Okay, das nächste Kapitel. Es ist etwas kürzer aber es wird mit der Zeit auch schwieriger, einen sinnvollen Handlungsfaden zu gestalten und nicht alle Morde willkürlich und nacheinander geschehen zu lassen, da dies zu langweilig wäre. Habt Spaß beim Lesen ;) und ich erinnere nochmals daran, dass dies eine M-Story ist (wie die meisten, die ich schreibe), was bedeutet, dass hier auch M-Inhalt enthalten sein könnte ;)
Kapitel 2
Donnerstag
Tony erwachte im selben Bett mit Ziva mit dem unguten Gefühl, dass er noch genau eine Woche auf dieser verfluchten Insel verbringen musste. „Schalt den verdammten Wecker aus", murmelte die Ex-Mossad-Agentin schlaftrunken.
„Mach du ihn doch aus", antwortete Tony genervt im Halbschlaf.
„Er ist aber auf deiner Seite!" Er patschte mit seiner Hand auf dem Nachttisch herum, bis er endlich sein Handy griff und den Alarm abstellte.
„Du bist dran mit duschen", murmelte Ziva und Tony versuchte erneut, nicht laut zu fluchen.
Langsam stand er auf und zog die Vorhänge beiseite. Ziva murmelte irgendetwas Unverständliches von grellem Licht, aber Tony genoss nur die Aussicht auf das türkise Meer und den Sandstrand, den er bisher noch keine Gelegenheit gehabt hatte, zu besuchen. Schließlich suchte er sich seine Sachen zusammen und duschte und machte zwanzig Minuten später Platz für Ziva, die nur zehn Minuten brauchte.
Um halb acht kamen sie zum Frühstück herunter und setzten sich zu McGee und Gibbs an den Tisch. „Was ist los?", fragte Ziva, als sie die Stille, die im Raum herrschte, bemerkte und auch die besorgten Gesichter McGee's und Gibbs'.
„Heute Nacht ist ein weiterer Agent gestorben", berichtete Gibbs. „Will, er kommt auch aus Vancouver und war mit Terry auf einem Zimmer. Als er heute Morgen nicht die Tür öffnete, haben seine Kollegen die Tür öffnen lassen und haben ihn tot aufgefunden. Seine Kehle war durchgeschnitten."
„Oh Gott", flüsterte Tony mit mulmigem Gefühl. Bevor sie mit dem Frühstück anfingen, erklärte der Leiter der Fortbildung offiziell, was vorgefallen war und dass die Sicherheitsmaßnahmen verschärft wurden. Das Training wurde nicht abgebrochen, aber der NCIS in Vancouver war informiert worden.
Aufgrund der abgeschiedenen Lage der Tagung wurde intern ermittelt vom Team der Leitung, da vermutet wurde, dass einer der Teilnehmer der Mörder war. Besonders unter Verdacht standen die Agents, die am vorherigen Tag an der Paintballübung teilgenommen hatten. Trotzdem wurden im Laufe des Tages alle Agents einzeln in eine Besprechung gebeten und es bildeten sich alle mögliche Gerüchte, wie es denn dazu kam, dass jetzt schon zwei Morde geschehen waren.
Tony und Gibbs nahmen am Vormittag an einer Schießübung teil und McGee und Ziva hörten sich einen Vortrag einer Forensikerin zur Beweismitteluntersuchung an, damit die Agenten auch den Hintergrund von DNA-Analysen, Fingerabdrücken und der sonstigen chemischen Ermittlungshilfe erfuhren.
Nach dem Mittagessen fand sich Tony mit vier Agents in einem Simulationstraining wieder. Sie gingen dafür in den Keller des Hotels, wo ihr Leiter, Special Agent Steven Armstrong aus Indianapolis schon etwas vorbereitet hatte. Es lag eine Dummy-Puppe auf dem Boden, auf die Ketchup geschmiert worden war und eine Bildschirmpräsentation war vorbereitet worden.
Die Agents mussten Informationen über den Tatort sammeln und gemeinsam fanden sie Mordwaffe und Fingerabdrücke. In der anschließenden Bildschirmpräsentation, in der Tony versuchte, weiterhin Alisons Aufmerksamkeit zu gewinnen, wurde dann der Täter überführt.
Als sie wieder aus dem Keller ans Tageslicht kamen, schien vor dem Speisesaal die Hölle los zu sein.
„Was ist denn passiert?", fragte Alison und gesellte sich mit Tony zu Ziva und Simon aus Alisons Team. „In der Herrentoilette wurde eine Leiche gefunden", erklärte dieser.
Tony und Alison waren zu baff um etwas zu erwidern. Sie wurden in den Essensaal gelassen und setzten sich nach Städten sortiert hin, an einem Tisch waren jedoch drei leere Stühle.
Der Leiter der Tagung, oberer Rear Admiral Kurtis Denning, ging wieder nach vorne, um Gerüchte zu zerstreuen und Klarheit zu schaffen: „Es ist wahr, was man hört. Es hat einen weiteren Mordfall gegeben und es gibt erneut keine Zeugen. Auf der Herrentoilette wurde Toby aus Vancouver tot aufgefunden. Die Todesursache ist Vergiftung durch ein Putzmittel, auf welches sich jeder hier hätte Zugriff verschaffen können."
Er redete weiter, aber Tony schaute nur zu Greg hinüber, mit dem er zusammen Paintball gespielt hatte. Er war der letzte Agent aus Vancouver. Sein Gesicht schien verweint zu sein, kein Wunder, alle seine Kollegen waren binnen weniger als vierundzwanzig Stunden ermordet worden und die Vermutung war nahe, dass er der nächste war.
„Desweiteren haben wir das Handynetz auf diesem Gelände verloren, was bedeutet, dass uns nur noch der Festnetzanschluss zur Verfügung bleibt", beendete der Admiral seine Rede und ein allgemeines Gemurmelt setzte ein.
„Greg steht unter besonderer Aufsicht", erzählte Sabine aus Miami, die mit den Washington Agents am Tisch saß.
„Klar, jeder vermutet, dass er das nächste Opfer sein wird", murmelte Tony und war froh, endlich den Frühstückssaal und die beklemmende Atmosphäre verlassen zu können.
Zusammen mit Ziva ging er zu einem Vortrag über Beweisfälschung, wo so ziemlich alle Agents am Rande des Einschlafens waren. Sie wurden jedoch alle plötzlich hellwach, als der Computer ausfiel und der Beamer auch nichts mehr anzeigte. Der Leiter versuchte den Lichtschalter, aber sie saßen im Stockdunklen, bis einer der Agents die Tür auf den Flur öffnete, sodass leichtes Sonnenlicht herein strahlte.
Sie liefen alle nach draußen und trafen andere Agents auf den Fluren, die sich ebenfalls vergewisserten, dass nicht nur bei ihnen der Strom fehlte. Nach einer Weile fanden sie sich alle im Speisesaal wieder, wo Kurtis sie informierte, dass der Strom im gesamten Hotel ausgefallen und zusätzlich die Telefonkabel durchgeschnitten waren. Langsam verbreitete sich Panik bei den Agenten, denn nun waren sie ohne Kommunikationsmöglichkeiten komplett von der Außenwelt abgeschnitten.
„Es gibt keinen Grund zur Panik", beruhigte der Rear Admiral die Agents. Dann gab es einen kurzen Aufschrei und alles war still und die Agenten reckten sich, um zu sehen, was passiert war. Am Vancouver-San Diego-Tisch war ein Agent auf den Boden gefallen.
Fred fühlte den Puls von Greg aus Vancouver und schüttelte nur leicht den Kopf. Zwei Minuten später traf der Hotelarzt ein und ließ Greg auf einer Bahre hinaus tragen.
Panisch schauten sich die Agents um, der Mörder konnte jeder unter ihnen sein.
„Beruhigen sie sich! Bitte setzen sie sich alle wieder", sagte Kurtis mit lauter Stimme und es dauerte eine Weile, bis die Agents verstummten. Alle NCIS-Agenten aus Vancouver waren ermordet worden und es gab keine Möglichkeit Hilfe zu holen vom Festland oder auch nur das Festland zu informieren. Die nächste Siedlung war fast einhundert Kilometer entfernt und es gab auch keine Möglichkeit von der Insel zu fliehen. Sie waren gefangen.
Die Agents mussten alle im Speisesaal warten, bis die Leiter der Fortbildung sich organisiert und besprochen hatten. Es gab schon heiße Diskussionen, wer oder was es war, als nach einer halben Stunde immer noch kein Leiter aufgetaucht war.
„Ich wette, es war der Gärtner", sagte Tony und Ziva schaute ihn nur verständnislos an.
„Der Gärtner ist immer der Böse", erklärte Sabine und Ziva fragte lieber nicht weiter nach. Nach ungefähr einer Stunde langer Warterei kam Kurtis wieder in den Saal und sagte, nach dem Mittagessen, welches wohl aus Nachtisch aufgrund des Stromausfalls, bestand, sollten die Agenten jeder auf sein eigenes Zimmer gehen und warten, bis man sie holte.
Es war klar, ohne Strom konnte nicht gekocht werden und die Kühlschränke tauten auf, weshalb der dort gelagerte Nachttisch am besten als erstes verbraucht werden sollte.
„Na schön, und was machen wir jetzt?", fragte Tony, als er und Ziva auf dem Zimmer ankamen.
„Keine Ahnung", seufzte sie, legte sich aufs Bett und nahm sich ein Buch.
„Willst du etwa nur lesen?"
„Sag mir doch etwas anderes, was wir tun könnten, als warten." Tony sah ein, dass sie Recht hatte und leistete ihr auf dem Bett Gesellschaft. Es folgte ein langes Schweigen, gefüllt mit Seitenumblättern.
„Was meinst du, warum sollte jemand ein ganzes Team umbringen?", fragte Ziva plötzlich.
„Weiß nicht, glaubst du es bleibt bei den Agenten aus Vancouver. Ich meine, wir sind auf einer einsamen Insel und haben plötzlich jeglichen Kontakt zur Außenwelt verloren."
„Ist schon unheimlich. Aber warum sollte jemand alle NCIS Agenten hier umbringen?"
„Keine Ahnung", antwortete Tony und legte sich auf die Seite. Als Ziva ihn anschaute, bemerkten sie, wie nah sie eigentlich nebeneinander lagen.
Sie legte ihr Buch beiseite. „Was ist denn deine professionelle Meinung dazu, Very Special Agent DiNozzo?", fragte sie spielerisch.
Tony lachte leise. Warum spielte sie jetzt plötzlich mit ihm? „Irgendwer möchte ein Spielchen mit uns spielen", sagte er lächelnd.
Ziva lachte. „Und das ist deine professionelle Meinung?"
„Was ist denn deine, Mossad-Agentin?", fragte Tony und rutschte näher. Vielleicht dachte sie jetzt endlich, was er auch schon die ganze Zeit gedacht hatte. Er erinnerte sich daran, als sie sich beinahe geküsst hätten und dann CIRay angerufen hatte. Zum Glück hatte sie seinen Heiratsantrag nicht angenommen, dann wäre Tony vollständig ausgeflippt.
Und ehe er sich versah, hatte sie plötzlich schon ihre Hand auf seiner Hüfte liegen. „So schnell?", fragte er.
„Ich habe schon lange genug auf eine zweite Gelegenheit gewartet."
„Ah, Paris", erinnerte Tony sich, als sie aus Paris eine Zeugin abholen mussten.
Ziva lächelte und begann, sein Hemd langsam aufzuknöpfen.
Es dauerte noch ganze anderthalb Stunden, bis an dem Zimmer von Tony und Ziva geklopft wurde. Sie zogen sich schnell an und öffneten und gingen mit allen anderen Agents hinunter in den Speisesaal, ihr üblicher Versammlungspunkt. Dort wurden sie informiert, dass der Strom wieder funktionierte, aber das Telefonnetz nicht repariert war und auch die W-LAN Verbindung der Computer nicht betriebsfähig war.
LAN-Verbindungen funktionierten auch nicht, da die Telefonkabel durchgeschnitten waren. Das hieß zwar, dass sie Essen und Licht hatten, aber immer noch abgeschieden und hilflos von der Außenwelt waren. Man hatte sich überlegt, zur nächsten Siedlung zu fahren und von dort dem Festland Bescheid zu geben, aber es waren alle Reifen aller verkehrstüchtigen Fahrzeuge durchgeschnitten worden.
„Da war wohl jemand gründlich", kommentierte Tony leise und es wurde entschieden, dass das Programm durchgeführt wurde, wohl um Panik zu vermeiden. So musste Tony diesen Abend mit Gibbs an der Karaoke-Veranstaltung im Party-Raum teilnehmen.
Es war ein lustiger Abend und Tony lernte Alison zwar besser kennen, hatte aber ein schlechtes Gewissen wegen Ziva und verzichtete darauf, näher und intimer zu kommen.
Es war spät nachts, als Tony wieder ins Zimmer kam und sich dachte, dass er nur noch sieben Tage auszuhalten hatte und dass er nächste Woche Donnerstag um diese Uhrzeit bereits im Flieger nach Washington saß – vorausgesetzt, er wurde nicht zum nächsten Opfer des unbekannten Killers.
Freitag
Dieser Freitag startete wie ein gewöhnlicher Tag, es sei denn, man war auf einer Insel mit über fünfzig Unschuldigen und einem Killer eingesperrt. Jeder Agent und jeder Mitarbeiter wurde gefilzt und es wurde daran gearbeitet, die Verbindung zur Außenwelt wieder herzustellen.
Währenddessen lief das Programm normal weiter, bis man beim Mittagessen feststellte, dass Alice und Chel aus Seattle nicht bei der Versammlung erschienen und nach einer kurzen Suche auf der Damentoilette aufgefunden wurde, beide mit tiefen Schnittwunden und Blutverlust als Todesursache.
Es war eigenartig, dass es sowohl einen Mord auf der Herren- als auch auf der Damentoilette gegeben hatte, trotzdem glaubte man an einen Einzeltäter, der unbemerkt in beide Räume hätte gehen können. Alle Überwachungskameras waren natürlich ausgeschaltete gewesen, bei den Morden und mittlerweile war das System komplett heruntergefahren worden.
Nach einem erneuten Einschalten hatte man bemerkt, dass ein Virus installiert worden war, der alle Überwachungssysteme, auch Alarmanlagen, infiziert hatte, sodass diese nicht mehr innerhalb normaler Parameter arbeiteten.
Nun wurden insbesondere David und Mike überwacht, die beiden anderen Agents aus Seattle, die natürlich sehr mitgenommen waren und versuchten, unter vielen Menschen zu bleiben und ihre Angst nicht überwinden zu lassen. Sie wussten, dass sie die nächsten potenziellen Opfer waren.
Langsam aber sicher verbreitete sich Panik unter den hochausgebildeten NCIS-Bundesagenten, denn zehn tote Agenten in zwei Tagen auf einer abgeschiedenen Insel waren kein gutes Zeichen. Sie hofften alle, dass es nicht so weit kommen würde, dass irgendwann keiner mehr irgendwem trauen würde.
Es war auch ungewöhnlich, dass nur Agenten gestorben waren, nichts war den Leitern oder dem Personal passiert.
Tony und Ziva verbrachten so viel Zeit wie möglich miteinander und versuchten, Gibbs dabei zu vermeiden. Tony erinnerte sich nur allzu gut, was aus seiner letzten Beziehung mit einer NCIS-Agentin geworden war. McGee hatte sich bereits mit vielen Agenten aus anderen Städten angefreundet und auch ein paar nette Informatikerinnen kennengelernt.
McGee und Tony entdeckten, dass sie diese Nacht wieder für dieselbe Aktion eingeteilt waren, die nur als „Nächtliches Training" im Stundenplan eingetragen war. Sie wunderten sich beide, was das denn bedeuten sollte, als sie um acht Uhr abends sich vor dem Speisesaal versammelten und erwarten ein ähnliches Programm wie beim Paintball.
Erstaunt waren sie, als sie auch Gibbs und Ziva antrafen, bis sie merkten, dass dieser Punkt alle (noch lebenden) Agenten betraf.
Gemeinsam und ohne irgendeine Ahnung stiegen sie in einen Bus, in dem Kurtis im Folgenden die Regeln erklärte: „Das Spiel heute Nacht soll ihre Nachtaktivität und Gewandtheit testen und ist so ähnlich wie Paintball, welches die meisten unter ihnen bereits gespielt haben. Wir fahren jetzt zu einem Waldstück, das etwas größer ist, aber ebenfalls viereckig und nicht leicht zu überblicken. Sie werden gleich in vier Teams eingeteilt und jedem Team wird eine Stadt A, B, C oder D zugeordnet.
Desweiteren bekommt jede Person vier Eier", er hielt eine Pappschachtel mit gewöhnlichen Frühstückseiern hoch, „die er behalten muss. In jedem dieser Städte gibt Gebäude, in denen sie Lebensmittel, Schussmunition, eventuell weitere Bonuseier, Nachtsichtgeräte, Blendgranaten oder ähnliches finden werden. Diese können sie gebrauchen, angreifen und verteidigen.
Ziel ist es, den Mitgliedern des gegnerischen Teams die Eier zu zerstören und am Ende des Trainings, wenn morgen früh um acht eine Sirene ertönt, werden die Eier gezählt und das Team mit den meisten Eiern gewinnt. Es zählen nur die eigenen Eier, diese sind unterschiedlich farbig gekennzeichnet. Die Bonuseier haben keine Farbe und gelten für alle Mannschaften."
Danach erklärte er die Sicherheitsmaßnahmen und Regeln im Detail, doch die meisten Agents schenkten dem keine Aufmerksamkeit mehr.
„Ist das nicht etwas riskant?", flüsterte Ziva Tony zu. „Wenn wir gleich alle auf uns alleine gestellt sind da draußen, kann der Mörder unter uns doch richtig zu schlagen!"
„Aufgrund der bisherigen Ereignisse haben wir uns gestern die Mühe gemacht, auf dem größten Teil des Geländes Überwachungskameras zu installieren", sagte Kurtis genau in diesem Moment und Tony schaute Ziva beruhigend an.
„Und was ist, wenn diese ausfallen?", fragte McGee, der sich nach vorne gelehnt hatte.
„Dann hoffen wir mal, dass unser Mörder nicht zu gut vorausgeplant hat", murmelte Tony missmutig und starrte in die immer dunkler werdende Landschaft. Die Sonne war schon fast verschwunden und der Wald kennzeichnete sich schemenhaft in dunkel-grau-blau Tönen. Tony gähnte und hoffte, sie könnten auch abwechselnd bei der Übung schlafen und Wache schieben, wusste aber, dass daraus wohl nichts wurde.
Es war ungefähr halb zehn und stockduster, als das erste Team am Rand des Trainingsfeldes ausgesetzt wurde. Gibbs und Ziva waren in Team B und so fuhren die anderen zwei Agents weiter in Richtung Norden. Tony und McGee wurden schließlich in Punkt C ausgesetzt und waren froh, ein paar bekannte Gesichter zu sehen, wie Javier, Carrey und Sabine.
Sie waren insgesamt sieben Personen, David und Mike aus Seattle waren auch noch Teil des Teams und es wurde abgesprochen, dass diese immer unter Beobachtung blieben und so blieb Javier immer mit David zusammen und McGee übernahm die Überwachung Mikes. Sie erkundeten zunächst die Gebäude, zwei alte Schuppen und ein etwas höheres Gebäude in der Ecke. Sie stellten zwei Wachposten auf, Javier und David als erstes, danach rotierten sie, die auf dem Dach des Gebäudes mit drei Stockwerken Wache schoben und mithilfe der Funkgeräte die anderen warnten.
Außerdem war dieses Gebäude nur an zwei Seiten zu verteidigen, was einen ziemlichen Vorteil einräumte. Die restlichen Teammitglieder begannen, die Häuser zu durchforsten und bezogen im Keller des einen Schuppens Stellung. Dort lagerten sie was sie gefunden hatten, Nachtsichtgeräte, Blendgranaten, Paintballmunition für ihre Gewehre, Fesseln, Handschellen, Bonuseier und teilten diese auf.
Carrey und Tony blieben als erstes im Keller, um dort ihre Habseligkeiten zu verteidigen und versuchten, die Funkkanale der anderen Mannschaften herauszufinden. So blieben Sabine, McGee und Mike, die als erstes den Außendienst spielen und die gegnerischen Standpunkte auskundschaften sollten. Sabine machte sich alleine auf zu Stadt D, während McGee und Mike den direkten Weg nach Stadt A liefen, diagonal durch das Spielfeld.
Sie trabten langsam vorwärts, es fühlte sich an wie eine Ewigkeit und mithilfe der Nachtsichtgeräte stolperten sie nur alle fünf Schritte über herumliegendes Gestrüpp. Sie fühlten sich wie auf Safaritour oder im Dschungel. Irgendwann, nach geschätzten zwei Stunden, sahen sie aus der Ferne zwei Personen entlanglaufen. Mike stieß McGee vorsichtig an und zog eine Blendgranate aus seiner Hosentasche.
McGee nickte unsicher und die beiden versteckten sich hinter einem Baum um zu warten, dass ihre Opfer näher kamen.
„Auf drei", flüsterte Mike und zählte, während beide sich darauf einstellten, die Augen zu schließen, da sie die Explosion garantiert nicht mit Nachtsichtgeräten erleben wollten. Es gab einen grellen Lichtblitz und McGee und Mike stürmten nach vorne und erkannten Harry aus Detroit und Sam aus Chicago. Grinsend nahm Mike ihnen die Pappkartons ab, die sie in ihren Rucksäcken trugen und gemeinsam mit McGee zertrampelte er die Eier.
„Viel Spaß noch", rief Mike und sie rannten beide weg, als Harry und Sam sich aufrappelten und ihnen fluchend hinterher schrien. „Das hat Spaß gemacht", lachte Mike, aber McGee war eher darauf fixiert, keine Unruhe zu stiften und jedem zu zeigen, dass sie hier nur zu zweit waren.
Sie trabten weiter und kamen schließlich bei Stadt A an. Es war niemand zu sehen, selbst mit ihren Nachtsichtgeräten bemerkten sie niemanden. „Vielleicht haben sie sich in einem der Häuser versteckt", flüsterte McGee und Mike nickte, während er die nächste Blendgranate herauszog. Er löst den Stift und schleuderte das kleine Metallding so weit weg wie möglich.
Sie kniffen beide feste die Augen zu als es mit auf dem Platz explodierte. Mit dem Moment der Ablenkung liefen die beiden Agents so schnell wie möglich ins nächste Haus, als schon zwei Schützen im Haus schräg gegenüber mit dem Feuer begannen. Mike und McGee schossen beide durchs Glas-lose Fenster zurück. Plötzlich merkte McGee einen Schmerz in seinem Nacken und ohne sich dagegen wehren zu können sackte er in sich zusammen, ließ die Waffe fallen und befand sich kurze Zeit später auf dem Boden.
Dort wachte er auch einige Zeit wieder auf. „Er kommt zu sich", sagte eine Stimme. McGee drehte sich um und merkte, dass er nichts sah.
„Dein Nachtlichtgerät", sagte eine weibliche Stimme und hielt ihm etwas hin. Er setzte es sich auf und sah in drei betroffene Gesichter.
Er schaute sich um und entdeckte seinen Kollegen auf dem Boden.
„Mike!", stieß er aus, doch eine Hand hielt ihn zurück. „Er ist tot", sagte jemand, den McGee durch sein Gerät als Fred aus San Diego identifizieren konnte.
„Fred, hör zu, ich habe keine Ahnung was hier—"
„Ich weiß", erwiderte dieser. „Jemand hat auch beide ausgeknockt und als ihr nicht mehr zurückgeschossen habt, sind wir neugierig geworden und haben dich bewusstlos und ihn tot aufgefunden. Wir konnten keinen Leiter informieren und haben es an alle unseres Teams weitergegeben. Wir haben schon Mannschaft D warnen können und haben dein Funkgerät für Kontakt mit Mannschaft C benutzt. Nur aus B haben wir noch niemanden getroffen."
McGee nickte betroffen. „Was ist mit David?", fragte er plötzlich, der letzte Agent aus Seattle.
„Der—", wollte Alison aus Minneapolis gerade anfangen zu erklären, als ein neuer Funkspruch durchging. „David – tot – ausgefunden", konnte man gerade noch erkennen.
„Wir haben Leitung 7 für Notfälle eingerichtet und von jeder Gruppe steht eins immer in Kanal 7", erklärte Alison leise.
Dann schwiegen sie alle.
„Wo?", fragte Fred.
„In der Nähe von Stadt A. Er war dort mit Javier auf Erkundungstour, bis Javier von hinten überwältigt wurde und als er aufgewacht ist, hat er David tot neben sich liegend gesehen", erklärte die Stimme.
„Könnt ihr David zu Stadt A bringen. Wir haben hier ja schon Mike und…sollten sie sammeln", entschied Fred.
„Verstanden. Waffenstillstand, bis wir ihn hier haben."
„Verstanden."
„Sollten wir das Spiel nicht abbrechen?", fragte McGee, der das langsam etwas zu übertrieben sah. Es war viel zu gefährlich, hier Krieg zu spielen, wenn es echte Opfer gab. Fred schüttelte den Kopf.
„Vielleicht ist es genau das, was unser Mörder hier erreichen will. Wir sollten einfach weiterspielen und hoffen, dass er irgendwann einen Fehler macht. So haben wir vielleicht die Möglichkeit, ihn bei einem seiner Taten zu beobachten und zu überraschen."
McGee nickte verständnisvoll, wohl fühlte er sich aber trotzdem nicht. Er stand wieder auf und suchte sein Zeug zusammen.
„Wir haben nur die Hälfte deiner Eier zerstört", erklärte Alison. „Ich dachte, das wäre fairer. Bei Mike…haben wir alle ganz gelassen. Du kannst sie mitnehmen."
„Danke", sagte McGee mit trockener Stimme. Er fühlte sich leer. Es war seine Aufgabe gewesen, auf Mike aufzupassen und er hatte versagt. Andererseits wusste er, dass es nicht seine Schuld war. Sie müssen in einen Hinterhalt gelockt worden sein. Der Mörder war ihnen bestimmt gefolgt und durch ein Hinterfenster eingestiegen. Durch den Schusswechsel waren beide McGee und Mike zu konzentriert gewesen um auf ihre Umgebung zu achten.
So hatte er sie leicht überrumpeln können.
„Wir geben dir eine Minute, dann fangen wir wieder an, okay?", fragte der dritte Agent.
McGee nickte erneut und verschwand dann wieder in der Dunkelheit.
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