Kapitel 85
Die Reaktionen auf Professor Styls Frage hin konnten unterschiedlicher nicht sein. Die Direktorin schaffte es lediglich, wie Harry auch, mit überraschtem Gesicht auf das Paar zu starren. Hermine und Ginny bekamen einige Tränen ins Auge, der Lockenkopf hielt die Hand ihres Freundes ganz fest und murmelte was von „oh wie süß". Und Damion schoss den Vogel ab. Nun, er hätte ihn abgeschossen, wenn sich einer in die Schussbahn seines Rotweins verirrt hätte.
Der Gryffindor war nämlich gerade dabei gewesen einen tiefen Schluck Wein zu nehmen, als sein Vater auf die Knie ging, das kleine samtbezogene Kästchen hoch hielt und um die Hand von Ems anhielt. Allerdings ging keiner der Anwesenden auf das Husten des Braunhaarigen ein, denn viel zu gespannt war man auf die Antwort der jungen Lehrerin. Emily brauchte noch einige Sekunden, doch dann fiel sie ihrem Liebsten um den Hals und sagte immer wieder überglücklich „Ja ich will".
Es war dann schließlich die Direktorin, welche ihre beiden Kollegen mit einem „Hm Hm" beim küssen unterbrach, doch nicht, weil sie es nicht guthieß. Nein, Minerva McGonagall, die sich schon früher über das Paar, schon in Emilys Schulzeit, amüsiert hatte, wollte die Erste sein, die Stephano zu seinem Mut und dem damit einhergehenden Schritt gratulierte. Sie reichte dem Lehrer für VgddK die Hand, doch Damions Dad nahm diese gar nicht, sondern umarmte seine Chefin. Emily tat dies auch und dann waren die Schüler dran. Hier war Damion der Erste und als man sich schließlich etwas beruhigt hatte, kam natürlich die logische Frage, wann die Hochzeit sein sollte und ob sie hier in Hogwarts heiraten wollten.
„Immer ruhig", sagte Stephano Styls zur Direktorin. „Wir haben noch keinen Termin und es drängt auch nicht, wenn es das ist, was du befürchtest, Minerva."
Harry schaute nun verwirrt zwischen den beiden hin und her und bemerkte den leichten Rotschimmer im Gesicht der alten Hexe. Was meinte Styls nur damit? Als Harry aber sah, dass der Blick der Direktorin, welcher kurz auf Emilys Bauch lag, wieder nach oben ging und sie strahlte, nun, da wurde es dem Gryffindor klar und leicht verlegen drehte er sich weg.
Die nächsten Minuten gab es eine kleine Aufspaltung im Raum, denn während sich Professor Styls mit Harry und seinem Sohn unterhielt, brach bei den Damen des Raumes ein wahrer Fragensturm los, bei dem sich Harry sicher war, er würde nicht mal ein Drittel wiederholen können. Nein, die Männer blieben da viel gelassener und genehmigten sich erst mal noch einen guten Schluck. Allerdings rief dies Emily auf den Plan und mit lauter Stimme ermahnte sie ihren Verlobten.
„Aber trink nicht mehr so viel, Steph. Du weißt doch, ein satter Bulle wird deckfaul."
„EMILY", rief die Direktorin leicht entsetzt. Doch ihr Schrei ging im Husten ihrer Schüler unter. Harry hatte sich so stark verschluckte, dass ihm sein Lehrer sogar auf den Rücken klopfen musste. Dann seiner Sinne wieder Herr, schaute der Gryffindor zu seiner Lehrerin für Verwandlung und diese grinste immer noch schelmisch und zwinkerte ihm zu. Es war dann Hermine, die den Schwarzhaarigen ablenkte und meinte, sie müsse mal kurz den Rotwein entfernen. Harrys Freundin zückte ihren Zauberstab und kurz darauf waren die Sachen aller anwesenden wieder sauber.
Eine halbe Stunde später beschlossen dann alle, dass es Zeit war, sich in ihre Gemächer zu begeben. Außerdem wollte die Direktorin gleich am nächsten Morgen die Neuigkeiten bekannt geben und dem jungen Paar war dies auch ganz recht. Harry allerdings hatte immer noch den Spruch von Ems im Kopf und er fragte sich, ob sie ihn nur so erzählt hatte, oder aber, dass sie Stephanos Geheimnis kannte. Styls hatte ihm doch selbst einmal erzählt, dass es niemals gut war, eine Beziehung mit einem Geheimnis oder einer Lüge zu beginnen. Eine Antwort darauf musste jedoch noch warten, denn erst einmal hieß es ungesehen in den Schlafsaal der Jungen zu gelangen. Hier hatte Harry allerdings kein Glück und so musste sein Schönheitsschlaf zugunsten einer, wie Ron es nannte Ritterschlagsparty, verschoben werden.
„Gott, ich verfluche dich. Wie konntest du nur den Alkohol auf die Erde bringen?"
Dean Stimme hallte, wenn auch ein wenig krächzend durch den Raum und keiner seiner Kameraden widersprach ihm. Jeder im Schlafsaal der Jungen, einschließlich Harry, hatte so seine Probleme, nachdem es Damion gelungen war, drei Flaschen Feuerwhisky in den Gryffindorturm zu schmuggeln. Dass diese dann auch noch gekillt worden waren, lag in der Natur der Sache, ebenso wieder der Kater, welchen der gesamte männliche Abschlussjahrgang des Hauses Gryffindor nun hatte.
Glücklicherweise war heute jedoch Sonntag und so blieben die Gryffindors noch ein wenig liegen. Harry brachte dabei Ron auf den neuesten Stand, da ja durch den ganzen Trubel am Vortag nicht wirklich Zeit dafür gewesen war. Gegen Zehn machten sich die Jungs dann aber doch zum Frühstück fertig und Harry traf dabei auf Hermine, welche ihm allerdings ein wenig sonderbar vorkam und er meinte damit nicht ihr monatliches Problem. Nein, vielmehr schaffte es der Lockenkopf nicht einmal, ihren Freund zu küssen. Ein kurzes „Morgen" war alles was Hermine hinbekam und das sorgte den Schwarzhaarigen schon ein bisschen.
Die Antwort auf die Frage um das Benehmen seiner Liebsten war allerdings so einfach, wie auch überraschend zugleich für alle am Tisch und es war Lavender Brown, die es aussprach und ihre Worte klangen ähnlich denen von Dean. Nur verfluchte die größte Tratschtante der Schule nicht Gott, sondern eben Harrys Freundin und dass sie sich hatte von Ems überreden lassen, heimlich den übrig gebliebenen Wein in ihren Schlafsaal zu schmuggeln. Hermine hatte dem zugestimmt, da es ja nur noch ein kleiner Test war, welcher sich in der Karaffe befand. Wie konnte der Lockenkopf denn ahnen, dass Professor Styls das Ding so verzaubert hatte, dass es sich immer wieder auffüllte. So kam eines zum anderen und die Jungs waren nicht die Einzigen mit einem höllischen Kater.
Stephano Styls und Emily Stormfire beobachtete ihre Schüler genau und ein wissendes Lächeln schlich sich auf ihre Gesichter. Dieses wurde noch breiter, als sich dann schließlich das Frühstück dem Ende zu neigte und die Direktorin um etwas Ruhe bat. Diese bekam sie auch, wenn jedoch nur für kurze Zeit, denn die Ankündigung um die Verlobung und den Heiratsantrag der beiden doch sehr beliebten Lehrer brachte die Halle zum beben. Die nächsten Minuten wurden für das junge Paar zum Spießrutenlauf, denn jeder wollte ihnen gratulieren. Harry war froh, dies schon getan zu haben und wie er die Zwei so beobachtete, kam ihm in den Sinn, dass das Glück welches sie gerade ausstrahlten das heutige Mistwetter um einiges wettmachte.
Das Wetter, der schon seit dem Morgen andauernde Regen, war aber nicht das Einzige, was einem die Laune verderben konnte, denn nachdem sich der Trubel um Damions Vater und seine Zukünftige gelegt hatte, schwirrten die Eulen in die Große Halle. Eine Jede hatte heute schwer zu schleppen, denn der Tagesprophet schien Sonderschichten geschoben zu haben. Die halbe Ausgabe nur Harry Potter, Lord Harry oder Beschützer der Queen, als wäre der Gryffindor ein Gott. Harry wagte es nicht einmal einen Blick in die Zeitung zu werfen und machte sich daher auch rasch aus dem Staub, denn die Blicke seiner Mitschüler wollte er einfach nicht über sich ergehen lassen.
Doch wie jede Flucht, jedes Verstecken, endete auch diese hier spätestens zum Abendessen. Harry hatte zwar seine Mahlzeit zu Mittag weggelassen und sich von Luft und Liebe ernährt. Jetzt aber zwickte der Magen doch ein wenig und Hermine fand es kindisch, sich in die Küche zu schleichen. Somit saß Harry also wieder im Kreise seiner Freunde und stellte erleichtert fest, dass nicht annähernd so viele Hogwartsschüler ihn angafften, wie der Gryffindor befürchtet hatte. Es machte also schon was aus, die Neuigkeiten aus erster Hand zu erfahren. Und da ja alle am vorhergehenden Abend dabei waren, konnten sich Harrys Mitschüler nun selbst mal einen Eindruck machen, wie sehr die Presse doch manchmal alles umschrieb.
Die Sorgen und die schlechte Laune mal vergessend, stürzte sich Harry auf das wundervoll duftende Roastbeef und ließ es sich schmecken. Hermine lächelte, als sie dies sah und tat sich ebenfalls etwas auf. Danach wurde am Tisch über den gewöhnlichen Schultratsch geredet und dabei fand Harry heraus, wer nun so alles mit wem ging und hörte, dass Pansy verlassen worden war, und zwar vom Vater ihres Kindes. Sie hatte also doch herausgefunden, wer der Daddy war. Etwas in Harry sagte ihm aber, dass dies wohl nicht ganz so in Ordnung war, egal ob Parkinson eine Slytherin war.
Bevor sich der Gryffindor allerdings weitere Gedanken über Dracos alte Flamme machen konnte, bemerkte er, dass plötzlich jede Stimme im Saal verstummt war und alle zur Tür starrten. Harry drehte sich daher auch um und seine Augen blieben auf einer fremden Person hängen, die gerade durch das Portal getreten sein musste. Wer dies war oder was sie hier wollte, nun darauf hatte wohl keiner sofort eine Antwort, zumal man unter dem klitschnassen Regenumhang nicht mal erkannte, ob es sich bei dem Besucher um einen Mann oder eine Frau handelte.
Insgeheim hoffte Harry, dass es vielleicht Mr. Kaschdir war und er ihnen ein paar weitere Puzzlestücke brachte. Doch der Gryffindor wurde enttäuscht, denn eine Stimme, eindeutig weiblich und vom Klang her auch noch nicht so alt, begann vor sich hin zu fluchen.
„Himmel Herrgott noch mal. Der Regen auf eurer Insel ist ja ekelhaft. Da muss man ja Depressionen bekommen."
Kurz darauf verhallte die Stimme wieder und ein Zauberstab erschien in der rechten Hand der Fremden. Sie begann sich zu trocknen und Harry nutzte dies, um etwaige Reaktionen seiner Mitschüler oder Lehrer zu erhaschen. Allerdings gab es lediglich drei Personen im Raum, die nicht nur auf das fremde Mädchen starrte und zu mehr als dazu in der Lage waren. Eine davon war die Direktorin und selbige war dabei sich von ihrem Platz zu erheben. Die zweite Person war Stephano Styls, der damit beschäftigt war, seine Chefin zurück zu halten, da diese schon ihren Zauberstab in der Hand hatte, und meinte, dass es gleich lustig werden könnte.
Die überraschendste Reaktion kam aber von Damion. Der Braunhaarige, welcher heute wie sonst auch Harry gegenüber saß, wurde nämlich mit einem Schlage blass und Harry konnte lediglich die Worte „Oh oh, ich bin am Arsch", aus seinem Munde vernehmen. Dadurch alarmiert schaute Harry wieder zu der Fremden an der Tür zurück und sah, wie diese nun ihren Umhang, oder besser gesagt, die Kapuze abstreifte. Zum Vorschein kam ein sonnengebräuntes Gesicht mit blauen Augen, einer Stupsnase und etwas dünneren Lippen. Umrahmt wurde dies von auf einer sehr mystischen Art türkis leuchtenden, glatten, langen Haaren.
Viele der Hogwartsschülerinnen keuchten etwas auf, als sie die Haare bemerkten. Verstummten aber sofort wieder, da sich das Gesicht der Fremden, welche vielleicht gerade mal ein zwei Jahre älter war, als Harry selbst, verdunkelte und sie scheinbar suchend ihren Blick durch die Halle wandern ließ. Schließlich blieb er am Gryffindortisch hängen, oder besser gesagt auf dem Rücken von Damion und Harry musste schmunzeln, als er sah, dass Styls Sohn der einzige war, der sich nicht nach dem fremden Mädchen umdrehte.
„DAMION MCKENZIE, zwing mich nicht, zu dir herüber zu kommen".
Die Stimme war streng, sehr streng und erinnerte an Molly Weasley. Doch noch viel schlimmer als der Klang, so fand es Harry, war die Tatsache, dass Damion regelrecht unter ihr zusammenzuckte. Der Schwarzhaarige schaute daher kurz zum Lehrertisch und sah, dass Damions Dad breit grinste und das Ganze zu genießen schien. Schließlich erwachte Damion aus seiner Starre. Er stand auf, drehte sich zur Tür und noch während er losging, setzte er einen Blick auf, welcher jeden Dackel hätte neidisch werden lassen.
„Hallo Eve", sagte Ginnys Freund um lächelte. Die Reaktion auf seinen komischerweise doch sehr schüchternen Gruß hin, ließ Harry jedoch aufkeuchen. Blitzschnell, man konnte es nur schemenhaft erkennen, schoss die Faust des fremden Mädchens nach vorn und verpasste ihrem Gegenüber einen Kinnhaken. Die ganze Halle war geschockt und umso lauter hallten dadurch die folgenden Worte durch den Raum.
„DAS ist dafür, dass du mir nicht geschrieben hast." Sagte „Eve", wie Damion sie genannt hatte und eine leichte Unruhe ging nun durch die Halle.
„Ich wollte ...", versuchte sich Damion zu verteidigen und hielt sich dabei sein Kinn.
„RUMMS" Der zweite Haken traf, diesmal mit der anderen Faust und die leicht wütende Stimme des Mädchens sagte nun, „DAS ist dafür, dass du Großmutter Silly nicht geschrieben hast."
Bevor sich Damion, der nun wirklich leicht beschämt da stand, dann auch nur annähernd sein Kinn vor einem weiteren Schlag schützen konnte, legte Eve noch mal nach und der dritte Haken ging in Damions Magen. Hustend beugte sich Styls Sohn nach vorn und kam dadurch ganz nah an Eves Gesicht, da das Mädchen doch um einiges kleiner war als der Gryffindor selbst.
„Und DAS mein Lieber, war dafür, dass ich diesen verdammten Australiencup allein holen musste."
Harry verstand zwar nicht, was sie damit meinte. Die Augen seines Kumpels hingegen wurden immer größer und er begann breit zu lächeln, auch wenn er in der letzten Minute drei derbe Schläge hatte einstecken müssen. Dann grinste plötzlich auch Eve und sie sagte, „So mein Lieber, jetzt sind wir quitt und du darfst mich umarmen".
Das nächste was man sah, war Damions der seine Arme um das Mädchen legte, sie hoch hob und sie überglücklich umarmte, wie einen Freund, den man lange nicht gesehen hatte. Und Harry vermutete, dass es auch so war. Allerdings machte Eve dann den Fehler und sie küsste Damion kurz auf die Wange, womit der Punkt erreicht war, wo Ginny sich nicht mehr zurück halten konnte. Die Rothaarige wäre am liebsten schon beim ersten Schlag gegen ihren Freund aufgesprungen, hätte Hermine sie nicht zurück gehalten. Doch das hier ging zu weit. Wütend rannte sie auf die Beiden zu und rief zu Eve, sie solle ihre Finger von ihm lassen.
Eindeutig kam hier der Vampir durch, gepaart mit den Weasleygenen. Allerdings verwarf Harry im nächsten Moment diesen Gedanken und war umso geschockter... und nicht nur er... als aus dem Nichts eine Wassersäule auftauchte, sie Ginny umschloss und nachdem sie wieder zerfallen war eine ziemlich betröpfelte Generva Weasley zurück ließ.
„Deine Freundin?", fragte Eve schelmisch und löste sich von Damion. Der Gryffindor schaute seine Liebste entsetzt an und wollte bejahen. Doch Eve lachte nur und meinte, „Sie hat ganz schön Feuer im Hintern und entspricht so gar nicht deinem früheren Beuteschema. Noch so etwas, dass du mir hättest schreiben müssen."
Ginny schaute durch das Wasser leicht zitternd und immer noch wütend auf die Fremde, die von ihrer Art her so wirkte, als könnte ihr nichts und niemand was anhaben. „Hey, ich bin Eve", sagte das Mädchen nun immer noch lächelnd und steckte die Hand in Richtung der Rothaarigen. „Tut mir leid mit dem Wasser", fügte sie hinzu und im nächsten Augenblick sah es so aus, als würde eine unsichtbare Kraft sämtliche Nässe aus Ginnys Sachen und den Haaren ziehen. Dies ließ Harry das Mädchen neugierig mustern und es rief auch Stephano Styls auf den Plan. Harrys Lehrer kam nämlich von Lehrertisch hinunter gelaufen und ging auf Eve zu.
„Hallo Angel", sagte er und das Mädchen mit den türkisen Haaren lächelte erfreut. „Hey Steph", erwiderte sie und umarmte den Lehrer, sehr zu Missfallen der Direktorin und der Verwirrung, der meisten Schüler. Als sie ihm dann auch noch einen kleinen Kuss auf die Wange gab, begann Styls zu grinsen und flüsterte, wenn auch für alle anderen hörbar, „Lass das lieber, Angel. Ich hab mich gestern verlobt und sie sitzt hinter uns am Lehrertisch. Und das letzte was ich will ist, dass du eine deiner zukünftigen Professorinnen nass machst."
Harry musste schmunzeln als er sah, wie sich das Mädchen vom Damions Dad trennte, nicht aber ohne noch über seine Schulter musternd in Richtung Lehrkörper zu schauen. Dann erklang ein „Hm Hm" hinter ihnen und Styls meinte, Eve sollte mal kurz mitkommen, um sich bei Professor McGonagall vorzustellen. Die beiden gingen daher los und Damion führte Ginny, die er mittlerweile beruhigen konnte, wieder in Richtung Gryffindortisch. Harry folgte ihnen dabei mit seinem Blick, bis dieser auf Blaise Zabini hängen blieb, denn wo all die anderen Gryffindors nun neugierig in Richtung Damion blickten, um zu erfahren, was es mit Eve so auf sich hatte, schaute der ehemalige Slytherin den anderen Zweien hinterher und es sah aus, als wäre er in Trance, etwas, dass man von ihm gar nicht kannte.
„Eyh Blaise, was ist los?", fragte Neville, der den Zustand seines Klassenkameraden auch bemerkt hatte und tippte seinen Tischnachbarn an. „Stehst wohl auf die Kleine?".
Natürlich hatte Neville dadurch einige Lacher auf seiner Seite, allerdings auch Blaise Aufmerksamkeit und in Slytherinmanier erwiderte dieser auch, „ Jetzt mach mal halblang, Longbottem. Nein, ich stehe nicht auf sie. Ich finde nur, sie ist auf den ersten Blick hin die perfekte Verbindung zweier großartiger Kontinente."
Hermine schaute den Bruder von Celine mit großen Augen an und fragte nach. „Du meinst Australien und Europa?" Blaise begann daraufhin teuflisch zu lächeln und erwiderte, „Nein Granger, ich meinte eher, sie ist heiß wie Afrika und wird garantiert feucht wie Asien."
Der Gryffindor hatte den letzten Satz noch nicht einmal beendet, da schoss auch schon, wie schon bei Ginny auch vor wenigen Minuten geschehen, eine Wasserfontäne auf ihn zu und durchnässte seine gesamten Klamotten. Damion konnte nicht anders und musste loslachen. Allerdings sagte er dabei sichtlich amüsiert, „Ach ja Blaise, und sie hat das Gehör eines nordamerikanischen Berglöwen."
Nun lachte ausnahmslos der gesamte Gryffindortisch und auch große Teile von Ravenclaw und Huffelpuff. Blaise stand ziemlich belämmert da und schaute in Richtung Lehrertisch, wo Eve schadenfroh grinste und ihm dann sogar überheblich die Zunge herausstreckte. Offenbar nahm sie den Spruch nicht wirklich als Kompliment auf und konnte es dem Schwarzhaarigen dadurch auch nicht so einfach durchgehen lassen. Harry, der dies gesehen hatte, schaute nun zu Blaise und sagte, „Tja mein Freund, ich würde mal sagen, nimm es nicht so tragisch und denk daran. Und ist das Mädchen noch so lieb, ... Handbetrieb bleibt Handbetrieb."
Erneut johlte alles am Tisch und während Blaise versuchte Harry mit seinen Augen zu erdolchen, was aber durch seinen immensen Rotstich nicht ging, bat die Direktorin die Halle um etwas Ruhe, da sie eine Ankündigung machen wollte. Damion und Ginny setzten sich daher rasch auf ihre Plätze und schauten dann auch zum Lehrertisch vor, wo McGonagall sich erhoben hatte.
„So meine lieben Schüler und Schülerinnen, wir ihr gerade mitbekommen habt, haben wir einen Neuzugang an unserer Schule. Ihr Name ist Eve Ocean und sie wird eine Weile hier bleiben, um sich das Schulsystem von Hogwarts etwas näher anzuschauen, bevor sie im nächsten Jahr ihre Lehre im australischen Schulwesen beginnt. Heißen wir sie recht herzlich willkommen."
Zuerst war der Applaus ein wenig verhalten, da die Hogwartsschüler es wohl erst einsickern lassen mussten, dass Eve nicht wirklich eine Schülerin mehr war, doch dann klatschten alle und das Mädchen mit den türkisen Haaren wurde leicht verlegen. Stephano Styls eilte ihr daraufhin zu Hilfe und Harry konnte durch seine verstärkten Sinne hören, wie Damions Dad meinte, dass Eve in seinem Hause untergebracht sei und zwar bei den Mädchen des Abschlussjahrgangs. Harry musste daraufhin schmunzeln, da Styls gleich noch hinzufügte, dass sie somit auch mehr mit Ginny zu tun hatte, da die Rothaarige eh fast nur mit den älteren Mädchen rum hing.
Allerdings geleitete Damions Dad die neue Schülerin aus der Halle und nicht zum Hogwartshaustisch. Somit blieben die ganzen Fragen an Damion hängen und die wohl brennendste war. WER ist Eve? Ausgesprochen wurde sie von Neville und Damion begann zu grinsen. „Das war Eve, meine Freundin aus Australien."
„Wie? Freundin?", fragte Lavender Brown und bedachte Ginny ganz nebenbei mit einem kalkulierenden Blick. Harrys Freund wandte sich daraufhin an Hogwarts Tratschtante Nummer eins und antwortete, „Na Freundin eben. So wie Harry oder Ron, nur dass sich bei ihr die körperlichen Zusatzanbauten halt etwas höher befinden."
Harry musste sich das Lachen verkeifen, als er Lavenders Gesicht sah und da erging es nicht nur ihm so. Es war doch schon selten, dass es jemand schaffte Lavender aus der Fassung zu bringen. Und bevor diese sich dann wieder fangen konnte und Chris mit weiteren Fragen bestürmt wurde, verkündete Professor McGonagall, dass das Abendessen beendet sei und alle Schüler sich in ihre Häuser zu begeben hätten, da morgen wieder Unterricht war. Harry und seine Freunde machten sich kurz darauf auf den Weg in den Gryffindorturm und der Schwarzhaarige hoffte, dass er dort noch ein wenig über Eve erfuhr und was sie hier in Hogwarts wollte.
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