Kapitel 91

Hey Mädels und Buben,

es ist schon eine Weile her, dass ich was gepostet habe. Doch es ist nach fast drei Jahren, die ich nun hier schon meine Caps hochlade doch passiert... Schreibblockade. Doch nicht so wie man es kennt, denn Ideen habe ich genug im Kopf. Ich aber irgendwie nicht zum Schreiben gekommen. Tagsüber auf der Piste, ganze Kapitel samt Dialogen im Kopf zusammengeschustert und abends am Pc ... nichts, kein einziger Satz auf die Festplatte.

Doch seit ein paar Tagen ist der größte Stress der letzten Wochen vorbei, die Worte kommen auch wieder in die Finger und es flutscht. Dieses und das nächste Cap sind fertig und ich verspreche, dass wenn ich nächstes Wochenende in den Urlaub fliege, dann nehme ich Stift und block mit an den Strand.

So jetzt aber genug von mir und viel Spaß mit dem neuen Cap.

Euer Mr. Figgs

Kapitel 91

„Noch ein Bier, Steph?", fragte Tonks und deutete lachend in Richtung Tresen, wo der Barkeeper schon begonnen hatte, die gespülten Gläser zu polieren.

„Um Gottes Willen nein. Noch eins und mir platzt der Hydrant", erwiderte Damions Dad lachend und legte seinen Billardqueue beiseite. Tonks konnte nun nicht anders und schaute Stephano mit einem hinterlistigen Blitzen im Auge an. „Und das können wir auf gar keinem Fall verantworten. Emily würde mich töten, wenn ihr zukünftiger nicht mehr in der Lage wäre, ihr eine unvergessliche Hochzeitsnacht zu bescheren."

Steph schaute die Aurorin mit leicht überraschtem Blick an, lachte dann aber mit. Danach baute er das nächste Spiel auf und wartete darauf, dass Tonks von der Toilette zurück kam. Dabei ließ er seinen Blick durch das kleine Pub streifen, in welches sie sich zurück gezogen hatten, nachdem das Cafe, in welchem sie den Tag über gewartet hatten, geschlossen war. Von hier aus waren es auch nur fünf Minuten zum Waisenhaus und das Ambiente sagten den beiden Zauberern sehr viel mehr zu. Sie hatten die letzten drei Stunden über alte Bekannte geredet und bei einigen Bierchen jede Menge Billard gespielt.

Nun machte sich Stephano dann aber doch ein wenig Sorgen, denn sie mussten ja irgendwann nach Hogwarts zurückkehren. Wieso meldete sich Damion einfach nicht? Immer wieder überprüfte er das Babyfon, ob er vielleicht was überhört hatte. Doch dem war nicht so und Tonks meinte beruhigend, man solle den Teens doch auch ihren Spaß lassen. Gegen halb Zehn dann endlich leuchtete die gläserne Kugel auf und kaum hatte sie Steph in der Hand, hört man auch schon die Stimme seines Sohnes. Einige letzte Gäste des Pubs schauten etwas verwirrt auf das Ding in der Hand des Professors. Doch da in den zurückliegenden Wochen und Monaten diese neuartigen Dinger, diese Handys, wie man sie nannte, ja immer beliebter wurden, nun da tat man das Gespräch zwischen Mann und Kugel eben als ein bisschen Wichtigtuerei ab.

„Dad, wir kommen jetzt langsam in eure Richtung. Harry konnte sich einfach nicht von Mrs. Winter trennen und musste mit ihr noch ... Eyh Mann pass doch auf, wo du hinläufst ..."

Im nächsten Moment sah es so aus, als wäre Damion in jemanden gelaufen und man hatte ihm dabei das Babyfon aus der Hand geschlagen. Offenbar rollte es nun ziellos über den Boden. Der Zauber der Kugel schaffte es gar nicht so schnell, einen Punkt zu fixieren um das Bild zu fokussieren und damit blieben Steph und Tonks nur noch die aufgeregten Stimmen, welche aus der Kugel hallten.

POTTER ... ES IST POTTER ... SCHNAPPT IHN EUCH... HARRRYYY ... HERMINE ...NEIN ...

Dann sah man noch kurz einen Blitz und die Verbindung zwischen Vater und Sohn brach ab. Stephano Styls schrie immer wieder Damion Namen und Tonks kam aus dem Bad gestürmt, in der Befürchtung, dass es einen Angriff auf das Lokal gab. Das Nächste was geschah war, dass der Professor für Verteidigung alles stehen und liegen ließ und aus dem Pup rannte. Tonks war ihm noch dankbar, dass er nicht sofort disapparierte und warf als letzte Geste einige Pfund in Richtung Tresen. Dann folgte sie ihrem Begleiter mit dem Ziel Waisenhaus...

War es feucht-kalter Moder? Oder war es altes, geronnenes Blut? Harry vermochte es nicht genau zu sagen, was da in seine Nase drang. Wahrscheinlich war es aber beides, denn das er blutete und zwar am Kopf sagte ihm schon der brennende Schmerz, welcher sich von seinem linken Ohr bis hin zu Hinterkopf zog. Doch was war passiert? Krampfhaft und keinesfalls die anderen im Raum etwas von seinem Wachwerden bemerken zu lassend, durchforstete der Gryffindor seine Erinnerungen.

Dieses sollte sich jedoch als gar nicht so leicht herausstellen, denn neben dem Schmerz am Kopf taten dem Gryffindor auch noch die Arme weh. Irgendwie schienen sie über seinem Kopf gefesselt zu sein und da die Muskeln brannten und ein kurzer Versuch, den Boden zu berühren scheiterte, wurde dem Gryffindor bewusst, dass er gefesselt und aufgehängt war. Etwas, das Filch wohl eine Freudenträne ins Auge getrieben hätte.

Schließlich aber gelang es Harry, den Schmerz für einige Augenblicke auszublenden und sich zu erinnern. Erste Bilder formten sich vor seinem inneren Auge. Er sah Damion und Ginny, wie sie vor ihm in Richtung Hausecke und damit zu ihren Motorrädern gingen. Sie waren keine zwanzig Meter mehr weg gewesen von ihren Maschinen, als eine Gruppe Biker um die Ecke kam. Nun, das dachten die vier Hogwartsschüler jedenfalls zuerst, doch die Kerle in ihren schwarzen Lederroben stellten sich dann doch als etwas viel Schlimmeres heraus. Es waren Vampire, vermutlich auf Beutezug, und sie hatten Harrys sofort erkannt und reagiert. Einer hatte binnen weniger Augenblicke Hermine an sich gerissen, seine Zähne an ihren Hals gedrückt und Harry dadurch verunsichert, etwas zu unternehmen. Dann konnte sich Harry nur noch erinnern, dass Damion zu Boden ging, Ginny lauthals schrie und ihn was am Kopf getroffen hatte. Nun war er hier und es galt herauszufinden, wo dieses „Hier" war.

Und hierbei hatte der Gryffindor wieder einmal etwas Glück, denn ihre Angreifer hatten Harry zwar seinen Zauberstab abgenommen, seine Brille aber nicht. So konzentrierte sich der Schwarzhaarige darauf, langsam und bedacht die Gläser zu verdunkeln. So konnte er, sofern dies klappte, sich ein wenig ein Bild von seinem Aufenthaltsort machen, ohne dass es bemerkt wurde und sich Schritte überlegen. Harry nahm seine Gedanken zusammen, verdrängte einmal mehr den Schmerz in den Armen und den Schulterblättern und langsam verdunkelte sich seine Brille.

Harry horchte, ob es eine Reaktion darauf gab, doch nichts geschah. Dies lies ihn mutiger werden und er öffnet seine Augen. Sein Blick fiel dabei auf die gegenüberliegende Wand und sein Herz verkrampfte sich, denn dort hing Hermine, ihr Körper völlig schlaff und sie war ebenfalls gefesselt. Wut stieg im Inneren des Gryffindors auf, genährt noch durch die Tatsache, das von der Spitze des rechten Zeigefingers Blut herab tropfte und eine kleine Lache auf dem Boden bildete. Bevor Harry aber was dummes tun konnte, griff einmal mehr jemand anderes in Harrys Handeln ein und als sich die Brillengläser kurzzeitig innen verspiegelten und Harry die flammenden Augen von Arcan sah, hörte es dessen Stimme eindringlich in seinem Kopf.

„Bleib ruhig Harry, wütend nützt du niemandem." Harry zuckte kurz zusammen und atmete innerlich durch. Glücklicherweise hatte aber niemand im Raum dies bemerkte, da in der Tür zwei Neuankömmlinge erschienen waren. Harry ließ seine Sinne kreisen, um zu erfahren, was im Raum vor sich ging und erkannte neben Damion und seinen beiden Freundinnen auch noch zwei weitere Vampire, offenbar Wachen, die sich nun unterwürfig in Richtung der beiden Personen an der Tür verneigten. Die erste schritt ohne Umschweife und mit festem Gang auf Harry zu, während der zweite Vampir den Anschein machte, als währe er dem anderen gefolgt um seine Neugier zu befriedigen. Harry schloss schnell die Augen und klärte seine Brille. Er konzentrierte sich ab jetzt vielmehr darauf, die Vampire anhand ihrer Auren zu spüren und zu lokalisieren.

„Das ist also der große Harry Potter?", fragte einer der Beiden mit kalter, schneidender und extrem abwertender Stimme. Wobei es Harry allerdings so vorkam, als hätte er sie schon einmal gehört. Rasch durchforstete er seine Erinnerungen nach allem was mit den Kreaturen der Nacht zu tun hatte. Und da es ja, außer vielleicht im Unterricht, Ginnys Geheimnis und dem Überfall in Hogsmeade, nicht all zu viele Ereignisse in dieser Richtung gab, konnte Harry die Stimme schnell mit der Erinnerung von Snape, oder besser mit dem Biss von Draco in Zusammenhang bringen. Der eine Vampir war eindeutig Ivan, der Anführer des Clans, wenn Harry dies damals richtig verstanden hatte und damit war er ein großes Problem bedeutete es doch, dass Harry in den Fängen von Voldemorts Verbündeten war.

„Mein Fürst, aber es sind Kinder. Ich glaube nicht, dass der hohe Rat dies gutheißen wird. Außerdem galt der Junge, der überlebt hat immer als ..." - Der zweite Vampir, ein Mann mit dem Aussehen eines fünfzigjährigen Aristokraten und extrem auffallendem weißem, langem Haar, hatte nun die Stimme erhoben und sie hörte sich in Harrys Ohren wie das komplette Gegenstück zu der von Ivan an. Ihr charismatischer Klang, die Weisheit und Macht, wie es Harry bisher nur bei Blaise Vater vernommen hatte, es schwang förmlich im Raum. Und doch zeigte sie auch eine gewisse Unterwürfigkeit, auch wenn sich diese von Harrys Bauchgefühl her leicht gespielt und widerwillig anhörte.

„Schweig Konstantine?", fauchte Ivan seinen Begleiter an. „Wie kannst du es wagen, mir Vorschriften zu machen? Du vergisst deinen Platz."

„Ja mein Fürst, verzeiht", kam es voller Untertänigkeit. Auch wenn dem Satz gleich ein „Aber der Rat" hinzugefügt wurde. Dies schien der Punkt zu sein, wo Ivan seine Beherrschung verlor. Harry spürte plötzlich wie sich die Wut des Vampirs entlud und er seinen Partner gegen die Wand drückte. „Ich sagte, du sollst deine Grenzen nicht überschreiten", knurrte er nun förmlich. „Der Rat hat mir nichts mehr zu sagen. Vielmehr untersteht er mir und nur MIR, verstehst du. Ich bin der letzte Vampir des alten Blutes und du solltest dies nie vergessen. Großfürst Gregory hat mich zu seinem Nachfolger bestimmt, indem er mir sein Blut zu trinken gab ..."

Harry verstand nicht wirklich viel von dem was die beiden Vampire da sagten, doch dass es Ivans Gegenüber plötzlich auch wütend machte und dieser sich trotz seiner Unterlegenheit überraschenderweise aufbäumte, ließ den Gryffindor schon etwas stutzen.

„Ivan, du magst vielleicht das Blut unserer Ahnen in deinen Adern tragen, doch was tu tust, entehrt all ihre Ideale. Das was du machst, war niemals Gregorys Weg. Du hast in deiner unstillbaren Sucht nach Macht einfach nichts verstanden. Und du hast dich an den dunklen Lord verkauft und auch unsere Gesellschaft, die sich über Jahrhunderte gebildet hat. Wir konnten gut leben und haben uns mit den Zauberern und auch den Muggeln arrangiert..."

„ARRANGIERT? Arrangiert? So nennst du das feige Verkriechen? Konstantin, du, gerade du als ehemaliger ungarischer Prinz ... du bist die Schande für unsere Rasse. Wir Vampire sind die wahren Herrscher, sind die Jäger und die Menschen sind da um uns zu nähren. Und ich werde diesen Zustand richten. Ich, Ivan, werde dafür sorgen, dass unsere Rasse überlebt."

Wenn Harry nun gedacht hätte, der Kampf wäre vorbei gewesen, hatte er sich jedoch geirrt. Konstantin schaute nämlich sein Gegenüber mit zornigen Augen an und erwiderte, „Du, Ivan, hast es einfach nicht verstanden. Unsere Kultur, unsere Abstammung ..."

„Das reicht ... Konstantin. Mir scheint du vergisst, wessen Blut du ewige Treu geschworen hast. Ich weiß, dass dir der Großfürst Gregory sehr nahe stand. Ich weiß, dass er dich mit unendlichen Privilegien ausgestattet hat. Doch Gregory ist tot und sein Blut, seine Macht lebt nun in mir weiter. Du weißt, ich könnte dich mit einer Handbewegung töten..."

Harry horchte auf und spürte, wie Ivan mit seiner rechten Hand zu seiner Brust und einem sich dort befindlichen Amulett griff. Sofort versuchte der Gryffindor es besser zu erkennen, doch da sein Blick noch auf Auren eingestellt war, erkannte Harry nur einen ovalen Umriss mit einem dunkel lila pulsierenden Kern. Eben jene Farbe, welche sich bei näherer Betrachtung auch um das Grau und das Schwarz der beiden Vampirsilhouetten gelegt hatte. Und kaum dass Ivan das Amulett in seinen Händen hielt und es drückte, begann Konstantin auch schon leicht schwer zu atmen und es sah so aus, als hätte er extreme Schmerzen. Doch die Beherrschung des Blutsaugers musste enorm sein, denn keine zwei Sekunden später straften sich seine Gesichtszüge wieder und er funkelte den offenbar Jüngeren an.

„Und du Ivan weißt, dass ich keine Angst vor dem Tod habe. Mein Leben war lang genug. Ich habe gelebt, habe die Höhen und Tiefen des irdischen Daseins ausgekostet und dabei zu viel gesehen, als dass mich deine Drohung ängstigt."

Ivan schien noch eine Spur wütender zu werden, ließ aber das Amulett los. Dann drehte er sich in die Richtung der Gryffindors und versuchte das Thema zu wechseln. Harry fragte sich daraufhin, wieso er das tat und in ihm keimte der Verdacht, dass Ivan den Vampir Konstantin zwar töten konnte, ihn aber andererseits auch noch brauchte. Vielleicht konnte man dies ja im Hinterkopf behalten und nutzen. Vorerst galt es aber, es aus eigener Kraft zu schaffen und so wog Harry ab, was er tun konnte. Als erstes traf ihn natürlich der Gedanke in Flammen aufzugehen, um die Vampire zu besiegen. Doch der Schmerz in den Armen und am Kopf sagten ihm auch, dass es vielleicht nicht klappen, dass er zu schwach sein könnte. Dann plötzlich schien der Kampf zwischen den zwei Blutsaugern, die leichte Anspannung im Raum, vorbei zu sein und Ivan wandte sich seinen Gefangenen zu. Harry wurde unsanft vor die in der Luft hängenden Beine getreten und der Gryffindor riss mit schmerzhaftem Stöhnen die Augen auf.

„Na Potter, wach geworden", fauchte Ivan immer noch wütend und Harry starrte in seine Augen. Dann ging sein Blick durch den Raum und zu seinen Freunden hin, die nun auch bei Bewusstsein waren. „Wie es aussieht, ist heute mein Glückstag, Potter. Ich werde euch nicht sofort töten, nein, denn endlich habe ich etwas in der Hand, mit dem ich Voldemort mal ein wenig in seine Grenzen weisen kann. Du und auch deine kleine Schlampe, ihr könnt euch wirklich glücklich schätzen."

Harry bedachte den Vampir mit einem hasserfüllten Blick, soweit es seine Verfassung und auch Arcan zuließ, denn der Tritt hatte sein Körper so sehr bewegt, dass die Fesseln sich noch tiefer ins Fleisch geschnitten hatten. Schließlich aber ließ Harry seinen Blick zu Hermine wandern und er war ein wenig froh, dass seine Freundin nicht bei Bewusstsein war. Daher lächelte er erst einmal in die Richtung von Damion und Ginny und versuchte ihnen klar zu machen, dass die Hoffnung noch nicht ganz verloschen war. Harrys beiden Freunde waren augenscheinlich nicht schwer verletzt, jedenfalls sah der Gryffindor bei ihnen kein Blut oder so.

Allerdings wurde die Sicht auf Ginny auch ein wenig verdeckt, da sich Konstantin vor das rothaarige Mädchen gestellt hatte und sie scharf musterte. Was hatte das zu bedeuten? In Harry bildete sich ein leicht beklemmendes Gefühl was die Sicherheit seiner Freunde anging. Dieses wurde dann auch noch stärker, da sich Ivan, der das Verhalten seines Untergebenen beobachtete hatte, mit einer gewissen Überraschung an Konstantin wandte und mit plötzlichem Amüsement fragte, „Was ist Konstantin? Gefällt dir die Kleine? Ich dachte der junge David aus dem Dorf wäre viel eher nach deinem Geschmack?"

Der Vampir vor Ginny mit seinem doch sehr aristokratischen, blassen Gesicht drehte sich um und bedachte Ivan, der trotz seiner Verwandlung immer noch ein eher südländischer Typ war, mit einem Blick, den man früher nur von Draco Malfoy kannte. Es war fast so, als sähe Konstantin seinen Clananführer plötzlich als ein Insekt und er wollte vor ihm auf den Boden spucken. Mit kalter, drohender Stimme erwiderte er, „Was meine persönlichen Bedürfnisse angeht, mein Fürst, so stehen sie hier nicht zur Debatte. Der Junge im Dorf ist mein persönlicher Sklave und mein Blutspender..."

„Und sie ... Konstantin? Was ist sie?", fragte Ivan nun mit hochgezogener Augenbraue.

Der weißhaarige Vampir musterte auf die Frage des Clanchefs hin Ginny nochmals sehr genau und sein Blick hatte einen nicht zu definierenden Ausdruck angenommen. Allerdings glaubte Harry so etwas wie Lüsternheit zu erkennen und das machte ihm Sorge

„Nun mein Fürst, sie hat etwas an sich, was mir gefällt. Sie ist ..."

„Schon gut, sie gehört dir, wenn ...", - Ivans Gesicht wurde nun sehr ernst und er versuchte bei Konstantin eine Regung zu erkennen. – „wenn du endlich einsiehst, wessen Blut du Gehorsam schuldest."

Harry wollte protestieren und versuchte seine Fesseln zu lösen, doch eine erneute Welle des Schmerzes durchfuhr seine Gliedmaßen. Ivan hatte einen Fluch auf ihn geworfen, der durch Mark und Beine ging, verpasste dadurch aber wie Konstantin ihm einen kalkulierenden Blick zuwarf und dann seine weißen, spitzen Zähne zeigte. „So soll es sein, mein Fürst", sagte er schließlich und er stellte sich wieder vor Ginny, die anfing, wie wild an ihren Fesseln zu zerren und wilde Beschimpfungen in Richtung Vampir zu rufen. Damion tat es ihr nach, auch wenn Harry nun bemerkte, dass sein Kumpel offenbar Probleme hatte, seinen rechten Arm zu bewegen. Nicht dass dies durch die Fesseln sonst möglich gewesen wäre, doch da der Arm sich kaum bewegte, deutete es auf eine Verletzung hin, die Harry noch nicht erkannt hatte.

Durch das Zerren und die Bewegungen von Harrys Kumpel geschah allerdings etwas, dass Harry entsetzt zurück weichen ließ, denn bei Damion löste sich das Halstuch, welches er sich während des Besuchs des Waisenhauses umgebunden hatte, damit man seine beiden Male nicht sah und nun konnte man sie ganz deutlich erkennen. Etwas, das Konstantin, der Ginnys Freund ja am nächsten stand, auch tat. Er ließ von Ginny ab und war mit zwei kurzen Sätzen bei Damion. Dort griff er dem Jungen an die Kehle und hob ihn ohne Mühe noch ein Stück höher.

„Schweig du elendes Insekt, oder du wirst erleben, was wirkliche Schmerzen sind.", Rief der Vampir und dann knockte er Harrys Freund mit einem gezielten Kopfstoß aus. Damions sackte zusammen und sein Kopf kippte nach vorn, wo er schlaff nach unten hing. Im nächsten Moment bildete sich an der rechten Schläfe ein kleines Rinnsal Blut und der rote Lebenssaft floss über Damions Gesicht, bis es dann schließlich auf den kalten Steinboden tropfte. Allerdings hing der Kopf nun so, dass man die Bissmahle nicht mehr sah und es wunderte Harry ein wenig, dass Konstantin nicht weiter darauf einging.

Nein, der Vampir hatte sich, kaum dass Damion ruhig war, wieder vor Ginny gestellt, schirmte sie regelrecht vor den Blicken Aller ab und betrachtete sein Geschenk eindringlich. Sein Mund kam dabei immer näher an den von Rons Schwester heran und Ginny wehrte sich vehement. Allerdings ging der Vampir nicht soweit, dass er die Rothaarige biss, doch Ginny schien dies dann wiederum egal zu sein. Offenbar war ihr ihre Lage und die ihre Ausweglosigkeit erst jetzt so recht klar geworden. Erste Tränen bildeten sich in ihren sonst so strahlenden Augen und Harrys Wut stieg daraufhin ebenso, wie auch die Furcht um seine Freunde.

Das Nächste was der Gryffindor sah war, dass Konstantin über den Punkt des Musterns hinausging und mit seinen Fingern, die Konturen von Ginnys Gesicht nachzeichnete. Harry glaubte sogar zu hören, wie der Vampir leise zu sich selbst sagte, „Oh, diese Augen" und sah dann, wie die langen Fingernägel, nein eher Krallen, mehrere von Ginnys Tränen auffingen. Diese führte Konstantin dann zu seinem Mund und schien sich daran laben zu wollen. Doch anhand von Ginnys Gesicht, welches plötzlich nicht mehr ganz so verzweifelt, sondern eher überrascht wirkte, erkannte Harry, dass etwas mit Konstantin geschah.

Was es war? Nun, das musste warten, den eine der Wachen im Raum, die sicherheitshalber Damions Zustand überprüfen wollte, rief aufgeregt nach ihrem Anführer. Sie drehte dabei den Kopf von Stephanos Sohn so, dass Ivan es schon von weiten sah und der Vampir reagierte mit blanker Raserei. Noch im Herankommen riss er sein Schwert aus der Scheide und schrie etwas von „er habe ihn nicht gespürt" und „das so etwas niemals leben dürfte" und machte sich bereit Damion kaltblütig zu töten. Ginny schrie daraufhin und schaffte es, ihre Beide nach vorn zu schleudern und den Vampir am Kopf zu treffen, worauf dieser nun die Rothaarige angriff. Er riss sein Schwert in die Höhe und ließ es nach unten rasen. Harry schrie aus Leibeskräften und voller Entsetzen „NEIN". Doch seine Schreie wurden durch ein noch viel lauteres „NEIN" und ein metallenes Geräusch übertrumpft. Dieses rührte von einem zweiten Schwert her, welches in die Bahn von Ivans gehalten wurde und das Leben von Ginny insoweit rettete, dass sie nur einen Kratzer am rechten Arm davontrug.

Ab da schien die Zeit still zu stehen und jeder versuchte die Situation zu begreifen. Harry starrte Ginny an, die wiederum geschockt auf die gekreuzten Klingen blickte. Damion, durch den Lärm wieder erweckt, schien völlig neben der Spur zu stehen und bei Konstantin und Ivan traf Unglaube auf blanke Wut. Doch der Zustand hielt nicht lange an und nun waren es die beiden Vampire, welche sich einen Kampf auf Leben und Tod lieferten. Die Schwerter flogen und krachten aufeinander und die Geschwindigkeit, mit der gekämpft wurde machte Harry leicht schwindelig. Außerdem schien Ivan einen Vorteil gegenüber seinem Angreifer zu haben, denn er sprach immer wieder von Verrat und dass Konstantin diesen nicht überleben würde. Und er schien damit recht zu behalten, denn obwohl der Anführer der Vampire keinen Treffer landen konnte, kam es zu Wunden am Körper des anderen. Etwas, das Harry an Severus Snape und seine gebrochenen Schwüre erinnerte.

Dem Gryffindor war dies allerdings im nächsten Moment egal. Nein, ihm kam die Ablenkung gerade recht und er konzentrierte sich darauf, seine Fesseln durchzubrennen. Glücklicherweise waren die anderen Beiden Wachen so durch den Kampf abgelenkt, dass sie dies nicht merkten und als sie es taten, als sie die kleinen Flammenstöße aus Harrys Augen bemerkten, war es eh schon zu spät. Harry hatte seine Hände frei, fiel auf die Knien und schleuderte dann eine Feuersalve auf die zwei Vampire, die dadurch sofort in Flammen aufgingen und unter Schmerzensschreien verbrannten.

Durch diesen Lärm abgelenkt wurde Konstantin allerdings kurz unvorsichtig und Ivan nutzte seine Chance. Er sprang plötzlich noch oben, drehte sich blitzschnell einmal um die eigene Achse, schlug seinem Gegner das Schwert aus der Hand und bohrte sein eigenes in Konstantins Brust. Der weißhaarige Vampir begann zu taumeln und stolperte rückwärts bis er fiel. Dabei starrte er immer wieder auf das Schwert in seiner Brust. Es musste sei Herz nur knapp verfehlt haben und doch war er paralysiert. Was Harry aber viel mehr entsetzte war nicht die Tatsache, dass Ivan als Sieger aus dem Kampf hervorging. Nein, es war der Ausdruck totaler Schuld, so als hätte man versagt, in Konstantins Augen.

„Warum nur, Konstantin?", fragte Ivan nun kalt. „War sie denn der Verrat wirklich wert? War dein Tod es wirklich wert, ihr Leben um ein paar Minuten zu verlängern?"

Mit diesen Fragen schritt Ivan nun auf Ginny zu. Er kümmerte sich nicht einmal um den eigentlich freien Harry. Nein sein Blick schien so voller Hass zu sein, dass er den Jungen einfach nicht für voll ansah. Anderseits war der Gryffindor auch noch zu keiner Reaktion fähig, nicht einmal als Ginny begann ängstlich zurück zu weichen. Harry Blick war immer noch auf Konstantin gerichtet, auf das glänzende Schwert in der Brust und er hörte, wie der weißhaarige, sterbende Vampir plötzlich mit Tränen in den Augen sagte, „Es tut mir Leid. Vergebt mir, ich habe versagt."

Ivan rief etwas von, es wäre dafür jetzt zu spät und hatte sich Ginny gepackt. Er griff sie grob an den langen roten Haaren und zog sie zu sich heran. Und noch während sich Rons Schwester vehement wehrte, drückte der eindeutig stärker Vampir ihren Hals brutal zur Seite und entblößte seine Zähne. Konstantin flehte ihn zwar noch an, es nicht zu tun, dass er nicht wüsste, was er tat, doch Ivan wollte es beenden. Ein kurzer Ruck und er hatte Ginny gebissen. Doch was nun folgte, damit hatte er nicht gerechnet. Niemand hatte das, außer vielleicht Konstantin.

Ivan stieß Ginny nämlich von einer auf die andere Sekunde von sich und schrie voller Schmerz auf. Er blickte ungläubig auf das Mädchen und taumelt zurück, als hätte ihn ein Fluch getroffen. Dann begann er zu röcheln und fasste sich an den Hals. Harry beobachtete das ganze mit einem leicht entsetzten Gesicht, denn auch wenn Ginny dadurch erst einmal gerettet war, verstand der Gryffindor einfach nicht, was hier geschah. Warum erzeugte der Biss oder gar das Blut von Rons Schwester eine solche Reaktion bei Ivan?

Schließlich ging der Vampir auf die Knien und noch während er Blut spuckte, platzten seine Lippen auf und an verschiedenen Stellen seines Körpers begannen sich Blasen zu bilden wie bei der Beulenpest, nur dass diese im nächsten Moment leuchtend rot wurden und es so aussah, als würden sie sich gleich entzünden. Voller Unglaube schaute Ivan auf Ginny, die kaum das sie frei war, einen Meter von ihm weggekrabbelt war und sich nun den blutenden Hals hielt. Dann ging der Blick des Blutsaugers zu Konstantin, der seinen früheren Herren voller Abscheu anblickte, und er fragte mit schmerzverzerrter Stimme, „Was geschieht mit mir, Konstantin? Was geschieht mit mir? Warum?"

Konstantin versuchte sich aufzurichten, doch das Schwert hinderte in daran. Daher riss er sich das Metall plötzlich mit einem Ruck heraus und es schien ihm egal zu sein, dass dies sein sicherer Tod war. Irgendwas wollte er noch loswerden, bevor er starb und Harry war gespannt was dies war.

„Du fragst warum, Ivan? Und du nennst mich einen Verräter?" sagte der Vampir mit fester, nahezu kalter Stimme. „Nun Ivan, das ist die Strafe dafür, dass du deinen Eid gebrochen hast. Du und ich und jeder andere Vampir aus unserem Clan schwor Gregory und seiner Blutlinie ewige Treue bis zum Tode. Doch nun hast du in deinem Wahnsinn versucht dieses Mädchen zu töten und damit die rechtmäßig Erbin ..."

„WAS", riefen jetzt nicht nur Ivan, nein, auch Harry, Ginny und der langsam erwachende Damion.

„Ja Ivan und damit ist auch der Beweis erbracht, dass du niemals ein Anrecht hattest, uns zu führen. Denn du, wärest du wirklich so mächtig gewesen, wie es die Position eines Anführers erfordert, dann, ja dann hättest du das Blut, dem du verpflichtest warst gespürt, hättest das Band fühlen können, welches uns alle verbindet. Doch du hast ... konntest es nicht. "

Harry traute seinen Ohren kaum und sein Blick ging zwischen den beiden Vampiren und einer sichtlich schockierten Ginny hin und her. Dann aber stellten sich seine Nackenhaare alarmiert auf und zwei Sekunden später musste er auch schon blitzschnell reagieren. Ivan, seinen Fehler endlich verstehend schien sich an einen letzten Strohhalm klammern zu wollen. Scheinbar dachte er, dass mit dem Tode von Ginny seine Zeit wieder erblühen würde und mit einem lauten Schrei voller Wut sprang er auf das Mädchen zu, um sein Werk zu vollenden. Die Rothaarige erreichte er aber nie. Ein gleißender Flammestoß schoss durch den Raum, schleuderte den Vampir zur Seite und verbrannte ihn binnen weniger Sekunden.

Alles was von ihm zurückblieb war Asche. Asche, und das Amulett, welches allerdings beim Aufschlagen auf den Boden zerbrach oder besser gesagt, der Edelstein, welcher bis eben noch blutrot das Zentrum des Schmuckstückes bildet, fiel nun heraus. Auf den harten Steinplatten aufgeschlagen, hatte er seine Farbe total verloren und war jetzt nicht mehr als ein Stück durchsichtiges, blasses Etwas. Harry schaute im nächsten Moment zu Konstantin und bemerkte, wie dieser seinen Arm hob. Dass sich der Vampir dabei auch noch in der Reichweite zu Ginny befand, störte den Gryffindor umso mehr. Harry erhob seine Hand und wollte auch den zweiten Vampir erlösen. Da aber stellte sich Ginny mitten in den Weg und schockierte ihren Freund ein wenig.

„Nein Harry, tu es nichts. Erst brauche ich Antworten." Sagte Rons Schwester und bedachte Konstantin mit einem flehenden Blick. Doch ihre Fragen mussten warten, denn von der Tür her kam Lärm auf und es machte den Anschein, als bewegte sich eine Menge Unheil auf den Kerker zu.

„Schnell Ginevra, nimm das Amulett. Nimm dein Schicksal bevor es ein anderer tut und unsere Gesellschaft vom Regen in die Traufe bringt."

Ginny war zu überrascht, dass der Vampir Konstantin ihren richtigen Namen kannte. Dann aber ging ihr Blick zu dem Schmuckstück am Boden. Harry versuchte ihr noch zu sagen, sie solle lieber die Finger davon lassen und dass man nicht wüsste, was noch alles geschehen könnte, doch der Lärm und Konstantins erneutes Flehen schien Ginny in eine Art Trance zu versetzten. Sie sah offenbar nur noch das Amulett und als sie es aufhob und dann den Edelstein wieder in seine Fassung drückte, da geschah es. Ein lauter Schrei des Entsetzens und des Schmerzes durchfuhr den Raum. Harry, der eigentlich von Konstantin abgelassen hatte um zu Hermine zu gehen, eilte zu Ginny um ihr zu helfen und um ihr das Amulett aus der Hand zu schlagen. Doch das war im nächsten Moment nicht mehr möglich, denn aus dem ovalen Kranz hatten sich mit einem klickendem Geräusch drei Krallen gelöst, welche sich nun in Ginnys Fleisch gruben und das Blut des Mädchens zum Vorschein brachten.

Was Harry im nächsten Moment dann aber noch mehr verwunderte war, dass Ginny nicht versuchte, den Anhänger loszuwerden. Nein, vielmehr beobachtete sie, wie ihr Blut floss und sich der bis zu diesem Moment klare Kristall mit ihrem Lebenssaft füllte. Als dies dann beendet war, durchzuckte eine gewaltige magische Welle den Raum und verschwand im Nichts. Konstantin stand ab da die völlige Erleichterung im Gesicht geschrieben und er machte sich bereit zu sterben.

Dies war auch etwas, bei dem ihm Harry behilflich sein wollte, denn der Gryffindor hatte wütend darüber was mit seiner besten Freundin geschehen war, seine Hand schon erhoben und sich auf sein inneres Feuer konzentriert. Doch einmal mehr brauchte ich Ginny davon ab. Der Rotschopf schien aus ihrer Trance befreit zu sein und war zu Konstantin geeilt. Sie kniet nieder und drückte ihren Schal auf die Wunde, damit nicht noch mehr Blut hervor quoll. „Du darfst nicht sterben. Ich habe doch noch so viele Fragen." Rief sie und sah in die brechenden Augen des Vampirs.

„Aber ich bin es nicht würdig, meine Fürstin", erwiderte Konstantin und schaffte es nicht einmal Ginny ins Gesicht zu sehen. Die Rothaarige hatte aber offenbar ihre Wahl getroffen und mit dem Satz „ Das entscheide ich selbst", lehnte sich Damions Liebste nach vorm und drückte Konstantin ihr Handgelenk in den Mund. Von da an ging alles rasend schnell. Der Vampir am Boden und in seinem Todeskampf konnte seine Schuldgefühle nicht mehr gegen seine Urinstinkte stellen und kaum hatte er das Blut geschmeckt begann er zu saugen. Und noch während er dies tat, schien sein Körper zu Kräften zu kommen und eine Minute später ließ er von Ginny ab.

Ein ersticktes „Danke" verließ seinen Mund und er machte den Anschein sich vor Ginny zu verbeugen. Harry fragte sich, was dies alles zu bedeuten hatte, musste dann aber seine Fragen zurückstellen, da der Lärm vor dem Kerkereingang lauter wurde. Konstantins Augen verdunkelten sich und er rief, „Schnell Herrin, wir müssen hier weg. Wir müssen zum Großen Rat und ihnen sagen, was passiert ist. Denn erst wenn er es weiß, dann kann euch keiner mehr ungestraft etwas antun. Viele von Ivan Leuten waren nämlich Geächtete, die sich nicht mehr an unsere Gesetze halten."

Dann wandte sich der Vampir an Harry und rief, er solle ihre Zauberstäbe vom Tisch und seine Freundin nehmen und sie in Sicherheit bringen. Als der Gryffindor sich dann aber sträubte und meinte, er ginge nicht ohne Ginny und Damion, da blitzte ihn Konstantin an und versicherte ihm, dass die Beiden unter seinem Schutz stünden. Kurz darauf zerbarst die Tür zum Kerker und die Holzsplitter rauschten durch den Raum. Harry rannte daher zu Hermine, befreite sie und nahm das immer noch bewusstlos Mädchen in seine Arme. Danach ging er mit ihr in Flammen auf. Allerdings traf ihn kurz bevor er verschwinden konnte erneut was am Kopf und seine Gedanken an Hogwarts, wo er hinwollte, trübten sich rapide...