Kapitel 93

Kapitel 93

Harry fragte sich, ob er es jemals lernen würde. Wahrscheinlich nicht, da er durch seine Teleportation es eh immer vermeiden würde so zu reisen. Doch einmal mehr stolperte der Gryffindor aus dem am Flohnetzwerk angeschlossenem Kamin und es war Charlie, welcher ihn davor bewahrte hart gegen einen massiven Steinpfeiler zu laufen, welcher ungefähr zwei Meter vom Kamin entfernt die Decke abstützt.

„Hey Harry", begrüßte Rons Bruder den Schwarzhaarigen mit einem Grinsen und zog den Jungen dann schnell zur Seite, da das Flackern der grünen Flammen eine weitere Person ankündigte. Kurz darauf stand auch Stephano Styls im Raum und nach einem kurzen musternden Blick beider Zauberer umarmten sich der Professor und Rons Bruder wie zwei alte Freunde. Harry kam dabei in den Sinn, dass sie sich zwangsläufig kennen mussten, da Stephano ja damals sein Praktikum in Hogwarts absolvierte hatte, als Ems und Charlie dort noch Schüler waren.

Einige Moment später führte der rothaarige Drachenpfleger seine Gäste dann ins Wohnzimmer seines kleinen Domizils. Dort bot er ihnen Tee an und brachte die beiden auf den neuesten Stand. Harry hörte ihm aufmerksam zu, während sein Blick jedoch durch den Raum wanderte und das doch sehr ungewöhnliche Ambiente studierte. Es gab hier im Zimmer, oder eher in der Wohnung von Charlie, offenbar nur einen großen Raum außer dem Bad und der Küche und alles schrie förmlich nach Junggeselle und Drachenfan. Überall hingen Bilder der großen Echsen, einige davon mit Charlie, wie er die Tiere streichelte oder pflegte. Das Ungewöhnlichste allerdings war die Ecke, wo Rons Bruder zu schlafen schien.

Dort sah es nämlich nicht so aus, als wären sie in einem Haus oder so. Nein diese Ecke bestand aus blankem Felsen, einer dicken Strommatte und Fellen, die zu einem Lager zusammengelegt waren. Dann bildeten mehrere alte Öllampen an den Wänden so etwas wie eine Lichtquelle und ansonsten war alles kahl. Harrys Blick verweilte etwas länger auf der Schlafstätte und dadurch zog er die Aufmerksamkeit von Charlie auf sich.

„Na Harry, gefällt dir mein Bett? Hab es selbst erschaffen?"

Das Amüsement in Charlies Stimme schwang förmlich im Raum und Harry schaute ihn verlegen an. „Ähm, es ist sehr ungewöhnlich", versuchte der Gryffindor es politisch auszudrücken, worauf Rons Bruder zu grinsen begann und meinte, „Jepp, aber die Kirschen stehen tierisch drauf."

Dies war zu viel und Harry verschluckte sich. Dann merkte er, wie sein Gesicht zu glühen begann und innerlich verfluchte er sich mal wieder. Steph und Charlie hingegen kugelten sich fast auf dem Boden, als sie sein Gesicht sahen. Dann aber erbarmte sich Charlie und stand auf. Er kam auf Harry zu, ging dann an ihm vorbei Richtung Schlafecke und bedeutete dem Jüngeren ihm zu folgen.

„Nimm's mir nicht übel Harry. Den Spruch musste sich bisher jeder anhören. Wobei das Gesicht das du gemacht hast aber nur im Mittelfeld liegt. Mum zum Beispiel brauchte gute fünf Minuten um sich wieder einzukriegen. Allerdings löcherte sich mich danach damit, dass es Zeit für Enkel währe und ich merkte, dass der Schuss doch ein wenig nach hinten losging."

Harry starrte Charlie an und stellte sich dann Molly vor, wie sie in ihrer Art ihren Sohn dazu bewegen wollte mal was für die Familienplanung zu tun. Schließlich aber standen sie vor dem Schlaflager von Charlie und mit einem Male wurden Harrys Augen immer größer, denn zwischen den Decken lag etwas. Etwas, das Harry schon einmal gesehen hatte und was ihm in seinem ersten Schuljahr eine nicht ganz ungefährliche Strafarbeit eingebracht hatte. In Charlies Bett lag doch tatsächlich ein Drachenein. Harrys Blick ging alarmiert und leicht entsetzt zu Rons Bruder und dieser grinste.

„Schön, nicht wahr, Harry?", fragte Charlie mit einem Ton, welcher Harry sehr an Hagrid erinnerte. Der Gryffindor nickte, sein Gesicht blieb aber ein riesiges Fragezeichen. Charlie streichelte das Ei nun ein wenig und richtete die Felle und Decken ein wenig.

„Siehst du Harry, ich liebe meine Drachen und kann mit Stolz behaupten, dass ich einer der besten Drachenpfleger bin, die es in Europa gibt. Ja, ich schreibe sogar gerade an einem Buch über meine Zeit mit den Echsen. Doch dies alles könnte ich nicht, wenn ich nicht wüsste, mit was ich es zu tun habe. Meine Kollegen halten mich manchmal sogar für verrückt, weil ich gerade so etwas wie das hier mache. Doch das Bett hat seinen Grund. Es ist aufgebaut wie die Höhlen, in denen die großen Drachen ihren Nachwuchs sonst zur Welt bringen. Du musst wissen, dass der erste Eindruck für ein geschlüpftes Junges immer der wichtigste ist. Und ich habe in meiner Lehre zu oft gesehen, was passieren kann, wenn die kleinen Drachen, die ihre wirklichen Eltern aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr um sich hatten, die Sterilität einer Labors in ihren ersten Stunden erfahren."

Harry schaute den Rothaarigen überrascht an und Charlie legte noch nach. „Und ich bin eine Naturfreak, Harry. Ich schlafe oft mit draußen in den Höhlen und beobachte meine Lieblinge. Also muss ich mich nicht umgewöhnen, wenn ich mal hier wohne." Langsam schien der schwarzhaarige Gryffindor die Denkweise von Rons Bruder zu verstehen und kam dann zum eigentlichen Grund für ihren Besucht. Er fragte Charlie direkt nach seinem Bruder und der Drachenfan erwiderte.

„Nun Harry, ich weiß nicht, wo Ron hin ist. Ich war auf Beobachtung im Reservat. Doch das mein liebes Bruderherz hier war, steht außer Zweifel. Er hat mir einen Brief dagelassen und da alle meine Brüder oder aber Ginny und Mum und Dad eine magische Berechtigung haben, meine Wohnung hier zu betreten, nun, dadurch wurde kein Alarm ausgelöst und ich erfuhr erst durch Professor Dumbledore, der den Rahmen von Alexis Waldorf da drüben benutzt hat, von Rons kleiner Tour."

„Und wo könnte er jetzt sein Charlie?", fragte Stephano Styls und rieb sich etwas die Hände. Rons Bruder schaute den Professor an und erwiderte dann nachdenklich. „Nun, ich denke, er wird hoch zum Schloss der Vampire gegangen sein."

„Zum Schloss?", entfuhr es Harrys Mund und er starrte den Rothaarigen an.

„Jepp Harry, der Hauptsitz der Clans oder besser der des großen Rates, befindet sich in etwa fünfzehn Kilometern Entfernung von hier im Gebirge auf einer sehr schlecht zugänglichen Felsformation."

„Aber dann müssen wir los, Charlie", sprang Harry auf und wollte zur Tür. „Ron wird es sonst nicht überleben. Die Vampire sind auch für ihn zu viele."

Überraschender weise blieb Charlie aber sehr gelassen und grinste. Harry sah ihn verständnislos an und erst als der Rothaarige merkte, dass es einer etwas ausführlicheren Erklärung für den Gryffindor bedurfte, erklärte er.

„Bleib ruhig Harry. Ron mag zwar vor euch hier in Rumänien aufgetaucht sein, doch ans Schloss kommt er auch erst nach Sonnenuntergang heran. Die Vampire haben sich schon vor Hunderten von Jahren gegen Angriffe am Tage geschützt. Ron weiß das seitdem sie mich regelmäßig besucht haben."

„Ja aber... er könnte doch einfach dort hin apparieren", wollte Harry seine Sorge um seinen Freund noch untermauern. Charlie nahm ihm aber den Wind aus den Segeln und meinte, dass Apparation schon gar nicht ging. Man kam nur zu Fuß, jedenfalls als Mensch, ins Schloss. Oder aber so, wie Harry zu reisen im Stande war. Dies hellte natürlich Harrys Gesicht ein wenig auf und man beschloss bis kurz vor Sonnenuntergang zu warten, und dann einfach in die Nähe des Schlosses zu teleportieren.

„Wow"

Anders konnte Harry den Anblick, der sich ihm nach einer kurzen Teleportation zum Fuße des Gebirges bot, nicht beschreiben. Spielberg und Lucas hätten dafür in der Muggelwelt dreizehn von zwölf Oscars bekommen´, dachte sich der Gryffindor, als sein Blick den Berg hoch zum Schloss der Vampire ging, das über ihnen im Lichte des fast runden Mondes strahlte und Macht und Gefahr förmlich in jede Richtung sandte.

Harry überlegte, ob er so etwas schon mal gesehen habe. Ihn fiel aber nur Hogwarts ein, und wie es ihm nach seiner ersten Fahrt über dem See in Erinnerung geblieben war. Dann wiederum schien der Sitz des Vampirrates nicht ganz so groß zu sein, wie das Zuhause des Gryffindors. Hogwarts war mächtig mit seine dicken Mauern und massiven Türmen. Hier das Schloss hingegen hatte scharfe Kanten und schmale dünne Türmchen. Es sah fast aus wie das deutsche Schloss Neuschwanstein. Nur halt in der Gruselversion und um einiges finsterer.

Nach einigen Minuten des Betrachtens und dem Auskundschaften der Lage, meinte Steph, dass es Zeit wurde sich auf den Weg zu machen. Charlie hatte ihnen gesagt, dass man das Schloss als Sterblicher nur des Nachts betreten konnte, da die Vampire sich ja zu dieser Zeit verteidigen konnten. Jahrhunderte lange Erfahrung mit den Menschen hatte die Vampire vorsichtig gemacht. Einen Weg hatte ihnen Charlie auch aufgezeigt, wenngleich er etwas gefährlicher war, als der direkte Pfad, den auch die Bewohner des Tales unter dem Schloss für gewöhnlich nahmen. Harry fragte sich noch, welcher normal denkende Mensch sich freiwillig in die Höhle der Blutsauger wagen würde. Doch dann sah er wiederum ein, dass er vielleicht ein wenig voreingenommen war. Hatte Ivan nicht Konstantin gegenüber auch einen gewissen David aus dem Dorfe erwähnt?

Den Eingang zur Passage hatte Professor Styls schnell gefunden. Als Schatzsucher hatte man wahrscheinlich ein Auge dafür, wenn etwas nicht da war, wo es eigentlich sein sollte. So war es dann auch, als die beiden vor einem kleinen Wasserfall standen, der für Harry allerdings nicht wirklich sonderbar ausschaute. Stephano Styls hingegen musterte das herunter prasselnde Wasser genau und es sah so aus, als schaute er noch oben zu der Stelle, wo die Fluten aus dem Felsen hervortraten.

„Was ist los Professor?", fragte Harry und Styls lächelte. „Wirklich sehr einfallsreich unsere Freunde mit den spitzen Zähnen. Der Eingang muss hinter dem Wasserfall sein."

„Wie kommen sie denn darauf, Professor?", fragte Harry überrascht und bemerkte, wie Damions Dad irgendwas an der Wand neben dem Wasserfall zu suchen schien.

„Weil Harry ...",- Styls drückte plötzlich siegessicher grinsend auf einen Stein, der etwas aus der Wand heraus stach. – „... weil er nicht natürlich ist."

Der Gryffindor schaute seinen Lehrer überrascht an und seine Augen wurden dann noch größer, als es ein lautes, kratzendes Geräusch gab, welches davon zeugte, dass etwas schweres, wahrscheinlich Steine oder Felsbrocken aneinander rieben. Dem Geräusch folgte dann mehrere Sekunden später das Ausbleiben sämtlichen Lärms und Wassers. Letzte Tropfen fielen von Oben herab und der Blick auf einen Tunnel wurde frei.

„Wow", entfuhr es Harry heute schon zum zweiten Male und sein Blick ging fragend zu Professor Styls. Dieser lächelte nun freiweg und erklärte seinem Schüler die wohl am stärksten im Raum brennende Frage ... Woher?

„Siehst du Harry. Ein wenig Erfahrung zahlt sich aus, ebenso wie Beobachtungsgabe, denn das der Wasserfall hier nicht hergehört siehst du schon daran, dass zum Beispiel die Felsen um ihn herum noch viel zu schroff und kantig sind, als dass er schon lange über sie hinweg fließt. Und dann schau dir mal den Bach oder kleinen Fluss etwas weiter unten im Tal an. Er ist fiel zu groß, um allein durch dieses Wasser hier gespeist zu werden. Nein, vielmehr denke ich, dass der wahre Ursprung des Baches im Inneren des Felsens liegt und man nur einen Teil für die Tarnung des Eingangs abgezweigt hat ..."

Harry hörte den Worten des Professors zu und irgendwie schien es ihm logisch. Dann aber ging sein Blick in Richtung Tunnel und Styls bemerkte dies. Er lächelte kurz und sie machten sich daran, den Rest des Weges hinter sich zu bringen. Ein Weg, der gespickt war mir Felsenwänden, schmalen Pfaden und scharfen Kanten. Harry wurde sehr schnell klar, dass Gäste hier nicht willkommen waren und dass der Pfad nur im Notfall benutzt wurde. Und eben aus diesem Grunde, und weil sich der Tau schon auf die mit Moos bewachsenen Steine gelegte hatte kam es auch kurz vorm Ziel zu einem Zwischenfall, der die ganze Mission in Gefahr brachte.

Stephano Styls übersah während sie einen kleinen Felsvorsprung hinausklettern mussten, einen lockeren Stein und rutschte ab. Er schrammte an Harry vorbei, der noch versuchte ihn zu fassen. Doch er entglitt seinen Fingern wieder. Unaufhaltsam rutsche Damions Dad auf die Felsenkante zu und mit einem lauten Schrei voller Entsetzen auch noch über sie hinweg. Dann blieb da nur noch die Tiefe und er fiel.

„Nein", schrie Harry und mit einem Satz sprang er hinterher. Scheißegal war ihm nun, ob er ihre Position verriet oder ob ihn einer sah. Ein kurzer Flammenstoß und eine Sekunde später schoss etwas rot-goldenes in die Tiefe mit dem Ziel Stephano Styls vor dem Aufschlagen auf den Klippen zu bewahren. Der Phönix erreichte den fallenden Körper gerade noch rechtzeitig und seine Krallen gruben sich tief und den Umhang und auch das Fleisch der Schultern von Professor Styls. Dann schlug er voller Kraft mit den Flügeln und bremste den Sturz. Zwei Minuten später waren die beiden wieder dort, wo Stephanos Flug in den Tod begonnen hatte.

„Shit, war das knapp", japste Damions Dad, hielt sich den Bauch und schaute dann zu seinem Retter herüber. Harry verwandelte sich gerade zurück. Sein ganzer Körper brannte vor Schmerz, so übersäuert waren seine Muskeln in diesem Moment. Sie schafften es nicht einmal mehr, ihn auf den Beinen zu halten. Der Gryffindor sank auf die Knie, musste sich auf dem felsigen Boden abstützen und rang ebenfalls nach Luft.

Zwei oder drei Minuten verharrten die beiden Zauberer in vollkommener Stille so in dieser Position, bis schließlich irgendwer wieder zu einer Reaktion imstande war. „Danke", sagte Stephano dann leise und es machte fast den Anschein, als würden seine Augen etwas feucht werden. Harry wandte sich seinem Lehrer zu und lächelte. Er wollte noch sagen, „gern geschehen", aber sein Blick hing nun am blassen Gesicht seines Professors und ... an der stark blutenden Wunde an dessen Hinterkopf.

„Professor, sie sind verle ...", rief er alarmiert. Jedoch unterbrach ihn Stephano sofort indem er die Hand hob und erwiderte, „Nein ... und Ja, Harry."

„Wie bitte?", entfuhr es dem Gryffindor überrascht und Styls sprach schnell weiter.

„Ja, ich bin verletzt, Harry. Und Nein, weil es ab jetzt Stephano oder Steph heißt, mein Freund. Ich glaube nach dem eben erlebten, sind wir an dem Punkt angekommen, wo dies legitim ist. Das einzige, worauf ich jedoch nicht bestehe, ist der Bruderschaftskuss."

Harry schaute den Mann vor sich unsicher und mit großen Augen an. Dann bemerkte er das etwas gespielte Grinsen bei Steph, mit dem er wahrscheinlich den Schmerz versuchte zu verdrängen und lächelte ebenfalls zurück. Als der Professor dann auch noch seinen Zauberstab hob, ihn in Richtung Wunde hielt und meinte, er würde es schon notdürftig wieder hinbekommen, nun, da hatte Harry plötzlich einen anderen Einfall. Warum eigentlich nicht?´, fragte er sich. Arcan sagte doch selbst immer, er spiele keinen, sondern er sei ein Phönix.'

Und mit diesem Gedanken im Kopf überlegte Harry weiter, wie er an sein Ziel kommen könnte. Zuerst kam ihm die Idee von was Traurigem, damit sich einige Tränen in seinen Augen bildeten. Doch dann, als Harry vielmehr an die Wunde von Steph dachte und dass er Tränen zu Heilen brauchte, nun da schien sein Körper wie von selbst zu reagieren. Sein Blick verschwamm allmählich und es war so, als würde ihm etwas aufs Auge drücken. Rasch begriff der Gryffindor, langte in seinen Umhang und suchte nach was brauchbaren, mit dem er die Tränen auffangen konnte. Hilfe kam in Form eines Taschentuches und noch bevor Stephano Harry fragen konnte, was er habe, hatte der Schwarzhaarige auch schon die Tränen aufgefangen und drückte das Stückchen Stoff in den Farben von Gryffindor auf die Wunde an Stephs Hals.

„Harry, was soll ...", weiter kam Damions Dad nicht, denn eine kühlende Frische breitete sich in seinem Nacken aus. Die Phönixtränen wirkten sofort, linderten den Schmerz und fast hätte der gestanden Mann vor Erleichterung gestöhnt. Aber eben nur fast und so entfuhr ihm vielmehr ein weiteres „Danke" an diesem Abend, einem Abend, der so schon voller ungewöhnlicher Ereignisse war. Das wohl überraschendste für Harry allerdings war, dass sie trotz seiner feurigen Verwandlung noch keinen Vampir auf dem Halse hatten. Offenbar war ihnen das Glück hold und sie waren noch unentdeckt. Somit konnte es dann auch weiter gehen. Steph fühlte sich wieder fit, was wohl auch mit Harrys Tränen zu tun haben konnte. Und so blieb nur noch der letzte Anstieg hoch zum majestätisch thronenden Schloss übrig.

Der restlich Aufstieg die Felsen hinauf verlief ereignislos und langsam nagten Zweifel an Harrys Nervengerüst, ob sie wirklich so viel Glück hatten oder aber, ob es nicht eine Falle für sie war. Charlie hatte doch gesagt, dass die Vampire seit sie Voldemort unterstützten mehr als nur vorsichtig waren. Die letzte Wand erklommen und nun schon so etwas wie eine steinerne Mauer überwunden, blickten der Gryffindor und auch Professor Styls durch eines der großen bunten Fenster ins Schloss. Es handelte sich bei dem Raum hinter der, in Harrys Fall roten Glasscheibe, die bei näherer Betrachtung zu einem Mosaik eines Dämonen und dessen Gewand gehörte, wohl um so etwas wie die Große Halle in Hogwarts.

Was Harry allerdings erblickte ließ ihn dann doch ein wenig zurück zucken und seine Nackenhaare stellten sich auf. Inmitten des Raumes befand sich Ginny, gekleidet in ein schwarzes Gewand, und akkurat platziert im Zentrum eines brennenden Pentagramms. Um sie herum standen gut zehn Vampire, alle ebenfalls in Schwarz und ihre Augen rot glühend.

Unsicher schaute Harry zu Stephano und hoffte auf einen Hinweis, was dieser wohl von diesem Vorgang im Schlosse hielt. Der Lehrer für VgddK hatte aber scheinbar was ganz anderes im Sinne und sein Blick schien den Raum zu durchsuchen. Schließlich verharrte er an einem bestimmten Punkt und als Harry diesen ebenfalls fixierte, erkannte der Gryffindor seinen Kumpel Damion.

Der Gryffindor saß etwas abseits vom Geschehen, bei näherer Betrachtung jedoch an der Stirnseite des Saales, auf so etwas wie einem Thron aus Schädeln und Knochen. Harry fühlte sich sofort an Voldemort erinnert. Und wie dieser sich in seinem Versteck immer von solch einem Stuhle an der Furcht und Unterwürfigkeit seiner Anhänger gelabt hatte. Doch dass dies da drüben nicht der dunkle Lord, sondern sein Freund war, machte die Sache schon ein wenig bizzar. Und noch etwas war komisch an diesem Bild, denn wenn man genauer hinsah saß Damion nicht einmal auf dem höchsten Stuhl. Nein vielmehr hatte er sich auf dem Platz niedergelassen, wo man sonst, wie zum Beispiel bei der Queen und Prinz Philip, den Gefährten des Herrschers vermutete. Offenbar gab es dann im Kreis der Vampire doch noch jemanden, der noch mehr Macht als der Braunhaarige besaß. Harry hatte da auch einen Verdacht und daher blickte er zurück zu Ginny, vor der sich nun einer der Vampire aufgebaut hatte.

Dieser Vampir, vom Aussehen her ein Greis mit langen knochigen Fingern und ziemlich schütterem Haar, lächelte Ginny nun nach eingehender Musterung an und hob dann den Kopf. Er schien zu schreien, doch vielmehr kam ein langes Fauchen aus seinem Mund. Dies war offenbar ein Zeichen, auf welches die anderen neun Vampire gewartet hatten. Denn kaum dass es verklungen war, kam auch Bewegung in den Rest des Vampirkreises. Jeder von ihnen hob den Kopf, fauchte und dann begannen sich die menschlichen Züge jedes einzelnen zu verändern. Die langen tödlichen Fangzähne wuchsen aus den Kiefern hervor, Haare verblassten und verschwanden am Ende ganz und die eben noch roten Augen wurden pechschwarz und funkelten gefährlich. Harry zog vorsichtshalber seinen Zauberstab um seine beiden Freunde im Notfall zu retten. Wer wusste schon, was die Vampire da drinnen für ein Ritual durchführten?

Schließlich waren die Blutsauger alle verwandelt und standen nun in ihrer wahren Natur vor Ginny, die sich jedoch in einer Art Trance zu befinden schien, denn keine Regung zeigte sich im Gesicht von Harrys ehemaliger Freundin. Harry blickte zurück zu den Vampiren und erkannte nun die unterschiedlichsten Merkmale. Es gab Vampire, die noch sehr dunkle, ja fast schwarze Haut hatten und Harry zog, nachdem er das jetzige Aussehen mit dem vor der Verwandlung verglich, daraus, dass diese zu den jüngeren gehörten. Der größte Teil von ihnen hatte aber schon graue, lederartige Haut, vergilbte Zähne und musste daher sehr viel älter sein. Und genau solch ein Alter war auch der Vampir direkt vor Ginny. Er hob nun seine rechte Hand und mit einem Wink selbiger beschwor er einen Kristallkelch und einen kleinen goldenen Dolch. Was er aber damit vorhatte, als er sich Ginny noch weiter näherte, nun dies sollte vorerst ein Geheimnis bleiben, denn mit einem lauten Heulen und wütendem Geschrei zerbarst eine der großen Glasscheiben wenige Meter neben Harry und die Hölle brach inmitten der Halle los.

Ron, oder vielmehr Harrys Freund in seiner markanten Tierform hatte wahrscheinlich nur zwei oder drei Fenster weiter gehockt und alles mit angesehen. Nun aber schien es zu viel für ihn gewesen zu sein und er entschloss sich zu handeln. Dem zur Folge stand nun inmitten von zehn kampfbereiten Vampiren und im nächsten Moment von zwanzig weiteren Wachen, ein Werwolf mit einem roten Fellstreifen auf dem Rücken und knurrte seine Gegner wütend an. Als dann die ersten Flüche durch die Luft jagten, griff Ginnys Bruder alles an, was ihm in den Weg kam.

Harry, seinen Zauberstab immer noch kampfbereit in der Hand, machte sich daran sich in den Kampf mit einzumischen. Steph hielt ihn aber ab und meinte, dass es gefährlich sein würde, sich jetzt einfach so zu erkennen zu geben. Das Auftauchen von Ron war schon schlimm genug und konnte als Angriff auf den kompletten Rat angesehen werden. Man konnte von Glück reden, dass Harrys bester Freund es scheinbar nicht übers Herz brachte jemanden zu töten. Harry sah seinen Lehrer auf diese Aussage hin etwas überrascht an, bemerkte dann aber selbst, was dieser meinte. Ron schlug zwar wild um sich und versuchte zu Ginny durchzukommen. Aber seine Tritte und Schläge warfen die Vampire nur zurück, machten sie kampfunfähig, töteten sie jedoch nicht.

Schließlich hatte der Werwolf die meisten Wachen überwältigt und sah sich nun den alten Vampiren gegenüber. Da stockte er allerdings und sei Blick ging zu den beiden Herrscherstühlen. Er erblickte Damion, welcher etwas unsicher zu ihm herüberschaute und blanke Wut mischte sich nun in Rons Geheul. „Duuih ... duu haast sie verraten. Du bist einer von ihnen. ...Dafür wirrrst duu Serrben." Die Worte aus dem Maul des Werwolfs waren so voller Hass und Raserei, dass er nicht mal mitbekommen hatte, dass Ginny aus ihrer Trance erwacht war und versuchte zu ihrem Bruder durchzudringen. Allerdings war das auch eine Sache, die wohl nicht mal Harry schaffen dürfte. Ron war nun mal ein Starrkopf. Zwar mit einem großen Herzen, aber eben sehr stur und unglücklicherweise gerade ausgestattet mit der Kraft von mindestens zehn Männern. Immer weiter kämpfte der Wolf, bis plötzlich Damion einschritt. Und dies in einer Art und Weise, die auch Harrys Augen fast zum Herausfallen brachten.

Damion war nämlich mit einem Satz aufgesprungen, durch den Raum geschwebt und genau hinter seiner Liebsten gelandet. Allerdings waren seine Augen nun pechschwarz und mit einem Wink seiner rechten Hand hatte er einem der alten Vampire seinen Dolch abgenommen. Und genau dieses Stück goldenen Metalls drückte der Gryffindor an den Hals des rothaarigen Mädchens.

„Hör auf Ron, oder ich schlitze ihr die Kehle auf." Sagte Damion eiskalt und jede Bewegung im Raum erstarrte. Egal ob Vampir, Werwolf oder gar Mensch, jeder schaute zu Ginnys Freund und sah in seinem Gesicht nun eine Kälte, die ihres Gleichen suchte. Das war dann der Punkt, wo Harry lossprang. Allerdings kam er nicht weit, denn ein kurzer Fesselfluch von Steph hemmte seine Bewegungen. Entsetzt schaute der Gryffindor in Richtung seines Lehrers, nachdem dieser den Fluch sofort wieder gelöst hatte und Steph legte seinen Finger auf seinen Mund. „Vertrau ihm Harry. Ich kenne diesen Blick. Damion hat was vor und das Letzte was er tun würde, wäre Ginny weh zu tun."

Der Gryffindor sah unsicher in die Halle zurück und erkannte, dass Damions Worte das erreicht hatten, was selbst Rons Schwester nicht geschafft hatten. Ron war erstarrt und sah ungläubig zu den Beiden im Zentrum des Pentagramms. Dann kam aber wieder Leben in ihm und auch wenn er sich nicht rührte konnte man die Worte, „Du mieses Schwein" aus seinem Maul hören.

Damion blieb aber unbeeindruckt. Ja nicht einmal, dass sich nun auch einige Vampire in seine Richtung drehten und drauf und dran waren, ihn anzugreifen, bewog den Halbvampir zu einer Regung. Seine Aufmerksamkeit galt voll und ganz Ron und er verlangte, dass dieser sich beruhigte, auf die Knien ging und sich dann zurückverwandelte. Es dauerte zwar noch kurz und der Werwolf kniet sich auch nicht hin, doch einige Sekunden später stand Harrys bester Freund in seiner menschlichen Form völlig nackt zwischen all den Vampiren. Sofort wollten zwei Wachen ihn überwältigen. Jedoch traf sie mitten in ihrem Tun jeweils ein Fluch und Damion donnerte los, „Wagt es nicht ihn anzufassen. Er steht ab jetzt unter dem Schutz von mir und meiner Gemahlin."

Dieser Satz saß und Ron starrte seinen Klassenkameraden mit riesigen Augen an. Ihm war sogar egal, dass er hier völlig nackt und ungeschützt da stand. Allein das Wort „Gemahlin" schien in sein Hirn vorzudringen. Schließlich schüttelte er sich und sein Blick ging zu Ginny, die nun da Damion den Dolch gesenkt und seinen Arm um sie gelegt hatte, Damion voller Liebe ansah.

„Ginny ... nein", brach es dann aus Ron heraus und seine Stimme war nun eher verzweifelt als wütend. „Was hat er dir nur angetan? Ich dachte er liebt ... er hat dich zu einer von ihnen gemacht ... Oh bei Merlin ..."

Ginny schaute ihren Bruder mit überraschtem Gesicht an und runzelte dann die Stirn. „Nein, das hat er nicht Ron. Es ist wohl eher umgedreht gewesen. Doch ich dachte ... ich meine ... RON ? Was machst du eigentlich hier ?"

Die Antwort auf ihre Frage blieb aber aus, denn irgendwie schien Harrys bester Freund nun wieder völlig er selbst zu sein. Ihm wurde sein Zustand bewusst, er kannte die Wesen um sich herum und auch, wie er vor seiner Schwester stand. Sofort schoss ihm die Röte ins Gesicht und seine Hände machten sich daran, seine Blöße zu bedecken. Das war dann der Moment, wo Ginny zu lachen begann und meinte, dass ihr Bruder zu viel mit Harry zusammen war. Der Gryffindor am Fenster wollte daraufhin protestieren, doch hielt ihn die Glasscheibe davon ab.

Jedoch brachte die Erwähnung von Harrys Namen, das Geschwisterpaar wieder zu Ginnys Frage zurück. Und während Damion auf Ron zuging und ihm seinen Umhang gab, sagte Ron mit einer Mischung aus Dankbarkeit und Unglaube, „Ich bin hier, um dich zu retten, Ginny. Dafür sind doch Brüder da. Oder ? Denn ... denn der Orden, McGonagall und all die anderen wollten es nicht, nachdem Harry völlig erschöpft und mit Hermine im Arm in der Halle aufgetaucht war und allen gesagt hat, dass euch die Vampire mitgenommen haben ..."

„Das hat Harry gesagt? Warum? Er wusste doch, dass Konstantine mir seinen Schutz angeboten hat ..."

„Er hat es nicht gesagt, weil Harry nicht mehr dazu gekommen ist", erklang plötzlich die Stimme von Stephano Styls aus dem Nichts und in der nächsten Sekunde erhellte ein Feuerball die Halle des Schlosses. Harry hatte beschlossen, dass es Zeit wurde mitzumischen und daher beide ins Zentrum der Halle teleportiert. Sofort machten sich die Wachen bereit, sie anzugreifen. Doch Ginny unterband es mit einem Wink ihrer Hand. „Nein", sagte sie zusätzlich und die Vampire blieben stehen.

Harry trat neben Ron und versuchte seinen Freund zu beruhigen, indem er sagte, „Ron, es ist nicht so, wie du denkst. Ich wollte es euch ja noch erklären, doch mir fehlte einfach die Kraft."

„Wirklich?", kam es zögernd aus dem Mund des Rothaarigen und Harry nickte, „Wirklich."

„Ja aber all die Blutsauger?", wollte Ron aufbegehren, zuckte aber zusammen, als ein kollektives Fauchen zu hören war. „Ich meine all die Vampire und ... und Ginny. Ich meine ... sie ist ...ist doch jetzt auch einer ..."

„Oh Ron...", sagte seine Schwester. „...denk nach. Denk an Mums Geheimnis und daran, was in unserem Blut schlummert. Denk daran, warum du bist, was du bist. Damion hat es in mir nur erweckt."

„Wie? Und ... und was werden Mum und Dad dazu sagen?", waren die nächsten Fragen von Rons Seite aus, worauf Ginny teuflisch zu grinsen begann.

„Oh Mum und Dad wissen es, sie waren gezwungenermaßen mit dabei, als Zeitzeugen wenn du es so willst. Und das Wie? Nun, das möchtest du nicht wirklich hören."

Ron schaute seine Schwester nun etwas verdutzt an, bekam dann aber einen Rotstich und wandte seinen Blick ab. Dies brachte Ginny nun dazu offen zu lachen und auch der Rest im Saal konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Weitere Fragen mussten aber danach warten, denn Konstantine erhob seine Stimme. Er war der einzige Vampir, welcher seine menschliche Form wieder angenommen hatte und an Ginny gewandt meinte, dass sie noch ein Ritual durchzuführen hatten. Hier horchten Harry und Ron auf und sahen mit unsicheren Gesichtern zu Damion und Ginny herüber.

„Oh ja, das Ritual", sagte die Rothaarige und bat ihre Freunde, sie sollten sich zu ihrem Liebsten gesellen. Zwar meinte Konstantine, dass es nicht üblich war, dass Sterbliche einer solchen Zeremonie beiwohnten. Ginny meinte aber, dass sie ihnen vertraute und es ihr Wusch sei. Und diesem konnte ihr der Vampir einfach nicht abschlagen. Somit war es beschlossen. Die Wachen gingen wieder auf ihre Posten, wenngleich einige humpelten, Schrammen hatten und Ron einen mörderischen Blick zuwarfen. Danach stellte sich Ginny wieder ins Zentrum des Pentagramms, die Vampire verwandelten sich und das Ritual begann von neuem.

Harry beobachtete die ganze Sache mit Argusaugen und wenn Ron die Frage nicht gestallt hätte, dann wäre es mit Bestimmtheit er gewesen. Sein rothaariger Freund kam ihm aber zuvor und wollte von Damion wissen, was die Vampire da mit seiner Schwester machten. Damion lächelte Ron leicht hinterlistig an und ihm brannte es auch auf der Zunge, etwas zu sagen, das Rons Blut wieder in Wallung bringen würde. Doch er entschied sich dagegen und erklärte, „Nun Ron, die zehn Vampire gehören zum Großen Rat der Clans der Vampire und bis auf einige Ausnahmen sind alle Vampire an den Rat und sein Urteil gebunden. Der Rat nun wiederum hat Ginny als Nachfahrin des letzten Großfürsten akzeptiert und wenn du mich fragst, sind sie mehr als nur glücklich darüber. Sie erhoffen sich eine Zeit, die besser wird, als die letzten Monate unter diesem Abtrünnigen Ivan. Und als Zeichen ihres Respekts, schwören sie Ginny nun bei ihrem Blute die Treue und ... nebenbei helfen sie meiner Liebsten ein wenig beim Lernen."

„Beim Lernen?", fragte Harry überrascht und Damion lächelte. „Ja Harry, sieh hin. Siehst du den Kelch?"

Der Gryffindor schaute zum Pentagramm und sah, wie jeder einzelne Vampir mit dem Messen sich in die Hand schnitt und etwas Blut in den Kelch tropfen ließ. Und als der letzte von ihnen, besser gesagt Konstantine damit fertig war, reichte er den Kelch mit dem Blut an Ginny weiter, die diesen dankend annahm und langsam austrank.

„Mit diesem Kelch und Blut der Ratsmitglieder darin, nimmt meine Liebste das Wissen und große Teile der Erinnerungen von ihnen auf. Sie muss sie dann nur noch verarbeiten und verinnerlichen."

Harry starrte Damion an und wollte nicht begreifen, wie dies möglich sein sollte. Aber es gab ja so viele Dinge in der magischen Welt, die man nicht für möglich hielt. Jedenfalls hatte Dumbledore dies immer gesagt und so blieb dem Gryffindor nur, zu staunen. Ron staunte übrigens auch, wenngleich sich Harrys Freund beim Anblick seiner Blut trinkenden Schwester etwas verkrampfte. Allerdings gab es eine Person in ihrer Mitte, der diese Starre schnell zu lösen vermochte. Es war Damion der auf Harrys Frage hin, ob er denn auch das Ritual durchführen würde, um an Wissen zu kommen, antwortete, „Oh nein Harry, dies bleibt allein Ginny vorbehalten. Ich werde mir das Wissen an anderer Stelle heraussaugen, sofern der Raum der Wünsche mal frei sein sollte."

Harry schaute Damion an und bemerkte das teuflische Grinsen. Abgelenkte wurde er davon im nächsten Moment durch ein Knurren von rechts, welches Ron lautstark abgab. Harrys bester Freund hatte Stephs Sohn nun fixiert und sein Blick sagte eindeutig, dass dies das Letzte war, was er aus dem Munde des Jungen hören wollte. Damion hob abwehrend die Hände und Harry und Professor Styls lachten auf. Kurz darauf war das Ritual beendet und alle Vampire wieder in ihren menschlichen Formen. Konstantin verneigte sich noch einmal vor Ginny und zog dann ein kleines Glöckchen aus seinem Umhang. Er läutete und keine drei Sekunden später betrat ein junger Mann, nicht viel älter als Harry oder Ron den Raum. Er nickte dem Vampir zu und Konstantin meinte, dass das Mahl angerichtet sei.

Die Vampire schienen sich darauf besonders zu freuen. Vielleicht lag es ja daran, dass sie zum Aderlass gebeten worden waren und nun ihre Reserven auffüllen mussten. Und etwas mulmig wurde es Harry dann auch, als Konstantin sie bat, ihm zu folgen, um mit ihnen zu speisen. Steph, Ron und Harry willigten ein. Ron, weil er eh Kohldampf hatte... wie immer. Stephano weil dies bestimmt eine außergewöhnlich Erfahrung sein würde und Harry, weil er seine Freunde doch nicht im Stich lassen konnte.

Bevor sich der Rat und seine Gäste jedoch in den Speisesaal begeben konnten, wurde die Tür zur Halle aufgestoßen und drei Personen in Todesserumhängen betraten den Raum. Sie schienen völlig euphorisch und bemerkten Harry und seine Freunde erst gar nicht. Dann aber taten sie es und sofort zückten zwei ihren Zauberstab. „Ihr habt Potter gefangen?", fragte einer der Todesser und für Harry schien im nächsten Moment die Welt still zu stehen, denn Konstantin erwiderte mit einer Mischung aus Stolz und Freude, „Ja, das haben wir ..."

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