Kapitel 4

„Computer!" Rief Kathryn Janeway einer Panik nahe. „Ein ebene 10 Kraftfeld um das Diagnosebett errichten!"

Das neue Kraftfeld war errichtet, bevor das Alte völlig zusammenbrechen konnte.

Als Cameron hier nun ihre Hände hineinschlug schleuderte sie eine Entladung bis an die Wand hinter ihr. Die Entladung war so stark, dass Camerons Systeme in einen Reboot gingen

Ratlos sahen sich die Anwesenden einige Zeit lang Doktor wollte gerade auf Janeways Aufforderung hin den Chip wieder entfernen, als die braunhaarige Maschine erneut zum Leben erwachte.

Sie verpasste dem Doktor einen Stoß vor die Brust, was diesen gegen das Kraftfeld schleuderte. Konnte der Doktor ein Ebene 5 Kraftfeld spielend überwinden, so lies das Ebene zehn Feld seine Projektion kollabieren.

Vor den Augen der Anwesenden verschwand der Doktor, nur um drei Sekunden später wutentbrannt aus seinem Büro gestürmt zu kommen.

„War das nötig?" Fragte er ärgerlich, nachdem er neben Janeway getreten war.

„Du wolltest mich terminieren, ich hatte keine Wahl", sagte Cameron emotionslos.

„Wir wollten sie lediglich daran hindern uns anzugreifen", entgegnete Janeway statt des Doktors.

Die Maschine trat näher zum Energiefeld. „Ein Angriff wäre nicht notwendig, wenn Ihr mich nicht eingesperrt hättet", sagte Cameron, sah dann Seven of Nine an. „Hat man Dich auch eingesperrt, als Du Dich ihnen angeschlossen hast?"

Seven hob eine Augenbraue und sah den Captain an, die ihr fast unmerklich zunickte. „In der Tat war ich eine Zeit lang eingesperrt", bekannte sie offen.

„Und?" Fragte Cameron interessiert. „Fandest Du es richtig?"

„Seven atmete tief durch. „Natürlich. Ich war Borg. Ich hätte das Schiff und seine Crew assimiliert, wenn man mir die Gelegenheit gegeben hätte. Zu ihrem Schutz mussten sie mich einsperren".

Cameron legte wieder den Kopf schräg. „Assimiliert?" Fragte sie.

Erneut nickte Janeway Seven zu. Sie fand die Neugierde der Maschine faszinierend.

Seven hatte kurz zu Janeway geblickt und von dieser durch ein Nicken die Zustimmung zum Weiterreden erhalten.

„Die Borg verfügen über eine Technologie, Lebewesen und auch Technologie in ihr Kollektiv zu integrieren. Es wäre mir leicht gefallen aus den Menschen an Bord Borg zu machen. Glücklicherweise wurde ich rechtzeitig überwältigt und vom Kollektiv getrennt". Erleichterung war aus ihrer Stimme herauszuhören.

Offenbar nachdenklich sah Cameron Seven an. „Danke für die Erklärung".

Cameron sah wieder zu Janeway. „Wann darf ich hier heraus?"

Nachdenklich sah Janeway zu Tuvok, der langsam den Kopf schüttelte. „Wenn ich davon überzeugt bin, dass sie keine Gefahr für uns darstellen", entgegnete sie dann.

Chakotay an den Captain!" Tönte es in diesem Moment über die Komm-Anlage.

„Janeway hier!" Entgegnete Catherine.

Die Langstreckensensoren haben Transwarp-Signaturen erfasst!".

„Irgendwelche Schiffe?" Fragte Janeway mit besorgtem Gesichtsausdruck.

Keines innerhalb Sensorenreichweite!"

„Ich komme, führen sie ständige Scans durch!", entgegnete Janeway und warf Cameron einen besorgten Blick zu.

Verstanden!"

Janeway machte einen kleinen Schritt näher zum Kraftfeld, bis ihr Gesicht und das der Mysteriösen Maschine Cameron ziemlich nahe waren, gänzlich nur durch das Kraftfeld getrennt.

„Ich frage mich, ob das ein Zufall ist", sagte Catherine kritisch. „Kaum haben wir Sie an Bord, werden Borg Aktivitäten festgestellt". Sie zögerte. „Bis wir genaueres über Sie wissen bleiben sie unter Beschränkung. Sie sind zu gefährlich um einfach so frei herumzulaufen".

Janeway wandte sich ab, um die Krankenstation zu verlassen. Nach einem Schritt zögerte sie und drehte sich noch einmal herum. „Wir wissen, dass Sie relativ immun sind gegen Projektilwaffen", sagte sie zögerlich. „Das...", dabei zeigte sie auf die bewaffneten Männer. „... sind Energiewaffen. Die können auch Ihren Körper völlig zerstören".

Cameron sah Janeway zwei Sekunden stumm an. „Ist das eine Drohung?"

Janeway blickte kurz zu Tuvok. „Nein, das ist eine Feststellung, um Sie vor Dummheiten zu bewahren".

„Danke für die Erklärung", entgegnete Cameron emotionslos.

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Einige Stunden später:

Seven of Nine an Captain Janeway!" Kam es leise und mehr schleppend als üblich über die Komm.

„Sprechen Sie!" entgegnete Catherine irritiert.

Bitte kommen sie sofort in die Astrometrie".

„Ich komme!" Entgegnete Janeway

Jeder an Bord wusste dass es keinen Sinn machte Seven zu hinterfragen. Deshalb gab sie Tuvok einen Wink und verließ die Brücke.

Als sie die Astrometrie betrat stockte sie im Schritt. Was sie sah versetzte ihr einen Schock.

Der emotionslose Tuvok trat an ihr vorbei und hob seinen Phaser.


Kapitel 5

Fast eine halbe Stunde zuvor:

Seven hatte es erneut zur Krankenstation gezogen. Außer ihr war nur noch ein Mann vom Sicherheitsdienst anwesend. Der Doktor hatte sich schon vor längerer Zeit deaktiviert, da er nichts zu tun hatte und es somit vorgezogen zu ruhen.

Als Seven die Krankenstation betrat nickte ihr der Sicherheitsmann zu, was sie erwiderte. Sie trat bis vor den Energieschirm und beobachtete diese Cameron, die sich Alles ganz genau ansah. Insbesondere die Innereien der zerstörten Diagnoseeinheit hatten ihr Interesse.

„Teile dieser Technik sind mir gänzlich unbekannt", sagte die Brünette plötzlich.

Seven hob eine Augenbraue. „Wann wurdest Du geb...aut?", fragte sie zögerlich.

„20 27", entgegnete Cameron immer noch ohne aufzublicken.

„Das erklärt es. Seit Dem sind immerhin mehr als dreihundert Jahre vergangen", sagte Seven leichthin.

Cameron blickte auf. Zu Sevens Erstaunen zeigte sich ein schockierter Ausdruck auf dem Gesicht der sonst so emotionslos erscheinenden Maschine.

„Dreihundert Jahre...", entgegnete Cameron flüsternd. Dann wanderte ihr Blick sekundenlang ins Leere. Schließlich richtete sie sich auf und lies sich gegen das Diagnosebett sinken. „Dann ist er schon lange tot", fügte sie leise hinzu.

Seven war erstaunt, Traurigkeit aus diesen Worten herauszuhören. „Von Wem sprichst Du?"

„Von meinem John". Cameron hob den Kopf und wischte sich über das Gesicht. „Was weißt Du über John Connor, was steht in Euren Geschichtsbüchern?"

„Ich kenne den Namen John Connor nicht", entgegnete Seven. „Wer war Er?"

Cameron trat bis an den Energieschirm. „John Connor, mein John hat die Menschheit vor der völligen Vernichtung bewahrt und Du behauptest ihn nicht zu kennen?"

Seven hörte heraus, dass Cameron ihr offenbar nicht glaubte. „Wir wissen nur sehr wenig aus der Zeit des dritten Weltkrieges auf der Erde. Nach den Kampfhandlungen waren alle sozialen Systeme zusammengebrochen und Niemand hat irgendetwas aufgezeichnet".

„Keine Aufzeichnungen?" Hakte Cameron ungläubig nach.

Seven sah einige Sekunden auf die junge Frau vor ihr. „Warte bitte kurz", sagte sie und hob den Kopf. „Computer! Persönliche Daten Von Connor, John aufrufen!"

"Es sind 369 Personen dieses Namens in der Datenbank! Bitte spezifizieren!"

Seven blickte kurz zu Cameron, die sie genau beobachtete.

„Computer! Persönliche Daten von Connor, John aufrufen. Zeitrahmen dritter Weltkrieg, Planet Erde!"

"Für den angegebenen Zeitrahmen existieren keine Daten für einen Connor, John!"

Seven sah wieder auf Cameron. „Tut mir Leid, wenn der Computer keine Daten hat, sind wohl auch keine vorhanden".

Cameron ballte die Fäuste, und stieß ein unwilliges Grollen aus, was den Wachmann aufmerksam nähertreten lies.

Cameron beachtete den Mann gar nicht sondern starrte mit funkelndem Blick zu Seven. „Du lügst mich an", sagte sie offenbar wütend.

Seven blieb ruhig, erhob aber eine Augenbraue. „Warum sollte ich das tun?"

Cameron legte den Kopf schräg. „Weil Du Informationen von mir haben willst. Du arbeitest für Skynet".

„Das ist nicht korrekt ich..."

„Computer! Das Kraftfeld um das Diagnosebett deaktivieren!" Unterbrach Cameron Seven mit Captain Janeways Stimme.

Ein kurzes Aufflackern und das Kraftfeld erlosch.

Der Wachmann wollte zurückweichen und seinen Phaser ziehen aber ein blitzschneller Faustschlag lies ihn bewusstlos zu Boden gehen.

Seven wollte ebenfalls zurückweichen aber eine Hand an ihrem Hals stoppte sie.

Unbarmherzig begann die Hand Seven die Luft abzudrücken.


Kapitel 6

„Du lügst mich an!" Sagte Cameron erneut.

„Nein", würgte Seven heiser hervor.

Cameron legte wieder einmal den Kopf schräg. „Du sagst die Wahrheit. Allerdings bist Du ein Kybernetischer Organismus. Vielleicht kannst Du Deine Körperreaktionen steuern."

Seven sah auf die kleinere Cameron hinab. „Du bist genau wie ich war", röchelte sie hervor. „Ich war auch Allen gegenüber misstrauisch. Ich hab sogar einmal gewaltsam versucht mit den Borg Kontakt aufzunehmen weil ich unbedingt zurück wollte".

Cameron lockerte den Griff. „Und trotzdem haben sie Dich nicht zerstört?"

Seven versuchte sich zu entspannen. „Ich wurde als Mensch geboren. Hätte Captain Janeway nicht mit aller Kraft darum gekämpft aus mir wieder einen Menschen zu machen wäre ich wahrscheinlich verrückt geworden", sagte Seven. „Ich habe Freunde gefunden, ein neues Kollektiv".

Cameron lies Seven los und drehte sich herum. „Ich bin kein Mensch und werde nie einer sein. Der Einzige, der mich wie einen Menschen behandelt hat war John. Nur seinetwegen haben die Menschen mich Geduldet. Ohne ihn habe ich nichts".

Seven hätte jetzt versuchen können zu fliehen aber sie hatte ein tiefes Verständnis für Camerons Situation.

„Die Borg haben Millionen Lebewesen versklavt oder getötet. Ganze Planeten wurden entvölkert oder vernichtet. Trotzdem werde ich von den Meisten an Bord akzeptiert. Ich denke Du wirst auch akzeptiert werden", sagte Seven in Camerons Rücken.

Cameron bückte sich und hob den Phaser des Wachmannes auf. Neugierig besah sie sich die Waffe. Ohne sie auf Seven zu richten drehte sie sich herum.

„Ich muss wissen was damals passiert ist", sagte Cameron, ohne eine drohende Haltung einzunehmen.

Seven nickte verstehend. Dann blickte sie zu dem Wachmann.

Cameron folgte dem Blick. Dann hockte sie sich zu dem Mann. „Er wird noch einige Zeit lang bewusstlos sein", sagte sie nach einem kurzen Scan und drehte den Mann auf den Bauch.

Befriedigt nickend drehte sie sich schließlich wieder zu Seven, die dem mit hochgezogener Augenbraue zugesehen hatte.

„Folge mir", sagte Seven und ging voran.

An der Tür blieb die ehemalige Borg-Drohne nocheinmal stehen. „Stell den Phaser bitte auf Stufe zwei, damit Du niemanden tötest".

Cameron hob die Waffe und besah sich die Kontrollen. Seven hatte sich herumgedreht und sah zu. Schließlich streckte Cameron Seven die Waffe quer entgegen.

Seven sah zweifelnd auf diese Geste, streckte dann aber doch die Hand aus und drückte mit dem ausgestreckten Finger die Einstelltaste, bis nur noch zwei Leuchtfelder brannten.

Cameron beobachtete dies genau und senkte die Waffe schließlich wieder. Dann nickte sie Seven zu und folgte dieser aus der Krankenstation.

„Wohin gehen wir?" Fragte Cameron während sie Seven durch das um diese Zeit nachtschlafende Schiff folgte.

Seven sah über ihre Schulter. „In die Astrometrie. Von dort aus haben wir Zugriff auf alle Datenbanken. Außerdem sind wir dort ungestört".

„Einverstanden", entgegnete Cameron, deren Arm mit der Waffe noch immer lose am Körper herabhing.

Plötzlich blieb Seven stehen. Sie sah über ihre Schulter. „Ich kann dir aber keinen Zugang zu Taktischen Daten über dieses Schiff und die Föderation gewähren".

„Verstanden, danke für die Erklärung", entgegnete Cameron.

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Captain Kathryn Janeway drückte trotz seines stummen Protestes Tuvoks Phaser nach unten.

Als sie die Astrometrie betreten hatten liefen gerade Daten über den dritten Weltkrieg über den riesigen Panoramaschirm.

„Nichts", sagte Cameron, die mit leicht abgespreizten Armen, den Phaser in ihrer linken Hand zu Boden gerichtet, auf dem Podest vor dem Schirm stand.

„Er wird nur als Randnotiz einmal erwähnt. Nichts darüber, dass John sein Leben lang für die Menschheit gekämpft hat", sagte Cameron. „Die Namen John und Sarah Connor werden gar nicht erwähnt".

Als Janeway vortrat, bemerkte sie, dass Seven an ihrer Station immer noch nach Daten suchte aber offenbar kein Glück hatte.

Seven sah zur Seite auf Janeway. „Sie hat sich befreit, ich hielt es für das Beste, ihr begrenzten Zugang zu Informationen zu gewähren. Der Phaser steht auf Stufe zwei".

Janeway nickte und wollte zur linken Seite des Podestes gehen, wurde aber von Seven am Arm festgehalten. „Captain, sie scheint verzweifelt. Dieser John Connor scheint von essentieller Wichtigkeit für sie zu sein".

Janeway blickte Seven einige Sekunden nachdenklich an. Dann winkte sie Tuvok zurück, der sie nach Vorne begleiten wollte.

Cameron starrte weiter auf den Schirm. Sie hatte die Eintretenden bemerkt, hatte aber keinen Grund gesehen eine abwehrende Haltung einzunehmen.

Kathryn hatte sich der Maschine so weit genähert, dass sie sich schräg hinter ihr befand. Dann sah sie zu, wie Diese Cameron den Phaser mit dem Griff zuerst in ihre Richtung hielt.

Janeway machte einen Schritt und ergriff vorsichtig die Waffe. Wie sie mit einem kurzen Blick feststellte war dieser tatsächlich auf Stufe 2 gestellt.

„Stellen sie diese Waffe auf volle Leistung und terminieren sie mich", sagte Cameron weiterhin ohne Janeway anzusehen.

Kathryn starrte die junge Frau vor ihr an. Sie war wie vor den Kopf geschlagen. „Wa...wa...warum?"

„Ich kann mich nicht selbst Terminieren", sagte die Brünette, ohne den Blick von den wechselnden Bildern auf dem Bildschirm nehmen.

„Warum...warum wollen sie sterben", fragte Janeway entsetzt.

Cameron senkte den Kopf. Dann wirbelte sie herum. Grell blau leuchteten ihre Augen. „Weil ich sonst Jeden hier an Bord terminieren werde!".

Janeway wich unwillkürlich zurück und hob den Phaser. Ihr Finger senkte sich auf den Auslöser, als Cameron auf sie zu ging.