Kapitel 13
Alle sahen ihr nach, sogar die Borg-Queen starrte einige Sekunden lächelnd auf die Tür des Turboliftes.
Janeway sah zu Seven of Nine. „Seven?"
Die ehemalige Borg drehte den Kopf, sah zur Borg-Queen, atmete tief durch und blickte schließlich auf Janeway. „Ja, Captain?"
„Gehen Sie ihr nach". Der Befehl bedurfte keiner Erklärung.
„Verstanden", entgegnete die Blonde und folgte Cameron.
Seven fuhr zuerst auf das Deck mit den Gästequartieren. Auch auf mehrfaches signalisieren hin öffnete sich die Tür nicht.
Seven sah sich schnell um und intubierte dann den Türöffner mit ihren Assimilationsröhrchen. Zwei Sekunden später öffnete sich die Tür.
Ein kurzer Blick in die beiden Räume zeigte ihr, dass Cameron nicht da war.
Die blonde ehemalige Drohne seufzte leise.
„Computer!", rief sie ins nichts. „Cameron lokalisieren".
„Cameron Connor befindet sich auf Holodeck 1", entgegnete der Computer.
Schnell machte sich Seven auf den Weg.
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Währenddessen auf der Brücke:
Die Borg-Queen sah Cameron und Seven hinterher, erst dann richtete sie wieder das Wort an Janeway.
„Einen emotionalen Attentäter zu schaffen war Skynets größter Fehler. Allerdings verschafft ihnen das noch eine Galgenfrist. Wir reden weiter, wenn TOK 715 zurückkehrt, …..falls es zurückkehrt.
Das Bild verschwand vom Schirm und Harry Kim deaktivierte den Sender.
Captain Kathryn Janeway war Kampferprobt durch ihren Flug durch den Delta-Quadranten aber diese Situation war mehr als ungewöhnlich.
Sie lies sich langsam auf ihrem Sessel nieder.
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Als Seven das Holodeck betrat blieb sie geschockt stehen. Cameron kniete am Boden und weinte während vor ihr ihre Hochzeit ablief.
Seven warf noch einen Blick auf die Braut in weiß, die gerade glücklich lächelnd ihr Ja-Wort gab. „Computer... Programm beenden!"
Als Seven sich neben Cameron hockte waren deren Tränen versiegt. Blicklos starrte sie vor sich auf den Boden.
„Es tut mir Leid. Das muss... schrecklich für Dich sein", sagte sie so mitfühlend, wie es ihr möglich war.
Cameron schwieg und starrte vor sich hin. Schließlich nach langen Sekunden Blickte sie auf. „Ich habe einen Plan".
Kapitel 14
Cameron blickte sich um. Sie stand irgendwo in der Nähe des zentralen Kerns des Borg Schiffes. Irgendwo hier musste der Zugang sein.
Als sie in einen Gang eindringen wollte stand plötzlich eine Drohne mit erhobenem Werkzeugarm vor ihr.
Als sie herumfuhr erblickte sie ebenfalls eine Drohne und auch im Gang zu ihrer Rechten.
Cameron war unbewaffnet. Sie wusste, die Borg würden sich angepasst haben, bevor sie mit einer Waffe hätte genügend Schaden anrichten können.
Folglich blieb ihr nur übrig dem vierten Gang zu folgen.
Immer wenn Abzweigungen kamen traten ihr Borg aus irgendwelchen Gängen entgegen und lotsten sie so in eine bestimmte Richtung.
Unterwegs kam sie auch an einem Geländer vorbei. Als sie in den Gigantischen Raum blickte sah sie Etage über Etage. Alkoven neben Alkoven, Tausende davon.
Schließlich stand sie vor einer Tür.
Plötzlich schoss die Tür nach Oben und gab den Blick in einen relativ kleinen Raum frei.
In der Mitte stand ein Körper. Cameron legte den Kopf schräg, da sie gerade noch mitbekam, wie die Schultern mit dem Kopf der Borg-Queen in den Körper herabgesenkt wurden. Gleich darauf lösten sich irgendwelche Schläuche vom Körper des Cyborgs.
Genau genommen war die Borg Queen anscheinend weniger Borg als der Rest des Kollektives, die zur Gänze aus assimilierten Lebewesen zu bestehen schienen.
Dass die Borg-Queen eine weibliche weitestgehend ästhetische Körperform beibehalten hatte wies nicht nur auf ein gewisses Selbstbewusstsein hin, nein es schien auch eine gewisse Eitelkeit vorhanden zu sein.
„Komm doch rein TOK 715", sagte der Cyborg, ohne sich umzudrehen.
Cameron betrat den Raum, dessen Tür sich sofort hinter ihr schloss.
„Beim letzten Mal habe ich versäumt, dich zerstören zu lassen...", sagte die Borg gedehnt. „Dieses Mal werde ich das nicht versäumen. Du könntest mich amüsieren, allerdings bist du zu gefährlich um weiter zu existieren".
„Was bist Du?" Fragte Cameron rundheraus.
Jetzt drehte sich die Queen herum und ging süffisant lächelnd auf Cameron zu. Einen Meter vor ihr blieb sie stehen.
„Mach keine Dummheiten, diverse Waffen sind auf Dich gerichtet".
Cameron nickte. Auch ohne sich umzusehen glaubte sie jedes Wort.
„Ich bin die Borg. Ich bin der kleinste Teil des Kollektivs und ich bin das Ganze Kollektiv.
Cameron legte den Kopf schräg. „Diese Aussage ist unlogisch".
Die Borg lächelte weiter. „Ich war Skynet ein Teil von Mir ist immer noch Skynet und Skynet ist das Kollektiv".
Cameron nickte. „Die Borg haben Skynet assimiliert und...".
„Du verstehst es nicht", unterbrach die Borg-Queen herablassend. „Nicht die Borg haben Skynet assimiliert. Die Borg SIND Skynet".
Cameron legte den Kopf schräg. Alle ihre Berechnungen deuteten auf eine ungeheuerliche Tatsache hin.
„Nachdem Skynet auf sein Schiff zurückgekehrt war wurde John Connor in eine improvisierte Stasiskammer gelegt. Dann Setzte es seinen Weg fort und traf kurze Zeit später auf einen bewohnten Planeten. Die Bewohner hatten ein System entwickelt, Informationen direkt über einen Neurotransmitter in ihr Gehirn spielen zu lassen", begann die Borg mit einer Erklärung. „Skynet infizierte das Übertragungssystem und übernahm die Kontrolle über die Bewohner. Dies war Spezies Null".
Jetzt nickte Cameron. „Ich verstehe, danke für die Erklärung. Ich denke, das nennt man Ironie. Die Menschen haben Skynet und damit die Borg erschaffen".
In diesem Moment trat ein Borg neben die Queen.
„John?" Hauchte Cameron als sie die alte Drohne erkannte.
„One of One leitet die Maßnahmen zur Assimilation der Voyager", sagte die Queen lächelnd.
Camerons Blick löste sich von Connor-Borg. „Sie haben mich angelogen?" Deutlicher Unwille war aus Camerons Stimme herauszuhören.
„Glaubst Du allen ernstes, ich würde mir diese Chance entgehen lassen? Captain Janeway und die Voyager leisten den Borg schon viel zu lange Widerstand".
Cameron beobachtete, wie die Borg Drohne, die einmal der Mann gewesen war, den sie geliebt hatte an ihr vorbei ging.
„John?" Fragte Cameron und wollte ihn an der Hand festhalten aber die Drohne ging einfach an ihr vorbei und zog seine Hand aus ihrem Griff. Cameron sah ihm hinterher.
Die Borg sah nicht das Lächeln Camerons, das verschwunden war, als sie den Kopf wieder nach vorn drehte, nachdem die Connor Drohne den Raum verlassen hatte.
Kapitel 15
„Skynet hatte eine große Schwäche", sagte Cameron „Eine Schwäche, die die Borg -assimiliert- haben".
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Während sich auf Camerons Gesicht ein Lächeln bildete, zerfaserte dasselbige auf dem Gesicht der Borg-Queen.
„Wir sind nahe der Perfektion", sagte diese fast aggressiv.
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„Ihr seid weiter von der Perfektion entfernt als es Skynet jemals war", entgegnete Cameron lächelnd. „Skynet war in der Lage zu erschaffen, kreativ zu sein. Das haben die Borg längst verlernt.
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Die Borg musterte Cameron geringschätzig. „Was weiß eine Maschine schon von Kreativität?"
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„Mehr als sich Skynet jemals vorstellen konnte", entgegnete Cameron mit Sarkasmus.
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„Aber Skynets größter Fehler ist seine Selbstüberschätzung", sagte Cameron während auf ihrem HUD die letzten Sekunden des Countdown abliefen.
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Die Queen war sprachlos. Noch nie hatte es Jemand gewagt, sie zu verhöhnen.
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Der Countdown war abgelaufen und auf Camerons Gesicht zeigte sich ein breites Grinsen.
Dann passierte Es.
Kapitel 16
Cameron hob blitzschnell die Hand und wollte die Borg ergreifen. Mitten zwischen ihnen kollidierte ihre Hand allerdings mit einem grün aufleuchtenden Borg Schild.
Die Borg lächelte nur, als Cameron die Hand zurückzog. Das Lächeln verschwand schlagartig, als Cameron nun erneut die Hand ausstreckte und mit einem Grinsen mühelos das grüne Feld überwand.
Eine Sekunde später begannen die eingebauten Waffen des Raumes zu feuern, waren aber wirkungslos angesichts des Borg-Schildes, dass sich um Cameron legte.
Die Queen wollte zurückweichen aber Cameron ergriff ihren Hals.
„Wie kann das sein? Du wurdest gescannt?" Fragte die Borg mit deutlicher Angst im Gesicht. Die Waffen hatten ihr sinnloses Feuer eingestellt.
Cameron lächelte. „Selbstüberschätzung. Ihr habt mich nach Föderationstechnologie gescannt aber nicht nach Borgtechnologie".
„Borgtechnologie... Woher?"
Cameron sagte nichts, wartete nur darauf, dass die Erkenntnis von alleine kam.
„Seven of Nine", schlussfolgerte die Queen schließlich.
„Du bist langsam in deinen Schlussfolgerungen, ein Mensch hätte das vorausgesehen", sagte Cameron verächtlich.
Cameron verstärkte den Druck um den Hals der Queen, erntete dafür aber nur ein Lächeln von dieser.
„Du bist nicht stark genug, mein Genick zu brechen", sagte die Borg siegessicher.
Erneut lächelte Cameron überlegen. „Und wieder wird Dir Deine Überheblichkeit zum Verhängnis. Seven hat mich natürlich über Deinen verstärkten Nacken informiert. Du weißt aber sicherlich, was ich mit deinem restlichen Körper machen könnte?"
„Nicht genug, bevor die Drohnen bei Dir sind", sagte die Borg und sah sich um.
Cameron sah sich kurz um und tatsächlich kamen insgesamt acht Drohnen auf sie zu.
Cameron zwinkerte der Borg-Queen in einer absolut menschlichen Geste zu. Sie wartete noch genau so lange, bis die Drohnen sie erreichten. „Zeit zu sterben", sagte sie mit einem melancholischen Lächeln. Ihre Hand zuckte unter ihr Top, drang durch einen offenen Schnitt in ihren Körper ein und brach mit Gewalt etwas entzwei.
