Kapitel 107

Die Stimmung in der Großen Halle war mehr als nur erregt. Harry war sofort nachdem sie Percy in Poppys Obhut gegeben hatten zu seinen Freunden geeilt. Ron musste unbedingt erfahren, dass sein älterer Bruder im Schloss war und dass auch seine Eltern bald hier eintreffen würden. Schon am Eingang der Halle wartete Hermine auf ihren Freund mit der bestürzenden Nachricht, dass etwas Furchtbares in London geschehen sei.

„Oh Harry, es ist schrecklich. Nie hätte ich es für möglich gehalten." Sagte seine Liebste und hielt einen Tagespropheten in der Hand. Harry machte sich nicht einmal mehr die Mühe erst zu seinem Platz zu gehen, sondern er schlug die erste Seite sofort auf und ihm sprang die Überschrift förmlich ins Gesicht.

Minister Scrimgeour als Todesser entlarvt und auf der Flucht getötet

Ja liebe Leser, sie haben richtig verstanden. Und auch wenn es keiner so recht wahr haben will, so sind die Beweise doch eindeutig. Rufus Scrimgeour, unser Minister für Zauberei, den alle immer für so integer und für ein Symbol gehen den dunklen Lord hielten, war in Wirklichkeit ein Anhänger von selbigem. Heute gegen zwei Uhr wurde er von einer Eskorte Auroren verhaftet, nachdem diese den anonymen Hinweis bekommen hatten, dass man dem Minister nicht mehr trauen kann. Nach Zeugenaussagen habe sich Minister Scrimgeour aufs Heftigste gewehrt und versucht seiner Verhaftung zu entkommen.

Dies war dann der endgültige Beweis für seine Schuld. Auch schaffte es der bisher nicht als solcher bekannte Anhänger des dunklen Lords, sich zu befreien und aus dem Ministerium zu flüchten. Die Beamten reagierten jedoch sofort mit Professionalität und verfolgten den Flüchtigen. Sie stellten ihn im Muggellondon und forderten ihn auf, sich zu ergeben. Rufus Scrimgeour allerdings griff die Auroren an. Dies und das Bestreben, eine Katastrophe wie damals in den Tagen, wo Harry Potters Eltern getötet worden waren, nämlich das unschuldige Muggel starben zu verhindern, ließ den Auroren keine Wahl. Sie erwiderten den Angriff und im Zuge dessen, verlor Rufus Scrimgeour das Gefecht und seine Leben. Wir, die Redaktion hoffen, in den nächsten Stunden noch weitere Informationen zu bekommen, damit wir sie morgen früh auf den neusten Stand bringen können.

„Warum?", fragte Harry mit starrem Blick in den Raum und Hermine schaute ihn überrascht an.

„Weil man einen Mann nicht zum Märtyrer macht, wenn man ihn denunzieren kann." Es war Steph der hinter Harry gestanden und den Artikel ebenfalls gelesen hatte. Sein Schüler sah ihn verwirrt an und Damions Dad erläuterte mit schnellen Worten. „Versteh doch Harry. Hätte Tom den Minister einfach nur getötet- und glaub mir, er hätte es ohne Probleme auch geschafft– dann wäre die öffentliche Meinung festgefahren und die Wut der Zauberer und Hexen auf ihn wäre noch gestiegen. Nun aber ist Rufus tot, als Verbrecher geächtet und es ist für Tom leichter, einen seiner Leute hier unterzubringen, eine Gefahr, die wir nicht unterschätzen dürfen."

Bei Harry stellten sich die Nackenhaare auf als er dies hörte und in Gedanken malte er sich schon die schlimmsten Dinge aus. Auch Hermines Gesicht sprach Bände. Steph meinte dann allerdings, dass sie dann erst mal essen sollten und vor allem Ron Bescheid geben, was seinen Bruder anging. Harry und Hermine nickten und machten sich auf zum Gryffindortisch und kamen gerade noch rechtzeitig, um den Worten der Direktorin zu lauschen. Professor McGonagall hatte nämlich, kaum dass sie den Artikel im Propheten beendet hatte, eine Entscheidung getroffen und erklärte mit ihren Worten, dass man den Neuigkeiten in der Zeitung nicht viel Bedeutung schenken sollte und erklärte vor versammelter Mannschaft, was ihnen Percy in seiner Erinnerung gezeigt hat. Ein großer Teil der Schüler schien über dies erleichtert zu sein, auch wenn sie den Tod des Ministers bedauerten.

***

Nach dem Abendessen verschwand Hermine sehr schnell aus der Großen Halle und Harry schaute ihr nachdenklich hinterher. „Sie macht sich noch ganz verrückt, Kumpel", sagte Rons Stimme hinter ihm und der Schwarzhaarige drehte sich um. Zwar wollte der Werwolf gerade zu seinem Bruder, doch er erzählte seinem besten Freund erst einmal, dass Hermine am Nachmittag kurz davor stand Eve anzugehen, weil diese ihr ein Buch nicht sofort gegeben hatte, in dem sie noch mal was nachlesen wollte. Entsetzt starrte Harry Ron an und dann fasste er einen Entschluss. Zu viel Lernen konnte nicht gut sein. Mit diesen Gedanken folgte Harry seiner Liebsten und passte sie schließlich ab, als sie die Bibliothek verließ.

„Hermine, kannst du mal kurz kommen?", fragte er und bekam als Antwort lediglich ein „Harry bitte, ich muss lernen." Doch damit wollte der Gryffindor sich nicht abfinden. Er stellte sich seiner Freundin in den Weg und sagte mit fester Stimme, „Nein, musst und wirst du nicht. Du weißt alles was man für die Prüfung braucht und jetzt machst du dich nur noch fertig."

Im nächsten Moment sah man nur noch eine riesige Feuerwalze im dunklen Gang vor der Bibliothek und zwei verstört dreinblickende Ravenclaws, die auf eines von Hermines Bücher schauten und wie dieses langsam vor sich hin brannte. Dann rannte eines der Mädchen auch schon los und nur weil sie jeden fragte, ob er wüsste, wo sich Professor Styls aufhielt konnte man ahnen, dass sie dachte, etwas Furchtbaren war geschehen.

In einem ganz anderen Teil von England, jedoch auf demselben Meridian funkelte Hermine ihren Freund immer noch an und verlangte, dass er sie zurück nach Hogwarts brachte. „Was soll das Harry?", fragte sie ihren Freund und der Gryffindor antwortete, „Schadensbegrenzung und Schutz von Unschuldigen, Hermine. Ron hat mir erzählt, was heute Nachmittag passiert ist und dass du dich fertig machst und andere vielleicht auch."

„Ja aber, ich muss ..." Weiter kam Hermine nicht, denn Harry hatte ihr ihren Mund mit seinen Lippen verschlossen. „Nein Hermine ...", sagte er zwischen seinen Küssen. „Du musst überhaupt nichts. Du bist die beste Schülerin die Hogwarts in seinen tausend Jahren gesehen hat und brauchst Entspannung." Damit hob er das Mädchen hoch und trug sie in Richtung eines der Bäder von Potter Castle. Dort stellte er fest, oder besser er fragte sich, ob Trexus Gedanken lesen konnte, denn der kleine Hauself stand in seiner Uniform da und hatte schon ein Bad eingelassen. Harry lächelte ihm zu und flüsterte eine leises „Danke", worauf sich sein Diener verbeugte und mit leicht roten Ohrenspitzen aus dem Zimmer verschwand.

Harry war dies nur recht und so konnte er anfangen, Hermine weiter von ihren Gedanken abzulenken. Dieses beinhaltete die nächsten Stunden jede Menge Zärtlichkeiten, ein gemeinsames Bad, eine ausgiebige Massage und dann als Krönung etwas, wovon Harry eh dachte, es war in der letzten Zeit zu kurz gekommen ... nämlich richtig schönen, leidenschaftlichen Sex. Etwas, wo beide entspannen konnten.

***

In Hogwarts hingegen war man nicht ganz so entspannt, nicht nachdem die Schülerin aus Ravenclaw den gesuchten Professor gefunden hatte und ihm erklärte, dass Harry Potter und seine Freundin vor ihren Augen verbrannt seien. Mehrere Lehrer, die dies gehört hatten, waren nun auf der Suche nach dem Gryffindor und erst als Steph Ron im Krankenflügel gefunden hatte, und dieser ihm erzählte, was er Harry verraten hatte, beruhigte sich der Professor für Verteidigung etwas und er kam auf eine Idee. Er rief nach Dobby und zu seiner Überraschung tauchte der kleine Hauself auch auf, obwohl er ja Harrys Diener war und es nicht hätte tun müssen.

„Dobby", fragte Steph mit ruhigem Ton. „weißt du, wo dein Meister ist? Harry ist einfach verschwunden und ..."

„Ja Sir ... Dobby weiß es. Aber ... Dobby ... weiß nicht ... ob ... ob er es sagen darf. Dooobby ist ein guter Elf und ..."

„Schon gut Dobby", unterbrach Steph die quäkende Stimme des Elfen und fragte dann nur noch, ob es Harry gut ging. Daraufhin nickte Dobby und Stephs Gesichtszüge entspannten sich. Allerdings sah ihn Ron nun leicht erwartend an und fragte, wo Harry denn sei. Damions Dad lächelte und erwiderte, „Nun Ron, ich denke mal, die Beiden sind an einem Ort, wo sie nicht gestört werden können und Harry bringt seine Freundin auf andere Gedanken."

„Ja aber wo?", wiederholte der Rothaarige seine Frage, den Gedanken daran, was seine beiden Freunde gerade taten mal außer acht lassend und Steph meinte, er solle nachdenken. Dies dauerte allerdings eine Weile. Doch dann hörte man Ron leise sagen „seine Schloss". Steph nickte und meinte dann, dass es Zeit würde, in den Gryffindorturm zurück zu kehren. Percy würde eh noch bis zum Morgen schlafen und jeder sollte die ruhige Zeit nutzen. Außerdem stand das Wochenende an und Prüfungen hin oder her, man durfte nicht vergessen zu leben.

Zwar schüttelte der Gryffindor über diese Aussage seines LEHRERS hin leicht mit dem Kopf, doch irgendwie machte es ja auch Sinn. Somit machte sich Ron auf die Suche nach Parvati, denn was sein Kumpel konnte, dass konnte er auch. Und wenn er schnell war, wenn er sich beeilte, war der Raum der Wünsche vielleicht ja noch frei. Mit diesem Gedanken verabschiedete sich Ron von seinem Professor und verschwand aus dem Krankensaal. Zurück blieben Steph und der schlafende Percy und noch bevor dieser sich auch auf den Weg machen konnte, sprach ihn eine leise Stimme an. Sie gehörte Trexus. Der kleine Kerl war wie aus dem Nichts erschienen und hielt dem Zauberer einen kleinen Zettel hin. Steph nahm in ab und las die darauf befindliche Nachricht. Alles was man dann noch sah, war ein Lächeln und er bedankte sich bei Trexus für diese Information.

***

Zurück im südlicheren Teil des Landes lag Harry auf der Seite und beobachtete seine Freundin, wie sie langsam erwachte. Zwar hatten sie nicht lange geschlafen, doch irgendwie war Harrys Freundin etwas eingedöst, nachdem Harry noch ihren Rücken massiert hatte. „Na Schatz, Lernstress weg?", fragte der Gryffindor verschmitzt und strich ihr die Haarsträhnen aus dem Gesicht. Dann küsste er Hermine wieder sanft und kurz darauf waren beide im Bad und unter der Dusche.

„Wir sollten zurück, Harry", sagte Hermine nachdenklich und zog sich schließlich ihren Umhang wieder über. „Sie machen sich bestimmt schon sorgen und dann..." Harry würgte sie ab, indem er meinte, dass sie noch nicht soweit waren. Das Wochenende stand an und egal ob ihn Hermine dafür eines Tages umbrachte, er würde es nicht zulassen, dass sie sofort wieder nach Hogwarts kam, wo sie sich ihre Schulbücher schnappte. Nein Harry hatte noch etwas anderes vor und umfasste daher Hermines Hüfte, zog sie ganz fest an sich und meinte, dass es Zeit für eine kleine Reise sei. Kurz darauf umschloss die beiden auch schon das Phönixfeuer. Zurück blieb nur ein kleiner Zettel, den Trexus schließlich fand, ihn las und schließlich zu seinem Ziel brachte.

***

Musik spielt, klassische Musik klang durch den hohen Raum, verstrahlte eine besondere Stimmung und jemand gab sich dieser voller Hingabe hin. Es war ein junges Mädchen. Blondes Haar wallte durch die Luft und ihre sportliche Figur tanzte im Takt der Musik. Alles andere schien für sie nicht wichtig zu sein. Wie eine Göttin bewegte sie sich, selbst als die Musik schneller und dramatischer wurde, verlor sie nichts an Grazie, sondern es nahm nur die Geschwindigkeit des Tanzes zu. Schließlich drehte sich das junge Mädchen dann ein letztes Mal um seine eigene Achse, ein letzter Paukenschlag erklang und es wurde still und dunkel im Raum. Kein Ton war mehr zu hören, kein Rauschen des Windes, bis jemand begann zu klatschen. Dieser Jemand wurde schließlich noch von anderen Personen unterstützt und die junge Tänzerin verneigte sich. Erst jetzt konnte man die Erschöpfung in ihrem Gesicht erkennen, so als wäre der Tanz ihr vielleicht letzter gewesen.

Zehn Minuten später stand das Mädchen nicht mehr auf der Bühne, sondern in einem Raum, der ihr als Garderobe gedient hatte. Lucillia hatte heute einmal wieder nicht im Theater getanzt, sondern in den Gemäuern des alten Schlosses, welches unweit vom Hofe ihrer Eltern hoch oben auf den Bergen thronte. Langsam ließ sie ihr Kleid vom Körper rutschen, befreite sich von der eng anliegenden Unterwäsche und stieg in das vorbereitete Bad. Lavendelduft stieg ihr in die Nase und sie lächelte. David konnte nicht widerstehen, ihr ihre Lieblingspflanze als Badezusatz in die große Wanne zu legen. Langsam wusch sie sich den Schweiß ab und bereitete sich darauf vor, dass ihr Gastgeber kam ... Konstantine.

Wieder war ein Monat rum und es wurde Zeit, ihre Kur aufzufrischen. Oft hatte sie der alte Vampir im Theater der Hauptstadt besucht. Doch genauso so oft kam sie auch hier her und dann erfreute sie ihren Wohltäter mit ihrem Tanz. `Wohltäter`, dachte Lucillia. Jeder andere wäre schon beim Gedanken daran, was Konstantine ist und was er tat, gestorben. Doch für sie war es die Chance zu leben. Und dass sie ihren Bruder dadurch immer mal sah, ließ ihr Herz höher schlagen.

Allerdings setzte dieses Herz im nächsten Moment fast aus, als plötzlich keine zwei Meter von ihr entfernt eine Feuersäule aus dem Nichts auftauchte und nach ihrem Verschwinden, einen Jungen und ein Mädchen zurückließ. Sofort hallte ihr pansicher spitzer Schrei durch die Hallen des Schlosses und die Tür zum Zimmer wurde fast eingerannt.

„Nein ... verdammte ... das wollte ich nicht", rief Harry alarmiert und versuchte das Mädchen, das nackte Mädchen in der Wanne, zu beruhigen. Wo war er hier nur wieder hineingerutscht? Ganz zu schweigen von Hermine, die sich auch nicht wohl fühlte, zumal sie nicht wusste, wo sie hier war. Und dann noch die beiden finster dreinblickenden Wachen, welche mit ihren Schwertern ins Zimmer kamen und sie nun bedrohten. Hatte Konstantine ihm nicht gesagt, dass dieses Zimmer für Ginnys Gäste da war? Hatte ihm Ginny nicht gesagt, dass er hier am einfachsten hinteleportieren konnte, ohne den Alarm auszulösen? Offenbar ging gerade eine Menge schief.

„Was wollt ihr hier, Mensch?", fragte eine der Wachen und sie stellten sich nun beschützend zwischen Harry und dem Mädchen in der Wanne.

„Nun, wir wollten ... wollten ... ich wollte meiner Freundin die Bibliothek zeigen und auch Konstantin guten Tag sagen." Erwiderte Harry und sah den Vampir mit festem Blick an. Offenbar war die Wache neu im Schloss. Ginny hatte ja erwähnt, dass die Clans jeweils einige ihrer Leute zum Schloss abkommandiert hatten. Glücklicherweise betrat aber David im nächsten Moment den Raum, dicht gefolgt vom Konstantin persönlich. Der alte Vampir schaute kurz verwirrt, lächelte dann aber und schließlich hielt er sich den Bauch vor lachen.

Harry sah dies als gutes Zeichen und entschuldigte sich für sein Eindringen. Der alte Vampir winkte jedoch ab und sagte, „Schon in Ordnung, Harry. War ja mein Fehler, den Raum hier doppelt zu belegen. Aber die Chancen standen nun mal eins zu einer Million, dass einer von euch heute hier her kommt. Ich dachte, ihr seid im Prüfungsstress?" Dann erklärte er Lucillia und den Wachen, dass keine Gefahr bestand und dass dieser Raum in Wirklichkeit für Harry und seine Freunde bereitgestellt war.

Danach bat Konstantin David, er möge Harry und seine liebreizende Begleitung doch in den Salon bringen und er würde nachkommen, wenn er mit seiner kleinen Tänzerin fertig sei. Und wo Harry ahnte, wie dies zu verstehen sei, gingen Hermine plötzlich die Augen über und sie wurde knallrot. Entsetzt sah die Gryffindor, wie der alte Vampir seinen Umhang ablegte und auch noch sein Hemd öffnete. Harry bemerkte den Blick seiner Freundin und führte sie aus dem Zimmer, welches dann wieder von den Wachen verschlossen wurde. Im Gang angekommen reichte Harry David die Hand und fragte leise, ob es denn wieder mal Zeit war. Konstantins Sklave nickte und die nächsten Minuten erklärte Harry Hermine die Zusammenhänge, damit diese keine falschen Vorstellungen bekam.

***

„Sie schläft nun und morgen geht es ihr wieder besser."

Konstantin war im Salon erschienen und beruhigte David mit seinen Worten. Bevor dieser dann aber das Zimmer verlassen konnte, um nach seiner kleinen Schwester zu schauen, hielt ihn der Vampir zurück und küsste den jungen Mann auf den Mund. Hermine verschluckte sich förmlich. David erwiderte diese Zärtlichkeit und dann geschah etwas, dass Harry selbst ein wenig erschreckte und er verwirrt schaute. Konstantin ließ nämlich von Davids Mund ab und seine Zähne gingen zum Hals des jungen Mannes. Dort kratzte er leicht und drückte sogar einen Fangzahn in das weiße Fleisch.

Das ganze dauerte nur wenige Sekunden und dann verschwand David zu seiner Schwester. Harry starrte Konstantin an und der nahm lediglich sein Taschentuch und tupfte sich seinen Mund. „Ich bitte um Verzeihung Harry. Ich hätte dies nicht vor euren Augen tun sollen. Doch David hat seit einigen Wochen dieselben Anzeichen wie Lucillia und ich war gerade noch so konzentriert, darauf, mich nicht dem Blutrausch hinzugeben."

„Oh", entfuhr es Harry und er schaute betrübt hinter David hinterher. Konstantin würgte aber schnell Harrys Bedenken ab und meinte, dass sie schon einen Weg finden würden. Dann bat er seine Gäste, sich zu setzen und wollte wissen, was sie am heutigen Abend hier in die Gemäuer des Rates führte. Harry erklärte dem Vampir, dass er eigentlich nur Hermine von den Prüfungen ablenken wollte, dann aber auch auf die Idee gekommen war, mal einen Blick in die hier im Schloss befindliche altehrwürdige Bibliothek zu werfen. Schließlich habe Konstantins Geschenk einige Fragen aufgeworfen und vielleicht fand man hier einen Hinweis. Im gleichen Moment dankte der Gryffindor auch für den goldenen Reif und Konstantin lächelte.

Allerdings hatte dieses Lächeln plötzlich etwas teuflisches und der alte Vampir machte auch keinen Hehl aus seinem Amüsement, denn er fragte Harry, „So so Harry, von den Prüfungen ablenken? Ich denk jedoch, dieses hast du schon gemacht, bevor ihr beiden zu uns gekommen seid."

Zuerst schaute der Gryffindor schockiert in das Gesicht des Vampirs und die Röte stieg ihm zusehends in sein eigenes. Und auf die unausgesprochene Frage, wie Konstantin darauf käme, antwortete dieser nur, „Nun Harry, du solltest wissen, dass Vampire den mit am besten entwickelten Geruchssinn haben. Und ihre beide riecht noch förmlich nach Lust und Leidenschaft. Seid froh, dass ihr seid, wer ihr seid. Manche Vampir finden nämlich das Blut von Liebespärchen als ausgesprochenes Aphrodisiakum."

Ab dem Moment hätte man das Licht im Raum auch ausmachen können. Die beiden Teenager leuchteten genug um das zu kompensieren. Konstantin wechselte dann aber schnell das Thema und sprach die Bibliothek an. Hier war dann Hermine voller Eifer und sie konnte es gar nicht erwarten, den Raum, nein es war eine riesige Halle, zu betreten. Es musste das Schlaraffenland für seine Liebste sein. Jedenfalls kam es Harry so vor, als Hermine von einem zum anderen Regal lief und spitze Schreie ausstieß. Harry lächelte, ebenso wie Konstantin, der ihnen jedwede Hilfe anbot, was Harry, nun von Hermine verlassen, auch gern annahm.

Stunden waren vergangen und Konstantin hatte sich verabschiedet. An seine Stelle war nun David getreten, da die ersten Sonnenstrahlen über den Bergen zu erkennen waren. Harry hatte mehrere Bücher gewälzt, doch nicht wirklich was gefunden. Hermine hingegen hatte etwas mehr Glück. Sie hatte sich zu dem Platz begeben, wo David ihr erklärt hatte, dass dort Voldemorts Anhänger die meiste Zeit verbracht hatten. So hatte die Gryffindor dann auch ein altes Manuskript gefunden, aus welchem die Todesser einige Seiten einfach herausgerissen hatten. Und gleich neben dem Buch fand Hermine so etwas wie ein Wörterbuch, eines, welches über tausend Jahre alt sein dürfte, wenn nicht noch älter. Dieses enthielt Schriftzeichen und Hinweise aus die altdruidische Sprache.

Natürlich hatte Hermine sich sofort hingesetzt und angefangen zu lesen. Und da die Gryffindor ein sehr gute Gedächtnis, manche würden sagen, ein fotographisches hatte, schrieb sie die Worte, welche sie auf dem Pergament, welches Harry bei seiner Rückkehr mitgebracht hatte, erneut auf und versuchte es zu übersetzten. Sie brauchte anhand des Buches dafür gut zwanzig Minuten, doch als sie fertig war, lächelte die Gryffindor zufrieden und sagte, „Harry ich hab es gefunden. Das, was mich immer gestört hat. Du weißt schon, der Satzbau bei der Übersetzung des Todessers..."

Harry konnte seine Freundin nur anstarren und ein unsicheres „Ähm jaaa", entfuhr seinem Mund. Hermine verdrehte kurz die Augen und sagte voller Stolz. „Es heißt nicht Die Schwestern sind er Schlüssel zu Godrics Jugend, sondern, Godrics Jugend ist der Schlüssel zu den Schwestern. Verstehst du Harry? Dein Vorfahr hat nicht die Unsterblichkeit angestrebt."

Harry nickte und fragte sich nun, was dies schon wieder bedeuten konnte. Godrics Jugend? Als wenn von ihr auch nur ein kleines Stückchen bekannt wäre. Die Geschichte der Gründer beginnt mit Hogwarts und alles was davor lag, ist vergessen und verloren. Dies war Harrys Gedanke im Moment, zusammen mit der Feststellung, dass er sowieso alles wieder vergessen würde, falls ihm eine Vision käme. Leicht frustriert kopierte Harry noch einige Seiten aus dem Buch und man beschloss dann, nach Hogwarts zurück zu kehren. Es war Zeit fürs Frühstück und Harry hatte Steph geschrieben, dass sie zu selbigem wieder da sein würden. Somit verabschiedeten sich die beiden Gryffindors von David und auch von seiner erwachten Schwester und reisten zurück nach England, wo man sie schon erwartete.

8