... Hallo? ...Hallo? ...HALLO?

… OK, also entweder sind alle vor Neugier gestorben … oder aber … sie warten am heutigen Freitag mit jeder Menge Knüppel auf mich …

Doch ich bin nun hier ... und ... und trage hoffend ein neues Kapitel vor mir her. Ich weiß ja, dass ich letzte Woche nicht gepostet habe. Doch das Cap war halt noch nicht fertig und ich brauchte eine kleine Schreibpause.

Nichts desto Trotz wünsch ich euch nun viel Spaß und warne euch dann wiederum auch vor, dass, wenn alles beim Betalesen gut geht, nächste Woche noch was kommt und dann Urlaub ansteht.

Bis dahin, gebts mir

Euer Mr. Figgs

Kapitel 80

„Oh Mist, Hermine!"

Harry schaffte es gerade noch seine Freundin aufzufangen, bevor diese auf den harten Steinboden aufschlug. Dann bedachte er Professor Styls, der immer noch die Erscheinung von Snape trug, mit einem bitterbösen Blick und forderte dann vorwurfsvoll, dass sein Lehrer ihm wenigstens half, den Lockenkopf wieder auf die Beine zu bekommen. Damions Dad meinte aber, sie sollten damit noch warten, bis sie Hermine zu ihm ins Quartier gebracht hatten. Dort wäre es vielleicht einfacher und man konnte auch etwas gegen möglich Schreie des Lockenkopfes tun.

Erst war der Gryffindor entsetzt über die blitzschnelle , relativ gefühlskalte Aussage des einst so gehassten Lehrers. Doch dann klang es wiederum irgendwie logisch, gestand sich Harry ein, auch wenn ihm die Umstände nicht wirklich gefielen und hob er den Lockenkopf hoch, trug ihn einige Schritte und bettete dann seine Freundin kurze Zeit später auf Styls Sofa. Harrys Professor versah seinen Raum dann noch mit einigen Zaubern, damit sie ungestört blieben und ermahnte dann, für Harry völlig überraschend, seinen Sohn in Manier und mit der Stimme von Snape, er solle Ginny gefälligst woanders das Leben aussagen.

Alarmiert schaute sich der schwarzhaarige Gryffindor im Raum um und war letztendlich erleichtert, dass sich seine beiden Freunde lediglich küssten. Die beiden jetzt beim Liebesspiel und dass auch noch in einer Lehrerwohnung zu sehen war das letzte was Harry brauchte. Kaum von einander getrennt kam Ginny auch schon zum Sofa gestürmt und fragte besorgt, was denn mit Hermine sei. Harry jedoch nickte nur in Richtung Tür und als Snape sich auf sie zu bewegte, machte es bei ihr klick.

„Oha, scheint, dass unsere liebe Hermine ihren schlimmsten Alptraum gesehen hat", sagte Rons Schwester und griff nach einem Kissen, welches sie Harrys Freundin unter den Kopf stopfen konnte.

„Jepp Ginny, war wohl ein bisschen viel. Erst gibt sie mir eine Schelle und dann Snape." Erwiderte Harry, sah sich dann aber einem fragenden Blick gegenüber.

„Eine Schelle", kam es ungläubig von Ginny und Harry berührte nachdenklich die immer noch leicht rote Stelle in seinem Gesicht. „Ja", sagte er dann leise und nachdenklich. „Es ging irgendwie ziemlich schnell. Erst hab ich sie durchs halbe Schloss gejagt und wollte ihr erklären, dass es kompliziert sei, über das Geheimnis von Damion und seinem Dad zu sprechen. Und du weißt Ginny, Hermine kann manchmal eben auch sehr starrköpfig sein. Und dann kam die Sache mit dem Vertrauen und dann die Schelle, weil ... "

„Wirklich?" Ginny war noch immer etwas verwirrt. „Was hast du denn zu ihr gesagt?"

Harry wurde im nächsten Moment knallrot und wandte seinen Blick ab. Irgendwie schienen ihm seine Worte wieder in den Sinn zu kommen und es tat sich für den Gryffindor die Frage auf, wie er da nun wieder raus kam. Zu seinem Unglück war Professor Styls auch noch mit dem Sichern des Raumes fertig und gesellte sich zu ihnen.

„Ich denke, Harry hat ein wenig zu viel gesagt und ihren Bruder zitiert, Ms. Weasley." Sagte „Snape" und Ginny sah den Professor mit fragendem Blick an. „Ron? Was hat er damit zu tun?"

„Na sie kennen doch ihren Bruder, Ms. Weasley, und seine Denkweise im Bezug auf Mädchen und ihr Verhalten zu bestimmten, zyklisch auftretenden Ereignissen."

‚Noch blöder konnte es Styls wohl nicht erklären', dachte Harry und als er dann ins Gesicht von Ginny schaute, wohlgemerkt immer roter werdend, wurde ihm klar, dass sich Ron noch auf etwas gefasst machen konnte. Ihm blieb ein Ausbruch seitens Damions Freundin erspart, denn Stephano Styls war der Meinung, dass es Zeit wurde Hermine aus ihrem Schönheitsschlaf zu erwecken.

Bevor Harrys Hauslehrer dies aber tun konnte, wandte der Gryffindor sich an ihn und fragte leicht gereizt, wieso er überhaupt in der Erscheinung eines Toten herum spazierte. Was wäre gewesen, wenn ihn jemand gesehen hätte. Und dann wollte Harry, der sich so seine Gedanken gemacht hatte, nachdem er vorhin nach dem Gespräch mit den Beiden gegangen war, auch noch andere Antworten. Wie kam es zum Beispiel, das Damion alias Draco erbberechtigt war, Styls alias Snape jedoch nicht? Die Antworten auf diese Fragen waren ebenso verwirrend, wie dann wieder logisch. Snape grinste nämlich leicht und antwortet.

„Nun Harry, das liegt wohl daran, dass Dracos Körper mehr oder weniger intakt war, als Damion ihn übernommen hat. Für Gringotts gilt er also nicht als tot, sondern sie nannten es nur besondere Umstände. Bei mir wiederum war der Verfall von Severus Körper durch immerhin zwei gebrochene Schwüre, wovon einer sogar ein Blutsschwur war, doch schon sehr weit fortgeschritten ..."

„Aber ...", wollte Harry entsetzt aufbegehren, doch Snape unterbrach ihn.

„Warte Harry, ich war noch nicht fertig, denn um deine Frage, die du mir sicher gerade stellen wolltest, zu beantworten. Ja, ich habe es geschafft, den Körper mit dem Trank und meiner Vereinigung, zu retten. Ich kann also meinen Schwur an Severus noch halten. Doch für Gringotts Magie war Severus Snape eben schon tot. Daher also die unterschiedlichen Vorgehensweisen im Bezug auf die Erbschaften."

Harry sah den Mann vor sich mit weit aufgerissenen Augen an und versuchte das Gehörte zu ordnen. Dann kam ihm aber seine erste Frage in den Sinn und er wollte nun endlich wissen, warum Professor Styls hier als Severus Snape umher lief. Damions Dad begann zu lächeln und erwiderte,

„Oh Harry, das liegt wohl an einem Brief, den ich von Gringotts bekommen habe. Scheinbar hat Severus in der Nacht, als er mir seinen Körper geschenkt hat, sich noch an Direktor Sarrock gewandt mit der Bitte, er solle sich um das Snapeerbe kümmern, falls aus irgendwelchen Gründen es dir nicht möglich sei, es anzunehmen. Im Groben hat unser alter Freund dem Chef von Gringotts geschrieben, was er zu tun gedenkt. Und da Sarrock noch nie viel für das Ministerium übrig hatte und die Snapes oder vielmehr Prince zu den besseren Kunden der Bank gehörten, wollte der alte Kobold scheinbar auf Nummer sicher gehen und sich vergewissern, dass Severus Plan geklappte hat."

„Hähh?", kam es von Harry und er sah sein Gegenüber skeptisch an. Snape grinste noch breiter und sagte, „Der Brief heute an mich war mit einem Koboldzauber versehen, den du als Gegenstück zum Vielsafttrank sehen kannst. Er dient den Leuten bei Gringotts zur Feststellung einer Identität und offenbart für kurze Zeit, wer eine Person wirklich ist. Bei mir heißt das, ich sehen noch für ein paar Minuten aus wie Severus und bevor du, Harry, und Ms. Granger euch im Gang gestritten habt, führte ich ein Gespräch mit Direktor Sarrock und habe bestimmte Dinge mit ihm geklärt."

Harry konnte nur nicken und schaute dann zu seiner Liebsten. Hermine war immer noch ohne Bewusstsein und der Gryffindor überlegte, ob es nicht sinnvoller wäre, zu warten, bis Styls wieder er selbst war. Der Professor sah dies aber anders und meinte, dass, wenn Harry nicht wollte, dass sich Hermine die Gestalt von Severus Snape nur eingebildet hat, dass sie dann so bald wie möglich handeln sollten. Er habe kein Problem damit, wenn Hermine sein Geheimnis kennt, sondern er vertraute auf den gesunden Geist seiner Schülerin. Damit war das Wecken des Lockenkopfes beschlossene Sache.

Übernehmen tat dies jedoch Harry persönlich und während er seine Liebste küsste, etwas von Dornröschen faselte und damit bei Ginny einen eher fragenden Blick verursachte, konzentrierte er sich auf den Enervate - Spruch. Kaum die Formel im Kopfe zu Ende gedacht, schlug Hermine auch schon ihre Augen auf und sah sich panisch um. Ihr Blick blieb auf Snape haften und sie schreckte immer weiter zurück.

„Harry ... das ist ... ist Snape", rief sie und wenn die Sofalehne nicht gewesen wäre, hätte sich Harrys Freundin noch weiter nach hinten geschoben.

„Es heißt Professor Snape, Ms. Granger", kam es aus Snapes Mund und Harry bedachte seinen Lehrer mit einem bösen Blick. Dieser galt dann auch Damion und Ginny, da diese Beiden anfingen zu grinsen, während ihre Freundin Todessängste ausstand.

Das Grinsen auf Snapes Gesicht blieb aber nicht für lange. Nein, vielmehr schienen sich seine Gesichtszüge im nächsten Moment immer mehr zu verschieben. Offenbar hatte der Zauber seine Wirkung verloren und die Rückverwandlung setzte ein. Das war dann der Moment wo Hermine endgültig glaubte verrückt zu werden. Harry hielt sie daher ganz fest und sprach beruhigend auf seine Freundin ein.

„Schon gut Schatz, es ist nicht so wie du denkst."

„Wie ich denke Harry? Wie ich denke? Das da ist Snape ... oder er war es ... Er ist ein Mörder Harry. Er hat den Direktor umgebracht ..."

Harry war erstaunt, was für Kräfte seine Liebste unter Angst entwickeln konnte und strengte sich umso mehr an, dass der Lockenkopf nicht an seinen Zauberstab kam und was Dummes machte. Es war dann auch Professor Styls, der sich mit ernsten Worten an Harrys Freundin wandte und demonstrativ seinen eigenen Zauberstab auf den Tisch legte.

„Wie es aussieht Ms. Granger, sollten wir sie unter diesen Umständen vielleicht auf eine kleine Geschichtsreise schicken. Harry, wie siehst du das? Das Denkarium hat dir doch auch geholfen, oder?"

Das Gesicht der Gryffindors hellte sich auf, als Styls mit seinem Vorschlag fertig war. Natürlich, dies würde wohl die einfachste Methode sein und daher bat er seine Freundin, sich zu beruhigen, kurz mal nichts Dummes zu versuchen und hier zu warten. Dann teleportierte er blitzschnell in den Schlafsaal hoch, schnappte sich das Denkarium und die Holzkiste mit den Erinnerungen und tauchte schon im nächsten Moment wieder in Styls Quartier auf. Dort hatte sich glücklicherweise nichts verändert, sprich Hermine saß immer noch leicht geschockt auf dem Sofa und starrte ihren Lehrer an.

Styls tat auch nichts, um Harrys Freundin nicht weiter zu beunruhigen. Dann aber, als Harry zurück war, half er dem Jungen, die richtigen Erinnerungen in die steinerne Schale zu geben und zog sich danach etwas zurück. Zwei Minuten später hatte Harry schließlich Hermine soweit, dass sie mit ihm in die Erinnerungen von Severus Snape und dem Direktor eintauchte und letztendlich schauten Professor Styls, Ginny und auch Damion nur noch gespannt auf die beiden regungslos über das Denkarium gebeugten Körper ihrer beiden Freunde.

„Nun, was denkst du Ginny? Wie wird es Hermine aufnehmen und verarbeiten?" Fragte Damion und zog den Rotschopf auf seinen Schoß. Ab hier konnten sie nur warten und hoffen. Und besonders bei Damions Vater konnte man eine gewisse Anspannung beobachten.

„Na ja Schatz", grinste Ginny. „So wie ich Hermine kenne, wird sie es verstehen. Sie wird sich vielleicht sogar bei deinem Dad entschuldigen wollen. Doch dann ..., ich gebe ihr etwa ein bis zwei Minuten, wird sie sich zu uns umdrehen und uns mit ihrer Erkenntnis schocken, dass du als Draco von einem Vampir gebissen worden bist."

Styls konnte sich wegen der Art und Weise wie die Rothaarige dies herausbrachte, ein Lächeln nicht verkneifen, doch insgeheim hoffte er, dass es so in etwa ablaufen würde. Doch das würde die Zukunft zeigen. Dann stand er jedoch auf, denn er musste sich irgendwie ablenken. Hilfe fand er dabei in einem Glas Feuerwhiskey, welches er sich eingoss und dann zu seinem Platz zurückkehrte. Eine halbe Stunde später war es dann soweit. Die beiden erstarrten Körper über den Denkarium begannen leicht bläulich zu schimmern und dann kehrte wieder Leben in sie ein.

Es war Harry, der sofort seinen Arm um Hermine legte und sie fürsorglich fragte, ob alles in Ordnung sei. Seine Freundin hingegen musste sich erst mal kurz umblicken, um sich zu ordnen. Schließlich war es erst ihr zweites Mal, in ein Denkarium und damit in die Erinnerung eines anderen einzutauchen und diese zu erleben. Dass sie dies dann auch noch unter diesen Umständen machte, tat sein Übriges. Schließlich aber schien Hermine wieder etwas klarer zu sehen und ihr Blick ging sofort zu Damions Dad.

„Pro... Professor, es tut ... tut mir ..."

Ein kurzes Lachen seitens Ginnys war zu hören und sorgte dafür, dass sich alle Blicke ihr zuwandten. Harry und Hermine schienen kurz verwirrt darüber zu sein, doch dann tat Harrys Freundin etwas, das Rons Schwester fast dazu gebracht hätte, sich auf dem Boden zu kugeln. Hermine griff nämlich plötzlich nach ihrem Zauberstab und mit einem fixierenden Blick auf Damion rief sie, „Ginny, geh weg von ihm. Er ist ein Vampir."

Die nächsten Sekunden lag eine gespenstige Stille im Raum, so als hätte der Lockenkopf ein Staatsgeheimnis ausgeplaudert. Ginny war dann die erste, die sich traute was zu sagen und lachte lauthals ihre Freundin an. „Na das will ich doch schwer hoffen, dass er einer ist Hermine. Ansonsten wäre das ganze Gebeiße und Blutgesauge doch schon sehr merkwürdig."

Harry, der irgendwie ahnte, wie Rons Schwester dies meinte und an die Bilder der Duschsession seiner beiden Freunde erinnert wurde, legte ein wenig an Gesichtsfarbe zu. Allerdings ging sein Blick dann zu Hermine, um ihre Reaktion zu sehen. Der Lockenkopf schien aber noch zu versuchen, die Situation zu verstehen. Und so kam es, dass Ginny ab hier die Initiative übernahm, Damion etwas ins Ohr flüsterte und sich dann an die anderen wandte.

„So Leute, ich weiß ja nicht, wie ihr es seht, doch der Tag war lang und die Betten rufen. Außerdem ist die wohl einfachste Lösung für unser kleines Problem ein ausgiebiges Frauengespräch unter Zuhilfenahme von Harrys Denkarium."

Kaum diese Aussage beendet sah Ginny Harry direkt an und fragte, ob sie die steinerne Schale mal über Nacht bekommen könnte. Harry überlegte kurz und nickte dann. Ginny sagte leise „Danke" und drückte dem Gryffindor einen Kuss auf die Wange. Danach schnappte sie sich Hermine und noch bevor Harry sich von seiner Freundin verabschieden konnte, waren die beiden Mädchen auch schon aus dem Raum. Zurück blieben drei etwas verdutzte männliche Zauberer, die allesamt zur Tür starrten.

„Will ich wissen, was die Beiden sich ansehen?", fragte Stephano Styls. Die Antwort sollte allen Anscheins wohl „Nein" heißen, wenn man mal Damions knallrotes Gesicht bedachte. Für Harry war das dann der Punkt, wo auch er den Raum verlassen wollte. Und so kam es, dass es in dieser Nacht mehrere Personen in Hogwarts gab, die noch lange nachdachten, bevor sie endlich einschlafen konnten.

Geweckt wurde Harry am nächsten Morgen durch eine lauten mädchenhaften Schrei. Dieser rührte von Ron her und als sich der Schwarzhaarige durch seinen schweren Bettvorhang gearbeitet hatte, sah er gleich mehrere Sachen, die ein Grinsen unvermeidbar machten. Zum einen wären da Ginny und Hermine, welche beiden neben Rons Bett standen, wobei Hermine ihren Zauberstab noch in der Hand hatte und diabolisch grinste. Und dann wäre da Ron selbst, sein Pyjama und auch das Bett klatschnass, und am ganzen Körper zitternd.

„Sag mal spinnst du, Hermine?", fragte der Rothaarige und wischte sich die langen nassen Haare aus dem Gesicht. Harrys Freundin jedoch ging nicht wirklich darauf ein, sondern sagte viel lieber mit zuckersüßer Stimme, „Natürlich nicht Ron. Doch du sagtest doch selbst, dass Mädchen manchmal nicht zurechnungsfähig sind, wenn sie ihre Tage haben."

Darauf konnte Ron natürlich nichts antworten und wurde viel lieber knallrot. Diese Reaktion schien Hermine zu reichen und sie wandte sich daher nun Harry zu. Sie kam an sein Bett und drückte ihm einen langen Guten- Morgen- Kuss auf den Mund. Wenig später war die ganze Aufregung schließlich vergessen. Die Mädchen hatten den Schlafsaal der Jungen wieder verlassen, weil sich Dean und Seamus sonst nie umgezogen hätten, und alle machten sich auf den Weg zum Frühstück.

In der Großen Halle herrschte schon reges Treiben und dies war für einen Montagmorgen doch schon sehr ungewöhnlich. Meistens kamen viele Schüler an diesem Tage doch eher später zum Frühstück, da oftmals an eben diesem Morgen noch schnell versucht wurde, Hausaufgaben, die vergessen wurden nachzuholen. Heute jedoch gab es allen Anschein nach nur fleißige Schüler in Hogwarts und somit war die Halle voll. Harry setzte sich mit seinen Freunden auf ihre gewohnten Plätze und musste feststellen, dass nicht nur das Frühstück schon da war. Nein, auch der Tagesprophet lag schon auf Hermines Platz und die zustellende Eule wartete ungeduldig auf ihre Bezahlung.

Rasch übernahm Harry dies und steckte fünf Knuts in das kleine Ledersäckchen am Bein des silbrig glänzenden Vogels. Danach bedachte er die Zeitung mit einem neugierigen Blick und sofort stach dem Gryffindor die heutige Schlagzeile ins Auge.

Gringotts immer noch geschlossen – Aurorenbrigaden auf Abruf und in

Alarmbereitschaft

„Darf ich?", fragte Harry und schaute zu seiner Freundin. Ihm war sein Essen erst einmal egal und lächelte, als Hermine ihm die Zeitung zuschob. Dann aber wandte er sich dem Propheten zu und studierte ihn aufmerksam.

... Ja liebe Leserinnen und Leser, zwei Tage ist es nun her, das Direktor Sarrock, der derzeitige leitende Kobold unserer Zaubererbank Gringotts, sich dem Minister für Zauberei zuerst widersetzt und dann den Generalalarm ausgelöst hat, was eine Schließung der Bank zur Folge hatte. Dies ist an sich nichts Neues, doch bleibt weiterhin ein Grund zur Sorge, da seitens der Kobolde, bis auf diverse Briefe an ihre Kunden, keinerlei Schritte unternommen wurden, um mit dem Ministerium ins Gespräch zu kommen. Vielmehr wurden alle Beschäftigungsverhältnisse mit menschlichen Mitarbeitern der Bank auf Eis gelegt und Abgesandte zu einer Vielzahl von Koboldclans geschickt.

Dies meine lieben Leserinnen und Leser hat uns in der Redaktion aufhorchen lassen und wir haben beim Ministerium um eine Stellungnahme gebeten. Doch die Obrigkeit hält sich bedeckt und lediglich einige Brocken sind zu uns durchgesickert. Und eben dies ist nicht sehr ermutigend, besagt es doch, dass ein Großteil der Auroren, welche in ihren alljährlichen Winterübungscamps waren, ins Ministerium zurück beordert wurden. Für uns beim Propheten bedeutet dies nur eins, die Lage ist alles andere als entspannt. Doch seien sie gewiss, wir bleiben dran und melden uns, sowie es Neuigkeiten gibt...

Harry las den Bericht mit einem Lächeln und schmierte sich danach einen Toast. Er und seine Freunde wussten es ja besser und somit machte sich der Gryffindor mehr Gedanken darüber, was ihn wohl erwartete, wenn er in den nächsten Tagen zu Gringotts musste, um die Erbschaftsangelegenheiten von Snape und Malfoy zu regeln. Und wie er dies so tat, und seinen Blick durch die Halle schweifen ließ, bemerkte Harry, dass einer seiner Mitschüler sich auch nicht wirklich an der ganzen Debatte zum Problem Gringotts beteiligte. Dieser Schüler war Collin Greevey, seinerseits Freund von Blaise Schwester und bekannter Hobbyfotograf.

Collin saß auf seinem Platz und studierte einen Brief in seinen Händen aufmerksam. Harry erkannte anhand des Pergaments, dass er nicht von Gringotts stammte und der Gryffindor vermutete, dass die Schließung der Bank den blonden Jungen auch nicht wirklich berührte, da Collin und auch sein Bruder Dennis von Muggeln abstammten. Allerdings schien Collin zu spüren, dass man ihn beobachtete und er sah auf. Sein Blick trat den von Harry und er begann zu lächeln.

„Es ist ein Brief von meinem Vater, Harry. Du weißt doch, der Milchmann. Er schreibt, dass es mit dem Geschäft wieder aufwärts geht. Scheinbar ist ihm sein Ruf als solider und tüchtiger Geschäftsmann voraus geeilt, denn er schreibt, dass einige Restaurants unbedingt ihn haben wollten, damit er sie mit Milch, Käse und anderen Molkereiprodukten beliefert. Für Vater ist das ein Riesenglück nach all dem, was ihn in der letzten Zeit so belastet hat."

„Na das klingt doch sehr gut, Collin", erwiderte Harry, die nicht wirklich viel über das Geschäftsleben in der Muggelwelt wusste.

„Ja, das tut es Harry. Überleg doch mal Harry, fünf Italiener, zwei Hotels und sogar drei Pizzabäckereien. Dad verdient damit endlich gutes Geld und kann mit dem was er verdient, selbst mal wieder richtig leben. Ich muss das unbedingt Dennis erzählen."

Mit diesen Worten der Freude und voller Enthusiasmus stand Collin schließlich auf, küsste Celine kurz auf die Wange und ging dann auf die Suche nach seinem Bruder, der bei seinen Kumpels am Ravenclawtisch saß.

„Fünf Italiener und auch Pizzabäckereien?", fragte Harry etwas lauter als nur zu sich selbst, ihm schwante was und deshalb schaute der Gryffindor auf eine Reaktion hoffend in Richtung von Collins Freundin. Celine aß ihr Müsli und schaute übertrieben starr geradeaus, bis sie sich des Blickes von Harry bewusst wurde und ihm dann schelmisch zulächelte. „Sag es ihm bitte nicht, Harry, aber ich liebe ihn nun einmal und er gehört dadurch zur Familie."

Harry fühlte sich bestätigt, erkannte, dass Familie in den Kreisen der Zabinis auch wirklich Familie bedeutete und nickte dem Mädchen zusichernd zu. „Ich schweige wie ein Grab", sagte er noch hinterher und Celines Lächeln wurde breiter. Eine Person am Tisch verfolgte die ganze Sache allerdings mit einer eher gerümpften Nase und sie ließ sogar ein missbilligendes Schnauben hören. Celine blieb davon aber unberührt und schenkte ihrem Bruder eine eindeutige Muggelgeste, welche auf der anatomischen Mitte von Zeige- und Ringfinger basierte.

Harry musste kurz lachen, doch dann durchzuckte ihn ein anderer Gedanke, der als Kern die Theorie hatte, dass man für Blaise unbedingt eine Ablenkung, möglicherweise in Form einer Freundin, finden musste. Kurz darauf wurde durch die Direktorin die neue Schulwoche eingeleitet und die meisten machten sich auf den Weg zu ihren Klassenzimmern.

„Himmel Herrgott, Slughorn will wohl, das wir alle Braumeister sind, wenn er in Rente geht? Oder wie erklärst du dir die ganzen Hausaufgaben, Harry?"

Ron brachte es mal wieder auf den Punkt, denn sieben Seiten Pergament über orientalische Gifte und ihre Wirkung in unseren kühleren Breiten und das bis Mittwoch, also das war wirklich schon der Hammer, zumal auch die anderen Lehrer nicht mir Aufgaben gegeizt hatten. Daher waren Harry und seine Freunde auch auf dem Weg in die Bibliothek, denn je schneller sie diese Aufgaben vom Tisch hatten, desto früher konnten sie ja die Erkenntnisse und Informationen aus Potter Castle auswerten.

Drei Stunden später, das Abendessen stand auch bald an, hatten es die Gryffindors zumindest für heute geschaffte. Hermine packte ihre Aufzeichnungen fein säuberlich zusammen und bedachte Ron mit einem etwas tadelnden Blick, als dieser seine Pergamente nur schnell in seine Tasche warf. Harry schaute auf die Uhr und sagte, „Also Leute, viel haben wir ja nicht heraus gefunden. Gut, das Schloss ist schon beeindruckend, doch ich hatte gehofft ein wenig mehr zu finden, als nur noch weitere Rätsel. Wer zum Beispiel, wer die Schwestern des Lichtes sind? Oder wer sie vernichtet hat?"

„Stimmt Harry", sagte Ron nachdenklich. „ich persönlich glaube nämlich nicht an so etwas wie den Teufel."

„Den Teufel?", fragte Hermine überrascht und Ron lächelte. „Na du weißt schon, Hermine. Professor McGonagall hat doch gemeint, sie habe in dem alten Buch gelesen, dass Gryffindors Enkel diesen komischen Einsiedler besucht hat und dieser meinte, die Schwestern hätte der Teufel geholt. Also wirklich Hermine, das ist doch Gerede eines alten Mannes. Genauso wie dieses komische Wort „Whalapor".

Harry kam nicht umher seinem Freund recht zu geben. Alles ergab irgendwie keinen Sinn und vielleicht verrannten sie sich da auch in etwas, das sie von ihrem eigentlichen Ziel, nämlich den Horkruxen, abbrachte. Vielleicht sollten sie sich ein wenig mehr mit dem letzten noch fehlenden Stück von Voldemorts Seele beschäftigen. Denn sollte Tom wirklich irgendwann das Schloss angreifen und sie hätten seine letzte Versicherung noch nicht gefunden und vernichtet, nun, dann würden sie ziemlich dumm dastehen. Diese Gedanken teilte Harry seinen beiden Freunden auch mit.

Hermine stimmte ihrem Freund zu und legte ihren Arm um seine Schultern. Ron hingegen brauchte noch einige Sekunden und fragte dann, „Und hast du schon eine Ahnung, wo Voldemort den Becher, oder die Tasse von Helga Huffelpuff versteckt haben könnte, Harry? ich meine, er wird sie ja nicht wie beim Tagebuch seinen engsten Todessern anvertraut haben?"

„Nein, das glaube ich auch nicht", erwiderte Harry und sprach dafür aus, vielleicht nach dem Abendessen noch mal kurz in die Archive runter zu gehen.

„Ins Archiv, Harry?", fragte Ron plötzlich und sein Gesicht nahm etwas Panisches an, was Harry aufhorchen ließ.

„Ja warum nicht Ron? Es ist ja nicht so, dass wir da unten jemanden stören wür..."

Dieser Satz von Hermine, den sie eigentlich eher so daher gesagt hatte, bescherte dem Rotschopf eine gewisse Röte im Gesicht und er drehte plötzlich seinen Kopf weg. Harry sah dies sehr wohl und in seinem Kopf begannen die Gedanken zu rasen. Dann schaute er seinen Kumpel von oben bis unten an und er bemerkte, dass dieser ungeduldig auf der Stelle trat. Schließlich traf es Harry wie ein Blitz und er fragte mit ungläubiger Stimme, „Aber wir würden jemanden stören, richtig? Wir würden dich stören, dich und Parvati..."

„RONALD WEASLEY, das kann nicht dein ernst sein?", fuhr Hermine hoch und Harry musste seine Liebste festhalten. „Das da unten ist ein Archiv voller Wissen und kein Bumsmuschel."

Wenn Harry sonst schon viel gewohnt war, so brachte ihn die letzte Bemerkung von Hermine dann doch ein wenig aus der Fassung. Allerdings zog Ron dieses Mal nicht zurück und konterte mit den richtigen Worten.

„Das weiß ich selbst Hermine. Doch da unten ist man halt ungestört, anders als im Rest des Schlosses. Irgendwie scheinen alle in den letzten Wochen sämtliche Verstecke, wo man mal ein wenig für sich ist, gefunden zu haben."

„Wie soll ich das denn verstehen?", begehrte Hermine auf und Ron gab zurück.

„Ganz einfach, Hermine. Neville belegt den Raum der Wünsche mit Luna. Damion treibt mit meiner Schwester Gott weiß was für Dinge auf dem Astronomieturm und im Vertrauensschülerbad waschen sich Collin und Celine dermaßen oft, dass sie schon Schwimmhäute haben sollten. Und daher dachte ich mir, wir nutzen einfach mal das Sofa im Archiv. Denn anders als bei euch, meine liebe Hermine, ist es schon ein paar Tage her, dass ich mit Parvati zärtlich werden konnte."

Auch wenn Harry fand, dass sein Kumpel es hätte anders formulieren können, musste er ihm zugestehen, dass der letzte Satz gesessen hatte. Hermine wurde knallrot und schluckte ihre nächsten Worte hinunter. Hilfesuchend schaute sie zu ihrem Freund, doch auch den überkam nun zunehmende Verlegenheit und alles was Harry noch herausbrachte war ein eher gequältes „Aber muss es das Archiv sein?" Ron bedachte ihn daraufhin mit einem niedergeschlagenen Blick und erwiderte.

„Wo denn sonst Harry? Ich meine, alle guten Plätze sind belegt und der einzige Ort, wo einen die Lehrer nicht stören würden, wäre die Kammer des Schreckens. Doch ich möchte nicht mal im Traum daran denken, was man da unten noch alles findet, außer einem toten Basilisken."

Wenn der Rothaarige jetzt von seinem Kumpel eine Antwort erwartet hatte, so wurde er enttäuscht, denn alles was Harry noch herausbrachte klang wie „Oh mein Gott" und „das ist es... die Kammer des Schreckens ..."

TBC

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