Und hier kommt auch schon ein weiteres Kapitel angerauscht ... mit etwas Verspätung, aber da ist da.
sternenhagel: Warum Roboter Geige spielen können müssen? Äh... Gegenfrage: Warum denn nicht? Wir werden es allerdings wohl nie herausfinden, denn ich hab so das Gefühl, Komüurin wird nicht mehr Rede und Antwort stehen können ... Und wie's aussieht, krieg ich von dir in nächster Zeit nichts mehr zu essen. *duck*
Rated: T
Disclaimer: Gehört mir nicht, gehört mir nicht, gehört mir nicht, Montag, Montag, Montag, minus zehn Prozent, minus zehn Prozent, minus zehn Prozent beim - äh, falsche Platte.
1.7 Der unwillige Patient No.2
Jack hatte Glück; sie wachte als erste auf. Als sie bemerkte, dass sie sich wieder bewegen konnte, atmete sie erleichtert auf; ein Teil von ihr hatte schon befürchtet, dass die Lähmung permanent wäre. Um ihre Fingerfertigkeit zu testen, tauschte sie Ians blaue Schleife gegen ihre eigene grüne aus, ohne ihn dabei zu wecken. Dann knöpfte sie ihre Weste wieder zu und zog sie in Form, damit sie nicht zu weit über ihre Hüften rutschte. Schließlich drehte sie sich auf die Seite, legte ihren Kopf auf den linken Arm und betrachtete ihren schlafenden Bruder.
Ian neben ihr hatte sich nicht vom Fleck bewegt, lief allerdings langsam Gefahr, über den Bettrand zu kippen. Auch wenn sie persönlich lieber noch etwas liegen geblieben wäre, weckte sie ihn trotzdem. Liegen bleiben konnte sie nur, wenn er es auch tat, was nicht gewährleistet war, wenn er aus dem Bett fiel und aufwachte. Vorsichtig legte sie ihm eine Hand auf die Schulter. „Ian, wach auf."
Er gab ein unwilliges Geräusch von sich und versteckte sein Gesicht im Kissen, um weiterzuschlafen. Aber es war zu spät, er war wach; kein Grund mehr, noch länger liegen zu bleiben. Also öffnete er ein Auge und spähte zu seiner Schwester hinüber. „Morgn."
Jack lächelte; dann fiel ihr auf, dass er irgendwie seltsam aussah. „Ian, schau mich mal an."
„Tu ich ja."
„Ganz. Los, mach schon." Müde hob er den Kopf und sah sie unter halbgeöffneten Lidern an. Auch so konnte sie erkennen, dass seine Augen glasig wirkten; besorgt legte sie ihm die Hand auf die Stirn. „Ian, du hast Fieber! Du glühst richtig!" Sie richtete sich auf und kletterte über ihn aus dem Bett. Dann zog sie die Decke unter ihm hervor und breitete sie über ihm aus. „Du bleibst hier und ruhst dich aus; ich hol" –sein Magenknurren unterbrach sie- „…was zu essen. Wehe, du stehst auf."
Sie verschwand, nur um wenige Minuten später mit einem Tablett in den Händen zurückzukehren. Das stellte sie auf ihren Nachttisch und nahm ein Quecksilberthermometer, das sie ihm, ohne auf seinen müden Protest zu achten, in den Mund schob. Damit er es nicht wieder herausnahm –dafür kannte sie ihn viel zu gut- beobachtete sie ihn genau, während das Quecksilber sich langsam in der dünnen Messröhre ausdehnte. Jedes Mal, wenn er die Hand hob, um das Thermometer loszuwerden, griff sie danach und zwang ihn, die Hand wieder auf die Bettdecke zu legen. Das Spiel ging einige Zeit lang, bevor sie entschied, dass es genug war, und ihm das Thermometer abnahm, um einen Blick auf die Anzeige zu werfen.
Ian wartete geduldig darauf, dass sie endlich das Getue ließ; er war nicht krank, er hatte nur etwas Temperatur, das war alles. Dass er sich kaputt fühlte, lag daran, dass er die ganze Nacht auf gewesen war, und das Gefühl, als würde sein Gehirn versuchen, seine Augen aus seinem Kopf zu drücken, kam davon, dass er noch nicht ausgeschlafen war. Ganz einf-
„Du hast Bettruhe! Neununddreißig Grad, Ian. Damit stehst du fürs Erste nicht auf." Sie drückte ihn zurück aufs Bett, als er aufstehen wollte.
„Aber das ist dein Bett", protestierte er.
„Auch egal, du bleibst liegen."
„Du bist nicht meine Mutter, Jack."
„Danke Gott dafür, aber jetzt weißt du, wie es ist, wenn dir jemand einen Ratschlag gibt, den du nicht hören willst. Mit fast vierzig Grad stehst du nicht auf, Ian, und wenn ich dich festbinden muss." Erneut zwang sie ihn, sich wieder hinzulegen, dann stellte sie ihm das Tablett auf die Beine, bevor er noch einmal aufstehen konnte. „Suppe. Iss." Sie verschränkte die Arme und sah ihn ernst an.
Jetzt waren ihre Rollen vertauscht: Jack bestimmte und Ian gehorchte; Jack war vernünftig und Ian nicht. Das lag daran, dass sie Zwillinge waren: Beiden fiel es leichter, sich um einen Kranken zu kümmern, als selbst krank zu sein. Um sich nicht mit ihr streiten zu müssen –er hatte weder Lust noch Energie dazu- löffelte er den ganzen Teller leer, wobei sie ihn genau beobachtete. Dann sah er sie erwartungsvoll an. „Und was willst du jetzt machen? Willst du mich echt festbinden?" fragte er spöttisch.
Das Grinsen, das sich daraufhin in ihrem Gesicht ausbreitete, war ihm unheimlich. „Du wirst schon sehn."
Eine Viertelstunde später hatte er sich immer noch nicht aus dem Bett befreien können und jetzt war ihm nicht nur heiß, sondern gleichzeitig auch noch kalt. Wadenwickel hieß das Folterinstrument, das er ihr oft selbst verpasst hatte, wenn sie mal wieder aus dem Wald zurückgekehrt hatte, nachdem sie stundenlang wie vom Erdboden verschluckt gewesen war, und dann am nächsten Tag Fieber hatte. Ein nasses Tuch, in kalten Essig getaucht, um einen Unterschenkel gewickelt, mit einem trockenen Tuch herum, um es zu fixieren und das Bettzeug trocken zu halten, ergab Gänsehaut; ein Wadenwickel um jedes Bein ergab Zähneklappern. Dazu kam die dicke Decke, die ihn bis zum Kinn zudeckte, was wiederum dafür sorgte, dass sein Oberkörper heiß wurde, ihm von der Hüfte abwärts aber kalt war. Jetzt wusste er, wie Jack sich jedes Mal gefühlt hatte.
Aber die nassen Tücher sorgten dafür, dass das Fieber sank; die Hitze ging auf die kalten Essiglappen über und im Austausch wurden die fiebersenkenden Stoffe im Essig über die Haut aufgenommen. Sobald die Tücher heiß waren, wurden sie wieder in Essig getaucht und neu gewickelt. Es war ein Teufelskreis aus heiß und kalt, aber eine sichere Methode, um ihn so schnell wie möglich wieder gesund zu machen, wenn sie keine medizinische Versorgung parat hatten. Das war oft der Fall gewesen, denn Gesetzlose konnten sich keine Medizin leisten, also griffen sie auf Hausrezepte zurück- zumindest auf die, die wirkten.
Zum Glück war Ian selten krank gewesen in den letzten Jahren; es war Jack gewesen, die immer wieder eine Erkältung bekam, weil sie sich stundenlang im Wald herumtrieb und Gott weiß was trieb. Mit einer Regelmäßigkeit, nach der man einen Kalender hätte erstellen können, verschwand sie immer wieder alle paar Tage, und brachte mit ebenso schöner Regelmäßigkeit –wenn auch nicht jedes Mal- Halsweh, Kopfschmerzen und Fieber mit heim. Und dann, am nächsten Tag, musste Ian sich um sie kümmern und ihre schlechte Laune ertragen, zusammen mit der Übellaunigkeit der anderen drei, weil sie ‚schon wieder' ausfiel. Dabei wurde sie auch nicht so häufig krank; ungefähr alle drei Monate, in den Übergangszeiten zwischen den einzelnen Jahreszeiten, wenn das Wetter am unbeständigsten war.
Und auch jetzt konnten sie es sich nicht leisten, sich im Krankenzimmer betreuen zu lassen; zu groß war die Gefahr, entdeckt zu werden. Sie mussten sich umeinander kümmern, so wie bisher auch immer.
Ian schniefte. „Ich hasse die Dinger."
„Ich auch, aber das weißt du ja. Seltsamerweise hat es dir immer Spaß gemacht, mich damit zu quälen."
„Hat es nicht. Das kommt davon, dass du ständig krank warst; irgendwer musste sich ja um dich kümmern. Oder wäre es dir lieber, Johnny hätte das gemacht? Oder Ben?"
„Warum nicht gleich Michael?" Jack schüttelte sich. „Aber jetzt lenk nicht ab. Du behältst die jetzt um, und in einer halben Stunde wechsle ich sie aus. Morgen sehen wir dann weiter. Ich muss jetzt Komui Bescheid sagen, dass du krank bist und ich mich um dich kümmere. Wenn du nicht liegen bleibst, dann mach ich dir alle zehn Minuten neue –und diesmal bind ich dich wirklich fest." Sie machte die Tür auf und verschwand.
Ian seufzte. Besser, er blieb liegen. Binnen einer halben Stunde wurden die Wickel warm, aber wenn sie ihm alle zehn Minuten neue machte, dann hätte er bald Frostbeulen. Und sie würde nicht davor zurückschrecken; das war nicht nur so dahergesagt. Also fügte er sich und schloss die Augen. Wenn er etwas schlief, dann würden hoffentlich auch seine Kopfschmerzen verschwinden.
Vor der Tür seufzte Jack ebenfalls. Ausgerechnet Ian, ihr Bruder, der sonst die Konstitution eines Ackergauls hatte, wurde krank. Sie fragte sich, ob das daran lag, dass er nächtelang auf gewesen war. Wenigstens ging es ihr jetzt besser; die Wirkung des Betäubungsmittels hatte gerade rechtzeitig nachgelassen, damit sie sich um ihn kümmern konnte.
Sie hatten stundenlang geschlafen, denn die Sonne ging gerade unter, als sie Komuis Büro betrat. Der Wissenschaftler blickte kurz auf, als sie eintrat, und widmete sich dann wieder seiner Arbeit. „Ah, Ian. Schläft Jack noch? Ich hätte gedacht, das Mittel hätte bereits vor über einer Stunde nachgelassen."
Sie verbarg ihr Lächeln, aber er hätte es sowieso nicht gesehen. Er hielt sie für Ian; natürlich, Jack wäre einfach in sein Büro gestürmt und hätte Kleinholz aus ihm gemacht, sobald er wach war. Aber ihr Bruder hatte Priorität und Tote waren bekanntlich schlechte Zuhörer. Trotzdem konnte sie nicht widerstehen, ihn noch ein bisschen länger in dem Glauben zu lassen, sie wäre Ian. Nur ein bisschen. „Mein Bruder is krank."
Komui sah wieder auf. „Was? Seit wann? War er schon krank, als er zurückgekommen ist?"
„Vor 'ner knappn halbn Stunde hab ich Fieber bei ihm festgestellt. Ich kümmer mich um ihn, bis er gesund is, aber solange kann er nich an Missionen teilnehmn."
„Und wie lange, schätzt du, wird das dauern?" fragte der Wissenschaftler besorgt.
„Ein paar Tage, zwei oder höchstens drei, nich länger. Es is nur Fieber, also nix Gefährliches." Sie trat vor, bis zum Rand des Schreibtisches. „Ach, und, Komui?" Er sah sie verwundert an, als sie lächelte. „Wegen heute Mittag… ich hab mir überlegt, was wohl am schlimmstn wär, also hab ich entschiedn, dass ich Linali überlass, welche Strafe angemessn wär. Ich werd ihr also nahelegn, ihre Fantasie spieln zu lassn." Sie grinste sardonisch. „Nachdem ich ihr erzählt hab, wie Komurin mich fast in meine Einzelteile zerlegt hätt." Damit drehte sie sich um und hatte das Büro schon verlassen, als bei dem entsetzten Chinesen endlich der Groschen fiel.
Auf dem Rückweg zu ihrem Zimmer machte sie einen kurzen Umweg, um noch einmal im Speisesaal vorbeizuschauen. Die Mitarbeiter hatten die letzten Stunden gut genutzt; von dem Chaos, das Komui angerichtete hatte, war kaum noch etwas zu sehen. Sie zimmerten neue Bänke und Tische und mauerten den Eingang neu; wenn sie den Kopf in den Nacken legte, konnte sie über sich im oberen Stockwerk die Leute sehen, die gute zehn Meter über ihr die Decke flickten. Ein paar der neuen Tische konnten sogar schon benutzt werden; einige der Mitarbeiter gönnten sich eine kurze Verschnaufpause und wurden währenddessen von einem übereifrigen Jeryy mit Essen versorgt.
Unter anderem halfen auch Allen und Lavi mit, das Chaos zu beseitigen; als Jack vorhin hereingekommen war, um die Suppe für Ian zu holen, hatten sie gemeinsam mit ein paar Findern Trümmer beseitigt und Holzbretter für neue Bänke herbeigeschafft. Im Moment saßen sie selbst auf einer der Bänke und beobachteten die anderen. Allen futterte eine große Menge eines undefinierbaren Etwas in sich hinein und Lavi hatte einen Apfel in der Hand. Sofort lief Jack das Wasser im Mund zusammen; sie hatte ihr Mittagessen nicht beenden können und war hungrig. Zum Glück hatte Jeryy einen weiteren Apfel für sie übrig; mitfühlend erkundigte sich der Inder nach Ian, als sie ihn darum bat. Er schien ehrlich erleichtert, als sie ihm sagte, dass er in ein paar Tagen wieder ganz der alte wäre.
Als Lavi sie sah, winkte er kurz; sie kam zu ihnen hinüber und setzte sich neben die beiden, wobei sie darauf achtete, dass Allen zwischen ihnen saß. Sie hatte ihr Vorhaben nicht vergessen. Ohnehin hätte sie nicht neben ihm sitzen können, denn er hatte zum Arbeiten seinen Exorzistenmantel ausgezogen und trug nur ein ärmelloses schwarzes Hemd; sie hätte ihn wahrscheinlich die ganze Zeit angestarrt. Jetzt wusste sie, wie es Ian ging.
Allen unterbrach sich kurz, um ihr ein in Essen untergehendes „Hallo, Ian" zuzuwerfen, dann aß er weiter.
Lavi schüttelte den Kopf. „Das ist Jack, Allen." Er hatte sofort erkannt, dass es nicht Ian war, trotz des blauen Bandes.
Der weißhaarige Exorzist blickte überrascht auf; Jack grinste. „Er hat Recht. Macht nix, wir wern ja oft verwechselt." Erleichtert wandte er sich wieder seinem Essen zu. Keine zwei Minuten später hatte er den Teller feinsäuberlich leer geputzt und lehnte sich jetzt, wie Lavi und Jack, an die Tischkante hinter ihnen. Die Arbeiten gingen auch ohne sie zügig voran; sie hatten noch ein paar Minuten, bevor sie weitermachen würden. „Wie lang hackelt ihr jetz schon hier?" wollte Jack wissen.
„Wir sind erst vor fast zwei Stunden dazugekommen; die anderen machen schon länger. In circa einer halben Stunde werden wir fertig sein, schätze ich." Lavi warf ihr über Allen einen raschen Blick zu. „Wo wart ihr beiden eigentlich die letzten Stunden?"
Jack grinste. „Wir ham geschlafn. Ich bin erst vor 'ner halbn Stunde aufgewacht; Ian liegt noch, der hat Fieber. –Geht ihm gut, is nur Fieber", fügte sie rasch hinzu, als beide sie besorgt ansahen. „Aber solang er noch ans Bett gefesselt is, helf ich lieber mit. Er wird wahnsinnig, wenn ich die ganze Zeit neben ihm sitz." Sie stand auf und ging zu River hinüber; keine zwei Minuten später hatte sie eine Aufgabe und half eifrig mit.
Es kamen noch ein paar weitere Helfer dazu und nach einer Viertelstunde war der Saal wieder so gut wie neu –mehr oder weniger. Natürlich ersetzten die Heimwerkerarbeiten von Findern und Bürohengsten nicht die Arbeit eines Fachmanns, aber sie hielten und würden es auch noch eine Weile lang tun; solange, bis sie jemanden beauftragen konnten, der dem Orden gegenüber loyal war –und wenig kostete. Wenigstens hatten sie etwas Erfahrung, nach Komuis diversen anderen Eskapaden Experimenten und so konnten sie das meiste selbst erledigen.
Stolz betrachteten sie ihr Werk; dann, keine zwei Sekunden später, drängelten sie auch schon bei der Essensausgabe. Arbeit machte hungrig. Jack beschloss, später zu essen, wenn sich der Aufruhr gelegt hatte, und erst mal nach Ian zu sehen. Wahrscheinlich war er ohnehin schon wieder auf, obwohl sie es ihm verboten hatte.
Allerdings überraschte er sie damit, dass er noch immer im Bett lag, so wie sie ihn zurückgelassen hatte. Gelangweilt starrte er an die Decke, weil er nicht einschlafen konnte; als sie eintrat, unterbrach er diese spannende Tätigkeit kurz, um sie anzusehen, dann wandte er sich wieder seinem stummen Zwiegespräch mit dem Putz zu.
Sie nahm ihm die Wadenwickel ab, tauchte sie in die Schüssel mit Essigwasser auf dem Stuhl neben dem Bett und wickelte sie neu; dann richtete sie sich auf und sah ihn an. Irgendwie sah er beleidigt aus. „Was?"
„Nix. Schönen Dank auch, dass du dich an mich erinnert hast", versetzte er. Also war er beleidigt. Weil sie ihn so lange alleine gelassen hatte.
„Darf ich dich daran erinnern, dass ich, als wir noch in einer Höhle lebten, oft stundenlang nichts anderes tun konnte, als Moosbüschel zu zählen und einer Fledermaus beim Schlafen zuzusehen?"
„Aber ich musste arbeiten; du hast nichts zu tun. Da ist ein Unterschied."
„Doch, ich hab geholfen, den Speisesaal wieder begehbar zu machen. Außerdem warst du gerade mal eine halbe Stunde allein, jetzt spiel dich mal nicht so auf." Jack nahm das Thermometer vom Nachttisch und schüttelte es, damit sie es wieder verwenden konnte. Dann maß sie erneut seine Temperatur. Binnen einer halben Stunde konnte man sich keinen großen Unterschied erwarten, aber auch ein kleiner zeigte schon, dass die Behandlung anschlug. Tatsächlich war sein Fieber schon um fast einen halben Grad gesunken; besser als nichts. „Wenn du so weitermachst, bist du übermorgen schon wieder gesund, aber wenn du nicht liegen bleibst, fällst du noch für eine ganze Woche aus."
„Du genießt es, mir das zu sagen, stimmt's?" schmollte er.
Sie grinste. „Ungemein. Jetzt schlaf; ich bring dir nachher Abendessen."
„Was denn?"
„Kommt darauf an. Was willst du?"
Ian überlegte kurz. Eigentlich hatte er keinen großartigen Appetit, aber er musste etwas essen. Also entschied er sich für das Sparprogramm; Brot, Wurst, Obst. Einfach, aber sättigend und ausreichend. Jack nickte nur rasch und verschwand; allerdings nicht ohne ihn noch einmal daran zu erinnern, zu schlafen.
Er versuchte erneut, einzuschlafen, aber der Schlaf wollte und wollte sich einfach nicht einstellen. Gereizt warf er sich im Bett herum, da fiel sein Blick auf ein Buch in dem kleinen Regalfach von Jacks Nachttisch. Er nahm es heraus und las den Titel.
„Wie es euch gefällt"
Shakespeare also. Na ja, er konnte genauso gut lesen, bis seine Schwester wiederkam oder bis er einschlief; je nachdem, was früher eintrat.
Also schlug er das Buch auf der ersten Seite auf und begann zu lesen.
Zumindest geht es um Ian. Das ist doch schon mal in Anfang. Oder?
Bleibt mir gewogen. Bitte.
