Kapitel 92
„Ist da wer?"
Seamus war aus seinem Traum, in welchem sie gerade den Hauspokal gewonnen hatten, hochgeschreckt. Sein Blick ging suchend in die Dunkelheit und seine Hand in Richtung Zauberstab.
„Schsch Seamus, ich bin es nur, Parvati", erwiderte eine sanfte Mädchenstimme und der Ire konnte sich ein Schmunzeln nicht verkeifen. „Na dann ist ja OK. Sprich aber einen Stillschweigezauber. Ron hat manchmal ein ziemlich großes Organ ..."
„Eyh", kam es aus einer anderen Ecke des Schlafsaales mit leicht empörter Stimme und Seamus setzte hinterher. „Ich meine deine Stimmbänder, nicht das Würmchen." Kurz darauf war es wieder ruhig im Gryffindorturm, was vermuten ließ, dass das indische Mädchen Seamus Rat befolgt hatte. Hinter dem Vorhang sah es da schon anders aus, denn Ron hatte seine Liebste, kaum dass sie allein waren, eng an sich gezogen und bedachte sie mit stürmischen Küssen.
„Wo warst du noch so lange?" fragte er schließlich, als sie sich kurz trennten und Parvati ihr leichtes Nachthemd über den Kopf zog.
„Ach wir haben die Zeit etwas verquatsch", erwiderte sie und zog an Rons Decke damit sie darunter schlüpfen konnte.
„Echt? Die Zeit vergessen? Aber was kann denn so interessant sein, dass du mich vergisst?", striezte Ron seine Liebste nun etwas, während seine Hand langsam ihre Brüste streichelte.
„Oh es ging um Celine, eigentlich Mädchengespräche. Sie hat uns erzählt, dass sie vorgestern das erste Mal so richtig mit Collin geschlafen hat. Du weißt schon Sex und so..."
„Wirklich? Mehr als Baden? Wie das denn?", fragte Ron nun leicht überrascht und in seiner ureigenen, leicht unbeholfenen Art und Weise. Parvati drückte sich daraufhin etwas von ihm weg und schaute ihm in die Augen. „Nun, mein Lieber, ich denke mal, so wie wir alle es tun. Sie haben geknutscht und dabei hat Celine mit ihrem geschmeidigen Körper unseren Hobbyfotographen erregt, seine bestes Stück, welches nach ihren Angaben übrigens so gar nicht zu seinem kleinen Körperbau passen soll, ist hart geworden und er hat es dann mit viel Gefühl in ..."
„Ho ho Schatz, Informationssperre. So genau wollte ich es nicht wissen", unterbrach Ron sein Freundin, die ihn mit ihrem Ton nun leicht an Hermine im Lehrmodus erinnerte. Parvati lachte und küsste ihren Freund zur Beruhigung. Ron allerdings brach den Kuss noch mal kurz ab und schien nun ein wenig abgelenkt zu sein. Sein Gesicht nahm einen Ausdruck an, den Parvati immer dann sah, wenn den Rothaarigen was beschäftigte und schließlich fragte er auch mit leicht verlegener Stimme.
„Ich meinte auch nicht die Theorie Schatz. Ich meinte eher, wie sich Collin in Celines besonderem Fall verhalten hat. Ich meine, sie ... sie ist ... ist doch ..."
„Behindert Ron, aber nicht tot. Und soweit ich es aus ihren Worten herausgehört habe, betrifft ihr körperliches Leiden nur ihr Geh- und Stehvermögen, also ihre Muskeln und nicht ihren Gefühlssinn. Wie meinte sie es doch so treffen? ‚Es war so aufregend und viel versprechend. Obwohl, eine Nummer im Stehen, werd ich wohl nur vom Hörensagen erleben, auch wenn Collins Stöße meine Füße zum Kribbeln gebracht haben'."
Auf diese Aussage hin verschluckte sich Ron und während er nach Atem rang, meinte er, dass dies eindeutig zu viele Informationen waren. Parvati erwiderte daraufhin, dass er sich dann lieber darum kümmern sollte, dass auch ihre Füße kribbelten und sie dann nichts weiter erzählen würde. Der Rothaarige kam diesem Wunsche natürlich sofort nach und sie schliefen erst eine gute Stunde später eng umschlungen ein.
Gegen acht Uhr dann öffnete Ron schließlich seine Augen wieder. Heute war ja Sonntag und damit kein Unterricht, was hieß, er konnte noch eine Weile mit Parvati kuscheln. Diese lag übrigens mit etwas Abstand zu ihrem Freund neben ihm und beobachtete, wie dieser langsam erwachte. Ron lächelte sie an und flüsterte „Guten Morgen". Zu einem Kuss kam es aber nicht mehr, denn als sich der Gryffindor rüberbeugte, um seine Lippen auf Parvatis Mund zu legen, sog er stark die Luft ein, um ihren Duft aufzunehmen, und stockte plötzlich in seiner Bewegung. Er schnüffelte nun regelrecht ins Nichts.
„Mum", fragte er dann ungläubig und Parvati sah ihren Liebsten überrascht an. Alarmiert drehte sich Ron zum Vorhang um und öffnete ihn vorsichtig mit der Befürchtung dass Molly Weasley sich dahinter versteckte und gleich ganz Hogwarts zusammen schrie. Dann hob der Gryffindor den Stillschweigezauber auf und atmete noch mal tief und lange durch die Nase ein. Parvati vermutete, dass seine Werwolfsinne nun walteten und plötzlich wurde das Gesicht ihres Liebsten noch verwirrter und totaler Unglaube spiegelte sich wieder. Er sagte dann plötzlich auch noch Namen wie „Remus", „Bill" und „Kingsley" und sprang auf. Sein blasses Gesicht wandte sich Parvati zu. Mit panischer Stimme rief er, „Der Orden ist im Schloss. Oh mein Gott, es muss was mit Harry passiert sein." Und keine zwei Minuten später stürmte Ron sich seinen Umhang noch überwerfend in Richtung Große Halle.
Es war doch ein schon sehr ungewöhnlicher Anblick, welcher sich den Schülern von Hogwarts bot, als sie zum Frühstück in der Großen Halle erschienen. Überall standen Erwachsene rum und diskutierten. Unter ihnen Kingsley Shacklebolt und fast der gesamte Weasleyclan, angefangen von Molly über die Zwillinge bis hin zu Arthur und Bill. Letzter war es auch der seinen jüngsten Bruder als erstes entdeckte und ihm entgegen lief.
„Ron es ist ..."
„Was ist Bill? Es geht doch um Harry?", unterbrach der Gryffindor seinen Bruder voller Furcht vor dem Schlimmsten in der Stimme. Dann ging sein Blick zu Stephano Styls und auch zu Tonks, welche beide gerade von Poppy versorgt wurden. Damions Vater hatte eine ordentliche Brausche am Kopf, doch er versuchte der Schulheilerin zu entgehen.
„Lass gut sein Poppy, wir müssen sie erst finden", hört Ron seinen Professor sagen und lenkte daher seine Schritte in dessen Richtung. Poppy schien aber völlig anderer Meinung zu sein und fuhr den Mann zur Überraschung aller laut an.
„Nein Stephano, du bleibst jetzt erst mal sitzen. Du hast eine Platzwunde am Kopf, mehrere Fluchverbrennungen am Körper und du hast sie die halbe Nacht gesucht. Du bist doch völlig erschöpft."
Professor Styls ließ sich aber nicht belehren und konterte damit, dass Damion sein Sohn sei, alles war, was er noch habe und dass er es sich nie verzeihen könnte, wenn ihm und Harry und den Mädchen was geschehen war. Damit stand er auf und ging zum Tisch der Direktorin. Minerva McGonagall unterhielt sich gerade mir Kingsley und erfuhr, dass einige Auroren, die zu ihm standen, die Stelle untersucht hatten, wo Harry überwältigt worden war. Doch dann wurden seine Ausführungen unterbrochen. Zum einen wollte Ron aufgeregt wissen, was geschehen war. Und dann schrie ein Mädchen aus Ravenclaw plötzlich auf und deutete aufgeregt auf die schwebenden Kerzen in der Halle.
Sofort gingen alle Blicke auf die wächsernen Lichtquellen und man erkannte, was das Mädchen so aufregte. Das Feuer schien aus irgendeinem Grunde immer wilder, immer intensiver zu brennen, so heiß sogar, dass das Wachs schon zu schmelzen begann. Dann, mit einem Male, schien es so, als würde sich im Zentrum der Halle plötzlich eine Unmenge Energie sammeln und dann geschah es. Ein riesiger Feuerball entflammte vor den Augen aller und als er wieder verschwand blieben an seiner Stelle zwei menschliche Körper zurück.
Es waren Harry und Hermine, wobei der Gryffindor seine Freundin auf den Armen hielt, seine lederne Kleidung schwelte und er konnte sich kaum noch auf seinen Beinen halten. „Oh mein Gott, Harry", rief Ron und stürmte los. Er schaffte es mit einem weiten Sprung gerade noch Hermines geschundenen, nackten Körper vor einem harten Aufschlag zu bewahren. Nun lag sie auf ihm und dass die Kleidung seiner besten Freundin nur noch Asche war, bekam der Rothaarige aber erst mit, als seine Hand eine von Hermines Brüsten von hinten umfasst. Blitzschnell zog er sie zurück und rollte dann das Mädchen von sich runter. Sein Blick ging nach Poppy suchend durch den Raum und dabei realisierte er, dass alle Anderen ihn, oder aber vielmehr den nackten Körper in seinen Armen anstarrten. Wut entbrannte kurz und er schrie, sie sollten gefälligst ihre Blicke abwenden. Dann zog er sich selbst rasch seinen Umhang aus, um ihn um Hermine zu legen und hoffte darauf, dass Poppy endlich aus ihrer Starre erwachte.
Danach ging sein Blick zu Harry, welcher mittlerweile von Professor Styls versorgte wurde. Damions Dad hatte den völlig erschöpften Jungen auf den Boden gebettet, hatte seine Jacke mit einem kleinen Messer aufgeschnitten, damit der Gryffindor besser Luft bekam und drückte nun ein Taschentuch auf die Wunde am Kopf. Harry stöhnte vor Schmerzen auf, doch Styls beruhigte ihn schnell.
„Schon Gut, Harry. Alles wird gut", sagte er und bedeutete seinem Schüler er solle liegen bleiben. Allerdings kam nun Ron auf den Plan und er fragte seinen besten Freund ängstlich, was mit Ginny und Damion sei. Harrys Augen wurden darauf weit und er sagte mit erstickender Stimme, „Der Vampir hat sie mitgenommen. Er bringt sie nach Rum..."
Offenbar reichte die Kraft des Gryffindors nicht mehr um den Satz zu vollenden. Harry bäumte sich noch mal kurz auf und sackte dann bewusstlos zusammen. „Nein", schrieen nun nicht nur Ron, sondern auch Molly und Arthur. Und vor allem Rons Mum musste gestützt werden. Das nächste was die Schüler in der Großen Halle noch mitbekamen war, dass einige Auroren beschlossen, die zwei Schüler zu suchen und dass Ron verzweifelt bat, dass er mit gehen dürfte. Professor McGonagall gab dieser Bitte aber nicht statt und meinte, man dürfte jetzt nichts übereilen. Danach wurden alle Schüler in ihre Häuser geschickt und die Verletzten schwebten vorsichtig und unter Poppy ständig wachsamen Blick in den Krankenflügel.
Harry Potter hätte niemals gedacht, dass ihm Madam Pomfreys Parfum, ihr Eau de Steril, einmal Erleichterung verschaffen würde. Ein riesiger Stein fiel dem Gryffindor also vom Herzen als er es roch, denn die letzten Momente bevor er in Hogwarts aufgetaucht und ohnmächtig geworden war, schien nur wie in einem Traum vor seinen Augen abgelaufen zu sein. Nun aber war Harry wieder bei Sinnen und dies verdankte er ... nein, nicht dem Geruch des Krankenflügels, ... sondern Professor McGonagall zorniger Stimme.
„Oh dieser Dickkopf, dieser Bengel ... dieser ... Wenn ich ihn in die Finger bekomme, dann ..."
„Minerva, hör auf zu fluchen, du weckst noch alle auf." Erklang zu Harrys Verwunderung Molly Weasleys Stimme aus nicht ganz zwei Meter Entfernung von ihm. Allerdings war sie wohl die Falsche, um die Direktorin zu beruhigen denn die alte Hexe wandte sich nun direkt an Rons Mum und sprach mit lauter Stimme weiter. „Und genau das tue ich nicht, meine Liebe. Es ist schließlich dein Sohn, der denkt oder eben nicht nachgedacht hat ..."
„Ron? Was ist mit ihm?", hört man nun Molly überrascht fragen und die Direktorin wetterte weiter. „Na er ist fort! Er hat das Schloss verlassen."
„Oh nein", fuhr Harry hoch, bereute dies aber keine zwei Sekunden mit einem Stechen im Kopf und dem Gefühl, als würde sich Alles drehen. Natürlich rief das Poppy auf den Plan und sie fauchte die beiden Erwachsenen an. Sie wollte sogar, dass die beiden Hexen den Raum verließen und ihren Disput vor den heiligen Hallen ausfochten, doch das wollte Harry wiederum nicht und immer noch eine Hand an den Kopf gepresst und mit der anderen das Gleichgewicht haltend, sagte er leise „Nein, Poppy. Ich muss erst wissen, was mit Ron ist."
„Ach musst du das, Harry?", fragte die Heilerin schnippisch, wurde sich aber des flehenden Blickes des Gryffindors bewusst und verdrehte dann geschlagen ihre Augen. Sie drückte Harry noch ein Schälchen mit einem Schmerztrank in die Hand und danach konnte sich Harry an die Direktorin wenden.
„Was ist mit Ron? Und wo ist er hin?", fragte Harry besorgt und Professor McGonagall kam an sein Bett.
„Nun, Harry, so wie es aussieht, ist bei ihrem Freund eine Sicherung durchgebrannt, als ihr Zwei gestern Abend hier aufgetaucht seid und du sagtest, dass die Vampire Ms. Weasley und Stephanos Sohn mitgenommen haben. Ron wollte sofort los, um sie mit zu suchen und um sie wieder sicher nach Hause zu bringen. Doch wir haben beschlossen, erst einmal auf mögliche Informationen von unseren Verbündeten oder aber auf ihr Erwachen zu warten ..."
„Ja und?", fragte Harry dazwischen und die alte Hexe machte ein sehr nachdenkliches Gesicht.
„Nun, offenbar dauerte dies ihrem Freund zu lange und so kam es, dass Ms. Patil vorhin ganz aufgeregt zu mir kam und mich informierte, dass ihr Freund einige Sachen zusammengepackt, seinen Besen geschultert und dann Hogwarts verlassen hat."
„Oh nein, das kann nicht sein. Sie werden ihn umbringen, wenn er sich Ginny in irgendeiner Art nähert." Entfuhr es Harry und die Erwachsenen, zu denen sich nun auch Professor Styls gesellt hatte, schauten den Gryffindor verwirrt an.
„Ihn töten? Sich Ginny nähern? Harry wie meinst du das? Und wo hat man sie hingebracht?" Fragte nun Damions Dad voller Sorgen, worauf Harry leicht grinste.
„Nun Steph, sie bringen sie, und auch Damion, zum Rat der Vampire. Irgendwie scheint es in den Reihen der Blutsauger ein paar Unstimmigkeiten zu geben und der eine Vampir, sein Name ist Konstantin, und er war es auch, der uns gerettet hat, nun, hat in Ginny ihr Erbe erkannt."
„Ihr Erbe?", fragte die Direktorin, doch Harry beachtete sie nicht wirklich, sondern sein Blick lag auf Molly. Rons Mum musste in den letzten Augenblicken fieberhaft eins und eins zusammengezählt haben und wurde nun immer blasser. „Oh bei Merlin ... sie ... sie ist ... Oh... Mariam ...Gregory... Er ... er war ... war der Sohn des Großfürsten und ..."
„Richtig Molly", sagte Harry. „Und Ginny trägt sein Blut. Das Blut, welches mir und Hermine ... Oh nein, was ist mit ..."
Harry war in den letzten Minuten so gefangen vom Erzählen gewesen, dass noch nicht mal auf das Bett neben sich geschaute hatte. Dort lag seine Liebste und schlief. Harrys Blick ging Hilfe suchend zu Poppy und die Schulheilerin lächelte. „Schon gut, Mister Potter, ihr geht es gut, mal abgesehen vom Kopfweh und einem höllischen Muskelkater."
„Wie? Woher?", wollte Harry fragen, doch Poppy sprach schnell weiter. „Nun Harry, deine Freundin hat nicht wie du das Langschläfergen und war vor zwei Stunden schon mal wach. Ich habe sie daraufhin nochmals untersucht, sie etwas ausgehorcht und dann wieder in einen erholsamen Schlaf versetzt. Es fehlte ihr kaum was, außer vielleicht die leicht überdehnten Muskeln ihrer Arme und einer kleinen Beule am Hinterkopf. Allerdings konnte sie mir, oder aber auch Molly, nichts darüber sagen, was mit euch geschehen war. Offenbar hatte sie ihr Bewusstsein seit dem Angriff im Waisenhaus nicht mehr zurück erlangt und damit auch nichts von der Sache mit Ginny und Allem mitbekommen."
Harry nickte verstehend und wollte eigentlich seiner Liebsten einen Kuss auf den Mund geben. Doch sein Aufstehen wurde einerseits durch den Schmerz am Hinterkopf und andererseits durch die besorgten Blicke von Molly und Stephano Styls verhindert. Letzterer war es dann auch, der nun genau wissen wollte, warum Ron denn so in Gefahr sein sollte und Harry erklärte es ihm mit einer ganz kurzen Gegenfrage, welche sich darauf bezog, was er und alle die anderen Hexen und Zauberer tun würden, ginge es darum eine Person wie den Minister, oder sogar die Queen, oder aber die Hoffnung auf eine Zukunft in Frieden zu beschützen.
Stephano wurde blass und die Sorge in seinem Gesicht verstärkte sich noch einmal. Molly hingegen fragte laut in den Raum, wieso Harry den glaube, dass die Vampire sich so verhalten würden. Ginny sei doch nur die Ur- Ur- Urahnin oder so von Gregory. Der Gryffindor meinte daraufhin, dass er es zwar auch nicht so ganz verstehe. Es aber was mit dem Blut und der in der Blutlinie innewohnenden Macht des Großfürsten zu tun haben musste und, dass es seit Gregorys Tod zu Unruhen und Streitigkeiten zwischen den Clans gekommen war, weil nicht alle Voldemort dienen wollten. Dann wiederum waren sie aber an Ivan als letzten gebissenen Thronanwärter gebunden und konnten nicht anders. Jetzt aber, mit Ginny und Damion als weitere durchaus bedeutendere Nachkommen, bestand wieder Hoffnung.
„Nun, ich denke, wir sollten uns langsam drauf vorbereiten, Rons Verfolgung aufzunehmen." Sagte Damions Vater als Harry geendet hatte und stand abrupt auf. Der Gryffindor sah ihn mit großen Augen an, während andere die Sache nicht ganz so sahen.
„Was? Bist du irre, Steph?", fragte Poppy entsetzt und stellte sich so vor Harry, als wolle sie niemanden an ihn heran lassen. „Mister Potter bleibt hier und das noch mindestens eine Woche, bis sein Körper vollständig genesen ist."
Harry schaute nun verwirrt zu seinem Professor und bemerkte in seinen Augen plötzlich ein Funkeln, welches ihn an Albus Dumbledore erinnerte. „Und da wiederum bin ich völlig anderer Meinung, Poppylein. Harry ist auf dieser Mission unabdingbar, denn er kennt als einziger den Vampir, an den man sich wenden kann."
Zu einem Kampf zwischen den beiden Erwachsenen sollte es aber gar nicht kommen, denn die Direktorin mischte sich ein und wollte, entgegen der Art, die Harry von ihr kannte, von ihren Lehrer für VgddK wissen, wieso er gedachte Harry mitzunehmen und ob ihm bewusst sei, was der Gryffindor in den letzten Stunden durchgemacht habe und dass er wieder in Gefahr geraten könnte. Stephano Styls begann nun zu grinsen und erwiderte.
„Nun Minerva, ich denke mal, ich nehme ihn gerade deshalb mit, weil unser lieber Harry eben dieselben Eigenschaften besitzt, wie auch Ginny Bruder Ron. Eine unaufmerksame Minute von euch und er ist weg, bedenkt man seine Art zu reisen. Und dann nehme ich ihn mit, da ich hoffe, dass seine besonderen Fähigkeiten uns beim Besuch in der Höhle der Löwen, Verzeihung der Fledermäuse, behilflich sein könnten..."
„Ja aber die Verletzungen", wollte Poppy aufbegehren, immer noch leicht sauer darüber, wie Stephano sie genannt hatte. Doch auch hierauf hatte der Professor für Verteidigung eine Antwort und sie lautete an Harry gewandt, er habe eine Stunde, um ausgiebig im Vesuv zu baden, seine Heilkräfte wirken zu lassen und dann in voller Montur bei ihm auf der Matte zu stehen.
Zuerst verwirrte es Harry ein wenig. Doch dann, und wirklich in einer Sekunde in der die Schulheilerin nicht hinschaute und bevor die Direktorin die falsche Entscheidung treffen konnte, da hatten Harrys Instinkte, oder waren es die von Arcan, reagiert und mit einer Stichflamme war er verschwunden. Zwar würde er sich später noch was von Poppy, wegen dem verkohlten Bettlaken anhören können, doch vorerst galt es sich zu regenerieren. Dass Harry dafür aber nicht nach Italien in die Lavaströme des Vesuvs gereist war, sondern seinem Körper die Hitze der Geysire auf Island schenkte, sollte hier nur nebenbei erwähnt werden. Ebenso wie die Tatsache, dass der Gryffindor bei seiner Rückkehr eine Stunde später wohlweislich den Besenschrank des Krankenflügels auserkor. Nun ganz vorsichtig den Krankensaal betrat und auf Zehenspitzen zu seinem Bett schlich. Grund hierfür war, dass ein Krankenhaushemdchen eben nicht feuerfest war und er seinen Drachenlederanzug nun mal neben seinem Bett zurück gelassen hatte.
Die paar Schritte über den kalten steinernen Boden gehuscht, die magische Kleidung dann endlich angezogen und Hermine noch einen kurzen Kuss auf den Mund gehaucht, machte sich der Gryffindor raschen Fußes auf den Weg zu Professor Styls. In seiner unschuldig naiven Art bekam er allerdings nicht mit, dass sein Widerauftauchen doch nicht ganz so unbeobachtete gewesen war. Denn Poppy, die Direktorin und Molly Weasley saßen noch im Büro der Schulheilerin und sahen alles mit einem Lächeln durch den großen, zu einer Seite optisch offenen Spiegel. Alle Drei hatten aber nach einem langen, ausschlussreichem Gespräch mit Stephano beschlossen, den Jungen sein Ding machen zu lassen und ihn auch, trotz des oder aber gerade wegen des doch sehr angenehmen Anblickes, welcher sich ihnen bot, nicht beim Anziehen zu stören. Sie waren zwar Hexen älteren Semesters, aber dennoch Frauen. Und sie wussten eines ganz genau. Das Letzte was der Gryffindor jetzt gebrauchen konnte war die Gewissheit über die Tatsache, dass er eine kleine Peepshow vor drei ihm sehr wichtigen Frauen hingelegte hatte und ihm dadurch der Kopf vom Scham platzte.
Harry überlegte noch, ob er alles bei sich hatte und klopfte dann an der Bürotür von Professor Styls an. Ein leises „Herein" erklang und zwei Sekunden später wurde der Gryffindor auch schon von einem freudig strahlenden Gesicht begrüßt.
„Na Harry, alle Akkus wieder aufgeladen und bereit?" Fragte Damions Vater und bot Harry einen Stuhl an. Harry allerdings war nun ein wenig verwirrt, da er dachte sie würden sich gleich auf den Weg machen. Schließlich hatte Ron ja eine ganze Menge Vorsprung, welchen es aufzuholen gab. Ginny Bruder konnte ja letztendlich schon über Hunderte von Kilometern weg sein. Stephano Styls hingegen blieb ruhig und studierte gelassen einige Dokumente. Etwas, das Harry doch schon ein kleines Bisschen störte und weshalb er auch die Stille durchbrach und seinen Lehrer direkt fragte.
„Professor, ich frage mich gerade, ob wir nicht Zeit verschwenden? Oder aber, wenn wir schon hier rum sitzen, ob sie mir dann erklären könnten, woher sie wussten, dass mich das Bad in einem Vulkan, oder aber in meinem Falle, ein Bad auf Island, schneller heilen würde."
Stephano Styls schaute von seinem Pergament auf und begann zu lächeln. Dann ging er um seinen Tisch herum, setzte sich direkt vor Harry auf die Tischkante und begann mit übertrieben lehrerhaftem Ton zu sagen. „Nun mein Lieber, mein Wissen um die Sache mit deiner Heilung beruht auf jahrelanger Erfahrung, Studien tausender Bücher und unzähliger Experimente..."
„Was? Aber ich dachte, dass Elementare nicht mehr so weit verbrei ..."
Harry brach mitten im Satz ab, da der Mann vor ihn angefangen hatte zu lachen. Naturgemäß sah der Gryffindor ihn daraufhin verstört an und Damions Dad erwiderte, „Oder aber es liegt daran, dass ich mich mit Eve ein wenig unterhalten habe, nachdem mir aufgefallen war, dass unsere Freundin vor einigen Tagen, oder besser gesagt, als sie sich auf einer der magischen Treppen den Fuß leicht verknackst hatte, mit hinkendem Bein in den See gegangen ist und eine Stunde und gut vier Kilometer Schwimmstrecke später ohne zu Humpeln wieder aus dem Wasser kam."
„Und dass hat sie darauf gebracht, dass es bei mir und meinem Element sich ähnlich verhält?", fragte Harry verblüfft und Styls nickte leicht.
„Ja Harry", sagte er, „so in etwa. Irgendwie scheinen euch eure Elemente eine gewisse Heilkraft zu verleihen. Wahrscheinlich damit ihr die Transformationen besser verkraftet. Frag mich aber jetzt nicht, wie das gehen soll. Sieh es einfach als Magie an."
Beim letzten Satz musste Styls nun wirklich kurz auflachen. Harry wollte ihn noch was fragen, doch da räusperte sich jemand hinter ihnen und der Gryffindor fuhr überrascht herum. Damions Dad schien allerdings auf den Besucher gewartet zu haben und meinte etwas, dass sie sich nun um die Sache mit Ron kümmern konnten. Der Blick des Professors ging zum Portraitrahmen von Albus Dumbledore und er begrüßte seinen alten Freund recht herzlich.
Der alte Zauberer erwiderte der Gruß und winkte auch Harry kurz zu. Dann aber wandte er sich direkt an den Lehrer für VgddK und meinte, „Du hattest Recht Steph. Mr. Weasley ist wirklich ein zielstrebiger, schlauer Junge geworden. Und er nutzt alles, was ihm zur Verfügung steht."
„Was? Wie meinen sie das, Professor?" Fuhr Harry hoch und bedacht das Gemälde mit einem nachdenklichen Gesicht. Dumbledore lächelte aber nur verschmitzt und sagte nun an Harry gewandt. „Was ich meine ist, dass dein Freund Ronald nicht wie früher mit dem Kopf durch die Wand geht und einfach losgerannt ist, Sondern er ist zuerst nach Hogsmeade geflogen, dann in den Eberkopf eingestiegen und danach mit Aberforths Kamin nach Rumänien zu seinem Bruder Charlie gereist. Etwas, worauf wir gleich hätten kommen und Schritte einleiten müssen."
„Und jetzt?", fragte Harry, worauf Professor Styls antwortete, „Jetzt haben wir einen Anhaltspunkt und nehmen den selben Weg. Ich denke doch Albus, du hast mit Arthurs Sohn schon Kontakt aufgenommen?"
Das Portrait nickte und meinte, dass Charlie schon auf sie wartete. Außerdem habe er seine Kontakte in Rumänien informiert und diese hören sich nach etwaigen Fremden um. Ein rothaariger Teenager sollte doch schon ein wenig auffallen. Mit diesen Worten schloss Harry alter Mentor seine Ausführungen ab und schaute die beiden Zauberer erwartungsvoll an. Professor Styls dankte dem Portrait und holte dann seinen Umhang aus dem Schrank. Danach ging er zum Kamin und bat per Flohpulver die Direktorin, ob sie seinen Kamin kurz frei schalten könnte. Professor McGonagalls Gesicht erschien in den Flammen und sie nickte.
Dann aber fragte Styls seine Chefin noch, ob ihr Blutdruck wieder runter war und er legte dabei ein Grinsen auf, welches Harry nichts Gutes erahnen ließ. Als sie beide dann soweit waren um durch den Kamin nach Rumänien zu reisen, fragte Harry seinen Lehrer, wie er das mit dem Blutdruck gemeint habe. Styls Grinsen wurde nun fast teuflisch und er erwiderte, dass Harry dies bestimmt nicht wissen wolle. Und bevor sich der Gryffindor noch weitere Gedanken machen konnte, gab ihm Damions Dad auch schon einen kleinen Stups und sagte laut „Drachenpflegestation Rumänien Nord, Charlie Weasleys Büro". Die grünen Flammen schlugen hoch und rissen die beiden Männer mit sich...
TBC
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