Hey Leuter's,

ich weiß, ich bin einen Tag zu spät. Aber was solls , das Jahr ist ja noch nicht rum. Aber fast und daher bleibt mir als Autor nur Danke für ein Jahr voller Treue und netter Reviewes zu sagen und allen einen guten Rutsch zu wünschen.

Bis nächstes Jahr

Euer Mr. Figgs

Kapitel 73

Die letzten Spuren von Fawks Flammenstoß waren in alle Richtungen entschwunden, da wandte sich Harry wieder Trexus zu. Der kleine Hauself hatte sich mittlerweile etwas getrocknet und eifrig begonnen, einige Plätze für die Gäste herzurichten. Harry schmunzelte über dieses Verhalten, war aber auch ein wenig stolz, denn es zeugte ja davon, dass Trexus wusste, was sich aus seiner Sicht gehörte. Nun war es an Harry, ein guter Gastgeber zu sein und bat alle, sich erst einmal zu setzen. Man blieb zwar in der Eingangshalle, doch auch hier gab es ja diverse Möglichkeiten.

„Mr. Potter", begann die Königin. „Ich bin noch immer ein wenig gefangen von den Eindrücken der letzten Minuten und auch steckt mir wohl der Schock über das Erlebte im Palast noch in den Gliedern. Doch sie haben mir noch immer nicht gesagt, wie es jetzt weiter geht."

Harry schaute die Queen leicht nervös an. Es war ja schließlich die Königin und keine daher gelaufene Person und deshalb erwiderte der Gryffindor nach einem kurzem Blick zu Hermine, „Nun eure Majestät, wir werden hier noch eine Weile bleiben und zwar bis Fawks mit einer Antwort auf meinen Brief zurückkehrt."

Elizabeth II schien dies als angemessen zu sehen und nickte. Danach ging ihr Blick durch das Zimmer und erste Fragen wurden an Harry gerichtet. Allerdings konnte sie der Schwarzhaarige nicht wirklich beantworten. Er war ja auch zum ersten Male hier im Haus. Deshalb bat Harry auch wenige Minuten später Trexus, ihnen Gesellschaft zu leisten. Und obwohl sich der Hauself anfangs ein wenig sträubte, mit am Tisch seines Herren zu sitzen, entlockte man ihm doch die eine oder andere Information, was das Klima um einiges erwärmte.

Harry sah seinem Diener mit einem Schmunzeln zu, bis sein Blick an einem breiten, jedoch leeren, Bilderrahmen hängen blieb. Er fragte Trexus, warum dort niemand abgebildet war und der Elf antwortete, dass der dortige Platz für Master James und Misses Lily bestimmt sei. Als Hermine dann schließlich fragte, warum man sie aber nicht sah, da schien Trexus kurz in Gedanken zu gehen. Harry musterte diesen Vorgang genau und war überrascht als der Elf sich plötzlich vor den Kopf schlug.

„Dummer Trexus, böser Trexus. Hast du Master James Auftrag völlig vergessen."

Und während er über sich schimpfte und ähnlich wie Dobby versuchte sich zu betrafen, richtete Trexus plötzlich seinen rechten Arm auf das Gemälde, ein Lichtstrahl traf das Bild und der Elf gab einen schrillen Pfeifton von sich. Harry hielt sich, wie die anderen auch, die Ohren zu. Allerdings bekam er dadurch nur gedämpft eine mehr als nur wütende Stimme zu hören.

„VERDAMMT TREXUS, NICHT JETZT. LILY WAR KURZ VORM HÖHE..."

Harry hätte alles gegeben, sein ganzes Erbe, wenn ihm die Worte und das Nächste, was geschah erspart geblieben wären, denn der Stimme aus dem Gemälde folgte die Silhouette seines Vaters. James Potter schien regelrecht in das Bild gezogen zu werden, dies allerdings vollkommen nackt und mit einem stark roten und verschwitztem Gesicht.

„Konntest du nicht bis morgen warten, Trexus. Es ist spät abends, manche würden sogar nachts sagen, und die ehelichen Pflichten enden nicht mit dem Tode."

James Potter schien sich der anwesenden Personen im Raum noch nicht wirklich bewusst zu sein, als er aus dem Bild auf den kleinen Elfen herunterwetterte. Dafür war seine Reaktion, als er der beiden Gryffindors und der Royals gewahrt wurde, umso eindeutiger. Mit einem knallroten Gesicht, einem mehr als lautem „SHIT" und einem grazilen Sprung aus dem Bilderrahmen war er auch wieder verschwunden. Harry starrte das Bild an und wurde selber rot, während Hermine mit krampfhaft geschlossenen Augen dastand und vorsichtig fragte, ob sie wieder kucken könne.

Einzig die Königin bewahrte Haltung und meinte zu Harrys Freundin, dass die Luft rein war. Dann drehte sie sich zu Harry und konnte ein Lächeln nicht mehr vermeiden. „Ein stattlicher Mann ihr Vater, Mr. Potter." Sagte sie und William, dem wahrscheinlich zurzeit Etikette eingetrichtert wurde, empörte sich. „Grandma". Die Queen ließ sich aber nicht maßregeln und meinte nur, dass die Prinzen heute nichts mehr überraschen solle.

Harry und Hermine klappte der Kiefer nach unten und blieb in dieser Lage auch noch solange, bis eine weiche, leise Stimme Harrys Namen rief. Es war Lily Potter, die nun, und zu Harrys Erleichterung bekleidet, im Bilderrahmen stand und die fünf Personen musterte.

„Mum? Es tut... ich wollte..." Harry hatte Probleme die richtigen Worte zu finden um nicht daran erinnert zu werden, was sein Vater so aufgebracht hatte.

„Muss es doch nicht, mein Sohn. Aber vielleicht sollten wir das Thema wechseln."

„Gute Idee", rief Harry ein wenig zu schnell und rief damit das Lächeln seiner Mutter hervor. Danach wandte sich Lily an die Königin und machte einen Knicks. Die Queen nickte und Harrys Mutter erhob sich wieder und begrüßte auch die anderen im Raum.

„Oh Mum", sagte Harry und das Herz begann schneller zu schlagen. „Du weißt gar nicht wie schön es ist, dich zu sehen. Und noch schöner wäre es, wenn Dad auch wieder auftauchen würde."

Lily Potter lachte auf. „Oh Harry mein Schatz, dass glaube ich dir. Doch dein Vater wird wohl so schnell nicht wieder auftauchen. Nicht nachdem er sich vor der Königin entblößt hat."

Alle mussten irgendwie lachen und Harry war froh, dass die Queen es locker nahm. Kurz darauf erschien Fawks unter der Decke und hielt in seinen Krallen einen Brief. Harry nahm ihn entgegen und las den Inhalt mit zunehmender Freude.

„Harry, was steht drin?", fragte Hermine, die sich bis dahin mit Lily etwas unterhalten hatte.

„Oh Liebes, die Direktorin schreibt, dass es klar geht, was wir vorhaben." Erwiderte Harry und schaute dann zu Königin. Diese sprach ihn auch gleich darauf an und wollte wissen, was Harry denn nun vorhatte. Die Antwort des Schwarzhaarigen war einfach und überraschend zugleich. Harry meinte, dass sie alle noch Hogwarts reisen würden.

„Und warum dahin, Mr. Potter?", fragte Prinz William und Harry lächelte. „Nun eure Hoheit, ich denke es ist von dort aus sicherer zurück zu reisen. Außerdem hilft es mir, dieses Schloss hier, mein Erbe, weiterhin geheim zu halten. Denn bisher wissen nur wir fünf und die Direktorin von Hogwarts von Potter Castle."

„Und Kingsley", wollte Hermine ihren Liebsten verbessern, doch Harry schüttelte den Kopf.

„Nein Schatz, ihm habe ich nur geschrieben, dass es der Königin und die Prinzen gut geht und dass wir mit einem alten Notfallportschlüssel von Dumbledore nach Hogwarts entkommen sind."

Hermines Gesicht hellte vor Erkenntnis auf und sie drückte ihrem Freund ein Küsschen auf die Wange. Zwar wurde Harry leicht verlegen, doch Prinz Harry rettet ihn durch seine Frage, wie sie denn nach Hogwarts kämen. Harry Antwort war schlicht und einfach „Flohpulver". Dies brachte natürlich die Augen der zwei Prinzen, die so oft ihrer Urgroßmutter gelauscht hatten, zum leuchten.

Kurz darauf verabschiedeten sich die Royals und die zwei Gryffindors von Lily Potter. Harry, wenn auch etwas ungewohnt, trat an das Portrait seiner Mum heran und küsst sie leicht auf die Wange. Dann bat er Trexus, das Schloss ein wenig herzurichten, denn ohne Zweifel würden sie bald wieder hierher kommen. Und schließlich war es soweit. Harry entfachte den Kamin und nahm aus einer goldenen Dose auf dem Sims etwas vom Flohpulver. Dann bat er die Königin keine Angst zu haben, legte vorsichtig seinen rechten Arm um ihren Rücken und führte sie in die grünen Flammen. Im nächsten Moment waren die Zwei auch schon auf dem Weg nach Hogwarts und Hermine folgte mit den beiden Prinzen. Besonderes Highlight war hierbei, dass Prinz Harry, das Flohpulver werfen durfte, da Hermine die zwei ja festhalten musste. Trexus winkte noch zum Abschied und es wurde wieder still im Schloss...

Auroren, ich übernehme ab hier jetzt das Kommando. Es tritt Protokoll vierundfünfzig in Kraft... "

Die Worte von Kingsley Shacklebolt hallten durch den Raum und der Premierminister verlangte zu erfahren, was hier gerade geschah. Er konnte sich nicht erklären, was der Mann an seiner Seite, der Mann, den Minister Scrimgeour so als besten Auroren angepriesen hatte, jetzt vorhatte. Mann konnte die Anspannung in den Gesichtern der Gäste schon fast mit Angst vergleichen. Und bevor der Premier seine Forderung nach einer Antwort wiederholen konnte, peitschten auch schon eine Menge Zauberstäbe durch die Luft, alle begleitet von nur einem Wort „Oblivate".

Prinz Charles und Tony Blair hoben abwehrend ihre Arme hoch. Doch diese Geste war überflüssig, denn diese beiden Männer traf nicht der kleinste Zauber. Völlig perplex schaute der Prinz in Richtung seiner Gäste und bemerkte die vielen glasigen Blicke und leicht dämmerig wirkenden Mienen. „Was ist...", wollte er gerade fragen, da hob Kingsley seine Hand und brachte ihn zum Schweigen. Etwas, das bisher nur die Königin selbst durfte und nach Bestrafung rief. Danach setzte der schwarze Auror, den der nun mehr als empörte Gesichtsausdruck des Prinzen völlig kalt ließ ein Gesicht auf, als solle er von der Ankunft des Heilands berichten und sprach zur Menge.

„Meine Damen und Herren, mein Name ist Gorden Smith und ich bin hier, um ihnen mitzuteilen, dass nun keine Gefahr mehr besteht. Die Explosion, die wir gerade erlebt haben, und ich hoffe doch, keiner hat mehr als einen Schrecken davon getragen...", - Kingsley schaute sich gespielt suchend um -, „... kam durch eine Fehlfunktion in der Gasheizung zustande..."

„Ja aber ihre Majestät ?". fragte einer der Gäste, ein älterer Herr, welcher zu den Finanziers des Tunnelprojektes gehörte.

„Der Königin und ihren beiden Enkeln geht es gut. Sie waren niemals in Gefahr, doch lassen sie sich entschuldigen. Es ist nun mal Vorschrift und gehört zum Protokoll des Palastes, dass der amtierende König oder die amtierende Königin, ohne Verzögerung und egal als was sich die Störung des Palastlebens letztendlich heraus stellt, in Sicherheit gebracht wird. Daher sind Elizabeth II, Prinz William und auch Prinz Harry, in Begleitung ihres Sicherheitsdienstes, auf dem Weg nach Balmoral. Sie werden aber voraussichtlich schon morgen wieder hierher zurückkehren."

„Aber warum sind sie dann nicht mit, königliche Hoheit?", fragte eine Dame im mittleren Alter, welche dem Auroren zu Beginn der Veranstaltung als Lady Dashwood vorgestellt worden war an Prinz Charles gewandt.

„Nun Lady Dashwood, dies ist leicht zu beantworten. Zum einen befand sich ihre Hoheit auf dieser Seite der Unglücksstelle. Und dann ist es sein eigenster Wunsch gewesen, hier zu bleiben, da er wissen wollte, was gesehen ist und wie es seinen Gästen geht."

Kingsley ließ Charles gar nicht erst zu Wort kommen. Andererseits war der Kronprinz eh nicht in der Lage dazu. Immer noch schaute er den Auroren mit großen Augen an und man konnte von Glück reden, dass keiner der anwesenden Personen bemerkte, dass dies alles sogar für Charles neu war. Schließlich führte Kingsley die beiden Männer außer Hörweite und sofort wurde er von ihnen bestürmt.

„Auror Kingsley, was haben sie sich dabei gedacht? Wie können sie sich so sicher sein, dass meine Mutter und meine Söhne..."

„Weil eure Hoheit, Harry mir kurz bevor wir die Gedächtnisse ihrer Gäste gelöscht haben, eine Nachricht zukommen lassen hat, dass sowohl eure Frau Mutter, als auch eure beiden Söhne in Sicherheit, besser gesagt, in Hogwarts sind."

Es dauerte noch einige Sekunden, bis Prinz Charles und auch Tony Blair begriffen, dass ihre schlimmsten Befürchtungen nicht eingetroffen waren. Dann aber überkam es den Thronfolger und einige Tränen des Glückes bildeten sich in seinen Augen. Kingsley nickte ihm aufmunternd zu und meinte dann, dass sich der Prinz ein wenig vorbereiten solle. Der Hogwartsexpress ging in einer Stunde und man sollte den Zug nicht verpassen.

„Der Hogwartsexpress?", fragte der Premier und Kingsley grinste. „Na ja, eigentlich heißt er offiziell nur dann so, wenn die Schüler auch mit ihm reisen. Ansonsten könnte man ihn auch Hogsmeade- Express nennen. Er verkehrt nämlich in abgespeckter Version ständig zwischen dem kleinen Zaubererdörfchen Hogsmeade und London."

Bevor der Auror aber ins Detail gehen konnte, wurde ihm von einem seiner Leute eine Nachricht überbracht. „Sie haben was?", konnte man noch vernehmen, doch danach wurde der rangniedere Auror schon zur Schnecke gemacht.

„Mr. Shacklebolt, was ist passiert?", fragte der Premierminister.

„Oh, es gab eine kleine Sicherheitsverletzung am Südtor."

„Wie klein?", fragte Prinz Charles etwas besorgt, da er erneut mit einem Angriff rechnete und Kingsley grinste nun leicht. „Oh nichts Schlimmes eure Hoheit. Nun ja, wenn man es nicht gerade aus der Sicht ihrer Gärtner sieht. So wie scheint, bahnt sich gerade ein Hummer seinen Weg über die Grünanlagen hier her. Und der Beschreibung nach, ist mit den Insassen nicht zu spaßen."

Flashback

„Nein Jane, ich kann nicht einfach über den Grünstreifen fahren. Du siehst doch, dass da überall Polizei ist."

„Ja und Reporter, diese Schmeißfliegen", setzte Hermines Mum noch hinzu. Die Grangers waren sofort nachdem sie geschockt die Nachrichten im Fernsehen angeschaut hatten, in den Wagen gesprungen und in Richtung Palast gefahren. Jetzt aber standen sie im Stau, keine dreihundert Meter von ihrem Ziel entfernt und nichts ging mehr.

Die Sorge war beiden ins Gesicht geschrieben. Und unter normalen Umständen hätte Henry Granger das Nächste auch niemals gemacht. Doch da es ihm nun wirklich zu lange dauerte, setzte er doch irgendwann den Blinker und mit einem kräftigen Ruckeln hatte ihr Monster die gut dreißig Zentimeter hohe Bordkante überwunden und fuhr in die entgegen gesetzte Richtung.

„Schatz, wo willst du hin? Der Palast ist..."

„Vertrau mir Liebes. Durch das Haupttor kommen wir nicht rein.", sagte Henry Granger geheimnisvoll.

„Und dann ?"

„Das Südtor. Dort ist meistens weniger los, weil es hauptsächlich von Lieferanten benutzt wird."

Doktor Granger hatte recht, denn als der Hummer um die nächste Kurve bog, konnte man sehen, dass sich keine Wagen, und noch wichtiger, keine Reporter am Tor drängten. Die Grangers rollten bis kurz vor die eiserne Barriere und stiegen hastig aus. Allerdings stellte sich ihnen keine zwei Sekunden später ein Mann im schwarzen Anzug in den Weg und wies sie an. „Hier können sie nicht durch und der Wagen muss weg."

„Aber wir müssen da rein, unsere Tochter und ihr Freund waren bei einem Empfang der Königin." Erwiderte Mrs. Granger und warf einen sehnsüchtigen Blick durch die schmiedeeisernen Stäbe des Zaunes.

„Das interessiert mich nicht. Ich habe Anweisungen, niemanden hier durchzulassen." Dies war natürlich die Antwort, welche die beiden Elternteile als letztes hören wollten. Deshalb versuchten sie es die nächsten Minuten mit flehen, verhandeln und sogar mit Bestechung. Die Wache blieb aber hart und ihr Gesicht wurde immer finsterer. Wie konnten zwei Menschen nur so hartnäckig sein? Kapierten die denn nicht, dass sie hier nicht reinkamen? Es gab weitaus wichtigere Dinge, als eine Göre und ihren Stecher.

Allerdings machte der Mann im Anzug im nächsten Moment den Fehler, dies laut zu sagen. Und um die ganze Sache noch schlimmer zu machen, sagte er schnippisch hinterher, wie naiv doch manche Muggel wären. Der darauffolgende Augenblick kam einem Vulkanausbruch gleich und Jeremy, so hieß die Wache, wurde noch bevor er seinen Zauberstab zücken konnte an die Wand des Wärterhäuschens gedrückt.

„Muggel? Naiver Muggel? ...", schrie Jane Granger. „Ich werd dir gleich zeigen, wer hier naiv ist."

„Jane, beruhige dich bitte", flehte ihr Mann, da einige Passanten schon Blicke zu ihnen herüber warfen. Natürlich wollte er auch zu seinen Kindern. Doch wenn man mal ihn und seine Gattin verglich, so hatte es ausnahmsweise mal der Mann besser verstanden, was Geheimhaltung war. Jane Granger reagierte aber gar nicht auf seine Worte, sei es aus Sorge, oder aber, weil der Schampus noch wirkte und ihre Hemmungen ein wenig in den Urlaub geschickt worden waren.

„Ich will mich nicht beruhigen. Ich will zu meiner Tochter. Und wenn der Schlipsträger mich nicht gleich hier durch lässt, nehme ich seinen Zauberstab und ramme ihn ihm quer in den Arsch."

Von einer auf die andere Sekunde war Ruhe im Unkreis des Tores und die Wache schaute Hermines Mutter entsetzt an. „Sie... sie wissen, wer... was ich bin?", stotterte er leise und Jane ließ ihm ein wenig mehr Luft.

„Ja weiß ich. Wer sonst außer einem Zauberer würde das Wort Muggel verwenden." Erwidert Jane immer noch gereizt. „Doch damit ist unser kleines Problem noch nicht aus der Welt. Meine Tochter und Harry sind irgendwo da drin und ich will zu ihnen."

„Harry? Wie? Harry Potter?", fragte die Wache plötzlich ganz vorsichtig und die Grangers nickten synchron. Das Nächste was man sah war, wie dem Mann die Farbe aus dem Gesicht floh. Er hatte es mit Harry Potters Schwiegereltern zu tun. Oh man, saß er in der Scheiße. Klar, der Minister sprach zurzeit nicht so gut über den Jungen, da er sich immer noch weigerte, als Fürsprecher aufzutreten. Aber hey, der Junge hatte sich schon mehrfach mit dem dunklen Lord duelliert und es überlebt. Und dann war er einst auch noch Schüler von Dumbledore. Nein, mit diesem Jungen wollte es sich Jeremy nicht verderben. Nicht, wenn er die nächste Zeit mit seinem eigenen Ausbilder, wenn er bei Kingsley überleben wollte.

Ohne weiter auf die langsam näherkommenden Menschen, meist Polizisten und einzelne Reporter zu achten, richtete er seinen Zauberstab auf das eiserne Tor und öffnete es. „Geht doch", hörte er noch von Jane Granger, während diese sich plötzlich auf den Fahrersitz des Hummers setzte und ihr Mann ihr ungläubig hinterher schaute. Der Motor des Monsters heulte auf und die Räder quietschten laut auf dem Pflaster. Na ja, sie quietschten nur kurz, denn gleich hinter dem Zaun kürzte Hermins Mum einfach mal ab und die groben Reifen des Hummers arbeitete sich quer über die Grünanlage in Richtung Palast vor.

Backflash Ende

„Sir, bitte hier entlang", wies einer der Auroren die zwei eintretenden Personen an. Kingsley, Prinz Charles und auch Tony Blair schauten in Richtung Tür und erblickten ein Pärchen im mittleren Alter. Beide kamen auch schnurstracks auf sie zu und der leitende Auror begrüßte die Grangers freundlich.

„Mrs. Grang... ", nun zumindest versuchter er es, denn bei Hermines Mum kam, da sie ihre Kinder nicht unter den Gästen sah, die Sorge durch und damit war Hofprotokoll und all die andere Etikette zweitrangig.

„Wo sind sie? Wo sind unsere Kinder?"

„In Sicherheit, Ma'am, sie sind in Sicherheit. Harry hat sowohl Hermine, als auch die Queen und die beiden Prinzen nach Hogwarts gebracht."

Diese Worte ließen bei beiden Grangers eine Menge Steine vom Herzen fallen. Ihren Kindern ging es also gut und Henry nahm seine Frau erst mal in den Arm. Kurz darauf wurden sie sich aber ihrem Umfeld wieder bewusst und somit stellten sich die beiden Ärzte ihren Gegenübern vor.

„Also eure Hoheit, ich bitte vielmals um Verzeihung, doch Hermine ist unser ein und alles. Mein Name ist Henry Granger. Und die bezaubernder Frau an meiner Seite ist meine Gattin Jane."

Hermines Mum machte einen leichten Knicks, auch wenn sie dabei etwas lächelte. Offenbar kam nun doch der Schampus zum Tragen. Prinz Charles musterte seine neuen Gäste und strich sich nachdenklich übers Kinn. „Granger sagen sie? Diesen Namen habe ich schon einmal gehört."

Henry wurde schlagartig verlegen und senkte seinen Blick. Allerdings hätte er dies nicht tun, sondern lieber seine Liebste im Auge behalten sollen. Jane Granger begann nämlich plötzlich zu kichern und sagte dem Prinzen mitten ins Gesicht. „Natürlich haben sie den Namen schon mal gehört. Sollte ja bei ihren Voraussetzungen kein Problem darstellen."

Prinz Charles Augen wurden immer größer und Henry Granger immer kleiner. Langsam fragte er sich, wer hier die Vernunft war, seine Liebste heute auf keinen Fall. Glücklicherweise schien dem Kronprinzen der Zustand von Hermines Mutter aufgefallen zu sein und er sah geflissentlich über die Bemerkung hinweg. Und noch jemand anderes kam Henry Granger in dieser Situation zu Hilfe und zwar Premier Blair. Dieser hatte nämlich auch in den letzten Augenblicken überlegt und sagte, „Auch mir kommt der Name Granger bekannt vor. Ich kann ihn nur nicht einordnen."

Nun lächelte Henry etwas und erwiderte. „Oh das kann ich verstehen Premierminister, denn auch wenn ich sowohl ihre Frau, als auch ihre Kinder kenne, so hatten wir beide noch nicht das Vergnügen."

Diese Aussage erwischte den ersten Mann im Staate doch ziemlich kalt und er sah Henry Granger skeptisch an. „Und woran liegt das, Mr. Granger?", fragte Tony Blair. Worauf Hermines Vater lachend antwortet. „Nun, ich glaube ihr Sohnemann Nicky sagte zu mir mal etwas in der Art, dass sein Dad ein sehr mutiger Mensch sei, nur nicht, wenn er zum Zahnarzt muss. Es heißt daher auch Doktor Granger, doch ich bestehe nicht darauf."

Die umstehenden Personen schmunzelten wegen dem Gesicht von Tony Blair. Vom eigenen Sohne bloßgestellt. Henry grinste und legte dann seinen Zeigefinger auf den Mund. „Pschscht, von mir erfährt keiner was." Das war dann der Moment, wo auch der Premier mit lachte und dem Arzt die Hand reichte. Wenig später beschloss man sich auf den Weg nach Kings Cross zu machen und Jane und Henry Granger klinkten sich einfach mit ein. Zwar fuhren sie noch mal nach Hause, doch bis der Zug losging, sollten sie rechtzeitig wieder da sein.

„Himmel Filius, denkst du, wir sind passend gekleidet?"

Die Frage von Minerva McGonagall konnte man binnen einer Sekunde mit einem einfachen „Nein" beantworten. Doch es musste nun mal schnell gehen und damit blieb ja nur der Morgenmantel, den sich die Direktorin und ihr Stellvertreter übergeworfen hatten. Harry konnte ja jeden Moment aus dem Kamin kommen, und das mit einem Besuch, den es seit über sechshundert Jahren in Hogwarts nicht mehr gegeben hatte.

Es vergingen auch keine zwei Minuten mehr und es war soweit. Die Flammen des Kamins im Büro der Direktorin schlugen hoch und verfärbten sich grün. Dann gab es ein leises Zischen und Harry Potter trat, mit seinem Arm um die Königin gelegt, aus dem Feuer. Sofort führte er die Monarchin etwas von der Feuerstelle weg, um Hermine mit ihren Passagieren Platz zu schaffen. Der Lockenkopf kam auch keine Minute später an, an den Händen zwei völlig begeisterte Prinzen, welche die ganze Sache nur zu gerne wiederholt hätten.

„Eure Majestät", sagte Professor McGonagall leicht untertänig und verbeugte sich tief. Ihr Stellvertreter, Filius Flitwick, wollte es ihr nachtun, doch die Queen hob ihre Hand und bat die Zwei, es zu unterlassen.

„Nein Direktorin, sie brauchen sich nicht zu verbeugen, nicht nach dem was sie getan haben"

Sichtlich verwirrt schaute die ältere Hexe auf und ihr Blick ging unsicher zur Königin. Auch die anderen Anwesenden schienen sich zu fragen, was ihre Majestät mit ihrer Aussage meinte, doch die Frage auch auszusprechen, das traute sich keiner. Somit oblag es der Queen selbst für Aufklärung zu sorgen und sie fuhr fort.

„Niemand von ihnen, sei es Mr. Potter, Ms. Granger oder auch sie als Professoren müssen sich jemals wieder vor mir verbeugen. Nicht nachdem sie mir, und auch meinen Enkeln, das Leben gerettet haben..."

„Ja aber, dass war doch einzig und allein Mr. Potters Verdienst, eure Majestät."

„Augenscheinlich schon, Professor McGonagall. Doch wo, frage ich sie, als hier in Hogwarts kann er gelernt haben, so schnell zu reagieren."

Harrys alte Lehrerin für Verwandlung starrte die Königin regelrecht an. Man konnte allerdings nicht genau erkennen, ob es wegen der Aussage über Harry war, oder aber, weil die Queen den Namen der Direktorin benutzt hatte.

„Und außerdem ist es doch immer noch so, dass all die Zauberer und Hexen eine eigene Welt hier in England haben, ohne mich als ihre Monarchin. Ich kenne zwar viele Geschichten, aber dennoch ist diese Welt mir fremd."

„Geschichten?", fragte Minerva McGonagall und die Königin lächelte plötzlich. „Meine Mutter, Professor. Sie stammt aus ihrer Welt."

Die Direktorin schien kurz in Gedanken zu gehen, bevor sie wissend lächelte und etwas nachdenklich flüsterte. „Natürlich, Elizabeth Bowes- Lyon, die Tochter des 14. Earl of Strathmore, welche als einigste keine magischen Anzeichen aufwies und sich später aus der magischen Welt zurückzog."

Die Queen nickte und schaute dann zu ihren Enkeln. Prinz William und Prinz Harry standen immer noch bei Hermine. Doch während der Jüngere so aussah, als wolle er Harrys Freundin nachdrücklich dazu bewegen, mit ihm noch eine Runde durch den Kamin zu reisen, schaute William sich im Büro der Direktorin um und bewunderte all die silbernen Gerätschaften, die leise vor sich hin klapperten und pfiffen. Unterbrochen wurde das Ganze dann nur, als sich die Tür zum Büro öffnete und zwei weitere Personen eintraten. Es waren Professor Styls und Madame Pomfrey, letztere übrigens in voller Montur, festem Blick und überhaupt keinen Ambitionen sich dem unsicheren Verhalten und dem ganzen sich- verbeugen- müssen der anderen anzuschließen.

Ohne zu zögern blickte sich die alte Heilerin in Raum um, ihre Augen verharrten kurz auf den beiden Prinzen und auch Harry, und schon folgte ihre klare, unmissverständliche Anweisung an die drei Jungen, ihr zu folgen. William und Harry schauten mehr als nur überrascht und schließlich unsicher zu ihrer Großmutter, während der Gryffindor innerlich aufstöhnte. Die Queen schien auch für einen Moment zu zögern. Dann aber nickte sie und im Raum wurden drei Plätze frei. Zurück blieben die Königin, Hermine und die immer noch überraschten Professoren, von denen sich Stephano Styls als erster erholte.

„Also eins muss man Poppy lassen. Mit ihrer Art würde sie sogar Voldemort direkt von Schlachtfeld einfach auf den Behandlungsstuhl zitieren"

Dieser Satz lockerte die allgemeine Stimmung um einiges auf und nachdem alle gelacht hatten, begann Hermine der Direktorin in kurzen Worten zu erklären, was am Abend geschehen war. Danach, und als man der Königin versichert hatte, dass es William und Harry gut ging und Poppy sich lediglich um die leichten Verletzungen kümmern wollte, beschloss man, dass es Zeit für ein wenig Ruhe war. Glücklicherweise hatte Professor McGonagall vor Harrys Eintreffen geschaltet und die Hauselfen gebeten, einige Gästezimmer vorzubereiten. In eines davon begleitete die Direktorin nun die Königin und während sie dies tat, unterhielten sich die beiden Damen noch eine Weile.

Hermine hingegen machte sich auf den Weg zum Krankenflügel. Sie musste einfach wissen, wie es ihrem Liebsten ging und sie war auch bereit, Harry wenn nötig aus den Fängen von Poppy zu befreien. Wie konnte der Lockenkopf auch ahnen, dass auch sie die Nacht im Krankenflügel verbringen würde, denn kaum dass sie die schwere Tür zu Poppys Reich passiert hatte, wurde ihr auch schon ein kleines Schälchen an den Mund gehalten, mit dem Befehl dieses zu leeren. Kurz darauf lag Hermine auch schon schlafend im Bett. Und so bekam sie nicht mehr mit, wie sich einerseits Poppy daran machte, auch sie auf Verletzungen zu untersuchen und andererseits, wie sich zwei Stunden später jemand in ihr Bett schlich und seinen Arm um sie legte. „Schlaf schön mein Schatz", flüsterte Harry noch, bevor sein Körper es nicht mehr schaffte, sich gegen Poppys Trank zu wehren. Eng umschlungen schliefen die zwei bis in den nächsten Tag hinein.