Kapitel 75
„... Ja und hier sehen wir nun eine der Wachen von Hogwarts..."
Die kleine Gruppe um Harry und die Direktorin war nach mehreren Abstechern in die Bibliothek und diversen Klassenzimmern schließlich vorm steinernen Gargoyle am Fuße von McGonagall Bürotreppe angekommen.
„Wachen?", fragte Hermines Vater und die Direktorin lächelte. „Ja Doktor Granger. Der Gargoyle bewacht oder versperrt schließlich den Weg zum Büro des jeweiligen Direktors. Zurzeit halt mein kleines Domizil."
Henry Granger musterte die steinerne Figur intensiv und murmelte etwas von, was manche Leute doch für einen sonderbaren Geschmack hätten. Allerdings hallte dieses Flüstern im Gang so laut nach, dass die Direktorin und auch der Rest ihrer Begleiter es doch hörten. Daraufhin begann die alte Hexe zu lachen und meinte, „Oh Dr. Granger, Geschmack ist individuell, oder? Doch würde ich gerade diese Statue nicht beleidigen. Es gibt eine Menge Legenden, die ihr einen sehr ungewöhnlichen Humor nachsagen."
„Humor? Bei einer Statue?"
„Ja, bei einer Statue, von der keiner weiß, wo sie herkommt und woher die Zauber stammen, die sie so arbeiten lassen, wie sie es halt tut. So mancher Direktor hat schon versucht dieses Rätsel zu lösen. Doch keiner hat es je geschafft, eine plausible Antwort allein schon für die Runen auf seinem Gürtel zu finden."
Harry schaute die Direktorin erstaunt an und blickte dann zum Wasserspeier. Dort fiel ihm zum ersten Male auf, dass dieses Wesen so etwas wie eine kurze, wenn auch basaltene Hose trug, die von einem breiten steinernen Gürtel gehalten wurde. Hermine ging noch einen Schritt weiter und trat an den Gargoyle heran. Sie kniete nieder um die Runen besser zu erkennen, zuckte dann aber durch die Stimme ihres Vaters etwas zurück. Dieser lachte nämlich plötzlich auf und sprach zu seinem Schwiegersohn. „Also Harry, ich weiß ja nicht, wie es auf dich wirkt. Doch dieser Anblick da würde mich schon zuerst ein wenig eifersüchtig machen, oder zumindest auf andere Gedanken bringen. ...AUTSCH"
„Henry Granger, komm du mir nur nach Hause", fuhr Jane ihren Mann an und knuffte ihn in die Seite. Glücklicherweise schaltete die Direktorin in dieser Situation sehr schnell und sprach ihr Passwort. Dadurch aktivierte sich der Wasserspeier und die sich nach oben bewegende Treppe sorgte für Ablenkung, für die auch Harry dankbar war.
Im Büro wartete Dumbledore schon mit einem Lächeln auf sie und begrüßte die Königin und ihren Sohn aufs Herzlichste im Schloss. Es wurden nochmals eine Menge Fragen gestellt und beantwortet, bis es schließlich Zeit wurde zum Essen zu gehen. Dieses fand dann schließlich wieder in der Großen Halle statt und am Ende des Tages hieß es Abschied zu nehmen. Der Hogwartsexpress ging und sollte die Königin wieder nach Hause bringen. Allerdings sagten die Royals, und hier war Harry überrascht, nicht lebe wohl, sondern ausdrücklich auf Wiedersehen. Dies zeigte dann wohl die Bereitschaft der Königin, diejenigen Menschen, welche in ihrer geheimen Welt lebten, aber trotzdem zu ihrem Volk gehörten, nicht mehr nur als Fremde zu betrachten.
Harry sah dies mit Wohlwollen und deutete es als Lichtblick für die Zukunft. Und noch etwas freute ihn ein wenig, denn die beiden Prinzen, also William und Harry, schienen noch einen Schritt weiter gehen zu wollen. Sie hatten im Laufe des Tages mit diversen Schülern, nun ja hauptsächlich Muggelgeborenen, ihre Adressen und Telefonnummern getauscht. Vielleicht würde sich daraus ja mal etwas entwickeln, zumal Ginny und Damion Harry erzählt hatten, wie gut sich der kleine Harry auf dem Besen angestellt hatte und dass der jüngere von Prinz Charles Söhnen sogar darauf hoffte, dass er mal ein Quidditchspiel anschauen könnte. Doch das hatte Zeit, dachte Harry und so ging es nun daran, sich von seinen Schwiegereltern zu verabschieden. Er wünschte den beiden eine gute Fahrt und dann ging es auch schon los.
Die nächsten Tage vergingen und langsam kehrte auch wieder Ruhe im Schloss ein. Der königliche Besuch hatte doch schon für etwas Aufregung gesorgt und die Lehrer hatte besonders in den ersten Stunden am Montag so ihre Mühe, die Klassen ruhig zu bekommen. Nun aber, es war Donnerstag, hatten mehrere Schüler von Hogwarts ganz andere Dinge im Kopf, Sachen die nur im Entferntesten mit ihren baldigen Prüfungen zu tun hatten. Und diese Schüler waren Harry und seine Freunde, die sich alle schon unheimlich auf das kommende Wochenende freuten. Da sollte es schließlich eine kleine Expedition nach Potter Castle geben, vorausgesetzt, Harry bekam bis dahin die Phönixteleportation hin.
Der Gryffindor trainierte sie schon den vierten Tag in Folge im Raum der Wüsche, der sich zu diesem Zweck in ein etwas bizarres Spiegelkabinett verwandelt hatte, denn nur so war es Harry möglich mit seinem anderen Ich zu sprechen, ohne immer zu einem Spiegel zu hasten. Allerdings stellte sich die ganze Sache zu Beginn als gar nicht so einfach heraus, was Harry zum verzweifeln bracht. Der Schwarzhaarige wollte einfach nicht begreifen, warum es beim instinktiven Teleportieren so ohne Problem geschehen war.
Morgen am Freitag wollte Harry es noch einmal probieren und dann entscheiden, ob er es schaffte, seine Freunde mit sich mitzunehmen. Doch das war morgen und jetzt war jetzt. Und dieses Jetzt hieß Abendessen. Harry, der sich gerade von Hermine einige Apfelspalten in den Mund stecken ließ begann zu lächeln und flüsterte leise „Danke Mama". Hermine gab ihm einen Klaps auf den Kopf und wollte ihren Freund danach küssen, da schallte eine laute wütende Stimme durch die Halle.
„Creevey, du mieses Stück Dreck", schrie zu aller Überraschung Blaise voll blankem Zorn quer durch die Halle und noch bevor jeder seinen Kopf herum gedreht oder der Angesprochene auch nur die Chance zu einer Reaktion hatte, erwischte ihn auch schon der erste Fluch. Collin wurde von Tisch weggerissen und landete auf dem Boden. Blaise nutzte dies und stürzte sich auf ihn.
Harry sah dies alles mit Entsetzten und konnte sich ebenso wie alle anderen in der Halle zuerst gar nicht regen. Schließlich hatte Blaise den jüngeren Blonden voll im Griff und seine Fäuste trafen mehrfach mit voller Wucht. Das war der Moment, wo die Lehrer zu Sinnen kamen und Professor Styls mit erhobenem Zauberstab auf seine beiden Schüler zu rannte. Und noch einer wollte Collin zu Hilfe kommen. Es war Celine, Blaise Schwester, die versuchte und flehte, dass ihr Bruder aufhörte, doch Celine kam mit ihrem Rollstuhl nicht durch, ebenso wenig wie ihre Worte.
Letztendlich ertönte ein „Expelliarmus" von Professor Styls, doch dieses erreichte sein Ziel nicht, denn plötzlich geschah etwas, das noch unglaublicher war, als der wütende Angriff auf Hogwarts Hobbyfotographen. Binnen von Bruchteilen einer Sekunde schoss plötzlich der steinerne Boden der Großen Halle nach oben. Zwei schwere Tische, welche sonst die Tafel der Ravenclaws bildeten, und mehrere Bänke rutschten dabei geräuschvoll zur Seite und dann setzten sich die Steine zu einem Wesen in Menschengestalt zusammen. Und eben dieses Ding, dieser, man konnte sagen basaltene Golem, bewegte sich ungeahnt schnell auf die Kämpfenden zu und riss Blaise von seinem Opfer.
Zuerst verwirrt, dann noch wütender schrie der ehemalige Slytherin, der Golem sollte ihn runterlassen. Allerdings bewegte er sich dabei so ungehalten, dass er seinen Zauberstab verlor und damit nun gänzlich wehrlos war. Harry fragte sich für einen Moment, ob dies nicht vielleicht auch die bessere Lösung sei, denn so konnte sich Collin ein wenig aufrichten und versuchen seine gebrochene Nase zu versorgen.
Den Rest der Halle beschäftigte, soweit er nicht erstarrt auf den Golem blickte, wo dieser nun eigentlich her kam. Allerdings durchzog dann erst einmal, da sich das steinerne Ungetüm bewegte, ein Hauch von Panik die Halle, sodass Professor McGonagall eingreifen musste, um für Ruhe zu sorgen. Ein paar laute Schläge mit ihrem Zauberstab durch die Luft genügten aber, jedoch nur so lange, bis Hermine plötzlich entsetzt den Namen von Blaise Schwerster rief.
Die gehbehinderte Gryffindor war offenbar bei ihrem Versuch zu ihrem Bruder durchzudringen aus dem Rollstuhl gefallen und lag nun weinend auf dem Boden. Dieser Anblick allein tat Harry schon mehr als weh, doch dann war da aber auch der blaue Schimmer, der sich von ihrer rechten Hand auf den Boden übertrug und pulsierte. Harry hatte keine Ahnung was dies sein konnte, bis Professor Styls plötzlich an das Mädchen herantrat, sie hoch hob und während er sie wieder in ihren Stuhl setzte, beruhigend auf Celine einsprach.
„Ganz ruhig, meine Liebe. Er hat sich beruhigt und wird ihm nichts mehr tun. Komm schon, bitte lass deinen Bruder los. Lass ihn runter, damit wir das hier klären können."
Alle in der Halle starrten auf die Zwei und es war dann Professor McGonagall, die fragte, was ihr Kollege mit seinen Worten meinte. Harry schien unterdes eine Ahnung zu haben und zu begreifen, was hier geschehen war. Klar hatte er bemerkt, dass Collin in den letzten Wochen ein leichtes Interesse für Blaise Schwester entwickelt zu haben schien, doch dass sein Klassenkamerad so ausgetickt war, das konnte doch nicht allein damit zu tun haben. Harry hatte Blaise nie so eingeschätzt. Und auch wenn er Halbitaliener war, blieb der Pokal des beschützenden Bruders immer noch in Rons Händen und dieser hatte sich niemals so gegeben.
Was nun den Golem anging, da reifte in Harry eine andere Erkenntnis heran. Wieso sollte Celine nicht auch die Voraussetzungen haben, um ein Element zu beherrschen? Immerhin hatten sie die gleichen Eltern. Allerdings schien dies heute, der erste Ausbruch seitens Celines gewesen zu sein. Dies bestätigte sich dann auch, als sich das Mädchen aus den Armen von Stephano Styls löste, nickte und ihre Hand wieder gen Boden führte. Dort breitete sich wieder der blaue Schimmer aus und der Golem ließ Blaise hinunter. Dann ging er schweren Schrittes zu der Stelle zurück, wo er entstanden war und zwei Sekunden später fügte sich der Boden wieder so zusammen, als wäre niemals was geschehen. Einzig die verrückten Tische und Bänke zeugten noch davon. Doch das war im nächsten Moment nebensächlich, denn Professor McGonagall trat auf den Plan.
„Mr. Zabini, noch nie, ich betone noch nie, ist mir ein solches Verhalten vor meinen Augen zuteil geworden. Wie konnten sie nur? Mr. Creevey ist ihr Mitschüler und noch dazu aus ihrem eigenem Hause."
Wenn jetzt allerdings jemand Reue bei Blaise erwartet hätte, dann wurde er enttäuscht. Sofort nachdem McGonagalls Worte verklungen waren, fuhr der Schwarzhaarige wieder auf. Allerdings in einem Akzent, der seine Wurzeln scheinbar zum Ausdruck bringen sollte, nämlich leicht italienisch.
„Was ich gedacht habe? Nichts Professor, ich habe gehandelt. Denn diese Stückchen Dreck, diese Made hat es gewagt, die Ehre meiner Schwester zu besudeln."
Die Direktorin fuhr ihren Schüler an, er solle auf seine Worte achten, doch das machte Blaise nur noch wütender und er wandte sich direkt an Collin. „ ...und eines sage ich dir, du perverse Ratte. Diese Sache wird noch ein Nachspiel haben. Ich habe dir vertraut. Sie hat dir vertraut und dafür werde ich dich fertig machen ..."
„Welche Sache, Mr. Zabini?", fragte die Direktorin nun auch zunehmend wütender werdend und Blaise zog plötzlich etwas aus seinem Umhang. Es sah aus wie eine kleine Mappe und er streckte sie anklagend in Richtung Collin. „Das hier meine ich, Professor. Das habe ich durch Zufall unter seinem Bett gefunden."
„Unter Mr. Creeveys Bett? Per Zufall?", rief die Direktorin mehr als nur skeptisch.
„Ja Zufall, als ich mich, zusammen mit einem der Sechsklässler, über das Muggelspiel Baseball unterhalten habe und mir der dazugehörige Ball leider durch die Hände glitt und unter dem Bett von dem da rollte." Dabei zeigte er auf Collin und der Blonde wollte was erwidern. Blaise ließ ihn aber nicht zu Wort kommen und fügte hinzu, „andererseits wäre ich sonst aber nie hinter die kranken Ideen dieses Kerls gekommen. Ich möchte nicht mal daran denken, was er treibt, wenn er sich dies hier ansieht."
„Was denn ansieht?", fragte Stephano Styls und wollte nach der Mappe greifen. Blaise war aber schneller und zog sie zurück. „Nein", rief er, „Nicht sie. Die Direktorin ja, aber nicht sie."
Das überraschte nun wirklich jeden im Raum, doch bevor man weiter spekulieren konnte, hatte sich die Direktorin die Mappe genommen und einen Blick hinein geworfen. Harry fragte sich, was sich denn nur in ihr befinden konnte, denn das Gesicht der Direktorin verdunkelte sich plötzlich und nun schaute auch sie Collin klagend an. Was hatte der Junge nur getan? Dies fragte sich wohl gerade die gesamte Halle. Stephano Styls allerdings wollte sich mit dem Verbot seines Schülers nicht zufrieden geben und ergriff nun ebenfalls die ominöse Mappe. Er schaute unter dem Protest seines Schülers hinein und schien kurzzeitig in seinen Gedanken zu versinken. Dann wandte er sich jedoch an Collin.
„Mr. Creevey, ist das hier ihr Werk?"
Der Blonde bis jetzt meist auf den Boden blickend, erhob seinen Kopf und antwortete mit einem ungewohntem Stolz „Ja". Daraufhin füllte sich das Gesicht seines Lehrers für alle unverständlich mit einem breiten Lächeln und er meinte, „Also ich muss sagen, ich bin begeistert. Allein schon das Licht ..."
„Stephano", rief die Direktorin entsetzt und blickte zwischen ihrem Kollegen und ihrem Schüler hin und her.
„Nein Minerva, nicht. Habt ihr beide euch diese Bilder mal genau angeschaut? Ich meine zumindest du? Bei Mr. Zabini kann ich nicht erwarten, dass er so etwas sieht, aber du Minerva? Hat denn keiner den Ausdruck im Gesicht des Mädchens bemerkt? Wie sie strahlt? Und vor allem, wie sie da sitzt? Ich bezweifle, dass Mr. Creevey diese Bilder von ihr heimlich geschossen hat."
Bilder' schoss es Harry durch den Kopf und er blickte zu Celine, die es mittlerweile geschafft hatte, sich zu Collin durch zu arbeiten. Dort zog sie eine weißes Taschentuch aus ihrem Umhang und reichte es dem Blonden, der es dankbar, und mit einem völlig verklärten Blick annahm."
„Heißt das, sie soll es freiwillig gemacht haben, Professor?", fragte Blaise entsetzt und schaute zu seiner Schwester. Stephano Styls versicherte sich kurz bei Celine und nickte dann. Das war schließlich der Moment, wo Blaise wieder die Fassung verlor und er nun seine Schwester anschrie.
„Wie konntest du nur, Cil? Ich habe Vater versprochen, auf dich zu achten und du fällst mir in den Rücken."
Erneut wechselte der Blick jedes Einzelnen und lag nun wieder auf Celine Zabini, die jedoch nicht beschämt zu Boden blickte wie man es hätte erwarten können, sondern mit nun ebenso lauter, voller Stolz klingender Stimme erwiderte. „Blaise Zabini, du bist ein Idiot. Mal ganz und gar abgesehen davon, dass du gerade meinem Freund die Nase gebrochen und dich zum Affen gemacht hast, weiß unser Vater darüber bereits bescheid. Ich habe es ihm geschrieben und er vertraut mir offensichtlich mehr, als du es tust."
Nun erstarb jeder Laut in der Halle und Harry durchzuckten gerade mehrere Fragen. Hatte sie Freund gesagt? Und was für Fotos waren das, wenn sie Blaise so aus der Bahn warfen?
Backflash
‚Ich bin nicht hässlich. Ich bin witzig und freundlich. Warum nur müssen alle immer auf meiner Größe herumhacken?' Mit diesen Gedanken und immer noch ein wenig sauer auf Marina Gonzales, einer Huffelpuff im siebenten Jahr, die ihm DAS gerade wieder ins Gesicht gesagt hatte, betrat Collin Creevey die Bibliothek. Dabei hatte er doch lediglich gefragte, ob das Mädchen sich mal zwei Schritte zur Seite bewegen würde, damit sie seiner Kamera nicht im Weg stand, mit der er den Sonnenuntergang einfangen wollte.
Rasch sah sich der Gryffindor suchend um und fand auch schnell die samt leuchtende Haarpracht von der Person, die zurzeit der einzige Lichtblick in seinem Leben war. Erst kürzlich hatte ihm sein Vater geschrieben, dass seine Großmutter von ihnen gegangen war und dann, dass es mit dem Milchgeschäft auch schlechter wurde, nachdem die Menschen so voller Ängste vor BSE waren. All dies machte Collin ein wenig zu schaffen und sein bester Trost in dieser Zeit war eben die Gesellschaft von ihr, von Celine Zabini.
Anfangs hatte es erst gar nicht so ausgesehen. Blaise Schwester war ein wenig zickig und unnahbar, drohte sogar damit, ihr Wissen um die dunklen Künste spielen zu lassen. Doch Collin hatte schnell herausgefunden, wieso sie sich so verhielt. Es war wegen ihrer körperlichen Schwäche. Der Gryffindor hätte es nie Behinderung genannt, schon gar nicht in ihrer Gegenwart, denn was die Schwarzhaarige noch mehr hasste als dass sie sich nicht so bewegen konnte wie andere, war das Verhalten eben jener und ihr Mitleid mit dem ‚behinderten Mädchen'. Collin hatte am Anfang diesen Fehler auch begangen, unbewusst, und sie hie und da gefragt, ob er ihr bei der Tür oder bei der Treppe helfe solle. Die Reaktion darauf war eindeutig gewesen, worauf der blonde Gryffindor seine Einstellung änderte. Und so kam es, dass er und Celine irgendwann doch kleine Gespräche begannen und nun schon seit mehreren Wochen ihre Hausaufgaben gemeinsam erledigten.
Collin verdrängte also die Gedanken an Marina Gonzales, überprüfte noch mal seinen Atem - Obwohl dies durch Mr. Sullivans- Immerfrisch- Kaugummi eigentlich unnötig war – und trat leise an Celine heran. Und gerade dieses „leise" war auch gut, denn sonst hätte er es nicht gehört. Er hätte nicht gehört, dass Blaise Schwester weinte. Etwas, das man bei ihr nie sah, oder besser gesagt, was dieses Mädchen sehr schnell für andere unsichtbar machen konnte. Dies hatte Collin schon mal festgestellt. Celine konnte ihre Gesichtszüge und Augen sehr rasch so aussehen lassen, als wäre nichts gewesen.
Doch heute überrascht Collin das Mädchen und leugnen wurde zwecklos. Vorsichtig setzte sich der Gryffindor mit an den Tisch, legte seine Tasche ab und fragte Celine, was geschehen sei. Blaise Schwester stockte zuerst leicht erschrocken, und Collin rechnete damit, dass sie sagte, es sei nichts. Doch dann überraschte sie ihn und erwiderte weinend, „Ach es war Pansy. Die dumme Kuh hat mich heute dermaßen rumgeschupst und dann vor allen ein hässliches Entlein genannt."
Collin wollte erst scharf die Luft einziehen und loswettern, was Pansy Parkinson doch für ein Troll sei, der es nicht mal schaffte einen Verhütungszauber richtig zu benutzen, doch dann schaltete sein Gehirn in eine ganze andere Richtung und seinem Mund entfuhr lediglich ein „aha".
Celine schaute den Jungen daraufhin prüfend an und wollte schon erwidern, dass Mitgefühl unter Freunden anders klang, aber Collin ließ ihr gar keine Chance. Er lächelte und sagte, „Nun die Sache mit dem hässlichen Entlein würde mich nicht wirklich treffen."
„WAS?", fuhr Celine auf, doch ihr Gegenüber legte rasch seine Hand auf ihren Mund, sei es, weil sie in der Bibliothek waren und Madame Pince schon rüber schaute oder weil er noch nicht fertig war. Denn mit dem nächsten Satz, oder besser seiner Frage, verwirrte er Celine sichtlich.
„Sag nicht, du kennst das Märchen vom hässlichen Entlein nicht?"
Celine schüttelte den Kopf und Collin, der nun merkte, dass Muggelkinder und Zaubererkinder doch erheblich unterschiedliche Erziehungen und Geschichten genossen, erklärte Blaise Schwester sehr schnell, was er meinte. „Weißt du Celine, bei uns Muggeln gibt es da ein altes Märchen, in welchem ein kleines hässliches Entlein von allen herum gestoßen wird, biss sich das Entlein in einen wunderschönen Schwan verwandelt."
Collin musste lächeln, als er sah, wie sich auf dem sonst so aristokratisch blassen Gesicht des Mädchens ein leichter Rotschimmer bildete. Und als sie dann auch noch ungläubig den Kopf schütteln wollte, legte der Gryffindor nach. „Und weißt du was, Celine. Du musste diese Verwandlung nicht einmal mehr über dich ergehen lassen. Denn du bist schon wunderschön."
Es dauerte einen Moment, bis beide verstanden hatten, was Collin da gerade gesagt hatte und nun wurde selbst der Gryffindor roter als eine Tomate. Andererseits hatte Collin ja nicht gelogen. Er fand die Fünfklässlerin mehr als nur hübsch und dies wurde ihm gerade klar. Und so kam es, dass sich die Zwei eine ganze Weile anschauten, keiner aber einen Schritt weiter ging, bis Celine plötzlich lächelte und fragte, „Und wie hübsch findest du mich? Wäre ich in deinen Augen schön genug, dass du mich mit deiner Kamera einfangen würdest? Ich hab zwar schon einige Gemälde von mir zu Hause, doch ich hätte auch gern was Besonderes von mir."
Collin war so gefangen von ihrem Gesicht, dass er alles für sie getan hätte. Daher nickte der Gryffindor und stimmte dem ganzen zu. Schließlich brachte ihn der Lärm neu ankommender Schüler jedoch wieder aus seiner Starre und die Beiden beendeten ihre Hausausgaben. Die nächsten zwei Tage sah Collin Celine nicht, da beide unterschiedliche Aufgaben erledigen mussten. Unter anderem kümmerte sich der Gryffindor darum, dass der Raum der Wünsche frei war und dass das Licht ihn richtig ausleuchtete, denn schließlich wollte er, dass die Portraits besonders schön wurden.
‚Kamera bereit, Filme gecheckt und Blitzlicht auch OK.' Mit diesen Dingen im Kopf hastete Collin vier Tage nach dem Gespräch in der Bibliothek durch die Gänge von Hogwarts. Das Abendessen war gerade zu Ende gegangen und nun war er auf dem Weg zum Raum der Wünsche. Unterwegs war ihm dann auch noch die Flasche mit der magischen Fotoessens aus den Händen geglitten, doch glücklicherweise hatte ihm sein Dad zu Weihnachten ein paar ganz besondere Zaubererfilme aus der Winklegasse besorgt, bei denen man sich später immer noch entscheiden konnte, ob man die Fotographien sich bewegend oder starr haben wollte. Klar waren diese Filme teurer, doch Celine waren sie allemal wert.
Höflich, wie er es bei Professor Styls gelernt hatte, klopfte der Gryffindor an und gleich darauf erklang auch schon eine weiche Mädchenstimme, die ihn herein bat. Kaum durch die Tür, selbige geschlossen und Celine herzlich begrüßend wollend, erlebte Collin aber einen Schock, der dem von Harry Potters Sturz in seinem zweiten Schuljahr nahe kam, denn der Raum der Wünsche sah nicht mal annähernd so aus, wie er ihn sich eigentlich gewünscht hatte. Und das war nicht alles. Die Augen des Gryffindors schienen fast überzugehen, als er Celine sah und wie sie so ... na ja ... fast ohne etwas auf dem nun mitten im Raum stehenden Bett lag. Lediglich ein Handtuch war um ihren Körper geschlungen. Doch bei näherer Betrachtung, und bei Celines schelmischem Gesicht, würde dieses wohl auch irgendwann noch verschwinden.
„Celine, was ... was ist hier ... ich dachte ..."
Blaise Schwester musste einfach lächeln, als sie Collin Gesicht sah. Oder war es vielmehr der Versuch, ihre eigene Aufregung zu verbergen? Nun, dass konnte sie selbst nicht beantworten, sprach aber mit leiser Stimme in Richtung Tür. „Ich sagte doch, ich wollte mal was Besonderes von mir."
Collin ließ fast seine Kamera fallen und erste Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn, vom immer trockener werdenden Mund ganz zu schweigen. ‚Nicht starren ... alles nur nicht starren', schoss es ihm durch den Kopf. ‚Wenn sie das kann, dann kann ich das auch'. Wie naiv er doch war. Collin war ein Teenager, ein Junge und wenn man bedachte, dass es in seinem Leben bisher nur ein weibliches Wesen, nämlich DIE Kamera gegeben hatte, war das, was sein Körper gerade durchlitt, wohl das natürlichste auf der Welt.
Allerdings schien sein Zögern nun auch bei Celine Zweifel aufzuwerfen, ob sie das Richtige getan hatte und daher fragte sie, ob alles mit ihrem Freund in Ordnung war, oder ob sie die ganze Sache vergessen sollten? Collin schien dies aus seiner Starre zu reißen und er wandte verlegen seinen Blick ab.
„Vergessen Celine? Ich weiß nicht? Es kommt alles ein wenig überraschend. Und ... und ..."
„Was und?", fragte sie leicht neckend. „Bin ich doch nicht so hübsch? Ist mein Körper ..."
„NEIN", rief der Gryffindor rasch und fuhr wieder herum. „Du ... du bist …per ...perfekt. Es lie … liegt an mir."
Und während Collin dies sagte und immer wieder woanders im Raum hinschaute, bemerkte Celine, dass sich die Haltung des Jungen etwas verändert hatte. Irgendwie sah es so aus, als würde er seinen Hintern nach hinten hinausschieben, so dass vorn unterm Zauberumhang mehr Platz blieb. Celine traf plötzlich die Erkenntnis und sie wurde leicht rot. Wie konnte sie ihm das nur antun? Wie konnte sie vergessen, was ihre Mutter ihr gesagt hatte, als sie sie damals aufgeklärt hatte? Für sie war es eigentlich normal, sich vor einem Jungen auszuziehen. Schon früh hatte sie all ihre Scheu abgelegt, oder wenn man es genau nahm, gab es diese Scheu nie wirklich. Seit dem Unfall war sie es gewöhnt zum Beispiel mit ihrem Dad oder auch mit Blaise zu baden. Oder ihre ganzen Untersuchungen und therapeutischen Behandlungen, nie gab es da so etwas wie Scham.
Doch hier war es jetzt ganz was anderes. Hier lag sie nun fast nackt vor einem Jungen, der ihr, wie sie gerade feststellte, auch noch sehr viel bedeutete. Und nun brachte sie Collin auch noch in so eine Lage. Rasch zog sie die Decke über sich und bat den Gryffindor sich zu ihr zu setzen. Collin zögerte kurz und legte dann die Kamera ab. Vorsichtig setzte er sich auf die Bettkante, den Blick ja nicht auf ihren Körper gerichtet, denn da war zwar die Decke. Doch Seide hatte die Angewohnheit so dünn zu sein, dass sich zum Beispiel Celines Brüste samt Brustwarzen durchaus erkennbar abzeichneten.
„Collin, es tut mir leid. Ich wollte es nicht."
„Wie? Was?", fragte der Gryffindor leise, worauf Celine ihn näher an sich heran zog und flüsterte, „ Ich wollte dich nicht so in Verlegenheit bringen."
Collin drehte sich nun so, dass er ihr direkt in den Augen schauen konnte und dann geschah es. Der Gryffindor vergaß mal schnell wie nah er ihr war, wie hart da etwas in seiner Hose pochte und während er noch sagte „Hast du aber", da berührten sich plötzlich ihre Lippen. Für Beide schien die Welt still zu stehen, denn dieser Kuss sollte nie enden. Schließlich aber lösten sich ihre beiden Münder und Collin war der erste, der wieder zu Worten kam..
„Ich ... Cil ... ich denke ... ich glaube ... ich habe mich in dich verliebt ..."
„Ich auch", hauchte sie zurück und Beide küssten sich erneut, diesmal allerdings etwas intensiver und auch die Zungen begannen zaghaft den Gegenüber zu erkunden.
Die Minuten verstrichen und das Feuer im Kamin wurde etwas kleiner und es war schließlich Blaise Schwester, die den Kuss beendete und zaghaft an den Jungen neben ihr gerichtet fragte, ob er nicht trotzdem ein paar Fotos von ihr machen wollte. Collin richtete sich auf und sah das Mädchen mit verliebten Augen an. Zuerst wollte er sofort ja sagen, doch dann rutschte die Decke etwas zur Seite und entblößte dabei Celines zarte Brüste. Dies war dann der Punkt, wo Collin meinte, dass dies gar nicht so einfach sein würde. Er war einfach zu aufgewühlt, als dass er sich konzentrieren könnte. Celine sah ihn daraufhin mit großen Augen an und eine leichte Enttäuschung spiegelte sich in ihren Augen wieder.
„Bitte nicht. Bitte sei nicht traurig", flehte Collin, der Celine nicht wehtun wollte. Und gerade als er sich durchgerungen hatte, ihr erklären wollte, warum es nicht ging, da durchzuckte ihn plötzlich ein Gedanke.
„Verdammt, ich hab´s"
„Was hast du?", fragte die Schwarzhaarige überrascht.
„Die Lösung. Allerdings darfst du es mir dann nicht übel nehmen, wenn ich auf dich während der ganzen Fotografiererei etwas abwesend wirke."
„Wie abwesend?", hakte Celine nach und Collin erklärte ihr, dass er sich mit einem Zauber belegen würde, der ihn sich nur auf die Kamera konzentrieren lasse. Hermine habe ihm diesen Zauber gezeigt und so würden die Bilder von ihr einsame Spitze werden.
Blaise Schwester sah den Blonden zwar noch ein wenig skeptisch an, entschied sich dann aber, Collin zu vertrauen und man schritt zur Tat. Die nächste Stunde verwandelte sich der Raum der Wünsche wahrlich in ein Fotoatelier. Collin knipste Bild um Bild auch wenn er ab und zu die Kamera ablegen musste, um Celine dabei zu helfen, sich richtig zu positionieren.
‚Der Zauber muss wirklich stark sein, oder das Photographieren ist seine Welt'. Mit diesen Gedanken legte sich die Gryffindor verträumt lächelnd auf die Seite und hob ihren Arm über den Kopf. Sie hatte nun die gleiche Position wie das Mädchen in diesem Kinofilm über den Untergang dieses Muggelschiffes. Einzig der große Diamant fehlte, doch das war egal. Collin photographierte sie, wie sie war und nicht ein Gedanke schien dabei an sich und seinen Zustand verschwendet zu werden. Und dass sein Körper auf sie reagierte, war nur all zu offensichtlich.
Schließlich wurde das letzte Photo geschossen, gehörend zu einem Film, der, sollte er entwickelt werden, niemals in die Hände Fremder gelangen durfte. Irgendwie war Celine am Ende immer mutiger, wenn nicht übermütig geworden und hatte ihren neuen Freund zu ein paar doch recht eindeutig freizügigeren Bildern überredet. Blaise Schwester zog die Decke über ihren Körper und hob dann den Zauber von Collin auf. Der Gryffindor brauchte einige Sekunden, um wieder klar denken zu können und Celine nutzte dies, um ihn zu sich hinunter zu ziehen und sich mit einem langen Kuss zu bedanken. Daraus wurden letztendlich fast zwei Stunden in denen die Beiden noch kuschelten. Bevor Collin entschied, dass es Zeit war, in den Gryffindorturm zurück zu kehren.
Flashback Ende
Professor McGonagall hatte sich die Mappe mit den Bildern ihrer Schülerin nochmals genommen und versuchte die Aussage von Stephano Styls richtig zu beurteilen. Letztendlich kam sie auch zu dem Schluss, obwohl es für die alte Hexe mehr als nur unverständlich war, wie ein junges Mädchen so etwas freiwillig tat. Wir sprachen hier schließlich von einer Schülerin, die einem der ältesten und angesehensten Häuser entstammte.
Damions Vater hingegen, war das ganze Gegenteil der Direktorin. Er lächelte nur, warf ebenfalls noch einmal einen Blick auf die Bilder, was bei Blaise ein Schnauben hervor rief, und reichte dann die Mappe mit einem anerkennenden Nicken an Celine.
„Hier Ms. Zabini, passen sie gut darauf auf, denn dieses Geschenk wird wirklich einzigartig bleiben."
Zuerst befürchtete das Mädchen, dass ihr Lehrer ihr nun verbieten würde, sich mit Collin weiter zu treffen, doch das war nicht das, was Professor Styls meinte. Celine hörte noch Worte wie, dass, sollte dies mal wiederholt werden, die Gesichter niemals wieder diesen Glanz hätten. Erleichtert atmete Celine aus, bis es daran ging, zu entscheiden, was mit ihrem Bruder geschehen sollte. Die Direktorin zog es in Erwägung einen harten Verweis auszusprechen, doch auch hier befand der Hauslehrer von Gryffindor, dass man andere Möglichkeiten der Bestrafung hatte.
Letztendlich sah Stephano Styls seinen Schüler nachdenklich an und sagte, „Also Mr. Zabini, verprügeln eines Mitschülers, dass macht dreißig Punkte Abzug für Gryffindor. Außerdem bekommen sie Strafarbeiten bei mir oder bei Mr. Filch. Das hängt aber ab, wie sie sich im Anschluss verhalten..."
Die gesamte Halle war nun Ohr. Jeder verstummte, obwohl dies bei den Slytherin wohl am auffälligsten war, da diese sich lautstark über den Punkteverlust ihrer Gegner gefreut hatten.
„Denn Mr. Zabini...", fuhr Damions Vater fort. „Sie werden sich jetzt und hier bei ihrer Schwester und dann bei Mr. Greevey entschuldigen. Und als kleinen Bonus dürfen sie ihren Mitschüler dann noch zu Poppy begleiten und ihr erklären, warum Collins Nase gebrochen ist."
„Autsch", sagte Harry leise, denn dieses Unterfangen würde mit Sicherheit kein Leichtes werden. Hermine und Ron stimmten dem Schwarzhaarigen zu, während der Rest eher auf die Mappe in Celines Händen schielte. Jeder hätte wohl zu gern gesehen, was sich für Bilder darin befanden. Aber nur eine Gruppe, nämlich die weiblichen Bewohner des Gryffindorturms, hatten auch nur annähernd eine Chance in ihren Genuss zu kommen.
Wenig später, Collin und Blaise hatten die Halle verlassen, kehrte wieder Ruhe in der Großen Halle ein und das Abendessen näherte sich seinem Ende. Harry saß am Gryffindortisch und lauschte, wenn auch unbewusst, den Gesprächen am Lehrertisch. Irgendwie schien sein Gehör sich darauf eingestellt zu haben und so bekam der Gryffindor mit, wie sich Professor McGonagall etwas aufregte, das die Strafe doch zu milde ausgefallen war. Stephano Styls erwiderte aber, dass Poppy sich schon darum kümmern würde und so schlich sich doch plötzlich so etwas wie ein Lächeln auf das Gesicht der Direktorin.
Andere Lehrer, welche die Bilder nicht gesehen hatte, erregte diese viel mehr. Professor Vektor zum Beispiel, die etwas ältere Professorin für Arithmantik schüttelte nur den Kopf und meinte, „Hat denn Ms. Zabini überhaupt eine Ahnung, was alles hätte passieren können. Ein Junge, sie völlig nackt. Was wäre, wenn er sich nicht zurück genommen hätte, oder sie? Sex wäre die Folge gewesen. Und das in Hogwarts, eine schaurige Vorstellung. Also zu meiner Zeit, da gab es so etwas nicht. Wir hatten noch Anstand und man wurde erst nach der Hochzeit aktiv in solchen Dingen. Meine Mutter, eine sehr gläubig Frau, sagte immer, Kind, wer vor der Ehe Sex hat, der kommt in die Hölle ..."
Das war dann der Moment, wo Stephano Styls sich nicht mehr zurück halten konnte. Und während die anderen Professoren die alte Lehrerin einfach reden ließen, mischte er sich, wenn auch stark sein Grinsen unterdrückend, ein. „Da haben sie recht, Professor Vektor. Das hat meine Mutter mir auch immer gesagt. Und sie meinte auch, dass wer onanierte, blind wird."
„Stephano", begehrte die Direktorin auf, doch Damions Vater blieb unbeeindruckt und sagte weiter an Professor Vektor gewandt und den bösen Blick der Chefin ignorierend. „Sie glauben also gar nicht, wie froh ich bin, dass wir hier Hogwarts anständige Schüler mit gesunden Köpfen haben und dass keiner unserer Schützlinge jemals die Hölle sehen wird."
Harry verschluckte sich und schaute nun direkt zum Lehrertisch hoch. Er erblickte Professor Vektor, die Damions Dad zuerst noch ungläubig, dann aber zustimmend ansah. Und dann sah er Professor Styls, der ein Gesicht zog, als könnte er kein Wässerchen trüben. Der Rest der Lehrkräfte, allen voran Ems und die Direktorin, kämpften entgegen der eigentlich von ihnen zu erwartenden Art hart mit sich, bis die ersten unter den unterschiedlichsten Vorwänden den Raum verließen. Es war wirklich ein Schauspiel und Harry begann zu lachen. Als ihn allerdings Hermine fragte, was denn sei, da musste auch er fluchtartig die Halle hinter sich lassen.
Irgendwie schien Harry die Ablenkung des gestrigen Abends gebraucht zu haben, denn heute, am Freitag, schaffte er es doch tatsächlich, die Phönixteleportation soweit zu verbessern, dass dem Besuch von Potter Castle nichts mehr im Wege stand.
Mit einem Lächeln berichtete er dies seinen Freunden und auch den beiden Professoren, die ja mitkommen wollten und der Beschluss wurde gefasst, dass ihre kleine Reise doch erst am darauf folgenden Wochenende stattfinden sollte. Harry sah dies zwar als eine Art Folter seitens der Lehrer, denn wie sollte er denn nur noch eine ganze Woche überstehen. Aber da ein Ordenstreffen kurzfristig anberaumt worden war, wo es um den Angriff auf die Königin ging, musste man den Trip einfach verschieben. Somit hieß es für Harry und seine Freund warten, bis es endlich hieß, in die Geschichte einzutauchen.
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