Ja Leuter´s, ich lebe noch. Auch wenn mich die Arbeit zur Zeit umbringt. Ist halt nach der Sache mit meinem Finger eine Menge aufzuholen und daher wird es manchmal halt spät abends. Aber es geht weiter und nachdem mein Beta sich auch im Urlaub erholen konnte, denke ich, wird es vielleicht auch wieder regelmäßiger mit den updates.

Nun aber viel Spaß, auch wenn das Cap ein wenig kürzer ist, als sonst.

Euer Mr. Figgs

Kapitel 50

Nach dem Schrecken am Morgen, der ja einer der schönsten Nächte, die Harry je erlebt hatte gefolgt war, schien sich der Gryffindor sehr schnell an Hermines Eltern zu gewöhnen. Weg waren die anfänglichen Zweifel, ob sie ihn akzeptieren würden. Nein, dafür waren die Grangers viel zu cool, etwas, das Harry nie gedacht hätte, wenn man bedachte, dass sie beide zwei sehr erfolgreiche Zahnärzte waren.

Auch hatte Hermine ihm ein wenig Hintergrundwissen über ihre Eltern gegeben, mehr noch als sie es in Hogwarts bisher getan hatte. Und so wusste Harry nun, dass Mr. Granger, oder Henry, wie er ihn nun nennen sollte, aus relativ reichem Hause kam und Jane Granger auch nicht gerade von Bettlern abstammte. Doch die Grangers schien ihre Herkunft und auch ihr Geld nicht zu kümmern, wenn sie nicht gerade in der Öffentlichkeit waren und es um das Ansehen der Familie ging. Sie hatten halt das Geld, meinte Hermines Mum, doch sie sagte auch, dass sie dafür auch hart arbeiteten, manchmal bis zu vierzehn Stunden oder länger, wenn es an die Abrechnung mit den Behörden ging.

Nun aber war Weihnachten und die Praxis der Grangers war geschlossen. So kam es, dass Harry, Hermine und Jane Granger einen kleinen Spaziergang in Richtung Stadtzentrum machten, um, wie es Hermines Mum nannte, noch ein paar letzte Goldstücke zu holen. Harry fragte sich zwar, was dies sein sollte, doch er beschloss sich einfach mal überraschen zu lassen. Allerdings blieb der Gryffindor kurz nachdem sie die Auffahrt zum Hause hinab gegangen waren stehen und Hermine fragte besorgt, was denn sei.

„Oh, die Blase drückt." Antwortete Harry rasch und machte einen entschuldigenden Blick in Richtung Haus.

„Nun Harry, dann solltest du vielleicht noch mal zurück, denn gelbe Worte im Schnee tun beim Machen und diesen Temperaturen doch weh", meinte Jane und reichte dem Gryffindor den Schlüssel. „Wir gehen in der Zwischenzeit langsam weiter, immer der Straße nach in Richtung Park."

Harry sah Jane entgeistert an und nahm eher automatisch den Schlüssel, den ihr Hermines Mum hinhielt. Dann drehte er sich um und lief mit rotem Gesicht los. Zurück blieben die beiden Frauen, wobei die eine eigentlich gar nicht von ihm getrennt werden wollte, Hermines Mum dies offenbar aber gerade recht kam. Sie drängte ihre Tochter nämlich förmlich zum weiterlaufen und als sie beide um die nächste Biegung gingen, fragte sie auch schon. „Und Engel, wie war es?"

„War was?", fragte Hermine leicht entsetzt und voller Befürchtung vor dem was jetzt kam. Auch konnte sie einen plötzlichen Rotstich in ihrem Gesicht nicht verbergen und Jane Granger triezte ihre Tochter daraufhin noch ein wenig mehr. „Na du weiß ganz genau, was ich meine, mein Schatz. Ich bin schließlich deine Mutter und ich erkenne dieses Funkeln in deinen Augen."

Das Letzte was Hermine eigentlich wollte, war ihrer Mum von ihrer letzten Nacht mit Harry zu berichten. Klar, sie hatten früher immer wie zwei Freundinnen mit einander geredet, nicht zuletzt, weil sie es als Hexe und in ihrer Lernbegeisterung nie wirklich zu einer großen Anzahl an Freuden aus ihrem heimischen Umfeld gebracht hatte. Allerdings ließ Jane Granger nicht locker und so kam es, dass ihre Tochter ihr schließlich doch ein wenig erzählte.

Glücklicherweise tauchte Harry aber sehr schnell hinter ihnen auf und Hermine sog erleichtert die Luft ein. Das Letzte was ihre Mutter ihr noch ins Ohr flüstern konnte war, dass sie sich für sie freute und dass Harry eine gute Wahl sei und sie ihn wirklich festhalten müsse. Kurz darauf erreichten die Drei auch schon den Ort und Mrs. Granger führte sie zielstrebig auf einen Laden zu, der manchen Menschen schon beim Vorbeigehen die Hose eng werden lässt. (Nein, nicht was ihr schon wieder denkt. Ich rede hier von einer Confiserie, einem Geschäft für Naschereien jedweder Art.)

Harry sah Hermines Mum erstaunt an und bemerkte das Funkeln in ihren Augen. Dann ging sein Blick fragend zu seiner Liebsten, doch auch sie strahlte plötzlich eine ungewöhnliche Vorfreude aus. Im Inneren des Ladens angekommen durchströmte Harrys Nase sofort ein Geruch, den man einfach nur als weihnachtlich beschreiben konnte. Zwar kannte Harry nicht wirklich jedes Gewürz aus seiner Zeit als Aschenputtel bei den Dursleys, doch Zimt und Koriander oder der unverwechselbare Duft von Lebkuchen machten es Harry warm ums Herz.

Kurz nachdem die Ladentürglocke verhallt war betrat auch der Verkäufer durch eine Tür hinter dem Tresen das Geschäft. Harry konnte ja nicht wissen, dass Miles, wie es groß auf seiner weißen Kochjacke stand, auch gleichzeitig der Eigentümer des Ladens war. Allerdings stahl sich sofort ein Lächeln auf das leicht rundliche Gesicht des Mannes, als er die beiden Frauen erblickte. Er klopfte sich seine Hände ein wenig am Bauch, der vom Aussehen her jede Leckerei im Laden mindestens einmal probiert hatte, ab und trat hinter dem Tresen vor.

„Ah Jane, meine Sonne", sagte Miles, dessen Haare zwar schon leicht angegraut waren, er aber eigentlich nicht älter als Hermines Mum sein konnte. „Ihr kommt gerade recht. Ich bin vor zehn Minuten fertig geworden und glaub mir, Oma Granger wird dahinschmelzen, wenn sie auch nur den ersten Bissen in den Mund nimmt."

Harry schaute leicht verwirrt zwischen den beiden Erwachsenen hin und her, während Hermine sich im Laden etwas umsah. Scheinbar kannten sich Miles und ihre Mutter sehr gut und für sie war dies wohl normal. Allerdings war Harry nun neugierig geworden, was der Mann mit dem charmanten Lächeln wohl gerade fertig gestellt hatte. Seine Neugier wurde auch sehr rasch befriedigt, denn just in diesem Moment kam selbiger auch schon mit einer Schachtel, verziert mit goldenen Ornamenten, aus dem Hinterzimmer zurück. Miles stellte die Geschenkpackung auf dem Tresen ab und Harry erkannte durch den transparenten Deckel die wohl leckersten und aufwendig verziertesten Pralinen, die der Gryffindor je gesehen hatte.

„Hier Jane, mögen sie der alten Dame schmecken und ein langes Leben bescheren."

Mrs. Granger nahm die Schachtel vorsichtig und mit einem Lächeln und betrachtete sie genauer. Dann nickte sie Miles dankbar zu, griff in ihre Tasche und holte einen Zettel hervor.

„Hier Miles kommt noch ein wenig mehr, was ich besorgen soll." Erklärte Jane Granger und Harry glaubte aus ihrer Stimme heraus zu hören, dass sie hoffte, dass Miles ihr diese Wünsche noch vor dem Fest erfüllen konnte. Sie las laut vor und der Konditor hörte aufmerksam zu. Dann nickte er leicht nach jedem Posten und Harry fragte sich schon, ob er sich dies wirklich alles merken konnte.

Die Antwort darauf war „ja", denn nur wenige Minuten nachdem Miles nach hinten in sein Lager gegangen war, kam er mit einem riesigen Tablett zurück.

„Nun meine Liebe, das sind ja eine Menge Naschereien. Ich nehme an, dass Ben auch zum Feste kommt?" Und als Hermines Mum nickte, fuhr er fort. „Dann wäre es wohl besser, wenn ich dir eine Tüte besorge."

Was dieser Frage jedoch folgte, ließ Harry erstarren und Hermine den kandierten Apfel, den sie gerade naschte, aus dem Gesicht fallen. Denn Mrs. Granger lachte plötzlich auf und erwiderte mit abwehrender Stimme, „Um Gottes Willen nein Miles. Wenn ich jetzt kiffe, vergesse ich doch die Hälfte."

Die Luft war plötzlich von einer Totenstille durchzogen und sogar einige andere Kunden, die sich vorerst nur umgesehen hatten, schauten fassungslos zum Tresen vor. Miles und Jane blickten sich um und brachen dann in Lachen aus, das gut zwei Minuten dauerte, bis sie sich wieder einkriegten.

Es war dann auch der Konditor, der zu Hermine herüber kam und fragte, „ Jetzt sag nicht Herminchen, dass dir deine Eltern noch nie von unserem Insiderwitz erzählt haben?"

„Miles", warnte Mrs. Granger plötzlich und sah sich auch leicht verlegen zu den anderen Kunden um, doch es war zu spät. Der dicke und leicht lebenslustige Konditor hatte Blut geleckt. Und die Tatsache, dass Hermine nickte und den Mann neugierig ansah, machte es für Jane Granger noch schlimmer.

„Na dann hör mal gut zu", begann Miles. „Wie du ja weißt, kenn ich deine Eltern schon sehr lange. Wir waren damals alle zusammen auf der gleichen Uni und haben studiert. Deine Eltern die Zahnmedizin und ich als bösen Konterpart die Lebensmitteltechnologie. Doch wir waren noch viel mehr als nur junge Leute, die etwas lernen wollte. Wir waren Studenten und anders als die „Studierenden", haben wir zu der Zeit auch gelebt."

„Und was hat dies mit Drogen zu tun?", fragte Hermine verwirrt, da sie noch immer nicht begreifen konnte, was sie gerade über ihre Mutter gehört hatte.

„Nicht viel, meine Liebe. Wir haben uns nie was aus Drogen gemacht. Na ja, außer vielleicht am Tag vor unserem Examen. Jane war damals so angespannt und aufgeregt, dass dein Dad in seiner Verzweiflung deine Mum überredet hatte, mal an einem Joint, den einer unserer Bekannten sich gerade angezündet hatte zu ziehen. Das Ergebnis bestand darin, dass deine Mum so was von high wurde und es beinahe geschafft hätte, ihre Prüfung am nächsten Morgen zu vergessen. Seit dem ist dies halt unser Insiderwitz."

Nachdem der Konditor mit seiner Geschichte geendet hatte, lachten nicht nur Hermine und Harry. Nein, auch die anderen Kunden konnten sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, waren es doch größtenteils alles Patienten von Mrs. Granger, die nun immer kleiner zu werden schien. Allerdings fing sie sich sehr schnell wieder und bezahlte die Weihnachtsleckereien mit dem Hinweis, dass sie sich bei Miles noch revanchieren würde, da sie ja auch so einige Episoden aus der Studienzeit auf Lager habe. Miles grinste jedoch nur und wünschten den Dreien ein schönes Fest.

Wieder auf der Straße, fragte Harry Jane etwas, dass er eigentlich noch hätte Miles fragen können, sich aber nicht getraut hatte. Der Gryffindor wollte nämlich wissen, warum der Konditor, wo er doch studiert hatte, heute hier in einem kleinen Laden stand. Hatte Miles das Studium womöglich abgebrochen? Mrs. Granger lachte.

„Um Gottes Willen nein, Harry. Miles hat seinen Abschluss mit Auszeichnung gemacht, doch dann wurde sein Vater, der alte Mr. Broody krank. Und weil Miles Vater an diesem Laden hing, er hatte ihn schließlich von seinem Vater geerbt, und auch Miles einen kleinen süßen Zahn hat, da hat er eben das Familienerbe angetreten. Und Harry, glaub mir, es gibt keine bessere Kofiserie in ganz England. Sogar der Buckingham Palast ordert manchmal etwas von ihm."

Harry sah Mrs. Granger mit großen Augen an und blickte dann noch einmal anerkennend zum kleinen Schokoladengeschäft zurück.

Der Wind hatte merklich aufgefrischt, als Mrs. Granger ihr Heim erreichte. Hermine und Harry würden wohl noch eine Weile brauchen, da sie beide noch ein wenig draußen im nahe gelegenen Park spazieren gehen wollten. Doch dies war Hermines Mum nur recht. So konnte sie sich selbst erst einmal ein Bild vom Ben´s neuer Freundin machen und vielleicht war es für ihren Schwager auch leichter, wenn nicht so viel Menschen mit einem Male zum Hände schütteln auftauchten, denn dass Henrys Mutter und sein Bruder schon da waren, verrieten die breiten Spuren des Hummers im neuen Schnee, der in den letzten Stunden sanft auf den Boden gefallen war. Jane öffnete die Tür, klopfte sich die Schuhe ein wenig ab und ging geradewegs in die Küche. Dort stellte sie die Taschen ab und sah dann, als sie sich umdrehte, um ihren Mantel abzulegen direkt in ein Paar braune, vor Freude strahlende Augen. Diese gehörten ihrem Neffen David und der junge Mann begrüßte seine Tante mit einer Umarmung.

„Tante Jane", sagte der David, welchen sie nun schon fast ein Jahr nicht mehr gesehen hatte.

„Oh David, bist du das?", erwidert Mrs. Granger. „Mein Gott bist du groß geworden." Sie musterte ihn genau und es fiel ihr ein Stein vom Herzen, als sie sah, dass die Augen des Jungen wieder vor Lebensfreude strahlten. Dies war in der Zeit nach dem Tod seiner Mutter keineswegs mehr der Fall gewesen. Nun aber hatte sich ihr Neffe zu einem stattlichen jungen Mann gemausert und Jane war sich sicher, dass er es mal nicht schwer haben dürfte, eine Freundin zu bekommen.

„Na, wie geht es dir David? Und vor allem, wie ist sie so, Ben´s Freundin?"

Der Junge lächelte Mrs. Granger an und er erwiderte, „Oh, sie ist wirklich nett und ich freue mich für Dad, dass er jemanden gefunden hat, der genauso verrückt ist, wie er selbst."

„Verrückt?" fragte Jane.

„Ja Tante, sie liegt voll auf Dad´s Wellenlänge mit ihrem Esoterikladen. Und erst die anderen Dinge, die sie kann..."

David brach mitten im Satz ab und Mrs. Granger spürte, dass er sich gerade bewusst geworden war, dass er sich fast verplappert hatte. Doch bevor Jane Granger ihren Neffen mit einem skeptischen Blick musternd weiter auf den Zahn fühlen konnte, betrat Mr. Granger die Küche und begrüßte seine Frau mit einem Kuss. Dann fragte er nach Harry und Hermine und seine Gattin meinte, dass sie bald nachkommen würden. Nun aber wollte sie auch den Rest der Familie willkommen heißen und endlich Ben´s Freundin kennen lernen. Allerdings war die Zahnärztin dann umso überraschter, als sie einer dunkelhäutigen Schönheit gegenüber stand.

„Oh hallo, mein Name ist Jane", sagte sie leicht verlegen und reichte Viktoria, wie sich die Freundin ihres Schwagers vorstellte, die Hand. Und diese Berührung musste irgendwas bei beiden ausgelöst haben, denn die zwei Frauen waren sich sofort sympathisch. Danach war Hermines Großmutter dran, ihre Schwiegertochter zu begrüßen, auch wenn man bei ihrem Verhältnis nicht davon ausgehen brauchte, dass es ein solches Schwiegermutter- Schwiegertochter- Verhältnis war, denn Oma Hillary verstand sich sehr gut mit den Frauen ihrer Söhne.

Nachdem die Begrüßungen fast abgeschlossen waren, fragte Hermines Mum aber, ob da nicht noch jemand fehlte. Schließlich hieß es, dass Viktoria ihre kleine Tochter mitbringen wollte. Doch bevor sich Mrs. Granger nach ihr erkundigen konnte, hallte ein lauter, greller Schrei durch das Haus der Grangers...

„HERMINE"

Die Tochter der Grangers drehte sich nach Harry um und genau in diesem Moment traf sie auch schon eine Ladung Schnee im Gesicht. „Na warte", rief sie laut, nachdem sie wieder zu Luft gekommen war und auch den Schnee aus dem Gesicht gewischt hatte, Sie bückte sich ebenfalls nach Munition, denn irgendwie schien bei Harry der Spieltrieb durchgekommen zu sein. Und der frisch gefallene, nahezu rein daliegende Schnee lud ja nun geradewegs zu einer Schneeballschlacht ein.

Immer wieder wurden beide getroffen, bis Harry, der sich immer näher an seine Freundin heranarbeitete und Hermine schließlich wild kämpfend auf der Wiese lagen und sich gegenseitig einseiften. Harry stoppte erst, als er auf seiner Freundin lag, ihre Arme rechts und links an ihren Körper geklammert, und sich sicher war, dass der Lockenkopf keinen Angriff mehr starten konnte. Da schließlich ließ er seinen letzten Schneeball fallen, beugte sich zu einer geschlagen wirkenden Hermine runter und küsste sie erst mal lang und zärtlich.

Dann aber trennten sich ihre Lippen wieder und Harry sah seine Freundin neugierig an. „Und jetzt raus mit der Sprache, wer ist dieser David."

Hermine sah Harry kess an und erwiderte, „Bist wohl eifersüchtig?"

Harry wurde leicht rot und versuchte sich heraus zu winden. Doch dies amüsierte seine Liebste nur noch mehr. Sie gab ihm einen kurzen Kuss und lachte dann. „Aber das brauchst du nicht, Harry. David ist mein Cousin und Kumpel durch und durch." Dies schien für Harry zu reichen und sie versanken wieder in einen langen Kuss.

Die beiden schienen die Welt um sich herum vergessen zu haben und erst ein leises „Hatschi" in ihrer unmittelbaren Nähe, ließ die zwei Gryffindors auseinander fahren. Harry drückte sich hoch und suchte nach der Quelle des Geräusches. Es war ein kleines Mädchen, das neben ihnen stand und sie beide anstrahlte, wie es nur Mädchen konnten, wenn es um das Thema Liebe ging.

Harry und Hermine wurden leicht rot und standen auf. Dann lächelten sie dem Mädchen zu, doch es war schon wieder zu seiner rufenden Mutter gelaufen. Kurz darauf hieß es, nach Hause zu gehen, denn Hermine wollte ihren Onkel begrüßen und sich auch ein paar neue Klamotten anziehen. Daher beschleunigten sie auch ihre Schritte und erreichten das Haus der Grangers keine fünf Minuten später.

„Oh man, war das herrlich. Nicht wahr Harry?", fragte Hermine und steckte ihren Schal und die Mütze in den Ärmel ihres Mantels. Da Harry, der sich viel schneller ausziehen konnte, aber nicht antwortete, drehte sie sich um und bemerkte, dass die Augen ihres Freundes auf etwas Bestimmtes gerichtete schienen. Hermines folgte diesem Blick und ihre Augen trafen auf die eines kleinen dunkelhäutigen Mädchens. Dieses starrte Harry an und als der Gryffindor fragte, „Nanu, wer bist du denn?", da schien ihm im nächsten Moment das Trommelfell zu platzen. So laut und grell schrie die Kleine auf und rannte weg.

Vom Schrei alarmiert kamen auch keine zwei Sekunden später die übrigen Bewohner des Grangerhauses in die Diele gerannt und kaum, dass Onkel Bens Freundin Viktoria in Sichtweite ihrer Tochter war, rief diese auch schon aufgeregt, „Mami, Mami es ist Harry Potter. Es ist Harry Potter."

Kaum waren die Rufe des kleinen Mädchens verhallt, erstarb auch jede andere Bewegung im Raum und sämtliche Augen waren auf Harry gerichtet, der sich dadurch zunehmend unwohler fühlte. Seine Augen gingen zu Viktoria und diese schien plötzlich abzuwägen. Dann sah sie die anderen im Raum an und als ihr Blick auf Hermine traf, schien sie sich an was zu erinnern.

„Granger... Hermine Granger... oh man bin ich vergesslich. Natürlich... Granger, wie oft hat Angie von ihr gesprochen..."

„Angie?", fragte Hermines Onkel. „Deine Schwester? Und was hat das zu bedeuten? Woher kennte Angie meine Nichte?" Dann drehte er sich zu seinem Bruder und fragte vorsichtig, „ist Hermine etwa... " Sein Blick musterte Jane und Henry Granger, die beide immer noch leicht geschockt da standen und zu keinem Worte fähig waren.

So war es dann auch David, der es laut aussprach und meinte, dass Hermine eine Hexe sei und das überraschende für Hermine war, dass ihr Cousin so gut damit klar kam. Kurz darauf meldete sich auch Maggie, Viktorias Tochter wieder zu Wort und wollte unbedingt mit Harry sprechen. Daher, und weil Oma Hillary die wohl blasseste im Raum war und kurz vor einer Ohnmacht stand, hieß es für alle erst einmal ein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten. Man teilte sich dabei auch in zwei Gruppen auf und so kam es, dass Harry und Hermine David und Maggie mitnahmen und die Erwachsenen ihr eigenes Grüppchen bildeten.

Hermine führte ihren Cousin, dessen Augen nun bewundernd auf Harry lagen und seine vielleicht - mal Stiefschwester in ihr Zimmer und sie begannen den Muggel ein wenig aufzuklären. Besonders Harry hatte dabei einige Mühe, denn der Junge wusste noch nicht wirklich viel von der Zaubererwelt. Und dass was er wusste, hatte ihm Maggie beigebracht und die war ja schließlich erst neun und hatte das gleiche Faible für den Jungen, der lebt wie Ginny früher. Glücklicherweise war die Kleine dann aber doch schon soweit, dass sie rasch begriff, dass manches halt nicht so stimmte und Harry auch nur ein Junge war.

„Was mich aber interessiert", fragte Harry kurz vor Ende ihrer kleinen Sitzung. „Wer ist Angie und woher kennt sie Hermine so gut?"

Bei der Erwähnung dieses Namens konnte man plötzlich bei David ein sonderliches Funkeln in den Augen erkennen. Bevor Hermines Cousin aber antworten konnte, platze Maggie auch schon heraus. „Oh Angie ist meine Tante. Sie ist etwas jünger als Mum und David..."- Sie grinste ihren Stiefbruder schelmisch an -",... David steht auf sie..."

„Ist gar nicht wahr", versuchte sich der Junge zu verteidigen. Doch sein Gesicht, welches einer überreifen Tomate glich, verriet den beiden Gryffindors das Gegenteil.

„Ja schön Maggie, sie ist deine Tante und jüngere Schwester deiner Mum. Aber wie heißt sie?" Fragte nun Hermine, die genau wissen wollte, wer Informationen über sie weiter gab.

„Sie heißt Angelina Johnson"

Harry klappte der Mund auf und er versuchte sich an seine frühere Mannschaftskameradin zu erinnern. Dann überkam es ihn und er grinste David an. „Gute Wahl, mein Lieber. Die kleine hat Feuer im Hintern." Diese Bemerkung bereute Harry aber schon im nächsten Moment, denn ein sehr spitzer Ellenbogen bohrte sich schmerzhaft in seine Seite. Danach kam noch ein böser Blick von Hermine und Harry musste seine Liebste schnell mit einem Kuss wieder besänftigen. Kurz darauf rief Mrs. Granger sie zum Mittagessen runter und bevor sie das Zimmer hinter sich ließen, hörte Harry Hermine noch leise an David gewandt fragen, ob er sich schon Gedanken gemacht hat, weil es ja nach dem Mittagessen ernst werden würde. Doch der Junge grinste nur und meinte, dass sie sich überraschen lassen solle. Ab hier bildete Harrys Kopf nur noch ein großes Fragezeichen.

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