Oh nein, nein nein, nein nein dachte ich bei dem Versuch die Gefühle der Panik zu unterdrücken. Ich saß mit zwei anderen Mädchen von der Party in einer Zelle in der Port Angeles Police Station. Die Polizisten haben mit uns kurzen Prozess gemacht, nachdem sie realisierten, das wir minderjährig waren und Alkohol getrunken hatten und ich glaube nicht das meine kleine Meinungsverschiedenheit mit Lauren uns sehr beliebt gemacht hat. Deshalb hielten es die Polizisten für besser, wenn Lauren in einer anderen Zelle ist wie ich. Dafür war ich auch dankbar. Ich denke nicht das ich ihre Blicke ertragen hätte, ohne das es zu einem erneuten Kampf gekommen wäre.
Ich fühlte mich scheiße, emotional und auch körperlich. Der Alkohol feierte seinen Tribut und ich versuchte die Übelkeit und die Kopfschmerzen abzuwehren.
Ich war auch in Panik, weil die Polizisten wollten, das mich jemand abholt, aber da war niemand, dem ich sagen wollte, das ich verhaftet worden bin.
Ich durfte eine Person anrufen und ich hatte verzweifelt versucht Angela zu erreichen. Wie auch immer sie hatte nicht abgehoben und ich weigerte mich eine Nachricht zu hinterlassen.
Es gab keinen Weg aus der Hölle. Ich werde wohl Charlie anrufen müssen. Er wäre sicherlich wütend, wenn er wüsste das seine einzige Tochter verhaftet wurde und dann müsste ich mir sein Geschrei anhören und ich darf Edward garantiert nicht mehr sehen, bis ich mindestens 30 bin.
Dann überlegte ich, ob ich Carlisle anrufen soll, schüttelte aber schnell den Kopf über diese Idee.
Wenn ich ihn anrief, hätte ich zu alle dem noch zugeben müssen, das ich ihn angelogen habe. Ich hätte seine Enttäuschung nicht ertragen. Wenn ich ihm die Wahrheit sage, habe ich Angst davor, was er tut. Edward hatte mir mal erzählt, dass Carlisle sich nicht scheute, seine Kinder übers Knie zu legen, wenn ihm die Verhaltensweisen von ihnen nicht gefiel.
Ich schüttelte den Kopf und sagte mir, dass Carlisle das nicht tun würde. Ich war ja nicht sein richtiges Kind. Aber Vorsicht ist besser als Nachsicht.
Ein Polizist kam zu unserer Zelle, sah mich und sagte, das ich die Chance hätte noch jemanden anzurufen. Ich sagte ihm, das das nicht nötig sei, aber er meinte, wenn ich niemanden anrufen will, sind sie dazu gezwungen Chief Swan zu informieren. Bei dem Gedanken geriet ich in Panik und rief "Ok. Ich habe jemanden, den ich anrufen kann"
Ich habe schnell entschieden, das der Anruf bei Carlisle keine große Sache werden würde.
Carlisle ist wirklich mitfühlend und verständnisvoll wiederholte ich in meinem Kopf.
Ich kam am Telefon an und wählte langsam die Festnetznummer der Cullens, aber niemand antwortete. Ich wählte wieder, bekam aber die gleiche Antwort.
Ich seufzte frustiert und wollte dem Polizisten bescheid sagen, dass ich niemanden erreicht habe, als sich meine Augen weiteten.
Durch die Tür kam plötzlich wie ein Laufsteg Model Carlisle Cullen gelaufen. Er sah sich um und war durch meinen Geruch schnell in der Lage mich zu finden.
Seine Augen fixierten meine, er stieß einen Seufzer der Erleichterung hervor.
Ich fror und lies versehentlich das Telefon fallen. Als das Telefon klappernd auf dem Boden landete, musterte mich Carlisle schnell auf der Suche nach Verletzungen. Als er sich sicher war, das ich keine hatte, kniff er die Augen zusammen. Ich wurde sofort rot vor Verlegenheit und Schuld und senkte schnell meine Augen auf den Boden.
Ok, dachte ich, das ist definitiv schlimmer, wie wenn ich Charlie angerufen hätte.
Als ich das Telefon aufhob, hörte ich wie ein Polizist mit Carlisle sprach "Kann ich Ihnen helfen Sir?" fragte er höflich.
"Ja können Sie. Ich bin hier um meine Tochter Isabella, die dort hinten am Telefon steht abzuholen. antwortete er und zeigte dabei auf mich.
Ich kann es mir auch nur eingebildet haben, aber er klang zornig. Ich habe noch nie einen wütenden Carlisle gesehen und in diesem Moment wünschte ich mir, der Erdboden würde mich verschlingen.
"Natürlich Sir" antwortete der Polizist.
Er kam zu mir und zog mich zu dem wütenden Vampir. Ich überlegte kurz, ob ich abhauen soll, aber ein Blick in Carlisle´s Gesicht sagte mir, das Weglaufen eine sehr sehr dumme Idee wäre.
"Wenn Sie ein paar Formulare ausfüllen und die Kaution bezahlen, können Sie sie mit nach Hause nehmen." fuhr der Polizist fort.
Carlisle hatte aufgehört, mich mit seinen Blicken zu durchbohren und fragte nach dem Grund meiner Verhaftung. Ich sah flehend zu dem Polizisten, in der Hoffnung er würde Carlisle nichts sagen. Vergeblich!
Der Polizist reagierte schnell " Sie wurde verhaftet wegen Alkoholkonsums Minderjähriger und wegen Körperverletzung an einem anderen Mädchen. Wir brauchten zwei erwachsene Männer, um sie von ihr weg zu ziehen. Es dauerte mehrere Minuten, bis sie voneinander abließen."
Ich errötete wieder, als Carlisle den Mann anstarrte, als ob er nicht richtig verstanden hätte, was er gerade gesagt wurde.
Dann fühlte ich wie sein Blick auf mich fiel, bevor er schließlich sagte " Ok, geben Sie mir den Papierkram. Ich zahle auch die Kaution"
Nachdem Carlisle den Papierkram erledigt hatte, sah der Polizist mich an und sagte streng " Ich hoffe du hast deine Lektion gelernt junge Dame"
Ich murmelte eine leises "Ja Sir" während Carlisle seine Hände auf meine Schultern legte.
"Keine Sorge Officer, ich werde dafür sorgen, das sie es tut" sagte Carlisle ernst. Mein Magen drehte sich in dem Moment um.
Mein Vamir Vater ließ mich los und sagte "Lass uns nach Hause gehen Isabella"
Was ist schon eine 20-minütige Fahrt nach Hause? Aber die erwies sich als unglaublich lang. Eine Stunde war bereits vergangen und ich hatte keine Ahnung wo wir waren.
Aber das Schweigen was das schlimmste. Ich war nicht Jasper, aber ich schwöre, ich konnte die Wut und Enttäuschung von Carlisle förmlich spüren.
Ich habe mehrere Male versucht ihn anzusprechen, aber jedes Mal brachte er mich mit seinem Blick wieder zum Schweigen.
Ich hatte das Gefühl, wenn das Schweigen noch länger andauern würde, würde ich platzen, also versuchte ich es erneut "Carlisle bitte, es tut mir leid" flehte ich erbärmlich, als ich ein leises Knurren hörte. Sofort hielt ich den Mund und dachte, das Schweigen vielleicht doch keine so schlechte Idee war.
Auf der Weiterfahrt merkte ich das mir unglaublich übel wurde. Oh nein, dachte ich verzweifelt. Bitte geh weg, geh weg. Das letzte was ich brauchen konnte, war das ich in Carlisle´s Auto kotzen würde. Da bemerkte ich, die Übelkeit hatte nicht vor wegzugehen. Mein Herz begann zu hämmern. Ich wollte Carlisle fragen, ob er anhalten könnte, aber ich hatte Angst, was er tun würde, wenn ich ihn wieder anspreche. Glücklicherweise bemerkte Carlisle meinen eröhten Herschlag und sah mich konzentriert an.
"Bitte halt an, mir ist schlecht" murmelte ich schnell. Kaum hatte er das Auto an die Seite gefahren, riss ich schon die Tür auf und stolperte hinaus. Ich begann sofort alles aus meinen Magen zu kotzen, was sich darin befand. Ich fühlte wie Carlisle meine Haare hochhielt und mir tröstend über den Rücken streichelte. Ich fing sofort an zu Weinen, weil ich mich erbärmlich fühlte und seine Freundlichkeit gar nicht verdient hatte.
Als die Tränen aufhörten und ich aufstehen wollte, stand Carlisle hinter mir und zog mich an seine Brust "Sch" flüsterte er mir zu "Es ist ok Schätzchen" fuhr er fort, während er mir wieder über den Rücken streichelte. Sofort begann ich wieder zu weinen und flüsterte alle paar Sekunden "Es tut mir leid"
"Ich weiß Bella" antwortete er müde "Aber wir wollen nicht darüber reden .Nicht jetzt" Er hielt mich fest, bis ich mich wieder beruhigt hatte. Er legte seinen Finger unter mein Kinn und hob es an, so dass ich ihm ins Gesicht schaute. Er wischte mir die Tränen aus dem Gesicht und lächelte mich sanft an. "Alles ok?" fragte er. ich nickte ihm zu und lächelte.
"Gut" antwortete er "Dann lass uns nach Hause fahren und dich ins Bett bringen" Er half mir ins Auto und noch bevor ich richtig saß, saß er schon auf seinem Sitz und hatte sich angeschnallt. Als wir wieder nach Hause fuhren, legte ich meinen Kopf gegen die kühle Scheibe. Bett war eine gute Idee dachte ich. Durch das Weinen fühlte ich mich leichter, zumal ich jetzt wusste, das Carlisle mich nicht hassen wird, für das was ich gemacht habe.
Ich lächelte leicht als ich mich an seine tröstenden Arme erinnerte. Charlie wäre nicht so gewesen. Wenn ich gekotzt hätte, hätte er mir ein Handtuch zugeworfen und wäre gegangen.
Schläfrig begann ich mich zu fragen, was wohl morgen passieren wird. Werde ich seine starken Arme fühlen? Ich lächelte, es fühlte sich schön an gepflegt zu werden und vielleicht, war es doch keine so schlechte Idee, das Carlisle mich abgeholt hat.
"Danke Daddy" flüsterte ich schläfrig, bevor ich ins Land der Träume abdriftete.
