Fallen from grace

Kapitel 6

Blut und Salz

Die Osterferien standen unmittelbar bevor und Harry und Ron schmiedeten bereits Pläne, was sie während dieser Zeit vorhatten. Einen Teil davon wollte Harry mit Sirius im Grimmauldplatz verbringen. Auch Ron hatte vor, dort aufzutauchen. So blieb nur Hermine übrig, die noch unschlüssig war, was sie tun sollte. Vielleicht würde sie sich ja doch den Jungs anschließen, um etwas Ablenkung von Snape zu bekommen. Sie war zwar nicht unbedingt damit einverstanden, dass er sie darum gebeten hatte, die Ferien zu nutzen, um die Sache zwischen ihnen noch einmal zu überdenken. Dennoch wollte sie seinen Wunsch respektieren ... Hatte sie denn eine andere Wahl?

Als der Tag der Abreise bevorstand, hatte sie sich endlich entschieden und stand mit gepackter Tasche, die bis obenhin mit Büchern gefüllt war, im Gemeinschaftsraum der Gryffindors.

McGonagall schien es eilig zu haben, ihre drei Schüler so schnell wie möglich durch den Kamin zu lotsen.

„Gehört das alles Ihnen, Miss Granger?", fragte sie mit spitzer Zunge und hervorquellenden Augen.

Hermine biss sich auf die Lippe, bevor sie etwas sagen konnte, was nur für Verwirrung sorgen würde.

„Sind Sie sicher, dass Sie all diese Bücher brauchen?"

Sie nickte eifrig. Und wie sie sie brauchen würde! Sie waren das einzig sinnvolle Heilmittel gegen den Trennungsschmerz, den sie in Bezug auf ihren Professor erwartete.

„Schön."

Die Lehrerin räusperte sich und richtete ihren Zauberstab auf Hermines Tasche, die im nächsten Moment samt Inhalt zu einem winzig kleinen Spielzeugtäschchen zusammenschrumpfte.

„Ich wünsche Ihnen schöne Ferien", fügte sie kurzerhand an und schob die drei energisch in den Kamin.

Wenig später standen sie wohlbehalten im Hauptquartier des Ordens und ließen sich nacheinander von Mrs. Weasley umarmen.

„Harry, mein Junge!"

„Mrs. Weasley", grüßte er zurück.

Hermine schmunzelte. Rons Mutter hatte schon immer eine besondere Schwäche für den schmächtigen Jungen mit der Brille gehabt.

„Hermine!"

„Mrs. Weasley ..." Sie lächelte verlegen und wurde prompt an den Busen der Frau gepresst.

„Nennt mich endlich Molly, ja?"

Beide nickten synchron. „Molly."

„So ist es recht. Und übrigens, Ron, habe ich dir nicht gesagt, du sollst ein Auge auf ihn haben? Er sieht viel zu dünn aus."

Ron rollte verhalten mit den Augen. „Schön, dich zu sehen, Mum."

Endlich wurde auch er in die Arme genommen.

„Wo habt ihr so lange gesteckt? Ginny und die Zwillingen sind schon vor über einer Stunde hier aufgetaucht."

Ron kratzte sich am Kopf. „Meine Schuld ist es jedenfalls nicht. Aber es hat gedauert, bis Hermine endlich all ihre Bücher beisammen hatte."

Molly lächelte, als sie Hermines winziges Gepäckstück sah. „Ah, verstehe. Minerva hat bestimmt nachgeholfen, oder etwa nicht? Es hat eine Weile gedauert, bis ich dahinter gekommen bin, wie Fred und George es geschafft haben, ihre ganzen Erfindungen ins Haus zu schmuggeln."

Hermine warf Ron einen finsteren Blick zu. Harry grinste nur.

„Geht schon mal nach oben und packt eure Sachen aus. Ich rufe euch, wenn das Essen fertig ist."

„Wir haben gerade erst gefrühstückt, Miss … Molly", erklärte Harry vorsichtig.

„Das macht nichts. Du kannst etwas mehr auf den Rippen ruhig vertragen."

Endlich taute Hermine wieder auf. So leise wie möglich schlich sie sich mit den Jungs im Schlepptau nach oben, um ja nicht das Portrait der verstorbenen Mrs. Black aufzuschrecken.

„Glaubt ihr, Sirius ist auch hier?", fragte Harry ungeduldig.

Ron zuckte mit den Schultern. „Wir werden es sicher bald erfahren. Mum wird nicht zulassen, dass wir getrennt voneinander essen. Sie besteht darauf, dass alles ein großes Fest ist."

Harrys Augen blitzten auf. „Ich liebe deine Familie, Ron."

„Ich weiß. Trotzdem ist sie verrückt."

„Gerade deswegen ist sie so genial."

Hermine verabschiedete sich kopfschüttelnd von ihnen und suchte ihr Zimmer auf, das sie für gewöhnlich bewohnte, wenn sie hier war. Glücklicherweise lag es am Ende des Flurs, denn nur so konnte sie sichergehen, bei all dem Rummel, der um sie herum herrschte, die ein oder andere ruhige Minute für ihre Bücher abzweigen zu können.

Mit einem tiefen Seufzer machte sie die Tür hinter sich zu und lehnte sich mit dem Rücken dagegen.

Ruhe war das Stichwort. So sehr sie Mrs. Weasley und ihre Kochkünste schätzte, musste sie sich doch eingestehen, dass sie bereits jetzt mit Wehmut an Severus dachte.

„Nicht nachgeben, Hermine", flüsterte sie leise zu sich selbst. „Was würde er wohl denken, wenn du dich wie ein Kleinkind benimmst, das zum ersten Mal von seiner Mutter getrennt ist?"

Sie schüttelte den Gedanken schnell wieder ab und holte ihren Zauberstab heraus, um ihre Tasche wieder in die richtige Größe zu bringen. Dann packte sie mit großer Sorgfalt ihre Bücher aus und stapelte sie auf einer schäbigen Kommode. Zuletzt kamen ihre Klamotten dran, die deutlich weniger Aufmerksamkeit bekamen.

„Die Ferien können ja nicht ewig dauern", sagte sie zu sich selbst, in der Hoffnung, Recht zu behalten.

xxx

Wie sich herausstellte, war Sirius sehr wohl anwesend, wenn auch nicht die ganze Zeit über. Er war ein Herumtreiber und konnte es nicht lassen, immer wieder das Haus zu verlassen, obwohl es immer noch sehr gefährlich für ihn war.

Hermine wusste nicht so recht, was sie davon halten sollte, wurde aber das Gefühl nicht los, dass er sich in Verbindung mit dem Orden wichtig machen wollte. Vermutlich mochte er das Risiko und die Gefahr, die damit verbunden war. Sein Verhalten veranlasste sie dazu, all das zu überdenken, was sie in der Vergangenheit über ihn in Erfahrung gebracht hatte. Nach wie vor bereute sie es nicht, ihm während ihres dritten Schuljahres an Hogwarts bei der Flucht geholfen zu haben. Niemand verdiente es, unschuldig in Askaban zu landen, oder gar den Dementoren überlassen zu werden.

Abgesehen davon war ihre Meinung über ihn größtenteils neutral - im Gegensatz zu Harry, der schon immer sehr von ihm angetan gewesen war, was wohl auch damit zusammenhing, dass er außer seinem Paten keine nähere Bezugsperson um sich hatte.

Neben Sirius war meist der ganze Weasley-Klan im Haus, was schon alleine eine zeitgenaue Einteilung für die Benutzung von Bad und Toilette in Anspruch nahm. Fred und George hatten es bereits mehrmals geschafft, den Plan durcheinander zu bringen und so für reichlich Verwirrung und Unfrieden gesorgt. Daneben tauchten auch hin und wieder Remus und Minerva auf, um sich mit den übrigen Mitgliedern des Ordens auszutauschen.

Alles in allem war es im Grimmauldplatz ziemlich voll und es ging auch ebenso hektisch zu. Außerdem war es, wie Hermine geahnt hatte, nicht leicht, eine ruhige Minute für sich selbst und ihre Bücher zu finden.

Irgendwann kam dennoch der seltene Moment, als alle ausgeflogen waren, entweder im Auftrag des Ordens, oder schlicht und ergreifend, um einen Ausflug in die Winkelgasse zu machen. Hermine war dankbar für die freien Stunden, in denen ihr das Haus alleine gehörte und so zog sie sich in die Bibliothek zurück, um in Ruhe zu lesen.

Vertieft in ihre Lektüre erschrak sie, als sie im Raum nebenan einen dumpfen Aufprall auf dem Fußboden hörte.

Sofort fing ihr Herz unruhig zu klopfen an. Das Zimmer lag so abseits wie ihres und soweit sie wusste, wurde es von niemandem bewohnt. Nicht einmal der Hauself hatte die Erlaubnis, es unbefugt zu betreten. Wieso um Himmels Willen sollte also jemand darin sein Unwesen treiben?

Vorsichtig legte Hermine das Buch zur Seite und fingerte nach ihrem Zauberstab, der in ihrer Jeans steckte. Leisen Schrittes verließ sie ihr Zimmer und schlich auf Zehenspitzen bis zur nächsten Tür. Die Dielen waren zwar abgewetzt, dennoch hatten sie genug Untergrund, sodass sie bei ihrem Gewicht nicht knarzten. Schritt für Schritt setzte sie einen Fuß vor den anderen, die Hand fest um den Zauberstab geschlossen.

Ihr Puls raste, als sie die Finger um die Klinke legte und diese vorsichtig nach unten drückte. Dann platzte sie auch schon zur Tür hinein, jederzeit bereit, einen Zauber auszustoßen.

Winzige Staubflocken tanzten im Schein des versiegenden Tageslichts, das durch die halb geschlossenen und extrem verschlissenen Vorhänge in den Raum eindrang. Im ersten Moment wusste sie nicht so recht, ob sie ihren Augen trauen konnte und hob den Arm, um sie abzuschirmen, da erblickte sie eine schwarze Gestalt vor sich, deren Gesicht von langen herabhängenden Haarsträhnen verdeckt war.

„Severus?", flüsterte sie ungläubig. Beinahe verschlug es ihr bei seinem Anblick die Sprache.

„Hermine?"

Die Stimme, die ihr so oft schon einen eisigen Schauder über den Rücken gejagt hatte, war nur ein heiseres Raspeln. Er stand leicht vornüber gebeugt neben dem Sofa und stützte sich mit der Hand auf der Lehne ab. Offensichtlich hatte er Schmerzen, obwohl er versuchte, sie vor ihr zu verbergen.

„Was – was tust du hier?"

„Was tust DU hier?"

„Ich verbringe meine Ferien hier."

Stille.

„Severus?", hakte sie vorsichtig nach, als er nicht antwortete. „Ist alles in Ordnung … ich meine, geht es dir soweit gut?"

„Ja", antwortete er ernst. „Ich habe nur nicht damit gerechnet, dich hier anzutreffen."

Sie blinzelte ihn an. „Bitte?"

Er seufzte. „Ich hatte viel zu tun und darf mich nicht ablenken lassen ... Verstehst du?"

„Nein."

„Genau genommen hätten wir uns während der Ferien überhaupt nicht begegnen sollen ..."

Bei diesen Worten verschränkte sie kühl die Arme vor der Brust. „Ah, jetzt verstehe ich. Deine Enttäuschung ist nicht zu übersehen ..." Es war nur zu deutlich, dass sie aufgrund seines Kommentars sauer war.

Er rollte mit den Augen. „Sei nicht lächerlich." Langsam schob er seine Hand durch die Haare, ohne mit der anderen seine Stütze loszulassen.

„Was ist passiert?", fragte sie besorgt, obwohl sie immer noch mit sich rang, ihn einfach stehen zu lassen. „Du siehst furchtbar aus."

Er lachte höhnisch auf und hangelte sich langsam um das Sofa herum.

Sie glaubte, zu sehen, dass seine Hand zitterte, doch der Schatten, den sie warf, war zu dunkel, um mehr zu erkennen. „Severus ..."

Noch während er sich auf das Sofa setzte, warf er ihr einen scharfen Blick aus seinen lodernden Augen zu. „Du solltest jetzt besser gehen."

Hermine schnaubte wütend. Langsam aber sicher riss ihr Geduldsfaden. „Was ist nur los mit dir? Zuerst beleidigst du mich und jetzt wirfst du mich raus? Vergiss es!"

Er fluchte leise vor sich hin, als er versuchte, sich in eine möglichst bequeme Sitzposition zu bringen.

Hermine seufzte. Er konnte so verdammt stur sein! Demonstrativ machte sie die Tür hinter sich zu und setzte sich neben ihn, wobei er peinlich genau darauf achtete, dass sie ihm nicht zu nahe kam.

Verwundert über seine Reaktion ließ sie ihn gewähren. Erst jetzt, als sie ihn näher betrachten konnte, bemerkte sie, dass sie Recht gehabt hatte: er sah in der Tat furchtbar aus.

Tiefe Sorgenfalten legten sich über ihr Gesicht. „Kann ich dir vielleicht was bringen? Du blutest ..."

„Das ist absolut albern", spuckte er mit eng zusammen gepressten Lippen hervor. „Ich bin schon hunderte Male allein damit fertig geworden."

Sie schluckte. „Du meinst, so etwas passiert dir öfter?"

Natürlich tat es das. Wie konnte sie nur so dumm sein, es nicht schon eher bemerkt zu haben?

Sein Gesicht verzog sich zu einer schmerzverzerrten Grimasse. „Naivität ist nicht unbedingt eine beneidenswerte Eigenschaft, Hermine."

Für einige Sekunden stand ihr der Mund offen und sie wusste nicht so recht, was sie darauf antworten sollte. Beinahe war sie versucht, ihre Hand hervor schnellen zu lassen, um ihm einen weiteren Cut in seiner ohnehin schon blutigen Lippe zuzufügen.

Mühsam brachte sie sich wieder unter Kontrolle, ehe sie antwortete. „Offensichtlich bist du nicht in Stimmung, dich niveauvoll mit mir zu unterhalten, Severus ..." Eingeschnappt zog sie die Nase hoch und löste den Blick von ihm los. Nach allem was zwischen ihnen vorgefallen war, war sie es nicht mehr gewohnt, außerhalb des Klassenzimmers so von ihm behandelt zu werden. Lediglich während des Unterrichts schaffte sie es, die Form zu wahren und über seine Launen hinwegzusehen.

Er stöhnte auf, unsicher über seine eigene Überheblichkeit. „Lass uns nach den Ferien darüber reden, ja?"

Hermine schüttelte energisch ihren Kopf und ihre wirren Locken flogen durch die Luft. Sie wusste, dass er sich niemals für etwas entschuldigte. Dennoch wollte sie ihn nicht so einfach davon kommen lassen. „Weißt du ...", begann sie nachdenklich, „... ich dachte immer, du respektierst mich, aber anscheinend habe ich mich getäuscht. Du hättest mir sagen sollen, was mit dir passiert, wenn du dich mit ihm … triffst … du warst doch bei Voldemort, oder?"

Er nickte matt.

„Woher hätte ich das wissen sollen? Noch nie bist du mir so wie jetzt begegnet. Immerzu trägst du die gleichen Sachen und langsam frage ich mich, warum. Ich kenne die Wärme deiner Finger, das Gefühl deiner Hände auf meinem Gesicht. Doch was ist mit dem Rest, den du vor mir verhüllst? Was hast du zu verbergen?"

Sie stutzte und hob prüfend den Blick. Sie konnte nichts über die Art und die Schwere seiner Verletzungen sagen, die er mit sich herumtrug. Seine Mimik wirkte hart und unleserlich. Dennoch schaffte sie es, hinter die Maske zu sehen, die er bei jeder sich bietenden Gelegenheit aufzog, um seine Gefühle vor seinen Mitmenschen zu verbergen.

„Ich weiß ja noch nicht mal genau, was du tust, Severus. Warum hast du mir nichts gesagt?"

„Du solltest während der Ferien nicht hier sein", wiederholte er stur, seine schwarzen Augen eindringlich auf sie gerichtet. „Verstehst du? Du hättest das nicht sehen sollen! Geh. Jetzt."

„Aber ..."

Sein Kopf zuckte zur Seite und das Feuer seiner Augen brannte auf ihrem Gesicht. „Nein. Du kannst nicht hier bleiben", zischte er.

„Wieso?", wollte sie enttäuscht wissen. „Es ist niemand außer uns im Haus."

Er starrte auf sie hinab, als wäre sie nicht ganz bei Trost. „Wieso? Du fragst wieso?"

Seine Finger fuhren gestresst durch seine Haare und sie konnte sehen, dass seine Hand blutverschmiert war.

Hermine unterdrückte einen Aufschrei. Zerrissene Fetzen seiner eigenen Haut hingen bis über die Fingerknöchel hinab. Die weißen Spitzen seines Ärmels waren rot gefärbt.

„Es gehört sich nicht, dass du dich im Zimmer deines Lehrers aufhältst", sagte er emotionslos.

Sie rang angespannt nach Luft. „Aber in Hogwarts ..."

„Zwing mich nicht dazu, dich fortzuschicken. Wir sind nicht in Hogwarts. Wie es aussieht, sind wir beide Gäste hier, Hermine. Black und ich, wir können uns kaum riechen und er wird mich nie akzeptieren. Dass ich überhaupt hier sein darf, ist allein Dumbledores Verdienst."

„Aber du bist verletzt", sagte sie leise und streckte zögerlich die Hand nach ihm aus. „Ich möchte bei dir sein. Ich kann dir helfen ..." Ihre Finger strichen ihm sanft einige seiner unordentlichen Strähnen aus dem Gesicht.

Er atmete tief ein, ohne sie aus den Augen zu lassen. Doch endlich wurde sein Blick milder, als er spürte, wie sie ihre Hand auf seine Wange legte und vorsichtig mit dem Daumen über das Blut strich, das an seiner Lippe klebte.

„Das halte ich für keine gute Idee", murmelte er mit rauer Stimme. „Hast du eine Vorstellung davon, was passieren wird, wenn uns jemand so sieht? Oder wenn jemand dahinter kommt, dass ich dich bei deinem Vornamen nenne?" Ganz langsam hob er den Arm und legte seine verletzte Hand auf ihre. Dann schloss er die Augen. „Geh jetzt", flüsterte er betrübt. „In diesem Haus ist man niemals lange allein."

Noch immer ruhten ihre Finger auf seinem Gesicht und Hermine stand auf. Sie spürte, dass er hart schluckte und fühlte den Druck seiner blutigen Hand, die auf ihrer lag. Etwas in ihr verleitete sie dazu, ihn zu küssen und sie beugte sich zu ihm hinab, bis sie nur noch wenige Zentimeter von seinem Mund entfernt war.

„Werde ich dich morgen sehen?", flüsterte sie leise.

Er antwortete nicht. Stattdessen streckte er den Hals und berührte ihre Lippen mit seinen. Die Wunden, die er diesmal davon getragen hatte, pochten. Sein ganzer Körper schmerzte und lechzte nach Ruhe und Erlösung. Doch schon bei der kleinsten Berührung mit ihrer zarten Haut fühlte er das Prickeln der aufkommenden Erregung, das unablässig zwischen ihnen herrschte, sobald sie sich nahe waren.

Hermine atmete genüsslich aus. Sie schmeckte Blut und Salz. Und dazu Severus.

„Geh."