Sorry, das es diesmal so lange gedauert hat, aber ich wusste einfach nicht, wie ich weiterschreiben sollte, um endlich dort hin zu gelangen, wo ich hin wollte: Die Situation, in der dieses Kapitel endet. Viel Spaß beim Lesen und bitte schreibt mir viele Reviews ;)
Kapitel 3
Samstag
McGee joggte durch den Wald, Stadt A hatte er längst hinter sich gelassen und wechselte wieder auf Kanal 3. Tony meldete sich als erstes und daraufhin ging McGee zu seiner Stadt C zurück. Tony und Carrey saßen auf dem Dach und unterhielten sich.
McGee gesellte sich zu ihnen, um das neueste zu erfahren. Daraufhin machte sich Carrey auf, Team B zu suchen, da es schien, als hätte niemand sie seit Anfang des Spieles gesehen.
„Vancouver und Seattle, was meinst du kommt als nächstes?", fragte Tony plötzlich.
McGee schüttelte nur den Kopf. „Ich hoffe, niemand."
„Glaubst du das?"
Er schüttelte erneut den Kopf. „Aber warum hat jemand die Absicht, uns von der Außenwelt abzuschneiden und nacheinander NCIS-Agenten zu töten?", fragte McGee.
„Das weiß nur der Täter selbst", antwortete Tony.
„Sollten wir nicht einmal nachschauen gehen?", fragte Aisha aus Detroit.
George nickte zustimmend. „Wer geht?", fragte er.
„Wir gehen", meldeten Gibbs sich für ihn und Ziva freiwillig.
„Wenn ihr jemanden sieht, kommt ihr sofort wieder zurück", warnte Aisha sie. Ziva und Gibbs schoben den alten Schrank beiseite und krochen aus dem moderigen Keller. Sie verließen das uralte Gebäude, welches an eine heruntergekommene Tankstelle erinnerte und welches Team B als Unterschlupf benutzte.
Sie hatten beschlossen, sich gar nicht an der Schlacht zu beteiligen, sondern einfach nur abzuwarten, dass die anderen sich gegenseitig die Eier zertraten.
„Was meinst du, wie ergeht es den anderen?", fragte Ziva, als sie langsam in den dichten Wald hinein schlenderten.
„Keine Ahnung. Ich hoffe es hat keine weiteren Todesfälle gegeben", sagte Gibbs und blieb stehen. „Das hier ist der ideale Zeitpunkt. Hast du das gehört?", fragte er plötzlich und drehte sich um.
Gerade noch rechtzeitig um zu bemerken, dass irgendetwas Kleines vom Hochhaus auf das kleine Gebäude geworfen wurde.
„In Deckung", schrie Ziva und beide warfen sich sofort auf den Boden und hielten die Arme schützend vor den Kopf. Es gab eine laute und helle Explosion und als sie wieder aufsahen, war von der Tankstelle nicht mehr viel übrig.
„Scheiße", fluchte Gibbs und wollte losrennen, aber plötzlich eröffnete irgendwer das Feuer und schoss mehrere Male auf die beiden Agenten, die Hals über Kopf um ihr Leben in den Wald rannten.
„Da oben war jemand", keuchte Ziva. „Meinst du, die anderen sind tot?"
Gibbs nickte nur. „Los", rief er und die beiden rannten weiter, weil der Täter bestimmt alle Spuren verwischen wollte. „Hast du irgendetwas gesehen?", fragte Gibbs später, aber Ziva schüttelte den Kopf.
„Wir hätten uns vorher Nachtsichtgeräte nehmen sollen", fluchte sie, als sie erneut über einen Baumstumpf stolperte und Gibbs sie am Arm hielt. Er seufzte. „Und wir haben keinen blassen Schimmer, wer das war", fügte Ziva hinzu, als Gibbs sie plötzlich festhielt.
„Ich hab was gehört", flüsterte er und zwei Sekunden später leuchtete eine Taschenlampe aus dem Dunkel auf.
„Alison!", rief Ziva erfreut und sah, dass Alison auch lächelte.
„Was war dieses laute Geräusch vorhin?", fragte sie und sie vergaßen, dass sie eigentlich Gegenspieler waren.
„Eines unserer Häuser ist explodiert, das, in dem wir uns alle versteckt haben. Dann wurde auf uns geschossen", erklärte Gibbs.
Alison nickte. „Wir haben zwei neue Todesfälle", berichtete sie mit betroffenem Gesicht. „Wir sind alle auf Kanal 7. Sind wirklich alle fünf tot?"
„Wir sind weggerannt. Wir sind gerade aufgetaucht, um die Gegenauszukundschaften, als jemand eine echte, keine Blendgranate, abgeworfen hat", sagte Gibbs.
„Oh Gott, kommt mit zu Stadt A. Ihr solltet bei uns bleiben. Wir versuchen die ganze Zeit, einen Leiter zu erreichen, um das Training abzubrechen. Aber wir haben auch keine Ahnung, wer von uns der Täter ist. Es könnte jeder sein."
Gibbs und Ziva nickten und folgten ihr schweigend, während sie erklärte, was bisher alles vorgefallen war.
Es war drei Uhr morgens als auf dem Kanal 7 einstimmig beschlossen wurde, dass sie sich in Stadt B sammelten und gemeinsam das neue Vorgehen besprachen. Es stellte sich heraus, dass die sieben Tote die einzigen Opfer dieser Nacht geblieben waren und das nun von den anfänglich achtundvierzig NCIS-Agenten noch einunddreißig übrig geblieben waren, darunter Tony, Ziva, McGee, Gibbs, Carrey, Sabine, Fred, Javier, Alison, Harry, Sam und Kelly. Es gab bisher vier Opfer aus Vancouver und Seattle, George, Gavin und Aisha aus Detroit, Dan und Rajiv aus Minneapolis und Bronwyn aus Dallas.
Zu Stadt A wurden einige Leute zurückgeschickt, um nach Überlebenden zu suchen, aber sie fanden nur einen großen Trümmerhaufen, aus dem sie gemeinsam die fünf Leichen bergen konnten. Es blieb ihnen ein Rätsel, wer von ihnen zu so etwas fähig war, aber es kursierte auch die Vermutung, dass es vielleicht ein Einheimischer oder irgendwer anderes mit einem Groll auf NCIS Agenten sein könnte.
Endlich ertönte das Schlusssignal und nur vierunddreißig Minuten später kam der Bus mit den Leitern in Stadt B an. Die Agents erklärten, was passiert war und stiegen danach wortlos in den Wagen. Es hatte keiner eine Ahnung, was jetzt passieren würde, aber eigentlich war klar, dass das NCIS-Training abgebrochen werden musste. Es war zu riskant, wenn der Mörder sich in den eigenen Reihen befand.
Es herrschte immer noch ein bedrückendes Schweigen, als die Agenten in den Speisesaal des Hotels geschickt wurden, damit die Leiter, fünfzehn an der Zahl, sich beraten konnten. Es dauerte diesmal länger, aber alle starrten nur auf ihre Hände, die schwer auf den Tischen lagen. Sie hatten noch ihre Trainingssachen an, waren dreckig und verschwitzt und fühlten sich unwohl.
Es wurde Mittag, die aßen schweigend, von den Leitern war niemand zu sehen. Sie schauten zu, wie es draußen dämmerte, niemand hatte ihnen bisher gesagt, ob sie den Raum verlassen dürften. So hatten sie sich kein NCIS-Trainingsprogramm vorgestellt.
„Irgendeine Ahnung, Boss?", flüsterte Tony Gibbs zu.
Dieser schüttelte nur den Kopf.
„Was ist mit deinem Instinkt?"
„Es ist niemand vom Personal. Das wäre zu einfach. Der Mörder ist hier unter uns. Und er handelt nicht allein, er geht zu sehr nach Plan vor. Er hat sich entweder lange darauf vorbereitet, oder er bekommt Anweisungen. Vielleicht ist er der einzige, der noch Kommunikation zur Außenwelt hat."
„Du glaubst, irgendwer hat jemandem den Auftrag gegeben, uns alle hier umzubringen?", fragte Ziva geschockt.
„Hast du eine bessere Idee?", gab der Boss zurück.
„Also wenn es jemand von uns ist, wer?", fragte McGee und sie schauten sich alle um. Niemandem hier würden sie solche Gräueltaten zutrauen.
„Keine Ahnung", antwortete Gibbs. „Dafür sind wie noch zu viele."
In diesem Moment traten die Leiter ein und Kurtis stellte sich wie immer nach vorne. „Wir haben überlegt", begann er, „dass wir das Trainingsprogramm unterbrechen, bis der Schuldige überführt ist. Leider kommt unser Schiff erst am Donnerstag und wie haben keine Möglichkeit, vorher von der Insel zu gelangen oder irgendwelche Vorgesetzten zu informieren.
Daher bitte ich sie, bis Donnerstag alle auf dem Gelände hier zu bleiben und dass keiner irgendetwas alleine unternimmt. Bitte gehen sie nur zu dritt irgendwo hin. Es mag lächerlich erscheinen, wir sind alle trainierte Navy Offiziere oder Agenten, aber unsere Ausbildung nützt uns nichts, wenn ein geistesgestörter Psychopath uns von hinten und ohne fairen Kampf mit einem Messer ersticht."
Da hat er wohl Recht, dachte sich Tony. Sie gingen alle auf ihre Zimmer, um anschließend zum Abendessen zu gehen. Der Rest des Abends verlief langweilig, Ziva, McGee und Tony hielten sich immer zusammen auf und spielten am Abend Billard miteinander. Es war schon spät, als sie zu Bett gingen.
Sonntag
Der Sonntag verlief langweilig, wie vorausgesehen und es gab keine neuen Todesfälle, was sie alle überraschte. Trotzdem wurde das geplante Programm nicht weitergeführt und so waren schnell der Diskokeller und die Karaoke-Bar belegt.
Dieser Tag und auch der Montag gingen viel zu schnell vorüber. Sie wunderten sich, ob der geheimnisvolle Mörder nicht schon längst aufgegeben hatte und um drei Uhr wurde eine weitere Leiterbesprechung durchgeführt.
Montag
„Wo bleiben die denn so lange?", fragte Ziva ungeduldig. Sie waren alle auf ihren Zimmer, sie und Tony lagen gemeinsam im Bett, beide nackt. Plötzlich klopfte es an der Tür und beide sprangen auf und zogen sich schnellstens an. Tony öffnete die Tür und war erstaunt, als er Gibbs dort sah.
„Was ist los?", fragte er erstaunt und erkannte auch McGee im Hintergrund.
„Ich bin neugierig, so lange haben die noch nie gebraucht", sagte Gibbs. „Kommt ihr mit nach unten?", fragte er und die drei Agents warfen sich Blicke zu, folgten ihm aber schweigend. Sie kamen unten an und Tony lief fast auf Gibbs' Füße, als dieser plötzlich stoppte.
Er deutete ihnen an ruhig zu sein und ging vorwärts. Und dann sahen die Agents auch, warum er gestoppt hatte.
Sie schauten durch die Fenster des Konferenzraumes. Alle Leiter befanden sich darin, jedoch lagen sie auf den Tischen oder auf dem Boden. „Sieht so aus als wären sie vergiftet worden", kommentierte Ziva und Gibbs nickte. Er ging weiter und die Agents folgten ihrem Boss. Sie kamen in die Küche, wo sie ebenfalls Leichen vorfanden.
Diese waren aufgeschlitzt worden und das Blut floss über den Boden. „Oh mein Gott", flüsterte McGee und die drei Agents folgten geschockt ihrem Boss wieder die Treppe hoch in die oberen Stockwerke.
„Das Personal und die Leiter sind alle tot", flüsterte Ziva ungläubig.
Gibbs fing an, an die erste Tür zu hämmern. Es dauerte nur zwei Sekunden, dann wurde das Schloss umgedreht und Sabina und Carrey schauten heraus.
„Bei euch alles okay?", fragte Gibbs.
Die beiden nickten und folgten Gibbs, als dieser an die nächste Tür klopfte. Es öffnete niemand Gibbs trat sie mit Gewalt offen. Ziva unterrichtete währenddessen geschockt die beiden Agentinnen, was sie bisher herausgefunden hatten.
Tony folgte seinem Boss und stellte mit Entsetzen fest, dass Sam und Marko aus Chicago beide aufgeschlitzt in ihren Betten lagen. Zusammen arbeiteten sich die Agents weiter durch die Zimmer und erkannten, dass der Mörder seine Zeit genutzt hatte. Sie sammelten sich im Flur und schauten sich an: Ziva, Tony, McGee und Gibbs aus Washington, Sabina und Carrey aus Miami, Bronwyn und Caroline aus Dallas, sowie James und Mike aus Kansas City.
Es waren nur noch zehn Agents übrig und sie konnten es alle noch nicht so ganz fassen, denn sie waren die einzigen zehn Überlebenden des NCIS-Trainings, allein auf dieser Insel eingesperrt, bis am nächsten Donnerstag Hilfe eintraf. Alle, Leiter, Personal, Putzfrauen, Köche, selbst der Gärtner, sie waren alle dem kaltblütigem Mörder als Opfer gefallen.
Schweigend fanden sie sich im Esszimmer ein. „Jeder von uns kann es sein", sagte Caroline und sie starrten sich gegenseitig an. Einem von ihnen war nicht zu trauen, nur wem?
„Es bringt nichts, wenn wir uns jetzt gegenseitig Angst einjagen", meinte James und sie schüttelten nur den Kopf.
„Aber sobald einer von uns alleine ist, wird er der nächste sein. Es ist nur eine Frage der Zeit", stimmte Mike zu.
„Der Mörder muss aber alles gut geplant haben. Er hat bestimmt eine Fluchtmöglichkeit von der Insel, weil bis Donnerstag wir alle tot sein sollen und es dann auffällig wäre, alleine zurückzukommen", warf Gibbs ein. Er zerbrach sich den Kopf über die Lösung des Rätsels, sein Instinkt hatte ihn diesmal verlassen.
„Das heißt, er hat vermutlich ein Boot", sagte Sabina und die anderen Agents nickten wieder nur.
„Fünf Frauen und fünf Männer, alleine auf einer einsamen Insel, abgeschlossen von der Außenwelt, einer von ihnen war der Verräter, nur wer?", fragte Tony mystisch, irgendwelche Filme zitierend.
„Hör auf, Tony. Das ist jetzt nicht gerade sehr hilfreich", antwortete McGee genervt.
„Er hat aber Recht", warf Ziva missmutig ein.
„Das heißt, einem von uns können wir nicht vertrauen und derjenige wird jede Gelegenheit wahrnehmen, uns zu töten", erklärte Carrey.
„Die Frage ist nur, warum sind wir aus Washington noch alle am Leben?", fragte Gibbs in die Runde.
„Weil der Mörder nicht sein eigenes Team umbringen will?", schlug Mike vor.
„Weil der Mörder genau das erreichen will und doch sein eigenes Team umbringt", gab Tony genervt zurück.
„Eigentlich wissen wir doch nur so viel, dass wir niemandem anderen hier trauen dürfen, oder?", fragte Bronwyn.
„Der Mörder möchte, dass wir uns jetzt zerstreiten und jeder Panik bekommt. Dann hat er ein leichtes Spiel", sagte Gibbs.
„Woher weißt du so genau, was der Mörder will?", fragte Mike misstrauisch.
„Weil er einfach zu durchschauen ist", antwortete der Boss aus Washington.
Es dauerte eine Weile, bis sie sich erst mal entschieden, zu Mittag zu essen. Schweigend gingen Tony und Ziva in die Küche, um etwas Essbares zu suchen. Ihnen war nicht gerade wohl, als sie durch die blutigen Pfützen stapften.
„Wie zur Hölle sollen wir hier noch vier Tage überleben?", meckerte Tony, Ziva seufzte nur. „Ich mein-", fing er an und verstummte plötzlich.
„Was ist?", fragte Ziva, die gerade einen Schrank durchwühlte.
„Tony?", rief sie und ging zu ihrem Partner herüber, der vor dem geöffneten Kühlschrank stand. „Oh", murmelte sie, als sie sah, was dort gelagert wurde.
Es sah aus wie ein großer, schwarzer Metallkasten, aus dem etliche kleine Drähte sprossen und der mit einem Display verbunden war. Tony zeigte langsam auf die Zahlen, die langsam herunter zählten. Gerade wechselte sich die „35 Sekunden" mit der „34" ab.
„Raus hier", rief Ziva und die beiden rannten wie von der Tarantel gestochen los. „Bombe!", rief Ziva, als sie in den Speisesaal zurückkamen und alle zehn Agenten liefen so schnell es ging aus der Gebäude. Ohne sich umzusehen, rannten sie in Richtung Strand. Sie hörten nur einen lauten Knall und dann plötzlich regnete es Splitter und Gebäudebrocken. Es war unheimlich laut und sie trauten sich nicht, sich umzudrehen.
Denn Tony und Ziva hatten übersehen, dass diese nicht die einzige Bombe gewesen waren, sondern dass im Hotel mehrere Sprengsätze versteckt gewesen waren, die nun alle gleichzeitig explodierten.
Sie versteckten sich im Wald und sahen aus der Ferne zu, wie das achtstöckige Hotel in seine Elemente zerfiel. Drei Minuten später saßen sie am Feuerplatz am Strand. „Es war ein Profi. Das Gebäude ist einfach in sich zusammengesackt, dass schafft man nur mit vielen, gut platzierten Sprengsätzen", meinte Mike und starrte in den Sand.
„Aber der Mörder hätte mit drauf gehen können", erwiderte Bronwyn.
„Er war sich sicher, dass die Bombe, oder eine der Bomben vorher entdeckt werden würde", warf Ziva bestimmt ein.
„Und was machen wir jetzt? Wir sind alleine in der Wildnis und einer von uns ist ein durchgeknallter Psychokiller", sagte Tony.
„Wir sollten uns trennen", schlug James vor.
„Und dem Killer noch eine bessere Chance geben?", fragte Carrey.
Gibbs schüttelte nur den Kopf. „Der Täter muss eine Fluchtmöglichkeit besitzen. Entweder ein Boot oder ein Flugzeug. Es sollte nicht allzu weit entfernt sein."
„Dann können wir entweder links oder rechts am Strand entlanggehen, sofern es ein Boot ist", schlug McGee vor.
„Davon gehe ich aus. Ein Flugzeug zu verstecken wäre zu auffällig", sagte Tony und wollte nicht die Anfangsszene von Indiana Jones referieren.
„Fünf Leute gehen nach links und fünf nach rechts", schlug Sabina vor.
„Gut, aber woher wissen wir, dass wenn eine Gruppe das Boot gefunden hat, sie auch die andere Gruppe benachrichtigen?", fragte Mike misstrauisch. Sabina zuckte nur mit den Schultern.
„Ich würde sagen, wir treffen uns morgen früh, sobald die Sonne aufgeht, wieder hier", sagte Ziva und die anderen Agents nickten zustimmend.
Sie teilten sich auf, sodass Tony, Gibbs, James, Carrey und Bronwyn nach rechts und Ziva, McGee, Caroline, Sabina und Mike nach links gingen.
„So werden wir nie irgendetwas finden", meckerte Mike, als sie nach einer halben Stunde laufen immer noch nichts spannendes entdeckt hatten.
„Was meint ihr, soll man hier auch groß auffinden?", fügte er hinzu.
„Schlag doch was besseres vor", murmelte McGee genervt. Er war auch nicht gerade in der allerbesten Stimmung und wollte nicht bis Donnerstag irgendeinem verrückten Serienmörder mitten in der Wildnis ausgesetzt sein.
„Wenn wir weit genug gehen, sollten wir doch auf Zivilisation treffen", meinte Caroline, doch Sabina schüttelte den Kopf. „Die Insel ist 180 Kilometer lang, wir sind auf der einen Seite und die Einwohner auf der anderen. Außerdem wollen die nichts mit uns zu tun haben, sie leben abgeschieden, ohne unseren Fortschritt und deswegen gibt es auch keinen Tourismus hier."
„Also eine reine Dschungelwüste", kommentierte McGee.
„Wie in Israel, nur mit mehr Pflanzen", sagte Ziva, die Wüsten jeglicher Art gewöhnt war. McGee nickte und wusste, was sie meinte, seit Tony, Gibbs und er Ziva letztes aus ihrem Heimatland gerettet hatten.
„Was ist wenn es dunkel wird? Wir haben keine Ausrüstung dabei und auch nichts zu essen", meinte Mike.
„Nie am Überlebenstraining teilgenommen?", fragte Sabina nun ebenfalls genervt. Mike schwieg nur störrisch und sie stapften weiter am Strand entlang, damit sie in Küstennähe blieben. Langsam wurde es dunkel am Himmel und die Sonne verschwand am Horizont, nachdem sie noch einmal ihre volle Leuchtkraft zeigte und rot aufglühte.
Es wurde kälter und um nicht am Körper kalt zu werden, liefen die Agents weiter, wenn auch langsamer. „Was meint ihr, wie weit sind wir vom anderen Team entfernt?", fragte Caroline.
„Bestimmt ein paar Kilometer, weniger, wenn man landeinwärts läuft", sagte Ziva, als sie schließlich entschieden, an diesem Punkt halt zu machen und morgen zurückzukehren.
„Wir sollten Wache schieben", schlug Sabina vor.
„Zu zweit, denn ansonsten hat der Mörder leichtes Spiel", sagte McGee.
„Dann kann er halt den anderen Wächter ausknipsen und danach in aller Seelenruhe uns anderen", murmelte Mike. Ziva ignorierte das und entschied, dass sie und McGee für die erste Wache auf blieben.
Während die beiden Washingtoner Agents aufblieben, passierte eigentlich nichts aufregendes, außer das McGee fünf Mal durch irgendein Wildtier aufgeschreckt wurde. Er war froh, als Caroline und Mike sie endlich ablösten und nach weniger als fünf Minuten war er auch schon eingeschlafen. Es fühlte sich an, als wären zehn Minuten vergangen, bis er unsanft von Ziva geweckt wurde. Es war noch dunkel und die Sterne am Himmel spendeten viel zu wenig Licht. Nur der Mond warf sein weiß-Schimmern von oben.
„Aufstehen, wir machen uns auf den Rückweg um bei Sonnenaufgang am Treffpunkt zu sein", erklärte sie und widerwillig stand McGee auf. Er fröstelte, es war viel zu kalt und sie hatten alle nur dünne Sachen an, waren nicht für Outdoor-Camping gerüstet.
Der Tag war schweineheiß auf Hawaii aber Nachts konnte es aufgrund der wenigen Wolkenbildung superkalt werden, was nicht gerade ein Vorteil für die Agents war, deren Sachen jetzt unter den Ruinen des Hotels begraben lagen. Vielleicht konnten sie ja, wenn das hier vorbei war, zurückkehren und sie bergen. Somit begaben sie sich alle zusammen auf den Rückweg und waren erstaunt, dass sie noch alle am Leben waren. Der Mörder wollte es wohl nicht riskieren, zu zeigen, in welcher Gruppe er war, denn so hätte die Anzahl der Verdächtigen auf vier von neun reduziert werden können. Die zehn Agents trafen sich allesamt wieder am Strand in der Nähe der Hotelruinen und tauschten sich gegenseitig aus.
Keiner von ihnen war auf Zivilisation oder irgendetwas, was ein Fluchtmittel bedeuten konnte, gestoßen. „Und was jetzt?", fragte Ziva, als sie beisammen saßen und auf die Weite des Ozeans hinausblickten.
„Wir könnten die restlichen vier Tage hier zusammen verbringen und warten, bis Donnerstag das Schiff anlegt", schlug Bronwyn vor.
„Das Schiff kommt aber an die andere Seite der Insel und die Reifen der Autos sind alle aufgestochen, schon vergessen?", erklärte James und Bronwyn nickte zustimmend.
„Solange wir alle hier bleiben, wird der Mörder einen nach den anderen ausknipsen", murmelte McGee.
„Dann lass uns doch alle einzeln versuchen, auf die andere Seite der Insel zu gelangen. Das sind circa einhundert Kilometer und wir haben vier Tage Zeit. Zwanzig Kilometer pro Tag schafft man und die werden sich bestimmt wundern, wenn plötzlich niemand auftaucht und nach uns suchen. Und dann sind wir nicht so weit entfernt", meinte Sabina.
„Das stimmt. Aber keiner sollte alleine gehen. Wir sollten uns in Zweierteams aufteilen", sagte Caroline.
„Und wer mit der Mörder zusammen ist, ist der erste der stirbt", gab Mike zu Bedenken.
„Der hat halt Pech", meinte Tony sadistisch.
„Aber es ist unsere einzige Chance, heile von der Insel zu kommen. Wir müssen einfach alle Richtung Süden laufen!", gab McGee zu.
Gibbs verhielt sich die ganze Zeit unauffällig ruhig. Schließlich kamen die Agents zu einer Übereinstimmung und teilten sich in die Gruppen auf, sodass immer die Agents aus einem Team, die sich untereinander kannten, zusammen liefen. So kam es, dass Tony und McGee alleine gingen und Ziva mit Gibbs.
Sie ließen sich jeweils Abstände von bis zu einer Stunden und liefen in verschiedenen Richtungen, aber nach Süden, einige an den beiden Küsten entlang, oder durch die Wildnis.
„Nun denn", sagte Tony und stand auf. Er und McGee waren die letzten beiden, die übrig waren. Von den anderen war nichts mehr zu sehen. Sie stapften wortlos zurück in Richtung Hotel und darüber hinaus.
Vor ihnen lagen Kilometer teilweise unerforschter Dschungel, durch den sich die beiden Agenten nun mindestens drei Tage schlagen mussten. Sie hatten keine Nahrung und keine Klamotten, es war das pure Überlebenstraining.
Schon bald wurde das Gestrüpp dichter und die beiden wussten, dass sie jetzt der Wildnis ohne jeglicher Hilfe ausgesetzt waren.
Bitte schreibt mir viele Reviews dafür! ;)
