Hey Leuter´s,
ja mich gibt´s noch und ich hab auch was im Gepäck. Also viel Spaß mit dem neuen Cap und denkt dran, gebt´s mir.#
Tschau Mr. Figgs
Kapitel 82
Mit leuchtenden Augen schaute Harry auf die Pergamente und wollte sie seiner Liebsten abnehmen, doch all sein Enthusiasmus bekam im nächsten Moment einen harten Dämpfer. Professor McGonagall hatte nämlich auf ihre Uhr geschaut und sagte mit strenger Stimme, „Dies ist eine wirklich gute Nachricht, Ms. Granger, doch ich denke, wir werden diesem Geheimnis ein anderes Mal auf den Grund gehen."
„Was?", entfuhr es Harry und sein Aufschrei hallte durch den Raum. Sofort blickte er leicht beschämt zu Boden. In seinem Kopf allerdings begann ein leichtes Unverständnis zu wachsen.
„Nun Mr. Potter, wir hatten eine Abmachung, einen Deal, wie es die Jugend so schön nennt. Und da die Uhr fast Zehn zeigt und wir noch einen kleinen Marsch vor uns haben, beenden wir unseren heutigen Ausflug. Morgen ist wieder Unterricht und keiner von ihnen sollte diesem unausgeschlafen beiwohnen."
Harry schaute Hilfe suchend zu Professor Styls und auch wenn dieser ebenfalls sehr interessiert auf die Pergamente in Hermines Hand starrte, so konnte er sich nicht gegen seine Chefin stellen. Wohl oder übel endete die Schatzsuche für heute und da die Direktorin mit Nachdruck darauf achtete, dass keiner ihrer Begleiter etwas von hier unten mitnahm, schwand bei Harry schließlich auch das letzte Quäntchen Hoffnung, heute noch etwas über die Schwestern zu erfahren. Und dem zu Folge fielen Harry und auch seine Freundin auch etwas frustriert wenig später in ihre Betten und brauchten noch etwas Zeit um einzuschlafen.
Am darauf folgenden Morgen allerdings dankte Harry der Direktorin im Stillen, denn als der erste Unterrichtsblock vorbei war und Professor Slughorn sie einen zweistündigen unangemeldeten Test absolvieren hatte lassen, da war der Gryffindor froh, dass er doch einige Stunden geschlafen hatte. Vielleicht wusste die Direktorin ja davon und hatte deshalb so gehandelt. Nichtsdestotrotz war Harry nach ihrem Besuch in der Kammer angespannt und wollte auch so schnell wie möglich dorthin zurück.
Allerdings musste dieses einige Tage warten, da er und seine Freundin auf gar keinem Fall allein dort runter durften und Styls und Professor McGonagall die kommenden Tage abends verschiedene Dinge wie Klausurenkontrolle oder Prüfungsvorbereitungen zu erledigen hatten. Folglich war der Gryffindor etwas frustriert und es bedurfte Hermine, die sich um ihren Freund kümmerte und dies auf ihre eigene, sehr angenehme Art und Weise.
„Können wir?", fragte Stephano Styls und bedachte seine beiden Schüler mit einem Lächeln. Harry nicke, auch wenn eine leichte Aufregung in seiner Brust brannte. Wieso nur kam es, das er immer so nervös war, wenn es darum ging, Hogwarts zu verlassen. Vielleicht lag es aber auch daran, dass er und Hermine so früh aufgestanden waren und seine Freunde noch in ihren Betten liegen durften, wie man es an einem Samstag erwarten konnte.
Doch dieses Glück war dem Gryffindor und auch seiner Liebsten nicht vergönnt, denn Professor McGonagall war hart geblieben und hatte darauf bestanden, dass, wenn Harry schon zu Gringotts wollte, - er hatte ihr nämlich nichts zum Zweck seines Besuchs gesagt - , dass er dies dann an einem schulfreiem Tage machte. So blieb nur der Samstag und da wiederum auch nur der Vormittag, denn auch in der Zaubererwelt gab es so etwas wie ein Wochenende. Dass die Direktorin dann auch noch darauf bestanden hatte, dass die beiden Schüler von Stephano begleitet wurden, war nun wiederum ein Glücksfall und so machten die drei sich auf den Weg in die Winkelgasse.
Im tropfenden Kessel angekommen, hieß es erst einmal frühstücken. Gringotts machte eh erst in einer halben Stunde auf und so entschieden sich die drei Besucher, ihren Mägen was Gutes zu tun. Toms Frühstück war weit über die Grenzen Londons bekannt und auch wenn Hogwarts Hauselfen selbst beim Frühstück Weltklasse waren, so wollten Harry und Hermine auch mal wieder etwas anderes probieren.
Gegen neun Uhr standen die Gryffindors schließlich vor den Toren von Gringotts und kaum dass sie das weiße, leicht windschiefe Gebäude betreten hatten, empfing sie auch schon einer der Kobolde und geleitete sie in Richtung der Büros, in denen meist die wichtigen Geschäfte abgewickelt wurden. In einem der Räume wartete dann zu Harrys Überraschung Direktor Sarrock auf sie und begrüßte seine Gäste recht herzlich.
„Ah Mister Potter, wie schön sie mal wieder in unserem Hause begrüßen zu dürfen. Ich hoffe doch, ihnen und ihrer liebreizenden Begleitung gut es gut?" Der alte Kobold schaute kurz zu Hermine und sah dann sein Gegenüber ein klein wenig prüfend an.
„Ja danke Direktor", erwiderte Harry mit einem Lächeln und half dann seiner Liebsten bei ihrem Stuhl. Styls grinste bei dieser Geste, doch er sagte nichts, sondern nahm ebenfalls Platz. Harry versuchte seiner Rolle ja nur gerecht zu werden, auch wenn er dies vor Sarrock nicht unbedingt gebraucht hätte. Der alte Kobold hielt nicht unbedingt viel davon, Menschen in eine Rolle zu zwängen, und einen Teenager schon gar nicht.
Als die Förmlichkeiten erledigt waren kam man schließlich zum Geschäftlichen und Harry, der sich in den letzten Tagen so seine Gedanken gemacht hatte, fragte den Direktor, was dieser so von den Vorstellungen Harrys hielt, oder ob er vielleicht Möglichkeiten sah, an die sie noch gar nicht gedacht hatten. Wichtig war Harry und seinem Lehrer nur, dass die beiden Vermögen so weit wie nur möglich dem Einflussbereich des Ministeriums entzogen wurden.
Der erste Gedanke, den Harry kurz nach dem Erhalt des Briefes gehabt hatte, war gewesen, die Verliese einfach zu versiegeln. Doch das wäre nur eine Kurzschlusshandlung geworden hatte Hermine zu ihrem Freund damals gemeint. Und auch wenn sich die Gryffindor nicht wirklich sehr gut im Finanzwesen der Zaubererwelt auskannte, und auch wenn sie bedachte, wem das Geld eigentlich gehörte, so war sie der Überzeugung gewesen, dass man das Gold irgendwie arbeiten lassen sollte.
Auch Professor Styls, den es in gewisser Weise ja am stärksten betraf, fand diese Überlegungen nicht schlecht. Allerdings überließ er das sich dazu äußern seinen beiden Schülern. Der Direktor wusste ja um die Rolle des Professors, doch da alles in Gringotts irgendwie protokolliert wurde, spielte er lediglich den Aufpasser für Harry Potter.
Zwei Stunden später war das Gröbste geschafft, wobei Harry der Kopf noch mehr rauchte als seiner Freundin und die neuen Geschäfte wurden mit einem kleinen Gläschen Cognac besiegelt. Die Ruhe und Gelassenheit im Raum wurde aber jäh gestört, als mehrere akustische Signale erklangen und diese Direktor Sarrock aufhorchen ließen. Keine zwei Minuten später kam auch schon ein Kobold ins Büro gestürmt und während er sich noch rasch in Richtung der Gäste verbeugte, sprudelte es auch schon in Koboldsprache aus seinem Munde.
Harry versuchte die Worte zu verstehen, doch versagte er dabei kläglich. Einzig, dass der Direktor immer wieder mal in seine Richtung schaute und sein Gesicht nachdenklich wirkte, bescherte dem Gryffindor das Gefühl, dass er nicht ganz unschuldig an dem ganzen Tumult war. Gab es vielleicht einen Angriff? Wussten die Todesser, dass er hier war? Wenn ja, musste er Hermine herausbringen.
Einige Sekunden später entspannte sich die Lage jedoch wieder, ebenso wie das Gesicht von Sarrock. Allerdings sah Harry, dass der Direktor mit seiner Hand irgendwas unter seinem Tisch tat und kurz darauf war ein Klacken rechts von ihnen zu hören. Die drei Gäste schauten überrascht zur Seite und bemerkten die bisher gut versteckte Tür im Bücherregal.
„Mister Potter, Harry, ich denke, sie sollten vielleicht einen Moment dort drüben warten und das folgende Beobachten, bevor sie sich entscheiden, was ihnen richtig erscheint."
Die Worte des Kobolds verwirrten ihn zwar ein wenig, doch er vertraute dem Direktor und somit verschwanden sie wenige Augenblicke später durch die Tür, welche sich im nächsten Moment als magischer herausstellte, als man es am Anfang hätte vermuten können. Denn während sie vom Büro aus den Anschein machte, ein Bücherregal zu sein, war sie von der anderen Seite aus völlig transparent und Harry fühlte sich wie in einem der Muggelfilme, wo die Polizei ihre Verdächtigen immer durch so einem komischen Spiegel beobachtete.
Stephano Styls stellte noch kurz so seine Vermutungen an, doch schon im nächsten Augenblick verstummte er, denn es kam Bewegung in Sarrocks Büro. Die Tür wurde nämlich durch einen seiner Mitarbeiter geöffnet und dann führten zwei Wachen jemanden herein, dessen wohl Ungewöhnlichstes seine Kleidung selbst war. Natürlich hatte Harry schon mal jemanden gesehen, der einen Turban und einen Umhang wie ein Scheich trug, doch hier in London passierte das nicht jeden Tag.
Wer der Mann war oder wie alt er war, nun das ließ sich nicht sofort erkennen. Harry bemerkte allerdings, dass sich der Fremde sehr bedacht bewegte und auch sonst einen sehr betagten Eindruck machte. Die Wachen hatten ihn schließlich an den Tisch des Direktors geführt und mit eindeutiger Geste daraufhin gewiesen, dass er sich setzen solle. Sarrock musterte seinen Gast nun eindringlich und fragte dann höflich, was er wolle und warum er im Geschäftsraum der Bank mit seinem Verhalten so weit gegangen war, dass die Sicherheitskobolde einschreiten mussten.
Harry war gespannt auf die Antwort des Fremden und umso überraschter über selbige. Der ältere Herr rieb sich nämlich plötzlich seine Hände, als hätte er Schmerzen und sagte mit einem doch sehr gebrochnem Englisch, „Weil ich ihn finden muss, Sir. Ich haben nicht mehr viel Zeit und ich spürte den Erben hier in ihrem Hause, Sir. Ich muss ihn um Vergebung bitten... ich muss Gryffindors Erben finden."
Harry nahm kaum die Hand von Hermine war, die ihn stützte, als seine Beine versucht waren nachzugeben. Allein schon die Erwähnung von Godrics Namen ließ den Gryffindor zusammen zucken. Ganz nah drückte er sich an die Scheibe, um mehr von dem Fremden zu erkennen, doch wirklich etwas sehen konnte er nicht. Dann schließlich erhob Direktor Sarrock sich, der vor allem auf das sich ständig die Hände reiben geachtet hatte, und schritt zu einem kleinen Schrank hinter sich. Dort holte ein Tablett mit Tee und fragte beiläufig.
„Nun Mister...?"
„Mein Name ist Abdul Salamon Kaschdir", erwiderte der Ältere sofort und entschuldigend, als wäre es ihm peinlich, dass er sich noch nicht einmal vorgestellt habe.
„Nun Mister Kaschdir, wie kommen sie darauf, dass Gringotts seine weitläufig bekannte Diskretion im Bezug auf ihre Kunden außer Acht lässt, zumal es sich bei der Person die sie suchen auch noch um einen besonderen Kunden der Bank handelt, und ihnen verrät, wo sie selbige finden können?"
„Aber ich muss ihn finden, Direktor. Ich habe nicht mehr viel Zeit und meine Gesundheit verschlechtert sich stetig."
Der Ton des Mannes war nun schon fast flehend und Harry tat es sogar ein wenig weh, ihn so zu sehen, da er spürte, dass der Mann im Umhang sonst eher ein erhabenes Auftreten vermittelte. Sein Blick ging daher zu Professor Styls und auch zu Hermine und Harry erhoffte eine Geste, die ihm sagte, was er tun sollte. Der Direktor von Gringotts hingegen schien genau zu wissen, was er wollte und nachdem er seinem Gegenüber einen Tee gereicht hatte, schickte er plötzlich die Wachen hinaus. Abdul sah dies mit leicht verwirrtem Blick und betrachtete den Kobold vor sich etwas verunsichert. Sarrock hingegen nahm nun wieder Platz, nippte an seiner Tasse und lies seinen Gast noch kurz zappeln.
„Nun Mr. Kaschdir, sie werden sicher verstehen, dass ich mir als Direktor von Gringotts absolut sicher sein muss, was ihre Intensionen angeht. Ich persönlich beobachte nämlich die Angelegenheiten des Hauses Gryffindor, da ich, sage wir mal, ein gutes Verhältnis zu ihm pflege und biete ihnen daher folgendes an. Sie erklären mir jetzt und hier ehrlich was sie von ihm wollen, sagen mir, warum ihnen so wenig Zeit bleibt und ich werde mich nach genauester Abwägung ihrer Geschichte mit Gryffindors Erben in Verbindung setzten."
Das Gesicht unter dem Turban hatte mit einem Male etwas Geschlagenes und es kam Harry so vor, als würde der alte Mann mit sich ringen. Schließlich aber strich er sich über seinen Nasenrücken, schien kurz in Richtung Himmel zu beten und begann mit müder, niedergeschlagener Stimme.
„Einverstanden Direktor. Doch darf das, was ich ihnen jetzt sage, niemals diesen Raum verlassen. Meine Familie könnte eine weitere Schande nicht vertragen. Doch um dies zu verstehen müssen wir weiter zurückgehen. Zurück in die Geschichte meiner Ahnen, meiner Väter und deren Vorväter, die nun schon seit fast tausend Jahren im Morgenland leben. Wir sind dort eine sehr angesehene Familie und unterhalten viele Beziehungen zu Zauberern anderer Länder. Doch der Gründer unserer Blutlinie selbst stammte nicht aus dem Orient. Nein, er stammte aus den nördlichsten Wäldern ihres Landes und er war einst ein Zauberer mit einer Mission, einer Aufgabe, die ihm und seiner Familie ein großes Vermögen und die Freundschaft einer anderen, sehr viel mächtigeren Familie einbrachte und die letztendlich seine Bestimmung wurde."
„Von was für einer Aufgabe sprechen wir hier?", fragte der Direktor. Und wenn er es nicht getan hätte, so wäre Harry aus dem Schrank gerannt und hätte sie selber gestellt, so sehr war sein Körper angespannt.
„Wir sprechen davon, dass vor fast tausend Jahren es hier in Schottland ein Ereignis gab, welches die hiesige Geschichte in niemals vorher da gewesener Art und Weise verändert hat und dass dieses Ereignis ein riesiges Geheimnis barg, ein Geheimnis, welches, sollte es aufgedeckt werden, und das von den falschen Leuten, die Geschichte der Welt erneut verändern könnte..."
„Und sie kennen dieses Geheimnis?", fragte Sarrock, wobei seine Stimme überrascht klang.
„Allah bewahre nein. Die Aufgabe meiner Familie, das Versprechen an den Erben bestand darin, dieses Geheimnis für immer zu bewahren und mein Vorfahr machte sich daher und mit der Unterstützung von Godrics Nachfahren auf, einen Weg zu finden, dass dies auch geschehen konnte. Godrics Urenkel überreichte meinem Ahnen vor seiner Abreise daher eine Kiste mit vielen Artefakten und geheimen Botschaften, die es galt, in den Weiten der Welt zu verstecken und meine Familie hielt ihr Versprechen für über siebenhundert Jahre."
„Und dann?", fragte Sarrock und seine Augen bohrten sich förmlich in die von Abdul.
„Kam es zu Unruhen in unserem Lande und Kriege wurden geführt. Dabei erlitt meine Familie nicht nur den Verlust einiger Söhne. Nein, viel schlimmer, Teile der uns anvertrauten Schätze wurden geraubt und verschleppt. Meine Familie lebte seit dieser Zeit in Schande und versucht seit damals, den Schaden wieder gut zu machen. Generationen von Söhnen haben die Welt durchsucht, haben Länder bereist, um die verlorenen Artefakte und Schriftrollen wieder zusammen zu bringen. Doch am Ende wir haben versagt und nun stehe ich als letzter meiner Blutlinie hier, um Vergebung für unser Scheitern zu erbitten."
„Scheitern?", fragte Sarrock und musterte den alten Mann vor sich.
„Ja Direktor scheitern. Ich habe versagt, habe die letzten Teile, die wichtigsten Puzzlestücke nicht finden können und durch einen Unwillen der Natur, vielleicht ja sogar eine göttliche Strafe, war es mir nicht vergönnt, Söhne in die Welt zu setzten, welche diese Aufgabe fortführen."
„Ich verstehe", sagte der alte Kobold und nippte erneut an seinem Tee. „Ehre und Familie sind in ihrem Lande ein sehr hohes Gut. So viel habe ich nun verstanden..."
„Und ich auch..." Harry hielt es nicht mehr in seinem Versteck aus und betrat das Büro wieder. Hinter ihm folgten Hermine und Professor Styls und alle drei schauten nun in das erstaunte Gesicht des Arabers.
„Was? Wie? Direktor, sie habe mir ihr Wort gegeben, dass..."
„Und er hat es nicht gebrochen, Mister Kaschdir. Mein Name ist Harry Potter und ich bin der Nachfahre von Godric Gryffindor." Versuchte Harry den Mann sofort etwas zu beruhigen. Allerdings wurde dessen Gesicht mit einem Male immer überraschter und mit leicht trockener Stimme fragte er.
„Harry Potter? Der... der Junge, der den Angriff auf den Unsäglichen überstanden hat? Er... ich meine du bist der Erbe? Aber das geht doch nicht? Ich meine, die Potters... Satanus Potter... er... er hat... er war am Diebstahl beteiligt..."
Harry musste den alten Mann wohl mit einem etwas sonderbaren Blick angesehen haben. Jedenfalls wich plötzlich jegliche Farbe aus dem vorher sonnengebräunten Gesicht. „Oh verzeiht, Sir. Ich wollte euch und eure Familie nicht beleidigen." Das Haupt von Mr. Kaschdir senkte sich demütig, da er ja eigentlich Harry um Vergebung bitten wollte und nun fast das ganze Gegenteil erreicht hatte. Dies war nun der Punkt, wo es Harry wiederum reichte. Er wollte nicht, dass Leute vor ihm knieten und schon gar nicht, wenn sie sein eigener Großvater sein könnten. Rasch ging er zu Abdul und legte seine Hand auf dessen Schulter.
„Mr. Kaschdir, bitte stehen sie auf", sagte er nun selbst ein wenig bittend. „Sie brauchen sich keine Sorgen machen. Es sind Jahrhunderte vergangen seit mein Urahn ihre Familie auf ihre Mission geschickt hat. Die Zeiten haben sich geändert und Wissen ist verloren gegangen. Wissen, welches uns heute jedoch behilflich sein könnte und daher wendet sich die Familie Gryffindor einmal mehr an sie und hofft, dass sie ihr helfen können."
„Helfen, Mr. Potter? Wie?", fragte Abdul Kasch´dir überrascht und auch ein wenig glücklicher.
„Nun, sie könnten uns alles sagen, was sie über das Geheimnis wissen, damit wir es wieder beschützen können. Voldemort selbst hat es wahrscheinlich darauf abgesehen und jeder Hinweis könnte uns helfen, dass er es niemals schafft, es zu lösen."
Der alte Araber schaute den jungen Mann vor sich musternd an und auch Hermine und Professor Styls wurden unter die Lupe genommen. Dann schien er lange in Gedanken zu gehen und als er sich wieder rührte, sagte Mr. Kaschdir, „Sie haben Recht, Mister Potter. Doch so einfach ist es nicht. Ich kenne das, was hinter dem Geheimnis steht nicht. Alles was unsere Familie ist und war, waren die Bewahrer der Hinweise. Es handelt sich dabei um Niederschriften und vereinzelte Artefakte."
Der alte Araber sah, wie sich die Mundwinkel des Schwarzhaarigen enttäuscht nach unten bogen. Daher sprach er auch schnell weiter und meinte, „Doch das heißt nicht, dass ich ihnen nicht helfen kann oder werde. Es dauert nur einige Tage Zeit, in der ich mich in meine Heimat aufmache, um das zu holen, was ich beschützen und wieder finden konnte."
„Wirklich?", fragte Harry und der alte Mann nickte und somit war es beschlossen. Abdul Kasch´dir kehrte in den Orient zurück und würde das gryffindorsche Geheimnis zu ihnen bringen. Harry fiel ein Stein vom Herzen und als Kaschdir den Raum verlassen hatte, meldete sich auch schon Stephano Styls zu Wort. Er hatte nämlich auf seine Uhr geschaut und meinte, dass es vielleicht Zeit wäre, wieder zum eigentlichen Grund ihres Besuches zu kommen.
Eine halbe Stunde später war dann alles geklärt und man verabschiedete sich von Direktor Sarrock. Wieder in der Winklegasse wandte sich Harrys Professor plötzlich an seine beiden Schüler und sagte, „Harry, ich weiß, dass Minerva wollte, dass ich euch nicht aus den Augen lasse, doch dann wiederum wollte ich die Gelegenheit hier in London zu sein auch nutzen, um noch einen kleinen Weg zu erledigen."
„Gehen sie ruhig, Professor. Wir kommen schon zurecht." Erwiderte Harry schnell und das Gesicht seines Lehrers hellte sich auf. Dann aber schienen ihm doch Zweifel zu kommen und er zögerte. Harry bemerkte dies und setzte hinterher. „Wir können uns ja im Muggellondon treffen. Ich werde mit Hermine beim Italiener warten. Ich glaube gleich zwei Straßen vom Tropfenden Kessel entfernt befindet sich einer."
Styls schien das alles abzuwägen und es bedurfte noch dem Hinweis Harrys, dass er im Notfall mit Hermine weg teleportieren konnte, dass der Mann sich letztendlich durchrang. Schließlich aber schenkte Styls seinem Schüler ein kurzes dankbares Lächeln und ihre Wege trennten sich. Hermine sah ihren Freund nun leicht fragend an. Doch der Schwarzhaarige meinte nur rasch, dass es Zeit fürs Mittagessen sei. Unterstützt wurde seine Aussage durch ein leichtes Knurren in seinem Bauche und somit machten sich die beiden Schüler auf den Weg in Richtung Ausgang der Winkelgasse.
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