Kapitel 98

Ist ein Arzt hier? Mein Grinsen will einfach nicht weggehen. Der Schalk sitz immer noch im Nacken und zieht die Mundwinkel nach hinten.

Also eigentlich hatte ich zu Beginn der Story nicht vorgehabt, mehr Kapitel zu schreiben, als es bei Stab der Gründer der Fall war ... Doch dass dürft ja nun hinfällig sein.

Und weil ihr es seid und mein Kopf platzt, wenn ich es nicht loswerde ... geht die Story natürlich weiter. Also viel Spaß beim Kapitel 98.

Euer Mister Figgs

Kurzer Rückblick zum letzten Cap

... Harry eilte zum Ravenclawtisch, wo mehrere Zeitungen noch unberührt auf ihre Adressaten warteten und schlug eine auf. Was ihm dort allerdings entgegen sprang, ließ den Gryffindor jedoch kurz das Herz aussetzten. Denn in großen Lettern stand dort...

Der, dessen Name nicht genannt werdend darf ... walzt ganzes Dorf platt und tötet wahllos alles was ihm über den Weg läuft

Harry schüttelte ungläubig den Kopf und spürte im nächsten Moment, wie eine große Anzahl von Blicken auf ihm lag. Jeder im Raum, der die Überschrift gelesen hatte, schien nun zu ihm zu gucken und Harry versuchte dies erst einmal auszublenden. Er schaute nicht mal auf und las den Artikel unter seinem Foto.

... ja liebe Leser, sie haben es richtig vernommen. Der, dessen Name nicht genannt werden darf hat in den frühen Morgenstunden den wohl grausamsten Feldzug gestartet, welchen man bisher gesehen hat. Ein ganzes Dorf ist seinem Zorn zum Opfer gefallen und bis jetzt kommen immer wieder Schreckensmeldungen in die Redaktion. Der Ort um den es sich handelt ist übrigens eine Gemeinde, die sowohl von Zauberer und Muggel bewohnt wird. Es ist Ottery St. Catchpol …

Für Harry schien die Zeit still zu stehen, als er den Namen las und der ungläubigen Stimme hinter seinem Rücken nach zu urteilen, hatte auch Ron den Artikel bis dorthin verfolgt. Erst flüsterte er nur leise die Worte „Mum" und „Dad". Dann aber schien Harrys Freund die pure Angst in die Glieder zu fahren und er sprang auf. Immer wieder rief er es nun laut und als sich Harrys bester Freund aufrichtete, seinen Zauberstab zückte und dabei war sich in Richtung Hallenausgang zu drehen, da pfiff plötzlich ein Ganzkörperklammerfluch an Harrys Kopf vorbei, gefolgt von noch mindestens einem anderen Zauber.

Alarmiert und mehr als nur etwas überrascht zückte der Gryffindor seinen Zauberstab und schnellte herum. Sein Blick ging nach dem Angreifer suchend durch die Halle und landete schließlich auf den beiden Professoren Styls und McGonagall. Letztere hatte ihren Stab sogar noch in Richtung Ron gerichtet und sie schien mit einer Art Schwebezauber dafür zu sorgen, dass ihr Schüler durch den Fesselfluch nicht nach vorn aufs Gesicht fiel. Styls hingegen war dabei seinen Zauberstab wieder wegzustecken und dies unter den verwirrten und schockierten Gesichtern seiner Schüler.

„Nun ja", sagte er schelmisch. „In Anbetracht der letzten Tage und Ereignisse, und wenn man dann noch Mister Weasleys Dickkopf bedenkt, nun dann ist es wohl für dich Harry am nahe liegendsten, dass dies hier notwendig war." Mit diesen Worten schritt Damions Dad grinsend durch die Große Halle und auf Ron zu. Er drehte ihn herum und schaute ihm dann ganz tief in die Augen. „Ich weiß ja Mister Weasley, dass sie noch was vor hatten, doch erst einmal will ich sie an ihr Versprechen an unsere liebe Direktorin erinnern und dann soll ich ihnen von ihren Eltern ausrichten, dass es ihnen gut geht und dem Fuchsbau nichts geschehen ist."

Es brauchte zwar noch einige Augenblicke, doch als diese Worte nach unendlich scheinenden Sekunden in Rons Kopf eingedrungen zu sein schienen, ließ die Direktorin den Rothaarigen los und setzte ihn ab. Harry wollte noch immer nicht glauben, was eben geschehen ist und erst als Styls sich sogar bei Harrys bestem Freund entschuldigte, schien ihm klar zu werden, dass die beiden Erwachsenen wohl richtig gehandelt hatten. Ron hätte man nicht aufgehalten und da dies geklärt war, hörte der Gryffindor, wie Steph zu seinem Schüler sagte, er solle den Artikel vielleicht erst einmal zu Ende lesen und dass er dann verstehen würde. Dies ließ auch Harry nachdenklich werden und er drehte sich wieder zum Tisch und der darauf liegenden Zeitung. Rasch überflog er die Überschrift noch einmal und suchte die Stelle, wo er eben aufgehört hatte.

...Es ist Ottery St. Catchpole, eine kleine Gemeinde auf dem Land, westlich von London. Soweit wir es hier beim Tagespropheten schon wissen, gab es vor allem Opfer unter der Muggelbevölkerung. Mindestens fünf ältere Menschen wurden von den Todessern umgebracht und ihre Häuser in Brand gesteckt.

`Es war furchtbar', so beschrieb es Anastasia Fellert, die jüngere Schwester von Amos Diggory, welche ihren Bruder, den allseits beliebten Ministeriumsbeamten gerade besucht hat. „Sie haben alles und jeden angegriffen und wollten sogar in die Kirche eindringen, wohin sich die armen Muggel zurück gezogen hatten. Nur gut, dass die Auroren so schnell gekommen sind. Ich hoffe sie konnten auch Arthur und Molly retten ..."

Mrs. Fellert, so konnte es unser Reporter noch herausbekommen spielte beim letzten Satz wohl offenbar auf die Familie Weasley an, welche etwas außerhalb des Ortes auf einem kleinen Bauerhof wohnt, welcher den Namen Fuchsbau trägt, und darauf, dass eine Gruppe von gut zehn Todessern einen Anschlag auf sie vor hatte. Glücklicherweise ist den beiden Erwachsenen nichts passiert und ich persönlich hoffe, dass ihre Kinder, welche zur Zeit in Hogwarts sind, durch unseren Artikel etwas beruhigt ins Bett gehen können.

Andererseits wirft gerade dieser Angriff auf den Fuchsbau wiederum eine Menge Fragen auf, zu denen wir noch keine Antworten haben. Nur so viel sei gesagt, Arthur und Molly Weasley sind zurzeit im Ministerium und werden dort befragt. Der Grund hierfür ist, dass die zehn Todesser ihr eigentliches Ziel, und damit ihre Opfer, nie erreicht haben und ihre Leichen mehr oder weniger schlimm zugerichtet in der Nähe des Hofes gefunden wurden. Außerdem machte Arthur Weasley, als er von seinem Freund dem Auroren Kingsley Shacklebolt mitgenommen wurde, einen sehr verstörten Eindruck, so als wäre ihm der Teufel begegnet...

Harry ließ die Zeitung sinken und schaute zu Ron. Sein Freund schien durch den Artikel um einiges erleichterter. Allerdings fragte sich der Schwarzhaarige, wie man die letzten Sätze zu verstehen habe und somit wurde sein Blick immer fragender. Eine Antwort konnte ihm Ron aber auch nicht geben, zumal man es Arthur, egal ob er im Orden war oder im Ministerium arbeitete, nicht zutrauen konnte, es mit zehn Todessern gleichzeitig auf zu nehmen und sie dann auch noch kaltblütig zu ermorden. Nicht einmal die Direktorin oder aber Professor Styls schienen eine Antwort auf die Frage zu haben. Beide Lehrer schauten ebenso verwundert und ratlos in die Runde.

Es gab also wieder ein Rätsel und dies bereitete Harry eine Menge Kopfschmerzen. Was der Gryffindor jedoch nicht wusste oder gar erahnen konnte war die Tatsache, dass die Lösung für gerade dieses Mysterium bereits in Hogwarts anzutreffen war und zwar in Form einer Person, die nun, nachdem Harry Ron und die beiden Lehrer von allen anderen nicht mehr ganz so beachtete wurden, aus ihrem Schatten in der Menge hervortrat und langsam und unauffällig auf Harry zuging.

Es handelte sich dabei um ein Mitglied im Hause Huffelpuff, besser gesagt, es war ein kleiner Junge mit dunkelbraunen Haaren, einem eher unscheinbarem Auftreten und von dem sich Harry sicher war, dass er ihn noch nie in Hogwarts gesehen oder vielmehr beachtet hatte. Und eben dieser Junge kam nun auf Harry zu und meinte mit fester Stimme, „Harry, Ronald, ich denke, ihr habt einige Fragen zum Fuchsbauangriff und meine Aufgabe ist es, euch darüber aufzuklären, was dort geschehen ist."

„Du?", fragte Harry leicht zweifelnd und der Junge grinste plötzlich. „Ja ich, oh großer Held der Witwen und Waisen. Und bevor du mir einen Fluch aufhalst bedenke bitte, dass die Worte Familie und Loyalität in manchen Kulturen sehr groß geschrieben werden. Dies ist auch der Grund, warum diese dummen, ignoranten Todesser sterben mussten. Man vergreift sich halt nicht ungestraft an den ehrenwerten Eltern einer Fürstin..."

Harry schaute verwirrt in das Gesicht des kleinen Jungen und es hätte noch einige Moment gedauert, bis der Gryffindor die richtigen Schlüsse gezogen hätte. Der kleine Knirps aus Huffelpuff hingegen schien eher vom Kalibier Fred und George zu sein und so vergewisserte sich Victorius, wie Professor Styls den Jungen leise nannte, ob keiner zuschauten und dann blitzen kurz zusätzlich zu seinem eh schon breiten Grinsen, zwei nicht zu übersehende Fangzähne in seinen Mund auf.

Das war dann der Punkt, wo Harry fast die Augen heraus fielen und er sich verschluckte. Bevor er aber den Jungen weiter fragen konnte, war dieser auch schon verschwunden und Harry sah sich nun den beiden Professoren, Ron und auch Hermine gegenüber, die alle wissen wollten, was dies eben zu bedeuten hatte. Harry bat seine Freunde daher kurz mal zur Seite und erklärte es ihnen. Ron sah daraufhin zum Huffelpufftisch hinüber und war wohl kurz davor dorthin zu gehen, um sich zu bedanken. Harry hielt seinen besten Freund jedoch auf, da er befürchtete, dass Victorius Geheimnis dadurch vielleicht keines mehr war. Man einigte sich, der Sache am nächsten Morgen nach zu gehen und die Direktorin meinte, dass es nun wirklich Zeit fürs Essen war.

Am Gryffindortisch angekommen, warteten schon Harrys Mitschüler samt Luna und alle wollte näheres erfahren, doch die drein konnten ihnen natürlich keine genaueren Auskünfte geben. Einzig Neville schien was zu ahnen, doch er beließ es vorerst dabei. Vielmehr ermutigte er Ron weiter, dass es dessen Eltern gut ging und meinte sogar, Ron sollte ihnen vielleicht einen Brief schreiben. Harrys Freund fand dies war eine fabelhafte Idee und so konnte das Thema gewechselt werden. Und auch wenn die Sache mit dem Angriff ernst genug war, lockerte sich die Stimmung am Tisch merklich. Harry tat sich etwas Braten auf und beobachtete beim Essen ein wenig die Leute um ihn herum.

Dabei fiel sein Blick auch auf Luna und Nevilles Freundin, die seit einigen Wochen nun wirklich mehr am Gryffindortisch als an ihrem eigentlichen Haustisch saß, schien sich über irgendetwas zu amüsieren. Natürlich fragte Harry das blonde Mädchen, was denn so lustig sei und bereute es im nächsten Moment auch schon. Luna schaute ihn nämlich direkt in die Augen und meinte dann an alle gewandt, und in ihrer ureigensten Art „Ach es ist schon lustig, was sich die Muggel so alles ausdenken, Harry. Vater hat im gestrigen Klitterer doch tatsächlich einen Artikel veröffentlicht, welcher sich mal wieder mit diesen Muggelforschern, diesen Wissenschaftlern beschäftigt. Harry du glaubst nicht, was die herausgefunden haben wollen?"

„Und was, Luna?", fragte der Gryffindor.

„So wollen herausgefunden haben, dass im männlichen Sperma Spuren von Gold vorhanden sind."

Jede Bewegung am Tisch erstarrte sofort und ungläubige bis entsetzte Blicke lagen nun auf dem blonden Mädchen. Luna war wohl die einzige Person auf Erden, die eine solche Feststellung am Esstisch herausbringen würde. Allerdings blieb es nicht ewig so still, denn als erste hielt sich plötzlich Lavender Brown ihre Hand vor den Mund und stürmte aus der Halle. Harry fragte sich, was mit ihr los war. Natürlich brachte das Verhalten von Lawender ihr die Blicke aller ein, aber nur solange, bis Rons Stimmbänder mal wieder schneller waren, als seine Synopsen. Er grinste nämlich plötzlich breit und teuflisch und sagte, „Oha, ich denke da ist wohl jemandem was aufgestoßen und wir müssen den Spruch, Morgenstund` hat Gold im Mund, von nun an ganz anders bewerten."

Das Gejohle unter den männlichen Gryffindors war ab da der wohl dominierende Laut in der Großen Halle und Harry wusste nicht wie es dazu kam, doch in den nächsten Augenblicken, jagte eine schlüpfrige Metapher die nächste. Der Hammer kam dann letztendlich aus Nevilles Mund, als dieser meinte, dass er nun endlich verstand, was die anderen meinten wenn sie sagten, dass sich einige Slytherins gegenseitig ihre Muffen vergoldeten. Das Lachen am Gryffindortisch war nun wohl doch ein wenig zu stark geworden und rief die Lehrer auf den Plan. Glücklicherweise schaltete Steph, bei dem Harry vermutete, dass dieser so einiges mitbekommen hatte, am schnellsten und kam damit der Direktorin zu vor.

Gryffindors Hauslehrer kam zu ihnen herüber und bat sie darum, etwas leiser zu sein. Er fragte jedoch nicht einmal nach dem Grund für den Tumult, was Harrys Vermutung bestätigte, ebenso wie der Kommentar, dass es bei einer erneuten Störung der Ruhe heute zeitig ins Bett ging und dies ohne Dessert. Natürlich verstanden dies wohl nur die eingeweihten und so rissen sich die Sieben- und Sechstklässler zusammen. Kurz darauf wurde das Essen beendet und auch der Tag klang ruhig aus.

***

Natürlich wurde in den nächsten Tagen noch gemutmaßt, wann es wohl den nächsten Angriff seitens der Todesser geben würde, oder aber, was mit den Verbrechern vom Fuchsbau geschehen war. Hier hatte vor allem Ron so seine Probleme, da seine Eltern ihm nicht wirklich was geschrieben hatten, aber auch, da er den anderen Schülern von Hogwarts nicht sagen konnte, was er genau wusste, denn die Direktorin hatte beschlossen mit möglichen Informationen, besonders denen, die sie von Victorius bekommen hatte, noch zu warten, bis Ginny wieder im Schloss war.

Harry konnte es immer noch nicht fassen, dass es außer Damion und seiner Freundin noch mindestens zwei weitere Vampire, wenn auch Kinder, in Hogwarts gab. Natürlich waren die beiden, Victorius aus Huffelpuff und eine Ravenclaw- Drittklässlerin namens Idirana Gorkoff, noch keine vollwertigen Vampire, da sie gerade in den Anfängen ihrer Pubertät und noch nicht gebissen waren. Allerdings ließ es die Professoren und die Direktorin aufhorchen, wie schnell sich doch auch andere Rassen unter die Schüler mischen konnten.

Ein Problem sah die alte Hexe jedoch in den beiden nicht, da sie sich sicher war, dass von ihnen keine Gefahr ausging, wenn sie schon so loyal zu Ginny standen. Harry sah die Sache auch so und war mehr als nur erleichtert, als es schließlich am Donnerstag hieß, dass zwei Neuankömmlinge das Tor zum Schloss passiert hatten. Erwartungsvoll schauten die Gryffindors in Richtung Tür zur Großen Halle und sogar Ron war so hibbelig, dass er sein Mittagessen, und noch dazu eine seiner Leibspeisen, nicht mal anrührte. Fünf Minuten später betraten dann Ginny und Damion beladen mit jeweils einem schwarzen Rucksack die Halle. Sie kamen zum Gryffindortisch und wurden dort freudig begrüßt.

Allerdings ließen es sich auch die Lehrer nicht nehmen, ihre beiden Schüler wieder im Schloss zu begrüßen, denn auch wenn Harry und Stephano Styls allen versichert hatte, dass für die Beiden im Schloss der Vampire keine Gefahr bestand, war ein Großteil von Hogwarts Bewohnern eher skeptisch gewesen. Dies lag wahrscheinlich auch daran, dass die Drei vom Rettungskommando allen die ganze Wahrheit noch nicht gesagt hatten und nur meinten, dass Damion und Ginny sich noch erholen mussten, bevor sie die anstrengende Reise per Portschlüssel oder das Seite- an- Seite- apparieren überstehen könnten. Die meisten waren damit zufrieden gewesen und so hatten die Zwei noch etwas Zeit, um ehrlich mit ihren Freunden und Mitschülern zu sein.

Als dann der allgemeine Ansturm auf die Neuankömmlinge sich gelegt hatte, und auch Steph seinen Sohn wieder aus seiner Umarmung entließ, was dem Jungen einen roten Kopfbeschert hatte, kam man nun endlich zum Essen und die Halle war erfüllt mit dem Geräusch von Besteck auf goldenen Tellern. Vor dem Dessert jedoch schien Ginny, die in den letzten Minuten besonders von ihren Mitschülerinnen wegen ihres doch sehr elegant aussehenden Kostüms beäugt wurde, noch etwas einzufallen und sie kramte plötzlich in ihrem Rucksack. „Ach Harry, das hier soll ich dir noch von Konstantin geben. Er meinte, es gehöre rechtmäßig dir und es kam mir auch so vor, als wäre er froh, es los zu werden."

Mit diesen Worten reichte Rons Schwester ihrem Freund ein kleines, mit einer sehr ungewöhnlichen, bräunlichen Maserung versehenes Wildlederpäckchen und Harry nahm es ihr dankbar ab. Natürlich lagen nun alle Blick auf Harry und dem Geschenk, welches offenbar sehr alt und sehr wertvoll sein musste, denn das Wildleder stammte, wie Neville anmerkte, von seiner Farbe und Maserung her von einem Tier, welches es schon lange nicht mehr gab, einem Schattentiger. Harry wurde es etwas unwohl und er überlegte, ob er das Päckchen hier aufrollen sollte, hier vor den Augen von so vielen, die keine Ahnung hatten, womit sich Harry und seine Freunde in den letzten Wochen und Monate beschäftigten.

Schließlich kam aber auch noch Steph an seinen Haustisch und bedachte Harry mit einem neugierigen Blick. Das war dann der Punkt, wo Harry nachgab und seine Gabel weglegte. „Na gut, ihr Nervtöter, geschafft, ich schau ja schon nach", sagte er mit einem Lächeln und zupfte an einem der Lederbändchen, welches der Päckchen zusammenhielt. Dann wickelte er das, was auch immer sich darin befand, vorsichtig aus und mit erstauntem Blick schaute er einige Sekunden später auf etwas golden Glänzendes.

„Oh es ist wunderschön", sagte Lavender mit verträumter Stimme und auch einige andere Mädchen stimmten ihr zu. Harry jedoch fragte sich was dieses Ding, dieses Schmuckstück sein sollte. Es bestand aus einer Art goldenem Armreifen, jedenfalls dachte Harry, dass es sich dabei um einen solchen handele, denn er war reichlich mit Runen verziert, und fünf kleineren Ringen, die jeweils durch eine sehr feingliedrige Kette mit dem großen Reif verbunden waren.

„Du musst es wahrscheinlich an deine Hand anlegen", sagte Hermine und hielt dabei ihre eigene Hand mit abgespreizten Fingern hoch, um ihren Freund zu zeigen, wie sie es meinte.. Harry sah sie nachdenklich an und wollte ihr das Schmuckstück schon über die zarte Hand streifen, doch da mischte sich Stephano ein und sagte mit lauter Stimme, „Nein Harry, tu es nicht."

„Was?", fuhr der Gryffindor überrascht herum, zog dabei seine Hand mit dem Schmuck zurück und Damions Dad wiederholte sich. „Ich sagte tue es nicht. Nicht bei Hermine, denn Ginny meinte doch, dass du der rechtmäßig Eigentümer der Ringe bist. Wer weiß, was für Zauber darauf liegen, die deiner Freundin aufstoßen könnten."

Harry zuckte bei dem Gedanken zusammen und war irgendwie froh, dass bei seinem Professor immer mal wieder der Schatzsucher durchkam. „Danke Professor, daran habe ich nicht gedacht." Steph lächelte und Harry sah seine Liebste entschuldigend an. Dann krempelte er seinen Pullover etwas hoch, streifte sich selbst den Armreif über und jeweils einen Ring über die Finger seiner linken Hand. Warum die Linke wusste Harry selbst nicht. Doch als er den letzen Ring über den Zeigefinger gestülpt hatte, leuchtete das ganze Schmuckstück kurz auf, wurde etwas warm und passte sich in seiner Größe Harrys Hand an. Das Staunen über diese Verwandlung ging aber im nächsten Moment unter, da vom Slytherintisch plötzlich Schreie voller Schmerz zu ihnen herüber drangen. Harry und der Rest der Gryffindors drehten sich wie eine Person um und ihre Blicke fielen auf Pansy Parkinson, die sich ihren Bauch hielt und einen Anfall zu haben schien.

Was war denn mit ihr los? Diese Frage schien wohl jedem hier in der Halle gerade im Kopf herum zu schwirren, denn das blonde Mädchen aus Slytherin schrie sich schier die Seele aus dem Leib. Sie presste ihre Hände an die schon ziemlich große Wölbung unter ihrem Umhang und einige der Mädchen meinten, es gehe wohl los. Hermine jedoch widersprach ihnen mit lehrerhafter Stimme und sagte, dass es viel zu früh war und es noch keine Wehen sein könnten. Harry schaute seine Liebste überrascht an und dann zurück zu Pansy, die offenbar nicht mehr Herr ihrer Beine wurde. Sie strauchelte und wäre fast gestürzt, da keiner ihrer doch gerade mal zwei Meter entfernt stehenden Mitschüler was tat, um ihr zu helfen, etwas, das Harry doch sehr erschreckte. Fast genauso, wie die Tatsache, das die Hilfe aus seinem Hause kam.

Es waren Blaise, der eigentlich auf dem Weg war, um den reichlich getrunkenen Kürbissaft weg zu bringen, und Damion, die alle zwei blitzschnell reagierten und Pansys Sturz verhinderten. Blaise hielt sie dabei fest und legte sie dann sanft ab, während Damion hastig seinen Umhang auszog und Pansys Kopf darauf bettete. Dann ging sein Blick zum Lehrertisch und hilfesuchend zu seinem Vater. Professor Styls war allerdings schon mit Poppy und der Direktorin im Schlepptau auf dem Weg zu ihnen und die alte Schulheilerin hielt ihren Zauberstab zu allem bereit in den Händen.

„Dad, sie ist total verkrampft und es kommt weißer Schaum aus ihrem Mund", erklärte Damion den Erwachsnen mit raschen Worten und Harry erschrak einmal mehr wegen der Reaktion der anderen Slytherins. Die nämlich, wichen plötzlich vor Pansy zurück, als hätte sie einen Krankheit, anstatt sich um sie Sorgen zu machen. Auch schienen Damions Worte die anderen Tische in Aufruhr zu bringen und die Direktorin musste die Vertrauensschüler anweisen, die Ruhe in ihren Häusern zu bewahren.

Poppy jedoch hatte sich in der Zwischenzeit ebenfalls neben das schwangere Slytherinmädchen gekniet, welches neben dem Schmerz nun immer wieder ängstlich um ihr Baby weinte. Damion tat dabei etwas, was ihm wohl im Nachhinein eine Menge fragender Blick bescheren würde, besonders aber von Blaise, denn er hielt plötzlich Pansys Hand ganz fest, streichelte sie fast und sagte leise, „Ganz ruhig Angel. Alles wird gut."

Dann sah er zu Poppy und hoffte, dass die alte Heilerin ihm sagte, was das Mädchen hatte und er war nicht der einzige im Raum, der wissen wollte was los war. Poppy schien aber eher ratlos als erleuchtet und sagte an die Direktorin gewandt, „Minerva, ich weiß nicht was sie hat. Ihr ganzer Körper scheint sich zu verkrampfen und wenn wir sie nicht beruhigen, wird sie das Kind verlieren oder schlimmeres."

Entsetzen war nun in das Gesicht der Schulleiterin geschrieben und sie schaute hilfesuchend in die Runde der Lehrer. Allerdings kam sie nicht dazu Professor Slughorn nach seiner Meinung zu fragen, denn Pansy bäumte sich trotz der beiden Jungen, die sie hielten, auf und während Ginny, Hermine alle die anderen Mädchen vor Schock aufstöhnten, tat es Harry schon vom Zusehen weh. In Pansys Körper schien sich nun jeder Muskel zu verkrampfen, denn die Form welchen der Mädchenkörper nun annahm, war mehr als nur unnatürlich. Pansys Armmuskeln hatten sich scheinbar so zusammengezogen, dass sich ihre Arme nach hinten bogen und die Slytherin quasi in die Bank gedrückt dastand. Nur halt verkehrt herum und mit dem Handrücken auf dem Boden gestemmt. Harry wurde regelrecht an den Cruciatusfluch erinnert und wie ihn der falsche Moody damals an der Spinne demonstriert hatte.

Alle in der Halle waren nun geschockt und die, welche diese grausame Demonstration damals auch erlebt hatten, schienen sich ebenso zu erinnern. Allerdings gas es eine Person, die scheinbar anders dacht. Eine Person schien dies hier kalt zu lassen und dies ließ bei Harry die Alarmglocken schrillen. Durch Zufall hatte der Gryffindor zum Slytherintisch geschaut und bemerkte, dass einer der Siebenklässler, ein Junge namens Peter Spencer nicht ganz so besorgt ausschaute wie seine Mitschüler und er eher gelangweilt in seinem Essen stocherte. Als dann bei einem weitern Anfall von Pansy der Junge auch noch grinste, war Harry alles klar. Natürlich konnte Spencer einer der möglichen Väter sein. Er war ja im selben Jahrgang wie Pansy und er war ein ziemlich stolzer Reinblüter. Also ging Harry zu ihm herüber.

Die Lehrer oder Damion und Blaise hatten dies jedoch nicht bemerkt, da ihre ungeteilte Aufmerksamkeit ihrer Mitschülerin galt, egal ob sie eine Slytherin war oder nicht. Damion hatte sogar damit begonnen, ihr die Schuhe auszuziehen und ihre Fußsohlen mit der Spitze seines Zauberstabes zu bearbeiten. Poppy wollte noch wissen was dies sollte, doch da es dem Mädchen offensichtlich Linderung brachte und sie nicht ganz verstand was Akupunktur war, beließ sie es dabei und unterbrach Styls Sohn nicht.

Allerdings unterbrach jemand anderes das angestrengte Sorgen um Pansy, nämlich Harry. Alle drehten sich um und sahen, wie der Gryffindor Peter Spencer mit einer Hand gegen die Wand gedrückt hatte, ihn fast aushebelte und förmlich schrie, „Was hast du ihr gegeben? Was, du mieses Schwein?"

„Harry?", rief Hermine entsetzt, gefolgt von einem ebenso überraschtem „Mister Potter" seitens Professor McGonagalls. Letztere erwartete auch gleich darauf, dass der Gryffindor sein Opfer losließ, doch Harry tat es nicht sondern schrie ihn nur weiter an. Einzig Steph schien zu ihm durchzudringen und fragte, was dies soll.

„Na er hat was mit Pansys Schmerzen zu tun, Steph", erwiderte Harry und alle, nun alle die nicht gerade mit Pansy beschäftigt waren, schauten Harry erstaunt an. Es lag jedoch nicht nur daran, dass der Junge der lebte einen anderen Mitschüler beschuldigte, nein, auch wegen der Art und Weise, wie Harry in seiner Wut einen Professor ansprach.

„Ja aber wie kommst du darauf, Harry?", fragte Damions Dad sorgsam, da er wusste, dass man Harry wütend etwas vorsichtiger begegnet sollte, nicht das sein Temperament noch mit ihm durchging.

„Weil er der Einzige ist, der nicht entsetzt war, weil er gelacht hat über ihre Schmerzen und weil er womöglich der Vater von Pansys Kind ist." Harry redete sich völlig in Rage und Styls schaute Spencer nun mit einen sehr nachdenklichen Gesicht an. Dann wandte er sich Harry zu und meinte, dass er ihn loslassen sollte und man die Wahrheit sehr schnell mit etwas Veritaserum herausfinden könne. Natürlich war diese Aussage eher ein Trick, doch das musste ja keiner wissen und da Spencer reagierte und sich zu wehren begann, hatten wohl die meisten im Raum ihre Antwort, eine Antwort, die viele erschütterte. Allerdings brachte es Harry und seinem Rette- Mensch- Tick nicht weiter und er fragte den Slytherin noch einmal und mit drohender Stimme, was er Panys gegeben hatte.

Spencer weigerte sich jedoch erneut. Er schaute vielmehr in Richtung Pansy und schien auf was zu warten. Das jedoch brachte ihm eine Sekunde später eine gebrochene Nase ein. Bevor aber Harrys Faust nochmals auf das Gesicht des Slytherins traf, stockte Harry dann plötzlich, denn es war ihm so, als hätte er im Umhang des Jungen plötzlich etwas klirren gehört, ein Fläschchen womöglich und noch während sich Peter Spencer wehrte, fasst Harry in dessen Umhang und holten eine kleine Glasflasche hervor.

„Nein", rief Spencer und mit aller Kraft, die er aufbringen konnte, befreite er sich und schlug die Flasche Harry aus den Händen. Sie flog quer durch den Raum in Richtung steinerner Wand und die Zeit schien fast still zu stehen. Doch glücklicherweise bleib einer im Raum, nämlich Stephano Styls, Herr seiner Sinne und reagierte blitzschnell. Er sprang hoch, griff in die Luft und fing das Fläschchen auf. Dann öffnet es vorsichtig und roch an der dunklen Flüssigkeit.

Alle im Raum schauten neugierig zum Professor für Verteidigung, besonders aber der amtierende Zaubertrankprofessor Horace Slughorn. Er kam auch raschen Schrittes zu seinem Kollegen herüber. Steph wartete aber gar nicht erst die Expertise seines alten Lehrers ab, sondern sein Gesicht verfinsterte sich. Er wandte sich an Spencer und zur Überraschung aller flog plötzlich seine Faust in dessen Gesicht. „Du mieses Schwein", wiederholte er nun Harrys Worte und während Professor McGonagall noch entsetzt über das Verhalten ihres Kollegen war und protestieren wollte, sagte dieser an die Lehrer gewandt, „Minerva schnell, wir brauchen einen Heiler aus dem . Horace, du musst in den Kerker und ein Gegenmittel brauen. Und ganz wichtig, alarmiert Kingsley. Es müssen zwei Auroren kommen, die Mister Spencer in Gewahrsam nehmen, bevor ich mich vergesse."

„Was?", fragte Professor McGonagall und Steph erklärt ihr mit ernster Miene. „Minerva, er steht unter dem Verdacht des versuchten Doppelmordes. Er hat dem armen Mädchen eine Dosis Engelmacherhonig verabreicht."

Der letzte Satz bracht alles im Raum zum Stillstand. Jeder schaute schockiert zu Peter Spencer und am blassesten war Poppy. Sie war es auch, die meinte, dass es dann keine Hilfe mehr gab. Das wiederum brachte Damion aus der Fassung und während er weiter versuchte, dass sich Pansy entspannte, schrie er in Richtung von Spencer lauthals „Warum?"

Dies war eine Frage, die wohl jeden hier im Raum beschäftigte, doch was sie als Antwort erhielten machte den größten Teil fassungsloser denn je. Spencer schaute nämlich nun nicht mehr zu Harry, der ihn immer noch festhielt, und während er das Blut aus seiner Nase zu stoppen versuchte, sprach er voller Verachtung in Richtung Pansy und Damion. „Warum? Du fragst warum, McKenzie? Bist du irre? Sieh sie dir doch mal an. Das ist Parkinson. Glaubst du, ich will ein Kind mit ihr? Meine Familie würde mich enterben, wenn das geschähe. Unsere reinblütigen Wurzeln reichen bis zur Zeit der Gründer zurück. Glaubst du, unser Blut sollte durch so etwas verschmutzt werden. Parkinson war gut für einen Fick, mehr nicht. Selbst Draco wusste das und hat sie nur be ..."

Weiter kam der Slytherin nicht, denn es trafen ihn plötzlich mindestens zehn verschiedene Flüche, der eine mehr, der andere weniger schmerzvoll. Es wäre im Nachhinein wahrscheinlich auch nicht möglich gewesen herauszufinden, wer diese geschickte hatte, denn aus jedem Hause hatten die Schüler ihre Zauberstäbe auf Spencer gerichtet. Allerdings schritt nun die Direktorin ein du ermahnte alle, nichts Dummes zu tun. Dann wies sie Pomona Sproute an, sich mit Kingsley in Verbindung zu setzten. Flitwick sollte sich um den Heiler kümmern und Professor Slughorn um das Gegenmittel. Allerdings gab es hierbei ein Problem, merkte Horace vorsichtig an, da er nicht wusste, wie viel des Giftes man Pansy verabreicht hatte, denn der Trank wirkte schon bei kleinen Dosen und eine zu große des Gegenmittels könnte auch fatal sein.

„Na dann versuch doch ein Universalgegengift", schlug Professor Stormfire vor. Professor Slughorn verneinte aber, da gerade bei diesem Trank keines der bekannten Gegengifte eine Wirkung zeigen würde. Der Trank sei nämlich an sich kein wirkliches Gift, sondern ein sehr starker Verkrampfungstrank, der bewirkte, dass der Körper den Embryo eben durch die Krämpfe abstieß. Nein, man brauchte die genaue Dossierung, beharrte Slughorn und sah etwas unsicher in die Runde.

Hier kam dann plötzlich Hermine ins Spiel. Sie hatte nämlich den Worten von Professor Slughorn sehr genau gelauscht und dann ihren Geist nach allem was sie schon einmal zum Thema Engelmacherhonig gelesen hatte, durchforstet. Die schrecklichsten Bilder kamen ihr dabei wieder in den Sinn, denn der Trank war im Mittelalter oder auch noch später als Mittel zur Abtreibung entwickelt worden. Allerdings ist man ihm nie Herr geworden und die Sterberate nach der Verabreichung lag bei über siebzig Prozent. Deshalb wurde er auch verboten und zwar unter Höchststrafe. Doch damit wollte sich Harrys Freundin jetzt nicht befassen, sondern mit Pansy und ihren Schmerzen.

„Professor Styls", fragte sie ihren Lehrer. „Wie wird der Trank denn verabreicht?"

„Nun Hermine, man trinkt ihn", erwiderte Steph und Harrys Freundin ging zum Slytherintisch und um genauer zu sein, zu Pansys Platz. Dort nahm sie vorsichtig den Trinkbecher und roch daran. Ihre Nase verzog sich etwas und sie kam zu Steph herüber. Sie hielt ihm den Becher hin und Damions Dad bestätigte, dass sich der Trank im Kürbissaft befand. Allerdings unterbrach ihn Hermine dann, als er den Becher verschwinden lassen wollte.

„Nein, Professor, nicht. Wir brauchen ihn, um Pansy zu helfen. Nur mit dem Rest können wir die Konzentration herausfinden, wenn wir berücksichtigen, dass die Hauselfen in Hogwarts alle Schüler seit je her gleich behandeln und immer genau zweihundert Milliliter Kürbissaft beim Eindecken einschenken."

Nun, die ganze Halle schaute Hermine an, als hätte sie zwei Köpfe oder aber anstelle des Kopfes die Geschichte Hogwarts. Sogar Harrys Blick war etwas ungläubig. Allerdings gab es eine Person im Raum, völlig anders reagiert und zwar Professor Slughorn. Dieser rief nämlich plötzlich „Hundert Punkte für Gryffindor und schnappte sich dann vorsichtig den Becher aus Stephs Hand. Er trug ihn wie eine scharfe Bombe gen Tür und schien schon einige Dinge laut aufzuzählen, die er für das Gegenmittel brauchte. Kurz vorm Verlassen der Großen Halle jedoch, drehte er sich noch mal um und rief einige seiner Schüler zu sich. Sie sollten ihm helfen, damit es schneller ging. Allerdings meinte er auch, dass er ein Minimum von vier Stunden bräuchte.

Doch schon kurz nachdem der Meister der Tränke die Halle verlassen hatte, wurde vielen klar, dass Pansy so viel Zeit nicht mehr hatte. Der Körper der Slytherin bäumte sich immer öfter auf und sie schrie vor Schmerzen. Poppy und Damion taten alles in ihre Macht, um diese zu lindern und die Krämpfe zu entspannen. Kurze Zeit später tauchten dann auch die Heiler aus dem St. Mungos und die Auroren auf. Letztere nahmen Peter Spencer in Gewahrsam und brachten ihn aus der Halle und in das Büro der Direktorin. Harry hatte ihnen noch kurz geschildert, wie er die Sache gesehen habe, wurde dann aber abgelenkt, als einer der fremden Heiler sachlich meinte, dass wenn sich Pansy nicht entspannte, es für ein mögliches Gegenmittel zu spät sei.

Das war dann der Punkt, wo es in Harrys Kopf zu rauschen begann und noch während Pansy erneut verkrampft, Damion sie ganz fest hielt und Poppy nicht mehr weiter wusste, da sprang Harry plötzlich auf und rief laut „Entspannen, natürlich." Und schon rannte er aus der Halle. Jeder im Raum schaute ihm nach und manche glaubten sogar, der Gryffindor hat seinen Verstand verloren. Allerdings wurden diese Gedanken zwei Sekunden unterbrochen, da die Alarmglocken des Schlossen zu schrillen begannen und alle in Panik aufsprangen.

Die Direktorin brauchte schon einige Zauber um Ruhe in die Halle zu bringen. Als aber die Häuser sich wieder beruhigt hatten, ging Professor McGonagall zur nächsten Wand und legte ihre Hand darauf. Sie schien sich zu konzentrieren und schaute dann schockiert zu Stephano Styls. „Steph, dein Quartier. Es wurde aufgebrochen. Jemand ist in deinen Räumen." Ein ungläubiges Stöhnen war nun in der Halle zu hören und Getuschel wurde lauter. Hermine und Ginny schaute zu Damion. Doch der war immer noch mit Pansy beschäftig und hielt sie im Arm. Eine Geste, die wohl viele der Gryffindors verwirrte. Allerdings wussten ja nur die beiden Mädchen um das Geheimnis von Ginnys Liebsten.

Als Hermine sich wieder dem Geschehen zuwandte und sich fragte, wer wohl in ein Lehrerquartier einbrechen sollte und warum, bemerkte sie, dass sich einige Lehrer bereitmachten, der Sache nachzugehen. Bevor sich allerdings die kleine Gruppe auf den Weg machen konnte, um den Eindringling zu fangen, wurde die Tür zur Großen Halle aufgestoßen und Harry kann herein gerannt.

„Mister Potter, unterlassen sie das Gerenne in der Großen Halle?", ermahnte die Direktorin den Schwarzhaarigen. Der Gryffindor rief aber nur, dass er eine Lösung habe und dass Damion ihn zu Pansys Kopf lassen solle. Keiner im Raum verstand, was ihr Mitschüler meinte und die meisten stöhnte auf, als der Schwarzhaarige plötzlich etwas Längliches in seiner rechten Hand hielt. Es sah aus wie eine Zigarette und Harry entzündete sie auch nur eine Sekunde später mit einem gemurmelten „incendio".

„Harry nicht", rief Steph, da er zu ahnen schien, was sein Schüler da vor hatte, doch da hätte er auch gegen eine Wand reden können. Harry, der nun ebenfalls neben Pansy kniete, sah noch mal kurz zu Damion und nahm dann plötzlich einen tiefen Zug vom Joint. Sofort wurde es ihm anders, doch das zählte nicht. Vielmehr wollte er Pansy helfen und währen Damion nun den Kopf der Slytherin auf seinem Schoss gebettet hatte, drückte Harry unter den Blicken der anderen und mit einem energischem „tief einatmen" seinen Mund auf den des schwangeren Mädchens und als diese überrascht ihre Lippen öffnete, atmete Harry den Rauch aus.

Das Nächste was man hörte war das Husten beider und man sah, wie Harry den nächsten Zug nahm. Alles ging so schnell und jeder war gespannt und geschockt zu gleich, so dass es Stephano Styls gerade noch so schaffte, Harry davor zu bewahren noch weiter an der qualmenden Kräutermischung zu ziehen. Drei oder viermal hatte der Gryffindor es schon getan, bis ihm sein Lehrer das Ding aus der Hand nahm.

„Es reicht Harry, sie entspannt sich", rief der Lehrer seinem Schüler zu und es stimmte sogar. Allerdings bezweifelte Steph, das Harry dies noch mitbekam. Die Augen des Gryffindors gingen jetzt nämlich leicht unfokussiert durch den Raum und als er sah, möglicherweise auch nur noch spürte, dass Pansy ruhig dalag, begann Harry zu lachen. Allerdings mehr wie ein Mensch der total betrunken war. Immer wieder hörte man das leicht entrückte „hähähä" und dann versucht Hermines Freund doch tatsächlich sich zu strecken und sie herunter zu ziehen.

„Schatzilein, wie wär`s mit einem Küsschen", fragte Harry. Was der Frage jedoch folgte, war ein Geräusch was Harry wohl noch einige rotgesichtige Momente einbringen würde. Verfluchen sollte man den Mann, der das Rezept für Bayrisch Kraut entwickelt hat. Jedenfalls setzte nun die nächste Stufe vom Missbrauch des Kräuterjoints ein und Harry ließ lauthals einen fahren, dass die Halle bebte. Jeder im Raum schaute für einen Moment geschockt, bis die ersten zu lachen anfingen. Dieses sollte ihnen aber im Halse stecken bleiben, denn Harry, der nicht wirklich mehr etwas mitbekam, versucht kurz darauf aufzustehen. Man sah ihn aus der Nase bluten, die Augen verleierten sich und dann kippte er nach hinten um und schlug hart mit dem Kopf auf den steinernen Boden.

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