Hey Leuter´s ,

hier geht´s weiter und ich hoffe doch, ihr habt alle ein angemehmes Pfingstfest. Allerdings tut es mir ein wenig leid, dass ich diese Cap nicht genau zum Geburtstag dieser Story posten konnte. Doch wenn mans richtig überlegt, wird ja eh immer am Wochenende gefeiert.

Also viel Spaß beim Lesen und ... ach ja, gebts mir!

Kapitel 48

Ein wenig unwohl war es schon, das Gefühl welches sich im Bauch von Ron ausbreitete. Natürlich musste jemand die Leute im Bahnhof warnen. Und natürlich musste es jemand sein, der auch mit einem Besen umgehen konnte. Doch es behagte dem Rothaarigen überhaupt nicht, seine Liebste, seine Schwester und all seine Freunde in einem Zug zurück zu lassen, der möglicherweise vor einer Katastrophe stand. Aber der Blick, mit dem ihm Harry versucht hatte klar zu machen, wie wichtig seine Aufgabe war, gab Ron auch die Kraft und den Willen dies durchzuziehen.

Der Gryffindor griff sich seinen Besen, küsste Parvati noch mal kurz zum Abschied und stieß sich danach in die Luft ab. Dass ihn aber so eine Wucht nach hinten reißen würde, damit hätte Ron, der ja schon einige Flugmanöver auf dem Besen oder sogar auf dem Rücken eines Thestrals erlebte hatte, nie im Leben gerechnet. Fast zehn Sekunden hatte der rothaarige Gryffindor gebraucht, um den Besen wieder zu stabilisieren und nicht unter die Räder des Zuges zu kommen. Doch auch bei ihm waren die Reflexe durchs Quidditch um einiges besser geworden, oder es lag vielleicht auch am Werwolf und seinen Fähigkeiten. Schließlich hatte es Ron geschafft und er landete sicher auf einem etwas abgelegenen Schotterweg. Jetzt hieß es nur noch, sich zu konzentrieren. Er atmete noch mal kurz durch und mit einem leisen „Plopp" ging es in Richtung Kings Cross.

„MUM, DAD", Ron schien wirklich Glück zu haben, denn als er im magischen Bereich des Londoner Bahnhofs ankam, landete er keine zehn Meter von seinen Eltern entfernt.

„Ron? Ron bist du das?", rief Molly überrascht und kam zu ihrem Sohn gerannt. Dieser nickte aber nur und rief seinem Vater zu, sie sollten vom Bahnsteig weg. Mr. Weasley fragte verwirrt warum er dies tun sollte und auch einige andere Eltern hielten die Anweisung und die Art und Weise, wie sie Ron seinem Vater, den ja viele kannten gab, für verwirrend. Daher richtete der Gryffindor plötzlich seinen Zauberstab auf seinen Hals und verstärkte seine Stimme.

„WEG VOM BAHNSTEIG HAB ICH GESAGT. DER ZUG KANN NICHT BREMSEN"

Für einen Moment schien alles wie erstarrt da zu stehen. Dann aber kam Bewegung in die wartenden Eltern und sie ging zurück. Nun jedenfalls solange, bis ihnen scheinbar klar wurde, dass ja in eben diesem nicht bremsen könnenden Zug ihre Kinder saßen. Glücklicherweise gab es aber einige Auroren im Bahnhof, die einen kühlen Kopf behielten und versuchten, wieder Ruhe in die sich nun panisch aufbrausende Menge zu bringen. Einer von ihnen kam aufgebracht zu Ron und fuhr ihn an, was dies alles solle, doch nachdem Ron dem Auroren und auch seinem Dad erklärte, was geschehen war, was er wusste, und dass Harry versuchte, den Zug zu stoppen, da schien sich ein bisher von ihm nie vermuteter Apparat in Gang zu setzen, denn kaum dass der Auror verstanden hatte, zückte er auch schon seinen Zauberstab. Dann rief er eine laute Beschwörung, die schon vom zuhören eine Gänsehaut verursachte und überall erklangen laute Sirenen. Sofort horchten die Zauberer und Hexen auf, sahen sich leicht verunsichert nach den Auroren um und folgten dann ohne zu widersprechen den magischen Anweisungen, die über Lautsprecher durch die Halle schallten. Ron stand da und wusste nicht, wo er zuerst hinsehen sollte. Fenster schlossen sich plötzlich, Türen wurden verriegelt und mehrere Zauberer in Heileranzügen tauchten auf. Schließlich bekam Ron noch mit wie einer der Auroren sagte, dass er zum Ministerium appariere und von dort aus, auch den nichtmagischen Teil von Kings Cross evakuieren lassen würde. Nachdem der Mann verschwunden war blieben nur Ron und seine Eltern zurück bei den Helfern. Irgendwie hatte es Mr. Weasley wohl geschafft, dass man sie hier ließ und somit begann die wohl schlimmste aller Zeiten, ... die Wartezeit.

„HARRY"

Hermines Gesicht war kreideweiß und sie schrie den Namen ihres Freundes in den Himmel. Dadurch riss sie aber Blaise aus seiner Konzentration und sofort brach das Luftkissen, welches sich langsam vor dem Zug aufgebaut hatte, wieder zusammen. Ein Ruck ging durch die Waggons und mit rasantem Tempo schossen die Waggons an der Stelle wo die Lok entgleist war vorbei. Fast wäre Hermine in ihrer Verzweiflung vom Zug gesprungen, doch Ginny hielt sie fest, auch wenn ihr gerade bewusst wurde, dass auch ihr Freund mit in der Lok gewesen war. Bevor sie aber auf weitere dumme Gedanken kommen konnten, fuhr sie Blaise an, was dies sollte und begann sich von neuem zu konzentrieren. Die Waggons nahmen nämlich aufgrund des leicht abschüssigen Geländes wieder Fahrt auf und Kings Cross kam immer näher.

Es bedurfte nun nicht mehr nur der Kraft von Blaise allein, um den Zug zu verlangsamen. Nein, der Junge forderte die beiden Mädchen auf, sich auch etwas einfallen zu lassen. Ansonsten wären sie die ersten, die wüsste, wie hart eine Ziegelmauer sein kann. Daher stellten sich Ginny und Hermine, ihre beiden Liebsten für einen Moment vergessend, neben Zabini, dachten an all die Kinder hier im Zug und schossen alles mögliche an Flüchen ab, von denen sie wussten, dass es eine Art Gegenwirkung erzielte. Hermine versuchte sogar einige Ganzkörperklammern auf die eisernen Räder, musste dies aber wieder sein lassen, da der Zug dadurch extrem unruhig wurde und Angstschreie aus dem hinteren Teil der Waggons kamen. Schließlich erreichten sie die ersten Weichen und Bahnhofsgebäude. Von nun an konnte es nur noch Minuten dauern, bis sich das Gleis 9 ¾ vor ihnen zeigen würde und als die Drei auf der Spitze des Zuges schon glaubten, es würde hier enden, da spürten sie, dass ihre Bemühungen doch nicht so umsonst gewesen waren.

Irgendwie schien es, als würde der Hogwarts- Express an Fahrt verlieren und dies bestärkte natürlich Blaise und die zwei Mädchen in ihrem Tun. Sie konnten ja nicht ahnen, dass sie Hilfe von einer längst vergessenen und von vielen Zauberern nicht mal mehr wahr genommenen Seite erhielten, oder zumindest wurde den drei Schülern ein Teil ihrer Arbeit abgenommen, da sie in dem Moment wo sie London erreichten, durch eine Art magische Barriere fuhren, die ursprünglich dazu da war, dem Lokführer klar zu machen, dass es Zeit war, auf die Bremse zu steigen.

Heute aber half sie, den Zug zu verlangsamen und dafür waren Blaise und die Mädchen unbewusst mehr als nur dankbar. Ganz ohne Schramme ging die Einfahrt dann aber doch nicht ab und so durchfuhr die Waggons mit den Schülern ein gewaltiger Ruck und einen ohrenbetäubender Lärm war zu hören, als die schweren Anhänger letztendlich auf die Puffer des Gleises 9 ¾ trafen.

Viele Schüler schrien vor Angst auf als sie durcheinander gerüttelt wurden. Die lautesten Schreie aber kamen von der Zugspitze. Es waren Hermine, Ginny und Blaise und alle drei machten sich mit geschlossenen Augen dafür bereit gegen die Wand geschleudert zu werden. Dies sollte jedoch nie passieren, denn schon mitten im Flug hörten sie, wie drei Stimmen „Aresto Momentum" riefen und als sie die Augen wieder öffneten, sahen sie Ron, Mr. Weasley und einen Mann in Aurorenuniform, die ihre Zauberstäbe erhoben hatten und sie in der Luft hielten. Kurz darauf setzte man sie sanft auf den Boden und die Drei sackten erschöpft zusammen.

Der Zug, oder besser das, was davon übrig war, hatte kaum gehalten und das letzte metallene Knarzen war noch nicht verhallt, da brach auch schon die Hölle auf dem Bahngleis 9 ¾ los. Sämtliche Eltern strömten herein auf der Suche nach ihren Kindern. Jeder wollte der erste sein, der sagen konnte, dass sein Kind in Sicherheit war, und anders erging es auch nicht Molly und Arthur Weasley. Beide nahmen Ginny und Ron, der mittlerweile Hermine abgesetzt hatte, in den Arm und es schien so, als wollte vor allem Molly sie nie wieder loslassen.

Doch dieser Zustand hielt nicht sehr lange, denn Hermine rief plötzlich laut „HARRY" und alle Köpfe flogen herum und waren auf zwei ziemlich mitgenommen wirkende Jungen gerichtet. Sofort stürmte Hermine los, um zu sehen, was mit ihrem Liebsten war und auch Ginny riss sich aus den Armen ihrer Mutter. Sie eilte zu Damion, der von Beiden wohl weniger abbekommen hatte, denn zumindest war er derjenige, welcher noch halbwegs stand und Harry stützte.

„Was ist passiert Harry? Oh ich habe geglaubt, ich habe dich verloren... als... als die Lok plötzlich..."

Hermine schluchzte und bedeckte Harrys Gesicht mit zahlreichen Küssen. Dann aber sah sie an ihrem Freund herunter, tastete den Oberkörper ab und versuchte irgendeine Verletzung festzustellen, doch da war nichts außer Russ und Schmutz.

„Es geht ihm gut Hermine", sagte Damion. „Er hat nichts, was man nicht mit einem Becher Pepper-Up und einem heißen, gemeinsamen Bad wieder auf die Reihe kriegt."

Hermine sah den Jungen erst zweifelnd an und fragte nach, wie er darauf komme, doch bevor sie eine Antwort bekam, fiel ihr Blick auf zwei Personen hinter Damion und sie wurde durch Damions letztere Bemerkung auf wundersame Weise knallrot. Musste der Gryffindor denn diese Anspielung mit dem Bad genau vor ihren Eltern machen? Rasch begrüßte Hermine ihre Mutter mit einer Umarmung und versuchte sich aus der Sache zu retten. Harry allerdings hatte nicht so viel Glück, denn Mr. Grangers Blick musterte ihn nun von oben bis unten und verursachte damit ein eher beklemmendes Gefühl im Bauch des Schwarzhaarigen.

Dann aber reichte auch Hermines Vater Harry die Hand und es schlich sich so etwas wie ein Lächeln um die sonnengebräunte Partie um den Mund des Mannes. Harry atmete innerlich etwas durch und sah dann in Richtung von Mrs. Granger. Sofort wurde ihm klar, wer hier welche Gene vererbt hatte, denn Hermines Mum sah ihrer Tochter doch sehr ähnlich. Bevor Harry aber mit ihr sprechen konnte, kam Molly Weasley zu ihm gestürmt und drückte ihn immer wieder und murmelte Dankesworte. Allerdings wollte sie danach, wie wohl der Rest der kleinen Gruppe auch, wissen, was denn nun genau passiert sei.

Flashback

„... Harry, komm mal schnell hier her".

Es war Damions Stimme, die den Gryffindor veranlasste, seinen Blick von Hermine, Ginny und Blaise zu nehmen und wieder nach vorn in den Führerstand zu gehen. Dort stand Damion und deutete auf die immer zahlreicher werdenden Häuser und Straßen und er meinte, dass sie sich unbedingt was einfallen lassen müssten, falls Ron es nicht geschafft hatte. Und auch wenn ihr Freund erfolgreich war, so waren es etliche Tonnen Stahl, die immer noch ungebremst auf Kings Cross zurasten.

Alles in Allem kamen die zwei Gryffindors zu dem Entschluss, dass die Lok aufgehalten werden musste, doch wie? Diese Frage surrte wohl beiden unaufhaltsam durch den Kopf, jedenfalls so lange, bis eines der Ventile am Kessel wohl seine Maximalbelastbarkeit erreicht hatte und der Wasserdampf durch den ganzen Raum pfiff. Harry und Damion mussten erst einmal zum Fenster und Luft holen, denn die schiere Hitze nahm ihnen selbige. Als dann noch ein weiteres Ventil abriss war dann auch der Punkt, wo Damion eine Idee zu haben schien und er Harry fragte, wie weit er von einem Objekt weg sein könnte, um es dennoch mit seinem Feuer zu erreichen.

Zuerst sah Harry seinen Kumpel zweifelnd an, doch dann erinnerte er sich, dass er mit Blaise schon geübte hatte, dass Feuer in einem gut zehn Meter entferntem Kamin zu entfachen. Damion grinste daraufhin, auch wenn es gequält wirkte, und meinte, dass dies reichen müsse. Das nächste was Harry sah war, dass sein Freund zum Kessel ging, die Bestückungsluke öffnete und wie ein Irrer Kohlen, welche wohl beim Bestücken immer von der Schippe gefallen waren, hinein schleuderte. Dann ging Styls Sohn zu den Armaturen und drehte sämtliche Ventile zu. Harry schaute sofort alarmiert auf die Manometer, dessen Zeiger nun stetig nach oben stiegen. Seinen Kumpel zu fragen, ob er verrückt geworden sei, dazu kam Harry aber vorerst nicht mehr, denn Damion war durch die Tür verschwunden und hangelte zur Spitze der Lok vor. Dort angekommen griff er nach dem Seil und zog unter größter Anstrengung das Surfbrett, welches wie eine Fahne hinter der Lok herwedelte, wieder in Reichweite.

Harry erkannte, dass es Zeit war, die Lok zu verlassen und kletterte ebenfalls nach vorn. Neben Damion angekommen griff auch er nach dem Seil und unterstützte seinen Kumpel, auch wenn er immer noch nicht wusste, was dieser vorhatte. Schließlich waren beide Gryffindors wieder auf dem Board und Damion konzentrierte sich vollends darauf, etwas Abstand zur Lok zu bekommen. Hierbei musste er sich aber noch mehr ins Zeug legen als bei ihrem ersten Flug, denn der Dampf der nun an immer mehr Stellen aus der Lok pfiff vernebelte zusehends die Sicht.

Schließlich rief Damion Harry zu, er solle sich auf sein Feuer konzentrieren und es auf den unteren Teil des riesigen Kessels lenken. Sie mussten es unbedingt schaffen, dass die Kesselwand dort nachgab und der Druck sich um die Lok kümmerte. Endlich verstand Harry, was Damion versuchte zu bezwecken und er konzentrierte sich mit voller Macht auf seine Aufgabe. Er dachte dabei an Hermine, an Ginny und all die anderen im Zug und spürte förmlich, wie sich die Hitze in seinen Händen ballte. Dann richtete er seine Hand auf eine bestimmte Stelle des Kessels, versuchte das Metall zu fühlen wie es sich langsam veränderte. Schließlich schien es soweit zu sein, denn nur wenige Sekunden später brach auch schon die Hölle los.

Ein ungeheurer Druck lag plötzlich auf Harrys Körper und seinen Ohren und Alles was Harry dann noch mitbekam war der laute Knall und der ohrenbetäubende Lärm als die Kesselwand nachgab und die über fünfzig Tonnen Stahl von denn Schienen katapultiert wurden. Die Kraft der Explosion war allerdings auch für Damion zu viel und das Board kam ins Straucheln. Glücklicherweise schaffte er es noch einen von Schnee bedeckten Strohhaufen anzuvisieren, bevor das Surfbrett sich in der Luft überschlug und die beiden Gryffindors ohne Hilfsmittel durch den Himmel über London geschleudert wurden.

Als Harry sich wieder aufgerappelt hatte, saß Damion schon neben ihm, schüttelte seinen Kopf um klar zu werden und sah dann auf das Ergebnis ihrer Arbeit, die völlig zerstörte Lokomotive des legendären Hogwarts- Expresses. „Oh Scheiße Harry", sagte Styls Sohn mit einem glücklichen Grinsen. „Das kriegen wir nie wieder aus unserer Akte..."

Flashback Ende

Es dauerte einige Momente bis die Anwesenden verdaut hatte, was ihnen Harry und Damion berichtete hatten. Sei es nun die Sache mit den Vampiren, der nicht zu stoppenden Lok oder der Begebenheit, dass Harry etwas getan hat, dass nicht mal zehn Zauberer zu Wege gebracht hätten. Allerdings hörte man plötzlich Lärm vom Ende des Zuges her, wo immer mehr Schüler von ihren glücklichen Eltern in die Arme genommen wurden und als Harry sich umdrehte, sah er eine Horde Reporter, die nun in ihre Richtung stürmte.

„Oh nein, bitte nicht. Die sind die letzten, die ich jetzt brauche", sagte Harry mit einer Mischung aus aufkommender Wut und Schlappheit. Dadurch bekam er auch gar nicht mit, wie sich ein leicht bedrückendes Gefühl über seine Haut legte und Hermine entsetzt in seine Richtung sah.

„Harry, wo bist du?", rief der Lockenkopf panisch und es wurde noch schlimmer, als die Stimme ihres Freundes plötzlich neben ihr erklang. „Was soll das heißen? Ich stehe steh doch direkt... "

„Aber wo denn?", unterbrach ihn Hermine und wedelte mit ihrer Hand in die Richtung aus der Harry gesprochen hatte.

„GRANGER würdest du bitte mit dem Scheiß aufhören und die Schnauze halten."

„WAS?", rief Hermine und drehte sich zu der Person um, die ihr bis eben noch wie ein weiterer Held des Tages vorgekommen war.

„Ich sagte, du sollst ruhig sein. Nimm wenn du willst deine Muggeleltern, deinen Helden in Ausbildung und macht euch vom Acker Ich kann die Luft um ihn herum schließlich nicht ewig manipulieren und die Aasgeier sind fast hier."

Geschockt sah Hermine in das vorwurfsvolle Gesicht von Blaise Zabini und ihr Vater wollte sogar den jungen Zauberer für sein Benehmen maßregeln, doch plötzlich ertönte Harrys Stimme, die meinte, Blaise habe recht und sich sogar bei ihm bedankte. Harry wusste zwar nicht genau was der ehemalige Slytherin angestellt hatte, doch es verhalf ihm dazu den Bahnhof zu verlassen, denn apparieren ging aus irgendeinem Grunde nicht mehr. Wahrscheinlich wollte man einem Attentäter nicht die Möglichkeit geben, zu verschwinden. Somit drängte er seine Freundin und ihre Eltern, die sich ein wenig komisch vorkamen von einer unsichtbaren Person geleitet zu werden, Kings Cross zu verlassen.

Zurück blieben die leicht verwirrten Weasleys, die Harry noch ein schönes Fest wünschten, Damion und Blaise. Letzterer wurde auch gleich von den Reportern belagert, denn scheinbar hatten Schüler den Leuten erzählt, dass auch er was mit der Sache im Zug zu tun gehabt hatte. Allerdings setzte der schwarzhaarige Junge seine gleichgültigste Miene auf und meinte, dass er nichts zu sagen habe. Dies schien den Leuten von der Presse jedoch nicht sonderlich zu gefallen und sie fragte, wo denn Harry Potter hin sei.

Hier war nun der Punkt erreicht, wo Blaise doch ein wenig die Geduld verlor und nach einem kurzen Gedankenblitz und der Erinnerung, was Harry mal über seine Verwandten erzählt hatte, fauchte er einen der Reporter an und meinte, sie sollen den goldenen Jungen doch bei den Dursleys suchen. Er verriet ihnen sogar die Adresse, in der Hoffnung, dass sich das Pack endlich vom Acker machte. Doch die Presse schien hartnäckig und fing nun auch an, Damion und die Weasleys zu belagern. Allerdings hatten sie dabei wohl Molly Weasley unterschätzt und somit mussten sie sich mit ihrem Zorn auseinander setzten.

Als dieser dann abgeklungen war und die Reporter sich lieber wieder Blaise näherten, meinte dieser nur, dass wenn sie nicht bald damit aufhören würden, alle Reporter eines der schlimmsten Weihnachtsfeste erleben würden, das sie sich nur vorstellen könnten. Auf diese Bemerkung hin baute sich einer der Presseleute vor Blaise auf und fragte ihn, wieso er denke, dass sie alle aufhören würden, ihren Job zu tun, wo es doch noch so viel zu ergründen gab. Die Antwort darauf kam aber nicht von Blaise, sondern von einer Stimme, einer äußerst kalten Stimme, hinter der Reportermeute.

„Nun, ich vermute mal, weil Mr. Zabini weiß, dass es Don Guillano nicht besonders gern sieht, wenn sein Sohn bedrängt wird."

Augenblicklich erstarb jeder Laut im Umkreis von zwanzig Metern und man konnte sehen, wie der Reporter schon allein beim Hören dieses Namens immer blasser wurde, mehr noch als bei Voldemort. Langsam drehten sich alle um und ihr Blick fiel auf eine Gruppe, welche aus vier Personen bestand. Drei von ihnen trugen schwarze, maßgeschneiderte Anzüge, ohne Zweifel Armani, und sahen so aus, als wären sie durchaus in der Lage, es mit zwei Dutzend Auroren aufzunehmen. Die großen, durchtrainierten Männer agierten allerdings mehr als Bodyguards und umringten einen Älteren, der mit seinen Aussehen, seinem weißen Anzug und dem leicht melierten Haar, den Eindruck eines Großvaters erweckte. Allerdings hatte er eine Ausstrahlung, die eindeutig sagte, dass er seine Leute nicht wirklich bräuchte.

„Onkel Tony", rief Blaise erfreut und lächelte leicht. Dann ging er auf den älteren Mann zu und die ersten Reporter suchten das Weite. Ihnen folgten weitere, bis keine Minute später nur noch Blaise, die Weasleys und die Männer in den Anzügen dastanden, ja nicht einmal die Auroren, welche anfingen den Zug zu untersuchen, wagten es, sich der Gruppe zu nähern. Und dies war eine Tatsache, die vor allem bei Molly und Arthur Weasley ein Gefühl der Beklemmung verursachte. Zwar wussten sie irgendwie, dass keine Gefahr bestand, doch im Unterbewusstsein, sagte ihnen eine Stimme, dass sie den Namen Don Guillano schon mal gehört hatten und wer demzufolge Blaise Vater war.

„Schön euch zu sehen, Blaise. Wie ich höre war die Fahrt ein wenig anstrengend? Nun, dann wird der Flug nach Sizilien sicher schnell vorüber sein. Euer Vater erwartet euch und auch Celine am Jet in Heathrow." Der alte Mann sprach, als könnte ihn nichts erschüttern und er lächelte weise in einer Art, die sehr an Dumbledore erinnert.

Damion und die Weasleys sahen Blaise mit großen Augen an und dieser grinste zurück. „Tja, so ist er nun einmal, mein Dad. Weihnachten ist nun mal die Zeit der FAMILIE und ich wünsche euch darum auch einige angenehme Tage." Mit diesen Worten folgte der ehemalige Slytherin den Bodyguards, nachdem er den alten Mann erst einmal richtig gedrückt hatte.

Harry hatte von alle dem nichts mehr mitbekommen. Er war Hermine und ihren Eltern gefolgt, nachdem er noch schnell Dobby gerufen hatte, um ihn zu bitten, das Gepäck von ihm und seiner Freundin zu den Grangers zu schaffen. Vorsichtig waren sie durch die Absperrung zur Muggelwelt gegangen und mussten feststellen, dass ganz Kings Cross geräumt worden war. Vor dem Bahnhofsgebäude wurden sie von mehreren Auroren, die allerdings als Bobbys getarnt waren, zum Parkplatz gebracht. Alles was Harry noch mitbekam war, dass es für die Muggel hieß, eine Bombe sei im Inneren des Bahnhofs gefunden worden.

Auf dem Weg zum Parkplatz konzentrierte sich Harry darauf das Luftpolster von Blaise einfach weg zu brennen und als er wieder sichtbar beim Wagen der Grangers ankam, traf ihn ein weiterer Schock, denn wenn er geglaubt hätte, Hermines Eltern seien durch und durch konservativ, musst er sich spätestens hier korrigieren. Es war dann auch Mrs. Granger die sich beim Anblick der beiden Gesichter von Harry und Hermine entschuldigte.

„Kinder es tut mir wirklich leid, dass wir meinen Wagen nehmen müssen, aber Henry hat seinen vorgestern leicht demoliert." Dabei sah sie zu ihrem Mann und dieser wurde sogar leicht verlegen. Doch das bekam Harry gar nicht mit, denn er sah die Frau, welche ja aussah wie eine etwas ältere Version seiner Liebsten an und stotterte, „Ihr... ihr Wagen... Mrs. Granger? Aber... aber dass ist ein... ein... Hummer?"

„Na und, Harry? Ich mag es halt größer. Oh bitte sag jetzt nicht, dass Hermine gesagte hat, dass ich Volvo fahre."

Harry sah die Frau mit großen Augen an und plötzlich mussten alle lachen und noch während des Einsteigens bot Mrs. Granger Harry das DU an und meinte, dass ihr Name Jane war. Mr. Granger allerdings ging noch nicht so weit und bedachte Harry vorerst noch mit skeptischen Blicken, was beim Gryffindor wieder dieses ungute Gefühl hervorrief.

Die Fahrt zu den Grangers zog sich ein wenig hin und Harry, an dessen Brust gelehnt nun Hermine schlief, ließ die Landschaft an sich vorbei ziehen. Irgendwie musste sein Geist immer noch verdauen, was sie heute erlebt bzw. was er heute bewerkstelligt hatte. Bei Merlin, er, Harry Potter, hatte den Hogwarts- Express in die Luft gejagt und allmählich bekam Harry sogar ein wenig Furcht davor, zu was er möglicherweise noch imstande war.

Und wie seine Gedanken so vor sich hin wanderten, fiel er in eine andere Erinnerung, etwas, dass schon eine Weile nicht mehr geschehen war. Das Nächste, was Harry mitbekam war, dass er sich mitten in einem Kampf befand. Er spürte wie seine Arme und Beine sich bewegten und er Flüche und Zauber um sich warf. Dann plötzlich war es wieder still und Harry atmete etwas durch. Dabei ging sein Blick allerdings suchend durch den Raum und es kam Harry so vor, als würde er in einem riesigen Palast stehen. Überall gab es Prunk und Luxus und unzählige Bilder zeugten von längst vergangenen Zeiten.

„Ich sehe, du hast meine Schutzzauber überwunden Brian. Oder soll ich lieber Arcan zu dir sagen?"

Harry, oder besser der Besitzer dieser Erinnerung drehte sich um und sah in das Gesicht eines jungen Zauberers, der vielleicht dreißig, höchstens aber fünfunddreißig Jahre alt sein konnte. Allerdings strahlte er eine solche Kälte aus, dass man Voldemort schon wieder als wärmendes Kuscheltier lieb gewinnen konnte. Harry jagte ein Schauer über den Rücken und er versuchte sein Gegenüber genauer zu mustern, doch mehr als einen schwarzen Umhang und das Gesicht bekam er vorerst nicht zu sehen. Allerdings reichte dies Harry schon, denn die Narbe, welche sich bei dem jungen Mann über das gesamte Gesicht zog, würde er wohl nie wieder vergessen und auch sonst kam ihm der Fremde doch nicht ganz so fremd vor. Irgendwoher kannte er das Gesicht.

„Ja Augustus, ich habe es geschafft und nun denke ich, dass es Zeit wird, dass wir deinem Treiben ein Ende setzen. Du hast zu viele Leben vernichtet und bist durch deine Intrigen ungeschoren davon gekommen."

Harry konnte die Erregung in seiner Stimme ganz deutlich spüren und er fühlte noch etwas, nämlich Wut. Wut darüber, dass sein Gegner etwas von seinem Geheimnis wusste, dass so ironisch es klang, Harry selbst noch nicht einmal bekannt war. Kurz darauf grinste der Mann mit der Narbe überheblich und schleuderte den Todesfluch auf Harry, welcher aber damit gerechnet hatte und schnell einen Stuhl in die Flugbahn des grünen Blitzes schweben ließ.

Von da an wurde der Kampf nun eine Sache auf Leben und Tod und es schien sogar so, dass Harry den Kürzeren ziehen würde, denn immer heftiger wurde gekämpft mit allem was sich bot. Allerdings merkten die beiden Kontrahenten sehr rasch, dass sie trotz diverser Verletzungen mit ihren Zaubern nicht weiter kamen und so ging man zu einer älteren Art des Kampfes zurück und griff nach dem Schwert.

Die Geräusche, welches das aufeinandertreffende Metall verursachte, taten Harry in den Ohren weh und er versuchte mit immer schnelleren Schlägen an seinen Gegner heran zu kommen. Schließlich stand Harry diesem Augustus Auge in Auge gegenüber und er hatte das Schwert gegen den Hals des Mannes gedrückt. Allerdings hatte der Kampf auch seinen Tribut gefordert und daher merkte Harry zu spät, dass der Mann mit der Narbe seine rechte Hand noch bewegen konnte und ein stechender Schmerz breitete sich plötzlich in seiner Seite aus. Harry ließ ab, taumelte etwas und tastete nach dem Schmerz. Und als er seine Hand wieder hob, war sie blutrot. Harrys Sicht begann schnell zu schwinden und eine gewisse Taubheit breitete sich in seinem Körper aus.

„Du siehst, dein Geheimnis konnte dir hier nicht helfen und du stirbst wie schon viele vor dir. Allerdings denke ich, dass ich dir, als einem würdigen Gegner, noch die Ehre zuteil werden lasse dabei zuzusehen, wie es auch mit deiner Familie zu ende geht."

Und kaum hatte Augustus dies mit kaltem Gesicht gesagt, da verschob sich auch schon eine Wand zu seiner Rechten zur Seite und gab ein Verließ frei, in dem eine junge Frau und zwei Kinder in Ketten hingen und weinten.

„Du Monster", schrie Harry, oder besser Arcan plötzlich und eine unbändige Kraft durchflutete seinen Körper. Dass Nächste was Harry noch mitbekam, war blanke Wut, seine Hände, die blitzschnell zum Hals seines Gegners gingen und das alles verbrennende Feuer welches sich von den Fingerspitzen aus, ausbreitete. Danach war nur noch Dunkelheit und eine Stimme die leise „Harry" rief.

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