Kapitel 22 – Lasst die Party beginnen
So wie es war, brauchte Lucius fast eine Woche bevor er wieder mit ihnen sprach und weitere drei Tage bevor er überhaupt wieder mit ihnen ins Bett ging. Stattdessen (und zum Schrecken aller anderen) richtete er sich in Dracos und Harrys Zimmer häuslich ein. Draco war keine glückliche Person.
Remus und Severus mussten praktisch vor Lucius kriechen, bevor er ihre Entschuldigungen akzeptierte, aber er akzeptierte sie schließlich und ihr Leben nahm wieder normale Züge an.
Es war eine Woche vor Weihnachten und Harrys Sinn, dass etwas nicht stimmte, verschärfte sich. Jemand verfolgte ihn und beobachtete ihn die ganze Zeit in der Schule. Der einzige Ort, an dem er sich sicher fühlte, war in seinem und Dracos Zimmer oder den Räumen seiner Väter. Er begann damit seinen Zauberstab in der Innentasche seines Umhangs zu tragen um ihn immer schnell bei der Hand zu haben und als Überraschungselement. Es begann ihn verrückt zu machen.
Es war zu solchen Zeiten, wenn er sich unsicher und ängstlich fühlte, dass er seine älteren intelligenteren Eltern aufsuchte.
Es war ein Samstagmorgen. Severus, Remus und Lucius waren einmal in ihrem Leben faul. Sie erwachten an diesem Morgen ineinander verschlungen und fuhren mit atemberaubendem Sex fort. Jetzt aßen sie Frühstück und genossen die Anwesenheit der anderen, wie verliebte Männer, die sie nun einmal waren.
So war es völlig überraschend, als es gegen halb neun an ihrer Schlafzimmertür klopfte.
„Dad? Remus? Lucius? Seid ihr bekleidet?" ertönte Harrys Stimme einen Augenblick später. Severus setzte sich schnell auf und ging sicher, dass die drei bedeckt waren.
„Komm rein Harry." Rief er. Die Tür öffnete sich und Harry trat in den Raum, die Augen geschlossen. Lucius schnaubte und Remus stieß ihn in die Seite damit er still blieb.
„Sei nett, Luc", flüsterte Remus.
„Ich bin nicht nett", meinte Lucius.
„Das ist die Untertreibung des Jahres", lachte Harry, der Lucius Aussage deutlich gehört hatte.
„Du kannst deine Augen öffnen, Harry", seufzte Lucius. Nach einem kurzen Blinzeln und erleichtert, dass die drei Männer das wichtigste bedeckt hatten, setzte sich Harry in den Stuhl neben seinen Vater. Severus bemerkte, dass Harry dunkle Ringe unter seinen Augen hatte und berührte ihn an der Schultern. Harry sah zu ihm auf.
„Hast du gut geschlafen?"
„Nicht wirklich", gab Harry zu.
„Albträume?"
„Jah" Harry nickte.
„Komm her. Lucius rutsch rüber", verlangte Severus. In seinen nicht vorhanden Bart murmelnd, aber der Anweisung folgend rutschte er näher an Remus als Severus Harry zwischen sie zog. Harry schmiegte sich an ihn, roch Severus Geruch, leicht moschusartig und würzig und seufzte.
„Harry, was ist los?" fragte Remus.
„Ehrlich? Ich weiß es nicht. Ich fühle mich als würde ich beobachtet und verfolgt, die ganze Zeit. Das ist sehr nervenberaubend."
„ Seit wann fühlst du dich so?" fragte Lucius. Harry sah zu dem Blonden hoch.
„Kurz nachdem Draco angegriffen wurde." Lucius spürte, dass sich sein Herz schmerzhaft zusammenzog bei der Erinnerung an eine der schlimmsten Zeiten in seinem Leben.
„Bist du dir da sicher, Harry?" fragte Remus. Harry nickte nur.
„Wo ist Draco?" verlangte Lucius zu wissen.
„Es geht ihm gut, Onkel Luc. Er ist im Wohnzimmer und frühstückt", erwiderte Harry. Lucius starrte auf den jungen Mann neben ihm herab, sein Herz schlug kräftig gegen seine Rippen. „Was? Habe ich etwas Falsches gesagt?"
„Nein Harry. Entschuldige mich einen Augenblick", flüsterte Lucius, krabbelte über Remus und schoss ins Badezimmer.
„Ich wollte nie wieder Onkel Lucs Po sehen!" stöhnte Harry und bedeckte seine Augen mit seinem Arm. Remus prustete vor Lachen während Severus sich auf die Innenseite seiner Wangen biss um nicht zu lächeln.
„Ich werde mal nach Lucius sehen." Remus lächelte und streichelte Harrys Arm. Er hatte genug Verstand sich einen Umhang anzuziehen, bevor er das Bett verließ und dafür war Harry dankbar.
„Ich wollte Onkel Lucius nicht aufregen, Dad. Da erinnere ich ihn daran, dass Draco angegriffen wurde." Harry seufzte. Severus küsste den schwarzen Haarschopf auf Harrys Kopf, der an seinem Brustkorb lag.
„Ich denke nicht, dass es das ist, was ihn beschäftigt, Harry. Ich denke er ist etwas überwältigt im Moment."
„Warum?"
„Weil es das erste Mal war, dass du ihn ‚Onkel' genannt hast und er wurde dazu erzogen, dass das Zeigen von Gefühlen außer Verachtung eine Schwäche ist, die ausgenutzt werden kann."
„Also habe ich ihn aufgeregt. Es tut mir leid", murmelte Harry. Eine Hand legte sich auf seinen Rücken und streichelte ich sanft.
„Es braucht dir nicht Leid zu tun, Harry", erwiderte Lucius. „Ich fühlte mich geehrt, dass du mich so nennst. Es war einfach unerwartet. Es tut mich Leid, dass du anders gedacht hast."
„Wenn das Liebesfest vorbei ist, können wir dann zurück zu Harrys Stalker kommen?" meldete sich Draco von der Tür. Vier Augenpaare schauten auf den jüngeren Blonden und Harry schnaubte vor Lachen. Auf Dracos teurem weißen Seidenshirt war Erdbeermarmelade verteilt und dieser schien das nicht zu bemerken. Lucius sah seinen Sohn an.
„Draco, hast du deine Tischmanieren vergessen?" fragte er mit hochgezogenen Augenbrauen. Draco sah an sich hinab und fluchte in vier verschiedenen Sprachen, drehte sich herum und rief nach Dobby. Severus wandte seine Aufmerksamkeit wieder seinem Sohn zu.
„Harry. Ich werde mit Minerva sprechen, wenn du das möchtest, um sicher zu gehen, dass keine überlebenden Todesser in der Schule sind."
„Danke, Dad. Das würde mich etwas besser fühlen lassen, denke ich."
„Kein Grund mir zu danken. Es ist meine Aufgabe als dein Vater, mir über dein Wohlergehen Sorgen zu machen. Bezweifle das niemals."
„Das werde ich nicht."
„Und du kannst zu uns wegen Allem kommen, dass dich beschäftigt Harry. Wir sind jetzt alle eine Familie", sagte Remus zu ihm. Harry lächelte und umarmte die drei.
„Nun geh schon, Schlingel, damit wir den Rest des Morgens genießen können", meinte Severus und half Harry auf die Beine.
„Mittagessen?" fragte Harry.
„Das klingt gut", stimmte Severus zu. Harry schenkte ihnen ein letztes Lächeln, bevor er den Raum verließ und nach Draco rief.
„Oh die Jugend", seufzte Lucius.
„Ach hör doch auf, Lucius", seufzte Severus.
„Bring mich doch dazu", erwiderte Lucius mit einem schelmischen Glitzern in den Augen. Severus sah zu Remus hinüber.
„Ich glaube das war eine Herausforderung, Mr Lupin."
„Ich glaube, dass sie Recht haben, Mr Snape."
„Nein das war es nicht!" rief Lucius mit geweiteten Augen. Da er aber in der Mitte des Bettes war konnte er seinen Gefährten nicht entkommen und stöhnte heftig als beide begannen seinen Körper mit Lippen und Händen zu attackieren.
„SCHLIEßT DIESE VERDAMMTE TÜR!" kam der doppelte Schrei aus dem Zimmer nebenan.
Die drei Männer lachten.
Wie es kommen musste vergaß Severus mit Minerva zu sprechen. Das würde er bald bereuen.
Fast die gesamte Schule war leer außer denen, die zu Weihnachten da blieben. Harry war allein in der Bibliothek und beendete einige Hausaufgaben in letzter Minute als er das Gefühl bekam, dass er nicht mehr allein war. Er sah schnell auf und verfluchte sich selbst, dass er seinen Schutz auch nur für eine Minute deaktiviert hatte.
„Oh hey Eddie", grüßte er den jungen Ravenklaw, der dort stans. Eddie Carmichael lächelte ihn an.
„Harry", meinte Eddie mit seltsamen Ton. Harry wurde sofort skeptisch.
„Stimmt etwas nicht?" fragte Harry.
„Nein. Ich habe mich nur etwas gefragt, das ist alles."
„Achso?"
„Wie ist es?" fragte Eddie.
„Wie ist was?" Harry runzelte die Stirn und begann eins und eins zusammen zu zählen. Sein Instinkt schrie ihn an, dass er von dem Ravenklaw wegkommen musste.
„Jemanden umzubringen?"
„Ich weiß nicht, was du meinst."
„Ich denke du weist es." Eddie grinste. „Sag mir: Wie geht's Draco? Keine Nebenwirkungen von seinem Sturz die Treppe hinunter?"
Harry sprang auf, langte nach seinem Zauberstab, aber Eddie war etwas schneller und schlug ihn mit einem einzelnen Fluch bewusstlos.
Draco steckte seinen Kopf in den Gryffindor Gemeinschaftsraum und sah nach Neville. Dieser saß mit Hermine auf der Couch und machte seine Hausaufgaben.
„Neville kannst du mir einen Gefallen tun?" fragte er und näherte sich dem jungen Paar.
„Sicher Draco."
„Kannst du Harry sagen, dass ich mich zum Abendessen mit ihm verspäten werde? Ich muss ins Labor uns an einer Zusatzaufgabe arbeiten."
„Sicher."
„Danke." Draco lächelte und wandte sich zum Portraitloch.
„Warte mal kurz!" rief Hermine. Draco stoppte und sah sie an. „Wann hat Harry dir gesagt, dass ihr euch zum Abendessen treffen wollt?"
„Das hat er auch nicht. Ich habe einen Zettel in unserem Zimmer gefunden."
„Draco. Harry hat mir gesagt, dass ihr euch überhaupt nicht treffen würdet wegen deiner Zusatzaufgabe!"
Dracos Augen weiteten sich. „Ich muss Severus finden."
„Wir kommen mit dir!" rief Hermine und sprang auf, Neville direkt hinter.
Sie trafen auf Ron, der aus den Kerkern kam und erklärten ihm schnell, dass Harry in Gefahr war. Das war alles, was er hören musste.
Severus' Tür war verschlossen und geschützt, als sie ankamen. Draco hämmerte an die geschlossene Tür und schrie nach irgendjemanden, der ihn hören konnte. Einen Moment später erschien Lucius an der Tür und schien nicht erfreut sie zu sehen.
„Was soll verdammt noch mal der ganze Lärm?" verlangte er zu wissen.
„Wo ist Severus?" fragte Draco mit angsterfüllter Stimme. Severus war sofort an der Tür, Remus direkt hinter ihm. Severus brauchte Dracos Gesicht nur anzusehen und er wusste sofort was los war.
„Harry!" zischte er.
Er erwachte wie er fast alles tat, leise und schnell. Der Raum in dem er sich befand war von einem einzelnen Leuchter an der Wand und er konnte eine Tür am anderen Ende des Raumes erkennen. Er versuchte aufzustehen, aber seine Arme und Beine waren an das Bett gekettet, auf dem er lag.
„Wunderbar!" zischte er. Er versuchte einen ungesagten Alohomora und nichts geschah.
„Du wirst nicht in der Lage sein sie loszuwerden." erklang eine nahe Stimme. Harry sah auf und sah Eddie sich ihm nähern. Aber etwas stimmte an seinem Gesicht nicht. Es sah aus als würde es abfallen, seinen Halt verlieren.
„Lass mich frei!" forderte er.
„Das denke ich nicht, Harry Potter. Wir müssen über etwas reden." Eddies Stimme begann sich zu verändern und erklang höher als er es gewohnt war. Und plötzlich ging ihm ein Licht auf und er wusste was geschah.
„Dein Vielsafttrank verliert seine Wirkung." Harry grinste. 'Eddie' berührte 'sein' Gesicht und zuckte die Schultern.
„Er war mir sowieso schon über." 'Eddies' Haut begann sich wieder zussamenzufügen und einen Moment später sah er in die verrückten Augen von …
„Hallo, Pansy."
