Kapitel 9 – Getrübter Glaube

Die Sonne, die langsam über den Horizont stieg, tauchte das Quidditchfeld in eine Fülle bronzener und goldener Farben. Harry führte Draco zur Ravenclawtribüne und sie setzten sich auf die Bank. Harry wartete geduldig darauf, dass Draco sprach.

Endlich atmete Draco tief ein und wandte sich Harry zu.

„Es tut mir leid", murmelte er. Harry hob seinen Finger und schrieb in der Luft zwischen ihnen.

Was?

„Alles. Ich hab es im Moment unseres Kennenlernens vermasselt und wie es scheint, mache ich es immer noch."

Du bist ein Malfoy. Du kannst nichts dafür, die ganze Zeit ein Idiot zu sein.

Harry kicherte. Er wurde mit einem kleinen Lächeln seitens Draco belohnt. Harry reichte hinüber und strich sanft mit seinen Fingern durch die blonden Strähnen. Draco schloss seine Augen und lehnte sich in die Berührung; sie war sehr willkommen. Als er das nächste Mal seine Augen öffnete, war das Grau dunkler und Harry erschauderte leicht.

„Harry", hauchte Draco. Dieses Wort hallte in Harrys Seele wider und er überwand schnell die Distanz zwischen ihnen, legte seine Lippen auf Dracos. Mit einem gedämpften Stöhnen öffnete sich Dracos Mund und Harry ließ seine Zunge hinein gleiten und traf Dracos.

Es fühlte sich richtig zwischen ihnen an, wie nach einer langen Reise endlich nach Hause zu kommen. Den Kuss nicht brechend, setzte sich Harry quer auf die Bank, zog Draco in seinen Schoß und legte seine Arme um die Taille des anderen Mannes. Draco stöhnte in Harrys Mund als seine rasch hart werdende Erregung gegen Harrys Bauch gedrückt wurde. Harry drängte Draco fast unmerklich dazu, sich gegen seinen Bauch zu reiben; das atemlose Stöhnen, das aus diesem köstlichen Mund kam, genießend. Er zog sich zurück und legte seine Lippen auf Dracos Hals, das süße Fleisch zwickend und beißend.

„Gott, Harry!", stöhnte Draco und stieß härter gegen Harrys Bauch, um einen Orgasmus zu erreichen, der sehr schnell kam.

Harry griff zwischen ihre Körper, umfasste Dracos Glied durch den Stoff seiner Hose und Draco kam, sich in Harrys Armen nach hinten wölbend und aufschreiend. Das Geräusch hallte über das gesamte Feld. Harry fuhr fort, Dracos Orgasmus aus ihm zu melken, Dracos Zittern ebbte leicht ab.

Draco ließ seinen Kopf auf Harrys Schulter fallen, verblüfft, dass er so schnell und für so lange gekommen war. Er schaute auf in Harrys grüne Augen. Sie waren mit Lust gefüllt, für ihn ganz allein. Dies war der Augenblick, in dem er bemerkte, dass Harry unter ihm hart war und presste ihn sofort zwischen seine Pospalte.

„Du bist nicht … uh …" Draco errötete, fühlte sich wie eine Jungfrau in ihrer Hochzeitsnacht. Harrys atemloses Lachen war seine Antwort. Harry aktivierte seine Gedanken-Blase, ließ Draco nicht aus seinen Armen frei.

Nein, bin ich nicht. Das war für dich allein. Du brauchtest etwas Versicherung, dass das, was ich für dich fühle, real und völlig verschieden von dem ist, was ich für Severus fühle. Er ist mein Vater, du bist mein fester Freund. Das sind zwei verschiedene Arten von Liebe."

Draco kicherte beim Gedanken daran, jemandes, nämlich Harrys, fester Freund zu sein. Harry dachte, dass es ein niedliches Geräusch war und schwor, es häufiger zu hören. Er küsste die Spitze von Dracos Nase.

Kommst du damit klar, dass dein Vater mit Remus und Severus zusammen ist?"

„Jah. Es hat mich einfach nur überrascht, das ist alles. Es ist als ob die Leute dir erzählen, dass der Ostenhase real ist und dann findest du heraus, dass es nur eine ausgedachte Geschichte für Muggel-Kinder ist. Vater ließ sich immer darüber aus, dass Homosexualität absonderlich ist und dass kein Malfoy, der es wert war so genannt zu werden, sich mit einem verbünden würde. Ich habe nicht bemerkt, dass er Großvaters Worte sprach. Mein Großvater war ein voreingenommener Bastard, das ist mir jetzt bewusst." Draco seufzte, rieb seine Finger an den feinen Haaren in Harrys Nacken entlang.

Muggel in gleichgeschlechtlichen Beziehungen werden dafür gemieden. Die Leute fürchten, was sie nicht verstehen können. Ich finde, dass Zauberer viel toleranter sind. Remus hat mir einmal erzählt, dass man nichts daran ändern kann, wen man liebt. Es ist einfach ein Teil des Lebens."

„Kluger Rat", nickte Draco. Seine Augen fielen auf Harrys Lippen und er wünschte sich, dass er ihn wieder küssen würde.

Du musst nur fragen. Ich gebe sie dir freiwillig und ohne zu zögern", grinste Harry und küsste Draco ein weiteres Mal. Draco schloss glückselig seine Augen und wünschte sich, dass das Gefühl niemals vorbei gehen würde. Natürlich bekam er nie, was er wollte.

Ein erschrecktes Keuchen durchbrach ihren Schleier der Lust und beide jungen Männer ließen voneinander ab und funkelten den Eindringling an.

„Was geht hier verflucht noch mal vor sich?"