Kapitel 84

Kapitel 84

Augenblicklich hatte nicht nur der Professor seinen Zauberstab zur Hand, nein, auch Hermine und Harry machten sich bereit und schauten sich alarmiert um. Alle drei hatten nur einen Gedanken, eine Frage im Kopf. Wer war hier? Wer war im Schloss? Voldemort? Nein, dann würde es hier anders aussehen und die Ravenclaw nicht so zielstrebig in Richtung Großer Halle rennen. Scrimgeour konnte es auch nicht sein, soviel hatte Harry schon mal rausgefunden. Der Bann galt lebenslänglich.

Schließlich waren Harry, Hermine und Styls vor der Tür zur Großen Halle angekommen und sahen sich nachdenklich an. Was sollten sie tun? Hineinstürmen, ihre Freunde befreien und es mit einer nicht bekannten Zahl Angreifer aufnehmen? Die Antwort auf ihre Fragen kam in Form von Professor Flitwick. Der kleine Professor für Zauberkunst kam nämlich gerade durch das Portal und er wurde immer aufgeregter, als er seine Schüler und seinen Kollegen, insbesondere aber Harry sah.

„Oh schön, dass ihr zurück seit. Wir warten schon alle auf sie, Mr. Potter" Die Anspannung und Freude bei Flitwick schien immer größer zu werden. Er reagierte nicht einmal auf die Frage des Gryffindors, wieso sie gerade auf ihn warteten. Vielmehr schien der Halbkobold, dem Harry nun auch rasch die Grüße seines Vaters überbrachte, ihn und seinen Sachen zu mustern. Letztendlich schüttelte Professor Flitwick seinen Kopf leicht und murmelte, dass Harrys Kleidung nicht ganz passend sei.

Der Schwarzhaarige schaute an sich hinunter und fand, dass seine dunkle Lederhose und das Sweatshirt durchaus passend waren für einen Samstagnachmittag. Doch bevor Harry dies auch zum Ausdruck bringen konnte, hatte der Hauslehrer von Ravenclaw seinen Zauberstab gezückt und auf Harry gerichtete. „NEIN", rief Harry noch musste dann aber sehr schnell handeln, sonst wäre sein Lehrer extrem hart gegen eine Wand geschlagen. Drachenleder und Acrumantulaseide verwandelte man nun mal nicht einfach so. Schon gar nicht, wenn der Träger selbiger es nicht will. Flitwicks gesamte Energie, die er in den Verwandlungszauber gelegt hatte, war auf ihn zurück geprallt und hatte den kleinen Kerl quer durch die Luft gewirbelt.

Zum Glück gehörten Harrys Reflexe zu den Besten und so setzte er seinen Lehrer zwei Sekunden später vorsichtig wieder auf den Boden. Professor Flitwick schaute den Gryffindor mit großen Augen an und starrte dann auf seine Kleidung. Ein leichter Rotschimmer zierte kurz darauf sein faltiges Gesicht und er sagte entschuldigend, „Oh oh, magische Stoffe. Wie konnte ich das übersehen. Viele Dank, Mr. Potter, dafür, dass sie so schnell gehandelt haben. Ich denke fünf Punkte für Gryffindor sind angemessen."

Hermine und Professor Styls grinsten, während Harry sich nun direkt an den kleinen Lehrer wandte und fragte, „Professor, was ist denn nun eigentlich hier los und warum wollten sie meine Sachen verwandeln?"

„Nun Mister Potter", begann Flitwick wieder um einiges aufgeregter. „Sie haben Besuch, hohen Besuch" und er deutete auf die Große Halle. Harry bekam ein ungutes Gefühl und schielte in Richtung Tür und bevor er weiter reagieren konnte, wurde er auch schon zu selbiger gedrängt. Das Portal letztendlich passiert, verstummten jegliche Gespräche in der Halle und sämtlich Köpfe drehten sich in seine Richtung. Oh, wie Harry das hasste und so stöhnte der Gryffindor mehr als nur genervt auf. Als sein Blick dann auch noch durch die Halle wanderte und schließlich auf etwas goldenem hängen blieb, war seine Stimmung an der Schwelle angekommen, wo er aus der Halle rennen und sich im Gryffindorturm verschanzen wollte.

Seine Augen trafen auf die einer ihn wohlbekannten älteren Dame, die inmitten einer Gruppe von Lehrern und Auroren stand und die nur auf ihn zu warten schien. Harry stöhnte erneut, diesmal etwas leiser und es war die Hand von Hermine, welche ihm die Kraft gab, nicht aus dem Raum zu rennen. Andernfalls wäre dies natürlich ein Riesenaffront gewesen, denn schließlich handelte es bei der älteren Dame um die Queen persönlich. Nicht dass Harry was gegen die Monarchin hatte, nein, er mochte sie sogar und auch ihre Enkel. Doch dass sie heute hier war, und dann auch noch in Begleitung mehrere Auroren und Leuten die aussahen, als wären sie von der Presse, das war es, was dem Gryffindor die Laune vermieste. Schließlich aber faste Harry sich ein Herz und schritt langsam, und unter den Blicken seiner Mitschüler, in Richtung Königin und fragte sich, was sie so überraschend hier wollte.

Auf dem Weg kam ihm Kingsley entgegen und lächelte. „Na Held der Nation, alles klar?" Harry verstand nur Bahnhof und fragte leise, was dies hier alles sollte. Kingsley atmete kurz durch und begann zu erklären. „Oh dumme Sache Harry. Scheinbar haben einer oder auch zwei unserer Auroren ein wenig beim Beseitigen der Spuren im Palast geschlampt und so ist doch ein wenig von dem durchgesickert, was vor kurzem in London passiert ist. Dein Name kam ins Spiel, der Prophet bekam davon Wind und auch manche Muggelzeitungen haben sich ihre Story daraufhin zurecht gelegt."

„Und nun?", fragte Harry und es schien sich eine Hand um sein Herz zu legen. Jedenfalls verkrampfte er sich ein wenig, denn wenn der Prophet im Spiel war konnte es nicht gut enden.

„Nun ja, Harry, den Muggelzeitungen hat man etwas hingeworfen, dass besagt, dass du, als die Heizung explodiert ist, gerade mit der Königin ein Gespräch hattest und sie und ihre Enkel dann heldenhaft in Sicherheit gebracht hast. Beim Propheten verhält es sich ähnlich, nur konnten wir die Sache mit der Heizung nicht benutzen und so kam unser aller Freund Rufus auf eine Idee und hat einem Reporter erklärt, dass er dir persönliche einen Notfallsportschlüssel des Ministeriums gegeben hatte, welchen du bei der Rettung benutzt hast."

„Er hat was?", fauchte Harry und schon lag noch mehr Aufmerksamkeit auf ihm. Kingsley nickte und kurz darauf standen sie auch schon vor der Gruppe mit der Königin. Die alte Monarchin schaute den jungen Mann vor sich an und lächelte. Hinter ihr standen dann auch die beiden Prinzen Harry und William, wobei letztere so aussah, als wäre er gerade erst zur Gruppe gestoßen. Nun wurde Harry auch klar, warum die Ravenclaw im Gang so aufgeregt war, denn es war ein offenes Geheimnis, dass gerade sie eine sehr enge Brieffreundschaft mit dem Thronfolger hegte.

„Wie es aussieht, Harry, treffen sich unsere Wege doch schneller, als wir beide es vielleicht erwartet haben. Ich hoffe es geht dir gut?"

Harry verbeugte sich vor der Queen, wie es das Protokoll verlangte, Hermine machte einen Knicks und dann antwortete der Gryffindor leise, „Ja danke, alles ist in Ordnung, eure Majestät."

„Das ist schön zu hören, Harry. Doch sicher fragst du dich, warum ich heute hier bin?"

Harry nickte leicht und wandte kurz seine Augen von der Königin ab. Er schaute fragend zu Professor McGonagall, doch was er erblickte, verwirrt ihn noch mehr. Irgendwie schienen die Augen der alten Hexe zu strahlen und zwar voller Stolz. Was war denn nun schon wieder los? Bevor sich der Gryffindor jedoch mit dieser Frage beschäftigen konnte, sprach die Queen auch schon weiter.

„Nun Harry, mein Besuch hat nicht nur Sehnsucht nach Hogwarts als Grund. Nein, es gibt auch gesellschaftspolitische Gründe. Allerdings sind sie in meinen Augen freudiger Natur und daher finde ich auch, es ist ein durchaus angenehmer Anlass für meinen heutigen Besuch."

„Ein freudiger Anlass?", fragte Harry knapp und musste kurz darauf erkennen, dass es besonders der Direktorin missfiel, dass er die Königin unterbrochen hatte. So etwas machte man einfach nicht.

Elizabeth II lächelte jedoch nur milde und erwidert, „Ja Harry, ein freudiger Anlass. Doch ich denke, vielleicht errätst du ihn, wenn ich dir sage, dass unser Freund Mister Blair in den letzten Tagen bei mir war und mir seine neuste „Honours List" unterbreitet hat."

Harry schaute die Königin immer noch fragend an, während seine Freundin leicht die Luft einsog und Harrys Hand fest umfasste. Krampfhaft durchforstete Harry seinen Geist nach einer Antwort. Doch die Königin war schneller. Sie wandte sich nunmehr nicht mehr nur an ihn und auf ein Nicken hin, kam Bewegung in Professor McGonagall. Was die alte Hexe jedoch tat, das bekam Harry nicht mehr so ganz mit, denn die Queen stellte sich nun direkt vor ihn und sagte mit etwas gedämpfter Stimme.

„Und da ich und auch meine Familie, da wir uns noch nie so wirklich bedankt haben, für das was sie getan haben, habe ich mich persönlich mit der Liste beschäftig und einen meiner engsten Vertrauten damit beauftragt, eine Rechtfertigung zu finden, warum man sie auf der Liste erwähnt hat. Das Protokoll ist nämlich in diesem Falle sehr streng und solche Entscheidungen müssen untermauert sein..."

Harry hörte zwar den Worten der Königin zu. Doch sein Mangel an Wissen über diese Honours List, und die fehlende Möglichkeit Hermine zu fragen, ohne dass er sich blamierte, ließen den Gryffindor nur dastehen und sich dem Folgenden zu ergeben.

„... und mein Sekretär hat etwas gefunden", fuhr die Königin nun mit deutlich lauterer Stimme fort. „Daher knien sie nieder Harry Potter." Der Gryffindor schaute nun leicht schockiert ins Gesicht der Königin, kam der Bitte jedoch nach und nur wie durch einen Schleier nahm er noch wahr, wie Professor McGonagall der Queen das Schwert von Godric Gryffindor reichte. Die nächsten Worte würden sich wohl auf ewig in sein Gedächtnis brennen, hallten sie doch durch die ganze Große Halle.

„Harry James Potter, vor fast dreihundert Jahren wurde ihr Urahn, Lord Satanus Potter durch seinen mangelnden Respekt vor dem Besitz andere verurteilt und er fiel vor der Krone in Ungnade. Der damalige König erkannte ihm seinen Status als Lord ab, bis zu dem Augenblick, wo er oder seine Familie, also die Potters, wieder als würdig befunden wurden, eine ehrenwerte Familie zu sein. Nun Harry James Potter, die Zaubererwelt mag andere Maßstäbe haben, als die der nichtmagischen Menschen und beide Welten mögen voreinander getrennt sein, doch gehören sie auf dieser Insel dem britischen Königreich an. Nun, ich bin die Königin und damit die oberste Macht. Aus diesem Grunde gebe ich euch und damit eurer Familie mit dem heutigen Tage euren Titel in der nichtmagischen Welt, mit allem was damit verbunden ist, zurück. Erhebt euch also Sir Harry James Potter."

Der Gryffindor spürte wie sich das Metall des Schwertes über seinem Kopf bewegt, allein es fehlte noch der Glaube. Und nur ganz leise nahm er den Jubel seiner Mitschüler und den Beifall war. Hermine schaffte es schließlich ihren Freund in die Realität zurück zu holen und zwar mit einem langen Kuss, der den Lärmpegel noch mehr anhob. Die nächsten Minuten musste Harry fast über hundert Hände schütteln und seine besten Freunde umarmten ihn stürmisch.

Die Königin sah dies mit einem Lächeln und vergaß einfach mal das Protokoll und dass ja eigentlich sie die Hauptperson im Raum war. Hogwarts war nun mal eine ganz andere Welt und es machte ihr Spaß, die ganzen Kinder und Jugendlichen zu beobachten. Dabei fiel ihr auch auf, dass ihr Enkel William schon wieder aus ihrem Blickwinkel verschwunden war, genauso wie einige der Mädchen. Und er war da nicht der einzige. Nein, auch Prinz Harry war weg und Elizabeth II beschlich die Vermutung, dass ihr zweiter Enkel gerade auf dem Weg war, mit Harry Potters bestem rothaarigen Freund, das Quidditchfeld unsicher zu machen.

‚Ach sollen die Beiden doch einfach mal ihren Spaß haben. Das Leben im Palast und der frühe Tod ihrer Mutter macht ihnen ihr Leben schon schwierig genug.' Mit diesen Gedanken wanderte ihr Blick wieder zu ihrem Lieblingsgryffindor und Grund ihres Besuches und die alte Monarchin bedauerte den Jungen sogar gerade ein wenig, da sich nun die Presse auf ihn gestürzt hatte. Der junge Zauberer machte seine Sache jedoch ziemlich gut, beantworte kurz zwei drei Fragen und verschwand dann schnurstracks aus der Großen Halle.

Der Queen selbst nutzte die kleine Ablenkung von ihrer Person und gesellte sich zu Direktorin McGonagall und dem schwarzen Auroren. Sie hatte herausbekommen, dass die Beiden zu einer besonderen Gruppe von Zauberern gehörten, die sich der Orden des Phönix nannten und aktiv gegen den dunklen Lord kämpften. Vielleicht würde sie von ihnen ein wenig mehr erfahren, als von ihrem eigenen Premierminister. Anfangs war Minerva McGonagall etwas überrascht vom Interesse der Königin gewesen, doch dann zogen sich die drei etwas zurück und tauschten Informationen aus. Auch wurde beschlossen, dass die Königin noch bis zum Abendessen blieb. Elizabeth hatte jedoch daraufhin bestanden, dass es nichts Extravagantes gab. Sie konnte ja nicht ahnen, wie und mit welchen Speisen das tägliche Abendmahl in Hogwarts abgehalten wurde.

„Wieso immer ich?", fragte Harry leicht verzweifelt, als er durch das Portrait der fetten Dame in den Gemeinschaftsraum klettert.

„Ich weiß nicht, mein Lord", erwiderte Hermine mit einem Grinsen im Gesicht und Harry funkelte seine Freundin daraufhin an. „Hör auf damit, Hermine", sagte er und ließ sich auf seinen Lieblingssessel fallen.

„Womit, mein Lord?", striezte Hermine weiter und machte sogar einen kleine Verbeugung vor ihrem Liebsten. Harrys Funkeln wurde noch intensiver und die grünen Augen blitzten sogar ein wenig auf. „Du weißt genau, was ich meine, Hermine" erwiderte der Gryffindor und als seine Freundin das nächste Mal das Word „LORD" sagte, schnappte er sie und pinnte sie an der Wand neben dem Kamin fest. Der Lockenkopf begann zu lachen und meinte, „Ach komm schon Harry. Du weißt selbst, dass die Königin sich nur bedanken wollte. Du hast ihr schließlich das Leben gerettet."

„Ja aber... aber... Hermine alle da unten in der Halle, die Slytherins, ich hab nun keine ruhige Minute mehr, wenn das rauskommt."

„Oh, das kommt bestimmt raus, Harry." Erwiderte Hermine und genoss die feste Umarmung ihres Freundes. „Der Prophet wird dafür schon sorgen. Und was die Slytherins angeht, vergiss sie einfach. Denk lieber daran, was für Möglichkeiten sich dir nun eröffnen. Vielleicht wird es dir mal nützlich sein, wenn Scrimgeour mal wieder denkt, er müsste dich benutzen."

Harry schaute seine Liebste an und ließ ihre Worte etwas sacken. Dann aber kam ihm in den Sinn, wie und wo sie beide sich gerade befanden und seine Lippen suchten geradlinig ihren Weg auf die von Hermine. Beide versanken in einen langen Kuss und es begann zwischen ihnen zu knistern. Nun ja, so lange, bis eine „Hmm hmm" von der Tür her, die Zwei auseinander brachte und dieses Mal Hermine die Verlegene mimte.

Damion konnte es sich einfach nicht verkneifen und grinste nun übers ganze Gesicht. Dann beglückwünschte er Harry noch mal herzlich zu seinem neuen Titel und meinte dann, dass er von seinem Vater geschickt wurde, um Harry ins Büro der Direktorin zu bringen. Das Pärchen schaute sich an und Damion verbesserte sich. Auch Hermine konnte, sofern sie wollte, mitkommen. Worum es allerdings ging, sagte Professor Styls Sohn nicht.

Den Gemeinschaftsraum hinter sich lassend, und stets darauf bedacht jedem Mitschüler aus dem Weg zu gehen, machten sich die Drei auf den Weg zum Büro der Direktorin. Unterwegs fragte Damion, was denn so alles in London passier sei und Hermine erzählte ihm von ihrem Besuch bei Blaise Vater. Harry hörte nur zu und erinnerte sich daran, dass er dem ehemaligen Slytherin und seiner Schwester noch schöne Grüße bestellen sollte. Allerdings bemerkte der Gryffindor während sie so gingen anhand von Damion Gesicht, dass sein Freund nicht wirklich an gerade diesem Thema interessiert war, sondern, dass der Braunhaarige wohl eher wissen wollte, was bei Gringotts so anstand.

„Hermine", sagte Harry daher. „Ich denke, Damion will viel lieber wissen, was unser Trip zu Gringotts ergeben hat." Die Gryffindor schaute ihren Freund überrascht an und bedachte danach Styls Sohn mit einem fragenden Blick. Sie bemerkte, dass Damion nickte und meinte dann, dass dies wohl eher Harrys Aufgabe war, es zu erzählen. Somit wandte sich der Kopf von Ginnys Freund in Richtung Harry und dieser begann, nachdem er sich vergewissert hatte, dass keiner in der Nähe war, zu erzählen.

„Also Damion, wie du ja weißt, sind wir heute bei Gringotts gewesen, um die Erbschaften von Snape und von Draco Malfoy zu regeln..." – Harry vermied bewusst das Wörtchen „DIR", denn Hogwarts hatte nun mal Ohren. – „... dabei mussten wir feststellen, dass der gute Lucius Malfoy wenn es um sein Geld ging, ein kleines Genie darstellte. Sämtliche Gelder arbeiteten schon irgendwie, jedoch alle in Firmen und Beteiligung, die ich sofort persönlich nicht für gute halten konnte."

„Nicht für gut halten?", fragte Damion und zog ein wenig die Augenbraue hoch.

„Na ja Damion, du weißt schon", sagte Harry rasch. „Firmen halt, die sich mit gefährlichen Dingen beschäftigten. Firmen, wie Schlangenfarmen zur Giftgewinnung oder Einhornfarmen in Ländern, wo das Einsperren dieser Tiere noch nicht verboten war. Und dann habe ich Gringotts angewiesen sich auch noch mit den anderen Investments zu beschäftigen, um etwaige verschleierte Sachen herauszufinden. Die Kobolde meinten, sie bräuchten dafür eine Woche und wenn ich die Aufstellung habe, können wir sie uns ja gemeinsam anschauen."

Damion schaute Harry zum Teil überrascht, aber auch leicht nachdenklich an. Noch nie musste er sich mit solchen Dingen beschäftigen. Doch wenn der ganze Krieg einmal vorbei war, so hatte es ihm Harry schon angekündigt, würde er auf alle Fälle irgendwann das Erbe des Blutes in seinen Adern antreten müssen. Bis dahin war aber noch etwas Zeit und außerdem hatten sie den Wasserspeier erreicht. Der Gargoyle gab auch gleich den Weg frei und somit stand dem Treffen mit der Direktorin nichts mehr im Weg.

„Oh, schön dass sie kommen konnten, Mister Potter", sagte Professor McGonagall und bot ihm und seinen Freunden einen Platz an. Im Büro waren allerdings nicht nur die Direktorin, sondern auch die Queen, Professor Styls und Kingsley. Sie alle schienen sich schon ein wenig unterhalten zu haben und es sah so aus, als war das kleine Treffen auf Wunsch der Königin zustande gekommen. Die Monarchin wollte offenbar wissen, wie der Stand im Krieg mit Voldemort war, da ihr Premier kaum mit Informationen herausrückte. Kingsley nahm den Minister jedoch in Schutz und meinte, dass dies allein die Schuld von Rufus Scrimgeour war und seiner Politik des Schweigens.

Man konnte sehr deutlich heraushören, wie dies dem alten Auroren missfiel, doch dagegen konnte er nichts tun und ohne Job war er bei weitem eingeschränkter im Kampfe gegen die Todesser. Letztendlich brachte man die Königin auf den neuesten Stand, ließ aber die ganze Sache mit den Horkruxen und den Schwestern des Lichtes weg. Die Queen bedankte sich für die Offenheit und dann war es auch irgendwann Zeit für das Abendessen. Allerdings bat Professor Styls beim Verlassen des Büros darum, das Harry, seine Freundin und auch Damion zusammen mit Ginny heute nach dem Abendessen noch zu ihm in sein Quartier kamen. Das Gleiche galt auch überraschenderweise für die Direktorin und Harry vermutete daher, dass sie sich ein wenig über das Treffen mit dem bisher unbekannten Araber unterhalten wollten.

„Oha, hast du das Gesicht der Königin gesehen? Ich glaube McGonagall brauchte eine ganze Weile, um ihr zu erklären, dass es jeden Abend hier im Schloss so ein Festessen gab."

Harry musste immer noch leicht grinsen, als er an das Gesicht der alten Monarchin zurückdachte und dann erst der Blick, welchen sie der Direktorin zuwarf. Dabei war es wirklich nichts Besonderes gewesen, was sie heute zum Essen hatten. Allerdings verwarf der Gryffindor dieses Gedanken sogleich wieder, denn er wollte auf gar keinem Falle das Wirken und die Arbeit der Hauselfen beleidigen.

Vor den Quartieren der Lehrer angekommen erkannten Harry und Hermine, dass sie fast die Letzten waren und dass Professor Styls gerade dabei war, seine Gäste herein zu bitten. Die Gryffindors schlossen sich der kleinen Gruppe an und stellten beim Betreten des Raumes fest, dass sich im Zentrum ein runder Tisch mit Getränken, etwas zu knabbern und eine nicht minder überrascht dreinblickende Emily Stormfire befand.

Harry führte seine Freundin an den Tisch und schaute fragend zu Damion, der gerade Ginny einen kleinen Kuss auf die Wange drückte. Dann wanderte der Blick des Gryffindors aufmerksam durch den Raum, auf der Suche nach Hinweisen, warum sie heute hier waren. Allerdings fand der Schwarzhaarige nichts und sah deshalb zu seinem Professor, der nun jedem ein Glas Rotwein einschenkte. Die Direktorin wollte zwar protestieren, da die ja auch ein paar Schüler einschloss, doch Damions Dad hob nur die Hand und ließ die alte Hexe verstummen. „Nein Minerva, heute nicht, denn dass ihr alle hier seid, hat einen Grund."

Harry schaute den Mann vor sich nun ein wenig skeptisch an, zumal er aus dem Augenwinkel bemerkte, wie Damions Augen leicht überrascht an Größe zunahmen. Was hatte Styls vor? Wollte er die Direktorin und Emily in sein größtes Geheimnis einweihen? Das konnte doch nicht sein. Das hätte er doch schon damals tun können und Harry wäre nicht gezwungen gewesen, der Direktorin das Gedächtnis zu verändern. Styls schien aber ganz was anderes vorzuhaben. Er stand nämlich auf und schritt langsam durch den Raum.

„Ihr alle seid heute hier, da ihr, wenn man es so nennen will, die Personen seid, die ich gern als meine Familie bezeichne. Ja, ich weiß Minerva, du bist meine Chefin. Oder ihr zwei, Harry und Hermine, seid meine Schüler. Und doch hat sich in den letzten Monaten und auch in den Zeiten früher, wo ich in Hogwarts war ..."- Er blickte nun direkt zur Direktorin. –„... so etwas wie ein Band des Vertrauens aufgebaut. Und weil dies so ist, weil ich eure Anwesenheit so schätze, solltet ihr auch als Erste Etwas erfahren, was mir seit dem Beginn des Schuljahres auf der Seele brennt."

Die sechs Personen schauten nun überrascht auf den sonst so locker aufgelegten Professor, denn seine Anspannung war überdeutlich. Einzig Harry war sich sicher, dass gleich die Bombe platzen würde und er war schon gespannt, wie wohl Emily und auch die Direktorin reagieren würden? Insgeheim hoffte der Gryffindor ja, dass sie es auch so gut wie Hermine aufnahmen. Doch dann wiederum verband ja insbesondere Professor McGonagall und den verblichenen Albus Dumbledore ein sehr starkes Band. Dem zu Folge hörte Harry nun genau hin, welche Worte Styls verwendete und seine Augen kamen immer weiter aus ihren Höhlen.

„Das was ich heute vorhabe, was ich sagen will, wird meine Zukunft mit Sicherheit verändern. Ihr alle kennt ein wenig meine Vergangenheit. Ihr kennt die Geschichten um meine Expeditionen nach alten Artefakten, kennt die Story zu meinen Schatzsuchen. Ja, mein eigener Sohn war bei nicht wenigen dabei und doch habe ich den größten Schatz erst hier in Hogwarts wiedergefunden. Wiedergefunden Werdet ihr jetzt sagen. Ja, denn ich hätte ihn schon so viel früher haben können, wenn meine Jugend und mein Fehlen an Weisheit nicht gewesen wäre. Doch nun weiß ich, worauf es im Leben ankommt und daher ..."

Harry und seinen Freunde bemerkten, wie Styls in seinem unruhigen Gang stoppte, dies genau vor Emily Stormfire tat und dass er plötzlich etwas aus dem Umhang holte. Danach ging er auf die Knien und sagte mit hoffender Stimme,

„Emily Martinique Stormfire, du würdest mich damit zum glücklichsten Mann auf Erden machen... ich liebe dich über alles und daher frage ich dich... WILLST DU MICH HEIRATEN...

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