Tag 4 ist angebrochen ... emsig wie das Bienchen, das ich bin (ode vorgebe zu sein) halte ich auch heute mein Versprechen.
sternenhagel: Kann von Quälen die Rede sein, wenn du heute schon weiterlesen kannst, wo wir gestern aufgehört haben? :P *dir Lavis Hammer wegnehm* Der arme. Hammer. Das muss doch wehtun, bei Lavis Sturschädel o.o Also, Jack macht das nichts aus, aber dem Hammer ... ich weiß nicht. Der wird doch noch gebraucht. Und wie Jack reagiert, siehst du ja jetzt. Ein Fitzelchen Ian ist auch dabei, nur Ian, weil Kanda ja nicht da ist, weil wegen Mission. Erbarme dich meiner. Beide - Kanda und Greg - kommen wieder, versprochen. Das steht schon fix fest, daran wird nicht mehr gerüttelt ... und ein weiterer alter Bekannter taucht auch nochmal auf, muhaha. Nein, ich stecke immer noch fest in meiner GazettE-Phase und warte sehnsüchtig auf das neue Album, das demnächst rauskommen soll. Kaiserschmarrn, mjam. Vielleicht aber lieber nach dem Essen ... jetzt gibts gleich Zwiebelrostbraten, auch sehr lecker :D
Rated: T
Disclaimer: Dass nichts davon mir gehört, wisst ihr ja. Wem es gehört, auch. Wieso schreib ich überhaupt noch Disclaimer?
1.3 Anleitung zum Verpassen einer feierlichen Verlobung
Ian klappte das Buch zu und stand auf. Er stellte ‚Oliver Twist' zurück an seinen Platz und verließ die Bibliothek; es hatte ihn mäßig, aber immerhin etwas abgelenkt. Aus purer Langeweile hatte er beschlossen, das Buch zu lesen, obwohl ihm das Thema so vertraut war wie seine eigene Nase. Aber er hatte einfach nichts mehr mit sich anzufangen gewusst; wenn er heute noch einmal seinen Bogen in die Hand nehmen musste, würde er anfangen zu schreien. Den gesamten Vormittag hatte er damit verbracht, einen Pfeil nach dem anderen auf die Zielscheibe abzufeuern; nach dem Mittagessen hatte er sich wieder in sein Lieblingszimmer zurückgezogen, aber auch dort hatte er es nicht lange ausgehalten, also war er in die Bibliothek gewandert.
Und jetzt, wo es langsam Zeit fürs Abendessen wurde, sah er mit Grauen den Stunden bis zum Schlafengehen entgegen. So langweilig war es also, wenn er sich nicht ständig um Jack kümmern musste. Er konnte sie im Geiste förmlich empört schnauben hören; gut, nicht musste, aber konnte. Er brauchte einfach etwas zu tun, etwas, mit dem er sich beschäftigen konnte, ohne einen Schreikrampf zu bekommen; aber im ganzen Hauptgebäude gab es nichts, was diesen Ansprüchen gerecht wurde.
Es war zum Verrücktwerden, dass er sich Jack dringend zurück wünschte, jetzt, wo er sie gerade erst gestern losgeworden war.
Seltsam war nur, dass er das Gefühl hatte, dass Jack ihm schon seit gestern etwas sagen wollte; etwas, das mit Linali zu tun hatte, aber er kam einfach nicht darauf, was es war.
Er seufzte. Das einzig Gute daran war, dass ihre Verbindung anscheinend doch stärker war, als sie gedacht hatten. Offenbar konnten sie den anderen nicht nur erreichen, wenn sie verletzt waren; auch, wenn sie ihm dringend etwas Wichtiges mitteilen wollten. Die schlechte Nachricht war, dass diese Mitteilung unklar und verzerrt war; geradezu kryptisch, als hätte Jack sie kodiert.
Im Speisesaal bestellte er sich nur wenig zu essen; er hatte bemerkt, dass der Verband in letzter Zeit enger anlag. Auch waren seine Formen unter den weiten Sachen wieder weiblicher geworden; dem musste er dringend entgegenwirken, wenn er kein Misstrauen bei den anderen hervorrufen wollte. Bei genauer Betrachtung hatte er festgestellt, dass er auch im Gesicht etwas zugelegt hatte; seine Wangenknochen traten nicht mehr so stark hervor, seine Augen wirkten nicht mehr so groß und seine Wangen nicht mehr so eingefallen. Wenn er nichts tat, würde es früher oder später jemandem auffallen.
Um keinen Preis durfte er das zulassen; auch Jack musste davon erfahren. Sie hatten sich ziemlich ähnlich ernährt; es war gut möglich, dass sie es schon bemerkt hatte, aber er ging besser kein Risiko ein.
Es stand weiß Gott zuviel auf dem Spiel.
Zur gleichen Zeit in Deuschland ...
Lavi war froh, einen Moment Ruhe zu haben, nachdem ihn dieses Mädchen stundenlang in Beschlag genommen hatte; ununterbrochen hatte sie geplappert und lauter unwichtige Dinge erzählt und er war sie einfach nicht losgeworden. Gott sei Dank waren mit Beginn des Tanzes genug Männer auf sie zugestürzt, um sie dazu zu bringen, sich von ihm loszueisen. Dankbar hatte er sich zurückgelehnt und seinen Ohren etwas Ruhe gegönnt.
Es war unglaublich zermürbend, so vielem Nonsens zuhören zu müssen und dann auch noch an den richtigen Stellen zu nicken, damit sie nicht mitbekam, dass er kein Wort verstand. Oh, sie sprach schon Englisch, aber der Inhalt war einfach so uninteressant, dass er Schwierigkeiten gehabt hatte, wach zu bleiben. Und das bei all dem Lärm um ihn herum.
Am Anfang hatte er Jack ein paar Mal vorbeilaufen sehen, jedes Mal mit einem Blumenkübel beladen, und sich dringend gewünscht, das gleiche tun zu können. Alles war besser als die Folter, in die ihn Emilia gezwungen hatte. Er war keine fünf Minuten da gewesen, da war Jack verschwunden und Emilia dafür aufgetaucht. Dann war Jack wieder aufgetaucht, aber Emilia leider nicht verschwunden. Schließlich war Jack wieder verschwunden, nachdem alle Pflanzen verteilt waren, und hatte Lavi einfach seinem Schicksal überlassen. Stunden war er an den Tisch gefesselt gewesen, mit einem der nervigsten und wahrscheinlich dümmsten Mädchen, denen er je begegnet war.
Und jetzt hatte er endlich ein paar Minuten Ruhe. Dem Himmel sei gedankt für diese kleine Verschnaufpause, was sie zweifellos war, denn wenn Emilia nicht durchtanzte, saß sie bestimmt bald schon wieder neben ihm. Er verstand einfach nicht, was dieses Mädchen von ihm wollte; er hatte kein Interesse an ihr gezeigt, von Anfang an nicht. Nichts, was er gesagt oder getan hatte, war über pure Höflichkeit hinausgegangen –und diese war schon sehr sparsam dosiert gewesen. Aber seine Ablehnung war auf taube Ohren gestoßen. Sie hatte einfach weitergeredet, seine Ausflüchte ignoriert und ihn halb totgequasselt. Eigentlich war so viel Hartnäckigkeit ja bewundernswert, aber nicht, wenn sie sich gegen ihn richtete. Außerdem hatte er das Gefühl, man hätte sie mit dem Gesicht an die Wand stellen können und sie hätte einfach die vollgequatscht. Was kein besonders nettes Kompliment war, weder für sie noch für ihn –aber das scherte ihn schon gar nicht mehr.
Und gerade, als er angefangen hatte, die verhältnismäßige Ruhe zu genießen, erklang neben ihm eine neue Stimme. „Hey."
Müde drehte er den Kopf, um die Person auf seiner rechten Seite mit seinem nicht verdeckten Auge ansehen zu können. „Hey", antwortete er Jack, als diese sich neben ihn setzte. „Wo warst du denn die ganze Zeit?"
„Dach."
Jetzt war er doch verblüfft. Und neugierig. „Was?" Wer hätte gedacht, dass er noch Lust auf ein Gespräch hatte, nach der Odyssee von eben.
„Ich hab die Zeit auf einem der Dächer totgeschlagn. War 'n netter Sonnenuntergang."
„Und warum hast du dich nicht einfach hierher gesetzt?" Wegen Emilia natürlich. So was tut sich doch keiner freiwillig an.
„Oh, ich wollt dich nich störn. Du hast dich anscheinend gut amüsiert, da wollt ich nich im Weg sein", erwiderte sie, den Blick auf die Tänzer gerichtet.
Erstaunt sah er sie an. Hatte sie gerade eifersüchtig geklungen, oder war das ein Wunschtraum gewesen? Er hätte schwören können, dass er eine Spur Eifersucht gehört hatte.
Und entweder sie ignorierte das fabelhaft, oder sie hatte es gar nicht bemerkt. Immer noch betrachtete sie gelangweilt die Tänzer, die sich zur Musik im Kreis drehten.
Ungewollt musste er lächeln. Eifersucht war gut; sie war förderlich für den nächsten Schritt. Wenn sie eifersüchtig war, dann bedeutete er ihr mehr als nur ein Freund; das war ein erfreulicher Nebenaspekt. Es war eine starke Emotion, die oft der Auslöser für andere, noch stärkere Emotionen –und Handlungen- war. So weit wollte er zwar noch nicht gehen, das wäre zu schnell, aber sie wären auf jeden Fall schon einen großen Schritt weiter. Den konnten sie dann voll auskosten.
Er beschloss, ihre Eifersucht noch ein wenig anzustacheln. „Ja, es war ziemlich unterhaltsam", log er. Er sollte nichts sagen, was er nachher nicht unbeschadet zurücknehmen konnte, denn wenn er zu viel erfand, würde sie ihm entweder nicht glauben oder dann dafür büßen lassen.
Lavi sah, wie sie sich etwas versteifte; nur ganz leicht, aber genug, um es wahrzunehmen. Da er mit dem Rücken an der Tischkante lehnte und die Ellbogen auf den Tisch gestützt hatte, sie aber kerzengerade auf der Bank saß, konnte er ihre Reaktion genau beobachten.
„Ach?" bemühte sie sich, gleichgültig zu klingen.
Der gepresste Unterton war ihm nicht entgangen. „M-hm."
Jetzt wandte sie sich um; Wut, die sie nicht verstecken konnte, blitzte in ihren Augen auf. „Schön für dich." Als sie sein Grinsen sah, wurde sie nur noch wütender, das konnte er sehen.
Genug gespielt. „Kann ich dich mal unter vier Augen sprechen?"
„Nei-" Er zog sie einfach an ihrem Handgelenk hinter sich her durch die Bankreihen, ignorierte ihre Proteste und ihr Sträuben. Auch die Tatsache, dass sie ihm mehrmals unter Androhung von Verstümmelung und Verletzung dazu bringen wollte, sie loszulassen, überging er einfach, während sie sich dem Rand des Platzes näherten. Mit festen Schritten ging er zwischen den Holzständen auf eine kleine Seitengasse zu, die von außen nicht eingesehen werden konnte und keine Fenster oder Türen aufwies. Perfekt. „Lavi, jetzt lass mich endlich los!" verlangte Jack erneut von ihm. In der Gasse ließ er schließlich ihr Handgelenk los; sofort blieb sie stehen. „Hast du nich mehr alle Tassn im Schrank?" fauchte sie.
Sein unvermindertes Lächeln fachte ihre Wut noch mehr an. Stumm stand er da und beobachtete, wie sie sich mit der Linken das Handgelenk rieb.
„Warum grinst du so?" Langsam wurde sie vorsichtig, auch wenn ihre Wut noch immer sehr groß war.
Er musste sie davon abhalten, zu viel über das Jetzt nachzudenken; besser, wenn sie über Emilia nachdachte. „Du vertraust mir doch, oder?"
Nach heute Nachmittag? „Ich wüsst nicht, was das jetz mit deinem Geisteszustand zu tun ham soll!"
„Also ja. Dann solltest du auch wissen", er trat näher, „dass Emilia", er genoss es, wie dieser Name ihrer Eifersucht Nahrung gab, „so ziemlich die nervigste, dümmste und begriffsstutzigste Person in diesem Universum ist."
Lavi zog sie an sich und presste seine Lippen auf ihren Mund, während er gleichzeitig eine seiner Hände in ihren Nacken legte; die andere lag auf ihrem Rücken. Jack war so überrascht von dem, was er gesagt hatte, dass sie im ersten Moment gar nicht reagieren konnte; dann stemmte sie die Hände gegen seine Brust und versuchte, sich von ihm zu lösen. „Lügner", murmelte sie an seinem Mund.
Er unterbrach den Kuss, gab sie aber nicht frei. „Du kennst sie nicht. Ich hab Stunden damit verbracht, nicht einzuschlafen." Dann küsste er sie erneut und diesmal strich er dabei mit seinen Fingern über die zarte Haut in ihrem Nacken, sodass er spüren konnte, wie sich die feinen Härchen dort aufstellten. Vorsichtig machte er einen zweiten Versuch, mit seiner Zunge ihren Mund zu berühren und jetzt zuckte sie nicht zurück, sondern öffnete leicht die Lippen, während ihre Hände, die ihn vorhin noch wegdrängen wollten, jetzt an seinem Mantel zogen, um ihn noch näher heranzuziehen. Langsam ließ er seine Zunge in ihren Mund gleiten, streichelte ihre und forderte sie auf, dasselbe bei ihm zu tun.
Zögerlich strich sie mit ihrer Zunge über seine; mutiger geworden, tastete sie sich langsam vor, berührte ihrerseits seine Lippen, dann seine Mundhöhle. Sie verstärkte ihre Bemühungen, ihn enger an sich zu ziehen, und presste ihre Lippen fester gegen seine. Lavi seinerseits wanderte mit der Hand, die in ihrem Nacken gelegen hatte, ihren Rücken hinunter, bis er beide Arme um ihre Mitte legen konnte, sodass sie ihre um seinen Nacken schlingen konnte. So eng umschlungen standen sie da, bis er seinen Griff lockerte und sich langsam und vorsichtig von ihr löste.
Stirn an Stirn standen sie da und versuchten, ihren Atem wieder unter Kontrolle zu bringen.
„Stimmt das wirklich?"
„Du meinst, das über Emilia? Jack, du hast das nicht erlebt. Sie hat mir ein Ohr abgekaut mit lauter Nonsens, lauter unwichtigem Zeug, das keinen Menschen interessiert. Hundert –tausendmal lieber wäre ich mit dir auf dem Dach gewesen, glaub mir."
„Und warum hast du dann behauptet, dass du dich so gut amüsiert hast?"
Er grinste und küsste ihre Nasenspitze. „Du warst so schön eifersüchtig."
Jack wurde rot. „War ich nich", behauptete sie. Dann zuckte sie zusammen, als plötzlich hinter ihr frenetischer Jubel und lautes Klatschen ertönte. Sie wandte sich um und versuchte, zu sehen, was los war, aber der Hauptplatz war von hier aus nicht zu sehen.
„Ich fürchte, wir haben gerade die Verlobungsbekanntgabe verpasst", meinte Lavi; er klang überhaupt nicht, als ob es ihm leid tun würde.
Sie löste sich von ihm und zuckte mit den Schultern. „Nur Wasser auf Emilias Mühlen."
„Was meinst du denn damit?"
„Emilia kann Amalie nich ausstehn; umgekehrt is es wahrscheinlich genauso. Jetz, wo Amalie verlobt is, falln ihr mindestens doppelt so viele Verehrer zu wie vorher."
Lavi trat neben sie. „Und woher weißt du das?"
Sie lächelte ihm zu. „Ich hab meine Quelln."
Er seufzte, als er sich wieder dem Tumult vor ihnen zuwand. „Wir sollten besser wieder auf den Hauptplatz zurück; wer weiß, wann die Bredows aufbrechen. Sonst verpassen wir womöglich noch unsere Kutsche." Dann lächelte er, als ihm ein Gedanke kam, und beugte sich rasch vor, um ihr etwas zuzuflüstern.
Sie wurde erneut rot, aber erwiderte nichts. Als er wieder auf den Ausgang der Gasse zuging, folgte sie ihm, ganz in Gedanken. Was meinte er mit ‚nächstes Mal'?
Wir lernen: Nichts wird so heiß gegessen wie gekocht und Eifersucht trübt den Blick für das Wesentliche, welches das eine ist, an das Männer unbewiesenen Thesen nach ständig denken. Außerdem macht sie Falten.
Bleibt mir gewogen ... nur noch drei Tage lang.
