Kapitel 95

Kapitel 95

„Oh Minerva, ich hoffe bei Merlins Gnade, es geht ihnen gut."

Molly Weasley saß nun schon seit halb Sechs im Krankensaal und konnte einfach kein Auge mehr zumachen. Natürlich hatte ihr die Direktorin gesagt, dass es Harry und den anderen gut ging. Aber die rothaarige kleine Hexe war nun mal eine Mutter und vor allem ihre beiden jüngsten Kinder, die ja bekanntlich nun mal noch im Fuchsbau wohnten, um sie sorgte sie sich nun mal am meisten.

„Natürlich Molly, Stephano würde mir doch niemals was sagen, wenn es nicht so stimmen würde. Sie werden bestimmt bald wieder hier sein. Steph meinte, dass sie spätestens bei Sonnenaufgang zurückreisen und zum Frühstück wieder hier sein würden."

Die Direktorin kam gerade durch die Tür zum Krankensaal und bedachte Molly mit einem aufmunternden Blick. Auch sie konnte nicht mehr schlafen und war deshalb in Poppys Reich gekommen, da sie annahm, dass Harry hier wohl am ehesten erscheinen würde, zumal Hermine über Nacht noch hier bleiben musste. Sie ging also zum Tisch wo Rons Mum in einem Sessel saß und setzte sich zu ihr. Poppy schien noch anderweitig beschäftigt zu sein und so beschwor die Direktorin ein Tablett mit zwei Tassen und einem Kännchen Tee. Die beiden Frauen plauderten ein wenig, wobei der Hauptteil des Redens bei Molly lag und sie Minerva von Ginny, Damion und den Geschehnissen an Weihnachten erzählte. Sie vertraute der alten Hexe in soweit, dass sie ruhig erfahren konnte, dass ihre kleine Ginny weit mehr war, als nur der Träger des Vampirvirus. Wohlweislich ließ sie aber den Teil mit Draco aus, denn für Molly stand nun mal fest, dass er blonde Slytherin ein für allemal tot war und wenn sie Minerva jetzt davon erzählte, dass die Direktorin dann ihre Schlüsse ziehen würde und es für zwei Personen womöglich zu Problemen kommen könnte.

Das Gespräch der zwei Frauen dauerte gute zwanzig Minuten. Und es wäre auch noch weiter gegangen, so gut unterhielten sie sich, wäre die Temperatur im Raum nicht plötzlich sprunghaft angestiegen und aus einer Feuerkugel zwei Personen in den Raum getreten. Es waren Harry und Stephano Styls. Und kaum dass die Flammen verschwunden waren, wurden die Beiden auch schon von Molly bestürmt, da keines ihrer beiden Kinder mit dabei war.

„Ruhig Molly, alles ist in Ordnung", sagte Harry und löste sich aus der Umarmung, welche Rons Mum ihm zukommen ließ.

„In Ordnung, Harry? Aber wo sind...", versuchte Molly Harrys Worten zu widersprechen. Aber der Gryffindor unterbrach sie und erwidert, „Ginny und Damion kommen in zwei Tagen nach. Sie müssen noch einige wichtige Dinge erledigen. Dinge, die du ihnen mit deinem Erbe nun mal eingebrockt hast und die glaube ich wichtiger sind, als ein paar verpasste Schulstunden. Und was Ron angeht?..." – Harry grinste nun leicht geheimnisvoll und überhörte auch das leicht empörte Keuchen seitens der Direktorin auf seine Bemerkung hin. – „... nun, Ron habe ich erst einmal in Sicherheit gebracht."

„In Sicherheit Mister Potter?", mischte sich nun die Direktorin direkt in ihr Gespräch ein und Harry warf ihr einen entschuldigenden Blick zu. „Ja Professor, in Sicherheit. Er ist im Moment im Gryffindorschlafsaal um sich etwas auszuruhen, einige Dinge zu ordnen und um einige Sachen, die er heute Nacht erfahren hat erst mal so richtig zu begreifen. Und, ... wir wollten ihn nicht gleich ins offene Messer laufen lassen." Bei letzterem warf Harry einen leicht Hilfe suchenden Blick zu Steph, doch dieser schien zu denken, dass Harry das schon allein hinbekam und blieb still.

„Wie bitte?", kam es nun synchron aus dem Mund beider Frauen und Harry wies mit einem kleinen Grinsen einfach salopp darauf hin, dass er Mollys Temperament nun einmal kenne und die Direktorin als sie das letzte Mal über Ron gesprochen habe, auch so etwas wie eine Morddrohung von sich gegeben habe.

Allerdings sah er sich nun selbst den beiden Frauen gegenüber und er hoffte, dass er ihnen nun nicht zu nahe getreten war. Immerhin sprachen wir hier von seiner Direktorin und der Frau, die er eigentlich immer als Mutter angesehen hatte. Abwartend auf eine Reaktion schaute er Molly an und behielt sein Lächeln bei, was Rons Mum irgendwie zu beeindrucken schien und sie nun auch grinste. „Hast ja recht Harry, aber er ist nun mal wieder mit dem Kopf durch die Wand und ..."

„Und hat seine Prügel dafür schon bezogen", meinte Steph nun und spielte auf Rons Zusammenstöße mit den Freunden der Nacht an. Dadurch kam bei Molly die besorgte Mutter wieder zum Vorschein und sie wollte wissen, wie es ihrem Jungen ging. Harry versicherte ihr, dass es Ron gut ging, er ein paar blaue Flecke hatte und dass man ihn vielleicht mit zum Mittag schlafen lassen sollte. Dass Harry dabei leicht gähnte verriet den beiden Frauen jedoch auch, dass es um Harrys Zustand nicht besser stand und dass der Gryffindor ins Bett gehörte.

Das war dann der Punkt, wo man ganz deutlich sah, dass Hogwarts ein magischer Ort war, denn es konnte nur mit Hexerei zugehen, dass Madame Pomfrey gerade in Harrys Moment der Schwäche ihren Auftritt hatte. Keine zwei Minuten später wurde der Junge auch schon auf ein Bett gedrängt und zum schlafen verdonnert. Er kam nicht einmal mehr dazu der Direktorin von Konstantins Pergament in seiner Tasche zu erzählen und all den anderen Dingen, die er doch noch berichte wollte. Alles was für die Schulheilerin noch zu zählen schien war Harrys Schlaf und so entschlummerte der Gryffindor kaum, dass es still im Raum geworden war.

„Himmel Harry, warum kannst du einen nicht vorwarnen ..."

Ron brach mitten im Satz ab, da der Angesprochene keine Sekunde später auch schon wieder in einer Stichflamme verschwunden war. Nun stand der Rothaarige mitten im Schlafsaal der Jungen, hielt sich seinen rechten Arm, der bei der ganzen Rangelei mit den Vampiren doch etwas abbekommen hatte und sah sich nach den anderen Gryffindors um. Die jedoch schienen alle noch tief und fest zu schlafen oder aber sie waren wie zum Beispiel Seamus gar nicht im Bett hier gewesen. Der irische Junge hatte sich doch tatsächlich in eine Fünftklässlerin aus Ravenclaw verguckt und immer öfter erlag er dem Ruf der Natur.

Sich etwas streckend und auch leicht unter den Schmerzen stöhnend ging Ron zu seinem Bett und zog den Umhang von Damion aus. Dabei stellte er überrascht fest, dass ihm doch glatt entfallen war, dass dieses Stückchen Stoff das einzige war, was er in den letzten Stunden getragen hatte. Nun ja, so beschloss Ron im nächsten Moment, es war ja auch eine Menge passiert. Dinge hatte er heute gesehen und erfahren, die er sich in seinen kühnsten Träumen, oder sollte er besser sagen Albträumen, nicht hätte vorstellen können. Allein schon die Tatsache, dass Ginny, seine kleine Ginny, seine Schwester, der er früher immer die Haare gekämmt oder die er vor George und Fred verteidigt hatte, dass sie jetzt ein Vampir war. Allein das brachte seinen Kopf schon zum Platzen.

Dann war da die ganze Fürstinnensache. Etwas, dessen Tragweite wohl noch niemand so richtig begriff und dann Harry, der von allem gewusst und es ihn nie gesagt hatte. Also dafür würde er seinen besten Freund noch zur Rede stellen. Doch jetzt hieß es erst einmal seinen geschundenen Körper wieder etwas aufzupäppeln, denn nachdem nun das ganze Adrenalin, was bei der Verwandlung zum Werwolf und den Abenteuern danach ausgeschüttet worden war und seine Adern durchflutet hatte die Wirkung verlor, nun, da kamen jetzt eine Unmenge an Schmerzen wie aus dem Nichts. Erneut stöhnte Ron auf und weckte dadurch Neville, der den Rothaarigen sofort mit einem zum Teil freudigen aber auch besorgten Gesicht bedachte.

Der Gryffindor stand sogar auf und kam zu Ron herüber, als dieser etwas auf dem Weg zum Bad taumelte. „Ron, ist alles OK?", fragte Neville und auch, ob er seinen Freund nicht zur Krankenstation bringen sollte. Doch dies war im Moment der Platz, wo Ron als Letztes hinwollte bzw. hin konnte. Schließlich war Harry dort oder noch schlimmer, seine Mum oder gar die Direktorin.

„Ich denke, eine heiße Dusche muss reichen", erwiderte der Rothaarige und schaute dann überrascht zu Neville, als dieser sich ebenfalls ein Handtuch schnappte und zusätzlich einige kleine Phiolen und Tuben aus seinem Kulturbeutel nahm. Er zwinkerte seinem Kumpel verschwörerisch zu und beide Gryffindors gingen ins Bad, wo Ron der nächste Schock traf. Neville, der früher so schüchterne Junge, zog nämlich rasch seine Pyjamahose aus, rückte dann plötzlich einen Hocker in die Mitte einer der großen Duschkabinen und bedeutete Ron sich darauf zu setzten.

„Neville, was wird das?", fragte Ginnys Bruder etwas unsicher, regelrecht verlegen und der angesprochene schmunzelte. „Na was schon, Ron. Ich werde deine blauen Flecken versorgen und dir beim Duschen helfen. Mann, du kannst dich ja kaum noch auf den Beinen halten und ich hasse es früh am Morgen einen blutenden und bewusstlosen Kumpel in der Dusche zu finden..."

Ron musste sich eingestehen, dass Neville Recht hatte. Seine Beine hatten in den letzten Sekunden schon zwei Mal nachgegeben und auch die rechte Wade verkrampfte sich zunehmend. Allein das schon sollte ein ausbalanciertes Stehen auf dem nassen Boden zur Tortur machen. Allerdings schoss Ron nun ein wenig die Röte ins Gesicht, da Neville so ganz ohne Klamotten vor ihm stand und er daran erinnerte, wie die beiden vor einigen Monaten sich noch gegenseitig beim Üben mit den Kondomen geholfen hatten. Auf einen letzten Einwand hin, was wohl die anderen sagen würden, wenn sie jetzt rein kämen und sie so sähen, grinste Neville jedoch nur teuflisch und erwiderte, dass es ihm egal wäre und er ja lediglich einem Freund half, oder, wenn Ron sich weiter so zierte, dass er dann wahrscheinlich sagen würde, dass sie zu spät kämen und dadurch den besten Sex zwischen zwei Männern verpasst hätten, den man sich vorstellen kann.

Mit dieser Aussage und deutlichem Nachdruck deutete er nochmals auf den Hocker und ein zögernder Ron humpelte schließlich unter das schon langsam niederprasselnde Nass. Er setzte sich und merkte sehr schnell, wie gut ihm das heiße Wasser tat. Zwar war da am Anfang ein kurzes Brennen gewesen, als das Wasser die vereinzelten Schürfwunden berührte, doch seine Muskeln entspannten sich schnell und das war eine Wohltat für den Rothaarigen.

Neville reichte Ron nach mehreren Minuten dann die erste Phiole mit einen Beruhigungsmittel und dann eine Tube mit einer bläulichen Paste und meinte, dass es sich dabei um medizinisches Duschbad handle, welches nicht auf Seifenbasis wirkte und deshalb die Wunden beim Waschen nicht brannten. Ron nahm die Tube und begann sich einzuseifen. Jedenfalls soweit es sein Bewegungsapparat zuließ und danach übernahm dann Neville. Zehn Minuten später stellten die beiden Jungen das Wasser ab und nachdem Ron einigermaßen trocken war, bestrich sein Kumpel die blauen Flecken und Prellungen auf Rons Rücken mit etwas Wundheilcreme, die der blonden Gryffindor von seiner Oma mitbekommen hatte. Dabei sog er immer mal wieder scharf die Luft ein und meinte schließlich. „Oh man, Ginnys Freunde habe dich ja ganz schön erwischt. Ich hätte nie geglaubt, dass bei den Blutsaugern Familie so wenig zählt."

„Was?", fuhr Ron hoch und krümmte sich im selben Augenblick auch schon wieder vor Schmerzen. Dann aber ging sein Blick zu Neville und er fragte überrascht, „Du ... du ... weißt, was Ginny. Ich meine, du ... du ...kennst ihr Geheimnis?"

Neville grinste und nickte leicht. „Jepp, hab´s vor einigen Wochen schon erfahren. Musste aber deiner Schwester schwören, dass ich es niemandem verrate. Du weißt schon, sie kann sehr überzeugend sein, besonders wenn sie ihre kleinen Hauer aufblitzen lässt. Allerdings muss ich auch sagen, dass es irgendwie zu ihr passt und es ihr auch steht. Ginny ist schließlich eine kleine Augenweite geworden, die noch dazu mehr als nur heiß aussieht, wenn sie gerade nichts anhat ...", Neville zögerte nun kurz und meinte leicht ablenkend, „ ...na ja, Damion kann sich glücklich schätzen."

Ron schaute seinen Kumpel an und konnte es nicht fassen, wie Neville dies so sagte. Allerdings musste sein Blick so schockierend gewesen sein, dass der Gryffindor schnell weiter sprach. „Eyh schau nicht so entsetzt, Ron. Ich hab es auf die harte Art herausgefunden und zwar so, wie du es wahrscheinlich nie verkraftet hättest. War übrigens genau hier in dieser Dusch, nur mal so nebenbei."

„Hier? In der Jungendusche?", kam es voller Unglaube und Neville grinste. Dies schien Ron den Rest zu geben und sein Gesicht verdunkelte sich. Er funkelte seinen Kumpel nun förmlich an und fragte ihn, wie er Ginny nur so ohne weiteres beobachten könne und dass er sich niemals wieder erdreisten solle, sie als heiß zu bezeichnen. Von ihm, von Neville, hätte er das nicht erwartet.

Das war dann der Punkt, wo sich Neville nun auch nicht mehr zurück hielt und man erkannte, dass der Gryffindor nichts mehr mit seinem früheren Ich gemein hatte. Er lachte nämlich auf und meinte zu Ron, dass dieser noch sehr viel lockerer werden müsse. Ginny war schon lange kein Kind mehr und dies habe er spätestens zum Weihnachtsball in ihrem vierten Schuljahr herausgefunden, als er mit ihr zum Tanz gegangen war und sie geküsst hatte und sie danach gemerkt haben, dass sie nur Freunde sein konnten.

Dies waren dann doch zu viele Informationen für Ron und er rang nach Luft. Neville versorgte noch die letzten beiden Kratzer seines Kumpels und duschte dann selbst erst einmal ausgiebig. Danach meinte der Gryffindor, dass er schon mal zu Luna in den Ravenclawturm gehen würde und ließ einen mehr als nur nachdenklichen Ronald Weasley zurück.

Die Sonne schien es gut zu meinen an diesem Morgen. Und da sie im April noch nicht so hoch stand, dauerte es auch bis fast nach Zehn, dass sie die Fenster der Krankenstation erreichte. Nun aber war es soweit und die ersten Strahlen fielen auf das Gesicht von Hermine und weckten diese aus ihren langen Schlaf. Vorsichtig öffnete die Gryffindor ihre Augen und war im nächsten Moment versucht laut in den Raum zu stöhnen. Jeder Muskel ihres Körpers schien zu brennen, besonders die in den Armen und Hermine versuchte sich zu erinnern, was geschehen war.

Doch ihre Erinnerungen waren getrübt. Sie wusste nicht genau, was hatte sie selbst erlebt, oder aber, was hatte sie von Poppy und der Direktorin gehört, als sie kurz munter gewesen war. Hermine versuchte ihre Gedanken zu ordnen und kam schließlich zu dem Schluss, dass ihre Erinnerungen im Waisenhaus endeten und der Rest Gehörtes war.

Vorsichtig drehte sie sich in Richtung Harry, der im Bett neben ihr schlief und ein wenig Sorge zeichnete sich im Gesicht der Gryffindor ab. Was hatte wohl ihr Freund in der Gefangenschaft der Vampire erlebt? Und wie ging es Ginny und Damion? Diese Gedanken beherrschten ihren Geist, denn das einzige, was Hermine ja mitbekommen hatte war, dass Harry sie beide nach Hogwarts gebracht hatte und ein Vampir ihre beiden Freunde woanders hin.

Als sich Hermine letztendlich klar darüber geworden war, wie wenig sie doch in den letzten Stunden oder Tagen ihren Freunden helfen konnte, da umschloss auch plötzlich so etwas wie Schuld ihr Herz, eine Schuld, die eigentlich völlig fehl am Platze war. Doch es lag nun mal in Hermines Natur, immer ihr Bestes zu geben und nicht zu versagen. Und mit der Schuld verstärkten sich auch die Schmerzen in ihrem Körper wieder. Sie rieb sich vorsichtig ihre Arme und Schultern und dann bemerkte sie die Handtücher, welche Poppy ihr neben das Bett gelegt hatte.

‚Ein Bad', dachte Hermine, ‚ja das wird das Richtige sein. Oder vielleicht eine heiße Dusche.' Mit diesen Gedanken schlich die Gryffindor in Richtung Krankenstationsbad und versuchte dabei nicht all zu laut zu schluchzen und zu stöhnen, auch wenn ihr alle Gliedmaßen wehtaten. Auf gar keinem Fall wollte sie ihren Liebsten wecken. Harry brauchte mit Sicherheit auch seine Erholung.

Im Bad schließlich angekommen, ließ Hermine das Krankenhausnachthemd von ihrem Körper gleiten und stellte sich kurz vor einen der dortigen großen Spiegel. Sie betrachtete ihren Körper und starrte etwas wehmütig auf die mehr der weniger großen Schürfwunden und blauen Flecken an ihren Armen, Beinen und dem Rücken. Es war schon ein komisches Gefühl nicht zu wissen, woher sie jede einzelne hatte. Und dass sie ihr gleich noch einmal Schmerzen bereiten würden, nun das machte es auch nicht leichter. Aber Hermine wollte, nein musste sich erst einmal waschen, auch wenn es wehtat. Daher ging sie langsam und mit einem höllischen Muskelkater begleitet in eine der geräumigen Duschkabinen und drehte das Wasser auf.

Harry erwachte durch ein leises Wimmern und er versuchte sich zu orientieren wo er eigentlich war. ‚Die Krankenstation', dämmerte es ihm schließlich und sofort kam dem Gryffindor auch seine Freundin in den Sinn. Harry setzte sich auf und schaute zu Hermines Bett hinüber. Doch es war leer und eine Bewegung im Augenwinkel ließ den Schwarzhaarigen erkennen, dass jemand eben ins Bad gegangen war. Das konnte nur Hermine sein, sagte Harry zu sich selbst und er stand langsam auf. Irgendetwas in ihm sagte dem Gryffindor nämlich, dass er keine hastigen Bewegungen machen sollte und als er sich an die letzte Nacht, an Konstantin und auch an den Rotwein erinnerte, da wusste er auch wieso. Harry war nicht direkt betrunken oder so, aber der Wein schien ihm seine Beine etwas schwer gemacht zu haben und somit hieß es, sich erst mal langsam zu bewegen.

Zwei Minuten später hatte Harry jedoch die Badezimmertür erreicht und lugte vorsichtig hindurch. Er wollte ja nicht unbedingt Poppy beim baden erwischen, auch wenn er sich fast einhundertprozentig sicher war, dass nur Hermine im Bad sein konnte. Dies bestätigte sich dann auch, als Harry ihre Stimme erkannte, allerdings brach ihm das leise Wimmern fast das Herz. Er trat also gänzlich ins Bad und sah seine Freundin und wie sie sie sich vorsichtig bewegte und zaghaft das Wasser der Dusche über ihren Körper und die verschiedenen Verletzungen laufen ließ.

Harry hielt es nach ein paar Sekunden nicht mehr aus und noch während er auf die Dusche und seine Freundin zuging, entledigte er sich seines Pyjamas und trat hinter Hermine in die Dusche. Harry küsste sie sanft in den Nacken und nahm ihr die Brause ab. „Lass mich das machen", flüsterte er und Hermine drehte sich um. Ihre Augen trafen sich und kurz darauf versanken die beiden in einem langen, leidenschaftlichen Kuss, der nur durch Hermines schmerzhaftes Aufstöhnen unterbrochen wurde.

Sofort wurde Harrys Gesicht besorgt und er fragte seine Liebste wo es denn überall wehtat. Hermine meinte überall und die Schmerzen mussten wirklich schlimm sein, denn dass seine Freundin Tränen in den Augen hatte, das hatte Harry in diesem Zusammenhang noch nie erlebt. Allerdings bemerkte der Gryffindor dann den etwas irritierten Gesichtsausdruck seiner Freundin und als er fragte, was denn sei, da stellte Hermine eine Gegenfrage und wollte wissen, wieso ihr Freund nach Knoblauch und Rotwein roch. Harry schaute sie etwas überrascht an und meinte, dass dies wohl noch von der letzten Nach vom Fest bei den Vampiren herrührte und Konstantin eben einen sehr guten Weingeschmack habe.

Das war dann der Punkt, wo bei beiden gar nichts mehr ging, denn Hermine drückte ihren Freund von sich und fragte mit verwunderter Stimme, „Konstantin? Fest? Harry, was ist hier los? Wo warst du und was ist mit Ginny?"

Ab hier war dann schließlich Harry derjenige, der verwirrt dreinschaute und er sah seine Freundin mit großen Augen an. „Wie Hermine?", fragte er seine Liebste, bis ihm plötzlich etwas anderes in den Sinn kam. Er musterte sie kurz und fragte sie dann, „Schatz, wie lange hast du geschlafen?"

Hermine wusste für einen Moment nicht, was sie darauf erwidern sollte. Doch als sie meinte, dass sie nur kurz munter war, als Poppy sie untersucht habe, da schlich sich auf Harrys Gesicht plötzlich ein Lächeln der Erkenntnis und ihm wurde bewusst, dass seine Freundin von ihrem kleinen Trip nach Rumänien gar nichts wusste.

Die nächsten Minuten im Bad waren erfüllt von einigen Erklärungen auf Harrys Seite und einer Vielzahl von Fragen und Bekundungen des Bedauerns dies alles verpasst zu haben auf der Seite seiner Freundin. Und während all dessen hatte Harry es sich nicht aus der Hand nehmen lassen, seine Liebste mit dem warmen Wasser zu verwöhnen. Allerdings brachte diese Behandlung nicht wirklich den erwünschten Erfolg, sondern er sorgte nur dafür, dass sich der Grind auf den Wunden gelöst hatte und sie nun noch stärker leuchtete. Harry betrachtete das rote Fleisch und plötzlich kam ihm eine Idee, etwas in den Sinn, dass in der letzten Nacht schon einmal gewirkt hatte. Allerdings wollte Harry es diesmal etwas abwandeln und mit dem Hinweis sich nicht zu erschrecken, drehte Harry das Wasser ab, umfasste dann Hermine ganz vorsichtig, küsste sie sanft auf den Mund und beide gingen in einer Stichflamme auf.

Ron saß noch eine ganze Weile in der Duschkabine. Und erst als es ihm langsam zu kalt wurde und als die Stimmen seiner Mitschüler ihn aus dem Grübeln rissen, überlegte der Gryffindor, was er jetzt tun sollte. Es war schließlich kein Wochenende mehr und damit stand auch wieder Unterricht an. Allerdings hatte Ron jetzt nicht wirklich die Muße, sich seinen Kumpels zu stellen und daher wartete er, bis alle im neben liegenden Waschraum waren und schlich sich danach in Richtung Schlafsaal.

Dort erlebte er jedoch die nächste Überraschung, denn nach seinem Plan wollte er sich schnell in sein Bett schleichen, die Vorhänge, welche er hoffte noch geschlossen vorzufinden, rasch wieder hinter sich zuziehen und dann erst mal so tun, als wäre er nicht im Raum. Jedoch machte ihn eine Person da einen Strich durch die Rechnung und zwar Professor Styls, der mitten im Schlafsaal stand und schon auf den Rothaarigen zu warten schien.

„Nun, alles wieder in Ordnung Mister Weasley?", fragte Damions Dad mit einem Lächeln und deutete dabei auf Rons nun durch die Salbe grünlich schimmernden Stellen auf dem Oberkörper des Jungen.

„Ja, es geht schon wieder, Professor", erwiderte Ron und bedachte dann seinen Lehrer mit einem doch sehr unsicheren Blick. Was würde wohl jetzt auf ihn zukommen? Im Schloss der Vampire hatte sich Styls ja noch zurück gehalten und nichts gesagt. Doch hier? Hier in Hogwarts wo er ja die Verantwortung für ihn als Schüler trug? Wie würde sich der frühere Schatzjägers hier geben?

Umso überraschender waren die nächsten Worte für Ron, denn Stephano meinte, „Nun Mister Weasley, dann denke ich mal, es ist Zeit fürs Bett. Der Unterricht ist für sie heute mal zweitrangig, nachdem doch ihr Weltbild so ziemlich ins Wanken geraten ist, oder? Und außerdem ..." – Styls grinste nun geradezu teuflisch. – „... außerdem muss ein junger Mann ausgeschlafen sein, wenn er seinen Gang nach Canossa antritt."

„Seinen was?", fragte Ron überrascht und Styls erwiderte, „Ist so einen Sache aus dem Mittelalter, Mister Weasley. Sollten sie vielleicht mal nachlesen. Allerdings reicht es für sie vollkommen aus, wenn sie den Sinn verstehen und nachher ihren Bußgang in Richtung Direktorinnenbüro starten. Ich denke Professor McGonagall hat die beiden Stunden vor dem Mittagessen etwas Freizeit und dann wäre da ja auch noch ihre Mutter."

Ron schaute seinen Lehrer nun geradezu panisch an und überlegte schon, ob er nicht auswandern sollte. Styls jedoch lächelte nur und kam zu einem ganz anderen Thema. Der Professor für VgddK hatte sich ja im Laufe der Zeit und auch durch die Erinnerungen von Severus ein wenig mit den Personen beschäftigt, die im engeren Kontakt mit Harry standen und so war ihm auch aufgefallen, dass es besonders bei Ron früher immer so etwas wie ein Im- Schatten- eines- anderen- zu- stehen- Problem gegeben hatte. Zwar hatte sich das in den letzten Monaten gegeben und Ron schien erwachsener geworden zu sein, doch nun hatte den Rothaarigen sogar seine kleine Schwester mit etwas übertrumpft und Steph war gespannt, wie Harrys bester Freund damit zurecht kam.

Die Antwort des Rothaarigen auf seine geradezu direkt gestellte Frage überraschte dann aber selbst den gestandenen Professor, denn Ron bedachte seinen Lehrer kurz mit einem nachdenklichen Gesicht und lächelte dann. „Oh machen sie sich keine Sorgen, Professor. Über den Punkt auf andere neidisch zu sein, nun darüber bin ich längst hinweg. Ich habe verstanden, dass jeder so seine Besonderheiten hat und dass mir die Sache mit dem zum Vampir werden niemals übers Herz gekommen wäre ist ja wohl auch klar. Ich liebe nun mal keine Männer, wenn man bedenkt, unter welchen Umständen Damion von Ivans Fluch erlöst wurde."

Beide Zauberer musste über diese Bemerkung herzhaft lachen, auch wenn Ron meinte, dass dies das letzte Mal gewesen sein sollte, dass er gerade an diese Umwandlung erinnert werden will. Dann wurde sein Gesicht wieder halbwegs ernst und er widersprach seinen Professor auch noch in einem anderen Punkt, nämlich dem, das es noch eine Besonderheit in seinem Dasein als Werwolf gebe. Ron meinte nämlich, dass er wohl der einzige Werwolf auf Erden sei, der in die Hallen der Vampire wandeln konnte, ohne als Hackfleisch zu enden. Professor Styls gab seinem Schüler daraufhin mehr als nur Recht, meinte dann aber, dass er hoffte, dass diese Begebenheit auch für nachher, für seinen Besucht bei der Direktorin galt.

Ron schaute seinen Lehrer entsetzt an und dieser nickte ihm noch aufmunternd zu, bevor er den Rothaarigen allein ließ und dieser seinen ursprünglichen Plan, den sich im Bett zu verkriechen, in die Tat umsetzten konnte. Jedoch gab es eine kleine Änderung in selbigem. Denn nun konnte Ron nicht mehr nur so tun, als wäre er nicht da. Nein, jetzt musste er die Zeit nutzen, um sich seine Worte für die Direktorin und auch seine Mum zurechtzulegen. Gestört wurde er dabei nur ein einziges Mal, nämlich als es im Schlafsaal mal kurz aufflammte. Doch da er die Stimme von Hermine vernahm und sich Harry scheinbar um sie kümmerte, beschloss Ron sich erst einmal nicht zu erkennen zu geben und die beiden nicht zu stören.

Als der Kuss zwischen Hermine und Harry geendet hatte, waren gleich mehrere Dinge geschehen. Zum einen waren die beiden nackten Gryffindors nun im Schlafsaal der Jungen, dann waren sie beide trocken und ein wenig schien das Feuer auch schon auf Hermines verspannte Muskulatur gewirkt zu haben. Doch das bedeutete nicht, dass sie keine Schmerzen mehr hatte. Daher hob Harry seine Liebste auch rasch hoch und legte sie vorsichtig auf sein Bett. Zwar wollte Hermine etwas protestieren, da es ihr doch als sehr gefährlich vorkam, wenn sie beide so ganz offen und völlig unbekleidet hier im Jungensaal umherliefen.

Harry grinste aber nur und erwiderte, dass sich seine Freundin keine Sorgen machen brauchte. Es war schließlich Unterricht und Sluggytime noch dazu. Slughorn würde ihre Freunde noch bis zum Mittag quälen und was Rons verschlossenes Bett anging. Nun Ron würde wohl nach der letzten Nacht schlafen wie ein Toter. Harry ahnte gar nicht, wie sehr er sich jedoch dabei irrte. Aber was Harry nicht weiß, macht Harry nicht heiß. Und „Heiß", nun das versuchte der Gryffindor beim besten Willen nicht zu werden, auch wenn Hermines Körper von Natur aus dafür sorgte, dass Harrys Verstand allmählich südwärts wanderte.

Allerdings ermahnte sich Hermines Freund sekündlich, dass das Wohl seiner Liebsten Vorrang hatte und ein leicht schmerzliches Aufstöhnen von Hermine, die versuchte sich etwas angenehmer zu betten, brachte Harry auch wieder zu seinem ursprünglichen Plan zurück. Und da er Hermine noch immer nicht gesagt hatte, was er vorhabe, beobachtete sie ihn mit Argusaugen, als Harry zu Nevilles Bett und Nachttisch ging und dort eine kleine Flasche mit einer gelblichen Flüssigkeit herausholte.

„Harry was ist das?", fragte Hermine und ihr Freund begann zu grinsen. „Babyöl Hermine. Frag aber nicht wofür Neville das braucht. Allerdings will ich es noch ein wenig verändern."

Harry nahm die Flasche und ging zu seinem Nachtisch, Dort stellte er allerdings fest, dass er seinen Zauberstab im Krankensaal vergessen hatte und so musste er das Öl halt mit der Hand duplizieren. Als dies getan war, öffnete der Schwarzhaarige eines der Fläschchen und konzentrierte sich wie schon in der letzten Nacht auf seine Augen und damit seine Tränendrüsen. Kurz darauf kullerten auch schon mehrere Phönixtränen in das Öl und vermischten sich damit.

Harrys Augen, die kurzzeitig die goldene Farbe von Arcan angenommen hatten, wurden wieder normal. Er schüttelte das Fläschchen noch mal kräftig und trat dann ganz nah an Hermine heran. „So Schatz, ich denke damit geht's dir in Nullkommanichts wieder besser." Er küsste seine Liebste sanft auf den Mund, was sie auch leidenschaftlich erwidert. Doch danach sorgten Harrys Streicheleinheiten dafür, dass sich der Lockenkopf langsam auf den Bauch drehte und Harry somit die roten Stellen am Nacken und auch am Rücken ganz deutlich vor sich hatte.

Oh wie Harry sich dafür hasste, dass es seine Freundin so erwischt hatte. Und ein wenig befriedigte es ihn, dass er zumindest ein bis zwei Vampire, die Wachen in Ivans Verlies, dafür bestrafen konnte. Nun aber galt es die Wunden zu versorgen und Harry ging dabei ganz sanft vor. Langsam ließ er etwas vom Heilöl auf die weiche Haut von Hermines Rücken tropfen, platzierte auch zwei drei Kleckse keck auf den wohlgeformten Pobacken und seine Freundin zuckte etwas zusammen. Grinsend über diese Reaktion beugte sich Harry, der seitlich neben Hermine auf dem Bett kniete, nach vorn und bedeckte ihren Nacken mit sanften Küssen, während seine rechte Hand langsam das Öl einmassierte und sich die Rötungen stetig verringerten. Vielleicht sollte Harry das Öl zum Patent anmelden, wenn es so gut wirkt dachte sich der Gryffindor und lächelte weiter in sich hinein.

Hermines Haut nahm schnell ihr gewohntes Aussehen, ihr sanftes Rosa wieder an und auch ihre verkrampften Muskeln schienen sich durch die Mixtur zu entspannen. Harry sah dies als guten Zeichen und massierte weiter. Dabei glitten seine Hänge auch mal an Hermines Seiten entlang und langsam wandelten sich das anfangs noch leise Wimmern seiner Liebsten in ein eher wohliges Knurren und dies brachte Harry, der nun gerade dabei war Hermines Oberschenkelinnenseiten seinerseits zu verwöhnen, etwas in die Bredouille. Denn um sich selbst nicht zu sehr zu verbiegen, hatte Harry sich kurzerhand zwischen Hermine leicht geöffneten Beine gekniet und damit einen sehr anheizenden Blick auf die verlockend schimmernde rosa „Wunde" im Schritt seiner Liebsten.

Natürlich ging dies nicht ohne was an Harry vorbei und sein bestes Stück war schon längst hart. Doch seine Gedanken kämpften gegen den Drang an. Er wollte schließlich Hermine helfen. Die wiederum schien genau zu spüren, was in Harry vor sich ging und nach einigen Minuten der Ruhe, drehte sie sich schließlich um und grinste ihren Freund und dessen aufgeregten Begleiter frech an. Als sich Hermines Hand dann auch noch wollüstig etwas vom Babyöl von ihrem Körper wischte und sie sich einen Moment später Harrys Penis schnappte und dieses massierte. Nun da war der Plan die Gryffindor heute lediglich zu heilen vollends zum Scheitern verurteilt. Harry warf das Fläschchen mit dem Öl zur Seite legte sich auf seine Liebste, küsste ihren Hals, ihre Brüste und ihren Bauch und beide wanden sich in den nächsten Minuten voller Lust und im Zauber der Phönixöles. Nun jedenfalls solange, bis Harry schließlich nicht mehr konnte, sie beiden sich vereinten und er Hermine mit auf Wolke Sieben nahm. Zum Glück bekam keiner der Beiden, als sie schließlich mit geschlossenen Augen aneinander gekuschelte dalagen mit, dass zum einen ein ziemlich erröteter Ronald Weasley aus dem Raum flüchtete und dann, dass eine kleine Eule einen Brief auf Harrys Nachtisch hinterließ...

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