Hey Leuters,

ich hoffe ihr hattet ein angenehmes Weihnachtsfest. Also ich konnte nicht klagen, obwohl dies jetzt für mich die Waage macht. Doch nun zu was anderem, ich wünsche euch allen von hieraus einen guten Rutsch ins neue Jahr. Und weil man dies Schuldenfrei tun sollte, gibt's auch noch ein Cap mit auf den Weg.

Tschau und viel Spaß beim Lesen

Mister Figgs

Kapitel 100

Poppy hatte wirklich ganze Arbeit geleistet, denn Harry Potter schlief nicht weniger als drei Tage in ihrem Krankenflügel. Die alte Heilerin hatte darauf bestanden, das sich ihr Lieblingspatient doch tatsächlich eine Gehirnerschütterung eingehandelt hatte, die sie jedoch erst behandeln konnte, nachdem die Wirkung der Kräuter gänzlich verschwunden war. Allerdings hatte die Diagnose bei den Anderen, sprich Steph, Hermine und der Direktorin, etwas Bestürzung ausgelöst, da man jetzt annehmen konnte, dass Harrys mysteriösen Worte wirklich nur Produkte seines Trips waren. Natürlich hatten die Drei eine Weile darüber gebrütet, was ihr Freund meinen könnte. Doch jetzt, nun jetzt beließ man es erst einmal darauf beruhen.

Auch gab es in der Zwischenzeit eine Menge andere Dinge in Hogwarts zu tun. Es war schließlich immer noch Unterricht angesagt und die Prüfungen rückten näher. Peter Spencer allerdings sollte dies am wenigsten stören. Er war schon auf dem Weg nach Askaban oder halt dem Gefängnis, welches das Ministerium für jugendlich Straftäter auserkoren hatte. Sein Prozess war kurz und schmerzlos gewesen, da er ja eigentlich vor so vielen Leuten geständig gewesen war und allen von seinen Absichten erzählt hatte. Hinzu kam, dass Pansys Familie zwar dem dunklen Lord, oder besser seinen Absichten im Bezug auf die Reinblütigkeit, nicht abgeneigt waren, Blut dann wiederum dicker als Wasser und die Tötung eines ungeborenen Reinblutes wohl eines der schlimmsten Verbrechen war.

Doch wie gesagt bekam Harry davon nicht all zu viel mit und obwohl Professor McGonagall allen in der Halle versichert hatte, dass es dem Gryffindor gut ging, bekam Madame Pomfrey langsam eine Krise, so wie der Strom der Besucher und der kleinen Geschenke auf dem Tisch neben Harrys Bett zunahm. Und eben einer der kleinen Dankeschöns, welches mit einem „Wuuuschsch" vom Stapel rutschte, weckte Harry schließlich, da es genau auf seine Nase fiel. Völlig überrascht und verdattert öffnete der Gryffindor die Augen und sah sich um. Etwas gerädert fühlte er sich schon, doch die Kopfschmerzen waren weg und das war ja schon mal etwas.

Poppy tauchte natürlich sofort auf und Harry schmunzelte in sich herein. Die alte Heilerin untersuchte ihn noch ein letztes Mal und dann ging es erst einmal ins Bad um sich wenigstens ein bisschen salonfähig zu machen. Und da es außerdem Frühstückszeit war beschloss Harry, auch gleich in Richtung großer Halle zu gehen. Vielleicht hatte er ja Glück und er konnte Hermine und Ron auf ihrem Weg dorthin abfangen. Doch das Schicksal wollte es anders, denn er traf auch zwei andere Personen, die ihn jedoch noch nicht bemerkt hatten. Es handelte sich dabei um die Direktorin und Pansy.

„Miss Parkison, geht es ihnen auch wirklich wieder gut?", fragte McGonagall und Harry konnte in ihrer Stimme wirklich so etwas wie mütterliche Sorge vernehmen.

„Ja Direktorin, ich bin nur etwas durcheinander und angespannt. Madame Pomfrey hat mir vorhin die Ergebnisse ihrer Tests mitgeteilt und dass ... dass" - Pansy brach ab und schien kurz davor zu sein, einmal mehr von ihren Gefühlen übermannt zu werden. Allerdings kam dann ihre Slytherinseite durch und sie fasst sich wieder. - „... sie hat gesagt, dass sie noch einen Test gemacht hat und zwar mit etwas Blut von Pot ... Harrys Fingerknöcheln, und dass Spencer doch nicht der Vater meines Kindes ist."

„Ich verstehe Miss Parkinson. Doch ich meinte eben vielmehr, ob sie bereit sind, in die große Halle zu gehen. Soweit ich weiß, wird auch Mister Potter heute wieder anwesend sein und ..."

Harry ahnte Fürchterliches, seine rechte Hand allerdings ging zu seinem Gesicht und berührte die Stelle, wo Pansy ihn kurz zum Dank geküsst hatte. Was sollte er nun tun, denn wie er McGonagall kannte, war es nach ihrer Meinung bestimmt an der Reihe, dass sich Pansy offiziell bei ihm bedankte. Die Direktorin war nun mal in einer Zeit aufgewachsen, wo so ein Protokoll jetzt an der Tagesordnung wäre. Harry hingegen konnte sich gut vorstellen, was jetzt gerade ins Pansy vor sich ging und dass es besonders durch ihre Häuserzugehörigkeit eher eine Demütigung für sie sein musste, sich bei einem Löwen zu entschuldigen.

Bevor der Gryffindor sich aber zu erkennen geben und den beiden Frauen ihr Tun ausreden konnte, waren die zwei schon weiter gegangen und hatten die Große Halle erreicht. Harry stockte ein wenig und ein Gefühl in seiner Magengegend sagte ihm, er sollte vielleicht umdrehen und sich sein Frühstück aus der Küche holen. Die Hauselfen würden sich bestimmt freuen, ganz zu schweigen von Dobby. Dann wiederum musste Harry sich ja irgendwann den anderen stellen und ein Knurren seines Magens sagte ihm, dass er nun mal nur noch wenige Meter vom leckeren Rührei mit Schinken entfernt war und dass er sich nicht so haben sollte.

Harry atmete noch mal tief durch und drückte dann die Klinke der Tür herunter. Vielleicht hatte er ja Glück und er konnte sich einfach in die Halle stehlen. Doch kaum dass das Türblatt bewegt wurde, knarzte es fürchterlich und der Gryffindor fluchte innerlich, wofür Filch überhaupt hier in der Schule als Hausmeister zuständig war. Natürlich schaute nun jedes Augenpaar zur Tür und eine Sekunde später stürmte auch schon Hermine vor und umarmte ihren Freund. Sie küsste ihn dann noch kurz und damit hatten die anderen im Saal ihr Zeichen loszujohlen. Als sich dann alle ein wenig beruhigt hatten und Harry zum Lehrertisch sah, stand Professor McGonagall auf und lächelte ihm zu.

Harry lächelte zurück und wollte gerade zu seinem Platz, da standen plötzlich auch noch die anderen, sprich alle Lehrer, alle Schüler auf und sogar einige Geister erschienen, und klatschen plötzlich Beifall. Harry wurde natürlich knallrot und wollte im Boden versinken. Ein Schock jedoch verhinderte schlimmeres und dieser wurde ausgelöst, als Harry kurz zum Slytherintisch schaute. Dort nämlich war der Applaus am lautesten und mit Ausnahme von zwei oder drei Schlangen klatschen die Schüler mit den silbernen Abzeichen an ihren Umhängen, als hätte Harry für sie den Quidditchcup geholt. Dann trat auch noch das ein, was Harry am meisten befürchtet hatte und Pansy kam auf ihn zu. Allerdings nicht allein, sondern sie hatte Theodore Nott im Schlepptau und als sich die beiden Vertreter von Slytherin und Gryffindor gegenüber standen wurde er wieder still im Raum. Jeder wollte hören, was Pansy zu sagen hatte.

Harry kam ihr aber zuvor und sagte einfach, „Entschuldigung oder was du auch immer sagen willst, Pansy, ist angenommen und du musst dich nicht doppelt bedanken." Zwar sahen ihn die meisten nun verwirrt an, doch das störte Harry nicht, denn er musste vielmehr über das zunehmend roter werdende Gesicht von Pansy Parkinson schmunzeln. „Du ... du hast nicht mehr geschlaf...", stammelte sie verlegen und Harry nickt. Er ging aber nicht weiter darauf ein, weil dies niemanden etwas anging. Beide schüttelten sich jedoch noch die Hände und dann meldete sich Harrys Magen mit dem Marschbefehl zum Buffet. Am Gryffindortisch wurde er dann nochmals von Hermine, Ginny und Damion umarmt, während Ron ihm einen großen Teller lächelnd hinschob. „Hier mein kleines Kifferlie, du musst dich stärken." Sagte er noch und bekam von Parvati dafür einen Ellenbogen in die Seite gerammt. Harry grinste seinem Freund zu und ließ sich dann das Frühstück schmecken.

Den Rest des Tages musste sich der Gryffindor dann wieder den Grausamkeiten des Schülerlebens stellen. Heute stand Zaubertränke, Geschichte der Zauberei und Verwandlungen auf dem Plan, wobei Harry die Stunden bei Professor Slughorn am schlimmsten vorkamen, da dieser sich irgendwie etwas von den Kräuter, welche Harry geraucht hatte, bei Steph besorgt hatte und nun von ihm, quasi als Referenzperson, immer wieder wissen wollte, wie man sich dabei fühlte, wie es schmeckte und so weiter und so fort. Harry hätte fast gesagt, er sollte doch mal ne Runde schmeißen. Doch Hermines Hand, die seine sanft unter dem Tisch drückte und ihn so beruhigte, verhinderte dies.

Auf dem Weg zum Abendessen sagte Harrys Freundin dann, dass sie beide später noch zu Professor McGonagall ins Büro kommen sollten. Ron und Damion wären auch dorthin eingeladen und man wolle sich über Harrys mysteriöse Worte unterhalten und auch über den Armschmuck, welchen Steph ihm im Krankenflügel wieder abgenommen hatte und im Archiv verwahrte. Hier stellte Harry zum ersten Male fest, dass er an den goldenen Armreif noch nicht einen weiteren Gedanken verschwendet hatte. Und er wusste auch nicht genau, was für Worte seine Liebste meinte.

Allerdings wurden seine Gedanken im nächsten Moment unterbrochen da vor ihnen, kurz hinter der nächsten Biegung, ein Tumult zu sein schien. Raschen Schrittes bewegten sich die Gryffindors zum Orte des Geschehens und sahen, wie Blaise einen Drittklässler aus Ravenclaw in der Mangel hatte und diesen gegen eine Wand drückte. Der Junge war schon ziemlich blau und seine Nase blutete. Blaise jedoch schien noch nicht fertig mit ihm zu sein. Immer wieder sagte er wütend, „Ich hatte dich gewarnt, es noch mal zu tun." Harry und seine Freunde hatte jedoch keine Ahnung, was ihr Mitschüler damit meinte. Bevor sie allerdings dem Ravenclaw helfen und ihn aus Blaise Händen befreien konnten, kamen zu allem Unglück die Direktorin und Stephano Styls den Gang entlang, dicht gefolgt von Ginny, Luna, Celine und Eve.

Alle sahen geschockt auf Blaise und die Direktorin rief zornig, „Mister Zabini, was geht hier vor? Lassen sie sofort Mister Green runter. So ein Benehmen dulde ich hier in Hogwarts nicht."

Blaise zögerte, kam der Aufforderung dann aber nach. Er drehte sich um und sah die Direktorin an, als wolle er nun sie angehen. Irgendetwas schien den sonst schon sehr heißblütigen Italiener extrem wütend gemacht zu haben, doch eine Erklärung über das warum, gab der Gryffindor, nachdem er erkannte wer sich alles um ihn herum befand, nicht ab. Alles was er sagte war, dass Green es verdient hatte und dass die Sache damit erledigt war. Professor McGonagall schien dies aber überhaupt nicht so zu sehen und bestand weiter auf eine Erklärung und meinte, wenn Blaise sie ihr nicht gab, dann hole sie sich diese eben bei Green. Dieser war aber kaum dass ihn Blaise losgelassen hatte, mit seinen Freunden um die nächste Ecke verschwunden, etwas, das doch alle ein wenig verwunderte, besonders wahrscheinlich Damions Dad, denn dieser wandte sich als Hauslehrer von Blaise an seine Chefin und meinte, er würde sich darum kümmern.

McGonagall nickte ihrem Kollegen zu und setzte ihren Weg zur Großen Halle fort, gefolgt vom Großteil der Schüler. Zurück blieben nur Blaise, Harry und ihre engeren Freunde. Steph schaute den Italiener nun mit erwartungsvollem Gesicht an und fragte, ob zumindest er jetzt eine Erklärung bekam. Blaise blieb aber stur, auch wenn es für einen Moment so aussah, als wollte er was sagen. Doch es sah nur so aus, denn spätestens als der Schwarzhaarige kurz zu Eve geschaut hatte, verhärtete sich sein Gesicht wieder und er schüttelte den Kopf.

Hier war nun der Punkt erreicht, wo es Stephano Styls dann doch zu weit ging, egal ob er seinem Sohn oder Harry, oder aber eben ihrer Freunde viel durchgehen ließ, und er sagte, „OK Mister Zabini, sie haben es so gewollt ... Strafarbeit und zehn Punkte Abzug von Gryffindor."

„Aber Dad, er hat doch ...".protestierte Damion und hätte fast mehr gesagt, als er wollte. Dafür bekam er aber von Blaise nur ein „Schnauze" und von seinem Vater einen bösen Blick zugeworfen.

„Wir sehen uns dann morgen Abend, Mister Zabini. Der Rest von euch geht jetzt in die Große Halle. Es ist Zeit fürs Essen." Damit war das letzte Wort gesprochen und Steph folgte der Direktorin. Harry allerdings schaute mehr als nur verwirrt zwischen Damion und Blaise hin und her und er hatte auch die Vermutung, dass Eve etwas mit der ganzen Sache zu tun hatte. Die Australierin jedoch schien ebenfalls zu rätseln und wandte ihren Blick erst ab, als Ginny und Celine sie in Richtung Halle drängten.

Das Essen in der Halle verlief dann aber in den gewohnten Bahnen und nichts weiter passierte. Zwar tuschelten immer noch ein paar Leute und warfen Harry einige komische Blicke zu, doch den Gryffindor störte dies nicht weiter. Er fragte sich vielmehr, was bei seinem Freund in der Luft lag und auch, was er wohl nachher bei Direktorin so alles erfahren würde. Ihm fehlte schließlich einiges. Demzufolge beeilte sich Harry auch mit seinem Essen und als er die Halle in Richtung McGonagalls Büro verließ, wurde er plötzlich von Damion abgefangen.

„Harry, hast du mal kurz eine Minute?"

Der Schwarzhaarige schaute seinen Kumpel überrascht an und sah dann unschlüssig Hermine hinterher, die noch mal kurz in den Gryffindorturm wollte, um ihre Aufzeichnungen zu holen. „Ähm ja, was gibt´s?", fragte er zurück und Stephs Sohn drängte ihn in eines der leeren, zurzeit nicht benutzten Klassenräume.

„Es geht um vorhin, Harry. Du weißt schon, die Sache mit Blaise und warum er so komisch reagiert hat. Und es geht um etwas persönliches, bei dem du mir vielleicht helfen könntest?" Sagte Damion zaghaft und für ihn doch schon sehr untypisch.

„Klar Damion, warum geht's? Schieß los", erwiderte Harry rasch und voller Neugier, ohne darüber nachzudenken, was sein Kumpel wohl von ihm wollte.

„Nun Harry, du weißt, ich bin sehr eng mit Eve befreundet und unsere kleine Tümmlerin hat nächste Woche Geburtstag."

„Echt? Wusste ich gar nicht.", unterbrach Harry Ginnys Freund.

„Ja, hat sie", sagte der Braunhaarige etwas gedrungen. „Und damit kommen wir zu meiner Bitte. Ich wollte dich nämlich fragen, ob du mir einige Federn geben könntest ..."

„Federn? Sind deine Kiele ausgegangen?", fragte Harry überrascht, doch Damion schüttelte verlegen den Kopf. „Nein, keine Schreibfedern, sondern ... sondern welche von dir ... dir persönlich."

Harry schaute seinen Kumpel verwirrt an, bis bei ihm der Groschen rutschte. „Du meinst Phönixfedern, richtig?", hakte er nach und Damion nickte. „Ja genau die. Ich wollte daraus für Eve bei Madame Malkine etwas anfertigen lassen."

„Und was, wenn ich fragen darf?" Harry schaute nun wirklich neugieriger als eine Katze, die an der Sahne geleckt hatte und wissen wollte, wo man sie nun versteckte. Andererseits interessierte es ihn auch, damit er überschlagen konnte, wie viele Federn sein Freund bräuchte. Für einen Festumhang hieß das schließlich, sich von Hermine komplett rupfen zu lassen.

„Nun Harry, wenn du es genau wissen willst, einen Badeanzug oder vielleicht einen Bikini. Du weißt doch, dass Eve das Wasser über alles liebt und jeden Morgen ihre Runden im See zieht."

„Ja weiß ich", erwiderte Harry und wurde leicht rot, da er an das letzte Mal dachte, als er Eve und Wasser zusammen gesehen hatte. Damion schien zu erahnen, woran sein Kumpel sich erinnert und lachte kurz. Dann wurde er aber wieder ernst und sagte, „Nun Harry, und während wir beide hier erwachsen genug sind, sie dabei in Ruhe zu lassen, sind es andere im Schloss nicht. Blaise und ich haben es vor gut einer Woche erfahren. Es gibt für einige Ravenclaws und Slytherins einen neuen Sport in Hogwarts ... Spannen."

„Wie bitte?", rief Harry entsetzt und wurde gleichzeitig rot.

„Ja Harry, es hat sich in bestimmten Kreisen herumgesprochen, dass Eve jeden Morgen Sport treibt und im See schwimmen geht, und auch wenn es ihr nichts ausmacht, wenn wir beide oder vielleicht noch Ron oder Blaise sie so sehen, denke ich, dass das was die Jungs da machen zu weit geht."

„Ja aber Damion, was ist denn so schlimm, wenn man Eve beim Schwimmen zusieht?"

Im nächsten Moment bekam der Gryffindor einen Klaps auf den Hinterkopf. „Denk nach Harry. Es ist nicht das Schwimmen als Mensch oder gar als Delphin. Es ist die Zeit dazwischen. Was glaubst zu, wie Eve von Strand aus ins Wasser geht bis zu dem Punkt, wo sie sich verwandelt hat?"

Harry stellte es sich bildlich vor und schluckte hörbar. „Oh", kam ihm noch über die Lippen und dieses griff Damion auf. „Genau, OH. Deshalb brauch ich doch auch deine Federn. Ich möchte ihr einen Badeanzug oder Bikini aus einem magischen Stoff schenken. Damit sie eben nicht nackt ins Wasser muss, weil dieser ja ihre Verwandlung mitmacht und unsere Spanner nichts mehr zu sehen haben."

Natürlich leuchtete dies Harry mehr als nur ein und er versprach seinem Kumpel bei nächster Gelegenheit sich einige Federn herausziehen zu lassen. Das ergab dann gleich wieder einen Grund sich von Hermine verwöhnen zu lassen. Allerdings kam dem Gryffindor dann wiederum die Fragen in den Sinn, was Blaise mit der ganzen Sachen zu tun hatte. Damion fragte ihn, ob er wirklich so blind war und es machte erneut ei ihm klick.

„Er steht auf sie?", fragte Harry das Offensichtliche und Damion nickte. „Ja Harry, doch es ist etwas kompliziert wegen dem, was sie beide sind. Harry, er möchte nicht enttäuscht werden, wenn er sich Hoffnungen macht."

„Oookay Damion, dass verwirrt mich nun doch etwas." Sagte Harry daraufhin, zog dabei seine Augenbraue gekonnt hoch und sein Kumpel holte weiter aus. „Harry, es geht darum, dass beide Elementarzauberer sind und stell dir mal vor, was ihre möglichen Kinder später mal sein würden."

„Die ersten Menschen, die ohne Probleme in der Sahara ein Skigebiet eröffnen können?", fragte Harry und musste grinsen.

„Das auch, du Idiot. Ich meinte aber eher, dass durch die Vereinigung ihrer Kräfte und der Geschichte unseres Landes, ihre Kinder möglicherweise eine ziemlich schwere Zukunft haben könnten. Du weißt doch, dass Elementare hier in good old England nicht sehr hoch angesehen wurden."

Harry dämmerte es allmählich. Er starrte seinen Kumpel an und dann durch Zufall auf die Uhr. „Shit die Direktorin", rief er und sah Damion mit großen Augen an. „Alles klar, wir reden später weiter", war dann Alles was er Harry noch sagen konnte und schon war sein Kumpel verschwunden und auf dem Weg zum Büro der Direktorin. Diese wartete auch schon am Fuße der Treppe und während sie erklärte, dass Steph, Ron und Hermine schon unten im Archiv waren, schaute sie sich nach dem letzten noch fehlenden Schüler, nach Damion um. Dieser hatte noch schnell den Klassenraum wieder verschlossen und war seinem Kumpel dann gefolgt.

Unten im Raum mit den schon zerstörten Horkruxen warteten Hermine und Harrys Freunde und bedachten die Gryffindor mit einem fragenden Blick. Harry allerdings ging nicht weiter darauf ein und bewunderte vielmehr ein weiteres Mal den goldenen Armreif. Er wollte ihn sogar wieder an seinen Arm anlegen, doch Steph hielt ihn davon ab.

„Harry nicht", sagte er alarmiert. „Ich habe ihn ein wenig untersucht und festgestellt, dass der Reif mit einem für mich vollkommen unbekannten, extrem starken Vergessenszauber behaftet ist."

„Ein Vergessenzauber, Professor?", fragte Hermine. „Wer sollte so etwas auf ein Schmuckstück legen?"

Alle schauten Damions Dad an und dieser schien in Gedanken zu sein. Dann hellte sich sein Blick auf und er strich sich über seinen nicht vorhandenen Bart. „Nun Hermine, ich denke mal eher, der Schmuck wurde nicht willentlich damit belegt, sondern er war dabei, als der Zauber gewirkt wurde. Vermutlich wurde er damit getroffen und hat die Magie aufgesogen."

„Und wann könnte das gewesen sein, Stephano?" Die Frage wurde von der Direktorin gestellt und ihr Kollege meinte, dass dies schon lange zurück liegen könnte, wenn man die eingearbeiteten Runen auf dem Reif in Betracht zog. Dann meldete sich Ginny zu Wort und sagte, „Das deckt sich auch mit dem, was mir Konstantin berichtet hat. Seines Wissens nach hat ein sehr alter jedoch weiser Vampir den Reif vor mehreren Jahrhunderten auf einem seiner Streifzüge einem jungen Mann aus dem Morgenland abgenommen."

„Wann genau?", fragte Harry nun überrascht und eine Vermutung keimte ihn ihm auf. Konnte dies ein Stück aus dem Vermächtnis von Mr. Kasch´dir sein? Ein Stück aus dem Rätsel um die Schwestern des Lichtes? Harrys Interesse war nun zu hundertfünfzig Prozent geweckt und er fragte, ob Ginny noch mehr wusste. Ron Schwester schüttelte jedoch den Kopf. „Nein Harry, mehr weiß ich nicht. Ich hatte leider noch andere Dinge in meinem Kopf bevor wir hierher zurück gereist sind. Aber vielleicht findet man noch Aufzeichnungen in der Bibliothek der Vampire."

„Bibliothek?", stieß Hermine überrascht aus und ihre Augen funkelten. „Die müssen wir unbedingt mal besuchen."

„Ruhig Schatz, sie liegt in Rumänien. Das ist nicht so einfach." Sagte Harry, um seiner Liebsten ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen, auch wenn er es nicht gern tat. Glücklicherweise sah es die Direktorin genauso und sagte an ihre Lieblingsschülerin gewandt. „Mister Potter hat Recht, Miss Granger. Es ist viel zu gefährlich. Außerdem, wann wollen sie die Bibliothek denn besuchen? Nachts? Das werde ich wohl nicht erlauben können, auch wenn wir dort möglicherweise einen Hinweis finden."

„Wieso nachts, Professor?", fragte Ginny nun und ihr Gesicht sagte Harry, dass die Rothaarige noch was in petto hatte.

„Na weil, Miss Weasley, erstens tagsüber Unterricht ist, zweitens Harry mir berichtet hat, dass man als Sterblicher am Tage nichts ins Schloss gelangt und Apparation und Portschlüssel auch nicht funktionieren und Drittens ihr jungen Leute auch irgendwann mal schlafen müsst."

Ginny grinste nun wirklich teuflisch und Harry jagte es einen Schauer über den Rücken. Dann wandte sich Ginny übertrieben an Hermine und sagte, „Das stimmt auch, man kommt als Mensch dort nicht so ohne weiteres rein. Aber als neue Fürstin, die von allen Vampiren auch irgendwie geliebt und geachtet wird, hat man so seine Privilegien und. Ich habe also mit Konstantin verhandelt und somit lässt die magische Barriere von nun an eine bestimmte Eule jederzeit, auch tagsüber, passieren. Und wenn sich dieser kluge Vogel dann auch noch bei David meldet, nun dann, wird Konstantins Sklave ohne Zweifel diese gewisse Eule ohne Probleme in die Bibliothek führen und ihr helfen. Das gleiche gilt auch für einen bestimmten Phönix und einen sehr dickköpfigen Werwolf. Obwohl dieser sich vorsehen sollte, wenn er einigen Wachen zu nahe kommt. Vampire sind sehr schnell gekränkt und vergessen es nicht, wenn man ihnen mal auf die Füße getreten ist."

Beim letzten Satz schaute sie betont grinsend zu Ron und dieser wurde leicht rot, während er sich unbewusst einige Körperstellen rieb. Allerdings hatte sich damit das Argument der Direktorin zerschlagen und dem entsprechend verdunkelte sich auch ihr Gesicht. Steph allerdings grinste wie seine Schwiegertochter und meinte, „Ach komm schon Minerva, es ist doch halb so schlimm."

„Ggrrrr", fauchte sie ihrem Kollegen völlig untypisch an und die Schüler mussten lachen, was die Stimmung etwas lockerte und schließlich auch Minerva ihren Mund zu einem Lächeln verzog. Danach kam man zu einem anderen Thema, denn Harry fragte seine Freundin nach den ominösen Wörtern, welche er ihr gesagt hatte und die sie rasch aufschreiben sollte. Hermine holte den Zettel aus ihrem Unhang hervor und reichte ihn Harry. Der Gryffindor las die fein säuberlich niedergeschriebenen Worte, doch einen Sinn machten sie in seinen Augen nicht. Vielmehr drang etwas anderes in seinen Fokus. Er bekam plötzlich Lust Quidditch zu spielen und wurde unruhig, als er sich erinnerte, dass es draußen ja eigentlich schon dunkel war.

Die anderen im Raum sahen den Schwarzhaarigen nachdenklich bis besorgt an und als Harry ihnen frei heraus sagte, was ihn gerade bewegte, da stand Stephano Styls plötzlich auf und lachte. „Also ich muss schon sagen, der Gedächtniszauber ist wirklich etwas besonderes, das mir noch nicht vorgekommen ist."

„Wie meinst du das Steph?", fragte die Direktorin. „Was hat der Zauber damit zu tun?"

Damions Dad sah die alte Hexe an und erwiderte, „Na merkst du es nicht, Minerva? Harry steht immer noch unter dem Zauber. Er will jetzt unbedingt Quidditch spielen, gerade als er sich mit dem Rätsel um die Schwestern des Lichts beschäftigt. Kommt dir da nicht der Satz den Sinn? „... Komischerweise habe ich nach diesen Worten immer wieder das Gefühl mein Geist vernebelt sich und der Drang einen Trank zu brauen, egal ob von Nöten, überkommt mich..."

Alle schauten den Professor an und Harry wurde schlagartig die Tragweite seiner Worte bewusst. Für ihn sah es so aus, als wenn sie hier einen Rückschlag erlitten hatten, denn wenn es wirklich so ablief, dann würde alles erschwert werden, da Harry sich nicht mehr hundertprozentig auf das Rätsel konzentrieren konnte, ohne das er mögliche Spuren einfach wieder vergaß. Allerdings hatte Hermine da die perfekte Lösung, sie küsste ihren Freund um ihn aufzumuntern und drückte ihm dann einen kleinen Notizblock in die Hand. „Hier Harry, damit kannst du immer alles aufschreiben und nichts geht verloren."

Harry schaute seine Liebste an und erwiderte dann den Kuss voller Dankbarkeit. Danach wurden noch einige andere Dinge besprochen, bevor es hieß, ab ins Bett. Die Nacht, es wurde die erste wieder in seinem eigenen Bett, blieb Harry natürlich nicht allein. Hermine hatte sich noch schnell frisch gemacht und war dann zu den Jungs hoch in den Schlafraum gekommen. Doch Neville, Ron und Co kannten dies ja auch schon. Die Gryffindors hatten in dieser Beziehung wirklich Glück mit ihrem Hauslehrer. Stephano Styls sah alles ein wenig lockerer als es Professor McGonagall früher getan hatte.

Dies zeigte ihnen auch der kleine Alarmzauber, welchen Damions Dad heimlich bei ihnen im Zimmer angebracht hatte. Einen Alarm, den er als Hauslehrer per Gedanken selbst aktivieren konnte, wenn die Direktorin mal Lust auf eine kleine Stippvisite hatte. Und da sie dies immer in Begleitung des jeweiligen Hauslehrers tat, hatten es die hormongesteuerten Siebenklässler natürlich nicht schwer, alles so unschuldig wie möglich aussehen zu lassen.

Doch wie gesagt, dass Verhältnis zwischen Lehrer und Schülern war gut und so krabbelte Hermine unter den Anfeuerungsrufen von Ron und Neville in Harrys Bett. Dort schloss sie dann die Vorhänge und kümmerte sich um ihren Freund. Allerdings anders als es die Gryffindors gedacht hatten, denn kaum dass der Vorhang zu war, musste die Temperatur dahinter kurzzeitig angestiegen sein. Ron hatte dies als erster bemerkt und sah unsicher zu Damion herüber. Dieser lächelte jedoch nur kurz und schien mit seinen Lippen das Worte „Danke" in Richtung des gerade gerupften Phönix zu senden. Wenig später schliefen die Jungen dann friedlich in ihren Betten, bis eine helle Flamme den Raum zu erleuchten schien. Ron öffnete verschlafen die Augen und rief, „Mensch Harry, was ist denn schon wieder. Du kommst doch sonst nicht mit ´nem Höllenfeuer...".

Doch das Feuer wurde nicht durch Harry hervorgerufen, nein ein anderer Phönix schwebte im Raum und weckte alle Jungs. Es war Fawks und er flatterte aufgeregt herum. Etwas, das man von ihm nicht kannte ...

TBC

10