Hey Leuter´s,

mit ein wenig Verspätung (ich schiebs mal auf FF) kommt hier das neue Cap. Ist vielleicht nicht so lang wie sonst aber na ja, hab halt ne Menge zu tun. Und was die Frage nach dem Ende der Story angeht, da kann ich nur sagen, dass dieses noch lange nicht geschrieben ist. Es kommen ja immer wieder neue Ideen dazu und das ist, wenn ich es so sagen darf, auch gut so.

Aber nun viel Spass und wie immer gilt, gebt´s mir.

Euer Mr. Figgs


Kapitel 44

Die Tage vergingen und die meist jüngeren Schüler von Hogwarts zählten schon die Nächte, die sie noch schlafen mussten, bevor sie zum Weihnachtsball durften. Harry konnte es immer noch nicht fassen, dass das Portrait von Albus Dumbledore es geschafft hatte, die Direktorin soweit zu überzeugen, dass sie alle Jahrgänge zum Ball zuließ.

Dementsprechend war die Aufregung im Schloss fast beängstigend. Waren es doch lediglich die Siebenklässler, die mit Ausnahme einiger Sechstklässler wie Ginny, von sich behaupten konnten, überhaupt schon einmal einen Ball in Hogwarts erlebt zu haben. Harry fand, dass jedes einzelne Mädchen im Schloss nur noch Haare, Schminke und die Frage nach dem Ballkleid im Kopf zu haben schien und da Hermine ihren Kameradinnen dabei in nichts nachstand, war der Gryffindor regelrecht froh, dass er durch Blaise und Damion, mit denen er jeweils Elementar- oder auch stablose Magie übte, einigermaßen abgelenkt wurde. Auch bekam er mit einem für seine Freunde geheimnisvollen Brief die Bestätigung für Hermines Überraschung.

Einzig Ron blieb in den letzten Tagen ein wenig auf der Strecke. Doch Harry machte sich darum nicht wirklich Sorgen, denn sein Freund hatte ihn sogar gebeten, ihn in Ruhe zu lassen. Ron fühlte sich nicht sehr wohl, ähnlich wie es Remus monatlich erging, doch Harry wusste von Bill, dass man dieses Unwohlsein in ihren speziellen Fällen mit einer Menge Schlaf wieder in den Griff bekam. Ron war sogar froh, dass es jetzt geschah und nicht unmittelbar zum Weihnachtsball. Dann hätte sich Harrys bester Freund wirklich geärgert, da dies bedeutet hätte, auf seinen Tanz mit Parvati, für den sich der Junge und auch die anderen so angestrengt vorbereitet hatten, zu verzichten.

Allerdings warf der Ball auch seine Schatten voraus. Zumindest hätte man dies so sehen können, wenn man sich gerade jetzt in der Großen Halle befunden hätte. Harry saß mit seinen Freunden schon am Tisch und bemerkte, dass Hermine und die anderen Mädchen die Halle betraten. Hinter ihnen folgte Neville und Harry fiel auf, dass Lunas Freund heute nicht ganz so souverän auftrat, wie er es sonst so in den letzten Monaten getan hatte. Nein, Neville schien sich förmlich zu ducken, sah sich sogar suchend um und setzte sich dann rasch auf seinen Platz.

„Seht mal, was ist denn mit Professor McGonagall passiert?", rief Dean Thomas, riss damit Harry aus seinen Beobachtungen und deutete auf die Tür. Alle Köpfe flogen herum. Harrys auch und er sah, dass die Direktorin auf ihrem Weg zum Lehrertisch leicht humpelte. Was hatte dies zu bedeuteten? War es ein Angriff gewesen? Diese Frage schoss Harry sofort durch den Kopf, da McGonagall durch ihre Katzensinne wohl eher nicht zu Unfällen neigte. Als die alte Hexe dann auch noch einen leicht vernichtenden Blick in Richtung ihres alten Hauses warf, verwirrte dies Harry noch mehr.

„Nun Dean", sagte Hermine mit einer Mischung aus Autorität und unterdrücktem Lachen. „Ich würde sagen Neville ist passiert." Sofort lagen alle Blicke auf dem blonden Gryffindor und er wurde immer kleiner. „Professor McGonagall brauchte nämlich für ihre heutige Stunde mit uns noch einen männlichen Schüler zur Unterstützung und der Einzige, der ihr über den Weg gelaufen ist, war Neville."

„Und was ist passiert?", fragte Damion neugierig. Hermine sah erst zu Neville und dann zu Styls Sohn. „Nun na ja, Neville ist..."

„Ich bin ihr nicht nur über den Weg, sondern als der Tanz schneller wurde, auch über die Füße gelaufen." Mischte sich Neville ein und sein Gesicht sah so aus, als würde es vor Scham platzen.

Harry sah seinen Kumpel mitleidig an, konnte dann aber auch das Lachen nicht mehr zurück halten. Alle am Tisch johlten kurz und Ron klopfte Neville sogar Beifall spendend auf die Schulter. Dies brachte ihm allerdings einen bösen Blick seitens Hermine, und was Harry viel erschreckender fand, auch seitens der Direktorin ein, die just in diesem Moment zum Gryffindortisch geschaut hatte. Ron rutschte fast unter den Tisch, als ihn der Blick der alten Hexe traf und er verhieß nichts Gutes.

Fünf Minuten später beruhigte sich die Lage am Tisch und nur noch einige sehr ausdauernde Sechsklässler versuchten Neville zu ärgern. Harrys Freund meinte daraufhin dass sie die Schnauze halten sollten und zu Harry und Damion sagte er hinter vorgehaltener Hand, dass dies wohl der peinlichste Moment in seinem Leben gewesen war. Daraufhin horchte Damion auf und sein Gesicht umspielte ein teuflisches Grinsen.

„Echt Neville, dein peinlichster Moment? Und ich dachte, dass dieser beim letzten Hogsmeadebesuch zustande kam. Du weißt schon, als dich diese junge Dorfnutte mit deinem Vornamen begrüßt und dann umarmt hat."

Der nächste Moment schien für Neville eine Ewigkeit zu dauern und der Bereich des Gryffindortisches war durchtränkt von einer unangenehmen Stille und... dem Geruch von Kürbissaft. Diesen hatte nämlich Ron, der sich gerade einen kräftigen Schluck gönnte, quer über den Tisch geprustet. Auch Harry hatte was abbekommen und musste erst mal seine Brille reinigen. Dann aber waren seine Augen, genau wie die aller anderen, auf Lunas Freund und nicht nur auf ihm, sondern auf die Ravenclaw selbst gerichtet. Neville schaute unsicher zu ihr und wurde immer roter. Doch diese Röte schien, nachdem Luna in ihrer ureigensten Art gelächelt hatte, nicht mehr nur von seiner Verlegenheit herzurühren. Der Gryffindor baute sich nämlich keine zwei Sekunden später auf und sagte mit fester, fordernder Stimme. „Damion McKenzie, ich habe dir gesagt, dass Andora meine Cousine ist und sie sich gefreut hat, mich zu sehen. Und womit sie sich ihren Lebensunterhalt verdient ist ganz allein ihre Sache."

Nun hatte der Gryffindor allerdings genau das Gegenteil von dem erreicht, was er wollte und die Aufmerksamkeit der gesamten Halle, einschließlich des Lehrertisches auf seiner Seite. Nur die Tatsache, dass die Direktorin noch nicht wieder richtig auftreten konnte bewahrte Neville davor, dass sie zu ihnen herunter kam. Professor McGonagall nickte lediglich Stephano Styls zu, damit sich dieser um den Tumult an seinen Haustisch kümmerte.

Harry sah unterdes immer noch mit weiten Augen auf Neville und seinen Mund verließ ohne dass er es verhindern konnte die Frage, „Ist das wahr?" Dies brachte ihm allerdings den Ellenbogen von Hermine ein und der Gryffindor kuschte leicht unter ihrem Blick. Dass Neville aber plötzlich zu ihm schaute, nickte und dies nun überhaupt nicht mehr verlegen tat, verwirrte Harry noch mehr.

„Ja Harry, sie ist meine Cousine. Doch sie ist keine Dorfnutte, wie Damion es so schön primitiv ausgedrückt hat. Andora sieht ihre Tätigkeit eher als Begleitservice für geschäftstüchtige Zauberer und entgegen der Vorstellungen ihrer Familie, macht sie dies auch gern und irgendwie aus Überzeugung."

Harry konnte förmlich spüren wie er rot wurde und war umso entsetzter, dass Neville das Thema auch nicht wirklich gleich versuchte abzuwürgen. Nein, er schien sogar erst in Fahrt zu kommen und sprach Harry erneut an.

„Oder mal ne andere Frage an dich, Harry. Hast du vielleicht eine Vorstellung davon, wie versnobt die traditionelle Zaubererwelt geworden ist und es daher eine Unmenge an Frauen gibt, die dies anbieten?"

„Versnobt?", fragten nun mehrere Gryffindors, unter ihnen sogar ein paar neugierige Mädchen, worüber Harry sehr überrascht war, dachte er doch, dass die holde Weiblichkeit dieses Thema viel lieber vom Tisch verbannt sehen würde.

„Ja versnobt, Mr. Potter", meldete sich plötzlich die Stimme von Professor Styls. Dieser hatte den Haustisch nun erreicht und dem Gespräch ein wenig zugehört. „Es ist nämlich für einen angesehenen Zauberer in der höheren Gesellschaft in den letzten Jahren unabdingbar geworden, dass er bei Bällen oder kulturellen Anlässen in Begleitung erscheint."

Harry sah den Mann mit weiten Augen an und Styls fuhr fort. „Und auch wenn ich es nicht wirklich verstehe, dass die reinblütigen alten Familien so mittelalterlich denken und meinen, dass wenn ein Zauberer erfolgreich ist und er einen gewissen gesellschaftlich Status erreicht hat, er auch eine Frau an seiner Seite braucht, so finde ich, dass es doch wohl jedem selbst überlassen sein sollte, wie er sein Leben lebt."

Harry sah Styls an und wurde immer verlegener. Er sah zu Hermine, die sich wohl auch gerade so ihre Gedanken machte und fand dann seinen Teller sehr interessant. Professor Styls hingegen schien auf der anderen Seite mit der Ausdrucksweise seines Sohnes so seine Probleme zu haben und so hört Harry, wie sich der Professor nun an Damion wandte.

„So Damion, und nun zu dir. Ich muss sagen, ich bin ein wenig enttäuscht, denn zumindest du solltest nach unserer Zeit in Indien anders über Mädchen und Frauen wie Nevilles Cousine denken."

Harry blickte auf und sah, dass Damion den Kopf leicht beschämt senkte. Dies schien für den Professor aber schon viel zu bedeuten und er fuhr fort, „Und du Neville, also du solltest dich nicht für deine Cousine schä..."

„Aber Professor, das tue ich doch gar nicht. Dori ist halt so und war es schon immer. Und ich komme auch sehr gut mit ihr klar, denn wir haben in so manchen Ferien zusammen schon einiges erlebt..." – Mehrere Gryffindors grinsten, worauf Neville sie anfuhr und meinte, sie sollten doch ihr Gedanken aus der Gosse holen. – „... Ich mag es doch nur nicht, Professor, wenn man sie als Nutte oder so bezeichnet. Ich finde diese Bezeichnung nämlich mehr als nur abwertend. Andora selbst sagt doch von sich, dass sie eher als Begleitservice angesehen werden will und dass ..." –Neville grinste nun ohne den Hauch einer Rötung – „... und dass der Geschäftsabschluss dann meist in der Horizontalen endet, sei ganz und gar ihre Sache."

Professor Styls grinste nun und hob den Daumen. „Besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können, Neville und außerdem klingt diese Antwort, wenn ich es mal so sagen darf, genau nach Andora."

„Du kennst sie?", fragte Damion und alle Augen waren plötzlich auf Professor Styls gerichtet, wobei die der Jungen Neugier und die der Mädchen Entsetzen wiederspiegelten. Styls blieb aber gelassen wie eh und je und grinste nur geheimnisvoll, was die Gedanken seiner Schüler noch mehr durcheinander wirbelte. Schließlich meinte Damions Vater wohl aber, dass es Zeit für eine Erklärung sei und er sagte, „Natürlich kenne ich sie, mein Sohn. Die Zauberergemeinschaft in England ist nun wirklich nicht so riesig und da läuft man sich schon mal über den Weg. Das Dori dann auch noch in die selbe Klasse ging wie Professor Stormfire, erklärt wohl so Einigen, woher ich sie kenne."

Damion und auch Harry sahen sich an und nickten verstehend. Den anderen musste Damions Vater allerdings noch von seinem Praktikum in Hogwarts erzählen, doch dann gaben auch sie sich mit der Antwort zufrieden. Schließlich war die Zeit des Abendessens dann auch wieder rum und die Direktorin wies ihre Schüler an, sich in die jeweiligen Gemeinschaftsräume zu begeben.

Wieder waren zwei Tage vergangen und er Ball rückte näher, doch das beschäftigte Harry nicht annähernd so sehr wie ein für ihn viel wichtigeres Ereignis, welches am auf den Ball folgenden Tag stattfinden sollte. Irgendwie hatte es Hermine geschafft, dass er, Harry, die Weihnachtsferien nicht hier in Hogwarts, nicht im Grimmauldplatz 12 oder sogar bei den Dursleys verbringen musste. Nein, seine Freundin hatte es geschafft, dass Harry mit zu den Grangers fuhr.

Und dies war dann wohl die nächste Herausforderung für den Jungen der lebt, denn er kannte Hermines Eltern ja nun überhaupt nicht. Zwar hatte er die Beiden mal kurz in der Winkelgasse getroffen, doch da war er zwölf Jahre alt, Zweitklässler und wusste noch nicht mal, dass es Männlein und Weiblein gab. Und jetzt? Jetzt sollte er die Feiertage mit seinen zukünftigen Schwiegereltern verbringen. Harry jagte ein Schauer über den Rücken und er versuchte sich abzulenken.

Doch womit? Gut, er konnte ein wenig mit Hermine kuscheln und ihr zeigen, wie sehr er sie liebte, doch genau bei diesem Gedanken kam ihm wieder in den Sinn, was wohl Mr. Granger von ihm hielt und dass er irgendwann auch noch mit seiner einzigen Tochter schlafen würde. Schnell verwarf Harry die Gedanken daran und versuchte an etwas anderes zu denken. Dabei fiel ihm Damion ein und dass er seinen Kumpel ja eigentlich noch fragen wollte, was Professor Styls damals meinte, als sie über Nevilles Cousine sprachen und er Indien erwähnte.

Um sich weiter abzulenken und um eine Antwort zu bekommen machte sich Harry auf den Weg zu seinem Kumpel. Er fand Damion schließlich in der Bibliothek hinter einer Menge Bücher hockend und eifrig was auf sein Pergament schreibend.

„Oh hey Damion, gut dass ich dich finde", sagte Harry leise, damit Madame Price nicht meckern konnte. Der Gryffindor schaute hoch und lächelte. „Oh hey Harry, was kann ich für dich tun?"

Der Schwarzhaarige setzte sich mit an den Tisch und fragte freiweg draus los. Umso überraschter war Harry allerdings, als Damion plötzlich meinte, dass er Harry über Indien nicht wirklich was sagen wollte. Harry stutzte daraufhin, denn Damion betont das mit dem nicht wollen und sah seinen Kumpel nachdenklich an.

„Sei mir nicht böse Harry, doch das ist ein Thema, dass ich erst mit jemand anderem besprechen möchte und da dieser Jemand mich schon danach gefragt hat und ich ihn bat, mir Zeit zu geben, hoffe ich, du verstehst, dass ich dir hier und heute eine Antwort schuldig bleiben muss."

Harry sah seinen Kumpel tief in die Augen und da sich in seinem Kopf nun die Frage stellte, wen Damion wohl meinte, bemerkte er nicht wirklich, wie sein Geist etwas nach vorn kippte. Zwei Sekunden später erwischte ihn aber etwas Eiskaltes im Gesicht und er zuckte zurück.

„Ich nehme mal an, Harry, das dies eben ein Unfall war", sagte Damion und seine Augen glänzten heller als sonst. Harry schüttelte verwirrt seinen Kopf und überlegte, was sein Kumpel meinte. Dann traf es ihn aber wie ein Schlag und er wurde rot. Damion lächelte auf diese Reaktion hin und sagte, „Nicht nur mein Dad hat die Möglichkeiten, anderen Menschen ihre Grenzen aufzuzeigen, doch da ich eher denke, dass du es unbewusst gemacht hast, verzeihe ich dir deinen Versucht in meinen Kopf zu gelangen. Und damit du heute Nacht auch noch ruhig schlafen kannst... ja dieser Jemand ist Ginny."

Harry fühlte sich schlecht und er wusste selbst nicht, was ihn überkommen hatte. Allerdings versprach er Damion, dass es nie wieder vorkommen würde und dankte ihm auch für seine Offenheit. Dann verabschiedete er sich von seinem Kumpel und machte sich mit einer Menge Theorien über Damion auf den Weg zu Hermine, die wohl schon im Gemeinschaftsraum auf ihm wartete. Dort angekommen begrüßte Harry seine Liebste mit einem Kuss und ließ sich dann neben ihr auf dem Sofa nieder.

„Und, was machen wir jetzt?" Fragte Hermine und legte ihre Hand um Harrys Schulter. „Nun, wir könnten... könnten..." Weiter kam Harry nicht, denn seine Freundin hatte schon längst eine Entscheidung getroffen und knabberte an den Ohrläppchen des Gryffindors. Harry lächelte, küsste Hermine auf den Mund und ließ sich nach hinten gleiten. Dabei zog er sie mit sich und so endeten sie beide schließlich liegend auf dem Sofa. Ob sie dabei jemand beobachtete, war Harry im Moment egal. Und selbst wenn, dann würde er persönlich es überhaupt nicht bemerken, denn sein Kopf war umhüllt von Hermines seidigem Haar.

Harry genoss die sanften Liebkosungen von Hermines Lippen und wurde nun selbst ein wenig mutiger, indem er seine rechte Hand, diejenige, welche man nicht gleich sehen würde, unter den Pullover seiner Freundin gleiten ließ. Vorsichtig streichelte er zuerst den Bauch, ließ dann die Finger ihre Flanken hoch wandern und erreichte letztendlich die warmen Brüste mit ihren vor Erregung hart gewordenen Knospen. Hermine stöhnte leicht in seinen Mund, als Harry das zärtliche Spiel seiner Hand intensivierte. „Oh woaw Harrryyyy..."

Mit einem Ruck setzte sich Hermine plötzlich auf, atmete schneller als Harry es je zu vor bei seiner Liebsten gesehen hatte und starrte den Gryffindor mit zitterndem Körper an. Verwirrt und in der Befürchtung, etwas Falsches getan zu haben, sah der Gryffindor seine Freundin unsicher an. Diese jedoch ließ ihren Blick in nächsten Moment zu Harrys Hand, die der Schwarzhaarige unter dem Pullover vorgezogen hatte wandern und schien sich nur allmählich wieder zu beruhigen.

„Oh Harry, was hast du gemacht? Das war... war... oh man dieses Kribbeln, dieses Gefühl von warmem Wasser... einfach Wahnsinn."

Kaum hatte Harry die letzten Worte seiner Freundin vernommen, löste auch er sich aus seiner Starre und bemerkte, was Hermine meinte. Es war der Zauber von Professor Dumbledore, der ihm sagte, wenn es mal wieder Zeit für eine Erinnerung war. Dass das Kribbeln aber auch übertragen werden konnte und ausgerechnet bei Hermine eine solche Reaktion hervorrief, dies zauberte dem Gryffindor jedoch ein Lächeln aufs Gesicht. Dieses verschwand aber sofort wieder, als sein Blick an Hermines Kopf vorbei ging und auf das entsetzte, vor Scham fast platzende Gesicht einer Zweitklässlerin traf.

Augenblicklich war es wieder da, das Gefühl im Boden versinken zu wollen. Dass dann auch noch ein paar andere Schüler den Gemeinschaftsraum betraten und vor allem die Mädchen anfingen zu kichern und mit dem Finger auf sie zu zeigen, machte die ganze Sache nicht viel besser. Rasch standen beide Jungendlichen auf und während Harry eigentlich vorhatte, gleich aus dem Gemeinschafstraum zu verschwinden, ließ es sich Hermine nicht nehmen mehrere Schüler für ihr Benehmen zu ermahnen.

Oben im Schlafsaal der Jungen angekommen, atmete Harry erst einmal tief durch und sah dann Hermine fragend an. Musste sie denn ausgerechnet mit hier hoch kommen? Gut, sonst wäre er überglücklich, doch war ihr denn nicht klar, was die da unten nun von beiden dachten? Hermine hingegen schien die ganze Sache mal wieder nichts auszumachen und plötzlich bemerkte Harry auch ein besonderes Glitzern in den Augen seiner Freundin. Hermine schien auf irgendetwas zu warten und dann erkannte der Gryffindor auch, was es war. Seine Liebste hatte auf Forschermodus geschaltet und wartete nun darauf, dass Harry sein Versprechen einlöste.

„Du willst also wirklich mit hinein?" Fragte er und Hermine nickte eifrig. „OK, aber ich weiß selbst noch nicht, was uns erwartet."

Mit diesen Worten zog Harry sie mit sich in den Schlafsaal und zu seinem Bett. Dort holte er das Denkarium aus dem Koffer und auch die für ihn nun freigegebene Erinnerung. Er schüttete sie wie sonst auch in die steinerne Schale und ließ die silbrige Substanz umherwirbeln. Hermine war einfach fasziniert vom Geschehen und starrte geradewegs auf das Denkarium. Harry, für den dies nicht das erste Mal war, musste schmunzeln. So einfach war es also, Hermine sprachlos zu machen. Mit einem Lächeln nahm er die Hand seiner Freundin und sie tauchten in die längst vergangenen Gedanken eines Anderen ein.

TBC