Kapitel 112
Harry rannte, er flitzte die Gänge von Hogwarts regelrecht entlang und nahm bei den Treppen gleich zwei Stufen mit einmal. Er merkte das Gewicht seiner Liebsten, welches er trug nicht einmal, so unter Spannung stand der Gryffindor. Nur ein Ziel zählte noch; Hermine und dass sie zu Poppy in den Krankenflügel musste. Warum er nicht mit ihr dorthin teleportiert war, wusste Harry selbst nicht, doch eine Stimme in seinem Kopf sagte ihm, dass Hermine zu viel Magie vielleicht nicht verkraftet hätte.
Im Krankensaal angekommen war das erste der laute Ruf nach Poppy. Die alte Schulheilerin brauchte aber einige Augenblicke sich zu ihrem Lieblingspatienten durchzuarbeiten, denn zu Harrys Überraschung war in Poppys Reich jede Menge los. Harry sah mehrere fremde Menschen, besorgte Angehörige und den Gryffindor beschlich das ungute Gefühl, dass er etwas verpasste hatte.
Doch dies musste warten. Erst einmal war Hermine wichtig und so legte Harry seine Freundin auf das erstbeste freie Bett und versuchte mit besorgtem Blick, es ihr so bequem wie nur möglich zu machen. Hermine war immer noch ohne Bewusstsein und ihr Puls so schwach, dass Harry ihn kaum spürte.
„Was ist passiert, Mister Potter?", fragte Poppy und legte eine Hand auf Hermines Stirn. „Wurde sie auch angegriffen? Von wem? Ich dachte, die Angreifer hätten Hogwarts noch nicht erreicht?"
„Angreifer?", fragte Harry überrascht und schaute sich im Raum mit den Verletzten um.
„Ja Harry Angreifer. Feiglinge, die wehrlose Menschen aus dem Hinterhalt angreifen. Monster, die sich im Wald um Hogwarts versteckt haben und die Leute verhexen, die diesen Hort des Friedens erreichen wollen, weil sie sich in der übrigen Welt nicht mehr sicher fühlen."
Harry war entsetzt, das zu hören und eine gewisse Wut baute sich in seinem Inneren auf. Allerdings verneinte er im nächsten Moment Poppys Frage, denn Hermine war ja nicht von einem Menschen oder einem Todesser angegriffen worden. Das es allerdings ein Drache und nicht nur ein gewöhnlicher war, das konnte und wollte er vor all den fremden Menschen hier im Raum nicht offenbaren. Nein, dazu war dieses Wissen zu brisant. Doch irgend etwas musste er Poppy sagen und die alte Hexe bemerkte das Zögern des Jungen. „Nun raus mit der Sprache Harry. Was oder Wer war es?"
„Poppy ich … ich kann es dir …"
„Poootter, ich warte. Wir haben keine Zeit für Spielereien …"
Der Ton, den Poppy angeschlagen hatte ließ den Gryffindor leicht zusammenzucken und Harry musste sich entscheiden. „Es war ein magisches Wesen. Ein starkes magisches Wesen und es scheint Hermine mental angegriffen zu haben. Sie hat aus den Augen geblutet."
„Oh mein Gott", entfuhr es Poppy und sie zückte ihren Zauberstab. Bevor sie ihn aber auf den Kopf von Harrys Freundin richten konnte, um ihre Untersuchung zu starten, polterte es an der Tür und die schweren Blätter wurden fast aus den Angeln gerissen. Entsetzt zuckte Poppy zurück und sah sich im nächsten Moment zwei azurblau funkelnden Augen gegenüber. Selbige gehörten zu einem Wesen, welches eigentlich nicht hier sein dürfte. Es war der steinerne Gargoyle, der sonst die Treppe zu Professor McGonagalls Büro bewachte. Und selbiger Wasserspeier stand nun knurrend vor Poppy und schob diese immer weiter von Hermine weg, als wollte er sie bewachen. Dies bestätigte sich dann auch, als Steph und die Direktorin in den Krankensaal gehetzt kamen.
„Mister Potter, was ist hier los?", fragte Professor McGonagall leicht außer Atem und hielt sich die Seite. Ihr Blick ruhte dabei dem Gargoyle der eigentlich ihre Tür bewachen sollte. „Was macht der Wasserspeier hier? Geh sofort zurück auf deinen Posten, Husch."
Wenn das Verhalten und die steinerne Maske des Gargoyles nicht so gefährlich und ernst gewesen wären, hätte Harry über den letzten Satz der Direktorin gelacht. Jetzt aber war er besorgt, denn Hermines Wache ging in Angriffsposition über, als sich Professor McGonagall mit ihrem Zauberstab näherte.
„Professor nicht. Er bewacht Hermine und lässt niemanden heran." Rief Harry ermahnend und die alte Hexe stoppte in ihren Bewegungen. „Er bewacht sie? Aber wir müssen Miss Granger doch helfen. Sie scheint verletzt und braucht unsere Hil …Was ist denn überhaupt passiert. Mister Potter?"
Harry wusste es ja selbst nicht so genau. Doch was er wusste, konnte er hier vor all den Leuten nicht preisgeben. „Es gab einen mentalen Angriff, Professor." Mehr sagte er nicht und schaute zu seiner Liebsten. Die Direktorin ließ aber nicht locker und bohrte nach. Das war dann der Punkt, wo Harry meinte, dass sie sich gedulden müssen bis Hermine wieder wach war. Und egal wie lange dies noch dauern würde, es bliebe ihnen keine andere Wahl als darauf zu vertrauen, dass Hogwarts das Richtige tat, wenn es schon den Gargoyle als Wache sandte.
Um die ganze Sache gänzlich zu beenden fragte Harry an Steph gewandt, was denn überhaupt passiert sei und warum das Ministerium nun schutzsuchende Zauberer und Hexen angriff. Damions Dad machte daraufhin ein betroffenes Gesicht und meinte, „Weil sie den Verstand verloren haben. Die Clearwaters und die Woods sind guten Menschen mit Familien und alles was sie wollten war Schutz und die Gewissheit bei ihren Kindern zu sein."
„Die Clearwaters, wie Penelope Clearwater oder Wood wie Oliver Wood?", fragte Harry schockiert und sein Blick wanderte zu einem Bett weiter hinten im Zimmer, wo eine Frau am Bett ihres Mannes saß, der doch tatsächlich Ähnlichkeit mit Harrys alten Quidditchkapitän hatte. „Was ist mit ihnen?"
Hier meldete sich schließlich Poppy zu Wort und sie erklärte dem Gryffindor, dass man Olivers Dad beide Beine mit einem Reduktorfluch zertrümmert hatte und wenn überhaupt, er Monate brauchen würde, um wieder laufen zu können. Natürlich schluchzte Mrs. Wood, als sie diese Diagnose erneut hörte und Harry zog es das Herz zusammen. Dann wanderte sein Blick weiter durch den Krankensaal bis zu einem Bett, wo ein etwas älterer Mann mit Tränen in den Augen kniete und die Hand seiner Frau hielt. Dies musste Penelopes Mum sein und sie sah nicht wirklich gut aus. Ihr Gesicht war aschfahl und immer wieder schienen sie schmerzhafte Zuckungen zu überkommen.
„Was ist mit ihr, Poppy?", fragte Harry und die alte Heilerin machte ein nachdenkliches Gesicht. „Der Cruciatus Harry, und ein mächtiger noch hinzu. So stark, dass meine Tränke nicht wirken bzw. Leonora dagegen immun ist. Du musst wissen, sie ist eine Unsägliche und hat in der Fluch- und Zauberentwicklung gearbeitet. Etwas, dass mit der Zeit durch den häufigen Gebrauch von Heiltränken dazu führt, dass man spezielle Mittel braucht, um ihren Körper zu heilen. Und das sind Mittel, die ich hier nicht habe …"
Bevor Poppy aber weiter reden konnte, kam Harry eine Idee und er lächelte. „Du brauchst also was Starkes, um ihr zu helfen Poppy, oder?" Mit diesen Worten und dem Nicken der alten Heilerin, beschwor Harry plötzlich ein Fläschchen mit einer leicht gelblichen, dickflüssigen Substanz und drehte sich dann so, dass nur Steph und die Direktorin sehen konnten, was er tat. Diese Beiden ließen im nächsten Moment ein leises „Oh" verlauten und dann hellten sich ihre Gesichter auf.
„Hier Poppy, aber nicht alles auf einmal alle machen." Mit diesen Worten und das Fläschchen noch ein wenig schüttelnd überreichte der Gryffindor es der Heilerin und Poppy erkannte anhand der jetzt goldenen Farbe, was Harry noch mit untergemischt hatte. Es war nun Potters wundersames Massageöl und Poppy nahm es dankend an. Allerdings konnte sich Harry nicht verkneifen, ihr zu sagen, sie solle auch die Nebenwirkungen des Öles erläutern, obwohl Mr. Clearwater nicht so aussah, als würde da heute noch was laufen.
Poppy machte sich sofort an ihre Arbeit und behandelte Mrs. Clearwater und Harry wandte sich an seine beiden Professoren zurück. Er wollte ihnen zumindest verraten, wo er in den letzten Stunden gewesen war. Allerdings unterbrach ein „Oh Merlin, Miss Granger" seitens der Direktorin sein Handeln und Harry drehte sich zu seiner Freundin um.
Hermine lag in ihrem Bett, die Augen geschlossen und wälzte sich hin und her. Es sah so aus, als hätte sie einen Alptraum und Harry brauchte nur Sekunden um bei ihr zu sein. Etwas, das die beiden anderen überraschte, denn der Gargoyle ließ den Jungen ohne eine Regung passieren. Als sie sich jedoch dem Mädchen näherten knurrte die steinerne Statue wieder leicht und Steph bremste seine Schritte ab. Sie konnten also nur zuschauen und das gefiel dem Professor für Verteidigung nicht wirklich. Er wollte wissen was mit Harrys Freundin war, zumal das Stöhnen aus dem Mund von Hermine immer heftiger wurde und es außerdem o aussah, als würde sie anfangen zu brennen. Jedenfalls bildete sich um sie herum so etwas wie Qualm.
Harry bekam davon nichts mit. Er war viel zu sehr in Sorge und hielt Hermines Hand. „Schatz was ist? Was brauchst du? Was soll ich tun?", fragte er und Hermine schien zu spüren, dass er da war. Ihr Gesicht drehte sich so, als würde sie ihn anschauen auch wenn ihre Augen geschlossen blieben. „Wasser", entkam es ihren Lippen und Harry wiederholte damit er richtig verstand. „Wasser" kam es erneut und der Gryffindor drehte sich zu Steph um.
„Ich brauche Wasser, Professor. Hermine hat Durst …"
„Verstanden Harry, ich hole schnell was", erwiderte Damions Dad und schickte sich an zum nächstgelegenen Waschbecken zu gehen. Doch da bäumte sich Hermine auf und schrie Harry förmlich an „WASSER".
„Schon gut Hermine, wir holen dir was zu trinken", versuchte Harry sie zu beruhigen und legte seinen Arm um sie. Steph rannte nun regelrecht zum Becken und drehte den Hahn auf, zumal es so aussah, als würde Hermines Bett jeden Moment in Flammen aufgehen. Immer Mehr Qualm bildete sich und einige im Raum wichen unwillkürlich zurück.
Doch davon bekam Harry nichts mit. Viel zu groß war die Sorge um seine Freundin. Hatte er sich doch falsch entschieden, indem er sich auf den Gargoyle verließ? Ein weiteres Mal bat Hermine um Wasser und endlich drückte Steph dem Jungen einen Becher in die Hand. Harry führte es sofort an Hermines Mund, doch da schüttelte diese den Kopf und Harry schaute sie verwundert an. „Hier ist Wasser, Schatz. Du musst es nur trinken. Komm trink."
Das nächste Wort, was Hermines Mund verließ war sehr undeutlich. Harry merkte, dass sie schwächer wurde und voller Sorge, ja aufkommender Panik versuchte er, dass seine Freundin nicht wegsackte. „Pinienfrisch", entfuhr es dem Mund der Gryffindor und Harry brauchte einen Moment um zu verstehen. Doch als er es tat, da ging es dann ganz schnell, so schnell, dass Steph und die Direktorin nicht mal reagieren konnten. Alles was sie hörte war, dass Harry fragte, ob er sie auf seine Weise transportieren könne und als Hermine, trotz ihrer geschlossenen Augen nickte, erhellte den Krankenflügel keine zwei Sekunden später ein gewaltiger Feuerball.
„Heiliger Merlin", entfuhr es Mrs. Clearwater und es sah so aus, als wolle sie sich bekreuzigen. „Was ist denn eben passiert? Wo sind sie hin? Mein Gott, all das Feuer."
Professor McGonagall drehte sich zu ihr um und wollte versuchen, es ihr zu erklären, doch Poppy war schneller und ihre Stimme klang nicht wirklich erfreut. „Was passiert ist? Harry ist passiert. Er hat es schon wieder getan. Das nächste Bett ist hin, abgefackelt vom Feuerteufel schlechthin und glaub mir, ich lass ihm das diesmal nicht durchgehen." Und obwohl die Sache eher ernster Natur war, konnten sich die Erwachsenen ein Schmunzeln über den Ausbruch der alten Heilerin nicht verkneifen. Allerdings war damit die Frage nach dem Verbleib der beiden Jugendlichen noch nicht geklärt und so wandte sich die Direktorin an Stephano Styls und fragte, ob er eine Ahnung habe, wo Harry und Hermine sein könnten.
Hilfreich hierbei war sogar Poppy, die gerade schimpfend den Becher aufhob, welchen Steph voll mit Wasser zum Bett gebracht hatte. „Und unser Wasser war ihm auch nicht genug. Pinienfrisch … pinienfrisch soll es sein. Als wenn ich wüsste, wie man Wasser pinienfrisch macht…"
Stephano versteifte sich plötzlich und man konnte erkennen, dass die Zahnräder in seinem Kopf arbeiteten. Minerva trat an ihn heran und fragte, „Hast du eine Ahnung, was dieses Wort zu bedeuten hat, Steph?" Damions Dad strich sich übers Kinn und erwiderte, „Nun Minerva, alles was mir im Zusammenhang mit Hogwarts dazu einfällt ist, dass pinienfrisch zu meiner Schulzeit das Passwort zum Bad der Vertrauensschüler war…."
„…und das ist es immer noch", entfuhr es der Direktorin und ihr wurde klar, wo sie Harry finden konnten. Sofort machte sie sich mit Poppy und Steph im Schlepptau auf den Weg. Jedoch wurde ihr Vorhaben im nächsten Moment unterbrochen, da ein lauter Alarm im Schloss losging. Sirenen heulten wie bei einem Fliegeralarm und Professor McGonagall erklärte sofort, dass es der Feueralarm war. Doch um genaueres zu sagen musste sie sich erst mit dem Schloss in Verbindung setzten. Daher trat sie an Poppy vorbei an die nächste Wand und legte ihr Hand darauf.
Steph und Madame Pomfrey beobachteten ihre Chefin genau und es blieb ihnen nicht verborgen, dass die alte Hexe ihre Stirne runzelte. „Komisch" entfuhr es ihrem Mund und alarmiert fragte Stephano, was denn komisch sei. Professor McGonagall schüttelte nachdenklich den Kopf und erwiderte, „Es ist sonderbar, dass der Feueralarm losgegangen ist, es aber nicht wirklich ein Feuer gibt. Nur Hitze, eine Menge Hitze im Flügel wo wir eigentlich hinwollten. Und es scheint so, als würde die Hitze auch sehr schnell wieder verschwinden."
„Nun Minerva, ich denke das haben wir Harry zu verdanken. Doch um es genau zu wissen, müssen wir unsere beiden Verliebten finden." Natürlich zog die Direktorin über diese letzte Bemerkung die Augenbraue hoch, doch Steph grinste nur und alle drei machten sich wieder auf den Weg. Sie kamen dabei an mehreren Schülern vorbei, die aufgeregt und unsicher in Richtung der Lehrer blickten und Professor McGonagall wies sie an, sich in ihre Häuser zu begeben, bis das nächste Essen in der großen Halle anstand. Es gäbe keine Gefahr und die Lehrer würden sich schon um den Alarm kümmern.
Zehn Minuten später war die Gruppe dann schließlich kurz vor ihrem Ziel. Doch das was sie hinter der letzten Kurve erwartete, bescherte vor allem den beiden Damen ein „Oh" und einen nicht zu übersehenden Rotschimmer im Gesicht. Steph schob es erst einmal auf den Überraschungseffekt. Es kam ja schließlich auch nicht jeden Tag vor, dass man völlig ahnungslos um die nächste Ecke geht und dann auf den blanken Hintern eines völlig nackten Blaise Zabini starrt.
Zuerst wollte die Direktorin reflexartig den Jungen maßregeln was dieser Auftritt solle und dass er sich bedecke. Doch schon im nächsten Moment erkannten alle drei was Blaise dort machte und dass es ihm jede Menge Kraft kostete. Stephanos Schüler hatte nämlich alle Hände voll zu tun und bildete mit ihnen und der ihm gegebenen Macht über die Luft eine Art riesigen Wirbel ähnlich den Rüsseln eines Tornados. Und dieser Rüssel schien Unmengen von Wasserdampf, welcher den ganzen Flur ausfüllte und offenbar aus dem Bad der Vertrauensschüler quoll, durch eines der naheliegenden Fenster aus dem Schloss zu transportieren. Das war also die Hitzequelle die den Alarm ausgelöst hatte. Doch woher kam sie? Und noch während die Direktorin sich fragte, ob sie ihrem Schüler in irgendeiner Art helfen konnte, bemerkte sie, dass der Gryffindor nicht allein im Gang war. Nein, weiter hinten, sozusagen am anderen Ende des Flures und hinter einer gewaltigen Wasserwand, stand Blaise Freundin und schien ebenso wie Blaise nackt und mit den Elementen zu kämpfen.
„Mister Zabini, was ist hier los? Was ist geschehen?", fragte die Direktorin besorgt und da bemerkte Blaise, dass er nicht mehr allein war. Allerdings versetzte das Gesicht des Jungen, den drei Erwachsenen einen kleinen Schock, denn die Augen leuchteten azurblau, das Gesicht war verzogen und dann schien eine gewisse Wut, sei es durch die Anstrengung oder sonst etwas, dem Gryffindor nicht klar zu machen, wen er vor sich hatte. Alles was Blaise noch mit knurrender Stimme sagte war, „Was los ist? Potter ist los. Bei Merlin, ich wollte doch nur mal kurz mit Eve allein sein, etwas Zeit mit ihr verbringen und vielleicht einen wegstecken. Aber nein, Harry -ich komm überall rein- Potter und Granger tauchen auf und spielen Tauchsieder …"
Mit offenen Mündern starrten die drei Erwachsenen den Schüler an, der im nächsten Moment fluchte, weil die paar kurzen Worte ausgereicht hatten, seine Konzentration zu stören und der Wirbel kurz seiner Kontrolle entglitt. Die Folge war, dass eine nicht unerhebliche Welle Wasserdampf in Richtung der Lehrer entwich und nur Stephanos schnellem Handeln war es zu verdanken, dass sie nicht gedämpft wurden. Der Lehrer für Verteidigung beschwor einen Schild und lenkte den Dampf gegen die eh schon triefend nasse Wand. Schließlich aber hatte Blaise die Kontrolle zurück und wenige Minuten später schien die Gefahr gebannt zu sein. Jedenfalls ließ der Dampf nach und verschwand.
Das war dann der Punkt wo Blaise den Tornado auflöste noch kurz durchatmete und dann erschöpft zusammenbrach. Auch schien er sich nun der Personen bewusst zu werden, die um ihn herum stand. Jedenfalls versuchte er noch seine Blöße zu bedecken. Doch dass hätte er auch sein lassen können, um die Hände zum Abstützen zu nutzen. So sackte er einfach auf den Boden ein dumpfes Geräusch hallte durch den Gang. Natürlich war Poppy sofort an seiner Seite und auch Eve kam durch die Wasserwand gestürmt, welche kurz darauf zusammenbrach und die gesamten Flur mit einer Unmenge Wasser überflutete. „Oh nein Blaise", rief das australische Mädchen und kniete sich neben ihren Freund. Poppy konnte sie aber beruhigen und meinte, dass es wohl nur ein wenig viel für ihn gewesen sei. Dann beschwor die alte Heilerin zwei Decken und legte eine davon um Eve und eine über den Gryffindor auf dem Boden.
Steph und die Direktorin, letztere immer noch leicht geschockt darüber wie der schwarzhaarige Gryffindor mit ihr geredet hatte, schauten ihre beiden Schüler an und fragten, was denn passiert sei. Eve schaute ihren alten Freund an und erwiderte, „Keine Ahnung. Es ging alles sehr schnell und wir haben nur reagiert. Allerdings sollten wir lieber mal nach Harry und Hermine schauen, denn die waren schließlich im Bad wo der ganze Dampf herkam."
Und wie das Mädchen dies so sagte, wurde sie immer blasser. Und nicht nur sie. Auch die Direktorin schien kurz davor umzukippen und ein „Oh Merlin" entfuhr ihrem Munde. Halb gelähmt vor dem was sie vielleicht erwartete traten die beiden Professoren durch die Tür des Vertrauensschülerbades, oder vielmehr dem, was noch von ihr da war. Und der Anblick, welcher sich ihnen im ersten Augenblick bot war alles andere als beruhigend. Nirgends eine Spur von Harry und Hermine. Die Wände trieften noch vom Wasser und einige Kacheln waren zersprungen oder regelrecht geschmolzen.
„Bei Merlin, was ist hier nur geschehen?", fragte Minerva, wurde dann aber von einem leisen Stöhnen unterbrochen. Sofort blickten die beiden in Richtung des leeren, tiefen Beckens, welches als Wanne diente, und raschen Schrittes überbrückten sie die Distanz bis zum Beckenrand um zu sehen, was auf dem Boden des tiefen Loches auf sie wartete. Gab es Verletzte? Brauchten ihre Schüler Hilfe? Professor McGonagall hätte mit allem gerechnet, aber nicht mit dem, was ihre Augen erblickten.
Am Boden des Beckens lagen Harry und Hermine in einem Rest von Wasser, welches allerdings stetig zunahm, da das Kondensat ins Becken zurück floss. Obwohl liegen konnte man es nicht nennen. Nein, vielmehr saß der Gryffindor an eine der Wände gelehnt und seine Freundin saß in eindeutiger Position auf seinem Schoß und die beiden liebten sich voller Leidenschaft. „Mister Potter", entfuhr es der alten Hexe. Doch es verschlug ihr sofort wieder die Sprache und sie wich ein wenig zurück, als auch Hermine zu ihnen hochblickte, die Augen nicht mehr wirklich menschlich, und ein Fauchen erklang, welches vor Macht und Ungeduld bebte.
Steph zog vorsorglich seinen Zauberstab. Allerdings wurde dieser keine Sekunde später aus seinen Händen gerissen. Er landete wenige Meter weiter hinten im Bad und noch während der Professor überlegte, seinen Stab mittels einen „Accio" zu sich zu rufen, erklang in seinem Kopf Harrys Stimme und er schrie bittend „Nein, geht zurück". Steph kam dem ohne zu zögern nach und zog die Direktorin, die einerseits empört, andererseits aber immer noch geschockt war mit sich. „Komm Minerva, lassen wir die beiden allein. Ich denke, sie sind noch nicht fertig." Sagte er und grinste. Seine Chefin hingegen fand dies gar nicht so lustig und meinte etwas von unerhörtem Benehmen. Doch da stöhnte Harry erneut auf und wie die beiden Erwachsenen zurück zu ihren Schülern schauten, entfuhr auch ihnen ein leises Keuchen.
„Oh Merlin, was passiert hier nur? fragte die Direktorin, während sie ihr Augen jetzt nicht mehr von ihren Schülern lassen konnte.
„Keine Ahnung, Minerva, doch wir sollten ihnen vertrauen und sie einfach machen lassen. Hier sind wahrscheinlich andere Kräfte am …" Den Satz beendet konnte Stephano nicht, denn plötzlich durchzog den Raum eine erneute Hitzewelle und sie ging vom Boden des Beckens, besser gesagt von Harry aus, der nun plötzlich das Erscheinungsbild von Arcan zeigte.
Backflash
Das Bad der Vertrauensschüler war es eigentlich schon immer gewesen, genau wie der Astronomieturm oder aber Gewächshaus Nummer fünf, ein Geheimtipp für junge Paare, die mal ungestört knutschen wollten oder mehr. Und vielleicht sollte die Obrigkeit mal darüber nachdenken, ob sie nicht das Passwort änderte, denn wie fast jeden Tag fand sich auch heute hier ein Pärchen zum gemütlichen ‚baden' ein. Oder aber auch nicht. Jedenfalls machte es den Anschein, denn Blaise Zabini lag allein im großen, mit Schaum überzogenen Becken und hatte seinen Kopf auf den Beckenrand gelegt. Irgendetwas schien in zu beschäftigen. Waren es die Prüfungen, welche anstanden? War etwas mit seiner Familie oder gar Celine, das ihn beschäftigte? Oder aber hatte er einen Alptraum? Seine Unruhe, der ungleichmäßige Atem und das ständige zur Seite legen seines Kopfes ließ dies vermuten. Dann entfuhr ihm auch immer wieder keuchend der Name seiner Freundin.
Doch der Schein trog. Da war Etwas das man erst sah, wenn man mal unter die Oberfläche schaute und ich meine damit die Wasseroberfläche. Denn weiter unten im Becken, die Kräfte ihres Elements Wasser nutzend und dadurch nicht zum Luftholen verdammt, bescherte Blaise Freundin Eve ihrem Liebsten das, wogegen wohl kein männlicher Homo Sapiens etwas einzuwenden hatte … ein einfühlsames Blaskonzerte in D-Moll. Unermüdlich liebkoste sie das steil nach vorn ragende beste Stück des Gryffindors und sie spürte, dass er bald kommen würde. Allerdings wurde ihr eigene Erregung und Vorfreude darauf, wie Blaise sich nachher revanchieren würde, gestört, als sie ein Kribbeln im Nacken verspürte, welches ihre Urinstinkte alarmierte und sie ließ von ihrem Liebsten und seinem besten Stück ab.
„Oh Eeevvee… ich … ich kom…"- Weiter kam Blaise nicht, denn Eve tauchte plötzlich auf und schaute alle andere als entspannte. „Was ist?", fragte der Gryffindor und in seiner Stimme schwang so etwas wie Schmerz mit. Blaise musste wirklich gerade vor dem Höhepunkte sein, doch seine Freundin antwortete nicht. Vielmehr wurde ihr klar, was sie alarmiert hatte und im nächsten Augenblick rief sie laut „RUNTER" und zog Blaise gerade noch rechtzeitig mit in die Tiefe, bevor eine gewaltige Feuerwalze sich durch den Raum brannte. Von einer auf die andere Sekunde färbte sich der Raum über ihnen gelb und rot und ein Zischen verriet, dass die zwei natürlichsten Feinde aufeinander trafen, nämlich Feuer und Wasser.
***
Harry konzentrierte sich so sehr darauf, dass er seine Liebste nicht mit zu viel Hitze umgab, dass er nicht bemerkte, dass sein Ziel gar nicht so frei war, wie er es sich erhofft hatte. Doch was geschehen war, war geschehen und so schaute der Gryffindor etwas unsicher auf das mit Wasser gefüllte Becken und die immer noch leicht dampfende Oberfläche. Diese wurde dann auch keine zwei Sekunden später von zwei Köpfen durchstoßen und während Eve tief Luft holte, hatte Blaise wohl noch volle Lungen. Ohne zu Zögern donnerte er los, als er erkannte hatte, wer ihn den schmerzvollen Abbruch seiner Erfüllung der Lust beschert hatte.
„Sag mal spinnst du Potter? Das Bad gehört heute mir."
Harry zuckte leicht zurück, besann sich dann aber darauf, warum er hier war und sagte mit fester Stimme, „Eve, Blaise raus aus dem Wasser."
„WAS?", wollte der Italiener aufbegehren, doch da stöhnte Hermine schmerzvoll auf und nun schauten auch die beiden im Wasser alarmiert. „Wasser", keuchte Hermine und Harry versuchte sie zu beruhigen. Eve reagierte sofort. Sie sah die dampfen Sachen der Braunhaarigen und verstand sofort, warum Harry seine Freundin hier her gebracht hatte. Sie schnappte sich Blaise, oder vielmehr beförderte eine plötzliche Woge den Gryffindor aus dem Wasser und er schaffte es gerade noch auf seinen beiden Beinen zu landen, die abklingende Erektion drohend gen Harry gerichtet. Dann kühlte der weibliche Wasserelementar das Wasser im Becken mittels ihrer Kräfte noch etwas ab.
„Harry, was ist mit ihr?", fragte Eve voller Sorge, doch der Schwarzhaarige antwortete nur, „Später" und „Geht jetzt lieber. Es wird bestimmt ungemütlich". Doch da zog plötzlich etwas anderes die Aufmerksamkeit des Gryffindors auf sich und als er gefunden hatte was er suchte und nachdem er kurz stockte und das Wasser vor sich musterte, fügte er hinzu „Und du auch raus Myrte". Das war dann der Punkt, wo die beiden Nackten entsetzt aufschrieen und ein mehr oder weniger verlegener Geist aus dem Wasser auftauchte.
„Du kleine Spannerin", fauchte Blaise, während Eve immer roter wurde. Ohne Zweifel hatte Myrte ganz genau gesehen, wie die Australierin ihnen Freund verwöhnt hat. Dann aber konnten sich beide nicht mehr um den Geist kümmern, denn Harry war samt seiner Sachen mit Hermine ins Becken gestiegen und die Temperatur im Raum stieg merklich an, etwas, das bei Myrte wohl eine Erinnerung weckte, den sie floh nun regelrecht. Eve und Blaise blieben jedoch noch kurz und mit Erschrecken stellte Eve fest, dass sie sich nicht so leicht aus dem Staub machen konnten. Sie drehte sich zu Blaise und rief, „Schatz schnell raus in den Gang, wir müssen was tun."
„Was tun? Mir fällt nur eins ein, dass ich jetzt will. Außer vielleicht Potter in den Hintern treten." Erwiderte der Gryffindor leicht angesäuert. Doch Eve fragte ihn, ob er wüsste, wie viel Wasser gleich verdampfen würde. Und das war dann der Punkt, wo Blaise wohl verstand und sie begannen mit den ihnen gegebenen Kräften ihr Möglichstes zu tun.
Harry bekam davon nicht mehr wirklich etwas mit. Er hatte nur noch Augen und Sorge für seine Liebste. Er spürte nicht einmal die Hitze, die sie beide umgab und wie sie in den brodelnden Fluten versanken. Wie lange es gedauert hat, bis sie wieder auftauchten, vermochte Harry später nicht mehr zu sagen. Er wusste nur so viel, dass er Hermine immer noch in den Armen hielt, seine Klamotten in kleinen, zerrissenen Teilen auf dem Beckenboden verteilt waren und ihre beiden nackten Körper sich fest aneinander gepresst bewegten.
Dann endeten diese Bewegungen und Harry sah Hermines Gesicht direkt vor sich. Ihre Augen jedoch waren immer noch geschlossen und langsam bekam der Gryffindor Angst, dass mit ihnen was nicht stimmte. „Hermine?", fragte er leise und sie antwortete „Ja Harry".
„Geht's dir besser? Kann ich was für dich tun? Was hat er mit dir gemacht? Was ist mit deinen Augen?"
Auf dem Gesicht der Gryffindor spiegelte sich ein Lächeln wieder, auch wenn es nicht durch den sonst für Harry so wundervollen Glanz ihrer braunen Augen unterstützt wurde. „Langsam Harry, bleib ganz ruhig", versuchte Hermine ihren Freund etwas von seiner Sorge zu befreien. „Es ist alles in Ordnung. Du musste mir nur vertrauen."
„Vertrauen, Hermine? Ich vertraue dir mit meinem Leben. Das weißt du. Nur ich habe Angst um dich. Ich meine, was eben geschehen ist, das Feuer, der Dampf und das alles. Und dann was der Drache mit dir gemacht hat und dann deine Augen, das ganze Blut und so…"
Hermine beugte sich vor und verschloss Harrys Mund mit ihren Lippen. Dann lächelte sie wieder und wiederholte ihre Bitte, dass Harry ihr vertrauen sollte. Ihr Freund nickte und wollte sie enger umschlingen, doch da brach Hermine die Umarmung ab. Sie drückte ihn etwas von sich und entschloss sich, ihrem Liebsten das geschehene nicht nur zu erklären, sondern sie meinte es wäre das Beste, wenn sie es ihm einfach zeigte. Doch dazu müsste Harry seine Schilde senken und ihr Einlass in seinen Geist gewähren. Harry kam dem ohne zu zögern nach, auch wenn ein leichtes Kribbeln in seinem Nacken ihm sagte, dass Hermine jetzt eine ungeheure Macht umgab, die er so nicht bei ihr kannte.
„Erschrick bitte nicht, Harry. Ich öffne jetzt meine Augen", sagte Hermine als letztes. Und Harry wollte es auch gar nicht, doch ein wenig zuckte er schon zurück, als sich die Lider seiner Freundin öffneten und ihn zwei Augen anschauten, die so gar nichts mehr mit denen seiner Freundin zu tun hatten. Harry blickte in zwei Poole von Gold in deren Zentrum schwarze schlitzförmige Pupillen glitzerten. Wie die Augen eines Reptils funkelten sie ihn an und noch bevor der Gryffindor reagieren konnte, drang etwas voller Macht durch seine eigenen Augen in seinen Geist ein. Harry war überwältigt und es kam ihm so vor, als würde er nach hinten fallen.
Das Nächste was Harry wieder mitbekam war, dass er sich nicht mehr im Bad der Vertrauensschüler befand, sondern wieder tief unter dem Schloss seiner Ahnen. Und Harry bemerkte, dass er nicht mehr er selbst war. Nein, sein Körper stand einige Meter weit von ihm weg und er unterhielt sich mit dem Geist von Godric Gryffindor. Scheinbar war er im Moment in einer Erinnerung von Hermine. Oder besser gesagt, er war Hermine. Neugierig wartete Harry darauf, was wohl gleich geschehen würde.
Sein Blick wanderte neugierig über die imposante Erscheinung des Drachen und als er sich, oder besser sein anderes Ich der Erinnerung zur Erkenntnis kam, dass der Drache noch lebte, da geschah es. Er hörte plötzlich eine Stimme in seinem Kopf und sie sagte mit genervtem Ton. „Natürlich lebe ich, du einfältiger Mensch."
„Wer war das?", hörte er Hermines Gedanken und spürte dann plötzlich den Blick des Drachens auf sich, obwohl Harry sich bewusst war das außer ihm das keiner bemerkte. Schließlich umgab das riesige Tier dann so etwas wie ein weißes Licht und dann löste sich ein Schatten aus der diamantenen Hülle der Echse. Es war offenbar der Geist des Tieres und er bewegte sich auf Harry, oder besser Hermines Kopf zu.
„Du kannst mich hören, Mädchen?", fragte der durchsichtig schimmernde Drache und da löste sich auch etwas aus Harrys Freundin. „Ja", antwortete die geisterhafte Erscheinung Hermines leicht unsicher und der Drache kam noch näher. „Wie ist das möglich?", fragte der Drachen. „Der Geist eines Menschen ist viel zu schwach und von sich eingenommen, als das er in der Lage wäre, meine Gedankenströme zu erreichen."
„Ich … ich weiß es nicht … Dra …Drache.", erwiderte Hermine und etwas Unbehagen machte sich ihn ihr breit, zumal der riesige Kopf ganz nah an ihrem Gesicht verweilte und es wohl nur den Bruchteil einer Sekunde bräuchte, um Hermines Erscheinung zu zerfetzen.
„Mein Name ist Rouma und wenn ich deinen Geist richtig lese, heißt du Hermine. Und ich bin … bin nicht nur ein Drache, meine Liebe. Ich bin ein Urdrache, wie ihr mich nennen würdet und dank Godric da drüben, die Letzte meiner Art." In der Stimme des Drachens schwang unverhohlener Hass auf seinen Zustand mit.
„Ich weiß", erwiderte Hermine betroffen. Ihre Kehle zog sich etwas zusammen und sie hoffte, den Drachen nicht zu reizen. „Doch er bedauert es sehr. Sir Gryffindor war damals jung und er woll … wollte es sogar rückgängig machen. Doch er hat es nicht mehr geschaffte."
„Schweig Hermine, ich kenne die Geschichte, ich bin um einiges länger auf diesem Planeten und wenn es dich beruhigt und wenn du es so willst, dann habe ich ihm ja auch verziehen." Unterbrach sie der Drache und sein Blick war kurz zu Harry und dem Geist der Gründer gerichtet. „Nichtsdestotrotz hat er mit seinem Handeln Dinge verursacht, die für meine Spezies das Ende bedeutet. Mein Gelege mag hier zwar durch der Magie des Ortes und der Erde am Leben erhalten werden, doch wird es nie wieder einen Drachen mit unserer Macht auf der Welt geben."
„Auch nicht, wenn man dich befreit?", fragte Hermine hoffnungsvoll und schaute dem Drachen in die Augen. Dieser musterte das Mädchen daraufhin genau und antwortete, „Nein auch dann nicht. Meine Zeit ist schon vor Jahrhunderten abgelaufen und mein Leben seitdem unnatürlich. Wer also sollte über meine Kinder wachen und sie leiten? Außerdem, wer sollte mich befreien wollen? Ich werde als Bestie angesehen und würde sofort gejagt werden. Nein, es ist so sicherer. Für mich und für meine Kinder."
Dies zu hören schien bei Hermine was auszulösen, was auch der Drache zu spüren schien. Sein Blick ging zu Hermine und dann zu Harry und Godric. Er musterte die drei eingehend und wandte sich dann an die Gryffindor zurück. „Wieso seid ihr überhaupt hier unten? Was wollt ihr hier, wo Godrics Familie das Geheimnis um mich doch so lange wahren konnte?"
Hermine schauten den Drachen nachdenklich an und dann begann sie ihm von Voldemort, von Hogwarts und dem bevorstehenden Krieg zu erzählen. Sie erklärte, dass sie bis vor wenigen Stunden noch überhaupt keine Ahnung einerseits vom Schloss über ihnen und andererseits von der Höhle hier unten hatten. Hermine erzählte, dass sie nichts von Rouma wussten und dann sagte sie auch, dass mit dem Wissen, welches sie beide nun durch ihre Entdeckung hatten, die Gefahr bestand, dass auch Voldemort von der Höhle hier erfuhr und dass dieser mit Sicherheit einen Weg finden würde sie und das Nest für seine finsteren Pläne zu nutzen.
Hermine hatte sogar so emotional geredet, dass es Harry selbst etwas mulmig wurde. Doch seine Freundin hatte Recht und Voldemort hing umso mehr wie ein Schwert über ihren Köpfen. Der Drache jedoch schien dies nicht ganz so zu bewerten und es dauerte auch noch einige Minuten, bis er wieder sprach. Was er allerdings sagte, bescherte Harry eine Gänsehaut. Seine Stimme war dabei durchzogen von Macht und die Worte hallte noch eine Weile nach.
„Es heißt dann wohl Hermine, dass mein Tod einen Teil zum Frieden beitragen würde. Mein Tod würde die Gefahr, welche von mir ausgeht, bannen."
„Ähm ja … oder … ich weiß es nicht", erwiderte Hermine. Doch noch bevor sie noch etwas sagen konnte, unterbrach sie der Drache. „Nun dann sei es so."
„NEIN", schrie Hermine förmlich und Harry schreckte etwas zurück. „Du … du kannst doch nicht so einfach … Ich meine… deine Eier … deine Kinder … Was soll denn aus ihnen werden." Also hier kam bei Harrys Freundin schon etwas wie Mutterinstinkt durch, auch wenn die Gryffindor noch weit davon entfernt war, eine Mutter zu werden. Allerdings schien dies den Drachen nachdenklich zu machen und plötzlich schien der Geist der Echse sich regelrecht mit Hermine Silhouette zu vereinen. Ihre Augen waren nur noch wenige Millimeter voneinander entfernt und man konnte die Macht um die beiden herum förmlich greifen.
Kurz darauf löste sich der Drache wieder von Hermine und ging etwas auf Abstand. Er richtete sich auf und blickte in Richtung seines reellen Körpers und den Eiern im Nest, welche immer noch in den Farben des Regenbogens pulsierten. Und dann schien er eine Entscheidung getroffen zu haben und wandte sich mit seiner kräftigen Stimme an Hermine zurück. „Du hast Recht Hermine, meine Kinder dürfen nicht sterben. Doch das obliegt nicht mehr mir. Nein, ich denke, wir sollten etwas tun, was es noch nie in der Geschichte gegeben hat. Wir sollten uns vereinen und sie gemeinsam bewachen …"
„Was?", fragte Hermine ungläubig und wich etwas zurück. Es war schließlich nichts, womit die Gryffindor gerechnet oder von dem sie schon einmal gelesen hatte. Rouma ging aber nicht weiter auf das Gesicht des Mädchens ein, sondern erklärte ihren Vorschlag weiter. „Also Hermine, ich schlage dir folgendes vor. Du und dein Freund, der nebenbei gesagt, schon sehr mächtig ist, ihr befreit mich aus diesem Verließ hier und gebt mir meine Würde wieder. Und ich helfe euch im Gegenzug, beim Kampf gegen Voldemort…"
„Aber …", entfuhr es Harrys Freundin, doch der Drache unterbrach sie sofort. „Nein, ich bin noch nicht fertig, Hermine. Des Weiteren nämlich werde ich einen Teil meines Wesens und meiner Macht an dich übertragen und du wirst dich dann um meine Kinder kümmern. Ich weiß, dass du eine gute Mutter sein wirst. Ich spüre es einfach und glaub mir, ich habe die Erfahrung der Jahrhunderte. Doch das wichtigste kommt noch, Hermine, denn damit unser Pakt wirksam wird, musst du etwas tun, was andere nicht geschafft haben. Entweder du oder dein Freund, ihr müsst einen alten Pakt erfüllen und zwei Seelen erlösen. Und dieser Punkt ist nicht verhandelbar."
Hermine starrte in das Gesicht des Drachen und ein Gefühl der Furcht umschlang ihr Herz. Es war einfach unglaublich, was der Drache ihr da sagte. Allerdings ging es danach ganz schnell, denn egal wer es war, der die Geschicke der Welt lenkte. Er wusste scheinbar schon wie sich Harrys Freundin im tiefsten Innern entschieden hatte. Denn plötzlich spürte Hermine und somit diesmal auch Harry ein Brennen in den Augen und dann trafen sie die Emotionen und Erinnerungen Roumas mit voller Wucht. Und als dann noch die immense Macht der riesigen Echse ihren Körper durchflutete, war das letzte was sie sah und undeutlich hörte der Schrei des Drachen und wie er ihr zurief, dass er im Moment wo sie sich vereint haben erkannte, dass er einen Fehler begangen hat.
Dem Geist von Hermine schien dies aber gleich darauf wenig zu helfen, denn er krümmte sich vor Schmerzen. Harry wollte zu ihr, wollte seiner Freundin helfen. Doch er konnte nicht und bemerkte dann das, was er schon in der realen Welt gesehen hatte, nämlich dass Hermines Augen zu bluten begannen. Ein wie Poppy gesagt hatte untrügliches Zeichen dafür, dass ihr Hirn angegriffen wurde. Kurz darauf brach die Gryffindor zusammen und ihr Geist verband sich wieder mit ihrem Körper. Sofort war der Harry in der Höhle zur Stelle und fing sie auf. Sein geistiges Ebenbild, welche sich jedoch gerade die Erinnerung ansah, konnte nur hilflos in die Höhle schauen. Er konnte nichts tun und fragte sich, warum ihn Hermine noch hier behielt. Die Antwort darauf kam in einem letzten Brüllen des Drachens, welcher nun ebenfalls vor Schmerzen aufschrie. Doch man konnte inmitten des Lärms dennoch eine Botschaft verstehen und sie lautete. „Hermine, du musst durchhalten und es schaffen. Die Macht, die ich dir gab mag zwar zu groß sein für einen Menschen allein, doch wahre Liebe ist ein Geben und Nehmen und deshalb teile sie mit deinem Gefährten. Teile und alles wird gut."
Wieder schien es, als würde eine fremde Macht sich Harrys Geist bemächtigen. Doch dann spürte der Gryffindor, dass die Macht ihn auch wieder verließ und er in die Realität zurückkehrte. Etwas, das er bei näherer Betrachtung dann doch noch hätte verschieben wollen, wenn man die Lage bedachte, in der er sich wieder fand. Gut, das Gefühl Hermine in den Armen, ihre warmen Körper um sich, auf seinem Schoss und mit ihr vereint, zu spüren war schon das Höchste, was sich der Gryffindor vorstellen konnte. Daran bestand kein Zweifel. Doch der entsetzte, ja leicht empörte Gesichtsausdruck der Direktorin kam da schon einem Lustkiller gleich. Harry merkte förmlich, wie ihm die Röte ins Gesicht schoss. Sein Tun im Bezug auf Hermine unterbrach er aber aus irgendeinem Grunde dann doch nicht und rhythmisch bewegte er weiter sein Becken und Hermine tat es ihm gleich.
Dann schien ihr beider Liebesspiel jedoch zum Höhepunkt zu kommen und als dies geschah, traf den Jungen eine neue Welle der Macht, viel stärker noch als das, was er eben erlebt hatte. Naturgemäß wollte sich Harry dagegen wehren, doch da übernahm jemand anderes sein Handeln. Und während Harry in den vor Lust funkelten reptilartigen Augen seiner Freundin sehen konnte, wie sein Körper sich veränderte, hörte er in seinem Geiste nur noch die Stimme von Arcan, der sagte, er solle sich treiben und ihn machen lassen.
Backflash Ende
Minerva McGonagall und auch ihr Kollege Stephano wussten nicht so recht, wie sie jetzt reagieren sollten. Was geschah gerade mit Harry und seiner Freundin? Und wie sie sich das fragten, schienen die beiden Liebenden auch einer völlig anderen Ebene zu schweben. Harrys Haut war nun bronzefarben und wo sich sonst seine schwarze Mähne befand loderte ein gleißendes Feuer. Doch das war noch nicht einmal das sonderbarste. Nein, dieses oblag Hermine, deren Haut sich zu verwandeln schien und die Struktur von Schuppen breitete sich über ihrem ganzen Rücken aus. Wie Leder sah die sonst leicht blasse Rückenpartie der Schülerin jetzt aus.
Doch davon merkten die beiden wohl gar nichts. Sie ließen sich jetzt gerade nur noch von ihren Gefühlen und Instinkten leiten und während Harry so etwas wie den Untergebenen mimte, übernahm seine Freundin das Zepter. Sie richtete sich etwas auf und legte dann ihre Arme unter Harrys Achseln hindurch auf dessen Rücken. Es sah so aus als wollte sie ihn umarmen. Doch es sah halt nur so aus. Nein, vielmehr legte die Gryffindor nun ihre rechte Hand auf das Schulterblatt ihres Liebsten und dann verformte sich diese.
Minerva entfuhr ein Keuchen, als sie dies sah, nahm die Hand doch die Form einer kleinen Drachenkralle an. Und mit dieser kratzte Hermine ihrem Freund so etwas wie ein Muster in den Rücken. Was es darstellen sollte, konnte man nicht erkennen, denn die Wunde schien so tief zu sein, dass sofort das Blut des Jungen floss. Allerdings revanchierte sich Harry wenige Augenblicke später, als auch er seiner Freundin etwas in die Schulter ritzte. Dort jedoch mit der Kralle eines Vogelns, die sich anstelle seiner Hand gebildet hatte.
Nachdem das Ganze dann geschehen war, sahen sich die beiden Schüler wieder tief in die Augen und die Temperatur im Raum stieg wieder sprunghaft an, worauf die beiden Lehrer etwas zurückwichen. Allerdings konnten sie ihren Blick nicht abwenden und so verpassten sie auch nicht, wie durch die extreme Hitze die goldenen Wasserhähne anfingen zu schmelzen und ein dünnes Rinnsal flüssigen Metalls sich auf die beiden Liebenden zubewegte. Doch offenbar wollten die Zwei dies genau so, denn kaum in Reichweite bewegten sowohl Hermine, als auch Harry ihre tierischen Extremitäten zum Boden mit dem Gold und tauchten sie dort ein. Dann führte sie jeweils etwas flüssiges Gold zur Wunde des anderen und als das Metall die Verletzungen berührte, zog es die Kratzer nach und es entstanden zwei Bildnisse. Eines, das auf der Schulter von Hermine, zeigte einen grazil gezeichneten Phönix und bei Harry schaute nun ein Drachen von seiner Schulter.
Kurz darauf kühlte es im Bad wieder ab und auch zwischen den beiden Schülern schien es zu einem Ende gekommen zu sein. Beide sackten zusammen und blieben im leeren Becken liegen. Das war dann der Punkt, wo die Direktorin und auch Steph aus ihrer Starre erwachten und ihren beiden Schülern zu Hilfe eilten. Steph sprang gleich mal ins Becken, während Minerva fragte, was sie tun konnte. Schließlich war sie nicht mehr die Jüngste. Außerdem hatte sie so viele Fragen, welche sie Harry stellen wollte und dann war da noch ihre Sorge um Hermine. Einzig Steph schien eine Ahnung zu haben, was geschehen war. Allerdings brachte ihm die Bemerkung, dass er doch gefragte werden wollte, wenn er schon Trauzeuge sei, einen mehr als nur verwirrten Blick seiner Chefin ein. Vielleicht täuschte er sich ja aber auch. Doch dazu musste man warten, bis Harry und Hermine wieder wach waren. Und da dies bestimmt noch eine Weile dauern würde und weil Poppy ihn killen würde, wenn sie die Beiden nicht in ihr Heiligtum bekäme, brachten die beiden Lehrer die Zwei hoch in den Krankenflügel. Ach ja, und das Bad der Vertrauensschüler bekam ein Schild verpasst … OUT OF ORDER.
