Na denn Mädels und Buben,
eine weitere Woche ist geschafft und somit das grausame Warten auf das neue Cap. Und weil das Leben nicht fair ist, gleich noch die schlechte Nachricht hinterher. Ich mache Urlaub. Ja, Mister Figgs der Pistenschreck hat sein Augenmerk auf Ösiland gelegt und versucht sich mit Wahnsinn und Leibeskräften auf den Brettern zu halten.
Doch keine Sorge, sollte es Gott so wollen und meine Knochen es mitmachen, dann schreibe ich alsbald weiter. Kann ja meine Leser nicht quälen. Kapitelentzug gilt ja als vierter Unverzeihlicher.
Viel Spaß beim Lesen Euer Mister Figgs
Kapitel 81
Ron und Hermine sahen den Schwarzhaarigen mit großen Augen an und Harry sagte voller Erregung, „Natürlich Leute, denkt doch mal nach. Wir suchen nach etwas, das die Gründer vor Hogwarts gemacht haben. Salazar Slytherin war auch ein Gründer und demzufolge betrifft es auch ihn. Und wenn er wirklich so ein Schlitzohr gewesen ist, wie die Legenden es sagen, warum sollte er nicht etwas da unten versteckt haben, dass seinem Erben hilfreich sein kann. Immerhin hätten Godric, Rowena und Helga in der Kammer des Schreckens keinen Zugriff darauf, da dieser Raum ja selbst als Mythos galt."
Harrys Freunde starrten ihn immer noch an. Schließlich aber verstanden sie die Logik in seinen Worten und Hermine fragte, was ihr Liebster denn nun vorhatte. Immerhin ging es hier um eine Exkursion zu einem Ort der nicht nur geheimnisumwittert war, sondern in Harrys Fall auch schmerzvolle Erfahrungen wieder in Erinnerung bringen würde. Auch hatte Hermine im Hinterkopf, dass sie dort nicht unbedingt allein hingehen sollten. Der Basilisk mochte tot sein, doch was war, wenn es noch andere Gefahren dort unten gab. Ihres Wissens nach war nicht mal Dumbledore nach dem Tod von Slytherins Monster in die Kammer gegangen, um sie zu untersuchen und dabei hätte er doch nur Harry fragen müssen, ob er sie für ihn öffnet.
Hermines Freund hatte aber gar nicht vor, sich in die Kammer zu stehlen. Nein, Harry war bewusst, dass es viel sicherer war, die Direktorin und auch Damions Dad mitzunehmen. Daher schaute der Gryffindor auf seine Uhr und meinte, „Leute, ich denke, wir gehen jetzt rasch zum Abendessen, beeilen uns damit und dann fragen wir einfach Professor Styls und die Direktorin, ob sie uns begleiten würden. Sicher gehen die beiden mit. Es gibt ja schließlich eine kleine Chance, dass wir etwas finden."
Ron nickte zwar, schien aber nun in einer Zwickmühle zu stecken. Was sollte er tun? In die Geschichte eintauchen, die manchmal sehr trocken sein konnte, oder aber in Parvati, eben das ganze Gegenteil. Für Harry allerdings stand der Entschluss fest und so machte sich das goldene Trio auf den Weg zur Großen Halle, wo sie fast mit zu den Ersten gehörten und Harrys Blick ging auch sofort zum Lehrertisch hoch, auf der Suche nach den bedien Professoren. Und der Gryffindor hatte Glück. Die Direktorin war schon anwesend und ließ ihren strengen Blick durch die Halle schweifen, während Stephano Styls am Ravenclawtisch stand und scheinbar einige Fragen mit den dort versammelten Schülern diskutierte. Styls machte dies sehr oft, da er fand, dass es manchmal besser war, Themen zu besprechen, wenn man nicht unbedingt unter Unterrichtszwang stand.
Harry bedeutete Hermine und Ron, sie sollten sich schon mal an ihren Tisch begeben und ging dann mit festen Schritten und sich die richtigen Worte zurechtlegend in Richtung Damions Vater. Dort räusperte er sich kurz und bat seinen Professor für VgddK, ob er ihn kurz stören konnte. Zwei oder drei der Ravenclaws rümpften zwar ein wenig die Nase, weil man sie unterbrochen hatte, doch das tangierte Harry im Moment nur peripher. Hier ging es um Wichtigeres und seine Haltung zeigte dies seinem Lehrer auch.
„So, meine Damen, wie es aussieht braucht auch noch ein anderes Haus meinen Rat. Und da sie selbst ja noch vier Tage Zeit haben, um das Rätsel meiner kleinen ägyptischen Schmuckschatulle zu lösen, bitte ich sie mich jetzt zu entschuldigen." Dabei lächelte er die Mädchen am Ravenclawtisch an, als wäre er bei Lockhard in die Schule gegangen und Harry konnte es nicht glauben, dass zwei Ravenclaws dabei aussahen, als würden sie feucht werden. Also manchmal musste er sich über die Angehörigen von Rowenas Haus schon sehr wundern.
Bevor Harry die ganze Sache dann aber zu viel wurde, fragte ihn Stephano Styls, was es denn so wichtiges gäbe. Harry meinte jedoch, sie sollten vielleicht erst kurz zur Direktorin gehen und sein Gesichtsausdruck verriet Styls, dass es sein Schüler auch nicht unbedingt hier erzählen wollte. Zwei Minuten später standen die beiden dann bei Professor McGonagall und Harry erklärte ihr, welche Theorie er hatte und fragte gleichzeitig, ob er die Erlaubnis bekäme, in die Kammer des Schreckens zu gehen.
Im ersten Moment schaute die alte Hexe ihren Schüler mit schockierten Augen an. Dann aber wurde ihr Blick kalkulierend und sie fragte vorsichtig, ob Harry es denn überhaupt schaffen würde, die Kammer zu öffnen.
„Ich denke schon, Professor", erwiderte der Schwarzhaarige daraufhin. „In meinem zweiten Jahr habe ich es doch auch hinbekommen. Wie sie ja wissen, bin ich nun mal ein Parselmund und ich glaube nicht, dass ich es verlernt habe."
McGonagall lächelte milde und schaute kurz in die Halle. Ihr Blick hing dabei kurz am Gryffindortisch, wo Hermine und Ron erwartungsvoll zu ihnen hoch schauten, und dann fragte sie leise, „Und wann wollten sie diesen schrecklichen Ort besuchen?"
„Nun ja Professor, wir dachten dabei an nachher, wenn das Abendessen beendet ist."
„Heute noch, Mr. Potter? Aber Professor Styls und ich wollten eigentlich zu späterer Stunde noch mal nach unten ins Archiv, um einig Dinge, die wir aus Potter Castle mitgebracht haben, dort zu verstauen."
Harrys Gesicht wirkte daraufhin alarmiert und er hätte fast laut „Nein, das geht nicht" gesagt. Doch im letzten Moment biss er sich auf die Zunge und meinte, dass dies doch noch warten konnte. Die Direktorin schaute ihn wegen seiner Bemerkung etwas seltsam an, wurde im selben Moment jedoch von ihrem Kollegen unterbrochen, der Harry überraschenderweise Recht gab.
„Ich finde die Idee gar nicht so schlecht, Minerva. Unser Spürsinn ist doch nach dem Schlossbesucht noch voll und ganz auf die Dinge die wir suchen eingestellt. Und wer weiß? Vielleicht finden wir dort unten den entscheidenden Hinweis. Ganz zu schweigen davon, dass ich mir diese legendenumwobene Kammer unbedingt mal zu Gemüte führen will."
Nun war es Harry, der mit großen Augen dastand und während sein Blick an Damions Dad haftete, entgingen ihm fast die Worte der Direktorin, welche meinte, dass sie sich in einer halben Stunde vor dem Mädchenklo treffen sollten und dass die kleine Exkursion, egal was sie finden würden, spätestens um Zehn beendet sei. Kurz darauf löste sich der Gryffindor aus seiner Starre und dankte der Direktorin schon mal im Voraus. Harry drehte sich zu seinen Freunden um und zeigte ihnen den Daumen hoch. Beide lächelten ihm zu und Harry war auch schon fast auf dem Weg zum Gryffindorhaustisch, da hielt ihn Stephano Styls noch mal kurz zurück. Damions Dad bedeutete Harry, er solle langsam laufen und als sie beide außer Hörweite der Direktorin waren, flüsterte er, „Also Harry, wir sehen uns dann nach dem Essen. Ich nehme mal an, dass uns nur Hermine begleiten wird. Andernfalls hätte unser kleiner Werwolf nicht schon ein paar Kerzen, Decken und Naschereinen ins Archiv geschafft."
Harry erstarrte mitten in seiner Bewegung und blickte sich vorsichtig zu Styls um. Dieser grinste aber nur und schüttelte leicht seinen Kopf. „Sag Ron, ich habe alles in den Schrank neben dem Kamin gesteckt, für den Fall, dass Minerva doch schon eher hinab gegangen wäre. Und er soll die Ausgangssperre einhalten. Du weißt, dass die Direktorin, sollte sie sich in ihren Gemächern befinden, sofort informiert wird, wenn sich die Treppe hinter dem Gargoyle bewegt."
Harry starrte noch immer leicht ungläubig in Styls Gesicht, der langsam das Problem bekam, nicht loszulachen. Und um dies auch wirklich zu umgehen, beeilte sich Harrys Lehrer dann auch und verschwand aus der Halle. Zurück blieb Harry, der allmählich wieder daran zweifelte, ob Styls der Richtige als Hauslehrer war. Dann aber setzte sich der Gryffindor in Bewegung und überbrachte die Neuigkeiten seinen beiden Freunden. Hermines Gesicht wurde ob diesen Informationen mehr als nur aufgeregt. Während Rons eher knallrot wurde und er fast unter dem Tisch verschwand.
Zwanzig Minuten später hatten sich die Wege der drei Freunde getrennt und Harry wartete mit seiner Freundin vor dem Mädchenklo. Professor Styls und die Direktorin kamen auch nicht sehr viel später und man betrat schließlich das Reich von Myrthe, die auch sofort loskeiffern wollte, man solle sie in Ruhe lassen. Einzig die Erscheinung von Professor McGonagall ließ den Geist des Mädchens verstummen. Myrthe zog sich etwas zurück und beobachtete lieber von der Decke her das Geschehen.
„Also Harry, wo ist nun der Eingang zur Kammer?", fragte Stephano Styls und schien im Schatzsuchermodus zu sein und Harry zeigte auf das kaputte Waschbecken. Die Vier gingen zu ihm hinüber und wieder legte sich alle Blicke auf Harry, der nun leicht konzentriert schien und nach der kleinen eingeritzten Schlange suchte, welche zum Öffnen des Durchganges benötigt wurde. Aber der Gryffindor suchte nicht nur das Symbol von Slytherin. Nein, er dachte auch angestrengt darüber nach, wie er die Kammer das letzte Mal geöffnet hatte. Er erinnerte sich daran, dass er sich vorgestellt hatte, dass die kleine Schlange lebendig war und bewegte dazu seinen Kopf etwas hin und her. So machte es durch das Fackellicht wieder den Anschein, als würde sich der Kopf bewegen und eher aus einem Reflex heraus zischte Harry leise die Worte „Mach auf".
Ein „Faszinierend", von Stephano Styls verriet dem Gryffindor, dass es geklappt hatte. Der Wasserhahn mit der Schlange begann zu glühen und wenige Sekunden später war der Gang zur Kammer freigelegt. Allerdings überließ Harry den beiden Professoren, die vorsorglich ihre Zauberstäbe in den Händen hielten den Vortritt, wies sie aber darauf hin, dass es eine ganz schön rasante Rutschfahrt werden würde. Zehn Minuten später waren alle am Ende des Abflussrohres angelangt und ein paar kleine Reinigungszauber sorgten dafür, dass man sich in seinen Sachen wieder wohl fühlen konnte. Nun also begann der kleine Marsch durch den dunklen Tunnel hin zur Kammer des Schreckens.
Zehn Minuten später hatten die Vier den größten Teil des Weges hinter sich gelassen. Sie hatten die damals schon vorhanden gewesene Schlangenhaut, und auch den Einsturz der Decke passiert, bis man schließlich vor der überraschenderweise wieder verschlossenen Luke zur eigentlichen Kammer stand. Harry öffnete sie wieder durch ein Zischen und man war endlich am Ziel, ein Ziel, welches nun aber nicht mehr ganz so einladend schien, da sich Harry und seinen Begleitern, ähnlich wie in Potter Castle, der Geruch des Todes und die langsam verwesenden Überreste des Basilisken entgegen stellten.
Offenbar sorgte die Magie und hohe Feuchtigkeit in der Kammer dafür, dass der König der Schlangen extrem langsam zerfiel. Und da bei diesen Fleischmassen hier mehr als nur zwei Hauselfen von Nöten sein dürften, um es zu entsorgen, mussten die Vier wohl oder übel erst mal damit leben. Bei Harrys Urgroßvater war es halt einfacher gewesen. Da hatten die Besucher von Potter Castle vor ihrer Abreise noch so etwas wie ein kleines Gedenkritual abgehalten und dann hatten Dobby und Trexus, welche durch ihre eigene Magie und die Bindung an die Potters dazu in der Lage waren, die sterblichen Überreste in die versiegelte Familiengruft gebracht.
Von diesen Gedanken abgelenkt betrat man schließlich die Kammer des Schreckens und allen jagte es einen Schauer über den Rücken. Es ging vorbei an den hohen Säulen, mit den sich darum windenden Steinschlangen und das Geräusch ihrer Schritte auf dem nassen Boden hallte durchs Gewölbe. Es war alles noch genau so wie es Harry in Erinnerung hatte, mit Ausnahme halt des Basiliskenkadavers, den scheinbar nicht mal die Ratten fressen wollten. Man erkannte noch ganz deutlich die Konturen des Tieres und die Direktorin fragte mit einer Mischung aus Entsetzen und Unverständnis, „Und gegen dieses Ding haben sie gekämpft, Mr. Potter?"
„Jepp Professor", erwiderte Harry locker, die Stimmung ein wenig anheben wollend. Schließlich kamen sie vor der Statue von Salazar Slytherin an und der Blick des Gryffindors ging zu der Stelle, wo Ginny gelegen und wo er das Tagebuch von Tom Riddle mit dem Basiliskenzahn vernichtet hatte. Sofort fiel ihm der schwarze Fleck am Boden auf und seine magischen Augen spürten die noch immer vorhandene dunkle Magie, welche die Tinte des Buches verursachte. Regelrecht hinein gebrannt in den Felsen hatte sie sich und daher warnte Harry sicherheitshalber die anderen, mit der Tinte ja nicht in Berührung zu kommen. Sicher war nun mal sicher.
Als dann einige Minuten des Schweigens und des Gedenkens verstrichen waren, schauten sich alle ein wenig um. Dabei machte Professor Styls zuerst die Entdeckung, dass einige in den Boden gehauene Schlagen so etwas wie einen Weg markierten, der jedoch im Nichts zu verschwinden schien. Damions Vater sah daher in Richtung Harry und fragte, „Harry, sind dir diese Schlangen da unten damals nicht aufgefallen?", als wäre es das Erste, was man in der Kammer erkennen musste.
Harry vermutete, dass man als Schatzsucher irgendwann mal einen besonderen Blick dafür bekam. Doch er konterte mit einem leicht sarkastischen Unterton. „Nein leider nicht, Steph. Hatte damals ein paar andere Dinge im Kopf. Du weißt schon, Ginny halb tot, Tom Riddle am Erstarken und natürlich sein Haustier auf Snacksuche." Dabei deutete über seine Schulter hinweg in Richtung Basilisk und musste sich dann dem Blick der Direktorin stellen.
Erst nachdem er geendet hatte, wurde ihm bewusst, dass er gerade einen Professor geduzt hatte und auch sonst sein Ton ein wenig unangebracht war. Stephano Styls wiegelte jedoch nur mit einem Lachen ab und beglückwünschte Harry zu seiner Schlagfertigkeit. Dann aber kam man wieder auf den plötzlich endenden Weg zu sprechen und Harrys Lehrer äußerte eine Vermutung.
„Nun Harry, es heißt doch immer, dass Salazar die Kammer gebaut hat, damit seine Erben sein Werk fortführen können. Müsste dies nicht auch bedeuten, dass er ihnen einige Dinge oder Aufzeichnungen hinterlassen hat?"
Die Vier schauten sich an und Harry begann zu überlegen, wie wohl Voldemort in seiner Jugend an die Informationen über den Basilisken herangekommen ist. Er kratzte sich dabei am Kinn und betrachtete die riesige Statue des Gründers genauer. Wie also konnte Tom an sein Wissen gekommen sein, denn alles an was sich Harry erinnern konnte war, dass Tom damals erst mit ihm über sich geredet und dann den Basilisken gerufen hatte. Und wie diese Gedanken seinen Geist so passierten, erinnerte sich der Gryffindor auch daran, wo der junge Tom Riddle damals gestanden war. Ein eher komischer Gedanke durchzuckte Harry und er richtete seine Aufmerksamkeit auf den Steinboden. Dabei fuhr sein Blick den Schlangenweg entlang und als er am vermeintlichen Ende ankam, stand Harry auf und ging dort hin.
Hermine und die beiden Professoren bemerkten Harrys Tun und ließen von ihren Studien der Kammer ab. Besonders Stephano Styls, der etwas weiter weg von Harry stand stöhnte, als ihm das Verhältnis klar wurde, in welchem Harry zu Salazar stand. Doch er brauchte es seinem Schüler gar nicht mehr zu sagen. Nein, Harry, war selbst darauf gekommen und streckte seinen Arm in Richtung Slytherinkopf. Alles sah nun so aus, als würde er ihn um etwas bitten und erneut durchfuhren die Kammer Worte in einer Sprache, die hier wohl als Universalschlüssel diente. Harry sprach Parsel und zischte in Richtung Gründer, „Oh Größter der vier Großen, sprich zu mir ..."
Und kaum hatten seine Worte geendet, öffnete sich wie damals in seinem zweiten Jahr der Mund der Statue. Diesmal jedoch kam kein todbringendes Monster heraus, sondern nur einen unnatürliche Stille, die ab und zu von einem Pfeifen unterbrochen wurde. Scheinbar strömte Luft durch die Öffnung und dies hieß, dass es dahinter weiter ging. Jetzt brauchte man nur noch einen Weg finden, wie man dort hinauf kam. Doch auch hier durchzuckte Harry ein Gedanke. Vielleicht war es aber auch eine Erinnerung, denn schließlich hatte er ja mal einen Teil von Voldemorts Seele in sich getragen. Jedenfalls erhob Harry erneut seinen Arm und bat in Parsel darum, dass ihm Salazar den Weg zeigte.
Was nun geschah, ließ sogar den äußerst erfahrenen Schatzjäger Stephano Styls fast ohnmächtig werden, denn aus dem Loch, dem Mund der Statue schoss ein langer steinerner Pfahl hervor, der einer Schlangenzunge sehr ähnlich war und eben diese gespaltene Zunge schlug mehrfach hin und her und begann danach ihre Form zu verändern. Es bildeten sich Einkerbungen, die sich immer deutlicher zu Stufen wandelten und dann glitt die Treppe auf dieselbe Weise, wie die magischen Treppen in Hogwarts herab und endete vor Harry. Der Weg zu Salazars Geheimnissen schien nun frei zu sein und schnell bewegten sich die vier Abenteurer die Stufen hinauf zum Mund der Statue. Dort krochen sie durch die Öffnung und fanden sich wenig später vor einer Art Gabelung wieder.
„Welchen Weg nehmen wir?", fragte die Direktorin, während sie sich den Umhang glatt strich und mehrfach tief durchatmete. McGonagall war halt nicht mehr die Jüngste. Die Antwort auf ihre Frage konnte Harry allerdings schnell geben, denn der eine Weg der Gabelung war nur wenig Meter weiter durch eine eiserne Tür versperrt und der andere war am Boden mit feinem Sand und Stab übersät, so als wäre öfters was ziemlich großes und schweres darüber geglitten und hätte es zermahlen. Das sagte dem Gryffindor, dass es dort zum Nest des Basilisken ging und daher musste der andere Weg der richtige sein.
„Tür Nummer Eins, Professor", sagte Harry lächelnd und schickte sich an sie zu öffnen. Und kaum dass er durchgegangen war, entfachten sich auch schon mehrere magische Fackeln und gaben den Blick auf ein riesiges Labor frei, welches Severus Snape in den Wahnsinn getrieben hätte. Gleich mehrere Kessel gab es hier und Regale mit unzähligen Gläsern und Dosen, alles jedoch unter einer dicken Staubschicht verborgen und nur der Schreibtisch sah so aus, als hätte dort in näherer Vergangenheit mal jemand gearbeitet. Aus diesem Grund zog es Harry dort auch als erstes dort hin und sein Blick blieb an einem dicken, schwarzen Buch hängen.
„Ich denke, wir sollten dort beginnen", sagte Professor Styls, richtete seinen Zauberstab auf den Schreibtisch und ließ den ganzen Staub verschwinden. Hermine und die Direktorin kümmerten sich danach um die Regale und wenig später war das Labor sogar etwas netter anzuschauen.
Harry unterdes gab sich nicht mit den Putzarbeiten ab, sondern schnappte sich das schwarze Buch. Es schien ein altes Manuskript, eine Art Tagebuch zu sein. Und wenn man mal bedachte, dass nur Salazars Erben hier rein kommen sollten und dass die Kammer seit seiner Zeit als Mythos galt ging Harry mal davon aus, dass es sich hierbei sogar um Salazar Slytherins eigene Aufzeichnungen handeln könnte. Begierig blätterte Harry durch die Seiten und stoppte schließlich bei einem Eintrag, der kurz vor dem Verlassen der Schule entstanden sein musste. Harry setzte sich an den Schreibtisch und las eifrig die ersten Worte.
... Schmerzen, riesige Schmerzen umspielen mein Herz. Doch noch mehr brennt die Wut in meinen Adern. Wut darüber, dass der rote Narr nicht einsehen will, dass ich recht habe. Immer noch nimmt Godric diesen Abschaum hier auf. Und das, obwohl er selbst gesehen hat, was sie anrichten. Muggel ..., sie und ihre Ansichten, ihr Glauben und vor allem ihre Schwäche gegenüber den natürlichen Gefahren...
Harry vermutete, dass Salazar hierbei von Muggelgeborenen sprach, die er ja noch nie an der Schule haben wollte. Doch schon nach den nächsten Sätzen erkannte der Gryffindor, dass er nicht ganz Recht hatte. Denn Slytherin meine noch ganz was anderes.
... zwei Wochen ist es nun her, dass ich Rowena zu Grabe tragen musste. Zwei Wochen in denen mein Herz vor Kummer fast vergeht und alles nur, weil sie hier an der Schule verweilten. Ich hatte Godric gewarnt, dass sie krank sind, dass sie Gefahr bedeuten. Nicht nur für meine Schüler. Nein, für uns alle. Muggelgeborene, eine Laune der Natur, die durch die Vermischung von Magie und wertlosen Muggeleigenschaften einen Virus hervorbringen und in sich tragen, der uns reinblütige Hexen und Zauberer in den Tod führen wird...
Harry starrte auf die vergilbten Seiten und wollte nicht glauben, was er da las. Wie krank konnte ein Mensch nur denken? Kein Wunder, dass die Zauberer, die Reinblütigen, heute solch verdrehte Vorstellungen haben. Hinzu kam, dass in den nächsten fünf Absätzen Salazar nur noch wütend fluchte und Zauber aufzählte, die man auf Muggelgeborene anwenden sollte. Dann aber schien es wieder interessanter zu werden und Harry schaute wieder gebannt auf das Buch.
...nächsten Monat werde ich Hogwarts endgültig verlassen. Godric und Helga sind zu verblendet, um noch auf mich zu hören und dass, obwohl meine Ergebnisse eindeutig sind. Ich habe das Blut meiner geliebten Rowena nach ihrem Tode untersucht, akribisch untersucht und das Ergebnis war erschreckend. Alles was noch in ihren Venen floss war ein brauner, eitriger Schlamm. Oh wie ich Godric dafür verfluche. Er denkt immer er sei der große Heiler und dann ignoriert er ihren Tod und den anderer Kinder. Für mich steht fest, hier kann ich nicht mehr bleiben. Doch ich werde dafür sorgen, dass Hogwarts, einst unser aller Traum, geschützt wird. Schon nächste Woche ist die Brut meines Basilisken vorbei und meine Rache wird erwachen. Und durch meine Gabe als Meister der Tränke und Rowenas traurigem Erbe wird sie einzig und allein diejenigen jagen, die unser Blut bedrohen. Muggelgeborene ... minderwertige Bälger, die mit ihrer Schwäche, ihrem Virus im Blute uns alle vernichten können ... allein mit ihrem Blute ... ihrem verdammten Schlammblut ...
Harry ließ fast das Buch fallen und keuchte auf, als er dies las. Natürlich zog dies das Interesse aller auf ihn und die Direktorin fragte den Schwarzhaarigen was er habe. Harry gab ihr das Buch und beobachtete, wie sich das Gesicht der alten Hexe in den nächsten Augenblicken mehrfach veränderte. Am Ende sah sie genauso fassungslos aus wie Harry und reichte das Buch schließlich an Stephano Styls weiter.
Hermine war unterdes an ihren Liebsten heran getreten und hatte ihre Hand auf seine Schulter gelegt. Harry ergriff sie, zog Hermine herunter und küsste sie kurz auf den Mund. Dann wanderte sein Blick jedoch zur Direktorin und er meinte, dass dies wohl der größte Schwachsinn war, den er je gelesen hatte. Allerdings zögerte die alte Hexe, ihm zuzustimmen. Ja sie sträubte sich förmlich dagegen und erwiderte mit eher niedergeschlagener Stimme.
„Ganz so unwahr ist das ganze aber gar nicht Mr. Potter. Es gab laut Überlieferungen tatsächlich eine Zeit in den Anfängen der Schule, wo reinblütige Kinder gestorben sind. Es lag wohl damals daran, dass die Sprosse der Zaubererwelt in ihren Kinderjahren zu sehr beschützt wurden, so dass sich ihr Immunsystem nicht besonders gut ausprägen konnte. Muggelgeborene hingegen kamen meist aus ärmlichen Verhältnissen und ihre Körper waren abgehärtet. Allerdings brachten sie so manche Krankheit nach Hogwarts, die die Zaubererwelt noch nicht kannte."
Die Direktorin sah mit einem Male sehr nachdenklich aus und meinte, dass, wenn man bedachte, dass Salazar obendrein auch noch Rowena verloren hatte, seine Wut durchaus verständlich sei. Auf die Frage von Hermine, wie man die Krankheiten dann aber doch in den Griff bekommen habe, antwortete die alte Hexe. „Oh Miss Granger, dies ist ein Verdienst von Helga Huffelpuff. Sie entwickelte später einen Impfstoff, den es noch heute gibt, auch wenn er nicht mehr wirklich nötig ist."
„Einen Impfstoff", fragte Harry und Professor McGonagall begann plötzlich zu lächeln. „Ja Mr. Potter, jeder Hogwartsschüler bekommt ihn noch heute. Er wird allen beim Willkommensfest verabreicht und ich denke nicht einer ihrer Klassenkameraden hat jemals unserem Kürbissaft entsagt."
„Der Kürbissaft?", sagten nun Hermine und Harry zeitgleich.
„Ja. Doch keine Sorge er ist nur beim Willkommensfest damit versehen und ich würde es begrüßen, wenn dies unter uns bleibt."
Die beiden Gryffindors nickten verstehend und Harry bemerkte zum ersten Mal die Pergamente in Hermines Händen. Er sprach sie darauf an und ihre Augen begannen zu leuchten. „Oh Harry, das hätte ich fast vergessen. Ich habe da hinten die hier gefunden. Es sind weitere Fangberichte und auch Aufzeichnungen von Salazar Slytherin, in denen er auch mal die Worte „Schwestern des Lichtes" niederschreibt." Natürlich war nun das Interesse Aller geweckt...
TBC
