Kapitel 77
... Draco dormiens nunquam titillandus ...
„Wieso Steph, kommt mir das ganze so bekannt vor?", sagte Minerva McGonagall mit einer Spur Aufregung in der Stimme und ihr Kollege begann zu lächeln.
„Nun Direktorin, ich denke mal, es kommt daher, das sie einen besonderen Eid auf den Ursprung dieses Zitats abgelegt haben."
„Was?", riefen die drei Schüler und Professor McGonagall schien plötzlich ein Schlag getroffen zu haben.
„Oh Steph, sind wir wirklich so blind? Draco dormiens nunquam titillandus... kitzle niemals einen schlafenden Drachen. Es ist unser Schulmotto, ausgesprochen von den vier Gründern persönlich und eigentlich sollte jeder diesen Spruch sofort erkennen."
Harry und seine beiden Freunde schauten die nun lachenden Professoren mit großen Augen an und der Gryffindor fragte sich, wie ihnen das weiter helfen sollte. Doch auch hier schienen die beiden eine Antwort zu haben und Damions Vater wandte sich an Harry persönlich.
„Harry, du als Erbe der Potters solltest die größten Chancen haben, die Tür zu öffnen. Daher bitte ich dich jetzt, die Buchstaben auf der Tür zu benutzten und damit das Wort „Hogwarts", zu formen. Ich denke sie einfach in der richtigen Reihenfolge zu berühren dürfte schon ausreichen."
„Und wenn es eine weitere Falle ist?", fragte Hermine besorgt und rieb dabei über die Stelle, wo sie der Drachen gebissen hatte. Doch der Geist ihres Freundes schien nun ähnlich zu arbeiten, wie der der beiden Professoren. Und daher tat es Harry einfach. Er hob seine Hand, und während er ein Auge vorsichtshalber auf dem Drachen behielt, drückte er zuerst das „H", welches, kaum dass sein Finger es berührte, sofort leicht zu glimmen begann. Dies machte dem Gryffindor Mut und er fuhr fort bis zum „S". Bei diesem Buchstaben, dem letzten des Namens seines wahren Zuhauses, stockte er jedoch noch einmal kurz und sah sich vergewissernd zu den anderen um. Die Augen seiner Begleiter und Freunde waren voller Erwartung und Stephano Styls nickte seinem Schüler ermutigend zu.
Harry tat es und zog die Hand im nächsten Moment zurück, da sich der Kopf des Drachens in seine Richtung drehte. Allerdings machte die Türklinge keine Anstalten ihn zu beißen, sondern vielmehr öffnete der Drachen sein Maul und ein krächzendes „Wie ihr wünscht mein Herr" war zu hören. Diesem folgte ein klackendes Geräusch, als würden wenn mehrere Riegel bewegt und der Moment der Wahrheit schien gekommen.
Vorsichtig drückte Harry die Klinge herunter und siehe da, die Tür ging auf. Allerdings konnten sie nicht sofort durch sie hindurch gehen, denn ein beißender, Brechreiz verursachender Gestank schoss ihnen entgegen. Verstärkt wurde die Sache noch, da der Zauber den Raum, mit was auch immer sich darin befand, offenbar hermetisch abgeschottet hatte und nun der Überdruck entweichen konnte. Hermine war die Erste, die nicht mehr konnte und mit ihrer Hand vor den Mund gepresst in Richtung Bibliotheksausgang rannte. Ihr Ziel, das Bad, erreichte sie aber nicht und so musste einer der Blumenkübel herhalten.
Harry und Professor Styls gaben sich da mutiger und es war wohl auch ihrer Neugier zuzuschreiben, dass sie sich über den Gestank hinweg setzten und schließlich die Tür gänzlich aufdrückten. Beide betraten den Raum und Harrys Gesicht weitete sich vor Entsetzen. Dazu kam es bei ihm dann auch plötzlich hoch, denn man sah ja nicht jeden Tag direkt in das unschöne Antlitz einer ziemlich stark verwesten Leiche. Nun konnte auch der Gryffindor nicht mehr und ging seine Freundin besuchen. Allerdings war ihr Kübel schon voll und daher musste sein Nachbar dran glauben.
Ron und Professor McGonagall, die sich beide etwas zurück gehalten hatte, taten sich den Anblick gar nicht erst an und fragten nur laut in den Raum, was denn sei. „Sterblich Überreste", antwortete Stephano Styls und der Lehrer für VgddK schaute sich rasch nach etwas um, mit dem man den Toten bedecken konnte. Glücklicherweise kannte er solche Anblicke schon durch seine jahrelange Schatzsuche, doch man musste es den Jugendlichen nicht unbedingt mehr als nötig antun.
Schließlich hatten sich Harry und seine Liebste etwas erholt, machten sich ein wenig frisch und traten wieder näher an den geheimnisvollen Raum heran. Und aus eben jenem kam Damions Vater, sein Kopf mit reichlich Spinnweben verziert und in seinen Händen eine goldene Taschenuhr.
„Harry, weißt du, wem die gehören könnte?", fragte der Professor, doch der Gryffindor konnte nur mit dem Kopf schütteln. Allerdings kamen Harry seine Eltern in den Sinn und er rief nach Trexus. Er fragte den kleinen Hauselfen, ob er eine Möglichkeit sehe, wie sei Dad in die Bibliothek gelangen könnte und Trexus verschwand. Kurz darauf tauchte er mit dem riesigen Gemälde von Harrys Eltern in den Armen wieder auf und der Gryffindor musste schmunzeln.
‚Nicht ganz das, was ich meinte, aber so geht's wohl auch', dachte Harry und wartete darauf dass sich James Potter wieder etwas beruhigt hatte. Scheinbar war die kleine Reise ziemlich überraschend gekommen und Harrys Vater musste sich erst ein wenig sammeln. Schließlich aber hatte der Gryffindor die ganze Aufmerksamkeit des Gemäldes und hielt die Taschenuhr hoch.
„Dad, hast du eine Ahnung wem das hier gehört und warum sein Träger tot in unserer Bibliothek liegt?"
James Potter betrachtete das Schmuckstück und wurde immer blasser. „Bei Merlin, sie gehörte meinem Großvater Ignatius." Dann ging James Blick zu seinem Sohn und er fragte ungläubig, „Und was meinst du mit einem Toten?"
„Ganz einfach James...".mischte sich die Direktorin ein. „Wir reden von der Leiche in dem versiegelten Zimmer eurer Bibliothek."
Harrys Vater schaute für einen Moment verwirrt, bis sich plötzlich so etwas wie Stolz auf sein Gesicht legte. „Du hast ihn geöffnet? Du hast es geschafft?"
Harry nickte, erinnerte seinen Dad aber an besagte Leiche und erwartete eine Antwort. Das Gemälde des älteren Potters war für einen Moment still und das Gesicht nachdenklich. Dann aber kam wieder Leben in James Abbild und er begann zaghaft zu erklären. „Also mein Sohn, ich kann von hier aus nur vermuten, denn die Geschehnisse damals waren für alle sehr hektisch und verworren. Doch wenn der Tote da drinnen wirklich mein Großvater ist, dann machen andere Dinge plötzlich Sinn."
„Was für Dinge, Dad?", fragte Harry nach und auch der Rest hatte aufgehorcht.
„Nun, Sachen, die seinen Tod betreffen und das was danach geschehen ist, oder eben nicht. Aber ich muss dazu weiter zurück gehen, Harry. Alles begann nämlich vor vielen Jahren, als dein Großvater Ignatius Potter es geschaffte hatte, den Raum der Gryffindors zu öffnen. Manche nannte ihn früher auch den Hogwartsraum, doch das ist Ansichtssache. Die Geschichte zeigte aber, dass nicht jeder Potter würdig war, dass Geheimnis zu lüften. Ab und zu übersprang es eine Generation, denn die Besonderheit ist, dass, egal ob zum Beispiel dein Urgroßvater wusste wie man ihn öffnet, er es nicht an seinen Sohn weitergeben durfte. Es war sozusagen eine Reifeprüfung."
„Eine Prüfung?", fragte Hermine überrascht, da sie nicht ganz verstand, wie man so mit dem Wissen aus alten Zeiten umgehen konnte. Was wäre gewesen, wenn mehrere Generationen nicht für würdig gehalten worden wären und der Raum letztendlich in Vergessenheit geraten wäre.
„Nun Hermine, sie es als Mannbarkeitsritual. Du weißt schon, so ein Vater- Sohn- Ding wie Dad und Junior gehen Angeln, besteigen einen Berg oder besuchen ein Bordell ... oops, vergiss das Letzte."
„Einmal ein Rumtreiber, immer ein Rumtreiber", erwiderte Professor Styls lachend auf James Bemerkung und Hermines rotes Gesicht hin. Allerdings interessierte es ihn nun auch brennend, was es mit dem Raum auf sich hatte und er bat Harrys Vater fortzufahren.
„Nun, wie schon gesagt, es war damals sehr verworren und dein Urgroßvater; Harry, hat das Rätsel um den Raum erst sehr spät gelöst. Doch als er es geschafft hatte, war er fast nicht mehr aus ihm heraus zu bekommen. Dann kam da plötzlich der Angriff von Voldemort, bei dem nicht nur deine Großeltern, sondern auch Ignatius samt Frau den Tod fanden. Allerdings muss ich jetzt erkennen, dass es dann doch nicht so abgelaufen sein kann, wie man mir berichtet hat, denn den Erzählungen der damals dabei gewesenen Familienfreunde nach hieß es, dass Mum und Dad sofort tot und Großmutter und Großvater schwer verletzt gewesen waren, als unser Landhaus in Wales nach dem Angriff der Todesser in Flammen aufgegangen ist. Ich war damals gerade in Hogwarts und konnte nichts für sie tun, als sie wenige Tage später zu bestatten."
Hermine hielt sich entsetzt ihre Hand vor den Mund und auch Harry musste eine Träne unterdrücken. James Potter hingegen schien mit diesem Dämon schon lange Frieden geschlossen zu haben und sah lediglich etwas nachdenklich in den Raum. Dann aber räusperte er sich und sprach weiter.
„Es hieß damals, sie haben nur noch Asche gefunden, so groß war die Hitze des Feuers gewesen. Allerdings sagt mir die heutige Entdeckung, dass Ignatius es wohl doch noch geschafft hat zu entkommen, um den in seinen Augen größten Schatz in Sicherheit zu bringen. Er muss hier her gekommen sein und hat die Schutzzauber von Potter Castle aktiviert. Harry, ich sagte dir doch, dass das Schloss durch einen Brand vernichtete worden sei. Nun, dies war eine der besten Illusionen, die jemals erschaffen wurde, denn von nun an konnten nur noch wahre Potters das Schloss finden und betreten. Allerdings habe ich niemals geahnt, auch wenn ich nur ein paar Mal hier war, dass die sterblichen Überreste von Ignatius hier ruhten."
„Ja aber gibt es denn von ihm kein Gemälde, das es ihnen hätte sagen können?", fragte Hermine. James ermahnte sie allerdings zuerst, dass es für sie „James" hieß. Und dann meinte er, dass es eben kein Bildnis gab, oder besser, es gab welche, doch nie hatten sie sich bewegt, wie andere es taten. James vermutete, dass die Magie des Schlosses, oder die des Raumes verhinderte, dass der Geist von Ignatius Potter in die nächste Ebene gelangte.
Harry und seine Freunde betrachteten nachdenklich das Gemälde von James Potter und der Gryffindor wollte gerade eine andere Frage an seinen Dad stellen, da tauchte Lily Potter auf und machte einen sehr aufgeregten Eindruck. Sie nahm ihren Sohn nicht einmal richtig wahr und flüsterte ihrem Gatten etwas ins Ohr. Was es war, verstand keiner, doch es musste wichtig und ungewöhnlich sein, denn James Potter verabschiedete sich hastig von allen und kurz darauf war der Bilderrahmen verlassen.
„Nun Harry, ich denke, James wird bald wieder hier sein. Und bis dahin, sollten wir es vielleicht wagen, uns ein wenig im Gryffindorraum umzuschauen."
Harry schaute seinen Professor überrascht an und wandte dann seinen Blick zögernd Richtung Tür. Damions Dad legte noch schnell nach, dass er die sterblichen Überreste von Ignatius abgedeckt habe und keiner der es nicht vertrage, dem Anblick ausgesetzt sei. Somit schwanden die Zweifel bei Harry. Er brauchte nicht unbedingt das Bild eines Toten in seinem Kopf, um glücklich zu werden. Als er dies aber dann laut sagte, da lachte Stephano Styls kurz auf und meinte, dass Damion dies auch immer bei ihren Schatzsuchen gesagt habe.
Die Erwähnung von Styls Sohn brachte allerdings Ron auf den Plan und Harrys rothaariger Freund fragte voller Neugier, warum denn Damion nicht mitgekommen war. Seines Erachtens müsste doch so etwas wie hier voll aus dessen Wellenlänge liegen. Stephano Styls sah seinen Schüler kurz überrascht an, hatte jedoch im selben Moment auch schon eine Antwort parat.
„Nun Mr. Weasley, mein Sohn ist in Hogwarts geblieben, um Mr. Zabini bei seiner Strafarbeit zu beaufsichtigen und auch, um dafür zu sorgen, dass wir bei unserer Rückkehr nicht Mr. Creevey zu Grabe tragen müssen."
„Oh ja, dass ist richtig...", platzte es aus Ron heraus. „Blaise war mehr als nur sauer, als wir gestern Abend im Gemeinschaftsraum saßen."
„Warum das denn?", fragte nun Professor McGonagall hellhörig und Ron wurde knallrot. Irgendwie schaffte der Gryffindor es doch immer wieder sich an der falschen Stelle zu verplappern. Der strenge Blick der Direktorin ließ aber keinen Platz für Verhandlungen oder Ausreden und so musste Harrys bester Freund verlegen antworten.
„Ach, Professor, es ist halb so schlimm. Seine Schwester Celine hat ihm gestern nur abgesagt und gemeint, dass sie selbstständiger werden möchte und Blaise ihr vorerst nicht mehr beim Baden im Vertrauensschülerbad helfen braucht."
„Das ist doch ein gutes Zeichen, Mr. Weasley. Warum sollte sich Mr. Zabini darüber ärgern?", fragte die Direktorin. Bevor Ron aber wieder was Falsches sagen konnte, mischte sich Professor Styls ein und meinte, „An sich schon Minerva. Doch Blaise ist nun mal der große Bruder, hat sich daran gewöhnt, dass seine Schwester zu ihm kommt, wenn sie Hilfe braucht und kann halt fast so schlecht loslassen, wie manche Väter."
Die Direktorin nickte verstehend und schickte sich an, ihre Aufmerksamkeit nun dem geheimnisvollen Raum vor sich zu schenken. Dadurch bekam sie allerdings nicht mehr mit, wie Stephano sich zu Harry umdrehte und leise sagte, „Und außerdem wäre Mr. Zabini nur hinderlich, wenn Collin jetzt das Waschen und Pflegen übernimmt."
Harrys Augen wurden immer größer, als er das hörte und fragte sich, wie schon bei anderen Anlässen zuvor, ob Professor Styls wirklich die Aufsicht von Heranwachsenden ernst genug nahm, zumindest, wenn es um solche Dinge ging, denn hier kam er doch sehr an Sirius heran.
Hermine stand nur da und machte ein Gesicht, wie ein Karpfen auf dem Land. Dies brachte Damions Dad zum Grinsen und er bedeutete Harrys Freundin, sie solle doch der Direktorin und Ron folgen. Harry nahm dies überrascht wahr und bedachte seinen Lehrer mit einem fragenden Blick. Dessen Grinsen wurde aber nur noch breiter und als Hermine außer Hörweite war, fügte Stephano noch hinzu, „Genauso hinderlich wie euer Freund Ronald bei dem, was Damion und Ginny das Wochenende vorhaben."
„Was?", fragte Harry überrascht, bekam aber als Antwort nur die Worte „Blutbindung pflegen" und den Hinweis, dass er von Professor Styls nichts weiter erführe, da dieser sonst Bilder in den Kopf bekäme, die er nie und nimmer haben wolle. Harry nahm einen leichten Rotschimmer an, denn genau das passierte nämlich nun bei ihm selbst. Er sah Ginny und Damion wieder unter der Dusche stehen. Rasch schüttelte er seinen Kopf und folgte, nun komischer Weise als letzter in den Raum, den eigentlich ER als erster betreten sollte.
Die Fackeln, welche sich magisch entzündet hatten, tauchten das Zimmer, welches ungefähr die Größe des Gemeinschaftsraumes der Gryffindors hatte in ein etwas bizarres Licht. Die Tatsache, dass hier drin all die Jahre eine menschliche Seele gehaust hatte, ließen Harrys Nackenhaare zu Berge stehen. Vorsichtig schaute er sich um, versuchend, den Blick nicht auf der roten Decke mit dem Potterwappen, welche Professor Styls über Harrys Urgroßvater legt hatte, haften zu lassen.
Der Blick des Gryffindors fiel dabei auf diverse Möbelstücke, wie zum Beispiel ein breites Sofa, mehrere Arbeitstische oder verschiedene Schränke. Alles in Allem wurde hier früher sicher viel studiert. Dann wiederum erinnerte es aber auch an ein Museum, wenn man die Rüstungen und Waffen, die Vitrinen und Büsten alter Zauberer bedachte. Letztendlich traf Harrys Blick auf einige riesige Regale, vor denen seine Freunde standen und wo Ummengen von Pergamentrollen lagerten.
Da diese jedoch alle mit einer dicken Staubschicht überzogen waren, musste man wahrscheinlich äußerst behutsam mit ihnen umgehen. Nicht auszudenken, was an Wissen verloren gehen würde, wenn auch hier Ungeziefer am Werke gewesen währe. Diese Befürchtung äußerte zu aller Überraschung auch schon im nächsten Moment Ron laut, doch Professor Styls versuchte ihn gleich darauf zu beruhigen.
„Keine Sorge Mr. Weasley, der Staub ist das einzige, was mit dem Pergament hier in Berührung gekommen ist. Die Potters sind viel zu umsichtig gewesen, um daran nicht zu denken. Sehen sie den gelblichen Schimmer auf den verschiedenen Wänden? Es ist tibetanisches Bromknollenpuder, eines der besten Schutzmittel gegen Ratten, Mäuse und Insekten. Und richtig angewandt, vielleicht noch mit dem ein oder anderen Zauber unterstützt, hält es ewig und bewahrt ganze Archive vor ihrem Zerfall."
Harry und Hermine schauten den Professor mit großen Augen. Stephano Styls lächelte jedoch nur und nahm, um es seinem rothaarigen Schüler zu beweisen, eine der untersten Pergamentrollen aus dem Regal. Er pustete kurz den Staub ab und siehe da, die Aufzeichnungen sahen aus, als wären sie nicht älter als ein paar Jahre. Dies ließ natürlich alle ein wenig aufatmen und man überlegte, wo man am Besten mit der Suche begann.
„Oh es ist zum verrückt werden", sagte Hermine verzweifelt, als sie die mittlerweile dreißigste Pergamentrolle zur Seite legte. „Fangberichte und Schiffsskizzen, Seemannsgarn und weiß der Geier, alles, nur nichts über die Gründer oder Hogwarts. Ich frage mich, warum deine Vorfahren dies als so wichtig angesehen haben, Harry."
Der Gryffindor konnte aber auch nur mit dem Kopf schütteln, denn es ergab aus seiner Sicht ebenfalls keinen Sinn. Harry auf der anderen Seite hatte wenigsten ein paar Sachen gefunden, die auf Godric Gryffindor hinwiesen. Es waren einige Gemälde und Pergamente, worauf verschiedene Dinge standen, die für die Ausbildung der Schüler auf Hogwarts noch heute Gültigkeit hatten. Es war wohl eine Liste mit den ersten Schulregeln und mit einem Lächeln zeigte der Gryffindor sie der Direktorin.
Professor McGonagall schmunzelte ebenfalls, als sie das Pergament sah, wandte sich dann aber wieder dem Buch zu, welches sie gerade durchblättert. Harry versuchte einen Blick auf den Titel zu werfen, musste dann aber rasch reagieren, da die alte Hexe plötzlich zu zittern begann und ihr das Buch entglitt. Harry fing das alte Manuskript gekonnt auf, schaute McGonagall überrascht an und las die letzte aufgeschlagene Seite.
...Die Schwestern des Lichtes, als Gabe der Alten gedacht. Wo die Eine birgt Wissen, hält die andere die Macht. Das Tor zur Welt, aus Feuer entstanden, beschützt Gottes Kinder auf Erden vor des Teufels Gesandten...
‚Oh mein Gott', dachte Harry, als er dies las. Es war derselbe Vers, den Godric Gryffindor auf seinem Sterbebett gesagt hatte. Es war sozusagen sein, also Harrys, Familienrätsel. Allerdings hatte der Gryffindor noch immer nicht heraus gefunden, was damit gemeint war. Gab es wirklich zwei Denkarien, wie Hermine und Professor Styls vermuteten? Harry hatte keine Ahnung und lies das Buch dann für eine Minute erst mal nur ein Buch sein, denn die Direktorin hatte sich wohl so sehr über ihren Fund aufgeregt, dass sie sich jetzt erst einmal setzten musste. Harry führte sie langsam zum Sofa und rief dann nach Trexus, damit er ein Glas Wasser brachte.
Der kleine Hauself brachte aber nicht nur dies, sondern auch ein Tablett mit belegten Broten. Er sah seinen Herren mit leicht vorwurfsvollem Blick an und sagte, „Meister, Wissen und Geschichte sind sehr wichtig, doch sie nützt euch nichts, wenn ihr verhungert und ihr dadurch ihr nicht mehr auf den Grund gehen könnt. Außerdem habe ich einige Zimmer hergerichtet, denn das Schloss hat sich schon zur Nacht begeben und die Antiapparationswälle hochgefahren."
Harry sah Trexus mit großen Augen an und schaute danach auf seine Uhr. Er erschrak ein wenig, denn es war fast Zehn, etwas, das nun auch die anderen zur Kenntnis nahmen. Und als wäre dies ein Zeichen gewesen, gähnte Ron plötzlich laut. Allerdings legte er dann rasch seine Hand auf den Mund, den Professor McGonagall warf ihm einen mehr als nur missbilligenden Blick zu. „Tschuldigung", murmelte der Rothaarige verlegen und drehte seinen Kopf weg. Allerdings sahen nun auch die beiden Lehrer ein, dass es spät geworden war und die Direktorin überlegte, ob sie nicht nach Hogwarts zurückkehren sollten. Dies wurde aber von allen abgelehnt, da ja wie schon gesagt, Trexus einige Zimmer vorbereitet hatte.
Das leichte Abendmahl, sprich die belegten Brote, wurden noch in der Bibliothek verputzt, auch wenn dies Trexus nicht gern zu sehen schien. Offenbar war er so etwas nicht gewohnt und man hörte ihn ab und zu sagen, „das hat es zu früheren Zeiten nicht gegeben." Oder man hörte heraus, dass es dafür doch das Esszimmer gab. Harry schmunzelte ein wenig über den kleinen Kerl, welcher seinen Job als Butler sehr ernst nahm und beschloss, dass dies hier mal die Ausnahme blieb. Dann wurde noch schnell eine Nachricht an Professor Flitwick verschickt, sprich Fawks tauchte plötzlich auf und übernahm das, und danach hieß es, das erste Mal in Potter Castle zu übernachten.
Der Blick, welchen ihm die Direktorin zuwarf, hätte wohl jedem anderen Schüler dazu bewegt, es nicht zu tun, doch Harry war nun mal anders und außerdem war das hier sein Haus. Daher versuchte er nicht zu sehr zu lächeln, als er allen eine gute Nacht wünschte und dann Hermine in sein Zimmer führte.
Er fragte sich, wann die Direktorin es einsah, dass die beiden ein Paar waren und das, was sie befürchtete eh schon geschehen war. Das heute allerdings noch etwas ging, dass bezweifelte der Gryffindor sehr. Er selbst war schon müde, ganz zu schweigen von Hermine, die sich fast an ihn gelehnt hatte, als sie das Zimmer betraten. Das einzige an was keiner hier im Schloss gedacht hatte mitzunehmen waren allerdings Schlafsachen und so gab es da nur eine Möglichkeit. Eine, die Harry eh viel besser gefiel und so schliefen die beiden Gryffindors auch kurze Zeit später eng umschlungen und Haut an Haut ein.
Es war schon ein komischer Traum gewesen, schön und doch so ungewöhnlich, als Hermine am nächsten Morgen erwachte. Und wie es bei Träumen so ist, konnte man sich keine fünf Minuten später mehr so richtig daran erinnern. Das einzige was der Lockenkopf noch wusste war, dass in einem Teil des Traums sie und Harry in ihren Tierformen über das Land geflogen waren. Und dann war da eine wunderschöne Hochzeit, ihre eigene.
Mit einem Lächeln darüber stand Hermine vorsichtig auf und ging ins Bad. Harry reagiert kurz auf den Verlust seiner Wärmequelle und zog die Decke näher an sich heran, doch zu erwachen schien er nicht. Allerdings sollte sich das etwas später sehr schnell ändern, denn als Hermine wenige Minuten danach wieder zurück kam, musste sie einfach lächeln. Der Anblick war aber auch zu süß und verlockend zugleich.
Harry lag noch mit geschlossenen Augen auf dem Rücken da, die Decke quer über seinem Körper. Allerdings war sie soweit nach oben gerutscht, dass man am unteren Rand sein bestes Stück erkennen konnte, dass aussah, wie ein vorsichtiges Tier, welches aus seiner Höhle heraus die Welt in Augenschein nahm. Bei diesem Anblick konnte Hermine nicht anders als teuflisch zu grinsen. Ganz zu schweigen, dass sich in ihren Schritt mit einem Male ein Kribbeln bemerkbar machte, welches rasend begann die Kontrolle zu übernehmen.
Langsam, ganz langsam und vorsichtig trat sie ans Bett heran, kletterte drauf und beugte sich in Richtung Harrys Penis. Immer darauf bedacht, ihren Freund nicht abrupt zu wecken, oder ihn sogar zu schnell zu berühren, pustete sie sachte ihren warmen Atem in Richtung Harrys Schritt, worauf alleine schon Harrys bester Freund reagiert. Das vorsichtige Tierchen wurde mutiger, wuchs langsam und machte dann einen langen Hals bis es ihm in seiner Höhle mächtig eng wurde. Das war dann der Moment, wo Hermine sich nicht mehr zurück nahm und langsam ihre Lippen mit zum Einsatz brachte.
Hier erkannte Harry dann auch, dass es kein Traum mehr war. Er stöhnte leicht auf und öffnete seine Augen. „Guten Morgen Schatz", flüsterte seine Liebste, bevor sie wieder sanft den Schaft des nun steil nach oben gerichteten Freudenspenders mit Küssen bedeckte. Harry brauchte noch einen Moment, doch dann beschloss er mit einzugreifen. Hermine gab einen kurzen spitzen Schrei von sich, als sie merkte, dass sie plötzlich in die Luft gehoben wurde, doch dann wurde daraus ein Stöhnen, denn ihr Freund hatte sie sich so hingedreht, dass er sie nun auch verwöhnen konnte. Immer wieder durchfuhr seine warme Zunge, die noch viel heißere, feuchte Spalte und bescherte damit Hermine, die Hölle auf Erden. Von Konzentration auf Harrys Penis war keine Rede mehr und erste Wellen des Höhepunktes durchzuckten ihren Schoss.
Harry auf der anderen Seite konnte nicht von ihr ablassen, denn der Duft und wie sie schmeckte machte ihn verrückt. Hinzu kam, dass er sich immer stärker zusammenreißen musste, um nicht im nächsten Moment ihr zu erliegen. Daher brach er auch kurz darauf sein Zungenspiel ab und brachte Hermine auf dem Rücken zu liegen. Sanft, jedoch auch bestimmt, massierte er nun ihre Brüste, ihren Bauch und bedeckte ihren Körper mit Küssen bis sich der Lockenkopf fast nicht mehr zurück halten konnte. Das war dann der Punkt, wo Harry mit dem Küssen aufhörte, sich in Position brachte und sich in ihr versenkte.
Kaum mit ihr vereint, schlang Hermine ihre Beine um Harrys Hüften und presste ihn an sich. Was folgte, waren Minuten voller Lust und Ekstase bis Hermine begann immer lauter zu stöhnen, ihre Atemfrequenz schoss nach oben und sie schrie ihren Höhepunk in den Raum. Doch da war sie nicht allein, denn auch ihr Liebster erreichte seinen Höhepunkt und ergoss sich in ihr.
Einen Nachteil hatte allerdings die ganze Sache. Hermine hatte nach ihrem Besuch im Bad vergessen, etwas Wichtiges auf das Zimmer zu legen und so kam es, nachdem vor allem sie so laut ihre Lust auslebte, dass die Beiden nachdem sie wieder Herr ihrer Sinne waren in zwei große gelbe, vor Entsetzten und Scham zitternde Augen blickte. Es war Trexus, der die Schreie gehört hatte und nun gekommen war, um seine Herrschaften zu retten. Harry durchzuckte im nächsten Moment nur ein Gedanke, er wollte sterben oder zumindest im Boden versinken. Doch noch bevor er zu seinem Diener was sagen konnte, gab dieser ein kurzes Quieken von sich und war verschwunden. Zurück blieben zwei geschockte Gryffindors, nackt und mit jeder Menge Spuren am Körper, die ein Leugnen zwecklos machten…
12
