... Knochen des Vaters … ( neun Finger reichen ja zum Popeln)

Fleisch des Dieners … ( hab jetzt ´ne Funkmaus, also Kabel in den Topf)

Blut des Feindes … ( Hehe, die blonde Tussi, die meinen Dienstplan schreibt, glaubt immer noch der Blutspendedienst vom DRK macht Hausbesuche )

doch egal, alles rein in den Pott, kräftig umgerührt und aus dem Kessel der Vergessenheit steigt Mister Figgs empor … (und bleibt mit seinem breiten Hintern stecken )

Jaaaa, es hat lange gedauert, doch ich bin zurück. Und im Gepäck ein neues Cap. Ich hoffe ihr seid mir nicht all zu böse. Doch die letzten Monate waren arbeitsreich, arbeitsreich und … ähm hab ich das schon erwähnt … arbeitsreich. Außerdem geb ich hier offen zu, dass ich auch noch an einer neuen Story schreibe, die mir ein wenig die Ideen für diese Geschichte hier blockiert hat.

Doch wie ich es versprochen habe, lasse ich hier nichts unvollendet. Daher wüsch ich euch auch viel Spaß beim Lesen und bin gespannt auf eure Meinungen.

Und bevor es gleich losgeht noch eine Frage in eigener Sache. Ich brauche einen Betaleser für die neue Story. Das Problem bei ihr ist jedoch, dass es ein Crossover wird und zwar zwischen HP und Twilight. Ich bräuchte also jemanden, der sich mit beidem etwas auskennt und der auch für M-Rating-Storys geeignet ist.

So und nun viel Spaß

Mister Figgs

Kapitel 114

Bestürmt zu werden war gar kein Ausdruck, bei dem was Harry und seine Liebste erwartete, als sie wieder in Hogwarts waren. Keiner hatte während ihres Aufenthaltes in Gryffindorcastle gemerkt, wie schnell die Stunden verronnen waren und dass sie die Zeit fürs Abendessen eingeholt hatte. Sorgenvoll fragte Ron, wo sie gewesen waren. Er selbst habe das halbe Schloss nach ihnen abgesucht. Und er betonte dabei, dass er alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel bei der Suche zu Rate gezogen hatte.

Harry beruhigte seinen besten Freund jedoch sehr schnell und setzt mit seiner Bemerkung, dass er es ihnen später erklären würde an Stelle der Sorge die Neugier. Und was Harry den Jungen versprach, dass tat Hermine bei den Mädchen. Auch sie würde ihren engsten Freundinnen, sprich Luna, Ginny, Celine und Eve einige Dinge verraten. Doch vorerst hieß es sich das Abendessen schmecken zu lassen und dann war Zeit für den Mädchenabend.

„Krass", entfuhr es Ginny und sie erinnerte mit ihrem Ausspruch eher an ihren Bruder. „Und du hast jetzt wirklich Drachenkräfte ?"

Hermine lächelte und griff in die Schale mit Chips, welche die Mädels, die im Kreis auf Hermines Bett saßen, zwischen sich in die Mitte gestellt hatten. „Ja, in gewisser Weise schon, Gin. Doch nicht ganz so, wie du denkst. Also ich kann kein Feuer spucken oder habe eine schwer zu durchdringende Haut. Meine Kräfte dienen mir mehr dazu, Roumas Art zu erhalten und mich um das Gelege zu kümmern."

„Und wie soll das geschehen? Musst du die Eier ausbrüten?", fragte nun Eve und Hermine erwiderte, „Ich hoffe nicht. Hast du ´ne Ahnung wie groß die Dinger sind." Das Lachen, was folgte war sogar im Jungenschlafsaal zu hören und die Jungs fragten sich, was die Weiber wohl gerade trieben, denn ihre Gruppe ging die ganze Sache ruhiger an und überließ dabei Harry das Wort. Der Gryffindor erklärte das, wozu er bereit war und musste nicht einmal sehr viele Fragen beantworten. Allerdings musste er seinen Kumpels versprechen, sie so schnell wie möglich mal mit ins Schloss zu nehmen. Und dies war ein Versprechen, welches er doch gern gab. Allerdings wandte sich der Schwarzhaarige bevor sie ins Bett gingen noch an Blaise und bat ihn um ein Gespräch unter vier Augen. Der ehemalige Slytherin bedachte ihn zwar mit einem skeptischen Blick, doch als Harry ihm erklärte, worum es ging, stimmte er zu. Die anderen erfuhren allerdings nicht, worum es ging. Einzig das Blaise meinte, sie sollte dann aber ziemlich früh los, ließ die Augenbrauen von Damion und Ron fragend noch oben wandern.

„Potter …"

„… nein Schatz, ich will nicht …"

„Potter wach auf und nenn mich nicht Schatz, sonst drück ich dir wirklich einen Kuss auf…"

Dies, und in Verbindung mit einer männlichen Stimme, ließ Harry sofort hellwach werden und er starrte ins ebenfalls müde wirkende Gesicht von Blaise. Sein Kumpel war allerdings schon angezogen und nach weiteren drei Sekunden der Orientierung fiel dem Gryffindor auch wieder ein, dass die beiden ja was vorhatten. Zehn Minute später war dann auch Harry reisefertig und fragte Blaise, wie sie wohl am besten reisen sollten. Harry hatte nämlich keine Ahnung wo die Familienvilla das Zabinis lag. Und weil man auch für die Phönixteleportation zumindest einen Anhaltspunkte brauchte und da der Don bestimmt auch Sicherheitszauber über seinem Haus hatte, oblag es dem Sohn des Dons, die Entscheidung zu treffen.

„Also ich würde mal sagen, du bringst uns erst mal aus Hogwarts raus, dann sparen wir uns den Weg bis zur Appariergrenze und außerdem müssen wir dann nicht durch den Zoll, oder wie die Muggel das nennen. Danach würde ich direkt nach Italien gehen, Markusplatz vorzugsweise, denn dort ist in der Nähe ein öffentlicher Kamin."

„Öffentlich?", fragte Harry überrascht und Blaise grinste. „Na ja, so gut wie. Wenn du weißt, dass er da ist."

„OK Blaise, dann fass mal an und nicht einatmen." Nun war es Harry der grinste und zwei Sekunden später waren die Zwei auch schon weg.

„Oh Venedig, wie romantisch", säuselte eine verträumte Stimme von recht, keine zehn Meter von der Stelle entfernt, wo die beiden Zauberer wie aus dem Nichts aufgetaucht waren. Sie gehörte einer jungen, blonden Frau, einer Touristin, die wohl mit ihrem frischvermählten Mann oder gar Verlobten das morgendliche Venedig erkundigen wollte und sie beide glücklicherweise nicht bemerkt hatte.

„Ja, ganz toll", erwiderte ihr Begleiter, die Tonlage in seiner Stimme wirkte jedoch so, als hätte er jetzt lieber was anderes mit ihr vor, als sich die Sehenswürdigkeiten der Stadt anzuschauen.

Harry und Blaise hatten dies beide bemerkt und schmunzelten sich dreckig an. Dann bedeutete der Italiener seinem Begleiter, er solle ihm folgen. Blaise übernahm die Führung und schon nach wenigen Schritten fand sich Harry in einer Kaschemme wieder, dir noch schlimmer wirkte als der Eberkopf in Hogsmeade. Glücklicherweise waren aber kaum Leute im Gastraum. Harry vermutete, dass ein Großteil der üblicherweise hier verkehrenden Zauberer und Hexe wohl eh gerade nicht ansprechbar wäre und ihren Rausch ausschliefen. Doch das konnte dem Gryffindor nur recht sein.

So nutzten die beiden rasch den Kamin und weiter ging ihre Reise. Ihr Ziel hierbei war dann für Harry doch schon etwas besonderes, da ihn zum einem der Name „Schlangenrube" die Nackenhaare aufstellen ließ und sie dann nicht wie sonst aus einem gemauerten Kamin kamen, sondern inmitten einer kleinen Mulde aus aschegeschwärztem Stein auftauchten, die wohl an anderer Stelle als Grillplatz benutzt wurde. Die Feuerstelle lag inmitten eines kleinen Zypressenhains und war dadurch vor neugierigen Blicken gut geschützt. Überrascht schaute Harry zu Blaise und dieser grinste.

„Kleines Geschenk meines Vaters. Nicht viele kennen diesen Ort hier. Aus unserem Bekanntenkreis höchstens noch Pansy und Draco. Kannst ihn ja mal fragen …"

Im nächsten Moment erstarrte jede Bewegung im Körper des Schwarzhaarigen und dies war wohl dann die falscheste Reaktion, die er dem ehemaligen Slytherin gegenüber zeigen konnte. Blaise wollte ihn also testen und hatte ihn überrumpelt. Und dies zeigte sich auch darin, dass sich ein Grinsen der Erkenntnis über das Gesicht des Jungen zog. „Also doch Potter. Hat mich meine Intuition nicht getäuscht und er lebt."

Harry schaute sich nun leicht panisch um und überlegte, was er tun sollte. Blaise oblivieren? Doch wenn ja, wer wusste noch darüber Bescheid ? Bevor er aber eine Entscheidung treffen konnte, sprach ihn Blaise an und meinte, „Keine Sorge Potter, sein Geheimnis ist bei uns sicher. Einzig warum er es getan und uns nichts gesagt hat würde mich interessieren."

„Uns?", fragte Harry überrascht und schaute sein Gegenüber skeptisch an.

„Na ja, ich meine Pansy und mich. Himmel Potter, wir waren seine besten Freunde. Wir kennen uns seit Kindestagen und haben schon vor Hogwarts gemeinsame Abenteuer erlebt. Meinst du da nicht, wir können anders als Dumm und Dümmer oder der Rest von Hogwarts, eins und eins zusammen zählen. Außerdem hat unser lieber Damion einen Fehler gemacht und in der Stunde der größten Sorge eine alte Angewohnheit nicht abgelegt. Er hat Pansy um sie zu beruhigen „Angel" genannt, etwas das sonst nur Draco getan hat, wenn er sie früher trösten musste. Und dann der zeitliche Ablauf und die misslungene Flucht nach Brasilien …"

Harry hörte den Worten von Blaise zu und kam nicht umher eine Entscheidung zu treffen. Seine Gedanken rasten und schließlich bat er Blaise, sich zu setzten. Sie gingen beide zu einem der dicken Baumstämme, die wie Bänke um die Feuermulde gelegt waren und bat den ehemaligen Slytherin um einen Eid, das er niemandem jemals davon erzählen würde, was er jetzt erfuhr. Blaise war damit einverstanden und so weihte Harry ihn in Damions Geheimnis ein. Besonders betonte er dabei, dass der Junge, den sie ihren Freund nannten, nun einzig und allein noch Damion McKenzie war, wohlweislich aber mit den Erinnerungen von Draco Malfoy.

Kurz darauf war die Sache für den früheren Slytherin auch schon geklärt, allerdings meinte er auch, dass er sich mit Damion unterhalten und dass auch Pansy noch eine Rolle spielen würde. „Komm Potter, wir müssen da rüber." Blaise wies dabei Richtung Sonnenaufgang und als sie die Zypressen hinter sich gelassen hatten, fand Harry sich vor einem schmiedeeisernem Tor wieder, welches der Gryffindor schon einmal gesehen hatte und zwar damals zu Weihnachten im Fernsehen.

„Willkommen in der Villa de Zabini, Potter", grinste Blaise und winkte kurz darauf auch schon den beiden Wachleuten zu, die in ihren dunklen Anzügen und mit strengen Blicken herbei eilten, um die Neuankömmlinge in Augenschein zu nehmen.

„Guten Morgen, Alex", sagte Blaise cool und einer der beiden lächelte. „Guten Morgen, Master Blaise. Es ist schön sie zu sehen, wenn auch überraschend. Wissen denn ihre Eltern, dass sie hier sind." Harry beäugte ihn vorsichtig und erinnerte sich an das Gesicht. Er hatte den Bodyguard schon einmal gesehen, damals in London, als er mit Hermine in einem von Don Guillanos Restaurants war.

„Nein", erwiderte Blaise und riss Harry damit aus seinen Gedanken. „Es soll eine Überraschung werden. Außerdem bin ich nur die Begleitung. Harry hier will mit meinem Vater sprechen. Ich nehme doch mal an, dass sie gerade beim Frühstück sind?"

„Das ist korrekt, Master Blaise. Die Herrschaften speisen heute aber auf der Terrasse. Kein Wunder bei dem herrlichen Wetter."

„Danke Alex, wir nehmen dann gleich den Weg ums Haus herum. Komm Harry." Zwei Minuten später erreichten die Beiden eine riesige, sonnige Terrasse und der freudige überraschte Aufschrei seitens Blaise Mutter ließ den schwarzhaarigen Gryffindor etwas zurückschrecken. Der Don schaute von seiner Zeitung auf und lächelte, als er seinen Sohn erblickte. Sie betraten die Terrasse nun gänzlich und näherten sich dem Tisch auf welchem, sehr zur Überraschung des Gryffindors, ein für Harrys Geschmack eher britisches Frühstück aufgebaut war.

Doch das sollte im nächsten Moment sein geringstes Problem sein, denn während der Don Harry einfach freundlich die Hand hinstreckte, kniete sich seine Gattin plötzlich hin und schaute den Gryffindor erwartungsvoll an. Harry starrte mit einer Mischung aus Schock und peinlich berührt sein nach unten und wusste nicht, was er davon halten sollte. Blaise hingegen, schon um seinem Kumpel aus der Patsche zu helfen, sagte „Mum tu das bitte nicht. Ich hab dir doch gesagte, dass Harry nicht nach den alten Bräuchen lebt oder sie kennt…"

„Alte Bräuche?", fragte Harry verwirrt und Blaise lächelte. „Naja Harry, meine verehrte Frau Mutter möchte sich bei dir dafür bedanken, dass du Celine und mich und all die anderen Kinder als Lord Potter unter deinen Schutz gestellt hast. Nicht viele würde dies tun."

„Ja vielen Dank, Lord Potter", pflichtete Donna Zabini bei und sah den Gryffindor weiterhin erwartungsvoll an. Harry blieb jedoch weiter ahnungslos, bis Blaise meinte, er solle seine rechte Hand vorstrecken und ihr den Ring seiner Familie, den Ring der Gryffindors präsentieren und hinhalten.

„Wie bitte", kam es entgeistert, doch unbewusst und als wüsste er wie es geht, tat Harry es. Und kaum, dass der dunkelrote Rubin in der morgendlichen Sonne blitzte, ergriff Blaise Mutter, eine in Harrys Augen wunderschöne, gestandene Frau und Gemahlin von Don Guillano, einem mächtigen Zauberer und Familienoberhaupt der Mafia, seine Hand, als gehörte sie dem Pabst höchstpersönlich. Sie flüsterte untertänigst „Danke Lord Potter" und küsste den Ring. Danach stand sie wieder auf und ihr Verhalten änderte sich schlagartig. Sie stellte sich neben ihren Mann, strahlte plötzlich wieder voller Würde und begrüßte Harry nun so, wie es eine Herrin tun würde.

Harry starrte erst sie und dann seinen Ring an. Verlegenheit war kein Ausdruck und der Rotschimmer im Gesicht des Gryffindors zeigte dies auch. Und wieder einmal hasste er sein Leben. Allerdings meinte Blaise dann, er, Harry, solle sich nicht so haben. So waren die alten Bräuche nun einmal und jeder Reinblüter wäre so erzogen. Und dann sollte sich Harry auch noch vorstellen, dass es vor hundert Jahren noch Gang und Gäbe gewesen wäre, dass seine Mutter sich ihm für eine Nacht angeboten hätte.

„BLAISE", entfuhr es Mrs. Zabini und sie funkelte ihren Sohn böse an. „Jetzt bringst du unseren Gast in Verlegenheit und …"

„Na und Mutter, Potter hat es doch auch getan, als er das Bad der Vertrauensschüler zerstört hat, ich Hogwarts vor Schaden bewahren und dann mit einer schmerzhaften Halblatte vor der Direktorin stehen musste."

Harry starrte seinen Kumpel an und wollte nur noch hier weg. Halt, erst wollte er Blaise töten und dann weg. Don Guillano hingegen begann zu lachen, bis ihn der Blick seiner Frau ereilte und er sich wieder fasste. „Ähm, ok, ich denke wir sollten das Thema wechseln. Was führt euch her?"

Harry war dem Don überaus dankbar und auch dafür, dass ihn der Mann an den Tisch bat. Etwas Essen konnte nicht schaden und nachdem eine Dienerin noch zwei Gedecke aufgetan hatte, frühstückten die vier erst einmal ausgiebig. Blaise Eltern erkundigten sich währenddessen auch nach Celine und schließlich war es an der Zeit für Harry sein Anliegen vorzutragen. Er atmete nochmal tief durch und wandte sich dann an das Familienoberhaupt. „Don Guillano, ich würde gern mit ihnen über etwas Wichtiges sprechen. Es geht dabei um etwas, dass uns helfen könnte Vold…"

„Stopp Harry … sprich seinen Namen hier nicht aus, denn es gab Zeiten, da der dunkle Lord einen Tabuzauber auf ihn gelegt hatte. Es war dadurch ein leichtes für ihn, Leute zu finden, die sich gegen ihn erhoben und die ihm durch ihren Mut, nicht vor einem Namen zu kuschen, gefährlich werden konnten. Wir sollten vielleicht ins Haus gehen. Dort sind die Schutzzauber um einiges stärker und werden von der Magie unserer Ahnen genährt."

Harry schaute den Don überrascht an, nickte jedoch verstehend und blickte sich dann um, so als würde Tom jeden Moment hier auftauchen. Doch nichts geschah und so wurde der Gryffindor ins Innere der Villa geleitet. Es ging vorbei an jeder Menge Prunk und Kunst vorbei und an den Stellen, die zu Weihnachten noch die Spuren eines Kampfes aufgezeigt hatten. Nicht alle Einschüsse waren beseitigt worden und offenbar wollte der Don dies auch nicht, denn als Harry sich eine der Kampfspuren genauer ansah, bemerkte er eine kleine Bronzetafel und ein kleines liebevoll zusammengestelltes Blumengesteck unter den Schäden. Harry konnte nicht anders und hielt kurz in seiner Bewegung inne. Der Don bemerkte dies und hielt selbst an. „Ihr Opfer und ihr Andenken wird auf ewig in unserer Familiengeschichte eingebunden sein." Harry schaute nachdenklich in das Gesicht des Mafiachefs und kurz darauf ging es auch schon weiter.

Schließlich fand sich Harry in der Bibliothek der Familie Zabini wieder und er musste gestehen, dass das Fernsehen es in keiner Weise vermochte, den Anblick wieder zu geben, der sich ihm nun bot, denn das, was er hier sah, war keine Bibliothek. Nein besser, es war ein Museum oder ein Schrein der Kunst und Geschichte. Überall standen Antiquitäten und hingen Bilder von denen Harry dachte, sie würden eigentlich irgendwo in den Galerien hängen.

Besonders schien es dem Don das Mittelalter angetan zu haben, denn es gab jede Menge Schwerter, Degen, kostbar verzierte Streitäxte und Schilde, von denen manche sogar nur aus dunklem Holz waren. Es bedeutete wohl, dass diese aus einer noch älteren Epoche stammten und Harry durchzog ein andächtiger Schauer. Und dann war da der Fußboden der Bibliothek, ein Mosaik aus Holz, das allein schon ein Kunstwerk war und bei dem sich Harry nicht sicher war, ob er es nicht schon einmal gesehen hatte. Vielleicht täuschte er sich aber auch und er erinnerte sich nur daran, da der Kameramann damals seine Kamera auch mal nach unten gehalten hatte.

Schließlich war sein Blick so weit über den Boden geglitten, dass das eigentliche Objekt seines heutigen überraschenden Besuches in Sicht kam… der Schreibtisch. Fast majestätisch mutete er an, so als würden sonst nur Könige an ihm arbeiten. Das leuchtende Mahagoni, die filigranen Verzierungen und schließlich die beiden Drachenbeine, welche die schwere Holzplatte trugen und sie trotz des kurzen Abstandes in der Waage hielten. Harry spürte förmlich die Magie, welche vom Tisch ausging und eine Gänsehaut bildete sich auf den Armen des Gryffindors.

Allerdings schien er der Einzige zu sein, dem es so ging. Blaise und sein Vater merkten davon nichts und so bot der Don Harry erst einmal einen Platz an. Dann nickte er seinen Wachen zu und sie ließen sie alle allein in der Bibliothek.

„Nun Harry, es geht also um den Unnennbaren." Die Worte des Dons holten den Gryffindor aus seinen Gedanken und er nahm, wie von Blaise Vater höflich angeboten, auf einem der bequemen Sessel Platz.

„Ja Sir, es geht um ihn und um etwas, hinter dem er einerseits her ist und das uns auf der anderen Seite helfen kann, ich zu besiegen."

„Und das wäre, Lord Potter", fragte der Don nun neugierig, worauf Harry gleich auf den Punkt kam. „Ihr Schreibtisch Sir. Oder vielmehr Teile davon. Oder um es genau zu sagen, Sir, ich brauche die Drachenbeine."

Nun Don Guillano hatte mit vielem gerechnet, dachte bei der Bitte um Mithilfe um Männer oder dass er seine Beziehungen spielen ließ. Umso überraschter war dadurch nun auch sein Gesicht. „Meinen Schreibtisch Mister Potter? Teile davon? Die Beine des letzten Urdrachen? Junger Mann haben sie eine Ahnung wie wertvoll der Tisch ist, wie alt und woher er stammt? Er ist seit Generationen im Besitz der Familie Zabini und es verbindet uns einen Geschichte."

Dabei glitt der Blick des Dons in Richtung einiger Gemälde an der Wand und Harry glaubte sogar, dass er an einem bestimmten Bildnis, dem eines Mannes mit nur einer Hand, etwas länger verweilte. Dann wandte sich der Gryffindor wieder zurück zum Don und Harry beobachtete den Mann vor sich ganz genau. Es mochte ja ebenso wie er selbst, Voldemort als seinen Feind ansehen, doch er war auch ein stolzer Mann und Mafiaboss und Harry wollte ihn auf gar keinen Fall verärgern. Allerdings ging es hier um mehr als um verletzten Stolz und so atmete der Gryffindor nochmal tief durch und erwiderte mutig, „Sir ich weiß, dass der Tisch alt und wertvoll ist. Und ich weiß, dass sie sehr stolz darauf sind, ihn zu besitzen, zeigt er doch ihre Verbundenheit zu Hogwarts und dem Hause, dem sie einst angehörten."

Der Gesichtsausdruck des Dons änderte sich schlagartig und er schaute nun plötzlich vorwurfsvoll zu Blaise, so als hätte dieser Harry etwas gesagt, was nicht sein durfte, ein Familiengeheimnis wenn man so wollte. Harry sprang aber schnell für seinen Kumpel ein und verteidigte ihn. „Nein Sir, Blaise hat mir nichts gesagt. Ich habe meine Quellen, weitaus ältere, woanders beheimatet und durch sie weiß ich, dass dieser besondere Tisch, ihr ganzer Stolz wenn man so sagen darf, einst Salazar Slytherin gehörte, ja persönlich von ihm erschaffen wurde. Erschaffen mit den Gliedmaßen des letzten Urdrachen, der die Erde oder besser England in der damaligen Zeit heimsuchte."

Der Don starrte Harry mit offenem Mund an und dem Gryffindor wurde klar, dass es wohl eine Ewigkeit her war, dass Blaise Vater so überrascht wurde. Allerdings fasste sich der Don auch sehr schnell wieder und nach einigen Sekunden des Nachdenkens lehnte er sich in seinem Sessel zurück und erwiderte, „Nun Mister Potter, ihr Anliegen ist doch sehr ungewöhnlich und wenn sie mir noch ein wenig mehr verraten, würde ich ihrer Bitte vielleicht auch nachkommen. Doch es geht nicht. Man kann den Tisch nicht zerstören. Mein eigener Vorfahr musste dies auf schmerzhafte Art und Weise herausfinden."

Harry schaute den Don fragend an und wieder einmal ging der Blick des Mannes zu dem einen bestimmten Gemälde. Es war das mit dem einhändigen Zauberer. „Sein Name war Giovanni der Dritte, mein Ur-ur-ur-ur-Urgroßvater", erklärte Blaise Vater, als er merkte, dass Harry seinem Blick gefolgt war. „In unserer Familiengeschichte ging er aber als der einhändige Giovanni ein und so mancher hätte ihn sogar ganz aus ihr gestrichen."

„Wirklich Sir? Warum?", fragte Harry überrascht.

„Wegen seiner Einstellung zur Magie und den Gesetzen. Giovanni war den dunklen Künsten sehr zugetan und das war etwas, dass die Zabinis nicht gern sahen. Aber verstehen sie dies nicht falsch, Mister Potter. Wir sind offen was das Wissen angeht, halten sehr viel von Traditionen und können in gewisser Weise auch die Gedanken der alten Familien und ihre Angst um die Reinheit des Blutes nachvollziehen. Aber wir haben Grenzen, was die dunkle Magie angeht, denn sie verdirbt sogar das reine Blut."

Harry musste kurz den Kopf schütteln. Ein Mafiaboss sagte ihm, dass er sich an Regeln hielt. Allerdings fügte eben jener Mann hinzu, dass man den Gebrauch von dunkler Magie nicht mit seinen Geschäften verwechseln durfte. Klar gab es Kämpfe und es waren Menschen gestorben, doch niemals wurde dunkle Magie angewendet. Und hier musste Harry protestieren. Er schaute den Don an und fragte ihn, was denn nun mit dem Todesfluch war und ob er diesen als weise Magie ansah.

Blaise Vater schien kurz zu überlegen, bevor er den Kopf schüttelte. „Nein Mister Potter, das tue ich nicht. Andererseits ist die Grenze bei manchen Zaubern und Flüchen auch sehr verschwommen. In meinen Augen zählt in diesen Fällen einzig die Intension des jeweiligen Zauberers oder der Hexe. Denn Mister Potter, was ist wohl die humanere Art zum Beispiel ein schwerverletztes Tier zu töten? Ausbluten oder der Todesfluch?"

„Ja aber so können sie dies nicht sehen Sir. Einen Menschen kann man nicht mit einem Tier vergleichen." Harry war regelrecht aufgesprungen und stützte sich auf dem Schreibtisch ab. Der Don stand daraufhin auch auf und schaute dem Gryffindor fest in die Augen. „So habe ich es auch nicht gemeint, Mister Potter. Ich wollte ihnen nur nahebringen, dass der Todesfluch nicht nur für Grausamkeiten benutzt werden kann, sondern dass es darauf ankommt, wofür man ihn oder auch andere Zauber benutzt. Sie können ja meinen Sohn mal fragen, wie ich ihn vor Jahren vor einem schlimmen Unglück bewahrt habe."

Harry zuckte etwas zurück und schaute überrascht zu seinem Kumpel, der nun sehr verlegen zu Boden schaute. „Dad bitte", beschwerte er sich und dies steigerte Harrys Neugier nur noch mehr.

„Sag es ihm ruhig, Blaise. Du warst damals vier Jahre und Angst ist in dem Alter doch keine Schwäche. Niemand würde jemals über dich lachen, wenn er es erfährt."

Verwirrt musterte Harry nun seinen italienischen Freund und dieser wischte sich nervös übers Gesicht. „Naja Potter, es ist nun wirklich sehr lange her und eigentlich vergessen. Doch als ich vier Jahre alt war ist etwas passiert, das meine Zukunft doch sehr stark beeinflusst hat. Es war Sommer, ein meteorologisch sehr ungewöhnlicher Sommer, so gegen Ende Juli und eine Menge Stürme haben unser Land damals heimgesucht. Es war ungewöhnlich, da es eigentlich immer sehr sonnig und warm um diese Zeit hier ist. Nun jedenfalls schien sich damals schon meine „Zuneigung" zum Element Wind zu manifestieren und eines nachts wurde ich regelrecht von einer unsichtbaren Kraft angezogen. Ich weiß nicht einmal mehr wie es geschehen ist, doch als meine Eltern mich fanden, hockte ich vor Angst zitternd auf den Spitze des Nordturms, kurz bevor ein gewaltiges Gewitter heranzog."

„Echt? Auf der Spitze? Was ist geschehen?", fragte Harry und Blaise rollte mit den Augen.

„Keine Ahnung Potter. Ich hab doch gesagt, etwas hat mich magisch angezogen und hey, ich war vier Jahre alt. Ich weiß nicht, wie ich da hoch gekommen bin. Doch der Grund, warum mein Dad meint, ich sollte dir das erzählen, ist die Art und Weise, wie ich wieder runter gekommen bin."

„Wie denn? Levitation? Apparation?"

„Nein Harry, durch den Imperiusfluch", erwiderte Blaise den Mutmaßungen des Gryffindors. „Mein Dad musste mich unter den Imperiusfluch setzte, damit sich meine Hände öffneten und ich mich nicht mehr an die Zinnen klammerte. Potter, ich hab mich damals vor Angst nass gemacht und so verkrampft, dass kein Zauber wirkte. Mein Dad hat es nicht geschafft, mich mit dem Leviationsspruch vom Dach wegzuziehen und das obwohl die ersten Blitze sich am Himmel zeigten. Erst der Imperiusfluch schaffte es und rette mein Leben. Ich denke, du verstehst langsam, was mein Vater meint."

Harry schaute überrascht zwischen den beiden Zabinimännern hin und her, bevor Blaise weitersprach. „Ach und Potter … ein Wort über das eben gehörte und Granger muss beim magischen Orionversand bestellen."

Der letzte Satz hatte gesessen und Harry nickte zustimmend. Allerdings verschwammen seine Gedanken an den bei Seamus schon mal gesehenen Katalog zunehmend, da ein leichtes Kribbeln in seinen Händen Harry signalisierte, dass irgendwo eine mächtige Magiequelle auf ihn reagierte. Rasch sah er sich um und sein Blick landete wieder auf dem Schreibtisch. Rasch setzte er sich wieder in den Sessel und fragte den Don, was denn nun mit seinem Vorfahren geschehen sei.

Blaise Vater sah den Gryffindor an und erwiderte, „Nun Mister Potter, genaue Aufzeichnungen von den damaligen Ereignissen liegen nicht mehr vor und lediglich eine kleine Notiz meines Vorfahren warnte uns, jemals wieder den Tisch zu öffnen. Wobei ich mir nicht einmal vorstellen kann, was er damit meinte. Ich sehe hier nämlich nichts, was wie eine Tür oder Schublade aussieht. Ganz zu schweigen davon, dass die Tischplatte zwar ziemlich großflächig ist, dann aber wiederum nur sechs Zentimeter stark."

Harry folgte dem Blick des Dons und sein eigener wanderte dabei über die reichlich verzierte, dicke Mahagoniplatte. Er versuchte selbst etwas zu entdecken, während Blaise Vater weiter erzählte. „Natürlich haben die Nachfahren des einhändigen Giovannis die Warnung nicht ernst genommen und sein Werk weiterverfolgt. Doch keine Trank, kein Zauber und kein Fluch konnte dem Tisch etwas anhaben oder ihn, wie es Giovanni meinte „öffnen" Alles erwies sich als falsch."

Niedergeschlagen über diesen Punkt in der Geschichte seiner Familie, ließ sich der Don in seinem Sessel zurück fallen. Blaise hatte in der Zwischenzeit einige Utensilien vom Tisch genommen und somit die Tischplatte freigelegt. Vielleicht fanden sie ja doch etwas. Einen versteckten Knopf, einen Hinweis … irgendwas. Dann fiel sein Blick auf Harry, der immer noch auf den Tisch starrte und mit seinen Fingern die wellenförmigen Linien, die sich am Rand des Tisches entlang schlängelten, nachzog.

Dann begann der schwarzhaarige Gryffindor plötzlich zu lächeln, er schüttelte seinen Kopf und dann wurde das Lächeln stärker und stärker, bis man es als Grinsen bezeichnen konnte. „Es sind nicht die Zauber, die nicht wirkten. Es war die Sprache, Sir."

„Wie bitte Mister Potter?", fragte der Don überrascht und Harry setzte sich gerade hin. Die Erkenntnis hatte ihn gerade getroffen, doch bevor er dem Don das erklären wollte, sagte er, „Es ist die Sprache, die beim Zaubern verwendet wurde. Sie selbst sagten doch, dass der einhändige Giovanni von ihrer Familie als schwarzer Zauberer angesehen wurde. Und was ist im Glauben vieler heute noch lebender Zauberer und Hexen ein untrügliches Zeichen für einen Schwarzmagier?"

Die beiden Zabinis starrten den Gryffindor an und Harry konnte sehen, wie ihre Gedanken rasten. Wie konnte Potter es nur innerhalb weniger Sekunden erkannt haben und sie nicht. Harry galt als Zauberer des Lichtes und sollte den dunklen Künsten abgeneigt sein. Da aber traf auch Blaise die Erkenntnis und er sagte „Potter, du bist ein Genie". Dann wandte er sich an seinen Vater und sagte „Es ist Parsel".

Die Augen des Dons weiteten sich und er starrte Harry an. Allerdings fielen sie ihm dann fast heraus, als der Gryffindor wieder seine Finger über die wellenförmigen Linien wandern ließ und seinen Mund keine Worte, sondern nur noch Zischlaute verließen. Harry merkte natürlich nicht, dass er mal wieder eine andere Sprache sprach, nein, er versuchte die Linien zu deuten und sein Herz schlug schneller, als sie sich vor seinen Augen verformten und Worte sich bildeten.

wer mutig genug ist, mir mein Geheimnis zu entreißen, der muss sich erst würdigen Blutes erweisen …

„Was haben sie da eben gesagt?", fragte der Don und Harry schreckte kurz hoch. Dann wiederholte er die Worte in Englisch und er vermutete dann auch die Lösung für dieses Rätsel zu haben, denn er bat Blaise um den Brieföffner seines Vaters, den sein Kumpel wenige Augenblicke vorher weggeräumt hatte und der die Nachbildung eines orientalischen Dolches darstellte. Mit diesem ritzte sich der Gryffindor unter den überraschten Blicken der beiden anderen, in den Daumen und ließ etwas vom hervortretenden Blut auf die Tischplatte tropfen.

„Ich, Harry Potter, Sohn einer Hexe und eines Zauberers alten Blutes, möchte dein Geheimnis erfahren und darum prüfe mein Blut."

Natürlich verstanden die beiden Italiener davon nicht wirklich etwas, denn Harry zischte nur wieder Parsellaute in den Raum. Doch was den Worten folgte, sprach für sich. Man konnte die Magie des Tisches nun förmlich spüren und dann begann die Mitte der Tischoberseite plötzlich zu zischen. Es bildete sich ein rötlicher Qualm und die Arbeitsplatte begann zu schmelzen wie ein Block Eis in der Backröhre. Zum Vorschein kam etwas, eine Vertiefung, die von der Größenrelation zur Stärke der Tischplatte eigentlich gar nicht hinein passen sollte. Doch andererseits war es auch egal, denn alle drei mussten ihren Blick und ihre Gesichter abwenden, da der Gestank von Verwesung ohne Gnade in ihre Nasen eindrang.

„Arghh, was bei Merlin ist das? Wo kommt der Gestank her?", fragte Blaise voller Ekel und hielt sich die Hand vors Gesicht.

„Keine Ahnung, schau doch nach", erwiderte Harry leicht schnippisch und ging in Richtung Fenster, um frische Luft zu atmen und um damit den Brechreiz zu unterdrücken. Kurz darauf hatten sie sich aber gefangen und da der Dampf sich auch verzogen hatte, stand nun dem Blick ins Innere des Tisches nichts mehr im Wege. Allerdings war das, was sie erwartete alles andere als magenberuhigend, denn der Gestank der Verwesung musste ja einen Ursprung haben und er bestand in diesem Fall aus einer ziemlich stark verrotteten menschlich Hand, welche inmitten etwas klemmte, das man bei den Muggeln als Bärenfalle kannte. Ja genau das war es, eine Falle und auch der Don schien es so zu sehen. Allerdings untermauerte er seine Erkenntnis mit einem „fantastisch" und rief damit bei Harry ein eher fragendes Gesicht hervor.

„Fantastisch Sir?", fragte Harry ungläubig, da es sich bei den skelettähnlichen Überresten um die Hand eines der Zabininahnen handelte.

Der Don nickte jedoch nur und erklärte, „Ja Mister Potter, es ist unglaublich. Dies hier ist über tausend Jahre alt. Simpel und doch effektiv und das hunderte Jahre, bevor die Muggel oder Zauberer auch nur auf die Idee gekommen sind, so eine Vorrichtung zu bauen."

„Verstehe", entfuhr es dem Gryffindor, doch sein Gesicht sagte was anderes. Blaise auf der anderen Seite fragte, ob sie nun weitermachen und vielleicht die Überreste vom einhändigen Giovanni verschwinden lassen könnten.

„Du hast recht mein Sohn", erwidert der Don und zog seinen Zauberstab. „Ratzeputz", sagte er leise und hoffte, dass er damit was anfangen konnte. Es war ja durchaus möglich, dass seine Magie im Inneren des Tisches nicht funktionierte. Doch sie hatten Glück und die Hand und das getrocknete Blut verschwand und gab den Blick erst so richtig auf das Innere des Tisches frei. Bisher lenkte die Hand doch ein wenig ab.

„Was ist das hier nun genau, Dad?", fragte Harrys Kumpel und schaute nachdenklich auf das mechanische Ding im Tisch.

„Ein Meisterwerk, mein Sohn. Eine meisterliche Verbindung von Magie und Technik, wenn du mich fragst. Siehst du den Kristall da unterhalb der Druckplatte?" - Der Don deutete dabei auf einen etwa straußeneigroßen kristallinen Klumpen im Zentrum der Falle. „In ihm steckt die Magie des Tisches und ich denke anhand der roten Farbe zu meinen, dass er gefüllt ist mit dem Blut des Drachens."

Harry schaute kurz auf und es machte Sinn. Drachenblut hatte ja eine Menge Eigenschaften und Verwendungen, wie es schon Dumbledore nachgewiesen hatte. Dann galt sein Blick aber wieder der Falle und er betrachtete sie ganz genau. Sie bestand wie jede andere Falle dieser Bauart aus Metall, verfügte über zwei scharfe, gezackte Klauen, die sicher blitzschnell hochklappen konnten und man keine Chance mehr hatte, sein Hand wegzuziehen, etwas das dem einhändigen Giovanni wohl zum Verhängnis geworden war. Doch dann wiederum war die Falle etwas Besonderes und hier hörte Harry genau auf die Worte von Blaise Vater. Dieser erklärte seine Kumpel nämlich gerade, dass die beiden Klauen so angebracht waren, dass sie nicht nur nach oben, sondern auch nach unten zusammenschnappen konnten. Blaise fragte daraufhin, warum dies so war, wozu dies gut sein konnte und der Don lächelte.

„Nun mein Sohn, es dient dazu, das zu tun, wofür ihr eigentlich hier seid. Es dient dazu, die magischen Drachenbeine aus ihrem Gefängnis zu befreien und sie vom Tisch zu trennen. Du siehst doch den erwähnten Kristall und die vier pulsierenden Stränge, die einmal rechts und einmal von links aus dem Holz der Tischplatte hervortreten und dann in den Kristall hineingehen, als wären sie mit ihm verwachsen ?"

Blaise nickte und Harry folgte dem Blick des ehemaligen Slytherin.

„Nun Blaise, was du hier siehst, diese Stränge, sind jeweils die Hauptschlagader und der Hauptsehnenstrang eines jeden Drachenbeins, welches den Tisch trägt. Und ich vermute sie sind so stark mit dem Kristall verbunden und magisch geschützt, dass man sie nur mithilfe der beiden Fallenklauen durchtrennen kann."

„Und wie löst man die Falle so aus, dass man nicht die Hand verliert, sondern die Klauen nach unten klappen?", fragte Harry und der Don wandte sich nun dem Gryffindor zu."Nun Mister Potter, sie müssen sich als würdig erweisen und das Rätsel des Tisches lösen."

„Sein Rätsel? Ich dachte, das haben wir?", kam es verblüfft von Harry. Doch ihm hätte klar sein müssen, dass Salazar es ihnen nicht so leicht machen würde.

„Nein Mister Potter, das haben wir nicht. Wir sind lediglich ins Innere des Tisches gelangt. Sein Rätsel haben wir noch vor uns. Oder besser gesagt, sie haben es vor sich, denn nur sie können ab hier weitermachen."

„Ich? Wieso nur ich?", fragte Harry nun etwas verunsichert und der Don sagte, „Nun weil sie es waren, der mit seinem Blut den Tisch geöffnet hat. Und ich glaube kaum, dass Salazar Slytherin will, dass ein möglicher Kandidat mogelt, indem er vielleicht den Tisch öffnet, dann aber ein anderer seine Hand riskieren muss." Und um seine Theorie noch zu untermauern führte der Don seine Hand in Richtung der Druckplatte. Harry sah dem gespannt zu und erkannte, was Blaise Vater meinte, als diesen kurz bevor er die Platte erreichte ein kleiner Magieblitz traf und er seine Hand wegzog.

„Autsch, das war eindeutig", sagte er lächelnd und bedeutete dann Harry es zu versuchen. Allerdings warnte er den Gryffindor, die Platte zu drücken. Er sollte lediglich versuchen an sie heran zu kommen. Etwas, das dem Jungen auch ohne weiteres gelang. Doch das brachte Harry wieder zum Rätsel und er fragte den Don, ob er eine Ahnung habe, was dieses Rätsel sein könnte. Die Antwort darauf war kurz und knapp, denn er sagte einfach. „Es ist ein Code, Mister Potter."

„Ein Code, Sir?"

„Ein Code, Dad?"

„Ja ein Code, eine Kombination, ein Einstellung an der Druckplatte, die man vor dem Drücken vornimmt und die dann darüber entscheidet, ob einem das Leben leichter, oder aber das Onanieren komplizierter gemacht wird."

„DAD", rief Blaise schockiert aus und sein Vater grinste. Dann bat er die beiden Jungen sich die Druckplatte mal genauer anzusehen und Harry und Blaise beugte ihre Köpfe leicht nach vorn, um dies zu tun.

„Wie ihr seht, besteht sie nicht nur aus einer einzelnen Scheibe, die man nach unten drückt. Sondern die Platte besteht aus mehreren Ringen, die man alle untereinander verdrehen kann. So wie bei euren Astronomiediagrametern in Hogwarts. Ihr wisst schon, die Dinger, wo ihr die verschiedenen Sternbilder verschieben könnt, um ihre Positionen zu bestimmten Zeiten zu ermitteln. Genauso läuft das hier. Man stellt wahrscheinlich eine bestimmte Kombination ein und dann legte man seine rechte Hand, auf die im Zentrum der Platte abgebildete, gespreizte Hand und drückt."

„Ja aber wir haben keinen Code, Dad. Woher sollten wir ihn auch haben." Sagte Blaise leicht verzweifelt und schaute hoffend zu Harry. Doch auch dieser musste hier passen. Von einem Code hatte er weder gelesen, noch in einer Erinnerung etwas gehört. Es war ja schon ein Wunder, dass sie das Rätsel des Tisches soweit gelöst hatte.

„Dann lasst uns doch erst mal die Druckplatte genauer untersuchen, vielleicht fällt uns ja was ein. Bei Merlin Blaise, wir waren in seinem Haus. Wir waren und sind Slytherins." Die Verbundenheit, die Harry aus dem Munde des Mannes hörte, war einfach nur überwältigend. Andererseits waren ja auch andere Zauberer und Hexen stolz auf das Haus, aus welchem sie in Hogwarts kamen. Daher stimmte Harry dem älteren zu und sie betrachteten die Falle genauer. Harry zum Beispiel zählte insgesamt dreizehn Ringe auf denen jeweils unterschiedlich Dinge eingraviert waren. Und alle diese Ringe waren beweglich, alle bis auf den äußeren Kreis. Dieser war auch derjenige, auf dem das wenigste stand, denn lediglich die vier Namen Slytherin, Huffelpuff, Ravenclaw und Gryffindor, also die Namen der Gründer konnte man auf ihm erkennen.

Dies waren wohl die Anhaltspunkte nach denen die anderen Ringe ausgerichtet werden musste. Doch wie ? Wie sollte man sie ausrichten, sollte man sie verdrehen, damit es kein Unglück gab. Harry spürte eine gewisse Resignation in ihm aufsteigen.

„Also was haben wir hier, Blaise. Denk nach. Es sind die vier Gründer auf die sich alles bezieht und irgendwie müssen die Begriffe und Zeichnungen mit ihnen zusammenhängen."

Don Guillano ging ziemlich pragmatisch an die Sache heran und Harry versuchte ihm zu folgen. Er bekam dabei mit, oder besser er sah, wie Blaise, der offenbar Rätsel liebte anfing, sich einiges Dinge zu notieren.

„… nun meine lieben, wir haben hier also den Außenring und damit die vier Gründer fixiert. Dann folgen nach innen vier Ringe mit Namen, etwa zwanzig pro Ring und jedes Mal die Gleichen. Danach folgen vier Ringe mit jeweils identischen, lateinischen Namen, wobei ich jetzt schon sagen kann, dass es sich dabei größtenteils um Tiernamen handelt…"

„Die Wappentiere vielleicht `", warf Blaise ein und schaute zwischen Harry und seinem Vater hin und her.

„Vielleicht, mein Sohn. Doch dann wären die vier letzten, inneren Ringe nicht von Nöten, denn sie zeigen uns ja Darstellungen von Tieren im Relief. Also könnte dies auch was anders bedeuten, zumal ich beim kurzen Überfliegen der Namen, schon mindestens drei verschiedene Bezeichnungen für Schlangen erkannt habe."

„Mist", entfuhr es Blaise und Harry stimmte ihm zu. Allerdings im Stillen, da er gerade mit seinen Gedanken nicht ganz so bei der Sache war, ging es doch bei der ganzen Sache auch um seine Gesundheit, seine Hand.

„Bleibt also nur noch der mittlere Ring, oder besser die Scheibe mit der gespreizten Hand und der kleinen Inschrift auf ihr."

„Inschrift?", fragte Harry und der Don nickte. „Ja Mister Potter, sie ist zwar ziemlich winzig aber dennoch zu erkennen."

„Könnte dies vielleicht der Code sein, oder ein Hinweis darauf?", erwiderte Harry auf das Gehörte und versuchte dann die Gravur in der Hand zu lesen. Blaise Vater reichte ihm dazu eine Lupe und bat seinen Sohn, das was Harry erkennen konnte aufzuschreiben. Eine gute Idee, wie Harry fand und daher las er auch laut vor, was dort geschrieben stand.

die Freiheit des Geistes und des Körpers ist ein Gut, dessen Erlangen einer Menge Opfer bedarf. Und es sollte die Aufgabe jeder Generation sein, diese Opfer niemals zu vergessen …

„Nun wie ein Code liest sich das aber nicht", sagte Blaise leicht enttäuscht, während Harry in Gedanken zu versinken schien. Er hatte so etwas ähnliches schon einmal gehört, doch nur wo? Allerdings lenkten dann die beiden Zabinis seine Aufmerksamkeit auf sich, da sie anfingen, verschiedene Kombinationen aufzuschreiben. Blaise versuchte es mit dem Gründer, dem Vornamen, dem Wappentier und scheiterte dann aber bei den Ringen mit den lateinischen Begriffen. Denn wie sein Vater schon gesagt hatte, gab es mindestens drei Schlangenarten zur Auswahl, doch hatte sich niemals ein Slytherin damit beschäftigt, was für eine Schlange ihr Wappentier war.

Blaise Dad ging ähnlich heran, versuchte es aber mit dem Hause Huffelpuff und scheiterte in der Rubrik Vornamen, denn der Name Helga fehlte auf allen vier Ringen. Frustriert zerknüllte er den Zettel und warf ihn weg. „Verdammt noch mal, so wird das nichts. Was für einen Namen soll ich denn nur der alten Hexe geben? Wir wissen ja nicht einmal, ob es hier auch wirklich um ihre Vornamen geht. Bei Merlin, es soll ein Rätsel sein und keine leichte Übung für Erstklässler, denen diese schon beim Willkommensfest verraten werden…"

„Vielleicht hatten sie alle noch einen zweiten Vornamen Dad? Wäre doch möglich und wir wissen es nur nicht. Hör doch mal, wie das klingt, Dad … Godric Nathanael Gryffindor …"

„KLIRRR", ein Scheppern durchfuhr die Stille im Raum und die beiden Zabinis drehten sich zu Harry um, der wie erstarrt dastand und aus dessen Hand soeben ein Wasserglas gefallen war und auf dem Boden zerschellt.

„Oh … mein … Gott ...", war das einzige, was der Gryffindor herausbrachte. Dann sagte er noch so etwas wie „das ist es" und er beugte sich über den Schreibtisch. Seine Augen huschten über die verschiedenen Namen und Begriffe und das Gesicht zeigt pure Anspannung. Dann sackten seine Schultern zusammen und mit zitternder Stimme flüsterte Harry „ ich hab es".

„Wirklich", fragte der Don überrascht und Harry nickte. „Ich hatte es die ganze Zeit, hatte es in meinem Kopf. Wissen, welches niemand hat und was das größte Geheimnis der Gründer beinhaltet."

Und mit diesen Worten führte Harry seine Hand in Richtung der Druckplatte und begann den ersten Drehkranz zu bewegen. Allerdings stoppte er noch einmal kurz, da ihm einfiel, dass er nicht wusste, mit welchem Gründer er anfangen sollte, da ja auf allen vier Ringen die gleichen Namen standen. Nachdenklich drückte er sich wieder hoch und betrachtete das sich vorn abzeichnende Bild genauer. Er bat den Don sogar, einen Moment aufzustehen, damit er sich auf den Platz setzen konnte, wo auch Salazar zu Lebzeiten gesessen haben musste.

Dies dann vollzogen fiel ihm auf, dass der äußere fixierte Ring mit den vier Namen so ausgerichtet war, dass jeder Gründer im übertriebenem Sinn in einer der vier Tischecken stand und die Anordnung passte genau zum Wappen von Hogwarts, was bedeutete Godric befand sich von Harrys Blickwinkel oben links, dann kam Salazar oben rechts, gefolgt von Helga unten links und schließlich Rowena. Und somit legte Harry für sich fest, dass er dieser Reihenfolge folgen würde und er mit Godric Gryffindor begann. Vielleicht war ihm ja das Schicksal wohlgesonnen und er bewies ein glückliches „Händchen".

„Dann wollen wir mal", sagte Harry mit zittriger Stimme und drehte den ersten beweglichen Ring so, dass unter dem Namen Gryffindor der Name von dessen verstorbenen Schüler Nathanael auftauchte. Diesem folgten dann Gustav, Elenor und Casandra, bevor sich Harry den lateinischen Namen zuwandte. Hier half ihm besonders der Don mit seinen Lateinkenntnissen, indem er die Begriffe „Gryphus", „Natrix natrix", „Corvus" und „Meles meles" den jeweiligen Tieren zuordnete. Blaise war in diesem Fall keine Hilfe, da er sich nicht wieder einkriegte, als er erfuhr, dass das Wappentier seines früheren Hauses Slytherin eine Ringelnatter war.

Schließlich folgten noch die Bildnisse der vier Tiere und dann kam der Moment der Wahrheit. Hier zögerte Harry noch einmal kurz und hoffte dass er das Richtige tat. Blaise sprach ihm Mut zu, auch wenn er immer noch nicht verstand, woher Harry sein Wissen bezog. Allerdings versprach er dem Gryffindor auch, er würde ihm im Falle eines Scheiterns später beim Pinkeln und Waschen helfen, was Harry mit einem sarkastischem „Danke Blaise, das beruhigt mich" quittierte. Und dann tat er es. Harry legte seine Hand gespreizt auf die Druckplatte und drückte nach unten. Die Sekunden verronnen und nichts passiert. Harry glaubte schon, etwas falsch gemacht zu haben und er hob seinen Blick in Richtung der beiden anderen. Kurz darauf geschah dann doch etwas und ein markerschütternder Schrei durchfuhr die Bibliothek der Familie Zabini ….