Hey Leuter's,
viel Spaß mit dem neuen Cap. Es kommt ausnahmsweise schon heute, da ich mir mal ein längeres Wochenende gönne und dadurch nicht ins Netzt kann.
Aber denkt dran, gebt' s mir.
Euer Mr. Figgs
Kapitel 62
Es dauerte einige Minuten bis Damion scheinbar die richtigen Worte gefunden hatte und in dieser Zeit, in der sich die drei Gryffindors anschauten, schossen Harry immer mehr Fragen durch den Kopf. Schließlich aber begann Damion.
„Weißt du Harry, es ist alles ein wenig verwirrend und wir zwei müssen selbst noch damit klar kommen, doch glaub mir, es ist alles nur halb so schlimm, wie es sich anhört. Vielleicht ist es sogar besser, wenn wir dir noch ein wenig mehr erzählen..."
Harry sah Damion nachdenklich an und dann ging sein Blick zu Ginny und zum ersten Mal seit langem, bemerkte er, dass seine rothaarige Freundin etwas verunsichert wirkte. Daher lächelte der Gryffindor ihr aufmunternd zu und wartete darauf, was sie ihm erzählen würden.
Flashback
Molly und Arthur Weasley saßen in der Küche des Fuchsbaues und versuchten die Erlebnisse der letzten Nacht zu verarbeiten. Geschlafen hatten sie nicht wirklich und daher zog sich der Geruch von sehr starkem Kaffee durch das Haus, mit dem sich die beiden Erwachsenen versuchten wach zu halten.
Molly nahm es wohl am meisten mit und sie hatte sich im Kopf schon die verschiedensten Szenarien ausgedacht, wie es wohl mit ihrer Ginny weiter ging. Und daher schreckte sie wohl auch als erste auf, als sich die Tür zur Küche leicht öffnete. Jedoch stockte das Türblatt in seiner Bewegung, so als würde der Hereinkommende zögern. Molly und Arthur waren zum zerreißen angespannt. Doch alles was in den Raum drang waren Stimmen, leise Stimmen.
„Ich... ich kann das nicht, Damion", flüsterte Ginny.
„Aber warum denn Gin. Es sind deine Eltern. Sie werden es verstehen", versuchte Damion seine Liebste zu beruhigen.
„Ja eben... meine Eltern und vor allem mein Vater. Du hast seinen entsetzten Blick... sein schockiertes Gesicht ja nicht gesehen."
Auf diese Aussage hin sah es so aus, als würde die Tür wieder rangezogen werden und Arthur war fast soweit aufzuspringen. Da aber erklang Damions Stimme erneut.
„Und er wird es verstehen Ginny. Bei Merlin, es gehört doch nun mal dazu, wenn man sich liebt. Und denk dran Schatz, sie sind selber Eltern. Sie sind nicht prüde oder so. Sie haben es schließlich auch mindestens sieben Mal getan. Halt, sechsmal, einmal sind ja Zwillinge heraus gekommen. Was heißt sie haben sich selbst um einmal betrogen..."
„Pst, nicht so laut du Idiot", fauchte Ginny und Damion lachte. Der Junge schien bei allem immer irgendwie was Komisches zu sehen. Dann aber hörte man ihn sagen, dass sie nun mal da durch mussten und mit einem Ruck ging die Tür auf. Ginny und Damion, wobei das Mädchen eher geschubst wurde, betraten den Raum. Beide schauten überrascht zu Molly und Arthur und während sich auf beiden Gesichtern ein deutlicher Rotschimmer abzeichnete, lächelten sie den Erwachsenen verlegen zu.
Es dauerte noch einige Sekunden, bis Bewegung in die vier Personen kam. Doch als sich Ginnys Eltern letztendlich aus ihrer Starre befreit hatten, gab es kein Halten mehr und die Rothaarige wurde in die Arme ihrer Mutter gezogen.
„Oh Ginny, du lebst. Oh ich dachte, ich hätte dich... hätte euch beide verloren..."
Ginny war wegen der Reaktion ihrer Mutter total überrascht und als sie sich ein wenig lösen konnte, fiel ihr Blick auf ihren Vater. Arthur lächelte ihr zu und nickte mit dem Kopf. Dann sah er zu Damion und bevor dieser etwaige Entschuldigungen anbringen konnte, für das, was er getan hatte, zog er den Jungen in seine Arme. Ginny hörte, wie ihr Vater Damion in der Familie begrüßte. Sie sah dies mit Freude und wandte sich wieder ihrer Mum zu.
„Aber warum sollte ich nicht mehr leben, Mum. Ich wusste doch, was ich tue. Und..."- erst jetzt fiel Ginny etwas auf, das den Raum betraf- „... und wieso sind die Vorhänge geschlossen. Mum, es ist herrlichster Sonnenschein draußen."
Ginny entzog sich der Umarmung von Molly Weasley und ging zum Fenster. Dort griff sie nach dem schweren roten Stoff und zog ihn beiseite. Molly schrie voller Angst „Nein", doch entgegen ihrer schlimmsten Träume passierte rein gar nichts. Kein Schrei, kein Zischen und kein Zerfallen zu Staub, wie Molly es früher in der Schule gelernt hatte. Ginny blieb einfach sie selbst und drehte sich mit einem Grinsen um.
„Wie ist das möglich", fragte Mrs. Weasley völlig überrascht und Damion antwortete, „durch Ginny."
„Durch Ginny?", fragte nun auch Mr. Weasley und Damion lächelte.
„Ja Arthur, doch um das so wirklich zu verstehen, müssen wir beide uns selbst noch etwas belesen. Ich habe nur eine Ahnung, ein Gefühl und mein Wissen aus der Zeit, wo ich mit Dad gereist bin."
„Und dieses Gefühl sagt dir, dass Ginny es war?", fragte Mr. Weasley und Damion lächelte erneut.
„Ja. Dies und eine Theorie, die sich in den letzten Stunden in meinem Kopf gebildet hat. Ich denke mal alles begann mit der Geschichte, die eure Familie betrifft und damit, dass sich die Natur immer und stetig weiterentwickelt. Ich denke, dass mit der Geburt des Babys von Mi... wie war ihr Name...?"
„Mariam Lonegan", half Molly
„Also mit der Geburt von Mariams und Gre …Gregorys Baby wurde der Grundstein gelegt. Denn wie ihr vielleicht wisst oder auch nicht, gibt es so etwas wie geborene Vampire nicht wirklich. Klar gibt es natürliche Nachkommen von Vampiren oder Mischverbindungen wie die von Gregory und Mariam, doch die frisch geborenen Babys haben niemals die sichtbaren Merkmale eines Vampirs, noch habe sie ein unstillbares Verlangen nach Blut. Wäre ja auch extrem schmerzhaft für die junge Mutter..." – Damion grinste schelmisch, sprach aber gleich weiter, um den beiden Frauen keinen Freiraum für Kommentare zu lassen. „Nein, diese Merkmale prägen sich erst in der Pubertät aus und werden in einer feierlichen Zeremonie, wo der Vater seinen Sohn oder seine Tochter zum wahren Vampir macht, gefestigt."
„Aber was ist dann mit den Kindvampiren, die gegen Ende des letzten Jahrhunderts halb Europa terrorisiert haben?"
Alle Blicke lagen nun auf Arthur und Molly stimmte ihrem Mann mit einem Nicken zu. Damion hatte darauf aber eine kurze und knappe Antwort."
„Sie waren alle gebissen worden, Arthur. Ich meinte ja nicht, dass es unmöglich sei, schon mit sechs Jahren zum Vampir zu werden. Ich sagte nur, dass all jene, die sich gern als geborene Vampire bezeichnen, und deren leibliche Eltern Vampire sind zwar mit dem Virus im Körper auf die Welt gekommen sind, aber eben nicht sofort zu Blutsaugern werden."
Molly und ihr Mann sahen den Jungen vor sich mit großen Augen an und waren überrascht, über welches Wissen dieser doch verfügte. Stephano Styls musste ein wirklich guter Lehrer und Vater ein.
„Allerdings sollte man diese Kinder niemals unterschätzen. Sie haben von Geburt an um einiges mehr Macht und Kraft als ein gebissener Vampir. Doch ich denke, ich bin abgeschweift."
Mit diesen Worten legte Damion seinen Arm um Ginny, küsste sie kurz und erklärte weiter. „Also ich vermute mal stark, dass, nachdem Mariam ihr Kind bekommen hatte, und dieses dann im notwendigen Alter nicht durch seinen Vater zum wahren Vampir gemacht wurde, dass sich der Virus im Blut eurer Familie an die neuen Gegebenheiten angepasst hat. Mariams Baby wuchs wahrscheinlich wie ein normales Kind auf und auch wenn ich mir vorstellen könnte, dass seine Pubertät um einiges schwieriger war, als es üblich ist, so hat es dennoch überlebt und später selbst eine neue Familie gegründet."
„Ja aber wieso kannst du dann heute hier stehen, Damion?" Arthur warf seinen Schwiegersohn in spe einen fragenden Blick zu und der braunhaarige Junge lächelte. „Weil jeder Vampir, der gebissen wird nicht die Macht und Merkmale des Vampirs aufnimmt, der ihn infiziert hat, sondern sie kommen durch das Blut desjenigen, der es ihm gibt. Denk doch mal, Arthur, wenn jede Kuh, jedes Pferd und jeder Mensch, der gebissen wurde da sein Blut als Nahrung dienst, wenn sie alle zum Vampir werden würden, was wir dann für Massen davon auf der Welt hätten. Nein, jedes Lebewesen, das mit dem Virus infiziert wird und nicht alsbald Vampirblut trinkt, stirbt binnen kürzester Zeit."
Die Weasleys sahen Damion mit offenen Mündern an und Styls Sohn konnte förmlich sehen, welche Frage sich in ihren Köpfen bildete. Daher kam er dieser zuvor und erklärte Molly und Arthur, dass sein Vater einen sehr alten Zauber angewendet hatte, um die Verwandlung aufzuhalten. Ginnys Eltern nahmen die Erklärung hin und somit blieb es dem Jungen erspart, zu erzählen, wie er gebissen wurde. Auch schienen Molly und Arthur die Sache mit Draco vergessen zu haben, oder sie hatten ihre eigene Meinung dazu, ließen es aber vorerst auf sich beruhen.
Was die beiden Erwachsenen allerdings nicht vergessen hatten war das, was der Verwandlung gefolgt war und mit plötzlich sehr ernsten Gesichtern bat Arthur die beiden Jungendlichen sich zu setzen. Ginny und Damion kamen dem auch nach, jedoch war ihr Auftreten mit einem Male um einiges unsicherer.
„Damion... Ginny...", begann Arthur mit ernster Stimme. „Die Dinge, die ich gestern miterleben musste, und die ich auch nur langsam begreife, haben für mich jedoch eine große Bedeutung. Die Weasleys sind schon immer eines gewesen... eine Familie. Und aus diesem Grunde haben Molly und ich beschlossen, dass auch wenn ihr und wir die Sache mit eurer doch sehr ungewöhnlichen Verbindung, eurer Bluthochzeit, geheim halten wollen, dass ihr zumindest ein Zeichen der Verbundenheit in der Öffentlichkeit tragen solltet..."
Ginny und Damion sahen ihren Vater mit großen Augen an und da Arthur nicht weiter sprach, übernahm dies Molly, die nun in ihren Umhang griff und etwas heraus holte.
„Was Arthur meint ist, dass wir zwei zwar immer noch der Meinung sind, dass Ginny viel zu jung für die Hochzeit war. Doch Liebe ist nun mal Liebe und geschehen ist geschehen. Und daher möchten wir euch heute etwas geben."
Mit diesen Worten hob Molly ein kleines, mit rotem Samt bezogenes Kästchen hoch, öffnete es und zum Vorschein kamen zwei Ringe, deren Gold in der morgendlichen Sonne glänzte. Ginny schaute ihre Mutter überrascht an. „Mum, was..."
„Schsch Ginny, du kannst ihn ruhig nehmen. Es sind unsere Verlobungsringe. Irgendwann, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass es noch ein paar Jahre dauert, wären sie eh euer gewesen."
„Ja, das stimmt mein Engel...", setzte Arthur hinzu. „und auch wenn ich weiß, dass ihr ja eigentlich verheiratet seid, denke ich, dass es für die Öffentlichkeit jedoch besser aussähe, wenn wir einen Schritt zurück gehen."
Arthur Weasley war zwar sonst nicht der Mann, der gern Geheimnisse oder Unwahrheiten befürwortete, doch hier ging es um seine Tochter, seinen Engel. Und weil er wusste, was für Fragen und Unannehmlichkeiten seitens des Ministeriums auf die beiden zukommen würden, stand sein Entschluss fest. Ein Entschluss, dem auch Damion und Ginny zustimmten...
Flashback Ende
„Oh, was sind das für Ringe? Die sehen ja göttlich aus."
Hermines Stimme hallte von der Treppe her und riss damit Harry, Ginny und Damion aus ihren Gedanken. Das junge Paar hatte nämlich zum Ende der Erzählung hin jeder unbewusst die Hand leicht nach vorn und damit in Richtung Harry gestreckt und dadurch konnte man die beiden Ringe wunderbar betrachten.
„Es sind unsere Ho..."
„Verlobungsringe, Hermine"
Damion hatte schnell den kleinen Ausrutscher seiner Liebsten kaschiert und weil Hermine so auf das edle Metall stierte, bekam die sonst so aufmerksame Hexe diesen auch gar nicht so recht mit. Harry unterstützte seinen Kumpel und nahm seine Freundin in den Arm. „Verlobt Hermine, ist das nicht schön?"
Der Lockenkopf nickte und beglückwünschte ihre beiden Freunde zu diesem Schritt. Danach setzte man sich noch kurz hin und wartete auf Blaise, der wenige Augenblick später auch schon die Treppe der Mädchen herunter kam und nach oben noch einige Sprüche losließ, welche die Mädchen mit Sätzen wie „alles nur leere Versprechen" und „übernimm dich nicht, Zabini" quittierten.
Harry musste lachen, als er dies hörte und ein Gefühl der Freude, endlich wieder in Hogwarts zu sein, breitete sich in seinem Körper aus. Er legte seinen Arm um Hermine, um dieses Gefühl noch zu verstärken, und küsste seine Freundin lange und liebevoll. Als dann aber Damion und die anderen beschlossen ins Bett zu gehen, bemerkte Harry, dass Hogwarts dann doch nicht so perfekt war, hieß es nämlich ab heute wieder allein zu schlafen. Zwar hatte Damion schon angedeutete, dass er sich unbedingt was einfallen lassen musste, Dann wiederum wollte sei Glück nicht gleich am ersten Tage zurück in Hogwarts herausfordern.
Daher verabschiedeten sich Harry und Damion von ihren Liebsten und wenig später lag man auch schon im Bett. Einschlafen konnte Harry jedoch nicht sofort. Hermines Wärme fehlte ihm und so warf er sich etwas hin und her. Schließlich fragte Damion was denn sei. Allerdings wusste Harry ab dem Moment, wo er seinem Kumpel sagte, dass er Hermine vermisste, dass er so schnell nicht wieder offen antworten würde. Damions Grinsen, und seine spitzen Zähne funkelten regelrecht in die Nacht, wurde noch breiter und kaltschnäuzig erwiderte er, „Na dann sei froh, dass du zwei gesunde Hände hast...
Der nächste Morgen kam viel zu früh, fand Harry und dass Ron und Neville, ihrerseits eigentlich Langschläfer, schon auf waren und drängelten, damit man in die Große Halle kam, stärkte die Laune des Gryffindors auch nicht unbedingt. Allerdings gab es da ja Hermine und dass auch sie auf ihn wartete. Daher stand Harry dann doch auf, ging Duschen, was ja gestern ausgefallen war und traf sich mit seiner Freundin schließlich im Gemeinschaftsraum.
Dort wartete schon der Rest seiner Freunde, samt Blaise und seiner Schwester und mit genauso viel Neugier, wie sie bei Celines erstem Flug die Treppe hinauf, schauten die Gryffindors ihr nun zu, wie das Mädchen samt Rollstuhl ruhig die erste Treppe nach unter schwebte. In der Halle wartete dann das Frühstück und jeder schlug erbarmungslos zu.
Zum Ende des Essens allerdings geschah etwas, dass dem Schwarzhaarigen wieder einmal die Aufmerksamkeit der gesamten Großen Halle einbrachte. Parvati war die erste, welche die große schwarze Eule entdeckte. Das Tier gehörte zum Postschwarm, welcher wie immer kurz nach dem Frühstück in Hogwarts eintraf. Allerdings stach sie sofort aus den unzähligen anderen Eulen heraus, zumal sie direkt auf den Gryffindortisch zuflog und, was noch viel schlimmer war, einen leuchtend roten Brief zwischen ihren Krallen beförderte.
Harry sah unsicher zur Eule hinauf und seine Gesichtzüge entgleisten ihm, als das Tier immer näher heran kam. Einen Heuler? Wer könnte, sollte es wirklich der Fall sein, ihm einen Heuler schicken? Die Dursleys? Wohl eher nicht. Die Grangers? Nein, denn er wüsste nicht, was er getan haben sollte.
Schließlich erreichte die Eule den Gryffindortisch und sämtliche Augen der Halle waren auf Harry und den Vogel gerichtet. Hermines Freund fasste den Entschluss es schnell hinter sich zu bringen, den Brief entgegen zu nehmen und ihn aus der Halle zu befördern. Allerdings schien der Absender es anders gewollt zu haben und dass jeder im Umkreis von Harry seine Worte auch ja mitbekam. Bevor Harry es auch nur annähernd schaffte, den Brief zu fassen, da ließ die Eule ihre Fracht auch schon los, das Pergament entfaltete sich in der Luft und eine Frauenstimme schrie, dass sich Harry sie Haare aufstellten.
„HARRY POTTER, BIS DU WAHNSINNIG GEWORDEN? HAST DU EINE AHNUNG, WAS DIE DINGER GEKOSTET HABEN? NATÜRLICH WEISST DU DAS. DU HAST SIE JA GEKAUFT, HARRY, UND WENN ICH NICHT WÜSSTE, DASS ICH MIR DAMIT DEN ZORN ZWEIER GRANGERS AUF MICH ZIEHE, ICH WÜRDE DICH... KÜSSEN..."
Dann drehte sich der Brief, wie es auch damals Rons Heuler getan hatte, um einiges ruhiger zu Hermine und sagte, „Ach und schöne Grüße von meinem neuen Freund, Hermine. David kann es gar nicht erwarten, euch mal wieder zu sehen."
Und kaum waren diese Worte verklungen, zerschredderte sich das Pergament auch schon selbst und ließ einen mehr als nur betröpfelten Harry inmitten der fragenden Blicke sitzen. Einzig Ron schien ein wenig aufmerksamer gewesen zu sein und er schaute sich am Tisch um und fragte skeptisch, „War das nicht Angelinas Stimme?"
„Ja genau Ron, du hast recht", meinte Dean. „Sie klang genauso wie damals, als sie dich zur Schnecke gemacht hast."
Diese Aussage verpasst dem Rothaarigen einen kleinen Rotschimmer im Gesicht und er sank ein wenig zusammen. Nichtsdestotrotz lagen aber immer noch alle Blicke auf Harry und am meisten drückte wohl der von Hermine.
„Harry? Was hast du gemacht?"
„Nichts", kam es ein wenig zu schnell für Hermines Geschmack und sie sah ihren Freund mit hochgezogener Braue an.
„Na gut, nichts Schlimmes", verbesserte sich der Gryffindor rasch. Da seiner Freundin dies aber noch nicht genügte, straffte Harry seine Brust und begann zu erklären...
Flashback
„... oh man war das geil heute"
Mit diesen Worten warf David Granger sein Handtuch auf den Stuhl neben der Duschkabine und zog danach ungeniert seine blaue Badehose aus.
„Stimmt, besonders Hermine in ihrem knappen Bikini", fügte Harry hinzu und tat es seinem Kumpel nach. Allerdings musste er seitens David einen Protest hinnehmen, dass dieser so etwas im Bezug auf seine Cousine gar nicht hören wolle. Harry grinste, schnappte sich sein Duschgel und beide Jungen versuchten unter dem Prasseln des heißen Wassers den Chlorgeruch loszuwerden.
Es war doch schon ein wenig eklig den Geruch bis ganz tief in der Nase zu haben und während sie duschten, versuchte Harry Hermines Cousin noch ein wenig mehr auszuhorchen. Allerdings merkte er sehr schnell, dass David Angelina zwar sehr mochte, ihm aber irgendwie der entscheidende Kick, der passende Aufreißer fehlte. Und wie Harry so dastand, kam ihm plötzlich eine Idee. Wie der Gryffindor nun mal war, konnte diese auch nicht warten und aus einem Reflex heraus hob Harry plötzlich seinen Arm, deutete auf David und ohne dass dieser es merkte, flüsterte er „stupor".
David war natürlich sofort geschockt und bewusstlos und Harry, der das Umfallen seines Kumpels mittels eines Schwebezaubers aufhielt, bettete den Jungen rasch in einer ruhigen Ecke. Dann beschwor er eine Decke, einige Muggelabwehrzauber, die sie kurz vor den Ferien noch durchgenommen hatten und eine Illusion, dass die Ecke vollkommen leer war. Danach zog er sich rasch an und apparierte aus dem Schwimmbad.
Vor dem Gebäude angekommen rief er sich einen Artikel aus Rons abonnierter Zeitschrift „Quidditchwelt" ins Gedächtnis. In diesem Beitrag wurde über das Trainingszentrum der Nationalmannschaft berichtet und wo dieses sich befand. Zwei Sekunden später war Harry verschwunden, aber nur, um direkt in der Eingangshalle eines vor Quidditchaccessoires nur so strotzenden Gebäudes wieder aufzutauchen. Und kaum, dass er dort erschien, oder auch nur einen Blick erhaschen konnte, kam ihm auch schon ein streng aussehender Mann im schwarzen Anzug entgegen und fuhr ihn leicht an.
„Nein, nein und nochmals nein, habe ich gesagt. Die Mannschaft hat Trainingslager und während dieser Zeit gibt es keine Autogramme, Interviewes oder sonstiges."
„Ja aber, ich wollte doch nur...", versuchte Harry sein Anliegen vorzubringen. Doch der Mann wirkte geschafft und genervt, als hätte er die letzten Stunden nichts anderes getan, als Leute oder Fans abzuwimmeln. Vielleicht war es aber auch so, wenn man sich mal die zahlreichen Fußspuren auf dem Boden betrachtete. Harry startete einen weiteren Versuch, doch der Mann blockte und sprach plötzlich in eine kleine Anstecknadel an seines Revier und bat um den Sicherheitsdienst.
Harry schaute den Mann überrascht an und wollte gerade aufgeben, da schien das Schicksal doch ein Einsehen zu haben und hinter Harry erklang eine Stimme. „Harry?", fragte sie und sowohl der Gryffindor, als auch der Mann drehten sich um.
„Wood? Oliver Wood?", entfuhr des Harry und sein alter Mannschaftskapitän begann zu lächeln.
„Ja Harry, ich bin's. Aber man sag doch, was verschlägt dich hier her?"
Harry grinste, wurde dann aber von seinem vorhergehenden Gesprächspartner abgelenkt. Dieser sah nämlich nun leicht unsicher zu Oliver und fragte, „Mr. Wood, kennen sie den jungen Mann?"
Oliver Woods Augen wurden größer und es sah so aus, als könnte er den Mann nicht verstehen. „Natürlich kenne ich ihn, Adrian. Das ist Harry Potter und wir zwei haben zusammen in Hogwarts Quidditch gespielt. Er ist der jüngste Sucher seit über hundert Jahren gewesen und hat bisher fast jedes Spiel gewonnen."
Adrian, wie Oliver den Mann genannt hatte, starrte Harry an und unweigerlich ging sein Blick auch zur Stirn des Gryffindors. Dann nahm sein Gesicht einen leichten Rotschimmer an und er bat um Verzeihung. Glücklicherweise für Adrian ging im nächsten Moment auch schon eine Sirene an der Decke an und mit einem erleichterten Blick verabschiedete er sich von Harry und Oliver, mit der Bitte, dass sich letzterer um den Gast kümmerte.
„Nimm's ihm nicht übel. Zurzeit ist die Hölle los hier. Dauernd versuchen irgendwelche Fans reinzukommen, um Autogramme zu erhaschen. Ist halt nicht so oft, dass Ferien und dann auch noch alle Starspieler auf einem Haufen sind."
Oliver geleitete Harry ein wenig ins Innere des Gebäudes und erklärte ihm, dass in einigen Tagen, an Neujahr um genau zu sein, ein großes Spiel, wenn auch nur ein Benefizspiel mit dem amtierenden Weltmeister Irland, anstand. Harry hörte dem Jungen zu und fragte dann, wie es kam, dass er, Oliver Wood, heute hier war und warum es so schien, dass der Mann von eben sogar zu ihm aufschaute. Wood grinste.
„Weil, Harry, ich es wieder einmal geschafft habe. Fast fünfhundert Bewerber und ich habe sie ausgestochen. Harry, vor dir steht der neue und bisher jüngste Co-Trainer der Nationalmannschaft."
Harry schaute Oliver erstaunt an, gratulierte danach und musste dann ein wenig schmunzeln, wie stolz der ehemalige Gryffindor vor ihm stand. Dann fragte Wood allerdings, wieso Harry hier war. Mit einem Grinsen meinte er, dass die Stelle des Suchers nämlich schon besetzt sei. Hermines Freund allerdings wurde es ein wenig komisch, denn zum ersten Male sah es so aus, als würde er doch seinen Namen einsetzten. Schließlich aber gab er sich einen Ruck und erzählte Oliver von David und dass dieser sich in Angelina verknallt habe. Und am Ende der kleinen Geschichte fragte Harry vorsichtig, ob denn nicht die Möglichkeit bestände, noch zwei Karten für eben das vorher angesprochene Quidditchspiel zu bekommen.
Oliver Wood sah Harry nachdenklich an und bat dann den Gryffindor, ihm zu folgen. Sie liefen einige Gänge entlang und es kam Harry so vor, als würden sie immer weiter unter die Erde gehen. Schließlich kamen die Beiden vor einer großen Tür an und als diese sich öffnet, passierte dasselbe mit Harrys Mund. Von einer auf die andere Sekunde standen Harry und Wood mitten in einem riesigen Quidditchstadion.
Harrys Augen wanderten überall hin und er fragte sich, wie dies nur möglich war. Dann aber bemerkte der Gryffindor, dass der Himmel über ihnen nicht echt, sondern ähnlich wie die Decke der Großen Halle verzaubert war. Harry war einfach nur benommen von dieser Größe hier und fast hätte er sich verloren, aber nur fast, denn im nächsten Moment rauschten auch schon mehrere Personen auf Besen an ihm vorbei. Es waren die Spieler der Nationalmannschaft, die gerade trainierten. Harry sah ihnen nach und verfolgte ihre Manöver mit Argusaugen. Jedenfalls solange, bis er von hinten angesprochen wurde.
Harry brach seine Beobachtungen ab und drehte sich um. Seine Augen trafen dabei auf zwei blaue, markant funkelnde und diese gehörten einem Manne, den Harry bisher nur aus Ron Zeitungen kannte und der nun nur wenige Zentimeter vor ihm stand. Es war Gedion Raphael Blackmoor, ehemals bester Hüter aller Zeiten und jetziger Trainer der Nationalmannschaft,
„Und wen haben wir hier, Wood?"
„Sir, das ist Harry Potter, ein alter Freund von ...", versuchte Oliver rasch zu erklären.
„Potter also...", unterbrach der Mann seinen Assi und er grinste. Harry kam der Mann von seiner Art her ein wenig wie Moody vor und er nickte leicht, um ihn zu begrüßen.
„Und was will Mr. Potter?"
Blackmoor schien durch Harrys Namen allerdings nicht dem allseits bekannten Verhalten zu verfallen und den Gryffindor zu bewundern, und genau dies machte ihn Harry sympathisch. Als die Nettigkeiten dann schließlich ausgetauscht waren, kam Harry zum Grund seines Besuchs und von seitens des Trainers, der auch mit zu den Eigentümern des Stadions gehörte, gab es keine Probleme. Harry sollte die zwei Karten bekommen. Und nicht nur irgendwelche, sondern die für zwei Plätze in der Ehrenloge.
Harry war natürlich überrascht und sah den Mann mit großen Augen an. Dann aber kam er zum nächsten Punkt und fragte, wie viel er denn dem Mann schuldete. Daraufhin machte der Trainer ein etwas beleidigtes Gesicht und meinte, dass er überhaupt nichts zahlen muss. Dies wiederum gefiel Harry nicht und sein Gesicht verdunkelte sich. Es entbrannte sozusagen eine Art Kampf der Geister.
Oliver Wood kannte nun beide recht gut und wusste, dass dies eine schwierige Sache werden könnte und beschloss daher, einzuschreiten. Er beugte sich zum Trainer und flüsterte ihm was ist Ohr. Zuerst runzelte Blackmoor zwar die Stirn, dann aber hellte sich sein Gesicht auf.
„OK" sagte er. „Mr. Potter möchte etwas für die Karten leisten und ich will kein Geld von ihm. Bleibt uns also nur eines übrig und ich hoffe, dass sie, Mr. Potter, damit einverstanden sind."
Und bevor Harry antworten konnte, hatte Backmoor seine Entscheidung getroffen. Er pfiff zweimal und binnen weniger Augenblicke waren alle Spieler der Nationalmannschaft bei ihnen gelandet. Einige erkannten Harry und sie tuschelten. Doch dies schien ihren Trainer nicht zu berühren. Blackmoor forderte seine Jungs auf, sich ordentlich hinzustellen und dann wandte er sich an Harry. Dieser sollte ins Zentrum der Mannschaft gehen.
Dann blickte der Trainer zu Wood und dieser zog plötzlich eine Art Kamera aus seinem Umhang. Er vergrößerte diese und wenige Minuten später schoss Oliver auch schon mehrere Fotos von Harry und der gesamten Mannschaft. Dann zückte er seinen Zauberstab und binnen weniger Sekunden entwickelte er eines der Bilder. Dieses ließ er dann auf Postergröße wachsen und überreichte es Gedion Blackmoor. Harry sah den Mann etwas unsicher und fragend an.
„Nun Mr. Potter, ich mache ihnen jetzt folgenden Vorschlag. Wir haben hier ein wunderschönes Poster der Mannschaft und von ihnen und sie unterschreiben im Gegenzug für die Karten darauf."
„Und dann?", fragte Harry etwas überrascht, da er nicht dachte, dass eine kleine Unterschrift den Wert der beiden Karten wettmachte. Blackmoor grinste aber nur und meinte daraufhin, „Und dann werden wir dieses Poster versteigern und zwar auf dem Ball nach dem Benefizspiel. Der Erlös kommt dann einer wohltätigen Organisation zugute und damit denke ich, können sie mit Sicherheit leben, oder?"
Harry sah den Trainer der Mannschaft mit großen Augen an, nickte aber zustimmend und nahm den Stift, den ihm Oliver hinhielt. Danach überreichte Oliver ihn zwei Karten und nach einer kurzen Erklärung dazu und noch einigen Worten mit der Mannschaft, bemerkte Harry, dass es Zeit wurde, wieder ins Schwimmbad zurückzukehren. Glücklichweise war erst eine halbe Stunde vergangen.
Drei Minuten später stand Harry auch schon wieder in der Umkleidekabine. Dort zog er sich rasch wieder aus, ließ David wieder erscheinen und während er das Wasser der Dusche über den Körper von Hermines Cousin prasseln ließ, beendete er alle anderen Zauber und meinte so, als wäre er nie weg gewesen, dass es nun reichen dürfte, um den Chlorgeruch loszuwerden.
Zuerst schreckte David ein wenig hoch und sah sich verwirrt um. Harry kaschierte die ganze Situation aber, indem er David ermahnt, nicht so viel und so lange über die Sache mit Angelina zu grübeln. Sicher würde sich ein Weg finden lassen, damit sie zusammen kämen, doch dies bräuchte halt Zeit. Kurz darauf waren Harry und David fertig angezogen und wurden schon von einer leicht stinkigen Hermine erwartet. David entschuldigte sich dafür und dass er die Zeit vergessen habe und Harry grinste leicht in sich hinein.
Zwei Tage später überreichte Harry David dann schließlich die zwei Karten für das Quidditchspiel und er erklärte dem Jungen auch, dass das Ticket mit dem roten Rand für Angelina sei und dass das andere, jenes mit dem grünen Rand, speziell für Muggel entwickelt wurde. David musste nur noch seinen vollständigen Namen eintragen und einen winzigen Tropfen seines Blutes in das dafür vorgesehen Fensterchen tröpfeln. Danach stände ihm und Angelina nichts mehr im Weg, einen Abend volle Magie und Quidditch zu genießen.
Was Harry jedoch nicht ahnen konnte war, dass der Abend für die Besitzer der zwei Karten nicht nach dem Spiel zu ende war. Die Tickets waren nämlich außerdem noch die Einladung zum anschließenden Benefizball, bei dem auch das Poster verlost werden würde.
Flashback Ende
Die ganze Halle hatte gespannt zugehört, als Harry erklärte und viele sahen ihn mit großen Augen an. Ron konnte es nicht fassen, was aus Wood geworden war und dass Harry die Nationalmannschaft getroffen hatte. Glücklicherweise war heute aber noch Unterricht und so baten die Lehrer ihre Schüler im nächsten Moment, sich in ihre Klassenräume zu begeben.
Etwas, was Harry sehr gelegen kam...
TBC
15
