Hey Leuters,

hier das neues Cap und ein wenig Aufklärung. Bin mal gespannt, wie oft ich die Worte „Ich habs doch gewusst", oder aber andere Äußerungen lese.

Viel Spaß beim Lesen, ich mach erst mal ein paar Tage blau ( Und hey, ich bin volljährig, ich halte mich an die Aussage... den Clenny schon anlächelnd grins )

Kapitel 110

„... Harry?", flüsterte Hermine ungläubig und schaute auf die Stelle, wo ihr Freund eben noch gestanden hatte. „HARRY", aus ihrem Flüstern wurde ein Schrei voller Panik und sie schaute sich entsetzt in alle Richtungen um. Sie schaute über die Brüstung, schaute hinter die nächste Wand, in der Hoffnung, dass ihr Freund nur scherzte. Doch innerlich wusste sie schon, dass Harry so etwas niemals tun würde. Und so ging ihr Blick schließlich in die Richtung, in welche der Gryffindor zuletzt und unter Schock geschaut hatte.

Hermine drehte sich um und blickte gen Himmel, blickte über den großen See von Hogwarts hinweg, die Felsen des gegenüberliegenden Berges hinauf und in die Sonne, welche dort anfing langsam zu versinken. Was war geschehen? Was hatte Harry erblickt und wohin war er verschwunden? In Hermines Kopf drehte sich alles und Furcht machte sich breit. Furcht, Angst um ihren Liebsten und kleinen Tränen bildeten sich in den sonst so liebevoll strahlenden braunen Augen. Schließlich sackte Hermine verzweifelt zusammen, bis sie eine Hand auf ihrer Schulter spürte. Ihr Kopf wandte sich um und schaute in den besorgten Blick von Stephano Styls.

„Was ist los Hermine?", fragte Damions Vater, welcher in Begleitung der Direktorin auf den Astronomieturm geeilt gekommen war, das die beiden a.) den sprechenden Hut suchten und b.) Professor McGonagall hier oben eine nicht unbeachtliche Menge magischer Energie gespürt hatte.

„Er ist weg. Einfach verschwunden und ich konnte nichts tun." Schluchzte die Gryffindor und warf sich an die Brust ihres Professors. Sie brauchte Halt und Steph schien dies zu fühlen. Leise und behutsam fragte er Hermine, was geschehen war und seine Schülerin erzählte alles, was sie wusste. Erzählte von Harrys Schritt um das Rätsel um die drei Waffe zu lösen, erzählte von ihren Übungen mit dem Fünfklingenschwert. Dabei bemerkten die beiden Erwachsenen nun auch zum ersten Male die Waffe, welche neben dem Mädchen auf dem Boden lag und den goldenen Handschuh an ihrer linken Hand. Professor McGonagall hielt sich überrascht das Herz, als sie dies sah. Aber vor allem erzählte Hermine ihnen mit stockender Stimme, dass Harry scheinbar plötzlich etwas gesehen und sich dann einfach aufgelöst hatte und dass seine letzten Worte waren, er habe sie gefunden.

***

Harry wollte schreien, Harry wollte sich übergeben. Doch er blieb ruhig und versuchte sich zu konzentrieren. Immer noch schmerzte es in seinem Bauch und er überlegte, was mit ihm geschehen war. Zuerst der Blick von Hermine, so voller Panik und dann das Kribbeln auf seiner Haut. Am schlimmsten war dann aber das Gefühl hinter seinen Bauchnabel, welches man immer hatte, wenn man mit einem Portschlüssel reiste. Allerdings war dieses Mal alles noch ein wenig schlimmer, denn erstens hasste Harry diese Art der magischen Fortbewegung, was ja nach seinem vierten Schuljahr nur all zu verständlich war und dann hatte dieses Mal jemand beim Herstellen des Portschlüssels offenbar geschlampte. Der Schmerz in Harrys Bauch fühlte sich nämlich so an, als hätte man den Haken nicht nur hinter seinen Bauchnabel geklemmt, sondern ihm gleich die ganzen Eingeweide heraus gerissen.

Harry brauchte noch einige Sekunden um sich zu sammeln und um den Schmerz zu ignorieren. Langsam versuchte er seine Umgebung wahrzunehmen, nicht das Voldemort es geschafft hatte ihn wieder einmal zu täuschen und grinsend hinter der nächsten Ecke stand. Doch irgendwie wollten seine Phönixsinne nicht so recht funktionieren? Wie kam das und wo war er? Diese Gedanken schossen ihm durch den Kopf und alles was der Gryffindor schon erkennen, was er fühlen konnte war, dass er auf einem steinernen Boden lag, denn das kalte Material drückte sich fest an sein Gesicht. Letztendlich begriff der Schwarzhaarige jedoch, dass er sich bewegen musste, um Näheres zu erfahren. Daher machte sich Harry bereit aufzustehen und sog ein letzten Mal kräftig die Luft ein um sich danach hoch zustützen.

Das Nächste was den Raum durchhalte war ein Husten. Und es musste ein riesiger Raum sein, wo sich Harry befand, wenn man mal das Echo bedachte, welches dem Gryffindor entgegenkam und das von seinem Husten ausging. Harry hatte bei seiner Aktion des Kräftesammelns nicht nur frischen Luft in seine Lunge gesogen, sondern auch mindestens eine Hand voll Staub, welcher auf dem Boden der riesigen Halle lag. Immer noch nach Luft ringend stützte sich Harry hoch und schaute sich um. Seine Augen, von einigen Tränen getrübt, wurden dabei immer größer, denn so etwas hatte der Gryffindor noch nie gesehen.

Harry kniete in einem Raum, einer Halle, in welche die Große Halle von Hogwarts dreimal hinein gepasst hätte und alles sah so aus, als wäre der Gryffindor in eine längst vergangene Ära eingetaucht. Harry musste erst einmal schlucken und wusste nicht wo er zuerst hinschauen sollte. Wo war er hier? Sein Blick wanderte durch die Halle, vorbei an alten, mottenzerfressenen Wandteppichen, die von alten Zeiten und Heldentaten erzählen wollten und auch vorbei an aus dunklem Holz bestehenden morschen Tischen und Bänken, die rechts und links der Halle aufgereiht waren und somit einen Gang bildeten der schließlich vor einem riesigen runden Tisch endete, um welchen mehrere Stühle gestellt waren, als wäre es eine Tafel für besondere Leute.

Harry schüttelte ungläubig den Kopf und wollte nicht wahr haben, was er da sah. Das konnte sie nicht sein DAS konnte nicht die Tafelrunde sein! Das hier konnte nicht Camelot sein! Es passte zeitlich doch gar nicht, wenn es mit den Gründern, mit Godric Gryffindor, in Verbindung stehen sollte. Merlin und Camelot gab es doch erst Jahrzehnte später im Bewusstsein der Menschen. Harry starrte in Gedanken versunken auf den runden Tisch und dann wieder durch die Halle. Sein Blick wanderte erneut über die Bänke, welche alle mit dickem Staub überzogen waren und auch über die eisernen, leicht angerosteten Rüstungen, welche ihn an die neuerdings patrouillierenden Wachen in Hogwarts erinnerten.

Hogwarts, da war es wieder und Harry kam etwas in den Sinn, das er überprüfen musste. Eine Idee, eine Überlegung wenn er an den Anblick dachte, welcher sich vor seiner Reise hierher geboten hatte. Rasch stand er endgültig auf und klopfte nicht einmal den Staub von seinen Klamotten. Er zückte das Schwert seines Ahnen und ging schnellen Fußes über den staubigen Boden hin zu einem der hohen Glasfenster, welches in die Richtung zeigte, wo er seine Bestätigung vermutete, sofern sie zutraf. Dass diese Fensterfront die richtige war, beschloss Harry einfach mal, da er sich an der Sonne orientierte, die durch die gegenüberliegenden Fenster brach und alles in einem leicht surrealem Licht erstrahlen ließ, was durch den von Harry aufgewirbelten Staub noch verstärkt wurde.

Momente später hatte Harry die Distanz zum Fenster überbrückt und war auf einen den Tische geklettert. Zwar ächzte das alte verwitterte Holz unter seiner Last, doch brach es nicht und Harry war es auch egal. Sein Blick ging durch die Scheibe, die er vorher erst einmal mit seinem Ärmel sauber wischen musste und er starrte auf das Bild, was sich ihm bot. „Bei Merlin", dachte Harry und erkannte weit unter sich den See von Hogwarts, den verbotenen Wald und schließlich seine Schule, sein zu Hause.

„Ein schöner Anblick, nicht wahr Harry Potter ?"

Es dauerte nur eine zehntel Sekunde und Harry war herum geschnellt und hielt sein Schwert ausgestreckt in der Hand. Allerdings schien die Stimme, eine männliche tiefe Stimme, welche ihn gerade angesprochen hatte merklich amüsiert zu sein und meinte, dass dies wohl die besten Reflexe waren, die er seit tausend Jahren gesehen habe. Harry auf der anderen Seite wurde leicht blass, denn die Worte kamen nicht aus dem Mund eines Menschen, wie man vermuten sollte. Nein, sie klangen aus dem Raum, besser aus dem Zentrum der riesigen Halle und erst ganz allmählich zog sich der aufgewirbeltes Staub um einem bestimmten Punkt zusammen und formte sich zu einer geisterhaften Silhouette.

Harry merkte sich nicht, wie lange er auf den Punkt vor sich gestarrte hatte, doch schließlich schien der Geist, ja genau das war es, ein Geist, sein Erscheinungsbild vollendet zu haben und nun lächelte Harry ein Mann an, der dem Gryffindor einerseits so vertraut und andererseits so fremd vorkam. Er hatte einen langen Zaubererumhang an und dichtes, langes, lockiges Haar, von dem Harry wusste, dass es zu Lebzeiten der Person einst eine rote Mähne bildete. Vor Harry stand der Geist seines Vorfahren, der Geist von Godric Gryffindor.

„Oh mein Gott", entfuhr es dem Gryffindor und der Geist begann zu grinsen. „Um Himmels Willen nein. Soweit, mein junger Freund, würde ich nicht gehen. Der Allmächtige behauptet ja auch nicht, er wäre ich."

Harry schüttelte den Kopf und beobachtete ab jetzt jede Bewegung der geisterhaften Erscheinung. Godric schien es ihm nachzumachen und schließlich fiel sein Blick auf sein altes Schwert und er lächelte. „Du hast das Geheimnis also gelöst, Harry Potter." Sagte er schließlich und versuchte seinen Nachfahren aus seiner Starre zu holen.

„Ähm ... ja ... hab ich, Sir", erwiderte Harry und schaute kurz auf das Schwert. Dann blickte er sich kurz um und fragte den Geist, egal wie abstrus es ihm vorkam, das Erste was ihm in den Sinn kam. „Ist das hier Camelot?"

Godric lachte kurz auf. „Natürlich nicht Harry. Camelot liegt ganz wo anders und Merlins kleines Sommerhäuschen hat mit Verlaub mit dem hier nicht das Geringste zu tun." Harry musste über die Bezeichnung für eines der geschichtlich bedeutsamsten Gebäude der Vergangenheit selbst ein wenig schmunzeln. Allerdings keimte durch sie in seinem Geiste auch die Vermutung auf, dass Godric den wohl bekanntesten Zauberer der Geschichte womöglich persönlich kannte.

„Ja aber wo bin ich dann? Hat diese Burg hier etwas mit den Schwestern des Lichtes zu tun?" Harry schaute sich erneut im Raum um und wartete darauf, dass der Geist seines Vorfahren ihm eine Antwort gab. Godric lächelte und winkte den Jungen kurz zu sich. Er führte ihn an die runde Tafel und bedeutete Harry, er solle die Inschrift auf einem Messingschild, welches in die Mitte des Tisches eingearbeitet worden war, genauer lesen.

Zuerst war Harry etwas verunsichert und er musste auch erst einmal den Staub von der leicht angegangenen metallenen Platte pusten. Doch als er das geschafft hatte, konnte er das Rätsel, welches es ihm in den letzten Wochen so angetan hatte erneut deutlich lesen.

... Die Schwestern des Lichtes, als Gabe der Alten gedacht. Wo die Eine birgt Wissen, hält die andere die Macht. Das Tor zur Welt, aus Feuer entstanden, beschützt Gottes Kinder auf Erden vor des Teufels Gesandten...

„Es hat also etwas damit zu tun, Sir", stellte Harry fest und schaute erwartungsvoll zum Geist, der immer noch lächelte.

„Natürlich Harry. Du bist wenn du es so willst in der älteren, größeren der beiden Schwestern. Doch vielleicht sollte ich ein wenig ausführlicher werden. Komm mal kurz mit." Die Worte immer noch auf sich wirken lassend, folgte der Gryffindor dem Geist, welcher nun lautlos über den Boden schwebte und offenbar zu einem der großen Wandteppiche wollte. Vor ihm angekommen, fuhr Godric mit seiner Hand durch die Luft und Harry verschlug es den Atem. Noch nie hatte er gesehen oder gehört, dass Geister noch so etwas wie Magie besaßen, die sie benutzen konnten. Doch Godric Gryffindor hatte sie und so erstrahlte der Wandteppich im nächsten Moment in einem Glanze, als wäre er gerade erst geknüpft worden.

Ehrfürchtig betrachtete Harry das Dargestellte und fassungslos wanderte sein Blick über die Landschaft mit all ihren Facetten. Harry erkannte einen riesigen See, der aber bei genauem Hinsehen keiner war. Nein, Harry konnte kein Ende, kein anderes Ufer ausmachen, so als würde es sich hierbei mehr um einen Fjord, wie man sie aus Norwegen kannte, handeln. Und doch kam ihm die Landschaft so vertraut vor. Harry sah schließlich Hogwarts mit seinen markant rot leuchtenden Türmen auf der einen Seite des Gewässers und eine zweite, weitaus größere Burg hoch oben über dem See thronen. Beide wirkten wie Festungen, denen nichts und niemand etwas anhaben konnte. Unter ihnen befand sich ein kleines Dorf, ein Fischerdorf und wenn man die Größe der Schiffe bedachte, welche auf dem Wasser vor Anker lagen, dann bestätigte sich Harrys Vermutung, dass der See in Wirklichkeit keiner war, umso mehr. Die Schiffe waren viel zu groß, um nur als Binnenschiffe durchzugehen. Es waren Walfänger.

Harry schaute zu Godrics Geist und sah sein zufriedenes Lächeln. Rasch schaute er wieder auf den Wandteppich und Harry legte seinen Kopf etwas schief. Die Perspektive auf die ganze Landschaft konnte dem Betrachter nur einen Eindruck vermitteln und so, wenn man es sich genau ansah, wie Hogwarts, die zweite Burg und das Fischerdorf, welches für Harry nur Whaleharbor sein konnte, und so entfuhr dem Gryffindor nur ein Satz. „Das Tor zur Welt, aus Feuer entstanden ... beschützt Gottes Kinder auf Erden vor des Teufels Gesandten."

Ein Klatschen war hinter Harry zu hören und als sich der Gryffindor umdrehte, strahlte Godric regelrecht in den Raum. „Wie wahr Harry, wie wahr", sagte der Geist und bat Harry zurück zur Tafel. „Harry, mein junger Freund, du bist der erste Mensch seit tausend Jahren, der dieses Geheimnis entschlüsselt hat und ich bin stolz auf dich.

„Aber ich verstehe nicht, Sir. Wo genau bin ich hier?", fragte Harry und Godric zauberte ein weiteres Mal und säuberte einen der Stühle damit sich sein Gast setzten konnte. Dann nahm auch er Platz, stützte seinen Kopf auf die Fingerspitzen und begann zu erzählen.

„Harry, du bist an einem Ort, den kein Mensch seit meinem Enkel mehr betreten hat. Du bist an dem Ort, wo deine, unsere Familie, die Familie der Gryffindors ihren Ursprung hat, gut fünfhundert Jahre bevor ich überhaupt geboren wurde. Du bist in Gryffindor Castle, einer der beiden Schwestern des Lichtes, die seit jeher für den Frieden und die Freiheit der in ihren Schatten lebenden Menschen stand..."

„Und die zweite Schwester, Sir? Ist sie ... ist es Hogwarts?", unterbrach Harry ungeduldig Godrics Rede und der Geist lächelte. „Ja Harry, das ist sie. Hogwarts ist die Schwester des Wissens, wenn du so willst."

Harrys Gesicht muss wirklich komisch gewirkt haben, denn Godrics Lächeln wollte nicht weichen. Harry auf der anderen Seite musste diese Erkenntnis erst einmal verdauen. Schließlich aber raffte er sich zusammen und fragte seinen Ahnen, was dann aber die Macht der anderen Schwester sei, was sie beherberge und warum es überhaupt möglich war, dass er hier mit ihm, mit dem großen Godric Gryffindor reden konnte, wo man doch sonst noch nie etwas von ihm gehört hatte.

Harry erschrak ein wenig, als er den sich schlagartig veränderten Gesichtsausdruck des Geistes bemerkte. Weg war das Lächeln und die Gelassenheit und eine unendlich Traurigkeit strahlte Harry aus den grauen Augen entgegen.

„Warum ich hier bin Harry ist einfach zu erklären. Es ist ein Fluch, ausgesprochen von einem mächtigen magischen Wesen, der mich für meine Arroganz und für den Bruch eines Paktes den ich eingegangen bin bestrafen soll. Meine Seele ist gefesselt an dieses Gemäuer hier, bis in alle Ewigkeit. Oder aber, bis der Pakt, den ich eingegangen bin, erfüllt würde. Doch das ist etwas, was niemals geschehen wird."

Zwar glaubte Harry einen Hauch von Hoffnung, der mit seinem Auftauchen aufgeflammt war, heraus zu hören, aber die Resignation schien das ganze zu übertrumpfen. Deshalb ging der Gryffindor auch nicht weiter darauf ein und hörte den Worten seinen Ahnen weiter zu.

„Und was das Geheimnis dieser Burg hier angeht, so sollte dieses für allen Zeiten verborgen bleiben, Harry. Die Macht von Gryffindor Castle ist, wenn man es genau nimmt, ein Segen und ein Fluch. Ein Segen für die Welt der Zauberer und ein Fluch für mich, denn sollte das Geheimnis gelüftet werden, müsste die ganze Geschichte über uns vier Gründer und unser Vermächtnis umgeschrieben werden."

Harry schaute den Geist überrascht, ja nahezu skeptisch an und überlegte, ob er Godric von Voldemort und seinem Bestreben erzählen sollte. Was wäre, wenn Tom das Geheimnis lüften könnte und würde? Er war schließlich auch ein Nachfahre der Gründer und dass er mächtig war stand auch außer Zweifel. Deshalb fragte Harry einfach mal in den Raum. „Sir hat es etwas mit der Schlacht gegen die Wikinger und den Drachen zu tun? Oder aber mit Natanael und dem mächtigen Vergessenszauber?" Und er wurde bei der Reaktion des Geistes nicht enttäuscht. Godric schien noch blasser zu werden und das sollte in seinem Zustand schon einiges heißen.

„Woher? ... Oh mein Gott? Wie?", stammelte Godric regelrecht und er sah aus, als wurde er plötzlich Angst bekommen. Harry hatte so etwas noch nie gesehen, geschweige denn, dass er so etwas überhaupt geahnt hätte. Schließlich schien sich sein Vorfahre aber wieder gefangen zu haben und fieberhaft zu überlegen, ob er weiter sprechen sollte. Harry gab ihm schließlich den entscheidenden Ruck, indem er Godric von Voldemort erzählte und wie dieser mit seiner Macht und Grausamkeit alles und jeden in der jetzigen Zeit bedrohte. Er erzählte ihm von den Vampiren auf ihrer Seite und dass sie allmählich alle Artefakte, die Godrics Enkel aus England weggeschafft hatte, wieder zusammen gesucht hatten und sie nun in Harrys Besitz waren.

Godric atmete letztlich noch einmal tief durch und begann damit, Harrys goldenen Umhang zu mustern. „Ich wusste, dass dieses Ding mehr Macht besitzt, als ich es vor Jahrhunderten auch nur geahnt habe."

„Wie meinen sie das, Sir?", fragte Harry und strich sich vorsichtig über den goldenen Stoff.

„Er hat den Vergessenszauber geblockt, hat wahrscheinlich Dinge, Erinnerungen und magische Energie aufgesogen und bewahrt. Wie konnte ich dies nur übersehen?", Sagte der Geist zwar mehr zu sich selbst. Doch es brachte Harry zu seiner nächsten Frage. „Ja aber Sir, der Umhang ist doch seit Generationen in meiner Familie. Wieso sollte er ausgerechnet erst bei mir sein Geheimnis wieder offenbaren?"

„Weil erst du ihn wieder mit den anderen Waffen vereinigt hast, Harry. Mein Schwert, der Drachentöter und der Zaubererhut, den ich abgetrennt habe, erst diese drei Dinge machen meinen alten Kampfanzug komplett."

„Euren Kampfanzug, Sir?", fragte Harry und fühlte sich plötzlich so klein und unbedeutend, in den Sachen seines Ahnen.

„Richtig Harry, der Umhang und die Waffen gehören zusammen und bildeten etwas, dass jemand einst die Waffen der Reinheit genannt hat. Doch dies war nur Blendung und sie beschworen mein Schicksal herauf."

„Sie meinen die Kobolde, richtig Sir?" Harry konnte nicht anders und er bemerkte wie sich das Gesicht des Geistes verfinsterte.

„Ja die meine ich, mein junger Freund. Die Kobolde mit ihrer dunklen Magie und ihren verdrehten Ansichten von Recht und Ordnung." Harry konnte ganz deutlich heraushören, dass Godric nicht wirklich ein Freund der Hüter von Gringotts war. Sofern sie dies zu seiner Zeit überhaupt schon waren. Schließlich verdammte der Geist sogar die Kobolde, da sie an seinem Schicksal schuld sein sollten und so, und weil Harry eigentlich immer sehr viel von Direktor Sarrock hielt, fragte der Gryffindor den Geist auch direkt, woher sein Groll gegen die Kobolde kam.

Godric schaute ihn an und dann schien er eine Entscheidung gefällt zu haben, die ihm nicht sehr leicht übers Herz gekommen war. Er bedeutete seinen Nachfahren ihm zu folgen und während sie durch die Halle gen Ausgang gingen begann Godric zu erzählen. „Nun Harry Potter, du weißt von der großen Schlacht um Whaleharbor. Du hast gesehen, wie die Horden von Wikingern hier eingefallen sind. Doch du musst wissen, dass dies nicht das erste Mal war. Nein, seit Dekaden kamen sie stets über das Wasser in unser Land und plünderten und mordeten, diese gottverdammten Gesandten des Teufels. Sie raubten und verschleppten unsere Kinder und Frauen und keine wurde je wieder gesehen."

Harry betrachtete Godric, seine Nackenhaare sträubten sich seine Gedanken bildeten ein Szenarium in seinem Kopf, an welches er nur mit Entsetzen denken konnte. Godric ließ ihm aber nicht viel Zeit, denn er sprach ruhig weiter.

„Ich war damals ein junger Mann und voller Abenteuerlust, wie wohl jeder, der über ein wenig Macht und Magie verfügte. Und ich war mächtig, glaub es mir, auch wenn ich dadurch überheblich klinge. Ich entstammte einer der ältesten Familien und einer der mächtigsten. Nicht einmal mein Jugendfreund Salazar kam an mich heran, außer vielleicht beim Giftmischen. Und weil ich dachte, also vielmehr mein Vater, mein Onkel und meine älteren Brüder, weil wir dachten, wir haben die Wikinger wirklich besiegt, machte ich mich auf den Weg in die Ferne um das Abenteuer zu suchen, um zu lernen und um eine andere Bedrohung für unser Land und unsere Bauern und Fischer zu bezwingen."

„Die Drachen, Sir?", fragte Harry, dem es irgendwie logisch erschien, dass der Geist dies meinte.

„Richtig mein Junge, die Drachen. Und ich meine nicht irgendwelche Drachen. Ich meine die Urdrachen. Bestien von so gewaltiger Kraft, Magie und auch Anmut, wenn man sie mal zu Gesicht bekam, dass du es dir gar nicht vorstellen kannst. Und diese Drachen konntest du nicht so einfach mit einem Messer oder einem Bogen töten. Sie bezogen ihre Magie aus dem Innersten der Erde. Magie, die so gewaltig ist, dass sie weit über unsere Vorstellungen hinausgehen dürfte. Nein, um die Urdrachen zu töten brauchte es schon einer besonderen Waffe. Und diese konnte nur eine magische Rasse fertigen ... die Kobolde."

Godric musste seine Rede kurz unterbrechen, denn Harry hatte gestoppt und starrte seinen Ahnen an. Irgendwie machte es plötzlich Sinn, denn selbst Hermine hatte mal gesagt, dass Godrics Schwert so edel gearbeitet wäre, dass es nicht von Menschenhand stammen konnte. Dann öffnete sich sein Mund und er sagte, „Ein Pakt mit dem Manne edlen Gesinnen, zu schützen des Friedens, dem Tode entrinnen. Drei Waffen von Reinheit ihm gelegt in die Hand, soll bezwingen das Übel, zurück in die Hölle gesandt."

Die Augen des Geistes richteten sich beschämt zu Boden und Harry wusste, dass er einen Volltreffer gelandet hatte. „Sie sind, oder waren Mann mit dem edlen Gesinnens, oder Sir?" Godric nickte und brauchte noch einen Moment, bevor er Harry wieder in die Augen schauen konnte.

„Ja Harry, der war ich. Ich bin nach langer Suche und vielen verlorenen Kämpfen gegen die Drachen zu den Kobolden gegangen und habe sie um Hilfe gebeten. Doch bevor ich hier weiter erzähle, junger Freund, musst du verstehen, dass die Kobolde in meiner Zeit eine Rasse waren, denen man nicht trauen konnte und durfte. Ich selbst habe es erst später herausgefunden als es schon zu spät war."

Harry schaute sein Gegenüber an und wog ab, wie er sich verhalten sollte. Schließlich nickte er aber und bat Godric weiter zu reden.

„Nun Harry, ich habe also einen bindenden magischen Vertrag mit den Kobolden bei meinen Blute unterzeichnet, worauf sie mir den Tarnumhang, mein Schwert und den Drachentöten gefertigt haben. Mit diesen Waffen sollte ich jeden Drachen, jeden Urdrachen bezwingen, der mir auf meinen Reisen über den Weg läuft. Und ich, ich der von Stolz und Jugend geblendet war, habe es getan. Ich habe in gut fünf Jahren über dreißig Tiere erledigt und meine Brust war vor Stolz am Platzen. Dann aber kehrte ich nach Hause zurück und mein Vater, ein sehr viel weiserer Mann als ich, war schockiert von meinem Tun. Und weil mir die Meinung meines Vaters immer heilig war, hörte ich auf mit der Jagd, denn ich war mir sicher, dass es in England keinen einzigen Drache mehr gab."

„Aber es gab noch einen, oder Sir? Den einen, den ich bei der Schlacht gesehen habe."

„Ja Harry es gab sie noch. Doch es ist viel komplizierter als du denkst. Ich traf meine Nemesis wieder, doch erst Jahre später, Jahre in denen ich mich einem anderen Ziel gewidmet hatte, einem Ziel, welches nicht nur ich verfolgte, sondern noch drei andere Zauberer der damaligen Zeit."

„Sie meinen die Gründer?", fragte Harry frei heraus und Godric nickte. „Ja Harry die meine ich. Schon in unserer frühen Jugend hegte Salazar den Wunsch, sein Wissen weiter zu geben. Und auch die beiden mächtigsten Hexen unserer Zeit, waren darauf bedacht, dass ihr Wissen nicht verloren ging. Und dann, in einem sehr heißen Sommer, ich glaube es war kurz vor meinen zweiundzwanzigsten Geburtstag, trafen wir uns das erste Mal. Es war hier in diesem Schloss, welches in diesem Sommer von mir verwaltet wurde, als meine Eltern und Brüder zum König gereist waren, um einige wichtige Gesetze mit zu verabschieden und auf den Weg zu bringen..."

Harry war etwas überrascht, doch dann erinnerte er sich an einige Geschichtsstunden bei Professor Binns, die nicht so einschläfernd gewesen waren. Er erinnerte sich daran, dass es im Mittelalter oft vorgekommen war, dass Zauberer und Hexen ihre Stimmen bei Hofe mit in die Waagschale warfen.

„...Und Salazar, Helga und Rowena kamen nicht allein. Nein, sie alle hatten schon jeder einen Zögling, einen Schüler welchen sie formten. Mich überraschte dies damals sehr und ich war sogar ein wenig neidisch. Doch wer wäre dies nicht, denn Casandra, Gustav und Elenor waren drei sehr mächtige junge Menschen mit guten Herzen und vor allem jeder mit einer Affinität für ein Element. Etwas, dass es nicht sehr häufig gab."

„Und was ist mit Natanael, Sir?", fragte Harry, da ihm ein Name in der Liste noch fehlte und Godric grinste. „Ihn fand ich ein Jahr später und nahm ihn unter meinen Schutz. Er war der mächtigste von allen vieren und ich war so stolz als ich ihn gefunden hatte. Ich glaube, er hatte etwas von dir, Harry. Er hatte Macht, Wissenshunger und einen nicht zu unterschätzenden Drang sich zu beweisen."

Harry spürte regelrecht, wie er rot wurde und Godric grinste noch mehr. Dann aber fragte Harry etwas, was ihm nicht sehr leicht fiel und mit dem Blick nach unter sagte er, „Aber sie sind alle nicht sehr alt geworden, oder Sir?" Godric stoppte und blieb stehen. Allerdings nicht nur wegen Harrys Frage, sondern auch, weil sie offenbar am Ziel ihres kleinen Spazierganges angelangt waren. Der Geist drehte sich um und sah Harry direkt in die Augen, die plötzlich einen so traurigen Ausdruck annahmen, dass es Harry schon ein wenig leid tat, dass er die Sache angesprochen hatte.

„Ja Harry sie sind sehr früh gestorben, haben sich geopfert, als alles andere nicht mehr helfen wollte. Doch das weiß du ja. Du hast es gesehen." Mit diesen Worten deutete Godric auf einen steinernen Sockel, auf welchen eine Marmorplatte lag und in sie war etwas eingemeißelt.

Hier ruhen unsere Hoffnungen auf eine bessere Zukunft.

Mögen ihr Opfer und ihre Namen niemals aus unseren Gedächtnissen verschwinden.

Sie gaben ihr Leben und ihre Kraft für den Traum ihrer Lehrer und so soll ihr Wunsch ab heute unser Wunsch sein.

Draco dormiens nunquam titillandus

„Kitzle niemals einen schlafenden Drachen, Sir? Das ist das Schulmotto von Hogwarts." sagte Harry und drehte sich zu Godric.

„Ja, das ist es, Harry. Doch es ist noch so viel mehr. Es war auch ein Ausspruch von Gustav. Er war Salazars Schüler und sagte es immer, wenn sein Meister mal wieder über einem seiner Tränke die Zeit vergessen hat und Gustav sich rausstahl zu seinen Freunden. Sal konnte manchmal ein richtiger Sklaventreiber sein und ... na ja ich denke du verstehst, Harry."

„Und daher wurde es das Schulmotto? Ich dachte immer es kam, weil Slytherin vielleicht einen Drachen als Haustier hatte. Oder aber eine Schlange. Sie wissen schon, wegen seinem Zeichen im Wappen von Hogwarts."

Godric lächelte, obwohl in selbigem noch etwas anderes lag. Bevor Harry ihn aber darauf ansprechen konnte, wandte sich der Geist an den Gryffindor und meinte, „Also ich glaube, ich muss unbedingt mal hier raus aus dem Schloss. Ist denn überhaupt noch was aus unserer Zeit bekannt? Also ich weiß, dass ich in die Geschichte von Hogwarts eindeutig geschrieben habe, dass die vier Tiere nicht unsere Animagusformen oder Haustiere waren."

„Aber?", fragte Harry, da er in Godrics Worten einen deutlichen Unterton gehört zu haben glaubte. Der Geist schaute den Jungen wieder etwas trauriger an und sagte, „ Es waren die magischen Tierformen unserer Schüler, Harry. Ich sagte doch, sie waren unglaublich begabt. Casandra war Rowenas Liebling und konnte sich in einen Raben verwandeln, ebenso wie die liebe erdverbundene Elenor in einen Dachs. Gustav hatte sogar eine kleines Bisschen Talent für Parsel, auch wenn er es nur zu einer Ringelnatter schaffte. Natanael ärgerte ihn dann immer ein wenig, wenngleich die beiden Jungen eine Menge Unfug machten und er Gustav sogar als Greif auf seinem Rücken mit in die Lüfte nahm."

Das wurde langsam zu viel für Harry. Das hier war Geschichte pur und Harry schien mittendrin. Dann aber meinte Godric, dass es Zeit währe für das letzte Geheimnis, welches Gryffindor Castle noch für sie barg. Doch dafür mussten sie erst einmal Harry an das Schloss binden. Der Gryffindor fragte voller Eifer, wie sie dies machen konnten und Godric meinte, er müsste ein wenig seines Blutes opfern. Natürlich tat Harry dies ohne zu zögern und kaum tropfte sein Blut auf den Boden, vollführte sein Ahne eine komplizierte Bewegung mit den Händen und alles um Harry herum fing an zu vibrieren. Dann ging eine Welle der Magie von ihrem Standort aus und alles um Harry herum schien sich zu verwandeln. Es war, als hätte Harry als der rechtmäßige Erbe dem Schloss wieder Leben eingehaucht. Es sah so aus, als würden die letzten tausend Jahre einfach ausradiert und plötzlich sah sich der Gryffindor einem Schloss gegenüber, welches voller Macht und Prunkt glänzte. Godric beruhigte den Jungen aber sofort und meinte, dass er sich keine Sorgen wegen der Schutzzauber machen bräuchte. Die Burg blieb weiter unsichtbar, bis Harry wollte, dass man sie sah.

„So Harry, jetzt müssten wir nur noch Sesam öffne dich sagen und dann geht's zum größten Geheimnis aller Zeiten."

„Sesam öffne dich, Sir?", fragte Harry unsicher und schaute verwirrt zu Godrics Geist.

„Kleiner Scherz, Harry. Ich hab den Spruch im Orient aufgeschnappt. Nein, du als wahrer Erbe musst nur die Hand auf die Gedenkplatte legen und das Schulmotto laut sagen. Es wirkt dann wie ein Schlüssel und du wirst sehen..."

Harry zögerte kurz und tat wie ihm geheißen. Doch zur Überraschung beider passiert nichts. Harry wiederholte die Worte und drückte seine Hand ganz fest auf kalten Stein. Doch wieder geschah nichts. Schockiert schaute der Junge zu Godric und dieser ging im nächsten Moment nachdenklich auf Abstand. „Wer bist du?", fragte er sogar und Harry war nun völlig verwirrt. „Ich bin Harry Potter, Sir. Bitte, ich weiß nicht, was das zu bedeuten hat?"

Godric schien ihm zu glauben und seine Augen begannen im nächsten Moment wissend zu leuchten. Er musterte Harry und fragte schließlich, „Dann sag mir bitte, Harry, was bist du?" Hier zögerte der Gryffindor dann aber kurz und schien selbst zu überlegen, was er sagen konnte. Doch wenn es half, das Geheimnis zu lüften, dann sollte es halt so sein. Er sah Godric an und erwidert, „Ich bin ein Phönix, Sir. Ich bin mit der Seele von Arcan dem Phönix vereint. Dumbledore hat sie einst inne und ist gestorben, damit er mir diese Kräfte schenken konnte. Bitte Sir, ich bin nicht gefährlich oder so."

„Nein das bist du natürlich nicht, Harry. Doch erklärt durch diesen Umstand unser kleines Problem. Gryffindor Castle wirkt auf Basis unserer Familienmagie. Allerdings wird sie unterstützt und genährt von der Macht eines anderen Wesens des Feuers." Godrics Blick wurde nun etwas ernst. „Und dieses Problem besteht darin, dass nur ein Lebender den Weg öffnen kann und dieser Lebende bist nicht du." Harry schaute den Geist an und ihm fiel nur eine Person ein, der er zurzeit genug traute. Und diese Person war Hermine. Also musste seine Freundin hier her...

TBC