Hey Leuters,

Wieder eine Woche rum und das neuste Cap steht an. Und keine Sorge, es wird auch so bleiben. Doch allmählich habe ich Zweifel an der Story. Wie soll ich wissen, ob sich nicht zu langwierig wird, wenn man bei fast dreihundert Hits nur zwei Reviewes bekommt. Ihr sagt jetzt sicher, dreihundert ist doch gut. Aber hey, ich weiß bei dieser Zahl doch gar nicht, ob die Hits das Cap auch gelesen haben, oder gleich wieder zurück geblättert.

Denkt mal darüber nach und bis nächste Woche,

Euer Mr. Figgs

Kapitel 78

„Guten Morgen", sagte Harry, als er allein den Salon betrat, in welchem er das Frühstück vermutete. Seine beiden Lehrer und auch Ron saßen schon am Tisch und ließen sich den Toast, das frisch zubereitete Rührei und den herrlich duftenden Kaffee schmecken. Allerdings, so stellte Harry fest, bediente sie nicht Trexus, sondern Dobby und der kleine Elf machte den Anschein, als müsste er sich erst einmal orientieren.

„Wo ist Hermine?", fragte Ron und der Gryffindor erwiderte nach einem kurzen Zusammenzucken, „Sie ist noch duschen, Ron." Der Rothaarige nickte verstehend, auch wenn es so aussah als würde er versuchen, etwas zu verbergen. Harry hoffte inständig, dass es nicht das war, was er befürchtete. Allerdings schien das Schicksal es nicht wirklich gut mit ihm zu meinen, denn aus dem Gemälde seiner Eltern drang die Stimme seines Vaters.

„Du Steph, ist unser Hengst schon da? Ich möchte mal wissen, was er dem armen Trexus angetan hat?" Im nächsten Moment bemerkte James Potter allerdings seinen Sohn und ein lautes „Oops" war zu vernehmen. Harry blickte entsetzt auf das Gemälde und dann in die Runde. Er sah die Gesichter seines besten Freundes und die der beiden Professoren, alle mit einem nicht zu definierenden Ausdruck. Mehr brauchte er aber auch nicht und mit einem lauten Knall schlug wenige Augenblicke später die Haupttür von Potter Castle wieder zu.

„James Potter, du bis ein Arsch!"

Professor Styls stand auf und ging in Richtung Tür. Dabei warf er dem Gemälde von Harrys Dad noch einen bitterbösen Blick zu und folgte danach seinem Schüler. Das Gesicht von James versteinerte und Unbehagen machte sich darauf breit. Dies wurde dann auch noch verstärkt, da Lily im Bild erschien, die mit ihrem Ausdruck doch sehr an eine wütende Molly Weasley heran kam und ihren Mann anfuhr.

Harry musste hier raus. Es war einfach zu peinlich in die Augen seiner Lehrer zu schauen. Ron OK, das konnte er verkraften. Aber Styls? Oder gar die Direktorin? Das war eindeutig zu viel. Immer weiter trugen ihn seine Beine, bis er schließlich eine große Tür, ja eigentlich ein Portal erreichte und durch sie hindurch aus dem Schloss verschwand.

Das schwere Türblatt hinter sich noch geräuschvoll zuschlagen hörend, musste der Gryffindor im nächsten Moment seine Augen zusammen pressen. Die Sonne schien ihm direkt ins Gesicht und verstärkt wurde der Effekt dann auch noch durch den in der Nacht frisch gefallenen Schnee. Aber Harry hatte ja seine Brille. Ein kurzer Augenaufschlag, rasch konzentriert und die Gläser von Doc verdunkelten sich.

„Viel besser", sagte Harry leise und betrachtete neugierig seine Umgebung. Er war nun also vor dem Schloss und um es besser auszudrücken, er stand in der breiten Auffahrt zum Anwesen. Vor ihm lagen nun eine breite Treppe und dahinter so etwas wie ein riesiger Springbrunnen. Allerdings war dieser zu dieser Jahreszeit nicht in Betrieb und eine dicke Schneeschicht lag auf den verschiedenen Skulpturen, von denen Harry nur eine einigermaßen erkannte. Es war ein Drache.

Kurz darauf zog ein Geräusch die Aufmerksamkeit des Gryffindors auf sich und dieses stellte sich als der Kampf zweier Krähen heraus, die um irgendein Stück Futter kämpften. Allerdings brachte diese Ablenkung Harry dazu, sich die Umgebung näher anzuschauen. Weitläufig zog sich der Park um die Gebäude des Schlosses und das Funkeln der Quidditchringe in der morgendlichen Sonne ließ erahnen wie breit der sonst grüne Gürtel des Schlosses sein musste.

‚Das Quidditchfeld', dachte Harry und seine Füße bewegten sich zielstrebig darauf zu. Dort würde er Ruhe finden, ungestört von den anderen, um zu überlegen, wie er es anstellen sollte, jemals wieder in ihre Augen zu schauen. Und zum ersten Mal seitdem er damals in Snapes Erinnerung getaucht war sah er seinen Vater in einem Licht, dass ihm nicht gefiel. Auf dem Spielfeld angekommen, musste Harry feststellen, dass er doch sehr leicht zu durchschauen war, denn dort, auf einer der Bänke, saß Professor Styls, eingehüllt in seinen dicken Umhang und er hielt Harry auch einen hin.

„Komm Harry, setzt dich hin."

Der Gryffindor schaute sofort zum Boden und spürte, wie das Blut in seine Gesichtsadern schoss. Allerdings kam er der Bitte seines Professors nach und legte den Umhang über. Dann setzte er sich neben Styls und wartete darauf, dass dieser ihm sagte, dass es nicht so schlimm sei, dass er sich keine Sorgen machen musste und all diese Dinge, die Harry jetzt bestimmt nicht hören wollte. Wie sehr er sich doch mal wieder geirrt hatte.

„Er ist ein Arsch."

„Was?", rief Harry überrascht und blickte zu Damions Vater hoch.

„Ich sagte, Harry, dass dein Vater ab und zu ein Arsch ist, oder besser war."

„Aber...", wollte Harry auf diese Feststellung Styls hin aufbegehren, doch er wurde sofort unterbrochen. „Nein Harry, lass mich ausreden, denn was ich meine ist, dass James Potter aus einer reichen Familie stammt, reinblütig ist und es in seinem kurzen Leben nicht gelernt hat, erwachsen zu werden. Für ihn ist die Zeit gewissermaßen beim Alter von zwanzig Jahren stehen geblieben."

„Wie? Ich verstehe nicht?", sagte Harry mehr als nur verwirrt über diese Aussage, zumal der Gryffindor glaubte, nun wieder ein wenig Severus Snape heraus zu hören. Stephano Styls holte daher noch weiter aus.

„Harry, du musst verstehen, dass für James Potter die Welt mit seinem Tode stehen geblieben ist. Er hatte durch eure kurze Zeit zusammen nie wirklich das Glück das Gefühl des Vaterseins zu erleben. Er sah dich nicht aufwachsen, sah nicht deine ersten Kontakte mit der Zaubererwelt oder gar, wie du Gefühle für Ginny oder dann Hermine entwickelt hast. Für ihn gab es nur das kleine Baby Harry. Du hingegen bis jetzt fast so alt, wie er es damals bei seinem Tode war. Daher bist du für ihn auch mehr ein Kumpel, als ein Sohn. Und als solcher liebt er dich auch.

„Ach, er liebt mich?", fragte Harry sarkastisch. „Warum muss er mich dann vor allen blamieren?"

Hier grinst Styls plötzlich, was Harry gar nicht gefiel, und er sagte, „Du hast doch deine Mum gehört. Er ist und bleibt ein Kindskopf. Außerdem denke ich nicht, dass er dich wirklich blamieren wollte. Du bist halt nur zur falschen Zeit in den Salon gekommen."

„Zur falschen Zeit? Heißt dass, ihr wusstet über mich und Hermine Bescheid und... na ja, dass wir..."

„Jepp, wussten wir. War ja auch nicht zu umgehen, nachdem ein zitternder und kreideweißer Trexus versucht hat, uns zu bedienen..."

„TREXUS?", fragte Harry überrascht und erinnerte sich dann an die Worte seines Vaters. „Was ist mit ihm? Was soll ich mit ihm gemacht haben?"

Stephano Styls hatte leichte Probleme nicht zu lachen, bekam diese jedoch in den Griff und erwiderte, „Nun Harry Hauselfen haben so gut wie keine Rechte, dafür aber eine Menge Pflichten. Und eine der obersten Regeln bei unseren kleinen Helfern ist, die Privatsphäre ihres Herren zu achten und in bestimmte Bereiche seines Lebens sich nicht einzumischen."

„Wie bitte?", fragte der Gryffindor verwirrt.

„Es ist für einen Hauselfen nicht schicklich, in früheren Zeiten wurde es sogar mit dem Tode bestraft, seinen Herren im Schlafgemach zu stören, wenn er dort mit seiner Partnerin zur Sache geht. Irgendwie scheint unser kleiner Freund es gestern Abend nicht mitbekommen zu haben, dass du und Hermine in einem Zimmer schlaft und dass in Folge dessen er euch dann auch noch beim Sex überrascht und gesehen hat, nun, ich denke mal, dass kommt in seinen Augen einem kleinen Verrat gleich."

„Was? Aber das ist doch verrückt." Harry war nun aufgesprungen und bedachte seinen Lehrer mit einem mehr als nur unverständlichen Blick. Weg waren seine Zweifel und die Verlegenheit, die ihn in den letzten Minuten geplagt hatten. Doch Damions Dad war noch nicht ganz fertig.

„Beruhige dich erst mal Harry und versuche dann, dich in Trexus Lage zu versetzen. Du weißt es vielleicht nicht, weil du mit ihm noch nicht sehr viel gesprochen hast, doch es wäre für unseren kleinen Freund nicht ganz so schlimm, euch gesehen zu haben, oder er würde es besser verkraften, wenn da nicht sein Alter wäre."

„Sein Alter?", fragte Harry. „Was ist damit? Er macht doch auf mich einen sehr fidelen Eindruck. Ich dachte sogar, dass Dobby viel älter als er ist."

„Ist er ja auch", erwiderte Professor Styls. „Denn es verhält sich eher andersrum. Trexus kannst du mit dir vergleichen, denn dein Dad, so sagte er es uns vorhin, hat ihn damals ausgewählt um Potter Castle zu schützen, weil er noch so jung war. Ein Hauself, der gerade seine volle Macht erreicht hat, mit einem doch noch sehr langen Leben vor sich ..."

„Ja aber was hat das mit der ganzen Sache zu tun?"

„Nun Harry, sagen wir einfach mal, dass unser lieber Trexus in seinen jungen Jahren selbst noch nicht so etwas wie eine Partnerin hatte. Er ist demnach in gewisser Weise noch so etwas wie eine elfische Jungfrau und dann passiert ihm ausgerechnet das. Er sieht euch beim Sex. Meine Güte Harry, er stand richtig unter Schock und die größte Sorge des kleinen Kerls war nicht etwa, dass er euch gesehen hat, oder was du mit Hermine angestellt hast, sondern was du mit ihm machst, wenn du ihn erwischt."

Der Gryffindor konnte seinen Lehrer, der übrigens immer noch grinste, nur anstarren. Wie verrückt konnte das Leben denn noch sein? Harrys Gedanken begannen leicht zu rasen und er beschloss, als erstes Trexus zu sich zu rufen, um ihn zu beruhigen. Allerdings hielt ihn Stephano Styls davon ab und meinte, er solle dem kleinen Kerl noch etwas Zeit geben. Außerdem wartete das Frühstück auf sie beide, da auch er noch nicht ganz fertig war und Hunger hatte. Das jedoch sorgte bei Harry nun wiederum für Unbehagen, musste er sich doch damit der Direktorin, Ron und wahrscheinlich auch seinen Eltern stellen.

Stephano Styls lächelte auf das Zögern seines Schülers hin, legte ihm seine Hand kumpelhaft auf die Schulter und meinte, dass sich Harry nicht solche Sorgen machen solle. Ron würde es verstehen, wenn auch in Anbetracht der fehlenden Parvati neidisch sein. Lily und James sollten froh sein, dass er lebte und liebte. Und was die Direktorin anging? Nun, Minerva McGonagall soll ja auch mal jung gewesen sein und kein Mauerblümchen.

Auf diese Aussage hin schluckte Harry etwas und bat, dies nicht noch einmal zu erwähnen. Er brauchte nicht die Gedanken daran, dass auch die Direktorin so etwas wie ein Sexualleben hat, oder mal hatte. Damions Dad lachte nun lauthals auf und stimmte Harry zu. Dann deutete er in Richtung Schloss und die Beiden gingen zurück zur reichlich gedeckten Frühstückstafel.

„Mensch Harry, wo warst du noch?", fragte Ron, als sich alle wieder im Hogwartsraum in der Bibliothek eingefunden hatten.

„Ich musste noch was mit Trexus klären", erwiderte der Gryffindor, nachdem er aus der Küche zurück war. Dort hatte er kurz mit seinem Diener gesprochen, besser gesagt in die Ecke gedrängt, festgehalten und ihm hoch und heilig versichert, dass es keine Strafe geben wird. Harry dachte noch immer mit Grausen daran, dass man Elfen wegen so etwas früher sogar tötete. Allerdings brauchte es noch ein paar Worte mehr, um Trexus zu überzeugen und auch andere Dinge, die aber keiner zu wissen brauchte, hatten die Beiden besprochen.

Seine Konzentration nun wieder völlig auf ihr eigentliches Ziel gerichtet und einfach mal die Sache beim Frühstück vergessend, fragte Harry, ob die Direktorin noch etwas herausgefunden habe. Professor McGonagall hatte sich doch das Buch mit dem Rätsel um Godric Gryffindors letzte Worte mit in ihr Zimmer genommen und versucht, noch einige Seiten zu lesen.

„Nun Harry, wenn du mich direkt fragst, dann muss ich sagen ‚NEIN'. Es ist alles viel zu verwirrend, was im Buch steht und es sind auch keine Aufzeichnungen von Godric persönlich, sondern wieder die seines Enkels. Harry nickte verstehend und nahm das Buch, welches McGonagall ihm jetzt hinreichte, entgegen. Er schlug es auf und blätterte ein wenig darin. Da er aber nichts sagte, gingen die anderen wieder an ihre Plätze von gestern und suchten selber weiter.

Harry las unterdes einige Passagen aus dem Buch und schüttelte nur mit dem Kopf. Was sollte das alles? Wenn dies tatsächlich ein Tagebuch war, so gehörten einige Dinge ja nun wirklich nicht hinein. Wieder standen hier Fangberichte von irgendwelchen Fischen, die Godrics Enkel kommentierte. Oder es ging um Wegbeschreibungen zu alten Ruinen. Schließlich kam Harry dann zu einer Seite, wo es um eine Suche ging.

... ich bin langsam am verzweifeln. Wie soll ich nur die Aufgabe, das Rätsel, welches mir Großvater mit seinen letzten Worten gestellt hat lösen? Wie nur, wenn jeder Hinweis darauf im Sand der Zeit verloren scheint. Und das nach nicht mal zehn Jahren, in denen ich nun forsche und suche...

Harry las die Zeilen und langsam schloss sich eine Faust um sein Herz. Wie sollte er nun wieder eine Lösung finden, wenn es nicht mal Gryffindors Enkel geschafft hatte, obwohl dieser Godric noch persönlich kannte. Leicht niedergeschlagen senkte Harry seinen Blick, der bisher auf einem Gemälde hing, welches den Gründer seines Hauses in jungen Jahren zeigte, und er versuchte weiter zu lesen.

...Heute nun war ich in Hogsmeade, dem kleinen Zaubererdörfchen unterhab von Hogwarts. Und obwohl dort gerade Mal zehn Häuschen stehen, scheint es dort ein reges Treiben zu geben. Doch mein Ziel ist nicht das Gasthaus oder gar der Markt gewesen. Nein, ich war dort, um einen alten Einsiedler zu besuchen, den alle nur den Seebären nennen. Doch so wirklich schlau bin ich aus ihm auch nicht geworden, denn es kam mir so vor, als wäre der Geist oder vielmehr der Verstand des alten Mannes schon lange auf dem Weg ins nächste Abenteuer. Allein schon wie er reagierte, als ich ihn nach den Schwestern des Lichtes fragte, ließ mich zusammenzucken...

Hier wurde Harry nun doch etwas aufgeregter und überlegte, ob er nicht die anderen dazu rufen sollte. Der Gryffindor beschloss jedoch, erst einmal allein zu lesen für den Fall, dass doch nichts dabei raus kam und er seine Freunde nur von anderen Spuren abgelenkt hätte.

...Denn kaum hatte ich die Schwestern erwähnt, wurden die Augen des Alten groß wie Teetassen. Er schaute sich panisch um und murmelte dann, ich solle sie vergessen. Doch das wollte und konnte ich nicht und so stocherte ich nach. Allerdings machte dies meinen Gegenüber immer unruhiger und er schien auch so etwas wie Schmerzen in der Brust zu bekommen. Dann aber, er faselte plötzlich etwas davon, ein langes Leben gehabt zu haben, schien ihm die Angst, wovor auch immer, auf einmal egal zu sein und mit eher wirren Worten meinte er, dass die Schwestern des Lichtes das mächtigste waren, was er in seinem Leben gesehen hat. Nichts und niemand konnte sie bezwingen und ihre Namen riefen bei ihren Feinden allein schon das Grauen hervor. Dies lies mich natürlich mehr als nur aufhorchen und ich fragte ihn, was denn die Schwestern des Lichtes seien und wo ich sie finden konnte. Doch alles was der Alte dann noch undeutlich sagte, bevor er seine Augen für immer schloss, waren Worte wie „Vernichtet", „der Teufel hat sie geholt" und „Whalarpor"...

„Whalarpor", flüstere Harry nachdenklich und verschlang dann die nächsten Seiten des Buches, doch so wirklich richtig etwas finden konnte er nicht. Dann war das Buch auch noch zu Ende und die letzte Seite verwies auf ein anderes. Harry war natürlich sofort aufgesprungen um es zu finden, doch sein Enthusiasmus wurde schnell gebremst, da er es nirgends im Raum fand.

„Verdammt", fluchte der Gryffindor nach gut einer Stunde der Suche und alle schauten überrascht zu ihm hin. Als dann Hermine wissen wollte, was denn sei, berichtete Harry den anderen, was er gelesen hatte.

„Whalarpor, diesen Namen habe ich schon einmal gehört, doch ich kann mich auch irren, Harry", sagte Professor McGonagall leicht nachdenklich. Als die anderen aber fragten, in welchen Zusammenhang dies gewesen sei, musste die alte Hexe leider mit Kopf schütteln. Sie wusste es nicht mehr. Enttäuscht, jedoch nicht wegen der Direktorin, wandte sich Harry an die anderen und wollte wissen, ob sie nicht wenigstens etwas gefunden hatten. Stephano Styls war der Erste, der seinen Kopf leicht hängen lies und meinte, „Leider nichts, Harry. Nicht ein Hinweis, warum die Leute die vier Gründer als so groß ansahen, ich meine, außer dass sie Hogwarts gegründet haben."

„Stimmt Harry...", warf Ron ein. „Nicht ein Hinweis darauf, was vor der Schule war und was die vier gemacht haben. Es ist so, als wären sie niemals existent gewesen."

Dieser Satz machte bei Harry plötzlich "klick" und eine schlimme Befürchtung baute sich in seinem Kopfe auf. Er blickte zu Stephano Styls und fragte ihn, „Professor, der alte Einsiedler ist doch gestorben, jedenfalls steht es so im Buch, aber könnte es nicht sein, dass ihn viel eher ein Zauber umgebracht hat, weil er etwas an Godrics Enkel verraten hat? Was ist, wenn die Geschichte um die Zeit vor Hogwarts aus den Köpfen der Menschen gelöschte worden war und nur er noch etwas davon wusste, weil er sich vielleicht zu diesem Zeitpunkt nicht in der Gegend befand."

„Eine gewagte Theorie, Harry", meinte Damions Dad nachdenklich und kratzte sich am Kinn. „Doch möglich wäre es, wenn der sprechende Zauberer mächtig genug war..."

„Oder nicht einer, sondern vier Zauberer", warf Ron mehr so für sich ein, doch sofort sahen ihn alle mit großen Augen an.

„Ron, du meinst die Gründer von Hogwarts?", fragte Hermine geschockt und ihr rothaariger Freund schaute etwas unbehaglich aus seiner Wäsche.

„Na ja Hermine, es geht ja schließlich um ihr Tun in der Vergangenheit. Und alles was man heute liest, wird doch eh immer als unbestätigte Legende bezeichnet. Vielleicht hatten die Vier ein so großes Geheimnis, dass schon das Wissen darum gefährlich war."

Ron mochte manchmal ein Dickkopf und auch etwas ungestüm sein, doch jetzt und hier musste Harry seinem Kumpel eingestehen, dass dieser womöglich Recht hatte. Dem Blicken der anderen nach zu urteilen erging es ihnen nach wenigen Sekunden des geistigen Sortierens ebenso. Jeder schaute den Rothaarigen an, der dadurch einen nicht unbeachtlichen Rotschimmer im Gesicht bekam.

„Ich fürchte Mr. Weasley hat Recht", sagte Professor Styls und legte die Schriftrolle, welche er bis eben studiert hatte zurück an ihren Platz im Regal. „Alles was hier liegt, hat mit Hogwarts zu tun, doch das was wir suchen scheint im Strudel der Zeit verloren gegangen zu sein..."

„Nein", rief Harry laut und leicht verzweifelt in den Raum. „Es darf nicht weg sein. Irgendwo hier muss es eine Lösung geben." Und um seiner Meinung Ausdruck zu verleihen, ging Harry zum nächsten Regal und griff sich einige Schriftrollen. Er musste hier was finden. Wieso hatten es seine Vorfahren denn sonst versteckt? Harry Ausbruch wurde dann aber schließlich von der Direktorin beendet. Professor McGonagall hatte auf ihre Uhr geblickt und wandte sich nun an ihre Schüler.

„Mr. Potter, Mr. Weasley und auch du Hermine, ich weiß, dass wir hier noch eine Menge zu tun haben, doch es wird langsam Zeit nach Hogwarts zurück zukehren. Der Sonntag ist schon zur Hälfte rum und andere Aufgaben warten auf uns..."

„Aber..."

„Nein Mr. Potter... Harry... es genügt für heute." Unterbrach McGonagall sofort den Gryffindor. „Wir oder besser ihr könnt gern am nächsten Wochenende wieder hier her reisen, um weiter zu suchen, doch für jetzt, für diese Woche, reicht es."

Harry brauchte noch einen Moment um den Standpunkt seiner Professorin einzusehen und es war überraschenderweise sogar seine Freundin, die der Direktorin Recht gab, auch wenn man in Hermines Augen lesen konnte, dass sie diesen Raum mit all seinem Wissen nur ungern verließ. Letztendlich gab Harry auf und man bereitete sich auf die Heimreise vor. Allerdings wies Harry Dobby noch an hier zu bleiben und Trexus zu helfen und er versprach am nächsten Wochenende wieder zu kommen. Kurz darauf wurde das Flohnetzwerk aktiviert und alle fünf Schatzsucher kehrten nach Hogwarts zurück, rechtzeitig zum Mittagessen und um den Tumult mit zu erleben, welcher durch die Anwesenheit mehrerer pechschwarzer Eulen hervorgerufen wurde...

TBC

10