Ja ich weiß es ist lange her. Und eigentlich wollte ich mit dem Posten noch warten bis die Story fertig ist. Aber immer wieder erreichen mich Mail, die meinen, ich sollte doch nicht so lange warten. Und daher kommt heute ein neues Cap. Wobei ich gleichzeitig euch auch noch auf meine neue Story hinweisen will, die derzeit etwas Vorrang hat, weil sie mir die Gedanken an diese Geschichte hier blockieren. Ich hoffe ihr könnt das nachvollziehen.
So nun viel Spaß und bis bald
Mister Figgs
Kapitel 116
Hermine, Ron und Damion postierten sich hinter Harry. Aber nicht aus Furcht oder der Hoffnung hinter dem Rücken ihres Freundes am sichersten zu sein. Nein, sie wollten einfach mit ihm zusammen sein, wenn der Kampf gleich los ging. Damion hatte seinen besonderen Boomerang hervor geholt und Ron sein Hemd für eine schnelle Verwandlung schon geöffnet, als das Gemurmel und Summen der Skelettköpfe immer lauter wurden.
Harry schaute kurz zu seinen Freunden und nickte dankbar. Dann galt sein Blick wieder dem Necro-Portal und ein wenig mulmig wurde ihm schon bei dem was folgte. Denn als der Lärm schon nicht mehr zu ertragen war, verstummten die Schädel plötzlich auf einem Schlag und dann begann aus den Mündern etwas herab zu fließen, etwas ziemlich dunkelrotes. Erst tropfenweise, dann schwallartig und schließlich im ständigen Strom kam aus den geöffneten Kiefern der oben liegenden Schädel Blut.
Viele von Harrys Mitschülern schrien entsetzt auf als der rote Lebenssaft herab prasselte und schließlich durch die Knochen des Podests, welche wie ein Gitterrost wirkten, wieder verschwand. Am Ende war das aber ja auch egal und jede schaute auf den Ring, der nun so gefüllt war mit Blut, dass es einen nahezu undurchsichtigen Vorhang bildete, wie es auch ein Wasserfall tun würde. Nur war es halt kein Wasser, sondern Blut und den meisten war der Ekel ins Gesicht geschrieben.
Harry roch das Blut, verzog das Gesicht und Hermine würgte, doch keiner wandte den Blick ab. Allerdings weiteten sich ihr Augen, als das erst, was durch das Portal kam, kein Monster war, sondern vielmehr die Spitze eines langen Stabes, an welcher so etwas wie ein weißes Tuch befestigt war. Harry starrte verwirrt auf das Tuch und zögerte, irgendeinen Zauber auf das Tor abzufeuern. Und da war er nicht der einzige und das war gut so. Denn der Flagge des Ergebens folgte ein Person mit der Harry und jeder hier im Raum wohl am wenigsten gerechnet hatte. Obwohl es bei späterer Betrachtung auch wieder Sinn ergab. Schließlich lebte diese Person in einem Umfeld, welches mehr oder weniger mit dem Reich der Toten zu tun hatte. Es war ein junger Mann und sein Gesicht schaute vorsichtig aus dem Blutvorhang.
„Oh Merlin … David, was machst du hier ?", fragte Harry und eilte auf den jungen Muggel zu. Dieser wiederum erkannte den Gryffindor und verlor dadurch seine Scheu. Er kam auf Harry zu und verbeugte sich. „Ich bin hier auf Wunsch des Rates der Clans, Lord Potter." Dann erhob er sein Haupt jedoch wieder und ging an Harry einfach vorbei. Sein Ziel lautete nun Ginny und vor ihr kniete er sich sogar hin.
„Herrin, mein Meister schickt mich heute als Vorhut hier her, um seine Ankunft anzukündigen und um sie Lady Generva zu bitten, dass sie mit der Direktorin von Hogwarts spricht, damit einige Notwendigkeiten veranlasst werden."
„Notwendigkeiten ?", fragte Ginny überrascht und auch Professor McGonagall, die keine drei Meter weit weg stand, horchte auf. David blickte zu Damions Freundin auf und nickte. Dann bedeutete er mit seinem Kopf in Richtung der ganzen Leute und danach zu den großen Fenstern und der verzauberten Decke der Großen Halle.
Ginny schien sehr schnell zu begreifen, was David meinte und ihr Blick traf den der Direktorin. Sie ging auf ihre alte Lehrerin zu und wechselte mit ihr einige Worte. Was Harry dann im Gesicht der alten Hexe sah, war eine Mischung aus Erleichterung, Verblüffung und Entschlossenheit. Letztere zeigte sich dann auch darin, dass Minerva sich zum Lehrertisch begab, der ja bekanntlich etwas höher stand und sie sich an alle in der Halle wandte. Um Ruhe brauchte sie sich diesmal allerdings nicht bemühen, lagen doch eh alle Blicke auf ihr.
„Ich bitte, um Ruhe …", sagte sie dennoch aus Gewohnheit. „Ich habe soeben einige Neuigkeiten, wichtige, hervorragende Informationen erhalten und möchte alle Schüler und Gäste von Hogwarts nun bitten, Ruhe zu bewahren. Vom Portal, durch welches soeben dieser junge Mann gekommen ist, geht keinerlei Gefahr für uns aus. Vielmehr werden durch es in wenigen Minuten noch einige weitere Gäste zu uns stoßen, die uns beim Kampf unterstützen wollen. Da sie jedoch zu einer Gruppe Wesen gehören, die von unserer Seite stets mit Ablehnung bedacht worden ist und vor der viele von uns Menschen Angst haben, möchte ich sie alle hier vorwarnen und bitten nichts Dummes oder Provozierendes zu tun."
Die meisten Gesichter der Halle strahlten nun Verwirrung aus und jeder fragte sich, wer diese Gäste wohl waren. Nun nicht jeder, denn wer Ginny und ihre Geschichte kannte, ahnte wohl, wer gleich durch das Portal kommen würde. Aber auch das, was die Direktorin im nächsten Moment tat, ließ einige im Raum so einiges vermuten und ihre Schlüsse ziehen. Denn Professor McGonagall war erneut an eine der Wände getreten, hatte ihre Hand darauf gelegt und sofort begann die Decke der Großen Halle sich zu verändern.
Aus den vereinzelten Wolken und den azurblauen Stellen wurde ein wunderschöner Sternenhimmel, so als hätte man die Zeit vorgedreht und es wäre tiefste Nacht. Und danach verdunkelten sich die Fenster, wodurch sich die magischen Kerzen gezwungen sahen, den Raum mit ihren Flammen zu erhellen. Als dies geschehen war, nickte die Direktorin David kurz zu und dieser ging mit raschen Schritten wieder in Richtung des Portals. Er streckte seinen Arm hindurch und Harry vermutet er gab Konstantin grünes Licht. Was Harry aber an meisten erstaunte, war etwas, das ihm beim ersten Mal, als David durch den Blutvorhang gekommen war, nicht wirklich bewusst geworden war. Davids Sachen war tadellos und kein Tropfen Blut war zu sehen. Es musste also ein Zauber darauf liegen.
Zehn Sekunden später ging dann ein Raunen durch die Halle, als ein Gruppe von gut zehn Männern, alle vom Aussehen her, Herren im gesetzteren Alter und sehr alten jedoch edel aussehenden Gewändern durch den Bogen traten. Hinter ihnen folgten dann eine Gruppe bis an die Zähne bewaffneter Wachen, die alle sehr grimmig schauten. Natürlich stieg beim Anblick der Vampire der Lärmpegel wieder etwas an, vor allem bei den Jüngsten unter ihnen.
Harry erkannte an der Spitze Konstantin und er lächelte dem Vampir freundlich zu. Ginny´s Regent zeigte nun auch seine Zähne und erwidert das Lächeln. Allerdings galt erneut die erste Aufmerksamkeit nicht dem Jungen, der lebte oder gar der Direktorin, sondern Ginny. Die Herrscherin der Vampire begrüßte den Rat ebenso freundlich wie auch erhaben. Sie verbat sich aber sofort, dass der Rat sich vor ihr verbeugte oder wie Konstantin es vorhatte, nieder zu knien. Die alten Vampire lächelte über diesen Befehl und danach war es Zeit darüber zu sprechen, warum Konstantin so plötzlich hier in Hogwarts und vor allem auf diese ungewöhnliche Art und Weise aufgetaucht war.
„Nun Genevra, wir sind heute hier, da uns unsere Spione von der Belagerung Hogwarts berichtete haben. Außerdem haben wir uns auch so unsere Gedanken gemacht, wie wir euch helfen könnten und da uns dies im Kampf nicht direkt möglich sein wird, sind der hohe Rat und ich zu dem Entschluss gekommen, dass wir wenigstens für die Sicherheit der jüngsten unter euch sorgen sollten. Deshalb auch das Portal, Herrin. Mit ihm ist es möglich größere Menschenmengen von einem Ort zum anderen zu transportieren…"
„Und wohin würde das in unserem Fall sein, Sir ?", fragte die Direktorin und Konstantin drehte sich zu ihr. „Nun das zweite Portal steht bei uns im Schloss in Rumänien."
„Im Vampirschloss ? Wir sollen unsere Kinder dorthin ziehen lassen ?", fragte eine jüngere Frau aus der zweiten Reihe, die auf ihrem Arm ein etwa zwei Jahre altes Mädchen hielt. Verständlicherweise machte sie sich Sorgen, es ging ja schließlich darum die Kinder in die Obhut von Vampiren zu geben. Harry konnte ihre Skepsis und ihr Unwohlsein total nachvollziehen.
„Ja Ma'am. Doch keine Sorge. Keiner würde es wagen, sich den Kindern in irgendeiner Weise zu nähern. Sie alle würden unter dem Schutz des Rates und dem Schutz von Lady Genevra stehen."
Die Zweifel verschwanden nicht wirklich aus dem Gesicht der besorgten Mutter und es war Harry, der nun das Wort übernahm. „Also ich finde die Idee hervorragend. So wären zumindest die Kinder in Sicherheit und wenn es sie beruhigt, Ma'am, so würde ich eh vorschlagen, dass wir sie nicht allein dorthin schicken, sondern das auch einige Erwachsene, vor allem die Mütter sie begleiten."
„Richtig Lord Potter, das wäre der nächste Punkt gewesen, den ich angesprochen hätte. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass wir nicht wirklich vertraut sind mit der Beherbergung von Sterblichen, noch dazu Kindern. Wir würden lediglich die Räume zur Verfügung stellen und für ihre Sicherheit sorgen, Lord Potter. Ihr selbst wisst, wie gut unser Schloss gesichert ist, doch gibt es das Problem, dass wir nur des Nachts für unsere Gäste da sein können. Und so sehr sich David auch anstrengen mag, so wäre er doch allein."
Harry dachte über die Worte des Vampirs nach und stimmte ihm zu. Dann schaute er in die Runde und zur Direktorin. Diese schien in Gedanken schon weiter zu sein und wandte sich nun an die gesamte Halle. Sie trug das Angebot des Vampirrates vor und wartete auf die Reaktionen der Eltern, die heute hier anwesend waren. Die jedoch zögerten und Harry wusste zwar nicht wieso, aber ihre Blick gingen alle irgendwie zu Ginny und Molly, die beide zusammen standen und sich jetzt mit Konstantin unterhielten.
Molly schien die Blicke zu spüren und drehte sich um. Sie schaute dabei zu Madame Lizzy und die ältere Hexe schien sehr mit sich zu hadern. Schließlich aber kam Bewegung in Rons Mutter und sie ging zum Lehrertisch, damit jeder sie sehen konnte. Sie wandte sich vor allem an die jungen Mütter und sagte „Also Leute, ich weiß ja nicht wie ihr das seht. Aber ich würde meine Kinder in dieser Situation in Sicherheit wissen wollen. Und ich vertraue hierbei meiner Tochter und ihren Freunden voll und ganz. Also ich bin dafür, dass wir die Kinder hier raus bringen. Und ich weiß, dass es ihnen in Rumänien an nichts fehlen wird."
Für gut neunzig Prozent der anwesenden Mütter schien dies der Satz gewesen zu sein, auf den sie gewartet hatten. Es war wie das Wort des Messias und zeitgleich der Marschbefehl. Denn wenn eine Molly Weasley, die Mutter schlecht hin in der Zaubererwelt, etwas für gut befand, dann WAR es gut. Und keine fünf Minuten später kam Bewegung in die ganze Halle und die Leute wurden aufgeteilt. Mütter und Großmütter, sowie einige Lehrer suchten rasch die wichtigsten Dinge zusammen und dann begann der Marsch durch das Portal in die Sicherheit.
Harry und seine Freunde sahen dies mit Wohlwollen und konzentrierten sich dann auf das nächste Problem, welchen mit seinem Handel mit Voldemort einherging. Es wurde eine Bestandsaufnahme über die anwesenden Kämpfer gemacht und abgestimmt, wer was konnte und wie er von Nutzen sein würde. Denn dass es zum Kampf kam und dass jeder seinen Beitrag leisten musste, gefiel zwar niemanden, doch es war auch jedem bewusst.
Zwei Stunden später verabschiedeten sich dann die letzten Hexen und Schüler, die durch das Portal gingen. Allerdings kam es kurz vor dem Abreißen der Verbindung noch zu einem Zwischenfall. Denn eigentlich war es beschlossene Sache gewesen, dass auch Pansy Parkinson Hogwarts verließ. Etwas, dass die Slytherin eigentlich zuerst nicht wollte und wozu man sie überreden musste. Doch als sie kurz davor war, durch das Portal zu treten, da hielt sie Konstantin lautstark auf. Jeder im Raum reagierte auf den Ruf des Vampirs und Harry sah ihn fragend an.
„Sie darf nicht durch das Portal, Harry.", rief Konstantin und bewegte sich die kleine Brücke hoch, um Pansy von Blutvorhang weg zu ziehen, der sie auf magisch Art und Weise anzuziehen schien.
„Was ? Wieso ?", fragte Harry leicht verwirrt.
„Wegen dem Baby, Harry. Es tut mir leid. Doch der Weg von diesem Portal zu dem bei uns im Schloss, führt durch das Reich der Toten. Ich bin mir sicher, dass einige der kleinen Schüler, die jetzt schon durchgegangen sind, nach ihrer Ankunft sich etwas unwohl fühlen werden. Doch das ist normal, denn die Welt der Toten saugt manchmal an der Energie der Lebenden. Solltest du jedoch diese junge Frau da durch schicken, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass sie ihr Baby verliert."
„Nein, nicht mein Baby", rief Pansy entsetzt und hielt sich den Bauch, als würde ihn jemand bedrohen. Auch wich sie vom Torbogen zurück und wäre fast gestürzt, hätte sie Konstantin nicht gehalten.
„Schsch, alles wird gut, Pansy", sagte Harry, der mittlerweile zu den beiden geeilt war. Er legte seinen Arm um sie und versuchte zu beruhigen. „Dem Baby wird nichts geschehen. Wir haben noch andere Optionen, um dich und das Kleine in Sicherheit zu bringen. Oder glaubst du, ich würde mein Patenkind in dieser Gefahr hier behalten ?"
Obwohl er den letzten Satz nur flüsterte , so hatte ein Großteil der Leute ihn dennoch gehört. Mehrere Menschen keuchten überrascht auf und Harry blickte sich um. Sofort wurde ihm sein Fehler bewusst. Denn eigentlich sollte dies ja ein kleines Geheimnis bleiben. Ein Geheimnis, von dem nur wenige Eingeweihte wussten. Nun war es aber raus und Harry schaute Pansy entschuldigend an.
Die Slytherin lächelte und meinte, „Schon gut Potter. Du bist halt ein Gryffindor durch und durch und ihr habt es ja nicht so mit Geheimnissen." Danach erklärte sie den anderen, dass sie schon vor einigen Wochen, also kurz nachdem der Gryffindor sie und ihr Kind gerettet hatte, gefragte hat, ob er vielleicht der Pate für das kleine werden möchte. Und das war etwas, dass Harry nach einigem Überlegen auch dankend angenommen hatte. Kurz darauf war das Thema beendet und Pansy nahm wieder an ihrem Haustisch Platz. Theo legte seinen Arm um sie, küsste seine Freundin kurz und dann sahen beide zu, wie der Weg in die Sicherheit für ihr Baby sich endgültig schloss.
Harry hatte sich unterdes von den Vampiren verabschiedet und ihnen gesagt, dass er sich sofort melden würde, wenn die Lage sicher war. Konstantin hatte ihm nochmal versichert, dass er alles tun würde, damit die Kinder sicher waren und jetzt sah sich Harry der nächsten Aufgabe gegenüber. Diese hing zum Großteil mit einem riesigen Schloss und einem kleinen Stein zusammen und genau diesen Stein, dieser Siegelstein im Zentrum des großen Hogwartswappens schaute der Gryffindor nun genau an.
„So Lady und Gentleman, dann wollen wir mal dafür sorgen, dass es Tom Riddle wohnlich hat, wenn er hier her kommt." Mit diesen Worten ging er zu Ron und beide Jungen fingen an zu tuscheln. Etwas, dass der Direktorin nicht so ganz gefiel. Doch was sollte sie machen ? Harry hatte die Zügel übernommen und gab sie nicht wieder her. Ein Zug auf den sie einerseits sehr stolz war. Doch dann war da immer noch die Sorge um das Schloss und den Rest der älteren Schüler, die geblieben waren, um mit für ihre Zukunft zu kämpfen.
Fünf Minuten später traten Harry und sein bester Freund, dessen Gesicht ungewohnt angespannt wirkte, an den Lehrertisch heran und der Schwarzhaarige schob ihn mit einem Wink seiner Hand beiseite. Minerva fragte noch was dies soll und warum sie den Stein nicht aus dem Siegel entfernen sollte. Doch Harry lächelte nur und meinte, dass dies nicht ginge, weil sie die Direktorin war und dass wenn sie es täte, sie Hogwarts an Tom kampflos übergeben würde.
„Und bei ihnen wäre das nicht so, Mister Potter ?", fragte Minerva überrascht.
„Nein, wäre es nicht. Außerdem hole nicht ich den Stein, sondern Ron hier. Bereit Kumpel ?", erwiderte Harry und dann levitierte er den Rothaarigen nach oben zum alles überwachende Wappen von Hogwarts. Dort griff Ron in seinen Umhang und holte ein Taschenmesser hervor. Mit diesem brach der Gryffindor den Stein heran und kam war dies geschehen, klag auch schon ein dumpfer Gong durch das Schloss. Dem Lärm folgte dann das metallene Getrampel der Ritterrüstungen und ein Großteil der Schüler fühlte sich an den Tag erinnert, als Rufus Scrimgeour von den Hogwartsrüstungen aus dem Schloss geworfen wurde.
Und genau wie damals tauchte die goldene Rüstung in der Halle auf und schritt lautstark auf Ron zu. Viele im Raum wichen zurück und Molly keuchte entsetzt auf, als sich die Rüstung vor ihrem Sohn aufbaute. „DU", rief die Wache mit ihrer verzerrten, donnernden Stimme und richtete ihren Arm auf den Jungen. „Du hast das Siegel Hogwarts gebrochen. Erkläre dein Handeln und erwarten die Konsequenzen."
Ron zitterte leicht und schaute noch mal kurz zu Harry. Dieser schien aber zu wissen, was hier los war. Er hatte es ja auch Ron erklärt und so blieb er gelassen und nickte seinem Kumpel aufmunternd zu. Ron nickte zurück und straffte seine gesamte Haltung. Er sah der Rüstung direkt ins Gesicht und sagte, „Mein Name ist Ronald Bilius Weasley. Ich bin Angehöriger des Hauses Gryffindor und Vertrauensschüler im siebenden Jahr. Hogwarts steht kurz davor von seinen Feinden eingenommen zu werden und daher erbitte ich die Hilfe des Paladins und der alten Magie, um Hogwarts Schüler und das Wissen der Schule zu schützen."
„Und was bietest du dafür, Ronald Weasley, denn eine solche Bitte wurde noch nie an mich heran getragen und ist auch nicht ohne großen Aufwand zu erfüllen?", fragte die Rüstung und Ron straffte seine Brust noch ein wenig mehr. „Ich biete mein Blut, oh Paladin."
„Nein", rief Molly entsetzt und wollte zu ihrem Sohn. Doch Harry hielt sie auf und meinte, dass sie nichts tun könne. Ron habe sich entschieden und man sollte stolz auf sein Handeln sein. Allerdings war Molly nicht die einzige, der die Sache mit Ron den Schock ins Gesicht zeichnete. Nein auch Parvati wurde von Sekunde zu Sekunde blasser und schien kurz vor der Ohnmacht zu sein. Sie war nicht mal in der Lage, ihren Freund zu rufen und ihre Schwester musste sie stützen. Keiner konnte begreifen, warum sich ausgerechnet Ron opfert. Er, der doch so schon vom Schicksal gezeichnet war.
„So soll es sein, Ronald Weasley aus dem Hause Gryffindor." Der Paladin verbeugte sich und zog dann unter den Schreien der anderen Schüler sein goldenes Schwert aus der Scheide. Mit diesem trat er nun noch näher an den Gryffindor heran und hielt die Klingenspitze gegen Rons Brust. Jedem im Raum war klar, was für ein Opfer ihr Mitschüler brachte und dass das Schwert gleich das Herz des Jungen durchbohren würde. Ron hingegen zeigte keine Angst und erhob seine linke Hand. Er legte sie um die Schneide, so als wollte er sie daran hindern, ihn zu töten und sagte dann „Ich bin bereit". Ron schloss nicht einmal die Augen und dies schien dem Paladin zu genügen. Er zog das Schwert mit einem Ruck zurück und man konnte an seiner Schneide eindeutig Blutschlieren erkennen, Rons Blut. Der Gryffindor senkte dankbar seinen Kopf und danach geschahen Dinge, die keiner im Raum jemals für möglich gehalten hätte.
Der Paladin erhob das Schwert mit Rons Blut und schleuderte es mit voller Wucht nach oben und in Richtung des Wappens. Dort traf es genau auf die Stelle wo der Siegelstein verankert gewesen war und blieb noch einige Sekunde vibrierend stecken. Kurz danach konnte jeder im Raum fühlen, wie sich eine gewaltige Welle der Magie zusammenzog und als dann das gesamte Wappen in einem dunklen Rot zu glühen begann, brach die Welle in alle Richtungen aus. Rote Linien zogen sich über die Wände der Halle und über den Fußboden. Einige Schüler sprangen sogar überrascht zur Seine und nicht auf einer der rot leuchtenden Striche zu stehen. Doch das sollte aufgrund der Vielzahl ein eher fruchtloses Unterfangen bleiben.
Das ganze Schauspiel war aber nur der Anfang. Denn das nächste was das alt-ehrwürdige Hogwarts erfuhr, war das Versagen einiger Zauber, die alle, die einmal im Schloss gewesen waren, für selbstverständlich hielten und die manche immer in Erstaunen versetzt hatte. Den Anfang machte die Decke der großen Halle. Ihr dunkelblauer Sternenhimmel löste sich auf und gab nun den Blick auf massiven Stein frei. Danach wurde es laut und mit unbändiger Kraft nahmen riesige Eisenplatten ihren Platz vor den großen Fenstern ein und versiegelte diese. Auch schien der Lärm sich nicht auf die Halle zu beschränken und jedem wurde klar, dass es nicht nur die Fenster dieses Raumes betraf. Ganz Hogwarts schien sich zu versiegeln, vollständig zu verbarrikadieren und dies in einer Art, wie es wohl noch niemand jemals gesehen oder davon gehört hatte.
„Harry, was passiert hier ?", fragte Hermine und ihr Liebster grinste.
„Nun Hermine, du könntest es in der Geschichte Hogwarts nachlesen, wenn es darin stehen würde. Doch ich sag es jetzt einfach mal so, Hogwarts zieht um."
„Es tut was ?", riefen jetzt nicht nur Harrys Freundin, sondern auch Damion, Ginny und die Direktorin. Der Gryffindor grinste nun und erwiderte, „Ich sagte, Hogwarts zieht um und beginn sich in Sicherheit zu bringen. Seht doch selbst …" Dabei deutete er auf die großen Türflügel der Großen Halle und man konnte sehen, dass durch sie die Hauselfen von Hogwarts herein schritten.
Allerdings, so musste man sagen, sahen sie nicht mal annähernd so aus, wie man es sonst von den kleinen Helfern des Schlosses gewohnt war. Denn die Elfen trugen keine Lumpen oder Lappen als Kleidung, sondern ihre kleinen Körper steckten in einheitlichen, roten Lederuniformen. Auch schien es nun so etwas wie eine Kommandostruktur zu geben, denn einige Elfen gaben Befehle und überwachten das Treiben der anderen.
Und eben dieses Treiben, dieses Tun der Elfen bescherte vielen Hexen und Zauberern in der Halle große Augen. Denn die Elfen bewegten mit ihrer besonderen Magie jede Menge Gegenstände in die Halle. Größtenteils waren es Kiste mit Büchern und Gerätschaften, welche die meisten Schüler aus dem Unterricht kannten. Allerdings stockte der Tross dann etwas und zwei ziemlich alt wirkende Hauselfen traten an den goldenen Paladin heran.
„Huffelpuff und Rawenclaw sind gesichert und verstaut, Sir", fiepte die erste Elfe und der Paladin nickte. Dann drehte er sich um und trat in die Mitte der Halle. „Schüler, Lehrer und Gäste von Hogwarts treten sie bitte von den Tischen zurück", donnerte die goldene Rüstung und alle kamen der Aufforderung rasch nach, wodurch um die vier Haustischen herum ziemlich eng wurde.
Harry und seine Freunde sahen dem ganzen mit Neugier zu, während der Gryffindor versuchte zu erklären, dass er vorhin eine kurzen mentale Verbindung mit Godrics Geist hatte und er ihn instruierte, was er zu tun hatte. Allerdings verstummte er sofort, als der nächste Schritt der Evakuierung in Kraft trat. Denn dies war wohl für alle der bisher faszinierendste Teil.
Es begann damit, dass der Paladine an einen der Haustischen, oder besser gesagt an den von Slytherin heran getreten war und mit einem Dolch, welcher bis dahin an seiner rechten Hüfte hin, in die Tischplatte kratzte. Es handelte sich dabei und einen Strich, der sich quer zur Längsachse des Tisches zog und ein etwas dreißig Zentimeter breites Stück der Tischplatte vom Rest abteilte.
Harry fragte sich was dies bedeuten sollte und beobachtete dann, wie sich ein zweiter Strich auf dem Tisch bildete und dann noch einer. Am Ende sah die gesamte Platte aus, wie eine Aneinanderreihung von Brettern. Das ganze Prozetere wiederholte sich dann auch noch bei den drei anderen Haustischen. Und während dies geschah wurde es in der Großen Halle immer voller. Immer mehr trugen die Hauselfen herein und legten es vor den Tischen ab. Allerdings verschwanden nicht mehr alle um neues zu holen. Sondern es blieben jetzt auch einige der kleinen Wesen zurück und schienen auf irgendetwas zu warten.
Und dann war es soweit. Der Paladin stellte sich wieder an der Slytherintisch, jedoch an die von den Hauselfen am entfernteste Kopfseite und erhob seine schwere Faust. Diese ließ er dann auf die Tischplatte niedersausen und etwas Unvorstellbares geschah. Der Tisch, oder besser das eine Ende des Tisches versank im steinernen Boden und während dies passierte, faltete sich die Platte an den eben gezeichneten Strichen auf und es bildete sich so etwas wie eine Treppe. Ja genau das war es, der Slytherinhaustisch hatte sich in eine Treppe verwandelt, die hinab in einen dunklen Gang führte, bei dem sich Harry sicher war, dass er nicht in der Küche endete.
Und was eben mit dem Haustisch der Schlangen geschehen war, wiederholte sich auch mit den anderen Tischen, wobei sich die beiden innen liegenden Tische, nämlich die von Ravenclaw und Huffelpuff, vorher noch zusammen schoben und die Treppe dadurch breiter wurde. Und über eben jene Treppen transportierte die Hauselfen nun Hogwarts Inventar aus dem Schloss. Wohin ? Nun darüber schien nur eine Person im Raum Bescheid zu wissen. Obwohl ein zwei weitere so langsam eine Ahnung bekamen.
TBC
