Hey Leuter's ,
hier das nächste Cap, auch wenn es ungewohnt kurz ist. Nehmt es einfach mal so hin. Die folgenden Kapitel sind dann wieder länger.
Tschau Mr. Figgs
Kapitel 70
„Hier schau mal Harry", rief Ginny ein wenig aufgeregt. „Das habe ich da hinten gefunden, ganz weit unten in einem der Regale. Es ist schon ein wenig zerfressen und ich glaube auch, dass ein Teil fehlt, doch es scheint wirklich das einzige hier zu sein, was auch nur annähernd mal den Namen Gryffindor nennt."
Harry nahm das Buch entgegen und legte es mit äußerster Sorgfalt auf den Tisch, wo bisher Hermine gearbeitet hatte. Ihrer war am aufgeräumtesten, da sich der Lockenkopf die Mühe machte, gelesene Manuskripte auch wieder an ihren ursprünglichen Platz zu bringen. Vorsichtig öffnet Harry den Einband unter den strengen Blicken von Professor McGonagall und Damions Vater. Beide hielten sicherheitshalber ihre Zauberstäbe bereit. Man konnte ja nie wissen.
Was die Schüler um Harry herum allerdings erblickten, war weniger ein Tagebuch, als vielmehr ein altes, OK sehr altes Lehrbuch für Verwandlungen. Allein schon der Zustand der Seiten und das Hineingeschmierte hätten bei Madame Pince einen Herzinfarkt, oder zumindest einen Schreianfall ausgelöst. Doch Ginny bat ihren Freund etwas vorzublättern, auch wenn das schwierig war, da sich das Pergament unter Harrys Händen allmählich in Staub verwandelte. Schließlich kam Harry zu den letzten Kapiteln des Lehrbuches, die allesamt von der Verwandlung lebloser Dinge handelten.
Harry musste schon etwas schmunzeln, da diese Themen Stoff der vierten Klasse waren, auf dem Einband aber siebenter Jahrgang angegeben war. Die Zeiten hatten sich also geändert. Schließlich erreichte Harry den Grund für Ginnys Aufregung. Es waren handschriftlich Notizen, die Harry an den Halbblutprinzen erinnerten. Dann wiederum waren sie so völlig anders, denn sie verbesserten nicht etwaige Sprüche oder Tränke, sondern schienen Gedanken und Erlebnisse zu sein, die man sonst nur in ein Tagebuch schrieb. Harry suchte den wohl noch am leserlichsten Teil der mit schwarzer Tinte geschriebenen Worte und las dann laut vor.
„... bei Merlin und seinem Stabe, ich kann nicht mehr ... weiß nicht, ob ich dass überhaupt schaffe. Wie kann mir das Schicksal nur so unmenschlich gesinnt sein. ... ich habe noch nicht mal meinen Abschluss ... bin noch nicht mal freigesprochen, um zu zaubern ... und doch soll ich diese Aufgabe bewältigen, die mir das Schicksal auferlegt hat ..."
Alle schauten Harry an und dieser fühlte sich irgendwie an sich erinnert. Ron und Hermine schienen es ebenso zu sehen, wobei der Rothaarige allerdings die Frage in den Raum warf, ob der Verfasser dieses Textes vielleicht mit dem Gesetz im Konflikt stand. Denn er sprach ja von Freisprechen.
Professor Styls lächelte ob der Vermutung von Harrys Freund und erwidert, „Nein Mr. Weasley, das wird er nicht. Das Freisprechen, von dem er hier offensichtlich schreibt, nun das wird euch wenn alles gut geht, auch in einige Monaten ereilen. Freisprechung ist ein alter Begriff der Muggel, den meist die Handwerker benutzen, wenn ihre Lehrlinge die Gesellenprüfung bestanden haben. Sie waren dann frei zu gehen, also freigesprochen. In Hogwarts läuft das ähnlich und ihr werdet mit Bestehen der Prüfung auch frei sein, um dahin zu gehen, wo ihr wollt."
Alle schauten den Professor an und danach zur Direktorin, die zustimmend nickte und lächelte. Einzig Harry war nicht ganz so überrascht und kümmerte sich darum, vorsichtig die nächste Seite aufzuschlagen. Dem Gryffindor war nun bewusst geworden, dass dies hier einst einem Schüler von Hogwarts gehört haben muss und dies schürte natürlich seine Neugier. Schließlich, zwei Seiten weiter, fand Harry den nächsten Eintrag mit der schwarzen Tinte und er räusperte sich leicht, damit die anderen ihm wieder zuhörten.
„... Kräuterkunde geschafft... Zaubertränke durchlitten... was bleibt sind noch vier Fächer. Doch glücklicherweise muss ich mich ihnen erst in vier Tagen stellen. Andernfalls hätte ich dazu keine Kraft, denn das Schicksal scheint einen makaberen Sinn für Humor zu haben ... Wie sonst sollte man verstehen... mit dem menschlichen Geiste begreifen ... warum der heutige Tag so grausam sein konnte. Warum musst erlebtes Glück gleich wieder zunichte gemacht werden. Was passiert ist? Nun... ich will es kund tun. Heute, man schreibt den siebenden Juno im Jahre des Herren tausendvierundfünfzig, brachte die Liebe meines Lebens, Elionora Blackwood unseren gemeinsamen Sohn Alexander zur Welt..."
„Ein Kind?", rief Ron überrascht. „Aber er geht noch zur Schule." Durch den Ausbruch aufgeschreckt schauten alle zu Ron und Harry nutzte dies, um seinen Mund wieder ein wenig zu befeuchten.
„Nun Mr. Weasley, dies war in der damaligen Zeit keine Besonderheit. Viele junge Frauen bekamen schon sehr früh Kinder und heirateten auch in sehr jungen Jahren."
„Ja aber", versuchte Ron der Aussage von Professor McGonagall etwas entgegen zu setzen. Hermine unterbrach ihren Kumpel aber und fragte ihn nur rasch und knapp nach dem Alter von Bill. Sofort verstummte der Rothaarige, wurde leicht rot und alle mussten schmunzeln, denn wenn man mal nachrechnete, so hatte Arthur den Glückstreffen bei Molly wohl auch noch in deren Schulzeit gesetzt. Kurz darauf konnte Harry weiterlesen.
„... unseren gemeinsamen Sohn Alexander zur Welt... ach hier geht's weiter... Doch mein Glück hielt nicht lange, denn schon am Nachmittag erreichte mich die Kunde vom Unfall meines Großvaters. Ich eilte sofort ins Schloss zurück und wurde an sein Bett geführt. Keiner konnte mir sagen, was geschehen war, doch die Verletzungen im Gesicht und am Rest des Körpers deuteten auf einen schweren Sturz hin. Großvater Godric wollte an diesem Tage eigentlich die Felsen zum See hinunter sichern...Jetzt aber lag er hier vor mir mit gebrochenem Körper. ... einmal mehr flammte in mir die Wut auf. Wut auf meinen Vater, welcher uns vor fünf Jahren nach einem Streit mit Sir Godric verlassen hatte. Ich weiß noch nicht einmal ob er noch lebt, doch ich fürchte nicht, nach all dem, was mein Großvater mir erzählt hat.
Sein Sohn, mein Dad also, wollte die Welt verändern und jedem seinen Mut beweisen. Sicher würde er einmal, wenn nicht schon geschehen, in einer großen Schlacht sterben. Doch was war mit dem Jetzt? Wo war der Sohn, wenn der Vater im Sterben lag?
... ich kann mich nicht mit dieser Frage beschäftigen. Ich musste jetzt für Großvater da sein. ... Es tut immer noch weh, daran zu denken, den großen Godric Gryffindor, letzter der vier Gründer, so verletzlich vor mir liegen zu sehen. Doch noch mehr schmerzt die Angst in meiner Brust, dass ich mein Versprechen ihm gegenüber nicht erfüllen kann. Wie konnte ich dies nur tun? Wie konnte ich ihm versprechen, sein Werk fortzuführen? Ich bin gerade siebzehn Jahre alt und das Schicksal macht mich zum ersten Direktor dieser Schule..."
„Wow", entfuhr Ron einmal mehr. „Direktor mit siebzehn. Ich glaube ich würde ausflippen.
„Ron, sein noch kurz still", ermahnte ihn Harry, da dieser nun an der wohl interessantesten Stelle der Notizen angekommen war. Und da hier die Mäuse wohl am eifrigsten gewesen waren, musste sich der Gryffindor stark konzentrieren. Ron verstummte verlegen und Harry versuchte die Worte, die kaum zu erkennen waren, wiederzugeben.
„ ... das größte Rätsel, welches mir mein Großvater aber aufgab, war nicht die Aufgabe Hogwarts zu leiten. Nein, es waren seine letzten Worte, bevor er seine Augen für immer schloss. Es kam mir vor, als wären sie im Delirium gesprochen und doch hatten mir Großvater bittend gesagt, ich solle sie niemals vergessen. Und dies würde ich auch nicht tun. Die Worte brannten sich in meinen Geist. .."
Die Schwestern des Lichtes, als Gabe der Alten gedacht. Wo die Eine birgt Wissen, hält die andere die Macht. Das Tor zur Welt, aus Feuer entstanden, beschützt Gottes Kinder auf Erden vor des Teufels Gesandten...
Alle im Raum schauten sich gegenseitig mir großen fragenden Augen an, denn das was sie gerade gehört und gelesen hatten, brachte ihnen nicht wirklich eine Antwort. Nein, sie warf vielmehr neue Fragen auf und das war zum Verzweifeln. Was aber noch schlimmer war, so fanden alle, war die Tatsache, dass die nächsten Seiten des Buches völlig zerstört waren. Ron schaffte es dann als erster, etwas zu sagen und er kam auch gleich auf die rätselhaften letzten Worte von Godric Gryffindor. Besonders interessierten ihn die beiden Schwestern des Lichtes.
Die Direktorin konnte sich aber auch keinen Reim darauf machen. Und was Professor Styls anging? Nun Damions Dad schien zum ersten Male auch ratlos zu sein und dies wurmte den früheren Schatzsucher immens. Allerdings besaß er soviel Professionalität, dass er Harry das Buch aus der Hand nahm um es tiefgehender auf mögliche übersehene Spuren zu untersuchen. Dabei fiel ihm auf, dass sich das Thema auf der Seite mit der letzten lesbaren Eintragung mit der Herstellung oder Beschwörung von steinernen Artefakten beschäftigte. War dies vielleicht eine Lösung. Sagten die Worte nicht, dass eine Schwester das Wissen barg? Konnte es sich um ein Denkarium handeln?
Ein unwillkürliches Gähnen seitens Ginnys brachte alle wieder in die Realität zurück. Professor McGonagall holte ihre Uhr hervor und verkündete mit überraschtem Ton in der Stimme, dass es fast Zwei war. Und so sehr sich die Schüler auch sträubten, sie mussten sich dem Willen der Direktorin beugen und ihre Suche für heute abbrechen. Zwanzig Minuten später lagen alle in ihrem Bett, auch wenn nicht wirklich jeder gleich einschlafen konnte.
So unruhig wie diese Nacht hatte Harry lange nicht mehr geschlafen. Immer wieder waren ihm die verschiedensten Bilder durch den Kopf und seine Träume geschwirrt. Regelrecht gerädert stand der Gryffindor schließlich auf und erschrak ein wenig, als sein Blick auf die Uhr fiel. Halb Zwölf prangte es auf dem Ziffernblatt und dies bedeutete, dass das Frühstück schon lange vorbei war. Warum hatte ihn keiner geweckt? Wollte Ron ihn schlafen lassen, weil...
Ein Gähnen von rechts ließ Harry zusammenzucken und er drehte sich um. OK, Ron und auch Damion, wie Harry es feststellen musste, konnten ihn gar nicht wecken. Die beiden schienen auch gerade eben erst aufgewacht zu sein und auch sie schienen leicht gerädert zu sein. Alle drei kamen überein, dass eine heiße Dusche Wunder wirken würde und so schnappte sich jeder ein Handtuch.
Pünktlich zum Mittagessen trafen sich Harry und die anderen Jungs mit ihren Freundinnen. Sie stärkten sich und sprachen ein wenig über das, was sie in der letzten Nacht herausgefunden hatte. Nach dem Essen ging es dann wieder in die Archive. Doch so sehr sie auch suchten, es wollte sich kein weiterer Erfolg einstellen. Alles machte den Anschein, als wären all die Hinweise, welche ihnen vielleicht Aufschluss über die Gründer und ihre Zeit hätten geben können, aus der Geschichte und den Archiven verschwunden und nur das alte Lehrbuch war übersehen worden.
Gegen sechs Uhr brachen Harry und seine Freunde ihre Suche dann für den heutigen Tag ab und gingen wieder nach oben in die Großen Halle. Dort war auch schon ganz schön was los und als die Gryffindors näher kamen erkannten sie auch den Grund dafür. Es war ein ganzer Schwarm Eulen und alle saßen mehr oder weniger am Gryffindortisch und warteten darauf, dass man sie von ihrer Last, einer Unmenge von Paketen befreite.
Harrys Klamotten waren da, auch wenn der Gryffindor es jetzt lieber gesehen hätte, wenn man sie ihm hätte dezent zukommen lassen. So aber musste er sich einige Sprüche der anderen Häuser anhören und seinen Haustisch erst mal von sage und schreibe vierundzwanzig Kartons befreien. Natürlich beeilte sich Harry nun mit dem Essen, um dem Chaos zu entgehen. Glücklicherweise hatte der Schwarzhaarige jedoch ein paar wirklich gute Freunde und so landeten die Pakete sehr schnell im Schlafsaal der Jungen, wo man Harry dann aber nötigte, mal einige seiner Neuerwerbungen zu präsentieren. Geschlagen probierte der Gryffindor seine neue Festrobe aus Acrumantulaseide und Drachenleder an und vervollständigte sein Erscheinungsbild mit den Accessoires, die Madame Malkine mit seinen eigenen Federn hergestellt hatte.
„Meine Güte Harry...", rief Neville und unterstrich seinen Ausruf noch mit einem Pfiff. „wenn ich nicht in Luna verliebt wäre, könnte ich fast schwul werden. Glaub mir Hermine wird ausflippen, wenn sie dich so sieht."
Harry wurde leicht rot, bat seinen Kumpel aber, seiner Freundin nichts zu verraten. Die Festrobe sollte ihre Premiere zum königlichen Bankett haben und Harry wollte Hermine damit überraschen. Neville versprach nichts zu sagen und sah zu, wie Harry auch noch seine Trainingssachen und einen ledernen Kampfanzug präsentierte. Das ganze dauerte fast bis zehn Uhr und da morgen wieder Unterricht war, hieß es auch schon sehr bald, ab ins Bett.
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