und bei mir verhält es sich ähnlich..."

„Wie ähnlich?", fragte Harry, da er eigentlich der Meinung war, dass Blaise doch ein Luftelementar sei.

„Nun Harry, bei mir ist es so, dass ich zum Beispiel einen Schneesturm erzeugen könnte, ohne dass ich auch nur den Hauch eines Fröstelns auf der Haut spüre."

Harry verstand und nickte. Dann ging sein Blick zu Professor Styls, der ebenfalls neugierig zugehört hatte und Damions Vater lächelte ihm zu. Danach wurde die Stunde für beendet erklärt und Harry, der nun auf dem Weg zu Hermine war, ließ sich das Gehörte noch mal durch den Kopf gehen. Es gab also wieder ein paar neue Sachen zu lernen und Harry war sich sicher, dass er dies auch tun würde.

So vergingen die Tage und Weihnachten und auch der Ball rückten immer näher. Heute nun war Samstag und nach einem sehr reichhaltigen Frühstück wartete Harry leicht angespannt auf die Post. Gringotts hatte ihm geschrieben, dass sie Unterlagen zusenden wollten und daher hatte er Hedwig in die Winkelgasse geschickt. Umso überraschter war er aber, als seine treue Schneeeule ohne Nachricht erschien und nur leicht beleidigt in Richtung der Tür guckte. Harry wandte seinen Blick und bemerkte, dass ein junger Mann im Anzug in der Tür zur Großen Halle erschien.

„Wer mag das sein?", fragte Hermine ihren Freund, da der Fremde zielstrebig zum Gryffindortisch und damit zu Harry kam. „Ich weiß nicht so recht, Hermine." Erwiderte Harry und sah sich den jungen Mann genauer an. Sei Auftreten wirkte sicher und er machte einen sehr gepflegten Eindruck. Und die Tatsache, dass keiner der Lehrer einen Einwand hatte, bestätigte Harry, dass wohl keine Gefahr von ihm ausging.

„Mr. Potter?", fragte der Fremde, obwohl sein kurzer Blick auf die Stirn des Gryffindors verriet, dass er wusste, wer Harry war. Dieser nickte und sah ihn leicht fragend an.

„Mein Name ist Josh Forceth und ich bin ein offizieller Abgesandter der Gringotts Bank."

„Gringotts?", fragte Harry mit überraschter Mine.

„Ja Mr. Potter. Ich wurde zu ihnen gesandt, um ihnen ihre angeforderten Unterlagen zu überbringen..."

„Aber... was ist mit den Eulen?", fragte Harry, der bisher immer durch Hedwig informiert wurde, wenn etwas in seinen Finanzen seiner Aufmerksamkeit bedurfte.

„Nun Mr. Potter, ich hoffe sie verstehen, dass wir in unsicheren Zeiten leben und wir von Gringotts uns absichern müssen. Eulen mögen hilfreich und im Falle ihrer Eule Hedwig auch zuverlässig sein, doch es handelt sich bei dieser Post um wirklich wichtige Dokumente und Urkunden, die einen persönlichen Boten unumgänglich machen."

Harry sah kurz zwischen Hedwig und Mr. Forceth hin und her und nickte verstehend. Dann aber bemerkte der Gryffindor, dass die Augen der gesamten Halle auf ihm lagen und mit einem leichten Rotstich nahm Harry schnell den extrem dicken Umschlag entgegen. Er bedankte sich und quittierte den Empfang und der Gringottsbote machte sich wieder auf den Weg.

„Oh wie ich das hasse", flüsterte Harry zu Hermine, da immer noch Alle auf den braunen Umschlag starrten. Ja, selbst Ron schien vor Neugier zu platzen und Harry konnte seinen Fragen förmlich hören. Daher stand er auf und entschuldigte sich.

„Wo willst du hin, Harry?", fragte Hermine überrascht. Harry sah sie an und sagte, allerdings so, dass es jeder hören konnte, „Ich muss mal zwei Stunden für mich sein, Schatz. Mum und Dad scheinen wirklich geschäftstüchtig gewesen zu sein und da sie dies nun durch VOLDEMORT nicht mehr selbst machen können, fällt es mir zu, die Unterlagen zu prüfen."

Hermine lächelte und küsste Harry noch mal kurz auf den Mund. Dann wandte sie sich ihren Freunden zu und Harry machte sich auf den Weg zum Gryffindorturm. Was nun die anderen Schüler in der Halle anging, so hatten einige verstanden, dass Harry meinte, es ginge sie überhaupt nichts an, was da im Brief stand. Sie schauten ein wenig betreten zu Boden und kümmerten sich danach wieder um ihr Zeug.

„Na Harry, was gefunden?", fragte Damion, der zusammen mit Ron den Gemeinschaftsraum betrat und seinen Kumpel über einer Menge Papiere hocken saß.

„Hm jepp", lächelte Harry und reichte dem Braunhaarigen seinen eben fertig gestellten Brief. Damion las ihn durch und pfiff anerkennend. „Eine wirklich gute Idee, Harry."

„Was meinst du, Damion?", fragte Ron ahnungslos und versuchte aus dem Brief schlau zu werden. „Und was bedeutet das Kürzel HD oben auf dem Briefkopf?"

Harry grinste und nahm den Brief wieder an sich. Er versiegelte ihn und rief Hedwig heran. „Ron, da wirst du schon noch eine Weile warten müssen. Ich sage nur so viel, dass es sich um das Weihnachtsgeschenk für Hermine handelt. Und wenn mir Sirius schon diese Möglichkeit vermacht hat, warum sollte ich sie dann nicht nutzen?"

Jetzt wusste Ron genauso viel wie vorher und bedachte seinen Freund daher mit einer schiefen Grimasse. Doch Harry blieb hart, was bei Damion ein Lachen hervor rief. Allerdings musste Styls Sohn dem Gryffindor versprechen, den Mund zu halten und dieser tat es sehr zum Leidwesen von Ron auch. Der Rest des Wochenendes war dann wohl eher eine ruhige Angelegenheit.

TBC

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