Kapitel 19 – Ein gefährliches Spiel

Als die Schule während der nächsten Monate wieder in eine normale Routine zurückfand, wurden die Attacken auf Draco häufiger und gefährlicher. Draco war von September bis Mitte November nicht weniger als 20-mal im Krankenflügel mit zahlreichen Verletzungen. Harry wurde frustriert und seine Eltern ebenfalls. Lucius war mehr als zornig und wurde fast täglich gesehen, wie er auf Minerva ein schimpfte. Es benötigte den gemeinsamen Einsatz von Remus, Severus, Harry und Draco um den Mann zu beruhigen, die ersten beiden mit Hilfe von harten und häufigem Sex.

Harry war in eine solche Session hineingeplatzt, weil die drei Männer es nicht für nötig gehalten hatten weiter als bis zu Severus` Wohnzimmer zu gehen, bevor sie aufeinander losgingen. Harry hatte Angst um seine Netzhaut und seinen Verstand und suchte sofort Madame Pomfrey für einen Notfall-Oblivate auf, den sie ihm verweigerte.

Nach diesem Vorfall redete er eine Woche lang nicht mehr mit seinem Vater, Pate und Lucius.

Am Tag bevor die Schüler über Thanksgiving abreisen sollten, spitzten sich die Dinge zu. Draco lief mit Harry vom Gryffindor-Turm mit Neville und Hermine, die jeden überrascht hatten, als sie in der dritten Woche des Schuljahres begannen miteinander zu gehen und seitdem zusammen waren.

Sie waren gerade dabei die beste Variante einen Truthahn zu füllen zu diskutieren, als ein Zauber Draco in den Rücken traf. Harry, Hermine und Neville sahen mit Entsetzen zu, als der Spruch Draco die Treppen hinunter fallen ließ und er sich beim Eingang zum großen Saal zusammenkrümmte und bewegungslos liegen blieb.

Weitere Schocks folgten als Harry seinen Mund öffnete und deutlich in die Lust schrie: „DRACO!" bevor er waghalsig die Stufen hinab rannte. Neville und Hermine standen hinter ihm und als sich Hermine hinkniete um Dracos Puls zu fühlen, zischte er sie an.

„Fass ich nicht an! Fass ihn verdammt noch mal nicht an!"

Neville zog sie zurück, als sie erblasste. Neville drehte sich zu vier Fünftklässlern aus Slytherin um und beauftragte sie so schnell wie möglich, Professor Malfoy, Professor Lupin, Professor Snape, Schulleiterin McGonagall und Madame Pomfrey zu holen.

Es war Severus, der sie zuerst erreichte, bald gefolgt von Minerva und Lucius.

„Mutter Merlins!" Minerva starrte hinab auf Draco. Lucius fiel neben Harry auf die Knie, sein Mund voller Schock weit offen.

„Draco!" flüsterte Lucius. Draco machte keine Bewegung und kein Geräusch.

„Aus dem Weg!" war Poppy einen Moment später schreiend zu hören. Die versammelten Schüler teilten sich wie das Rote Meer als Poppy sich ihren Weg bahnte. Dabei schwenkte sie bereits ihren Zauberstaub und murmelte Diagnosesprüche.

„Harry geh aus dem Weg", flüsterte Severus seinem Sohn ins Ohr. Harry schüttelte heftig seinen Kopf. „Du kannst Draco nicht helfen indem du im Weg stehst. Komm schon. Wir können zum ihm in den Krankenflügel gehen." Severus zog Harry sanft nach oben, als Madame Pomfrey Draco gerade auf eine Trage legte. Die seltsame Prozession ging nach oben, aber auf dem ersten Absatz schüttelte Harry den Arm auf seiner Schultern herunter und drehte sich um auf alle versammelten Schüler zu schauen.

„Ich weiß nicht, wer von euch das getan hat, aber wenn ich dich in die Finger kriege, wird das das letzte Mal sein, dass du einen Zauberstab in die Hände bekommst. Das schwöre ich hoch und heilig", erklärte er. Seine Stimme war rau aufgrund mangelnden Einsatzes für so lange Zeit. Wie die Magie es zu tun pflegte, bemerkte sie einen Zauberereid, wenn sie einen hörte und die gesamte Schülerschaft fühlte, dass Harrys Magie diesen Eid akzeptierte.

Nur ein Schüler zitterte vor Angst, hinter einer Statue, wo niemand seine Identität sehen konnte.

Es ist mir egal, was Potter sagt. Ich bin nicht mit dir fertig Draco Malfoy. Noch lange nicht!

Koma.

Das war Madame Pomfreys Diagnose, als sie sich ein paar Stunden später mit ihnen in ihrem Büro traf. Draco war in einen eigenen Raum verlegt worden, weg von der normalen Schülerschaft.

„Für wie lange?" forderte Lucius zu wissen.

„Das ist schwer zu sagen, Mr Malfoy" seufzte Poppy.

„Sie behandeln meinen Sohn. Ich denke dadurch verdienen sie das Recht mich beim Namen zu nennen" sagt Lucius zu ihr. Sie nickte.

„Wie ich schon sagte. Ich weiß nicht wie lange er im Koma liegen wird. Es können Stunden, Tage, Wochen oder sogar Jahre vergehen bevor er aufwacht und selbst dann kann ich nicht sagen, welche lang- und kurzfristigen Schäden er davontragen wird, nach dem Sturz."

„Was für Schäden?" fragte Hermine, in Gedanken schon bei einigen Büchern die sie zu Rate ziehen könnte.

„Alles von Amnesie bis hin zu Hirnschäden. Oder es könnte ihm völlig gut gehen, wenn er aufwacht. Ich weiß es nicht. Seine Magie hilft so gut sie kann, aber wir müssen realistisch sein. Die Chance steht fünfzig zu fünfzig, dass er nicht mehr derselbe sein wird."

„Also was können wir tun?" fragte Remus.

„Alles, was wir tun können ist warten", seufzte Poppy.

Harry ging von der Bürotür weg an welcher er gelauscht hatte und machte sich auf den Weg zu Dracos Zimmer. Draco sah so blass und ruhig aus. Wenn da nicht das stetige auf und ab seines Brustkorbes wäre, hätte man denken können er wäre tot. Harry machte es sich in einem Stuhl bequem und nahm Dracos Hand in seine.

„Du musst in Ordnung sein, Draco. Ich jetzt ohne dich verloren. Du bist der verlorene Teil meiner Seele und dich zu verlieren nachdem ich dich gerade erst gefunden habe, wäre mein Tod. Ich weigere mich dich gehen zu lassen. Es ist mir egal ob du aufwachst und der Draco bist, der mich sechs Jahre lang gehasst hat. Wenn es das ist, was dich zurückbringt, werde ich da nicht wählerisch sein", flüsterte er. Er küsste Dracos Hand und schloss seine Augen. Einen Augenblick später berührte jemand seine Schulter und er sah hinauf in den dunklen Blick seines Vaters.

„Ich nehme an, dass ich dich nicht davon überzeugen kann nach Hause zu gehen und etwas zu schlafen. Trotz allem hast du immer noch Schule."

„Nein, ich bleibe hier", erwiderte Harry. Severus nickte, küsste ihn auf die Stirn und drehte sich um zu gehen. Er stoppte an der Tür.

„Es ist schön deine nervige Stimme wieder zu hören, Bengel", fügte er voller Zuneigung hinzu. Dann war er fort. Harry lächelte leicht, bevor er seine Augen wieder schloss, seine Hand immer noch auf Dracos.

Komm zurück zu mir, Draco. Egal in welchem Zustand, bitte komm zu mir zurück.