Hey Leuter's
Das Ende des Monats ist gekommen und damit auch das Ende der Wartezeit. Urlaub und Stress sind vorbei ... – Ok der Urlaub meines Betas ist vorbei, der Stress ist geblieben - ... und somit wird es Zeit für ein neues Cap.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen
Euer Mr. Figgs
Kapitel 88
Seinen Blick immer noch auf der Oberfläche des Sees und die Blitze mal vergessend, schoss Harry hinab in die Tiefe, um alles besser erkennen zu können. Nun bemerkte er auch, dass Ginny ungewohnt aufgeregt am Ufer stand. Blitzschnell änderte er die Richtung und flog zur ihr hin.
„HARRY... HARRY...", rief das rothaarige Mädchen. „ Du... du... bitte suche ihn mit. Damion... er... er ist noch nicht wieder aufgetaucht."
Der Schwarzhaarige erstarrte für einen Moment, rief ihr dann aber zu, dass er sich darum kümmern würde und schoss wieder etwas in die Höhe. Dabei aktivierte er seinen magischen Blick in der Hoffnung vielleicht etwas mehr zu erkennen, als nur den nun einsetzenden Regen und die grellen Blitz am Himmel. Sein Hauptaugenmerk lag dabei auf der Stelle, wo die Trümmer von Damion Board als Spielball der Wellen hin und her geschleudert wurden. Doch worauf sollte sich Harry konzentrieren? Wie sollte er seine Augen verändern, damit er seinen Kumpel fand?
Und während Harrys krampfhaft überlegte und als erstes mal die Blitze aus seinem magischen Blick herausfilterte, kam ihm auch noch ein anderer Gedanke in den Sinn. Wo war eigentlich Eve? Wo war die Australierin? War sie auch im See verschwunden? Aber ihr Board lag doch noch am Strand? Und wie Harry fieberhaft nachdachte, kam ihm in den Sinn, was Damion und auch seine Freundin ja eigentlich waren, nämlich magisch. Dies bedeutete, sie hatten jeder eine besondere Aura um sich herum und auf eben jene begann sich Harry nun zu konzentrieren. Sie Augen leuchteten kurz auf und keine zwei Sekunden erschien ihm der See in einem ganz anderen Licht. Er sah plötzlich wie eine Schlange verschieden Farben, wobei Harry erkannte, dass einige der nun bunt schillernden Silhouetten diversen Lebewesen im See zuzuordnen waren. Ziemlich gelb schimmerte eine Gruppe, welche wohl bei näherem Überlegen Grindelohs waren. Andere stellten vereinzelte Meermenschen dar, wobei diese aber immer undeutlicher wurden, weil sie sich offenbar in tiefere Gefilde zurückzogen. Schließlich erkannte der Gryffindor noch die Umrisse des Kraken mit seinen vielen unterschiedlich langen Tentakeln. In seiner Nähe fing Harrys Wahrnehmung dann auch noch zwei weitere schlanke Silhouetten auf, welche sich jedoch mit ungewöhnlicher Geschwindigkeit in Richtung Ufer zu bewegten.
Harry versuchte sie noch besser zu erkennen und verstärkte seine Bemühungen. Und ja, es waren seine beiden Freunde. Sie mussten es einfach sein, wobei eine Silhouette eine doch sehr ungewöhnliche Form zu haben schien und sich auch irgendwie unter der anderen befand. Letztendlich lenkte Harry seinen Feuerblitz wieder gen See und steuerte die Beiden an. Allerdings traute er im nächsten Moment seinen Augen nicht mehr so wirklich, denn nach einem kurzen Manöver, welches die beiden Objekte verlangsamte, wurde der Blick auf die untere Person so richtig frei und Harry musste erkennen, dass es kein Mensch war. Nein es war ein Tier, vom Körper her ein Delphin. Doch das konnte nicht sein? Wo sollte gerade dieses Tier denn herkommen? Und noch wichtiger, half er Damion, rettete er ihn gerade? Man hatte ja schon mal davon gehört.
All diese Fragen schossen dem Gryffindor gerade durch den Kopf, genauso wie die plötzliche Erkenntnis, dass das dort unten unmöglich ein wirklicher Delphin war. Konnte es sein? Bestand die Möglichkeit, dass...? Nun, ein Wasserelementar war Eve ja nun einmal. Das hatte sie Harry in einem kurzen Gespräch ja schon bestätigt. Doch dass sie möglicherweise auch ein Animagus war? Nun Sinn machte es ja, zumal der See ein Binnengewässer war und Delphine seines Wissens nach im Meer lebten.
Noch wenige Meter trennten Harry von dem Delphin und der leblos wirkenden Gestalt von Damion. Der Gryffindor versuchte sich bemerkbar zu machen und schien damit auch Erfolg zu haben. Eve oder besser der Delphin stoppte und schaute zu ihm rauf. Dann nickte sie in Richtung Ufer und gab die für Delphine charakteristischen schrillen Laute von sich. Harry drehte sich um, damit er sah, wohin Damions alte Freundin deutete. Sein Blick fiel dabei auf die neue Hütte und er verstand.
„Alles klar Eve", rief er hinunter. „Ich sage nur schnell Ginny Bescheid und komme dann zu euch."
Der Delphin pfiff in Harrys Richtung und bugsierte dann seine Last weiter in Richtung Hütte. Harry drehte derweil um und flog in Richtung Ginny. Ihr rief er zu, wo Eve Damion hinbrachte und die Rothaarige rannte los. Harry nutzte die Abkürzung über den See und erreichte seine beiden anderen Freunde kurz vor ihrem Ziel. Er schwebte um das Holzhaus herum und fand schließlich ein etwas größeres Tor an der Wasserseite. Glücklicherweise hatten die Lehrer das Gebäude wie eine Art Bootshaus konzipiert und daher hob Harry seine rechte Hand, rief laut „Alohomora" und öffnete die beiden Torflügel. Somit konnte Eve ihren Freund direkt ins Haus befördern und Harry folgte ihr auf den Fuß.
Drinnen angekommen sprang der Gryffindor vom Besen und landete auf einer kleinen auf dem Wasser treibenden Plattform. Von dort aus konnte er seinen Kumpel ohne Mühe aus dem Wasser ziehen, während Eve ihn mit ihrem Maul nach oben drückte. Sie hatte als Delphin eine doch beträchtliche Kraft.
„Was ist mit ihm?", fragte Harry und drehte dabei Damion auf den Rücken. Er atmete, das war schon mal ein gutes Zeichen. Allerdings war sein Neopränanzug auf der Vorderseite völlig zerfleddert und gab damit die Sicht auf mehrere runde, galeonengroße Saugmahle frei, von denen einige sogar bluteten.
„Der scheiß Krake hat ihn erwischte", sagte eine leicht schwer atmende Stimme hinter Harry und als der Gryffindor sich umdrehte erstarrte er in seinen Bewegungen. Knallrot, von einer auf die andere Sekunde, leuchtete sein Gesicht, denn Eve kam aus dem Wasser geklettert, wieder in menschlicher Form, allerdings vollkommen nackt und sie ging direkt und ohne irgendwelche Anzeichen von Scham auf Harry zu. Ihre Sorge galt ganz allein Damion. Harry hingegen wurde nun etwas von seinem Kumpel abgelenkt, obwohl er aber keine Sekunde später zur Decke blickte. Eve war nun mal das ganze Gegenteil von hässlich. Dass dann auch noch das restliche Wasser auf ihrer Haut und vor allem auf den Brüsten glänzte, machte es für Harry noch schlimmer.
Doch wie schon gesagt, die Australierin war viel zu besorgt um ihren alten Freund, als dass sie auf den Schock des Schwarzhaarigen reagierte. Sie kniete sich vielmehr über den am Boden liegenden Jungen, um seine Verletzungen zu untersuchen. Im nächsten Moment kam auch schon Ginny in die Hütte gestürmt und sie rief panisch den Namen ihres Freundes. Dann ging ihr Blick zu Eve und wie sie über Damion kniete. Ihre Augen verfinsterten sich ein wenig, doch das nackte Mädchen blickte kurz auf und ließ der Rothaarigen keine Zeit zum eifersüchtig werden.
„Komm her Ginny", kommandierte sie in einem sehr ernsten Ton und bedeutete Damions Freundin, sie solle sich auch hinknien. Kaum hatte Rons Schwester dies gemacht, griff Eve nach Ginnys Zauberstab und ein kurzes „Evernesco" ertönte. Sofort verschwanden sämtliche Fetzen von Damion Surfanzug und der Braunhaarige lag ebenfalls im Adamskostüm auf dem harten Holzboden und stöhnte vor Schmerzen. Harry konnte nicht anders, als zu schlucken. Das hier war eindeutig eine sehr ungewöhnliche Situation. Eine, die Eve noch verstärkte, da sie plötzlich mehrere der Mahle vom Kraken auf Damions Körper mit ihren Fingern berührte, worauf der Junge noch mehr vor Schmerzen zu wimmern begann.
„Was ist mit ihm?", fragte Ginny voller Sorge und betrachtete die roten Punkte auf Damions Brust.
„Gift", erwiderte Eve und setzte hinzu, „und das muss unbedingt raus." Harry erschrak ein wenig ob dieser Feststellung, zog dann aber die Stirn kraus, als er Eve Blick bemerkte. Das nackte Mädchen war nun selbst plötzliche etwas abgelenkt und fixierte mit ihren Augen eine bestimmten Stelle an Damions Körper nun regelrecht. Und da es sich bei der Stelle auch noch um Damions bestes Stück handelte, machte die Situation nur noch ungewöhnlicher.
Schließlich aber riss sich die Australierin wieder los und bedeutete Ginny sie solle Damions Körper mit untersuchen. Sie musste unbedingt alle blutenden Male finden und das Blut raussaugen. Harrys Augen wurden immer größer, als er sah, wie die beiden Mädchen damit begannen und der Gryffindor wurde auch erst wieder klar in seinen Gedanken, als er hörte, wie Eve etwas auf den Boden spuckte und dann das Gesicht angeekelt verzog. Sie hatte die erste Wunde auf Damions Brust ausgesaugt und nun klebte auf der Holzplanke neben ihr ein grünlich schimmernder, schleimiger Fleck.
Ginny besah ihn sich genauer und bemerkte, dass das Holz um das Zeug herum, anfing sich zu verändern. Es wurde schwarz, als wäre es verbrannt und ein Ruck ging durch die Rothaarige. Sofort begann auch sie eiligst ihren Freund zu helfen, zumal es fast fünfzehn Male waren, die der Krake so stark in Damions Haut gesaugt hatte, dass sie bluteten und durch die das Gift in den Körper eindringen konnte.
Harry stand nur da und wusste nicht, wie er ihnen helfen sollte. Gut, er hätte mitsaugen können. Doch dann hätte er in Eves Nähe kommen müssen und egal wie schlimm die Situation auch aussah, nackt blieb nackt und Harry musste stark kämpfen nicht völlig vor Scham zu platzen. Wie konnte ihm das nur passieren? Hier lag sein Freund, verletzt und er, Harry, hatte damit zu kämpfen, dass sich sein Blut nicht in der Hose sammelte. Merlin hab erbarmen und lass mich auch was tun, dachte Harry und überlegte, ob ihm nicht was einfiel, mit dem er Damion helfen konnte.
Doch nichts wirklich Hilfreiches kam dem Gryffindor in den Sinn. Dann, fünf Minuten später, schienen die zwei Mädchen alle Wunden vom Gift befreit zu haben. Jedenfalls ließen sie von Damion ab und der Boden um sie herum war übersät von Schleimklümpchen, die das Holz angriffen. Auch schwächte sich das schmerzhafte Stöhnen von Damion etwas ab, was Harry vermuten ließ, dass ein Großteil des Giftes nicht mehr wirken konnte. Schließlich kroch Ginny zum Kopf von Damion hin und bettete dieses auf ihrem Schoß. Dann ging ihr Blick zu Eve und sie sagte leise „danke".
„Keine Ursache", murmelte das Mädchen und spuckte mehrfach ins Wasser unter sich. Dann wischte sie sich den Mund sauber und drehte sich zu Harry um. Der Blick des Gryffindors landete durch diese Bewegungen allerdings genau auf Eves Brust und erschrocken schaute Harry sofort weg und zur Decke. Die Australierin musste einfach grinsen, wurde aber von Ginny abgelenkt.
„Eve, was müssen wir jetzt tun? Ich meine, die Wunden, sie bluten ja immer noch."
Harrys Kopf flog herum und er begutachtete seine Kumpel. Ginny hatte recht, mehrere Wunden bluteten noch und Ginny war versucht sie zuzudrücken, um den Blutverlust zu stoppen. Eve allerdings meinte, sie solle dies unterlassen, weil somit mögliche Giftrückstände noch aus dem Körper geschwemmt würden. Allerdings meinte sie auch, dass Damion so schnell wie möglich einige Tränke bräuchte und Harry bot sich sofort an, diese bei Poppy zu holen.
Es waren keine zwei Sekunden vergangen, seit Eve die kleine Liste mit Tränken fertig gestellt hatte, da war der Gryffindor auch schon eiligen Schrittes aus der Holzhütte verschwunden. Eve begann jetzt erst recht und vor allem laut zu lachen und schaute zu Ginny. „Ähm Gin, Harry weiß aber schon, dass es zwei Geschlechter gibt, oder? Ich meine, Männlein und Weiblein."
Ginnys Gesicht grinste von Ohr zu Ohr und die Rothaarige meinte, dass sich Harry wohl nie ändern würde. Auf Eves fragenden Blick ging sie aber nicht weiter ein. Nein, vielmehr galt ihre Sorge nun wieder ihrem Freund, der langsam aus seiner Trance erwachte und geschafft zu Ginny hoch lächelte. Diese beugte sich daraufhin runter, küsste Damion sanft auf den Mund und schluchzte, „Oh Damion, ich hatte solche Angst um dich.
Allerdings waren beide nun so mit sich selbst beschäftigt, dass keiner bemerkte, wie Eve sie mit Argusaugen beobachtete, dann plötzlich langsam zu Ginnys Zauberstab griff, sich rasch einen Umhang beschwor und dann den Zauberstab auf Damion richtete.
„PETRIFICUS TOTALES", erschallte es im Raum und ein nicht zu unterschätzender Fesselfluch erwischte Damion voll auf der Brust. Damion war sofort bewegungsunfähig und Ginny schoss herum. Allerdings sah sie sich nun der Spitze, ihres eigenen Zauberstab gegenüber. „Eve was...", wollte sie noch sagen, doch der plötzlich wütende Blick des Mädchens ließ sie augenblicklich verstummen. Vorsichtig wich die Rothaarige etwas zurück und während sie dies tat, fragte Eve mit gefährlicher Stimme und an Damion gewandt, „Wer bist du? Und wo ist Damion McKenzie?"
Diese Fragen schlugen bei den zwei Gryffindors natürlich extrem ein und Professor Styls Sohn versuchte mit weit aufgerissenen Augen zu antworten, „Eve, ich weiß nicht was du..."
„Lüg nicht. Ich kenne Damion besser als jeder andere ... Und der echte würde dies auch wissen ..." Schrie Eve nun förmlich, bevor Damion oder Ginny auch nur ein Wort zu ihrer Verteidigung antworten konnten. Allerdings kam es dann noch besser, denn es öffnete sich die Tür zur Hütte und Harry trat ein. „Eyh Leute, ich hab die Tränke und Poppy kommt auch gleich. Außerdem hab ich Eves Klamo... Oh Shit..."
Harrys Augen realisierten binnen Bruchteilen einer Sekunde die Situation und er wich einem auf ihn gezielten „STUPOR", mittels sofortiger Teleportation aus. Sein Körper tauchte kurz darauf hinter Eve auf. Doch die Wasserelementarin war auch nicht dumm. Sie beschwor eine Wassersäule, die Harry sofort umschloss. Harry reagierte erneut, verschwand wieder in einer Feuersalve und in den nächsten Minuten ereignete sich in der kleinen Hütte ein Kampf, den wohl noch niemand so, und in dieser Form schon mal gesehen hatte. Eve und Harry bekämpften sich mit allem was sie hatten. Harry nutzte das Feuer und Eve das Wasser. Eben jene beiden Elemente, die wenn immer sie aufeinander trafen, sich auch in der Natur bekämpften. Und der Vorteile in diesem Falle lag eindeutig bei Eve, hatte sie doch durch die Lage der Hütte am See, fast unbegrenzte Ressourcen.
Harry hingegen musste noch darauf achten, nicht alles in Schutt und Asche zu legen oder gar seine Freunde zu gefährden. Daher versuchte der Gryffindor ein wenig auf Zeit zu spielen und fragte zwischen den ganzen Flüchen immer wieder, was Eve eigentlich wollte und warum sie ihn angriff. Die Australierin meinte dabei immer wieder, dass sie und auch er, Harry, hier getäuscht wurden und dass der Junge neben Ginny nie und nimmer Damion McKenzie sei. Harry horchte daraufhin auf und fragte sich, während er mal wieder einer sich sehr schnell bewegenden Wassersäule auswich, woher Eve dies wissen wollte und vor allem, warum gerade jetzt. Wieso habe sie dies nicht früher gemerkt, wenn es denn so wäre? Diese Frage stellte er dann auch leicht außer Atem an seine Gegnerin und als diese dann kurz abgelenkt war, weil sie nachdenklich zu Damion schaute, nutzte Harry seine Chance. Er ging kurz in Flammen auf und dieses Male umschloss er das Mädchen mit seinem ihm eigenen Feuer, indem er zwar wieder hinter ihr auftauchte, sich aber nicht materialisierte, sonder alles was zu sehen war, waren eben jene Flammen, die voller Energie loderten.
Eve konnte darauf nichts erwidern, denn obwohl sie sofort jede Menge Wasser zu ihrem Schutze beschwor, brachte Harry dieses durch seine Magie binnen weniger Sekunden zum Kochen und damit zum Verdampfen. Eve blieb nichts anderes übrige, als sich geschlagen und in ihr Schicksal zu ergeben. Sie ließ den Zauberstab los, den Ginny sofort an sich nahm und ihr Gesicht zeigte nun eine Mischung aus Furcht und Verzweiflung. Harry hingegen hatte der Kampf um einiges mehr aufgewühlt, als man zuerst annehmen durfte. Der Gryffindor hielt das Mädchen nämlich weiter im festen Griff, so, als wäre sie ein Todesser, der um jeden Preis bestraft werden musste. Und es fehlte nicht mehr viel und die Wut würde die Kontrolle übernehmen.
Eves Rettung allerdings kam von ganz anderer Stelle. Nämlich von ihrem eigentlichen Opfer ...Damion. Der Gryffindor, durch den Fesselfluch zur Untätigkeit verdammt, hatte die letzten Minuten genutzt, um die Worte seiner alten Freundin sich setzten zu lassen. Auch ihn hatten die Fragen ereilt, wieso das Mädchen gerade hier und jetzt erkannt hatte, dass er nicht, jedenfalls körperlich, Damion McKenzie war. Und wie er dies so überdachte, schwante ihm etwas. Sein Blick ging zu Harry und dessen Gefangenen und erfragte, „Eve, wie kommst du darauf, dass ich nicht Damion bin?"
Das Mädchen, immer noch von Harry umschlungen, schaute vom wütenden Gesicht, welches sich über ihr in den Flammen gebildet hatte zu Ginnys Freund und nach einem kurzen Überlegen antwortete sie, „Weil du dich vielleicht wie Damion verhältst, du vielleicht so sprichst wie er, aber nie und nimmer Damion sein kannst. Denn ihn und mich verbinden Dinge, die mich ihn unter Tausenden erkennen lassen. Manche Fehler und deren Konsequenzen vergisst man ein Leben lang nicht." Dabei wanderte ihr Blick wieder etwas über den nackten Körper von Damion und blieb erneut auf dessen bestem Stück hängen.
Ginny und Harry schauten das Mädchen mit sonderbaren Gesichtern an und vor allem das von Ginny verdunkelte sich. Was hatte dies nur zu bedeutet? Harry schaute nun verwirrt zu seinem Freund und dieser begann zu lächeln. Er schaute dem Schwarzhaarigen nun scheinbar direkt ins Gesicht und sagte, „Harry, du kannst sie runter lassen. Eve hat ein Recht die Wahrheit zu erfahren. Sie ist schließlich eine meiner ältesten Freundinnen."
„Wahrheit? Welche Wahrheit?", fragte die Australierin nun verwirrt und Damion, der sich nun von Ginny etwas zum Anziehen beschwören ließ, bedeutete Eve, dass sie es gleich erfahren würde. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sie sich das Ganze anhörte und sich ruhig verhielt. Eve dachte kurz nach und nickte dann. Harry ließ sie daher gehen und zog die Flammen um ihren Körper zurück. Sofort brachte das Mädchen etwas Abstand zwischen sich und den Gryffindor und bedachte ihn dann mit einem doch sehr ehrfürchtigen Gesicht. Scheinbar war ihr bewusst geworden, dass Harry mehr als nur ein Feuerelementar war. Doch diese Gedanken mussten erst einmal warten, denn nun war Damion mit seiner Geschichte dran.
Bevor dieser aber damit begann, ging sein Blick zu Harry und er wartete darauf, dass sich sein Kumpel endlich wieder als Mensch zeigte. Doch genau darin bestand ja der Schlamassel für Harry selbst. Er brachte es einfach nicht übers Herz, sich zu verwandeln. Denn, der Gryffindor hatte an so vieles damals bei Madame Malkine gedacht, nicht aber an seine Quidditchausrüstung. Daher zögerte der Schwarzhaarige und schaute sich suchend im Raum um. Die drei anderen fanden dies etwas alarmierend und folgten den Blicken des Flammengesichtes. Nun jedenfalls solange, bis Ginny, der diese Szene bekannt vorkam, auf die Feuersäule zuging, sich vor Harry aufbaute und ihren Freund anfuhr.
„Harry James Potter, werde endlich erwachsen und zeig deine wahre Gestalt. Wir haben keine Zeit für deine Kindereien, denn Poppy wird gleich hier sein und Eve muss noch so viel erfahren, bevor sie meinen Freund ins nächste Jahrhundert hext. Himmel Herrgott noch mal Harry, du brauchst dich nicht zu verstecken, wenn man Hermines Worten Glauben schenkt. Also mach endlich. "
Mit diesen Worten drehte sich Ginny dann wieder auf der Stelle um und ging zu Damion zurück. Dort beschwor sie einen Umhang und legte ihn so, dass Harry ihn nicht gleich ereichte. Eve und Damion hingegen schauten verwirrt auf die Rothaarige, welche nun zusätzlich noch ungeduldig mit dem Fuß wippte. Allerdings musste sie es nur kurz tun, denn ein Plopp erklang und keine zwei Sekunden später stand Harry, so wie Gott ihn erschaffen hatte, im Raum. Er ging zügigen Schrittes zum Umhang und streifte ihn sich über, bevor er Ginny mit einem Blick bedachte, der sagte, dass dies noch ein Nachspiel haben würde. Eve konnte sich unterdes ein Pfeifen nicht verkeifen und der Gryffindor wurde knallrot. Ginny ging nicht weiter auf Harry Drohgebärde ein und meinte noch was von „es geht doch" und bedeutete schließlich allen, dass es Zeit wurde mal anzufangen.
Was folgte waren mehrere Minuten in denen Damion erklärte, was mit ihm geschehen war, wem der Körper früher mal gehörte und auch, wie Ginny ihn am Ende so wirklich gerettet hatte. Harry hörte sich die Geschichte auch noch mal aufmerksam mit an und erkannte dann, dass Eve ein ebenso helles Köpfchen war, wie seine Hermine. Die Australierin brauchte nämlich auch nur kurz, um zu erkennen, dass nicht nur ihr alter Freund etwas Ungewöhnliches durchgemacht hatte. Nein, ihre Gedanken wanderten auch zu Damions Vater und dem Mann, der er einmal war und der in der englischen Gesellschaft nun als geächtet angesehen wurde.
Hier war es dann Harry, der ein paar Brocken mit beitrug, um das Bild von Severus Snape nicht all zu schlecht erscheinen zu lassen und Damion war ihm dafür doch ein wenig dankbar. Schließlich beantworteten die drei Gryffindors noch einige Fragen von Eve, bis Harry meinte, dass nun sie an der Reihe waren. Eve schaute den Jungen daraufhin etwas verwirrt an und Harry musste genauer werden. Er wollte unbedingt wissen, wie sich Damion verraten hatte und was die Australierin vorhin damit meinte, dass es Fehler und Konsequenzen gab, die sie und Damion miteinander verbanden.
Hier wurde Eve nun leicht rot und machte ein etwas schuldiges Gesicht. Allerdings ließ Damion es nicht zu, dass dies noch schlimmer wurde. Und auch wenn sein Gesicht nun ebenfalls einen leichten Rotschimmer trug und er etwas unsicher zu Ginny blickte, sagte er leise, „Du meinst die Narbe, Eve. Stimmt's?"
Die Australierin schaute auf und nickte leicht. „Ja Damion, sie ist nicht da und du weißt, dass die Besten Heiler Australiens versucht haben, sie weg zu machen." Danach sah sie so aus, als würden alte Wunden bei ihr wieder aufgerissen und eine unendlich Schuld damit auf ihre Schultern gelegt.
„Narbe? Was für eine Narbe, Damion?", fragte Ginny und sah dabei an ihrem Freund herunter. Damion legte jedoch nur seinen Arm um ihre Schulter und sagte, „Oh Schatz, es ist eine lange Geschichte. Etwas, dass damals in Australien passiert ist und was wir vergessen sollten."
„Vergessen?",sagte Eve plötzlich aufgebracht. „Vergessen Damion. Ich habe dich damals fast umgebracht. Habe dich verstümmelt und beinahe entmannt."
Tränen bildeten sich im sonst so hübschen Gesicht des australischen Mädchens und sie wollte noch mehr sagen, was sie als schuldig dastehen ließ. Doch Damion unterband es sofort und sagte mit aufmunternden, sanften Worten. „Und du hast mich danach gepflegt, dich um mich gekümmert und mir gezeigt, dass nichts so schlimm sein kann, als dass es nicht weiter geht. Und sieh mich an, Eve. Ich lebe, habe einen Menschen gefunden der mich liebt und den ich wahrhaft liebe. Und mit dem ich bis in die Ewigkeit leben möchte. Und dann Eve, glaub mir, was das angeht, wofür du dir die meisten Vorwürfe immer gemacht hast. Nun dies ist nie eingetreten. Ich bin immer noch in der Lage, eine Familie zu gründen und ein Mädchen glücklich zu machen. Kannst sogar Harry fragen, der war einmal Zeuge, der kleine Perversling."
Im nächsten Moment verschluckte sich der schwarzhaarige Gryffindor so dermaßen, dass Ginny ihn auf den Rücken klopfen musste. Wo war er hier nur hingeraten? Gab es denn kein anderes Thema? Allerdings hatte der Gryffindor die Antwort auf Ginnys eigentliche Frage noch nicht. Was für eine Narbe meinte Eve? Harry dachte doch immer, dass die Wundmale auf Damions Körper vom Unfall, oder besser von seiner Verwandlung herrührten.
Damion schien die Gedanken seines Freundes zu erkennen und sah den Gryffindor und seine Liebste nun direkt an. „Die Narbe, welche Eve meint, war auf meinem alten Körper, der von Dementoren getötet wurde und sie rührt von einem Unfall beim Surfen her. Eve und ich, wir waren damals so verrückt danach die Besten zu sein, dass uns fast alles Recht war. Eve ist daher eines Tages aufs Meer hinaus, obwohl die Bedingungen jedem Surfer mit ein wenig gesundem Menschenverstand sagten, lass die Finger davon. Und als ich ihr dann gefolgt bin, um sie zurück zu holen, da hat sie mich in den Wellen nicht gesehen, ist über mich drüber gerauscht und hat mich mit ihrer Finne verletzt."
„Finne", fragte Harry überrascht und Damion erklärte, dass er sich dabei um die kleine Flosse unter dem Surfbrett handelt und dass diese bei genügend Geschwindigkeit scharf wie ein Messer werden kann. Und eben mit diesem Ding war Eve über ihren Freund gefahren und hatte ihn schwer an einer sehr sensiblen Stelle verletzt.
Harry schaute seinen Kumpel leicht geschockt an und dann zu Eve, die den Tränen nahe war. Allerdings unterbrach sie alle im nächsten Moment ein Geräusch von der Tür her und Poppy und auch Damions Dad betraten die Hütte. Kaum die beiden Erwachsenen im Blick, kamen Harry die Tränke wieder in den Sinn. „Shit", sagte er leise und schaute sich nach den Fläschchen um. Doch es war zu spät. Poppy hatte sie schon gefunden. Sie lagen wahllos auf dem hölzernen Boden verstreut, eines war sogar zerbrochen und in den nächsten Minuten musste sich Harry eine der schlimmsten Schimpftiraden seitens der alten Heilerin anhören, die er je erlebt hatte. Doch er stand dies durch und konnte somit die Geschehnisse der letzten halben Stunde geheim halten. Eve schenkte ihm einen dankbaren Blick und kurz darauf meinte Professor Styls, der sich nach dem Befinden seines Sohnes erkundigt hatte, dass es besser wäre, wenn sie erst einmal in den Krankenflügel gingen.
In Poppys Reich angekommen, wurde Damion nochmals untersucht und die Schulheilerin lobte Eve für ihr schnelles Handeln. Poppy konnte kein Gift mehr im Körper ihres Patienten feststellen und somit begann sie die Wunden zu verschließen. Danach hieß es für Damion einen von Poppys weltberühmten Schlaftränken runter zu würgen. Doch bevor er dies tun musste, fragte Professor Styls seinen Sohn noch, wie das Ganze, der Angriff des Kraken, überhaupt geschehen war. Soweit der Lehrer für VgddK sich nämlich erinnern konnte, hatte das Tier so etwas noch nie getan, sondern vielmehr immer darauf geachtete, dass keinem Schüler etwas am oder im See passierte.
Die Antwort auf Styls Fragen kamen aber nicht von seinem Sohn. Nein, es war vielmehr Eve, die antwortete. „Du Steph, Damion hat damit nicht wirklich was zu tun. Er war nur gerade in Reichweite des Kraken. Und es war auch nicht dessen Idee, einen Menschen anzugreifen. Nein, es waren die Meermenschen im See. Ich bin auf sie getroffen, als ich die Ruinen da unten gefunden habe und sie haben mich sofort angegriffen."
„Angegriffen? Wieso?", fragte Poppy überrascht und wollte dann noch wissen, wie Eve es überhaupt geschafft haben wollte, in die Tiefen des Sees vorzudringen. Die Australierin vertraute daraufhin der alten Heilerin ihr kleines tierisches Geheimnis an und fuhr dann mit ihren Ausführungen fort.
„Ja, sie haben mich erblickt, geschlussfolgert, falls man es so nennen kann, dass ein Delphin unmöglich in ihrem See zu finden war und haben mich dann verfolgt. Einer von ihnen schrie noch etwas von ‚das Geheimnis muss gewahrt bleiben' und dann wurde auch schon der Krake auf mich gehetzt. Es war fast so, als hätten die Dinger eine gewisse Macht über dieses Monster."
Die Anwesenden hörten dem Mädchen gespannt zu und Harry stöhnte leicht auf. „Nicht noch ein Geheimnis. Und was für eine Ruine soll sich auf dem Grund des Sees befinden? Ein Schloss oder was?"
Eve schaute den Gryffindor nachdenklich an und schüttelte den Kopf. „Nein Harry, wie ein Schloss oder eine Burg sah es nicht aus. Vielmehr waren es die Überreste von kleineren Häusern. Doch wirklich erkennen konnte ich es in der Eile nicht. Einzig so etwas wie ein Kirchturm ragte noch etwas markant in die Höhe. Doch wie gesagt, ich konnte es nicht wirklich erkennen."
Die Gryffindors schaute das Mädchen an und blickten dann zu Professor Styls. Der jedoch schien ebenso ratlos und meinte, er würde sich mal mit der Direktorin unterhalten. Bis dahin sollten sich alle aber erst einmal richtig ausruhen und in ihre Häuser gehen. Harry gefiel dies zwar nicht, doch der kleine Kampf mit Eve hatte doch ein wenig mehr gefordert, als er gedacht hatte. Unbedingt musste er sich später noch einmal mit dem australischen Mädchen unterhalten. Doch wie gesagt später und so machten sich alle auf den Weg zum Gryffindorturm. Unterwegs wurde Harry noch mal kurz rot, da Ginny und Eve ihn scheinbar nicht mehr für voll nahmen und Rons Schwester unverblümt fragte, ob Eve auch mit Damion geschlafen habe.
Das Mädchen mit den türkisenen Haaren bedachte Ginny mit einem teuflischen Grinsen und antwortete. „Natürlich Ginny. Ich musste doch wissen, ob meine Pflege ausreichend war." Der Rothaarigen gingen auf diese Antwort hin fast die Augen über und Eve versuchte sie rasch zu beruhigen. „Doch keine Sorge, meine Liebe, es war nur Sex. Wir haben kurz darauf gemerkt, dass wir nur Freunde sein können. Ich sehe Damion seit damals mehr als einem Bruder, verstehst du?"
Ginny ließ die Worte sich setzen und schaute dann zu Harry, der mit seinem Gesicht eine regelrechte Leuchtkugel abgab. Sie lachte ihn an und meinte erneut etwas vom Erwachsenwerden. Schließlich erreichten sie den Gemeinschaftsraum, wo Hermine bereits auf sie wartete und in den nächsten Stunden verbrachte Harry seine Zeit damit, seine Liebste auf den neusten Stand zu bringen.
TBC
10
