Kapitel 108

„Na Harry, der Hormonhaushalt wieder ausgeglichen?"

Mit diesen Worten begrüßte Ron seinen besten Freund und verzog dann plötzlich das Gesicht. Er schnüffelte in der Luft und schaute dann zwischen seinem Kumpel und dessen Freundin hin und her. „Rumänien" stellte Ron schließlich fest und Harry wurde klar, dass der Werwolf die Vampire gerochen hatte. So konnte der Gryffindor nur noch nicken und ihm einen schönen Gruß bestellen. Ginnys Bruder nahm diesen an und meinte danach, dass es Zeit fürs Frühstück sei.

In der großen Halle bemerkte auch Ginny den Geruch an Harry und sie fragte mit einem verschwörerischen Lächeln danach, wie Harry es geschafft hatte, seine Freundin wieder hierher zu bekommen. Hermine funkelte die Rothaarige an und wollte erwidern, dass man sie nicht immer als Lernteufel sehen sollte. Harry schritt aber für seine Freundin ein und sagte Ginny, dass, wenn sie jetzt nicht gingen, sie die Prüfung verpassen würden. Als Dank für diesen Satz bekam er den Ellenbogen in die Seite gerammt und dass Hermine sich beleidigt wegdrehte.

Bevor Harry sich aber wieder bei seiner Freundin einschmeicheln konnte, passierte etwas, von dem einige im Raum gehoffte hatten, dass sie dieses in ihrer Schulzeit noch umgehen konnten und es hing sehr eng mit Ginny und ihrem kleinen Geheimnis zusammen. Die Post war nämlich eingetroffen und wurde mehreren Schülern zugestellt. Unter ihnen war auch Victorius, der kleine Vampir aus Huffelpuff. Und eben dieser verhielt sich, nachdem er seinen Brief gelesen hatte mehr als nur merkwürdig. Seine Hände krampften zusammen und sein Gesicht zierte eine Mischung aus Wut und Traurigkeit. Es war so, als hätte er die schlimmste Nachricht bekommen, die man erhalten konnte und da half es auch nichtwirklich, dass einer seiner Mitschüler ihn nun auch noch versuchte zu provozieren.

Victorius war, wie Harry schon länger festgestellt hatte, der eher ruhigere Typ, wenn es um das Zusammenleben in seinem Hause ging. Sein Gegenpart, ein gewisser Connor, erinnerte allerdings eher an den alten Draco Malfoy. Und wenn man Victorius mal als Harry sah und Connor als Draco, dann wusste man, was heraus kam, wenn die beiden aufeinander trafen. Bisher war dies niemals ein Thema in Hogwarts geworden. Huffelpuff sorgte halt nicht für Skandale. Heute schien der Bogen aber überspannt und plötzlich und nach einer erneuten verbalen Attacke auf den jungen Vampir, tickte dieser aus.

Wütend sprang Victorius von seinem Stuhl auf den Tisch, überwand die gut sechs Meter mit einem einzigen Sprung und packte Conner am Hals. Er riss ihn ohne Mühe hoch und fauchte ihn an. Man konnte die Worte nicht verstehen, doch allein, dass seinem Gegner die pure Angst im Gesicht stand, ließ von weitem erahnen, dass der Vampir nicht spielte. Dann flog Conner durch den Raum und landete auf seinem Hintern. Victorius sprang wieder mit unmenschlicher Kraft durch den Raum und hockte dann auf seinem Opfer, welches nun mit Fäusten traktiert wurde. Idirana schaltete als erste und wollte Victorius beruhigen, doch sie kam nicht zu ihm durch. Auch die Direktorin und sogar Steph hatten keine Chance und langsam nahm das Gesicht von Connor ein nicht mehr ganz so schönes, vielmehr blaues und rotes Aussehen an.

Das war dann der Moment wo Ginny einschritt. Sie sprang von ihrem Platz auf und rannte zu den beiden Kämpfenden. Dort angekommen fauchte sie plötzlich laut und sagte mit ungewöhnlich lauter, befehlender Stimme, „Victorius Ignatius Sarakow hört damit auf. Das ist deiner nicht würdig." Sofort erstarrte der kleine Huffelpuff und starrte Ginny entsetzt an. Dann erhob er sich, ließ von Connor ab und warf sich vor Ginny. „Verzeiht Herrin", flehte er und nun rannen Tränen sein Gesicht hinab.

Allerdings hallte nur ein verwundertes „Herrin", durch den Raum und alle Blicke lagen plötzlich auf Ginny, die dies mehr als nur unangenehm fand. „Steh auf", bat sie Victorius erst einmal und wollte wissen, warum er Connor angegriffen habe und warum sie dadurch gezwungen war, ihr Geheimnis zu verraten. Beim letzten Satz bemerkte Harry, wie der Kleine zusammenzuckte und nun mit dem Schlimmsten rechnete. Eine Antwort konnte Victorius ihr aber nicht geben, denn Connor hatte sich aufgerappelt und schrie durch den Raum, „Warum er das getan hat? Weil er irre ist. Habt ihr nicht sein Gesicht gesehen? Seine Augen und seine ... oh Merlin ... seines Zähne? Er ist ein Monster."

„Still", rief Professor McGonagall plötzlich und man konnte eine gewisse Wut in ihrer Stimme erkennen. „Sagen sie mir lieber, was sie getan haben, damit es zu diesem Vorfall kam." Augenblicklich verstummte der Huffelpuff und nun lagen alle Blicke auf ihm. Die Direktorin nutzte die Stille und forderte Poppy auf, Connor aus der Halle zu geleiten und sich um die Verletzungen zu kümmern. Sie würde nachkommen, wenn dies hier geklärt war.

Ginny stand in der Zwischenzeit da und überlegte, was sie tun konnte. War es an der Zeit sich zu offenbaren? Damion trat von hinten am seine Freundin heran und flüsterte ihr beruhigende Worte ins Ohr. Harry verfolgte das Geschehen und bemerkte, wie Idirana, die andere junge Vampirin etwas vom Boden aufhob und las. Es war scheinbar der Brief, welchen Victorius erhalten hatte und auch ihr Gesicht veränderte sich nicht zum Guten. Langsam bewegte sich Harry auf das Mädchen zu um näheres zu erfahren.

In der Zwischenzeit hatte Ginny einen Entschluss gefasst und drehte sich zur Direktorin um. „Professor, ich denke ab hier werde ich mich um die meinesgleichen kümmern und die Verantwortung übernehmen." Damit drehte sie sich um, nickte Damion zu und ein Keuchen ging durch die Halle, als sich beide Gryffindors veränderten. Damions Züge würden härter und seine Haut etwas heller. Und bei Ginny veränderten sich ihre Haare leicht. Dunkle Strähnen durchzogen nun ihr rotes Haar. Etwas, das nicht unbedingt schlecht aussah. Allerdings umgab die Zwei jetzt eine etwas dunkle Aura. Diese hatten sie bisher immer verschleiert.

Die ganze Halle, selbst diejenigen die Ginny kannten, blickten erstaunt, während Rons Schwester allen in kurzen Zügen erklärte, wer sie war. Am Ende ihrer Rede sagte die Gryffindor dann aber das, was Harry wohl als bestes an der ganzen Sache sah. Ginny blickte in Richtung Slytherintisch und warnte, dass niemand versuchen sollte sie oder einen ihrer Freunde zu schaden. Vampire, egal welchen Clans würden dies sehr persönlich nehmen. Sie erinnerte dabei auch an den Artikel über den Angriff auf den Fuchsbau. Der Rat der Vampire sei in diesem Krieg neutral. Jedenfalls so neutral wie es ging. Doch sollten die Todesser und Voldemort versuchen ihr und ihren Freunden zu schaden, würden sie Stellung beziehen.

Viele in der Großen Halle ließen diese Worte sich erst einmal setzten. Dann aber fing plötzlich der erste an zu klatschen und lächelte Ginny an. Scheinbar hatte der Ravenclaw verstanden, dass sie nicht allein im Kampf gegen den dunklen Lord waren. Ihm folgten andere und schließlich wurde Ginny leicht rot. Damion nahm ihre Hand und drückte sie. Dann aber wandten sich beide an Victorius, der ja nun auch als das geouted war, was seine Herkunft betraf und Ginny fragte den kleinen, was sie nur mit ihm machen sollte.

Zu ihrer Überraschung fing Victorius plötzlich an zu weinen und dies verwirrte die Fürstin etwas. Abhilfe brachte Harry, der mit Idirana im Schlepptau, zu ihnen herüber kam und seiner Freundin den Brief reichte. Ginny las ihn durch und ihr Gesicht verdunkelte sich. Idirana sprach sie daraufhin einfach an und erzählte, dass sie gehört habe, dass Connor sich vor dem Kampf wieder über Victorius Vater lustig gemacht hat. Er soll gefragt haben, ob Daddy vielleicht ins Gras gebissen hat, weil der Briefumschlag einen schwarzen Rand gehabt hatte. Conner konnte ja nicht wissen, dass das Briefpapier bei Vampiren immer so verziert war.

Ein Funkeln in Ginnys Augen sagte Harry, dass der Huffelpuff dafür noch von der Fürstin der Vampire einen Besucht abgestattet bekam. Dann drehte sich Rons Schwester um und meinte, dass sie das nächste in etwas privaterer Umgebung besprechen sollten. Die Direktorin deutete daraufhin zum Lehrertisch, wo die meisten Professoren eh gerade dabei waren, sich zu erheben. Sei es um für Ruhe zu sorgen oder aber ihrem Tagwerk nachzugehen. Ginny sah Professor McGonagall dankbar an und bedeutete Victorius, Damion und Harry, ihr zu folgen. Am Lehrertisch angekommen, sorgte Harry dann dafür, dass ihnen niemand zuhören konnte und sah erwartungsvoll in Richtung der beiden Vampire.

„Nun Victorius, ich verstehe, warum dich deine Wut übermannt hat, doch denke ich, dass es nicht richtig war, sich so gehen zu lassen. Poppy wird dir bestimmt noch den Hintern versohlen, so wie du Connors Nase zugerichtet hast" Der kleine Huffelpuff sackte merklich zusammen und schaute schuldig in Richtung Ginny. „Andererseits ist der Verlust eines geliebten Menschen immer schwer und ich verspreche dir, du kannst jederzeit zu mir kommen, wenn du Hilfe brauchst ..."

„Sie verstehen es vielleicht nicht, Herrin, aber es ist viel komplizierter..." Unterbrach Idirana plötzlich Ginnys Rede und verbeugte sich rasch untertänigst. Auch der zweite Juniorvampir war zu ihnen gestoßen, zusammen mit Hermine, Steph und der Direktorin, die ja auch wissen wollte, was in ihrem Schloss vor sich ging.

„Und warum verstehe ich nicht, Idirana?" Fragte Ginny mehr aus Überraschung als aus Ärger darüber, dass sie unterbrochen wurde.

„Es geht um sein Erbe, Herrin. Victorius ist der einzige Sohn der Familie und da er durch den Tod seines Vaters nicht mehr zum Vampir werden kann, verliert seine Familie alles."

Ginny schaute überrascht zwischen den beiden Jüngeren hin und her und verstand nicht ganz, wie dies gemeint war. Sie fragte daher, „ Ja aber gibt es denn keinen erwachsenen Vampir in seiner Familie? Einen Onkel oder so, der die Stelle einnehmen könnte?"

Ein lautes Schnauben war zu hören und es kam nicht einmal von Victorius, sondern von Idirana. Sie spie die nächsten Worte regelrecht. „Natürlich gibt es den. Doch der wird sich hüten, dies zu tun. Er bekommt doch alles, das Schloss, die Ländereien und das Gold wenn Victorius Vater beerdigt worden ist. Der schleimige Sack lechzt doch sein Jahren nah dem Vermögen der Sarakows. Würde mich nicht wundern, wenn er am Tode von Vladek beteiligt war. Kein so alter und mächtiger Vampir würde sich so einfach von einem Muggel umbringen lassen"

Hier taten sich eindeutig Abgründe auf und Harry schüttelte sich etwas. Ränke schmieden gab es also nicht nur unter Menschen. Verschwörungen wo man nur hinsah. Sein Blick ging zu Victorius und der junge Vampir schien sich regelrecht zu verkrampfen. Er schien wirklich mit sich zu kämpfen um wenigstens ein kleines bisschen Haltung zu wahren. Harry fragte sich wirklich, was nun geschehen würde. Einmal mehr war er in eine Sache, eine fremde Kultur, hineingeschlittert und es betraf Personen, die ihm nahe standen. Dann allerdings fing sein Blick etwas auf, was den Gryffindor berührte. Scheinbar war der kleine Victorius doch nicht so allein, wie er sich im Moment fühlte, denn Idirana hatte seine Hand ergriffen und drückte sie zärtlich. Auf einmal machte es auch Sinn, dass sich das Mädchen so für den Jungen einsetzte.

Kurz darauf bemerkte sie allerdings, dass Harry die Geste gesehen hatte und wurde leicht rot. Sie schaute verlegen zu Boden und erst wieder auf, als ein greller Schrei über ihren Köpfen erklang. Er rührte von einem schwarzen Falken her und dieser hatte einen Brief im Schnabel, den er an Ginny überbrachte. Rons Schwester nahm die Post entgegen, während Victorius sich erneut verkrampfte. Harry schaute zwischen den beiden hin und her.

„Oh da hat es aber einer eilig", sagte Ginny mit angesäuertem Ton und reichte das Pergament an Damion weiter. Dieser las es und fragte ungläubig, „Das ist nicht sein ernst, oder?"

„Wer? Was?", fragte Harry neugierig, als Ginny nickte. Die Fürstin der Vampire schaute ihren früheren Freund an und erklärte, dass Victorius Onkel offiziell bei ihr darum gebeten hat, sein Erbe zu legitimieren. Und Ginny musste dies laut Gesetz auch innerhalb von zwei Nächten tun, wenn kein triftiger Grund vorlag. Harry starrte völlig verständnislos und konnte nur mit dem Kopf schütteln. Victorius andererseits liefen die Tränen übers Gesicht und er drückte es schließlich an Indiranas Brust. Das Vampirmädchen streichelte ihrem kleinen „Freund" sanft über den Rücken und versuchte ihn zu beruhigen.

Ginny stand nun da und durchforstete ihren Geist auf der Suche nach einer Lösung. Glücklicherweise hatten ihr die Ratsmitglieder einen Großteil der Gesetze mit auf den Weg gegeben und so schien sie etwas zu bewegen, in dessen Zuge sie Idirana kurz zur Seite bat. Was die beiden besprachen, das konnte keiner hören. Allerdings kam kurz darauf wieder Bewegung in die zwei Hexen und sie baten Harry dazu. Alle anderen am Tisch schauten nur abwartend in Richtung des beratenen Dreiers. Als dann Harry plötzlich auch noch in Flammen aufging und sie verschwanden, nun da war Verwunderung komplett. Jeder schaute zur Direktorin, doch die alte Hexe hatte auch keine Ahnung.

Es dauerte auch gute zwanzig Minuten bis Harry und seine beiden Begleiterinnen wieder auftauchten. Natürlich wurden sie sofort bestürmt und man wollte wissen, wo sie waren. Ginny bat aber um Ruhe und nahm nun Victorius bei Seite. Sie unterhielten sich eine ganze Weile und Harry beobachtete, dass der Gesichtsausdruck des Jungen zuerst zu Unglaube, dann zu Zweifel und schließlich zu Hoffnung wandelte. Schließlich nickte er und dies löste bei Idirana ein Lächeln aus.

Zwar hatte noch niemand gesagt, was nun passieren sollte, doch Ginny bat die Direktorin nach ein paar Worten, Poppy zu ihr zu schicken. Dann deutete sie auf den Raum hinter dem Lehrertisch, wo Harry damals hinein musste, als der Feuerkelch seinen Namen ausgeworfen hatte und dass Idirana und Victorius dort auf sie warten sollten. Blieben also letztendlich nur noch Damion, sein Dad, Hermine und Harry in der großen Halle zurück, die sich mittlerweile geleert hatte.

Sofort erhob Steph das Wort und fragte, was hier vor sich ging. Es war Harry der schließlich antwortete und seine Worte brachten die Augen seiner Freunde fast zum übergehen. „Nun Steph, ich denke Ginny sorgt dafür, dass unser kleiner Victorius sein Erbe bekommt."

„Ja aber sein Dad ist doch tot", sagte Hermine feststellend und ihr Liebster erwidert, „Ja das stimmt. Und da sein Onkel sich hüten wird, ihn zum Vampir zu machen, übernimmt dies nun jemand anderes."

„Ginny? Oh mein Gott", rief Hermine als sie die Erkenntnis traf. „Ja aber ..."

„Beruhige dich Schatz", sagte Harry und legte seinen Arm um ihre Schulter. „Sie weiß was zu tun ist. Und keine Angst, sie wird es nicht wie bei Damion tun. Das wäre nun wirklich zu viel. Allerdings mussten wir vorher noch etwas klären und zwar mit Victorius Mutter und dem Rest der Familie."

„Dort wart ihr also", sagte Steph und Harry nickte. „Ja Steph, dort waren wir. Ginny hat Victorius Mutter angeboten, ihren Sohn unter ihre Fittiche zu nehmen. So ähnlich wie es bei uns die Patentanten und -onkel gibt. Allerdings musste seine Familie sich damit abfinden oder besser es akzeptieren, dass ihr Spross nicht ganz so sein wird, wie sein Vater. Victorius wird ohne Zweifel ein Vampir und ein mächtiger dazu. Allerdings wird er die Eigenschaften von Ginny bekommen. Sprich, er kann auch nach der Umwandlung noch am Unterricht teilnehmen, da er sich nicht auf die Nacht beschränken muss."

„Ja aber Harry, Konstantin hat auch von Ginnys Blut getrunken und ist ein normaler Vampir geblieben." Wollte Hermine ihrem Freund widersprechen, doch der Gryffindor setzte dagegen, dass Konstantin schon ein richtiger Vampir war, in Victorius der Virus aber erst geweckt und gestärkt werden würde.

Hermine schaute ihren Freund erstaunt an und der Gryffindor konnte sehen, dass ihr noch eine Frage auf der Seele brannte und diese beschäftigte sich mit Idirana. Konnte es sein, dass Ginny sich auch um sie kümmerte? Harry nahm seiner Liebsten jedoch schnell die Ungewissheit. Er küsste sie kurz und sagte, „Nein, das wird sie nicht, noch nicht. Für sie besteht noch keine Notwendigkeit. Außerdem will Ginny ihr nicht die Wahl nehmen, ihre Zukunft zu bestimmen. Sollte sie sich aber irgendwann einmal für Victorius entscheiden, dann wird Ginny ihr helfen, dass sie keine Grenzen zwischen sich haben..."

„Für ihn entscheiden?", fragte Hermine, dann begann sie aber zu lächeln und fragte, „Du hast es also auch bemerkt, Harry?" Ihr Freund nickte und küsste sie erneut sanft auf dem Mund. Kurz darauf betrat Poppy die Große Halle und sie schritt auch rasch in Richtung Warteraum. Allerdings stockte ihre Bewegung mitten im Türrahmen und es sah fast so aus, als würde die alte Hexe nach hinten umkippen. Sofort war Harry zur Stelle und stützte seine Lieblingsheilerin. „Na na Poppy, nicht schwach werden. Ist doch nur ein wenig Blut."

Als der Gryffindor dann aber über die Schulter der alten Heilerin blickt und sah, was im Raum abging war er versucht, seine Worte zurückzunehmen. Harry hatte gedacht, dass Ginny den Huffelpuff einfach nur kurz beißen würde und dann seine Verwandlung begann. Doch an dem war es nicht. Zuerst hatte sich die Fürstin der Nacht mit den Beiden unterhalten und Victorius erklärt, was auf ihn zukam und es waren kurze Zweifel und Furcht in seinen Augen zu erkennen. Ginny sprach von Schmerzen und anderen Dinge, die mit der Verwandlung einhergingen. Sie erklärte ihm, wie seine Familie auf die Nachricht reagiert hatte und dass seine Mutter ihn immer lieben würde.

Dann schließlich kam auch noch Idirana ins Spiel und während Victorius sich verhielt wie wohl die meisten Jungen und dem Mädchen unsicher gegenüberstand, übernahm die Ravenclaw plötzlich die aktive Rolle und zerstörte die letzten Zweifel in seinem Kopf. Idirana umarmte Victorius, sah ihm in die Augen und nach einem kurzen aber bestimmten „Ich liebe dich", küsste sie ihn einfach auf den Mund. Zuerst war der Huffelpuff geschockte, doch dann erwiderte er den Kuss zaghaft. Schließlich standen die beiden eng umschlungen da und wollten sich scheinbar gar nicht wieder trennen. Idirana hielt ihn und zeigte ihm, dass sie ihn wirklich mochte. Dann trat Ginny von hinten an Victorius heran und nutzte die Ablenkung. Idirana half ihr sogar dabei indem sie sachte ihren Kopf neigte und da ihr Gegenüber den Kuss nicht beenden wollte, folgte er ihrer Bewegung und entblößte somit seinen Hals.

Das Nächste was Harry sah war, wie Victorius die Augen aufriss und erkannte, was hinter ihm geschah. Harry starrte direkt auf Ginny Fangzähne und wie sie ohne Mühe durch die blasse Haut des Huffelpuffs glitten. Dann floss das erste Blut und Ginny umfasste ihr Opfer, damit er sich nicht von ihr entfernen konnte. Eine Minute später ließ die Fürstin von Victorius ab und der Junge sank auf die Knie. Gestützt von Idirana legte er sich vorsichtig hin und starrte unfokussiert in die Luft. Das Mädchen wich keine Sekunde von seiner Seite, nicht einmal als er begann sich zu verkrampfen. ‚Der Schmerz muss extrem sein', überlegte Harry als er hörte wie Victorius schrie, er würde verbrennen. Ab da konnte Poppy übernehmen und sie machte dies auch. Allerdings gab ihr Ginny genaue Anweisungen, was sie tun durfte und was nicht. Die Verwandlung sollte schließlich ohne Probleme vollzogen werden.

Danach kam Ginny zu Harry herüber und meinte, dass man jetzt warten musste. Idirana blieb bei ihren Freund und Harry versiegelte nach sich die Tür. Von da an blieb der Gruppe in der Halle nur noch zu warten. Damion meinte, er würde schon mal anfangen einen Brief an Victorius Onkel zu verfassen und Hermine bot an, ihm zu helfen. Allerdings schien keiner von ihnen zu bemerken, dass sich noch jemand in der Halle befand und alles mitbekommen hatte.

***

Dies ganze war nun drei Tage her und jeder schien sich mit der Tatsache, dass es nun auch Vampire in Hogwarts gab abgefunden zu haben. Manche nutzten es sogar, um von Ginny einige Informationen zu schulischen Themen zu bekommen. Der Blick auf die Kreaturen der Nacht war ja jetzt immer vom jeweiligen Lehrer für Verteidigung abhängig gewesen. Victorius hatte die Verwandlung auch sehr gut verkraftet und konnte sogar schon die erste Nahrung zu sich nehmen. Und nein, es war kein Schüler von Hogwarts, sondern wie bei Ron etwas Fleisch, welches nicht bis zum Leder hin durchgebraten war.

Allerdings brachte der Mittwoch dann Dinge ins Laufen, die sich Harry bisher nicht mal vorgestellt hatte. Wie schon gesagt, konnte der heimlich Beobachter von Victorius Verwandlung unbemerkt entkommen und so kam schließlich der Hammer mit dem Tagespropheten. Harry erkannte schon anhand der Aufmachung der Zeitung, dass es etwas Wichtiges war und man konnte über einem breit falsch lächelndem Gesicht lesen...

Neuer Minister gewählt – Pius Thicknesse will aufräumen, besonders in Hogwarts

So die ersten Worte unseres neuen Ministers für Zauberei, der am heutigen Morgen um elf Uhr in der Winkelgasse vereidigt werden soll. Pius Thicknesse tritt damit die Nachfolge von Rufus Scrimgeour an, welcher vor wenigen Tagen als Todesser entlarvt wurde und den Tod einem Gericht vorzog. Nun, dies sind harte Worte und wir werden sehen, ob diesen auch Taten folgen. Eines ist jedoch gewiss. Ein anderer Wind weht demnächst im Ministerium und die Direktorin von Hogwarts, einem jeden bekannt als seine frühere Professorin für Verwandlungen, Minerva McGonagall, hat von Minister Thicknesse nicht die Milde und Hinnahme wie bei Rufus Scrimgeour zu erwarten. Thicknesse sieht es als erwiesen an, dass Hogwarts kein sicherer Ort mehr ist, wenn man die letzten Vorkommnisse berücksichtig. Waren es unter Dumbledore Werwölfe oder Halbriesen, die durch die altehrwürdigen Hallen wandelten, so hat McGonagall den Vogel abgeschossen. Denn wie wir erfahren haben, lässt die Direktorin jetzt sogar Vampire ins Schloss. Und jeder kann sich selbst ausrechnen, wann in Hogwarts ein Unglück geschieht.

Harry warf die Zeitung wütend auf den Tisch und alle starrten ihn überrascht an. „Das kann doch nicht wahr sein? Ein Minister? So schnell?" Ron zweifelte an der Richtigkeit der Meldung, hatte er doch selber von seinem Vater erfahren, dass es im Normalfall mindestens vier Wochen dauert, bis die Wahl vollzogen ist.

Auch andere Schüler in der Halle hatten offenbar diese Information und stimmten dem Rothaarigen zu. Andere fragten ihren Banknachbarn, ob er etwas über diesen Pius Thicknesse wusste und Harry konnte vom Ravenclawtisch her hören, wie eine Schülerin meinte, dass er früher der Leiter der magischen Strafverfolgung war, ähnlich wie bei Scrimgeour. Dann aber verstummten alle Gespräche in der Großen Halle, denn etwas geschah, was es nicht so oft gab, Dumbledore meldete sich in seinem großen Portrait zu Wort und er wandte sich an die Direktorin. Er wollte sie sprechen und Harry und seine Freunde sollten ebenfalls ins Büro kommen.

Professor McGonagall, anfangs überrascht, stand auf und nickte den betreffenden Schülern zu. Natürlich lagen nun alle Blicke auf Harry, doch der hatte keine Ahnung, was nun wohl auf ihn zukam. Doch er erwiderte den Blick der Direktorin und folgte ihr aus der Halle. Unterwegs fragte er die alte Hexe auch, was sie dachte, doch Professor McGonagall sagte nur leise, „Jetzt nicht, Harry. Wir reden im Büro, wo wir ungestört sind." Damit war die Debatte beendet und die kleine Gruppe setzte den Weg fort.

***

Schon von der Treppe aus konnte man hören, wie sich die ehemaligen Direktoren mit Dumbledore unterhielten. Einige waren empört, anderen fassungslos. Albus versuchte sie aber zu beruhigen und schickte manche sogar auf kleine Spionagemissionen in andere Bilderrahmen. Harry konnte sich einmal mehr nur wundern und war sich sicher, dass jetzt gerade nicht nur das Abbild des alten Direktors im Rahmen anwesend war. Dumbledore hatte doch mal gesagt, er könne jederzeit aus dem anderen Reich hierher kommen und so schien es auch jetzt zu sein.

„Albus, was ist los?", fragte Professor McGonagall ihren alten Freund und bedeutete Harry und den anderen, sie sollten sich auf den Stühlen um ihren Schreibtisch herum niederlassen.

„Es ist ernst, Minerva. Wir müssen handeln. Pius ist nicht mehr der Mann, der er einst war. Man hat ihn umgedreht." Erwiderte das Gemälde und alle zogen scharf die Luft ein.

„Er ist ein Todesser, Professor?", fragte Harry, doch Dumbledore schüttelte den Kopf. „Nein Harry, er trägt kein Mal, aber Tom hat ihn irgendwie mit irgendetwas in der Hand und das ist nicht gut."

„Ja aber, er wird nachher vereidigt. Was sollen wir da noch tun?", fragte Hermine und sah zwischen ihrem Freund und dem alten Zauberer hin und her. Dumbledore schien kurz nachzudenken und blickte dann zu Stephano Styls. „Vetorecht Steph, oder?" fragte er kurz und Damions Dad nickte geschlagen. „Wenn es nicht anders geht? Aber ich hoffe, du weißt, was das heißt, Albus?"

„Ja ich kann es mir ausmalen, alter Freund. Doch Hogwarts, seine Schüler und alle anderen, die sich nach Freiheit sehnen, ist es wert."

Zwar konnten Hermine, Ron und Damion nicht wirklich etwas mit den Worten des alten Mannes anfangen, allerdings bemerkten sie, dass Harry in den letzten Augenblicken sehr ruhig geworden war und scheinbar einen inneren Kampf ausfocht. Dann kam Leben in sein Gesicht und er schaute zu Albus Dumbledore hoch. „Ich werde es tun, Professor. Wenn nicht, kommt das Ende eh schneller als wir glauben. Merlin weiß, ich wünsche mir nichts mehr, als ein normales Leben. Doch wenn es so sein soll, dann soll es so sein ..."

„Was soll sein, Harry? Sag mir, was du weißt. Was hast du vor? Professor?" Hermine spürte, dass etwas Schwerwiegendes in der Luft lag und seit langer Zeit wusste sie nicht, was dies sein könnte. Dann gab ihr Harry auch noch einen Kuss, als wollte er sich verabschieden. Der Magen der Gryffindor begann zu rebellieren und sie sah Hilfe suchend zur Direktorin. Harry war nämlich plötzlich weg und das ohne ein Wort. Eine Antwort konnte ihr die alte Hexe aber auch nicht geben. Lediglich Steph meinte, sie sollten sich bereit machen, Harry zu begleiten und sie sollten ihre Zauberstäbe nicht vergessen. Zehn Minuten später standen dann alle wieder zusammen in der Eingangshalle des Schlosses und warteten auf Harry. Dieser kam dann auch und seine Erscheinung, seine Kleidung, ließ die Schüler verstummen.

***

Die Sonne stand schon ziemlich hoch, als zwei Kobolde die Fahnen von Gringotts hissten. Dies kam nicht sehr oft vor, doch heute war so ein Tag, wo die Hüter der magischen Finanzwelt ein wenig mehr Zusammenarbeit mit den Menschen zeigten. Wenn man es recht bedachte, lag das letzte Mal etwa zwanzig Monate zurück. Es war der Tag, wo Rufus Scrimgeour in seinem Amt vereidigt wurde, nachdem man Fudge nach dem Potter- Dumbledore- Fiasko, wie es einige nannten, abgesetzt hatte.

Doch wie gesagt, die Sonne stand hoch und verhieß eine freudigere Zukunft. So jedenfalls meinten es einige alte Zauberer, die sich auf dem kleinen Platz vor der Bank versammelt hatten, um dem Schauspiel zuzusehen. Dann war es auch soweit und neben Pius Thicknesse, Direktor Sarrock und einer Menge Auroren tauchten auch die fünf höchsten Mitglieder das Zaubergamots aus dem Nichts auf. Sie begrüßten alle anwesenden Gäste und nach einigen kurzen Reden, baten sie Pius schließlich ans Rednerpult. Dort bedankte er sich für seine Wahl und versprach alles in seiner Macht stehende zu tun, damit die Gefahren durch die Todesser gebannt würden und hob schließlich seine Hand zum Eid.

Bevor er aber diesen Ablegen konnte, fragte der Vorsitzende des Gamot noch einmal in die Runde, ob jemand heute und hier Einwände habe gegen den neuen Minister für Zauberei und wie aus dem Nichst tauchte Harry auf und sagte mit fester, autoritärer Stimme, „Ja ich habe etwas dagegen und lege hiermit mein Veto ein."

Sofort drehten sich alle um und starrten auf die kleine Gruppe, welche um den Jungen, der lebt herum stand. Harry ging aber gar nicht auf die Gesichter ein, sondern trat festen Schrittes und in seinem dunkelblau leuchtendem Festumhang in Richtung Rednerpult.

„Vetorecht, Mister Potter", fragte der Vorsitzende das Zaubergamots und Nachfolger von Albus Dumbledore, Erik Manchester. Einst war er der Protege des alten Direktors und sein Wissen um diese Institution und die Traditionen waren enorm. Doch hier schien der Mann doch ein wenig an seine Grenzen gestoßen zu sein.

„Ganz recht, mein Veto, Mister Manchester." Erwiderte Harry und setzte bedeutsam noch hinterher. „Und es heißt Lord Potter. Ein Titel, der mir eben dieses Recht einräumt, als Mitglied des Adels sowohl der Muggel, als auch der magischen Gemeinschaft."

Einige starrten den Jungen an und einige schüttelten den Kopf. Andere fragten sich, ob dies überhaupt rechtens war und drei der Mitglieder des Gamots begannen sofort miteinander zu reden und zu diskutieren. Ihnen kam schließlich der Direktor von Gringotts zu Hilfe und überreichte ihnen ein kleines altes Büchlein. Harry wusste, dass es eine Sammlung längst vergessener Gesetzte und Regeln war. Er selbst hatte ein ähnliches Buch in Potter Castle gefunden und wusste daher sofort was Albus gemeint hatte, als er in Hogwarts das Wort „Veto" in den Mund genommen hatte.

Es vergingen gut zehn Minuten, in denen das Gamot das Büchlein wälzte und schließlich schaute der Vorsitzende zu Harry und fragte, „Nun Lord Potter, sie scheinen im Recht zu sein und ihr Veto ..."

„Was," rief Pius Thicknesse. "Wie kann er es wagen? Er ist ein Kind, ein Teenager und ..."

„Schweigen sie Pius", ermahnte Mister Manchester den aufgebrachten Ministerkanditaten. Harry lächelte leicht und erwartete dann die nächste Frage, seines Gegenübers.

„Doch darf man fragen, Lord Potter, warum sie gegen die Wahl sind?"

Auf diesen Augenblick hatte Harry gewartete und auch wenn er die früheren Minister nicht wirklich gemocht hatte, so war Rufus Scrimgeour zumindest integer und verdiente es, dass man seinen Namen in Ehren hielt.

„Ja das dürfen sie, verehrter Vorsitzender. Ich stimme gegen Pius Thicknesse, da ich ihm nicht traue. Er mag vielleicht das dunkle Mal nicht tragen, doch bin ich mir über seine Absichten nicht sicher. Bei unserem letzten Minister war ich es mir und auch wenn wir verschiedene Ansichten hatten, so galt ihn mein Vertrauen im Bezug auf Voldemort. Rufus hat sein Leben lang gegen das Böse gekämpft ..."

„Haaa ... haben sie das alle gehört?", fuhr Pius auf und schaute in die Runde. „Er, der Junge, der lebt ... Dumbledores Goldkind, verteidigt einen Todesser, dessen Schuld erwiesen war. Das ist krank und man sollte diesen Jungen sofort einweisen."

„RUHE", donnerte Harry plötzlich mit einer bisher nicht von ihm gezeigten Macht, die eines Albus Dumbledore gleichkam. „Minister Scrimgeour war unschuldig. Das dunkle Mal wurde ihm gegen seinen Willen eingebrannt um damit seinen Ruf zu zerstört. Und dann wurde er auf der „Flucht" getötet, damit er sich nicht verteidigen konnte. Es würde mich interessieren welcher Auror das war."

„Lügen, alles Lügen", rief Pius Thicknesse.

„Keine Lügen, ich habe es gesehen, habe die Erinnerungen des einzigen Zeugen dieser Tat gesehen und bin persönlich froh, dass dieser Zeuge fliehen konnte."

„Ein Zeuge, Lord Potter?", fragten die Mitglieder des Gamots und Harry nickte. „Ja Sir, Percy Weasley musste alles mit ansehen und konnte dann sein Leben retten, indem er den Zauberstab von Voldemort zerbrochen hat."

„Und sie haben dies gesehen?"

„Ja Sir"

„Aber dies kann manipuliert worden sein", rief Thicknesse

„Das stimmt", kam es aus den Reihen der Zuschauer und nun versuchte Hermine, Ron und Steph allen klar zu machen, dass es aber stimmte.

Unterdes schien Pius Thicknesse wieder Fahrt aufzunehmen und meinte, dass man nun sehr gut sehen könne, wie sehr es doch in Hogwarts drunter und drüber ging, wenn Schüler schon versuchten, hier Politik zu machen und ihn, ihn als neuen Minister, zu denunzieren. Dummerweise gab es im Gamot schon lange Stimmen, die nicht immer mit Dumbledore überein kamen und so traten erste Zweifel auf, ob man Harrys Einwand stattgeben sollte. Als dann schließlich der Vorsitzende auch noch überstimmt wurde und Thicknesse siegessicher lächelte, reichte es Harry. Er hatte nicht ohne Grund all die Bücher gelesen und hatte Jahrhunderte lange Erfahrungen in seinem Kopf. Daher straffte sich seine Brust und mit einem leicht enttäuschten Unterton wandte er sich an die Menge.

„Es ist schade zu sehen, dass Blindheit einmal mehr siegt. Ich hatte gehofft, heute hier Schlimmeres abzuwenden. Doch da die Politik siegt und Voldemort die Türen öffnet, werde ich meine Unterstützung dem Ministerium und dem Minister entziehen. Ab heute gibt es kein WIR mehr, sondern nur noch das Ziel Voldemort zu bekämpfen und Unschuldige zu beschützen. Aus diesem Grunde..." – Harry sah nun alle sehr eindringlich an und zog noch mal stark Luft ein. „ ... aus diesem Grunde entziehe ich, Lord Harry James Potter, als Nachfolger und Erbe von Godric Gryffindor, dem Ministerium sämtliche Rechte, Finanzangelegenheiten und Befehlsgewalt über Hogwarts und seine Ländereien. Möge die Schule ein sicherer Hort sein, wo jeder willkommen ist, der für ihre Ziele steht. Jedem Feind aber sei gesagt, er wird an Hogwarts Mauer scheitern."

Mit diesen Worten zog Harry plötzlich das Schwert seines Vorfahren, das Schwert des Godric Gryffindor, aus seinem Umhang und schnitt sich damit in die rechte Hand. Das Blut welches nun aus der Wunde tropfte, schaffte es nicht einmal auf dem Boden aufzuschlagen, sondern fing sofort an zu brennen und bildete ein Pentagramm, welches in seinem Innern das Wappen Hogwarts und das der Potters zeigte. Harry schüttelte ein letztes Mal enttäuscht den Kopf und gab seinen Freunden das Zeichen zu verschwinden. Kurz darauf brach das Chaos in der Winkelgasse aus und die Reporter stürzten sich auf den neuen Minister.

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