Kapitel 25 – Und schlussendlich ...

Harry konnte sich letztendlich von seinen Fesseln befreien und stand auf. Er schwanke einen Moment benommen, als er sein Gleichgewicht wiedergefunden hatte, ging er Richtung Tür. Er stöhnte frustriert als er auf der Tür weitere Runen fand.

Das ist verdammt albern! Ich will hier raus, SOFORT!

Seine Magie regierte auf seinen Befehl und die Tür wurde nach außen gesprengt. Er rannte hinaus und erkannte an den Wänden, dass er irgendwo in Hogwarts sein musste. Ein stechender Schmerz durchzog seine Seite und er fiel beinahe hin.

Draco!

Er atmete kurz durch und erhöhte seine Geschwindigkeit.

Ein Schneide-Fluch traf Draco an der Seite und er schrie vor Schmerzen auf, er presste seine Hand darauf um den Blutfluss zu stoppen.

„Draco!" rief Lucius.

„Mir geht es gut!" antwortete dieser.

Pansys Flüche wurden immer grausamer, als sie versuchte den Raum zu verlassen. Sie fand heraus, dass sie das nicht konnte als sie Severus' magische Signatur an den Schutzzaubern fand. Sie müsste ihn zuerst umbringen, wenn sie entkommen wollte. Weiterhin schoss sie Flüche auf die beiden Blonden an der anderen Seite des Raumes und suchte nach Severus. Sie fand ihn schließlich als dieser den Werwolf hinter das Sofa zog und richtete ihr Aufmerksamkeit auf ihn.

„Severus, pass auf!" schrie Lucius. Severus duckte sich rechtzeitig um zu sehen, dass ein grelles grünes Licht die Wand hinter ihm traf und er schnarrte ein Wort, das Draco von ihm vorher noch nie gehört hatte. Severus feuerte seinen Spezialfluch Sectumsempra und grinste boshaft, als er dessen Zeichen auf dem Oberschenkel des Mädchens fand.

Pansy lies vor Schock beinahe ihren Zauberstab fallen, als ihr Bein von dem Fluch getroffen wurde. Sie sah hinab und sah das Blut heftig ihr Bein hinab fließen.

Der Bastard hat eine Vene getroffen! Knurrte sie.

Sie verstärkte ihren Schildzauber und zog einen zweiten Zauberstab aus ihrem Umhang. Nun konnte sie doppelt so viele Zauber sprechen und tat dies mit Genuss, sich nicht dessen bewusst, dass sie von hinten attackiert werden würde.

Harry erkannte schnell den Flur im siebten Stock und stoppte vor dem Raum der Wünsche.

Ich brauche eine Abkürzung in die Kerker. Ich brauche eine Abkürzung in die Kerker. Ich brauche eine Abkürzung in die Kerker. Dachte er schnell. Die Tür erschien sofort und er riss sie auf, dabei musste er sich schnell vor einem von Lucius' Flüchen ducken. Der Raum hatte die Wichtigkeit erkannt und hatte ihn anstatt durch eine Abkürzung direkt in das Zimmer seines Vaters gebracht. Er schaute über den Tisch, hinter dem er sich versteckte und entdeckte Draco in der Nähe der Küche, eine Hand auf seine blutende Seite gepresst. Harry blieb die Luft im Hals stecken. Er fand Lucius als direkt recht neben ihn schaute, hinter Severus' Stuhl. Severus und Remus waren nirgends zu sehen, was ihn sehr beunruhigte. Und dann sah er Pansy neben der Tür. Er konnte die Grenzen ihres Schutzzaubers sehen und knurrte als sie einen weiteren Avada-Fluch Richtung Sofa schickte. Er konnte einen Teil des Kopfes seines Vaters dahinter erkennen.

Dieses Miststück wird untergehen! Fauchte er.

Seine Magie breitete sich in seiner Wut aus und Pansys Schild fiel augenblicklich. Eine Sekunde später wurde ihr linker Arm vom Körper getrennt. Ihr rechter folgte schnell. Sie schrie in ihrer Höllenqual bevor sie verstummte als ihr Kopf von ihrem Körper getrennt wurde und auf den Boden fiel.

Die Stille, die ihrem grausigen Tod folgte, war beängstigend.

„Harry?" flüsterte Draco. Harry sah auf und sah, dass Draco ihn erleichtert ansah. Er rannnte zu ihm und half ihm auf.

„Bist du okay?" fragte Harry und sah sich die Wunde an.

„Mir geht es gut, nix, was Madame Pomfrey nicht wieder richten könnte. Und du?"

„Mir geht es jetzt gut." flüsterte Harry. Er legte seinen Kopf an Dracos Hals und hörte auf dessen Herzschlag. Draco legte seinen Arm um ihn und umarmte ihn fest. Er ließ erst los als seine Wunde schlimmer schmerzte. Harry sah sich um.

„Remus?"

„Ihm wird es besser gehen, wenn wir ihm zum Krankenflügel bringen." versicherte ihm Severus. Die beiden Männer sahen sich an, bevor Harry sich in die Arme seines Vaters warf. Severus hielt ihn fest. Dabei waren seine Augen fest verschlossen um den Tränenfluss zu stoppen. „Ich dachte ich hätte dich verloren." flüsterte er in Harry Haar.

„Niemals." erwiderte Harry, seine Worte wurden durch Severus' Kleidung gedämpft.

Professor McGonagall erschien mit einigen Auroren und ihre Aussagen wurden aufgenommen und bestätigt. Panys Körper wurde sofort weggebracht und die fünf Männer halfen sich gegenseitig zum Krankenflügel.

Nachdem Poppy jeden von ihnen in ein Bett gebracht und sie geheilt hatte, rief sie einen Hauselfen, der ihnen etwas zu Essen bringen sollte. Severus beschwerte sich die ganze Zeit, dass mit ihm alles okay sei und dass er nicht im Krankenflügel bleiben musste. Poppy starrte ihn böse an und er beruhigte sich. Sie zeigte auf eine eiergroße Beule auf seinem Kopf, die er sich zugezogen hatte, als Teile der Zimmerwand auf ihn herabgestürzt waren.

Harry biss sich auf die Innenseite seiner Wangen um sich vom Lachen abzuhalten.

Nachdem sich die Dinge beruhigt hatten, kam Minerva zu ihnen.

„Hör auf hier so herumzustehen!" brummte Severus. Minerva lachte und setzte sich auf den Stuhl an seiner Seite.

„Es tut mir Leid aber ich habe gute und schlechte Nachrichten."

„Nun, dann teile uns zuerst die guten mit." knurrte er.

„Alle eure Bücher und persönlichen Gegenstände konnten gerettet werden und eure Räume lassen sich reparieren."

„Ich bin begeistert." knurrte er.

„Die schlechte Nachricht ist, dass sie bis zum Beginn des nächsten Schuljahres nicht fertig werden.""

„Wie bitte?"

„Die Schutzzauber und Mauern erlitten starker magischen Schaden und der erste Termin bei einem Fluchbrecher ist nächstes Jahr frei. William Weasley hat einen Auftrag von Gringotts in der Mongolei in der Zwischenzeit von der Außenwelt abgeschnitten."

Severus lies den Kopf hängen und seufzte.

„Nun, wo werden wir wohnen?"

„Ich habe gehofft, dass Harry und Draco es euch erlauben würden in der Zeit bei ihnen zu wohnen." schlug sie vor und sah die beiden jungen Männer fragend an.

„Auf gar keinen Fall!" rief Draco. „Ich weigere mich dazu gezwungen zu werden meinen Vater, meinen Paten und meinen Onkel täglich nackt und in unmissverständlichen Positionen zu sehen. Und schon gar nicht auf unserem Möbel.!"

„Mir geht es genauso!" stimmte Harry ihm stark errötend zu.

„Außerdem möchte ich nicht sehen, was die beiden in unserer Abwesenheit machen und ich bin mir sicher, dass es genauso unanständig ist." schnaubte Remus und zuckte leicht zusammen als er seine Wunde an seiner Seite spürte.

„Ich habe mir gedacht, dass ihr das so sehen würdet. Ich haben euren Eltern stattdessen die Zimmer neben euch gegeben, wenn ihr damit einverstanden seid?"

Remus, Lucius und Severus sahen sich in stiller Einverständnisnahme an bevor sie nickten. „Exzellent! Ich werde die Hauselfen damit beauftragen eure Sachen sofort dort hinzubringen. Ruht euch alle etwas aus. Ich bin sicher es war eine anstrengende Zeit." Damit verließ sie den Raum.

Harry war in einem Alptraum gefangen. Er schrie und wehrte sich gegen seinen unsichtbaren Angreifer.

„Harry, wach auf Sohn! Du bist hier sicher. Alles ist in Ordnung." erklang eine sanfte Stimme. Er schrak auf, zitterte heftig und sah die dunklen Augen seines Vaters sorgenvoll auf sich gerichtet. Er sah sich um und stellte fest, dass er immer noch im Krankenflügel war. Dann sah er wieder zu Severus.

„Ist jetzt alles okay?"

„Jah." flüsterte Harry und strich mit einer Hand über sein Gesicht.

„Willst du darüber reden?" Harry schüttelte mit dem Kopf und Severus ließ ihn in Ruhe, während er beruhigend seinen Rücken streichelte. Schließlich sah Harry ihn an.

„Bin ich böse?" Severus sah ihn einen Moment geschockt an.

„Nein, warum denkst du so etwas?"

„Weil ich nichts empfunden habe, als ich sie getötet habe. Gar nichts. Kein Mitleid, keine Scham, keine Reue. Macht mich das nicht böse?"

„Du bist nicht böser als Remus oder ich es sind. Nun ja Lucius ist böse." Severus kicherte und ignorierte, dass der Blonde ihn von der anderen Seite des Raumes anstarrte. Er schob Harry an, dass er etwas rutschte und er sich auf das Bett neben ihn setzen konnte und ihn in den Arm nahm. Harry lehnte sich an ihn und seufzte. „Du hast das gemacht, was du tun musstest um die Leben der Menschen zu schützen, die dir etwas bedeuten. Sie hätte uns getötet und wäre verschwunden, wenn du nicht in diesem Moment gekommen wärst. Und du hast Kingsley gehört. Ein Fall von Notwehr. Sie werden dich nicht dafür ins Gefängnis schicken, weil du Leben gerettet hast."

„Sollte ich nicht wenigstens etwas Schuld verspüren?"

„Warum?" Severus sah ihn an.

„Weil ein kleiner Teil in mir das zu sehr genossen hat und davor habe ich Angst. Ich habe sie mir sogar einmal als Onkel Vernon vorgestellt."

„Jeder von uns hat eine dunkle Seite in sich. Das Wichtige ist, dass du weißt, was richtig und was falsch ist und dass du die schlechten Dinge nicht die guten überwiegen lässt. Tief in dir bist du ein guter und anständiger Mensch, Harry Potter-Snape und niemand kann dir das wegnehmen, wenn du es nicht willst."

„Wen habe ich in einem vorigen Leben verärgert, dass die Leute mir schaden wollen?" fragte Harry mit leicht trauriger Stimme.

„Ich weiß es nicht, mein Sohn. Ich weiß es nicht." erwiderte Severus Er küsste Harrys Kopf und ließ ihn über seine Worte nachdenken. „Keine weiteren Fragen. Ich war ein langer Tag und du brauchst den Schlaf."

„Ja, Sir." gähnte Harry. Severus legte sich ins Bett und zog Harry an seine Seite. Harry schlief mit dem stetigen Klang vom Herzschlag seines Vaters ein und Severus folgte ihm einen Augenblick später, als er dem sanften Atmen seines Sohnes lauschte. Poppy kam herein um nach ihnen zu sehen und wollte Severus wecken, damit er sich in sein eigenes Bett legte, entschied sich aber dagegen, als sie sah, wie er Harry unterbewusst auf die Stirn küsste. Sie lächelte sanft bevor sie das Licht dimmte und ihn ihr Zimmer zurück ging.

Die Sonne, die ihn blendete, war das erste, was er am Morgen bemerkte. Das zweite waren die flüsternden Stimmen rechts neben ihm.

„Ich wecke ihn nicht, Ron. Er sieht so ungezwungen aus." erklang Hermines Stimme.

„Wie kann jemand unbeschwert sein, wenn er neben Snape schläft?" erwiderte Ron. Severus verdrehte innerlich die Augen.

„Ron, müssen wir diese Diskussion schon wieder führen?" schnappte Hermine. „Ich dachte, dass du darüber hinweg bist?"

„Ich dachte das auch, bis ich das gesehen habe!" schnappte Ron zurück. Severus war kurz davor sie wissen zu lassen, dass er sie hören konnte, als eine dritte Stimme in ihre Diskussion einstimmte.

„Ron, wenn du etwas gegen meinen Vater zu sagen hast, dann sag es verdammt und verschwinde, denn ich bin dein ständiges Hin und Her leid." meinte Harry. Severus applaudierte ihm innerlich. Er spürte, dass sich Harry aufsetzt und hielt still.

„Harry komm schon! Das ist lange genug so gelaufen, denkst du nicht?"

„Ist dein Gehirn in deine Füße gezogen?" fragte Harry. Severus unterdrückte ein Schnauben, obwohl das ziemlich schwierig war. Er öffnete seine Augen einen Spalt um zu sehen, wie Rons Gesicht die Farbe veränderte. „Das ist das, was ich möchte, Ron. Niemand hat mich in diese Situation gezwungen, niemand hat mich mit einem Imperius belegt und ich habe keinen Vielsafttrank getrunken. Soll ich Veritaserum nehmen? Ich kann den besten Tränke-Meister der Welt darum bitten einen ganzen Kessel davon herzustellen, wenn du das willst."

„Aber Harry ..."

„Ron, sein still! Ich bin es wirklich leid! Entweder bist du mein Freund, unterstützt meine Entscheidungen und vertraust mir, dass ich weiß, was für mich das Beste ist oder du verschwindest jetzt und dann brauchst du auch nicht zurück kommen." knurrte Harry.

Es herrschte ein so bedrückende Stille, dass Severus sich fragte, ob jemand einen Privatsphäre-Zauber gesprochen hatte.

„Das ist es also?" fragte Ron. Harry nickte nur. „Dann werde ich deine Entscheidung akzeptieren und versuchen mein bestes zu geben um dein Freund zu sein."

„Das ist alles, worum ich dich bitte." Harry lächelte.

„Wenn all das Melodramatische jetzt vorbei ist, würde ich gern noch etwas schlafen." fügte Severus schließlich hinzu. Ron hatte den Anstand zu erröten.

„Entschuldigung, dass wir sie geweckt haben, Professor." entschuldigte sich Hermine. Severus nickte das ab. Sie griff Rons Arm und mit einem „Wir sehen uns beim Mittagessen" zog sie ihn auf dem Raum. Fast augenblicklich wurde er von einem Blonden überrannt, jedoch nicht von dem Blonden, den er sich wünschte. Draco lehnte sich über ihn um Harry leidenschaftlich zu küssen.

„Draco, macht es dir etwas aus...?" grummelte er und rollte unter dem Blonden hervor. Draco grunzte nur und küsste Harry weiter. Severus verdrehte die Augen und errichtete einen Privatsphäre-Zauber um sie herum.

„Jungs bleiben Jungs, Severus." Kicherte Lucius aus seinem Bett. Severus ging zu ihm und fuhr damit fort ihn stürmisch zu küssen.

„Nun ich fühle mich etwas übergangen." kicherte eine amüsierte Stimme. Severus zog sich von einem verwirrten Lucius zurück und ging zu Remus. Er küsste ihn genauso hingebungsvoll, bevor er einen Schritt zurück trat und Remus' Wange streichelte.

„Ich dachte, ich hätte dich verloren." erklärte Severus ihm.

„Das hast du beinahe." erwiderte Remus und nahm Severus' Hand in seine. Lucius kam zu ihnen und nahm Remus' andere Hand.

„Ich denke nach alle dem hier, haben wir uns einen Urlaub verdient." fügte Lucius hinzu.

„Wann hattest du deinen letzten Urlaub, Severus?" fragte Remus.

„Ganz ehrlich? Das weiß ich nicht mehr." erwiderte Severus.

„Dann schlage ich vor, dass wir in den Urlaub fahren, wenn das Schuljahr vorbei ist." schlug Remus vor.

„Und wohin?"

Harry und Draco kamen zu ihnen, Harry mit einem großen Lächeln im Gesicht.

„Es gibt da einen Ort an den ich schon immer wollte, aber die Dursleys haben mich nie mitgenommen." grinste er...

Severus war in der Hölle. Das war die einzige Möglichkeit die grellen Farben und dummen Lieder zu beschreiben, die gerade in einer Endlosschleife durch seinen Kopf spuckten.

„Lucius, bitte bring mich um." bettelte er.

„Warum?"

„Wenn ich dieses Lied noch ein einziges verdammtes Mal hören muss, könnte ich jemand wegen einer Lapalie umbringen." stöhnte Severus, als gerade jemand als riesige Maus verkleidet an ihm vorbei lief. Remus, Harry und Draco bahnten sich ihren Weg auf sie zu, nachdem sie eine Fahrt mit dem „Findet Nemo- Fahrgeschäft" hinter sich hatten.

Sehr zu seinem Leidwesen, summte „It's a small world" und grinste wie ein Irrer. Severus brachte es nicht übers Herz ihm zu sagen, dass er aufhören sollte. Harry legte seine Arme um den Hals seines Vaters und umarmte ihn.

„Danke Dad." flüsterte Harry in sein Ohr. Es lag so eine Fülle von Gefühlen in diesen beiden Worten, dass es Severus fast in die Knie zwang.

Er spürte etwas in der Gegend seines Herzens, als ob ein Puzzle-Teil endlich seinen Platz gefunden hätte und er fühlte sich vollkommen.

Für Harry war es endlich die Chance etwas sein Eigen zu nennen. Er hatte einen liebenden Partner und konnte sich keine besseren Eltern-Figuren wünschen als die drei Männer die er hatte. Und er wusste, dass seine leiblichen Eltern irgendwo glücklich und stolz auf seine Entscheidungen waren.

Trotz des lausigen Sommers, war es das beste Jahr seines Lebens.