Kapitel 23

„Herein!" rief John nach dem Aufklingen des Türmelders.

Als B'Elanna und ihr Mann Tom, sowie Seven das Quartier von John und Cameron betraten erblickten sie eine fast surreale Szene.

Die Connors, einer zumindest teilweise ein Mensch, die Andere ein vollständiger Roboter, saßen an dem kleinen Tisch, ein Schachbrett zwischen sich und sahen ihren Besuchern entgegen. John erhob sich.

„Hallo, Camerons Freunde", sagte er mit Humor in der Stimme.

„Hey John", sagte Tom Paris mit einem Lächeln. „Wir sind auch Deine Freunde", ergänzte er und lies seine Hand auf Johns Schulter fallen.

„Was können wir für Euch tun?" Fragte Cameron.

Die Geräusche, die ihre Servos und die Hydraulik verursachten waren gewöhnungsbedürftig aber die Anwesenden nahmen das schon gar nicht mehr wahr.

„Die Frage ist, was können wir für EUCH tun", entgegnete B'Elanna betont.

Ihren mechanischen Körper Lügen strafend sprang Cameron behende auf. „Habt ihr eine Lösung? Könnt ihr mein Äußeres wiederherstellen?

„Der Doktor arbeitet noch daran, hat aber noch keine Lösung", entgegnete Tom, „aber wir haben einen anderen Vorschlag".

John sah auf Cameron, die sich wieder hinsetzte und dann aus dem Fenster starrte.

„Schießt los", sagte John, dessen Blick lange auf Cameron gelegen hatte. Ohne ihr Äußeres war es schwer sie zu deuten.

„Das Holodeck", sagte Tom rundheraus.

„Wie soll das helfen?" Fragte John interessiert.

„Auf dem Holodeck können wir Cameron simulieren", erklärte B'Elanna.

„Das wäre nicht echt. Mein Äußeres zu simulieren hätte keinen Emotionalen Einfluss auf mich", sagte Cameron ohne Jemanden anzusehen.

John zögerte nicht. „Sie hat Recht. Das würde mir zwar Körperkontakt mit ihr ermöglichen. Da dass aber bei ihr...".

„Wir stelle eine Datenverbindung her und simulieren sie komplett", unterbrach Seven.

Camerons Kopf ruckte herum. „Datenverbindung?"

Seven trat vor. „Die Schnittstelle an deinem Hinterkopf ermöglicht es auch emotionale Daten zu übertragen, wenn wir sie etwas modifizieren". Sie reichte Cameron ein Pad mit den Spezifikationen.

Cameron sah zwei Minuten auf das Pad, während die anderen warteten. Dann sah sie John an und nickte.

„Dann los", sagte John.

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Als Captain Janeway zwei Tage später das Holodeck betrat blieb sie geschockt aber auch ehrfürchtig stehen.

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„Captain!" Rief der Holografische Doktor als Begrüßung.

„Doktor, was ist hier los?" Entgegnete Janeway.

Aufgeregt deutete der Doktor nach vorne. „Ist das nicht toll. Das haben Tom Paris und B'Elanna kreiert".

Janeway nickte. Ehfürchtig sah sie auf den gigantischen Ballsaal. Frauen und Männer in prachtvollen Kleidern tanzten in Harmonie.

Dann sah sie Etwas. Sie musste genau hinsehen um die junge Frau zu erkennen, die mit ihrem Männlichen Partner quasi über die Tanzfläche schwebte. Ihr Lächeln war bezaubernd. Das Ballkleid umschmeichelte Camerons Körper.

Während ihre Schönheit nahezu perfekt war sah man John Connor noch immer an, dass er einmal ein Borg war. Zwar hatte der Doktor wie bei Seven of Nine das fehlende Auge durch eine perfekte Prothese ersetzt, jedoch waren wie bei Seven nicht alle Äußeren Implantate vom Kopf entfernt worden.

„Hallo Captain!" Rief Cameron erregt, nachdem sie den Captain entdeckt hatte und sie auf Janeway zu getanzt waren. Man sah ihr den Spaß an, den sie hatte. Ein feiner Schweißfilm lag auf ihrem Dekolleté.

„Wie ist das möglich? Ich dachte der Doktor hätte noch keine Möglichkeit gefunden ihr Äußeres wieder herzustellen...", fragte Janeway verwundert.

Jetzt lächelte Cameron schelmisch. „Hat er auch nicht. Computer, das Programm speichern und beenden!" Rief sie.

Janeway hatte noch die Stirn gerunzelt, als alles bis auf John verschwand und durch den Anblick des Hologitters ersetzt wurde.

Sie fuhr aber auf dem Absatz herum, als hinter ihr die Charakteristischen Bewegungsgeräusche Camerons aufklangen.

Janeway sah, wie Cameron ein Kabel an ihrem Hinterkopf löste, dass zu einem offenen Schaltkasten in der Ecke führte.

Dann kam der Terminator auf Janeway zu.

„Eine Simulation?" Fragte Kathryn verwundert.

„Mehr als das", entgegnete Cameron. Mittlerweile bewegte sie ihren Mund beim Sprechen nicht mehr, weil ihr Neelix und Naomi Wildman versichert hatten, dass es ein wenig furchteinflößend war, wenn sich ihre blanken Zähne bewegten.

„In wie fern", fragte der Captain neugierig.

„Über die Datenleitung erhalte ich taktile Daten des simulierten Körpers. Es fühlt sich annähernd echt an. Nur im oberen Bereich reicht die Leistung der Schnittstelle nicht mehr aus. Die Orgasmusschwelle wird nicht erreicht", sagte sie mit Bedauern in der Stimme.

Ein lautes und vernehmliches Räuspern erklang hinter Janeway. Was sie sah lies sie lächeln. Ein schamesroter John Connor kratzte sich im Nacken.

„Ähm Cam...", sagte er zurückhaltend. „Too much information", fügte er hinzu, als er sich sicher war, dass sie ihm zuhörte.

„Danke für die Erklärung", entgegnete Cameron und es war Janeway fast so, als könnte sie ein Grinsen in der Stimme hören.

Zumindest schien zwischen den Connors wieder Alles im Lot zu sein. Kathryn Janeway sah den Beiden hinterher, als diese schließlich Hand in Hand das Holodeck verließen. Cameron versetzte John spielerisch einen Stoß, den sie aber dadurch abfing, dass sie seine Hand festhielt.

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In den nächsten Tagen Integrierten sich die Connors immer mehr in den Schiffsbetrieb.

Cameron war ein Gewinn für den Sicherheitsdienst. Ihre Trefferquote im Trainingsschießen mit jeder Waffe war 100%.

Sie erwies sich aber auch in anderen Bereichen als nützlich und gern gesehen, da sie schneller lernte als jedes andere Besatzungsmitglied.

John Connor hingegen war ein exzellenter Taktiker, insbesondere was die Borg betraf. Er hatte auch Vorschläge zu gewissen Modifikationen.

Außerdem war er ein guter Unterhalter, da er viele interessante Geschichten aus der tiefsten Vergangenheit erzählen konnte.

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Es war etwa eine Woche später, als der rote Alarm durch das Schiff gellte.

„Janeway an Seven! Kommen sie auf die Brücke".

Verstanden!" War die Entgegnung.

„Und bringen sie die Connors mit!" Rief Janeway mit vorgestrecktem Kinn, bevor sie sich wieder den Vorgängen auf der Brücke widmete.

Darauf antwortete Seven nicht mehr aber der Captain wusste, dass sie sie gehört hatte.

Seven hatte nur eine Augenbraue gehoben, schlug aber den Weg in Richtung Krankenstation ein.

Captain Kathryn Janeway sah nur kurz über ihre Schulter als sich einige Minuten später die Turbolift-Türe öffnete und die Gerufenen heraustraten.

Während Seven und John an die Konsole auf der Reling oberhalb des Kommandantensitzes traten ging Cameron hinunter und trat neben den Captain.

„Dieses Schiff ist wesentlich kleiner als ein Kubus", sagte Cameron.

Janeway warf einen Blick nach links auf Cameron und sah ihr in die braunen Augen. „Wahrscheinlich ein Kundschafter", sagte sie zögerlich, während sie Cameron betrachtete. „Ist das beabsichtigt oder ist der mobile Emitter defekt? Sie sehen älter aus". Nun wandte sich Kathryn Janeway voll Cameron zu, die sie anlächelte. „Fältchen um die Augen?"

„Das ist so beabsichtigt", sagte eine bekannte Stimme hinter ihr und Janeway fuhr erschrocken herum.


Kapitel 24

Janeway starrte schockiert auf den Doktor, der sie den Mobilen Emitter am Arm lächelnd ansah. „Was...?" Brachte sie hervor, bevor sie erneut herumwirbelte und Cameron Connor ansah, die ein volles Grinsen im Gesicht hatte.

„Wir haben den Doktor gebeten die DNA so zu verändern, dass ich bis zu einem gewissen Punkt mit John mit altere", sagte Cameron erklärend.

Janeway sah über ihre Schulter. „Doktor, sie haben mir nicht berichtet, dass sie erfolgreich waren", sagte der Captain vorwurfsvoll.

„Das sollte eine Überraschung sein", sagte Cameron und sah in die erstaunten Gesichter ihrer Freunde und der restlichen Brückencrew.

„Das ist gelungen", sagte Janeway und lächelte dann. „Ich freu mich für Sie". Und zur Überraschung Aller zog sie Cameron in eine Umarmung.

„Captain?" Sagte in diesem Moment Commander Chakotay ermahnend und wies mit dem Kopf auf den Panoramaschirm als sie ihn anblickte.

„Die Modifikationen des Biodämpfungsfeldes, die John Connor vorgeschlagen hat waren erfolgreich", erklärte Janeway laut. „Wir konnten uns bis auf Waffenreichweite nähern ohne dass sie uns zur Kenntnis genommen haben".

„Der Borg Königin werden wir uns auf diese Weise nicht nähern können", sagte Seven ermahnend.

„Das ist mir bewusst", entgegnete Janeway. „Zumindest aber werden wir an den anderen Borg vorbeikommen".

„Da meine Idee so schön funktioniert habe ich eine Forderung", sagte in diesem Moment John Connor.

Janeway drehte sich herum und sah ihn mit leichtem Misstrauen an. „Eine Forderung?"

Alle Blicke waren Misstrauisch auf John Connor gerichtet. Tuvoks Hand lag auf seinem Phaser. Johns Blick wechselte nun von Janeway zur lächelnden Cameron.

„Beim nächsten Zusammentreffen mit der Borg Königin will ich ihren Kopf", sagte er ernsthaft.

Cameron begann zu grinsen.

Janeway blickte kurz zur Grinsenden Cameron, dann wieder zu John Connor. „Wozu"?

Johns Mund verzog sich nun ebenfalls zu einem breiten Grinsen.

„Als Trophäe".

(ENDE)