Kapitel 101
„Das bin ich nicht", erklang die Stimme des schwarzhaarigen Gryffindors und Harry schaute neugierig aus einem Spalt seines schweren, roten Bettvorhangs. Dann erkannte er Fawkes und riss den Sichtschutz auf. Schnellen Schrittes trat Harry in die Mitte des Raumes und hielt seinen Arm hoch, so dass sich der Phönix darauf niederlassen konnte. Dabei zeigte sich einmal mehr die Verbindung, die Verwandtschaft des Gryffindors mit dem Phönix, denn jeder andere hätte sich bei dem Feuer, welches Fawkes aussandte, höllisch die Haut verbrannt.
Und während Harry mit dem Phönix auf einer Art geistigen Ebene kommunizierte, stand nun auch der letzte im Raum auf. Dies waren Dean und Seamus und sie hatten mehr als nur rote Gesichter, zeigte ihr Blick doch nicht zu Harry oder dem Phönix. Nein ihr Blick hing an Hermine, die wohl ebenso gebannt war wie ihr Freund und nur langsam dazu über ging, sich mal was überzuziehen. Dann aber bemerkte sie die beiden Jungen und schüttelte den Kopf. „Also Jungs, mal ehrlich, ich dachte Harry ist schon schlimm, aber ihr sabbert ja fast." Damit zog sie dann demonstrativ den Gürtel ihres Badmantels zu und stand vollständig auf.
Harry hatte unterdes sein Gespräch mit dem Phönix beendet und sagte entsetzt, „Oh nein, Mr. Kasch´dir, er wurde gefangen genommen." Rasch entschied er sich, dass etwas getan werden musste und so zog er sich seine Klamotten wieder an. Auch legte er den Drachenlederanzug an und festes Schuhwerk. Natürlich behagte dies Hermine nicht und sie versuchte ihren Freund etwas zu beruhigen. „Harry, du kannst das nicht alleine tun. Wir kommen auf alle Fälle mit."
„Nein Hermine, das werdet ihr nicht. Besonders du nicht. Ron vielleicht oder Damion, aber du auf keinem Fall", erwiderte Harry und drückte seine Liebste etwas beiseite. „Außerdem werde ich nicht allein gehen. Ich weiß, dass dies nur wieder Zoff gäbe. Ich werde Steph fragen, denn er weiß bestimmt was zu tun ist und kennt sich mit den Todessern aus. Wünsch mir also Glück." Mit diesen Worten hatten Harry seinen Zauberstab verstaut, schaute sich noch mal kurz um und bereitete sich darauf vor, zu Stephano Styls zu teleportierten. Damion wollte ihn noch aufhalten und rief, „Nein Harry, tu das jetzt nicht..." Doch der Gryffindor war schon in einer Stichflamme aufgegangen und Damion schüttelte ungläubig den Kopf und fügte leise hinzu, „Dad wird gerade nicht allein sein..."
Hätte der Schwarzhaarige nur auf seinen Freund gehört. Dann wäre ihm das Nächste erspart geblieben. Denn kaum dass der Gryffindor wieder sehen konnte, wollte er augenblicklich wieder verschwinden. Wieso war ihm nicht für eine Sekunde in den Sinn gekommen, warum Steph so nachgiebig mit ihren Schlafarrangements gewesen war. Natürlich weil er auch nicht alleine schlief. Und von Schlaf konnte hier jetzt gerade auch nicht die Rede sein, lag der Professor doch nackt, schwitzend und stöhnend auf dem Rücken und Emily Stormfire ritt voller Ekstase obenauf. Ihre Vorderseite zeigte dabei in Richtung Harry und während der es gar nicht so schnell schaffte, seinen Blick von ihren wohlgeformten Brüsten mit den steil nach vorn zeigenden Brustwarzen zu nehmen, bemerkte Stormy ihn und stieß einen eher grellen Schrei aus.
„Shit Professor", rief Harry unter Schock und sprintete panisch und eher orientierungslos aus dem Zimmer. Steph hatte sich mittlerweile gefangen und hatte seine Liebste von sich gedrückt und ihr eine Decke gereicht. Dann schnappte er sich seinen Morgenmantel und rannte seinem Schüler hinterher. „Harry warte", rief er mehr verwirrt als sauer darüber, dass er am eigenen Körper schmerzhaft erfahren musste, was ein coitus interruptus ist. Er holte den Gryffindor auch schon im Nebenraum ein, da Harry in seiner Eile sich verschätzt hatte und über einen Hocker gestolpert war. Vor diesem stand der Gryffindor nun, atmete schneller als sonst und ließ seiner Verlegenheit vollen Lauf. Dann stand da plötzlich Steph vor ihm und er wusste nicht genau, wie er reagieren sollte.
„Was sollte das, Harry?", fragte Damions Dad und sah seinen Schüler erwartungsvoll an. Und diese Frage half Harry auch ein wenig, hatte er doch die Hoffnung, dass dies sein Eindringen erklärte. „Es geht um Mister Kasch´dir, Steph...", keuchte er. „... Sie haben ihn gefangen genommen und mit ihm alles, was er uns bringen wollte."
„Wer die, Harry?" hakte Stephano überrascht nach und der Gryffindor erklärte mit raschen Worte, wie Fawkes im Jungenschlafsaal aufgetaucht sei und ihm per Gedanken gezeigt hat, dass eine Gruppe von ca. zehn Todessern den Araber unweit von Hogwarts aufgegriffen hatte und nun beratschlagte, was sie mit ihm tun sollten.
Dies änderte natürlich die Lage um einiges und der Professor Styls sah seinen Schüler nachdenklich an. Dann fällte er rasch eine Entscheidung und meinte, er ziehe sich schnell an und dann könnten sie los. Harry nickte und einmal mehr gefiel ihn, dass sein Lehrer ein Mann von schnellen Entschlüssen war und tat, was zu tun war. Allerdings verschluckte sich der Gryffindor einen Moment später, den Emily Stormfire, jetzt in einen modischen japanischen Kimono gekleidet, betrat den Raum. Sie sah den Jungen vor sich lächelnd an, unverhohlenes Amüsement in ihren Augen und bestimmt schon einen Spruch auf den Lippen. Oh ja Emily Stormfire war die Person, welche wohl am besten zu Steph passte und hatte natürlich schon einiges von ihm angenommen. Harry konnte gar nicht anders, als beschämt zu Boden zu blicken, aus Angst, seine Augen würde ungewollt auf der Brust der Professorin landen. Den Todesstoß versetzte sie ihrem Schüler dann auch noch, als sie sagte, er solle aber ja nicht damit prahlen, dass er sie so gesehen hat, sonst wäre das, was sie mit Ron zu Beginn des Schuljahres gemacht hatte, eine Kleinigkeit.
Harry nickte rasch, blickte jedoch nicht auf, da er spürte, wie sein Gesicht brannte und war froh, als Steph eine Minuten später wieder den Raum betrat. „Hier Harry, nimm das Messer sicherheitshalber an dich." Damit überreichte er dem Gryffindor einen kleinen Dolch und wandte sich danach an Emily. Er küsste sie, fragte sie, ob sie Minerva informieren könnte und flüsterte ihr dann ins Ohr, dass er sich beeilen würde und zurück sei, bevor ihr Schritt wieder trocken war. Natürlich wurden diese Worte so laut gesprochen, dass Harry im nächsten Moment so seine Probleme hatte, nicht direkt in die Todesserversammlung zu teleportieren.
Die Beiden landeten lautlos und mit so wenig Feuer wie nur möglich gut hundert Meter von Voldemorts Schergen entfernt. Man konnte das Lagerfeuer deutlich hinter einer kleinen Baumgruppe erkennen und so schlichen sie sich heran. Die Distanz war natürlich schnell überwunden und während sie beide gingen, sagte Harry plötzlich kleinlaut „Professor, entschuldigen sie bitte, dass ich vorhin...". Steph schaute seinen Schüler aber nicht an und ging weiter, was Harry ein beklemmendes Gefühl im Magen bescherte. Er saß also eindeutig in der Patsche und sein etwas unpassendes Auftauchen im Schlafzimmer seines Professors würde noch ein Nachspiel haben.
Stephano Styls genoss indes seine leichte sadistische Ader und ließ Harry noch etwas grübeln bis er sagte, „ach ist schon gut, Harry. Bei mir musst du dich nicht entschuldigen. Allerdings kann Ems manchmal sehr zickig werden, wenn sie unbefriedigt ist, zumal ich sie endlich soweit habe, dass wir ernsthaft über Nachwuchs nachgedacht haben. Du weißt doch, ich muss noch einen Schwur halten und das möchte ich nicht erst mit siebzig, wo mein Kind sich fragt, wer der alte Knacker ist, der mit seiner Mutter schläft."
Harry blieb nun stehen und starrte Damions Dad an. Er konnte es einfach nicht fassen, worüber sie hier im Angesicht der Gefahr so sprachen. Steph bemerkte Harrys Zögern und grinste über seine Schulter. „Harry werde einfach mal lockerer. Hat dir denn noch niemand gesagt, dass das Denken an Zwischenmenschlichkeiten nicht mit Dreißig aufhört. Oh nein, bei weitem nicht. Du musst mal mit dabei sein, wenn die zumeist männlichen Ordensmitglieder nach unseren Treffen noch etwas zusammensitzen. Ein zwei Feuerwhisky und du würdest mit den Ohren schlackern."
Das war nun wirklich zuviel. Harry wollte sich Arthur Weasley, Mad Eye oder gar Remus nicht beim Sex vorstellen. Daher fragte er auch, ob sie das Thema wechseln und sich um Mister Kasch´dir kümmern könnten. Steph grinste noch mal kurz und wurde dann wieder ernst. Er sah Harry an und sagte, „Du hast recht Harry, doch bevor wir uns ins Getümmel stürzen, musst du mir versprechen, nicht zu zögern das Notwendige zu tun. Wenn ein Todesser dich angreift und nur durch den Tod zu stoppen ist, dann tu es und verteidige dich. Töte ihn. Denk daran, sie zögern auch nicht."
Ein wenig verkrampfte sich Harrys Herz schon, als er die Worte seines Professors hörte. Sie klangen so kalt und unwirklich. Dann bat Steph seinen Freund aber auch noch um etwas anderes und dies überraschte den Gryffindor um einiges mehr. Er wollte nämlich, dass Harry für ihn seine mentalen Schilde etwas senkte, damit er ihm Bilder senden konnte, falls sie im Kampf die Orientierung verlieren sollten und er Harry so helfen konnte. Zuerst zögerte der Gryffindor etwas, da er sich in den letzten Monaten daran gewöhnt hatte, seine Schilde ständig aktiv zu halten. Schließlich jedoch willigte Harry ein und spürte, wie Steph sich mit seinem Geiste verband. Danach überbrückten sie schließlich die letzten Meter bis zum Lager der Todesser und sondierten die Lage.
Es waren insgesamt neun Todesser. Drei von ihnen durchwühlten mehrere Koffer und warfen achtlos Kleidungstücke und persönlich Habseeligkeiten von Mister Kasch´dir durch die Gegend. Einige fielen dabei sogar ins Lagerfeuer und brachte die Verbrecher zum Lachen. Der Rest war um den alten Araber versammelt und sie quälten ihn mit verschiedenen Flüchen, um an Informationen zu kommen. Offenbar hatten sie Probleme damit, eine kleine Truhe aufzubekommen. Allerdings weigerte sich Abdul Kasch´dir trotz seiner schon erheblichen Verletzungen und Schmerzen vehement ihnen zu sagen, wie man sie aufbekam.
„Gustav, ich weiß, wer uns damit helfen kann. Gib mir die Truhe, ich bringe zu ... KNACK..."
Nicht Harry sondern Steph war aus Versehen auf einen Ast getreten. Eine gespenstische Stille entstand für einige Augenblicke, doch danach brach die Hölle los. Die Todesser dachten nicht einmal daran Gefangene zu machen. Augenblicklich blitzte es auf der Lichtung grün auf und es schossen Todesflüche in Harrys Richtung, sodass der Gryffindor erst einmal zur Seite springen musste. „Harry denk dran, was ich gesagt habe", rief Steph noch und die beiden begannen zurück zu feuern.
Steph benutzte dabei den Todesfluch und Sectusempra und Harry blieb vorerst beim Stupor. Zu sehr fürchtete sich Harry davor, dass es ihm genauso erging, wie einem Tom Riddle. Harry wollte nicht, dass seine Seele verstümmelt wurde. Er konnte einfach nicht aus seiner Haut. Allerdings war es ein Fehler seitens Damions Dad, gerade den Fluch zu benutzen, welchen Severus Snapes selbst erschaffen hatte und der damit zu dessen Spezialität wurde. Einen der Todesser hatte wahrscheinlich schon allein die Art und Weise, wie Steph den Fluch mit seiner Beschwörung und den dazu benötigten Bewegungen einsetzt zu der Erkenntnis gebracht, wer sich hinter Stephano Styls verbarg, wer dieser also in Wirklichkeit war. Doch dies bestärkte Steph wohl nur in seinem Tun. Ein Todesser nach dem anderen fiel, gnadenlos, blutig und nahm das Geheimnis mit ins Grab. Harry wusste nicht, wie er zu Stephs Handelns stand. Dann aber traf ihn ein Fluch am rechten Arm und schlitzte seinen Umhang auf. Schmerzhaft stöhnte der Gryffindor auf, verharrte jedoch nicht in seinem Tun, sondern drehte sich sofort um.
Dadurch erkannte Harry auch glücklicherweise, dass sich derselbe Todesser nun Steph zuwandte und einen Todesfluch auf Harrys Freund abfeuerte. Ab da schien es dem Schwarzhaarigen egal zu sein, ob er seine Seele verstümmelte. „Zum Teufel mit dir, du dreckiges Schwein", rief er, hob seine Hand, als würde er nach dem Todesser greifen und eine Sekunde später umspielten den Verbrecher Tausende von kleinen Flammen und verbrannten ihn binnen weniger Augenblicke und unter grellen Schreien zu einem Häufchen Asche.
Zu guter Letzt standen nur noch zwei Todesser zwischen den beiden Rettern und dem arabischen Geheimniswahrer. Einer von Voldemorts Schergen hatte sich die kleine Truhe gegriffen, welche sie bisher nicht zu öffnen in der Lage waren. Während der andere Abdul Kasch´dir ein Messer an die Kehle drückte. „Legt eure Stäbe weg oder er stirbt, rief eine kalte Stimme durch die silberne Maske des Todessers. Dadurch zögerten Harrys und Steph und mit einem Plopp verschwand der andere mit der Truhe.
Wütend erhob Steph seinen Stab wieder und schleuderte blitzschnell den Todesfluch in Richtung des Zurückgebliebenen, um ihren arabischen Freund vor dem Tode zu bewahren. Doch Harry rief entsetzte „NEIN". Seinem Schrei folgte ein Stück Baumstann, welches in die Flugbahn des Todesfluches schwebte und danach schoss ein Schocker aus seiner Hand und setzte den Todesser mit dem Messer außer Gefecht.
Stephano Styls sah seinen Schüler fragend an und Harry meinte rasch, dass sie ihn brauchen, um zu erfahren, wohin sein Komplize mit der Truhe wolle. „Gut geschaltet, Harry", lobte Steph Harrys schnelles Handeln und eilte dann zu Mister Kasch´dir, um diesem zu helfen. Die Todesser hatten sich wirklich an ihrem Opfer ausgelassen und Harry erschreckte es, wozu manche Menschen in der Lage waren. Gut, er hatte eben auch getötet, doch es war mehr oder weniger Selbstverteidigung.
Langsam ließ er seinen Blick über die Wunden des Arabers gleiten und machte sich bereit, einige Tränen zu produzieren, zumal ihm in den Sinn kam, dass auch er was abbekommen hatte. Und den Rest der Nacht bei Poppy zu verbringen, dazu hatte Harry nun wirklich keine Lust. Steph war aber schneller und träufelte dem Verletzten einige Tränke in den Mund. Mister Kasch´dir wurde daraufhin bewusstlos, obwohl er noch versuchte seinen beiden Rettern dankbar zuzulächeln. Schließlich überlegten Beide wie es weiter gehen sollte und sie beschlossen, dass man erst einmal ihren Freund nach Hogwarts und in den Krankenflügel bringen sollte. Danach würden sie sich um den Gefangenen, die verstreuten Sachen und um die Leichen der Todesser kümmern.
Das aber nicht immer alles so kam, wie man es sich vornahm, sollte man hier vielleicht anmerken, denn zuerst wurden die Sachen verpackt und geschrumpft, dann der Todesser verschnürt und Mister Kasch´dir für den Transport vorbereitet und dann kümmerte sich Harry auf seine Art um den Schauplatz des Ganzen. Harry fackelte die Todesser und die Lichtung einfach ab und teleportierte dann mit drei Personen nach Hogwarts zurück. Sie landeten mitten in der Großen Halle und konnten von Glück reden, dass die Nachtruhe im Schloss gerade erst vorbei war und nur einige Lehrer und Harrys Freunde, die eh nicht mehr schlafen konnten, schon in der Großen Halle saßen und frühstückten.
„Oh mein Gott, Harry", rief Hermine besorgt, als sie ihren Freund sah. Zwar hatten die Beiden keine schwerwiegenden Verletzungen, doch ein Kampf blieb ein Kampf und dem entsprechend sahen ihre Sachen auch aus. Dann hatten sie auch noch Mister Kasch´dir in den Armen und jede Menge geschrumpfter Koffer. Als Harrys Freundin aber kurz davor war ihren Freund zu erreichen, bremste sie ab, stockte kurz und hielt sich ihre Hand vor den Mund als müsste sie sich übergeben.
Nun sah der Gryffindor seine Liebste besorgt an. Da aber auch die anderen im Raum etwas die Nasen rümpften war Harry verwundert. Nun, jedenfalls solange bis er es selber roch. Irgendwie hatten seine Sinne oder aber das Adrenalin es ausgeblendet, doch durch das letztendliche vernichten der Todesserleichen stanken die drei Neuankömmlinge wie ein Krematorium und verstrahlten den Geruch ohne Hindernis ins Schloss. Stephano reagierte als erster und legte Mister Kasch´dir ab. Dann zog er seinen Zauberstab, richtete ihn auf sich, dann auf Harry und die beiden bewusstlosen Männer und reinigte sie notdürftig. Der Gestank verschwand und nun konnte Hermine ihren Liebsten auch so richtig in den Arm nehmen.
Danach galt es aber erst einmal den anderen zu erklären, was geschehen war. Einzig Poppy wollte dies gar nicht erst hören, sondern kümmerte sich um den schwer misshandelten Araber. Ihr Blick wanderte dabei zwischendurch immer mal zu dem am Boden liegenden Todesser und die Wut auf die von den Verbrechern begangenen Taten war ihr buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Man merkte es auch, weil die alte Heilerin, wenn sie mal wieder ihre Position änderte, um an Mister Kasch´dir von einer anderen Stelle aus zu heilen, absichtlich auf die Füße oder gegen den Hintern des bewusstlosen Todessers trat.
Schließlich hatte Stephano Styls seinen Bericht beendet und als die allgemeine Bestürzung abgeklungen war, kam Harrys großer Moment. Zwar hatte die Direktorin sich mit dem Ministerium oder besser Kingsley in Verbindung gesetzt und wartete nun darauf, dass ihr Freund und Ordensmitglied im Schloss ankam, doch das dauerte Harry zu lange. Er erweckt den Todesser und hielt ihm auch sofort seinen Zauberstab unter die Nase.
„Potter", spie der Mann, welche Harry noch niemals gesehen hatte, aus und sein Blick ging suchend durch den Raum. Er schien zu erkennen, wo er sich befand und grinste dreckig. Harry hielt sich aber nicht weiter bei Nettigkeiten auf und da er eh nicht auf die Auroren warten wollte, fragte er mit einer bisher nicht von ihm gekannten Stimme, „Wo ist er hin? Wo ist die Truhe?"
Der Todesser schien nun etwas in der Hand zu haben und lachte auf. Vielleicht, so dachte er, konnte er die benutzen, um hier raus zu kommen. „Truhe", fragte nun auch die Direktorin leicht verwirrt und ihr Schüler erklärte ihr, dass ein Todesser mit einem von Mister Kasch´dirs Gepäckstücken verschwunden sei. Professor McGonagall meinte daraufhin, dass sich Kingsley mit Sicherheit darum kümmern würde, doch Harry war die Ungeduld ins Gesicht geschrieben. Hinzu kam, dass der Todesser nun auch noch zu denken schien, er können den Gryffindor ärgern und sagte, „Tja Potter, es ist schon zum verrückt werden, nicht? Ich habe da etwas, dass Du unbedingt brauchst und ..."
Es waren nicht sehr viele Personen im Raum. Doch diejenigen, welche sich hier befanden, würden das Folgende wohl nie vergessen. Denn Harry, Harry Potter, den man immer als lieben, manchmal zwar etwas impulsiven Jungen kannte, veränderte sich von einer auf die andere Sekunde. Er packte den Todesser mit einer Hand und zerrte ihn auf die Beine. Dann, Hermine wich sogar von ihm zurück und dies alarmierte nun auch den letzten, nahm Harrys Gesicht einen entrückten, ja fast an Wahnsinn erinnernden Ausdruck an. Und zuletzt war dann da seine Stimme, die nun zwischen eiskalt und eben den schon erwähnten Entrückt sein hin und her wechselte.
„Zum Verrückt werden, sagst du? Verrückt? ..., - Harry schaute unfokussiert gerade aus – „du scheinst keine Ahnung zu haben, wie dies ist, verrückt zu sein. Du, ... ha ... hast keine Ahnung wie weit der Wahnsinn eines Menschen ... eines Kindes gehen kann, dessen Leben seit Jahren von einem ebenso irren Halbblut beeinflusst wird ..."
„Was wird das, Mister Potter?", fragte die Direktorin skeptisch und der nächste Schock traf alle Anwesenden in der Halle, denn Harry hob seine freie Hand und schnippte mit dem Finger. Daraufhin fasst sich die alte Hexe an den Hals und kein Wort kam mehr über ihre Lippen. Als Höhepunkt sagte der Schüler dann noch, „Jetzt nicht Minerva" und einige der anwesenden Professoren griffen langsam zu ihren Zauberstäben.
Harry beachtete sie jedoch nicht und fragte den Todesser erneut, wo sein Komplize mit der Truhe hinverschwunden sei. Doch er bekam nur ein Lachen als Antwort und den Hinweis, dass er, Harry, solange irren Mann spielen könne, wie er wolle, eine Antwort bekäme er trotzdem nicht. Dies schien bei Harry nun die letzte Sicherung durchbrennen zu lassen und er schleuderte den Todesser durch den Raum in Richtung Ron. Dieser schaute seinen Kumpel überrascht an und wollte zurückweichen. Doch er konnte nicht, da etwas sich in seinen Rücken drückte. Rasch wollte er nachsehen, was seinen Weg behinderte und verwunderte schaute der Gryffindor auf eine eiserne Stange, die aus dem Boden gewachsen schien. Dann tauchte noch eine auf und noch eine.
„Harry was soll dass?", fragte Steph an seinen Schüler gewandt, worauf dieser erwiderte, „Ich will Antworten Stephano." Danach schallte durch den Raum plötzlich ein völlig überraschendes„Accio Rons Zauberstab" und das Heiligtum des Rothaarigen flog auf direktem Wege in Harrys Hand, der gar nicht erst zögerte und nun mit beiden Zauberstäben immer mehr Eisenstangen beschwor, die sich letztendlich zu einen Käfig um Ron und den Todesser zusammenfügten. Letzterer nutzte seine Chance und zückte ein verstecktes Messer aus seinem Stiefel. Dieses hielt es Ron an die Kehle und befahl Harry, jetzt mit dem Mist aufzuhören und ihn frei zu lassen.
Zwar hatte der Schwarzhaarige damit nicht gerechnet, doch er ließ es sich nicht anmerken. Vielmehr wandte Harry sich an Ron und trat ganz nah an das Gitter heran. Der Rest im Raum schien immer noch zu geschockt zu sein, um etwas zu unternehmen. Und daher klang Harrys nächste Frage auch eher unwirklich in ihren Ohren. Hermines Freund schaute Ron nämlich mit einem Lächeln an und während der Todesser den Druck auf Rons Hals verstärkte, fragte er seinen besten Freund. „Nun Ron, wie es aussieht, bekomme ich heute nicht das, was ich möchte. Doch zumindest du sollst heute nicht leer ausgehen. Hast du denn den Todessern schon einmal danken können für das, was dir Greyback angetan hat?"
Rons Augen weiteten sich und ebenso wie Damion, Ginny oder Hermine, sagte der Rothaarige ungläubig, „Nein Harry, bitte nicht ... tu mir das nicht an ... ich bin doch kein Monster ..."
Der Todesser wurde durch den Namen Greyback etwas unsicher und lockerte seinen Griff. Dies nutzte Ron und befreite sich aus der Umklammerung. Immer wieder rief er, dass Harry dies nicht ernst meinen könne und dass er doch keinen Menschen töten wolle. Harry jedoch lachte nur wie irre und erhob dann seinen Zauberstab. Er grinste den Todesser noch mal an und sagte danach „luna temporalis".
Das war dann der Moment, wo wohl der erste Mensch der Welt und in der Geschichte Hogwarts die Decke der Großen Halle verfluchte, denn während sie bis jetzt den Wolken verhangenen Morgen zeigte, zeichneten sich nun kleinen Lücken im Grau ab und durch diese schien ein silbernes Licht hindurch. „Harry, was soll das?", fragte Hermine an ihren Liebsten gewandt, doch der Schwarzhaarige reagierte gar nicht auf sie. Sein Blick blieb abwartend auf den Todesser gerichtet und es berührte ihn nicht einmal, dass Ron wie wild am Gitter rüttelte und versuchte aus dem Käfig zu kommen.
Voldemorts Anhänger schaute den rothaarigen Jungen unschlüssig an und es sah so aus, als wollte er ihn wieder angreifen. Doch dazu kam es nicht mehr, denn Harrys Zauber hatte die Wolken nun soweit weggeschmolzen, dass an der Hallendecke ein strahlend heller Vollmond zu sehen war. Von einer auf die andere Sekunde veränderten sich sie Laute, welche Ron von sich gab. Aus dem Bitten und Flehen wurde jetzt ein Knurren und Grunzen. Dann richtete er sich auf und alle konnten sehen, wie seine Augen eine gelbliche Färbung angenommen hatten.
Naturgemäß wich ein Großteil zurück, ganz zu schweigen, dass Lehrer wie Pomona Sproute oder Madame Houch ihren Blick entsetzt abwandten, als sich das Gesicht ihres Schülers verformte und die Knochen in den Gelenken knackten. Schließlich zerriss Rons Hemd, danach platzten die Schuhe auf und der Werwolf heulte voller Wut und Schmerz in den Himmel. Man hätte fast das entsetzte Schreien des Todessers überhört. Doch eben nur fast. Allerdings hatte er damit nun den Werwolf auf sich aufmerksam gemacht und Ron drehte sich langsam und in die Luft schnüffelnd um.
„Harry tu was! Er wird ihn umbringen! Lass nicht das Blut eines Verbrechers an Rons Händen kleben." Hermine war außer sich und versuchte zu ihrem Freund durchzudringen, doch der Gryffindor schaute nur stoisch in den Käfig. Dann sagte er kalt, dass es doch in alles in der Hand von Voldemorts Speichellecker lag und er sein Schicksal gewählt hatte.
Inzwischen war im Käfig ein kleiner Kampf entbrannt, wobei der Werwolf den Todesser von Ecke zu Ecke jagte. Dabei heulte er immer wieder mal auf, während sein Opfer schrie, dass Harry verrückt sei. Obwohl, das brauchte er den anderen nun wirklich nicht mehr mitteilen. Schließlich aber schien er sich dann doch dazu entschlossen zu haben, dass die Information, welche Harry wollte, nicht so viel wert war, dass man dafür starb und während Ron am anderen Ende vom Käfig stand und verschnaufte, war der Todesser zu Harry gerannt, hatte ihn durch den Käfig ergriffen und sagte mit hastigen Worten, „Savoy, er ist ins Savoy. Er will dort einen Muggel treffen, einen Antiquitätenhändler ..."
„Wo genau? Welches Zimmer?", fragte Harry und als er hörte, wie sein Gegenüber panisch schrie, „Suite 24", begann er zufrieden zu lächeln. Er schob den Todesser von sich und drehte sich weg. Sofort flehte der Mann im Käfig, „Aber du hast die Information Potter. Um Himmelswillen, lass mich hier raus."
„Warum? Mein Freund ist noch nicht fertig", erwiderte der Gryffindor und alle stöhnten schockiert auf. Einige zückten sogar ihre Zauberstäbe, doch sahen sie sich plötzlich dem von Harry gegenüber. Offenbar hatte der Junge wirklich den Verstand verloren. Dazu kam dann auch noch Rons Heulen und die Tatsache, dass der Werwolf nun keinen Meter mehr von seinem Opfer entfernt stand. Der Todesser schrie sich die Seele aus dem Leib und dann packten ihn zwei mächtige Pranken, hoben ihn hoch und vor das mit messerscharfen Fangzähnen gespickte Maul des Werwolfes.
Erneut wandte ein Großteil den Kopf ab und war zu entsetzt, etwas zu tun. Dadurch bekamen sie allerdings nicht mit, wie auf dem Maul von Ron statt eines weiteren endgültigen Heulens, ein verzerrtes „BOO" kam und der Todesser ohnmächtig zusammen sackte. Was danach kam war das wohl größte Durcheinander, was die Große Halle bis dato erlebt hatte. Jeder schien an sich zu zweifeln, besonders die, welche zwar wussten, dass Ron von Greyback gebissen wurde, doch mehr auch nicht. Denn plötzlich tat der Werwolf etwas, dass nicht sein konnte. Er ließ sein Opfer los, streckte seine Hand aus und ein grollendes „Arcciioo Zauberstab", erklang.
Harry grinste ab da nur noch und auch Steph schien mehr erahnt zu haben, als der Rest im Raum. Apropos der Rest. Der schaute nun schockiert bis gebannt zu Ron, der in seiner Werwolfform einen schwarzen Zaubererumhang beschwor wie es Professor Flittwick nicht hätte besser machen können. Diesen warf er dann über und danach verwandelte sich Ron zurück in seine menschliche Form. Und dieses Mal dauerte das gerade mal zehn Sekunden. Nicht einmal Hermine hatte gestutzt, das ihr bester Freund vorher fast zwei Minuten gebraucht hatte.
„Aber das Hemd bezahlst du mir, Harry. Das war nagelneu und von Parvati." Waren die ersten Worte des Rothaarigen und nachdem Harry den Käfig wieder hatte verschwinden lassen, umarmten sich beide und lachten. „Danke Ron, dass du so schnell geschalten hast. Es hätte sonst nicht geklappt. Außerdem hast du nun noch die Aufgabe, es den anderen zu erklären."
„Was erklären?", fragte Ron, doch Harry hatte sich schon umgewandt und war zu Steph gerannt. „Komm, meine Strafe hol ich mir später ab", sagte er dem verdutzten Lehrer und noch während die Direktorin ihre Stimme wieder fand, gingen die beiden Zauberer ein zweites Mal in dieser Nacht auf eine Mission. Zurück blieb die Wärme von Harrys Stichflamme und eine Gruppe Hexen und Zauberer mit fragenden Blicken. Nun ja, zwei Mann hatten einen anderen Ausdruck. Der eine war der bewusstlose Todesser und die andere Person war Ron, welche nun eher überfordert aussah. Insgeheim schwor er Rache an Harry und stellte sich dann der Direktorin, den Lehrern und den vereinzelt anwesenden Schülern...
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