Es ist kurz nach Sonntag ... aber für die arbeitende Bevölkerung, die am Montag früh aufstehen muss, ist NOCH Sonntag - also bin ich nicht zu spät dran :D
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Disclaimer: Hallo. Hier spricht Ihr Disclaimer. Sie wissen, dass -man Katsura Hoshino gehört und jinai kein Geld damit verdient, dass sie sich in deren Universum ein wenig austobt? ut, dann können wir ja weitermachen. Ach, und alle anwesenden Personen sind frei erfunden.
1.24 Eine rauschende Ballnacht... naja
Leise Musik spielte auf und die Tänzer begannen eine Runde. Die Gäste am Rande der Tanzfläche, die meisten von ihnen mit Gläsern in der Hand, standen in kleinen Gruppen zusammen und unterhielten sich oder sahen den Tanzpaaren zu. Lady Harkis duldete nicht, dass in ihrem Saal geraucht wurde, aber die großen Flügeltüren des Saales standen offen und ein paar der anwesenden Gentlemen hatten bereits den Garten aufgesucht, um dort zu rauchen. Die meisten der Damen fächelten sich Luft zu, denn im Saal war es trotz der offenen Türen ziemlich heiß, wenn man ein Korsett trug, das die Taille um ein paar Zoll verkleinerte.
Ian und Jack konnten dieses Gefühl nun selbst nachempfinden. Abendkleider waren um einiges aufwendiger gearbeitet als Tageskleider und viel reicher geschmückt, aber das war nicht das Problem. Das Problem war, dass sie ein viel schlankeres, schöneres Idealbild verfolgten als Tageskleider und eine Figur formten, die keine reale Frau besitzen konnte. Erst recht nicht, wenn sie in Wirklichkeit ein Junge war, der in Realität ein Mädchen war. Was die Sache für sie beide noch ein wenig verkomplizierte.
Ich spüre meinen Oberkörper nicht mehr, sandte Jack einen Hilferuf an ihren Bruder, während sie weiterhin höflich lächelnd dem jungen Mann zuhörte, der ihr irgendetwas darüber erzählte, wie bezaubernd es für ihn anscheinend war, ihre Bekanntschaft zu machen. Ihre Brüste fühlten sich unter den falschen Brüsten jedenfalls schon komplett taub an und sie war sich sicher, was auch immer noch davon vorhanden war, würde sich nach dem heutigen Abend bereits unter ihren Rippen befinden.
Jack hatte nur einen mitleidigen Blick für sie übrig, kam ihr aber nicht zu Hilfe. Nicht, weil er sie leiden lassen wollte, sondern weil seine Hand auf Kandas Arm klebte. Zu fünfzig Prozent freiwillig, zu fünfzig Prozent gezwungenermaßen, da sie ja immerhin ein junges Ehepaar spielten. Frischverliebte mussten sie in diesen Kreisen wenigstens nicht mimen – hier wurden keine Ehen aus so unsinnigen Gründen wie Liebe geschlossen. Aber es war Ians Pflicht als Ehefrau, an der Seite des Ehemannes zu bleiben, zumindest solange er nicht zum Tanzen aufgefordert wurde. Und jeder, der Kanda ins Gesicht sah, schluckte die Frage gleich wieder hinunter.
Also litt Jack weiter, fächelte tapfer weiter und versuchte, das seltsame Gefühl von Empörung zu verdrängen, das sie gar nicht haben sollte. Ihre verzweifelten Versuche, Luft zu holen, hoben das falsche Dekolleté über dem echten auf dramatische Weise und zogen unweigerlich den Blick ihres Gegenübers auf sich. Das Erscheinen ihrer 'Familie' im Ballsaal der Harkis' hatte für großes Aufsehen gesorgt und Jack konnte sich auch denken, warum.
Es fing an mit Kandas dunkler, stoischer Erscheinung, bei der die eine Hälfte der Frauen ins Schwärmen gerieten. Mit seiner Größe, den glänzenden Haaren – und die sie ihn wohl auch heimlich beneideten – dem fein geschnittenen Gesicht und dem eiskalten Blick war er ideal, um aus der Ferne angeschmachtet zu werden.
Es bleib auch bei der Ferne, weil an seinem Arm ein berückendes Wesen hing, das zwar zurückhaltend gekleidet war, aber mit seinem einnehmenden hübschen Lächeln trotzdem alle in seinen Bann zog. Ian ließ seinen gesamten nicht unbeträchtlichen Charme spielen, um Kandas Wortkargheit wettzumachen und die Leute, denen sie vorgestellt wurden, zu bezaubern. Beide waren sie dunkelhaarig mit dunklen Augen, aber im Gegensatz zu Kanda trug Ian helle Pastelltöne, was bei jedem, der ihn ansah, einen angenehmen Eindruck hinterließ. Sie spielten ihre Rolle wirklich gut.
Jack wurde ihrer eigenen Rolle gemäß eher von jungen unverheirateten – und leider auch dem einen oder anderen verheirateten – Männern umschwärmt, weil sie im Gegensatz zu Ian einen tiefen Ausschnitt und auffallende, kräftige Farben trug. Ihr Kleid, gehalten in Burgunderrot mit weißem Spitzenbesatz, stach in der Gruppe ihrer 'Familie' hervor und zog damit auch als erstes die Aufmerksamkeit aller auf sich, obwohl sie sich lieber versteckt hätte. Sogar hinter Kanda, wenn nötig.
Zu guter letzt fiel Allen die andere Hälfte der Frauen und Mädchen zu, die dem silberäugigen Jungen vollkommen verfallen war. Ihn hatte man wieder in gedämpfte Grau- und Weißtöne gesteckt, um die Augen hervorzuheben, und Jack musste zugeben, dass seine jetzt schwarzen Haare ganz gut dazu passten. Er hatte ein Gesicht, zu dem man nur sehr schwer Nein sagen konnte, und sie ging jede Wette ein, was man ihr nicht erzählte, erzählte man Allen. Er würde jede Frage stellen können, die er stellen wollte, nur einmal mit den Augen klimpern müssen und sofort mit Antworten bestürmt werden.
Alles Neue ist interessant, mahnte Ian sie und Jack knurrte in Gedanken zurück, während sie in perlendes Gelächter ausbrach über eine Bemerkung ihres Gesprächspartners. Genau so hatte man sie es gelehrt und wenn ihre Erziehung als Kinder zu einer Sache gut war, dann dazu.
„Die Lady ist sehr höflich, Euch ein Lachen zu schenken", mischte sich jemand unerwartet von der Seite in ihr Gespräch ein, „wo Ihr doch so gar nicht lustig wart, Sir Robin."
Der junge Mann ihr gegenüber lief puterrot an, während Jacks Aufmerksamkeit zu dem Neuankömmling wechselte. Er war von eher gedrungener Gestalt, nur knapp größer als sie, mit einem auffallend breiten Lächeln in einem ebenso auffallend dichten rostroten Bart. Älter, zweifellos, wohlsituiert und genau das, was sich ihre Eltern für sie und Ian gewünscht hätten. Was fing ein Mädchen auch mit einem gleichaltrigen Ehemann an, dem es auf der Nase herumtanzen konnte? Ihre Eltern hatten schon gewusst, was gut für sie war, oh ja.
Jack verdrängte die unliebsame Erinnerung und sah den Fremden mit einer Mischung aus Neugier und Koketterie an, die körperlichen Einschränkungen, die ihr auferlegt worden waren, einmal beiseite gestellt. „Könnt Ihr das beurteilen?", fragte sie mit einem Hauch von Belustigung in der Stimme.
Wie erwartet, reizte ihn das zu einem Lachen. Er machte den Eindruck, als würde er gerne und viel lachen, was ihn sympathisch machen würde. Aber er starrte ihr dabei in den Ausschnitt, wie alle anderen. Jack wünschte sich zu Lavi, dem ihre Oberweite nie auch nur aufgefallen wäre, solange er sich nicht mindestens auf Augenhöhe mit derselben befunden hätte. Manchmal war es einfacher, ein Junge zu sein.
„Das maße ich mir nicht an, aber ich kenne den jungen Herrn", erklärte der Mann mit dem roten Bart und meinte damit eindeutig Sir Robin – dessen Namen sie vergessen hatte, bis er ihn genannt hatte – der sich in irgendetwas stürzte, das wie eine seltsame Mischung aus Ent- und Anschuldigung klang. „Zu echtem Witz fehlt ihm die Gabe, geistreich zu sein."
Jack hätte fies gegrinst, wenn sie sich nicht an ihre Rolle erinnert hätte, die ihr gebot, jetzt damenhaft zu lachen. „ich glaube, wir wurden einander noch nicht vorgestellt, denn an den Namen eines so geistreichen Herrn hätte ich mich erinnert", kokettierte sie mit einem Zwinkern. Manchmal war es aber auch besser, ein Mädchen zu sein. Männer ließen sich gelegentlich sehr leicht manipulieren und auch er war da keine Ausnahme, denn er überging die Formalität, dass der Gastgeber oder jemand, den sie beide kannten, nun vorstellen sollte, und stellte sich gleich selbst vor. Er kann es kaum erwarten, deine Bekanntschaft zu machen, meinte Ian von seinem Beobachterposten an Kandas Seite zynisch.
Wer bin ich, ihn zu enttäuschen?
Innerlich verzog Ian die Lippen zu einem sarkastischen Grinsen, äußerlich behielt er die Maske von Charme und Liebenswürdigkeit bei. Jeder von ihnen hatte seinen eigenen Weg, die Menschen, die ihnen begegneten, auszuhorchen. Kanda hatte noch die größten Chancen, etwas übers Geschäft ihrer neuen Bekanntschaften zu erfahren, wenn die Männer unter sich waren, aber dazu müsste er erst einmal so etwas wie Interesse daran zeigen. Vielleicht war Komuis Entscheidung, ihm die Rolle des Geschäftsmannes zu überlassen, doch falsch gewesen. Ian zwickte ihn nicht ganz undeutlich in den Arm und dafür wurden ihm kurzzeitig im Gegenzug die Finger eingequetscht. Ja ja, Kanda wusste, was er tun sollte, er musste nicht daran erinnert werden. Schön, dass er es wusste, und wann gedachte er, damit anzufangen?
Es wird einen Skandal geben, wenn du deinem Ehemann mitten im Ballsaal auf die Zehen stampfst, mahnte jetzt Jack in seinem Hinterkopf, die sich jetzt angeregt mit dem rotbärtigen Gentleman unterhielt und ihn hoffentlich fleißig über sein Geschäft ausfragte.
Manchmal treibt er mich regelrecht in den Wahnsinn mit seiner Schweigsamkeit. Ausgerechnet auf einer Mission, die das genaue Gegenteil erfordert.
Hast du etwa auf einmal etwas auszusetzen an deinem Schwarm?
Ian war für einen Moment um Worte verlegen. Du … Nur weil ich eine Schwäche … Ich habe nicht gesagt …
Er geriet bei einer Erwiderung im Gespräch mit dem älteren Ehepaar, das ihnen gerade vorgestellt war, ins Stocken und wurde von Kanda erneut schmerzhaft in die Wirklichkeit zurückgeholt. Während er sich erinnerte, was er sagen wollte, und weiter parlierte, musste die Antwort auf Jacks Frage warten. Die Pause nutzte Jack, um sich von ihrem Gesprächspartner zum Tanz auffordern zu lassen und so der Diskussion für einen Moment zu entkommen. Ohne eine Antwort von Ian ging der Sieg in diesem Wortgefecht an sie.
Natürlich hatte Ian nicht das Geringste an Kanda auszusetzen. Es war nur ein wenig hinderlich bei ihrer Mission, wenn der Japaner gar so schweigsam war. Denn um sich umzuhören, musste man auch die richtigen Fragen stellen können – und die Vorstellung, dass Kanda irgendjemandem eine Frage stellte, und sei sie noch so profan, war absurd. Dabei wäre gerade er in der idealen Position dafür, sich als angeblicher Geschäftsmann auch bei den anderen Geschäftsmännern kundig zu machen. Bisher machte Kanda aber keinerlei Anstalten, irgendetwas derartiges zu unternehmen.
Zu Hilfe kam ihnen dann zum Glück Robert Devereux, ihr angeblicher Verwandter, der Ian 'ihren Gatten' eben mal entführte, um sich mit ihm und den anderen 'respektablen Gentlemen' auf die Terrasse zurückzuziehen und übers Geschäft zu reden. Im Klartext hieß das: Alle Männer, die mit ihrer Frau gekommen waren, verzogen sich auf die Terrasse, um zu rauchen und Gespräche zu führen, die sie vor den Frauen nicht führen wollten. Und alle anderen Männer, die auch eine Zigarre haben wollten, schlossen sich ihnen an.
Damit waren Ian und Jack alleine mit den Frauen und den Junggesellen, die nicht sofort dem stummen Aufruf folgten, dem sich die meisten Männer anschlossen. Ein paar Nachzügler verschwanden noch nach draußen, aber wenn Ian schätzen müsste, war die Terrasse jetzt voll mit ungefähr zwei Dritteln der Männer, die sich eigentlich im Ballsaal befinden sollten. Nun ja, wenn ihre Männer nicht da waren, neigten die Frauen zum Tratschen.
Binnen fünf Minuten hatte eine Traube von Mädchen Allen umringt, der nun nicht mehr unter dem Schutz anderer Junggesellen stand, die die Mädchen unterhielten, und Ian und Jack hatten sich einer Gruppe von älteren Frauen angeschlossen, die sich mit ihren Fächern Luft zuwedelten und sich in gedämpftem Ton unterhielten. Da Ian – Iris, wie alle annahmen – bereits verheiratet war, sah man sie als vernünftig genug an, um hier zuhören zu dürfen, und Jack – Joanne, wie ihr Name nun war – wurde als ihre Schwester ebenfalls geduldet. Hätten sie nicht unterschiedliche Kleider getragen, es hätte sie sowieso niemand unterscheiden können.
„Und der junge Mann, der vorletzte Woche im Tabakladen angefangen hat", raunte eine der Damen, als handle es sich um eine spannende Gruselgeschichte, „hat genau zwei Tage dort gearbeitet und wurde danach nie wieder gesehen, hat mein Dienstmädchen erzählt. In seinen persönlichen Sachen wurde nur ein komischer schwarzer Kasten gefunden, den niemand bedienen kann." Mit den Händen demonstrierte sie die ungefähren Ausmaße des Gegenstandes.
„Einer dieser Apparate, mit denen man Lichtbilder aufnehmen kann?", tippte eine andere Frau. „Einer dieser Heliographen, wie Nièpce, Daguerre oder Talbot sie verwendeten?"
Jack erinnerte sich daran, dass der Mann dieser Frau dem vor einer Stunde in der Gerüchteküche noch einmal wiedergekäuten Gewisper zufolge solche Apparate sammelte. Also, die teuren, nicht diese billigen Modelle von George Eastman, die sich ja jeder leisten konnte.
„Es könnte sein, aber der Kasten lässt sich weder öffnen, um eine der Glasplatten einzuschieben, noch besitzt er sehr große Ähnlichkeit mit einem solchen Apparat."
„Und was ist damit passiert?", fragte eine weitere Frau, die der Erzählerin wie alle anderen förmlich an den Lippen hing, um ja kein Wort zu verpassen. Alle diese Frauen waren nur auf Gerüchte aus, inhalierten diese wie den Rauch, den ihre Männer so liebten.
„Der Vermieter hat den Kasten gefunden, also denke ich mal, er wird ihn behalten oder als Kuriosität verkaufen. Um den höchst möglichen Preis herauszuschlagen, natürlich. Man weiß ja, wie diese Leute sind", meinte die Urheberin des Gerüchts verächtlich. Mit 'diese Leute' waren natürlich alle Leute gemeint, die weniger Geld, Macht oder adlige Vorfahren vorzuweisen hatten als die Anwesenden.
„Das ist doch höchst beunruhigend", mischte sich eine andere Dame ein, die offensichtlich ein noch brisanteres Gerücht zur Schau zu stellen hatte. „Ständig verschwinden Leute, nachdem sie gerade erst hier angekommen sind – und ich spreche hier von ehrbaren, anständigen Leuten, die regelmäßig ihre Miete zahlen. Und dann noch dieser Mord an einer Dame höchst zweifelhaften Standes …"
Mit einem Mal wurde die Gesellschaft noch hellhöriger. Ein Mord war ein wahnsinnig aufregendes Gerücht und dann auch noch der Ruf, den die Frau andeutungsweise haben sollte … Die Dame, die das Gerücht verbreitet hatte, hatte anscheinend noch mehr zu sagen, ließ die Runde aber erst einmal in Ruhe spekulieren. Wer war die Frau? Eine Bettlerin? Eine Fabriksarbeiterin? Eine Tänzerin? Oder – man wagte es kaum auszusprechen – eine von diesen Frauen aus dem Straßengewerbe, die für ein paar Pence ihre Körper verkauften? Und warum war ihr Tod so spektakulär, das so ein Aufhebens darum gemacht wurde? Todesfälle waren unter den ärmeren Schichten der Gesellschaft doch keine Neuigkeit mehr.
Schließlich erlöste die etwas ältere Dame die Gruppe und plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen. „Mein Sohn hat über seine Verbindungen zur Polizei davon erfahren, dass im East End eine nicht besonders ehrbare Frau ermordet wurde. In der Buck's Row in Whitechapel lag sie auf der Straße, sagt er, dort wurde sie in der Früh gefunden. Ermordet wurde sie mitten in der Nacht. Und jeder weiß, welchem Gewerbe diese Frauen nachgehen, die sich nachts auf den Straßen rumtreiben."
„Und woher weiß man, dass sie ermordet wurde?", flüsterte eine der jüngeren Frauen mit einem ängstlichen Unterton. Sie fächerte sich heftig Luft zu und vor Aufregung über das Gerücht zitterte ihre Hand dabei leicht.
„Weil ihr die Kehle durchgeschnitten und die Eingeweide aus dem Leib gerissen wurden", teilte ihr die Dame gnadenlos mit.
Die Vorstellung brachte eine gewisse schockierte Blässe in die Gesichter der Damen; diejenige, die gefragt hatte, musste sich an ihrer Nachbarin festhalten, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Tja, dachte Jack ungerührt, zu eng geschnürt. Ihr und Ian waren solche Geschichten schon bestens bekannt und mit einem Anflug von Sarkasmus dachte sie daran, dass sie sich vermutlich wesentlich besser vorzustellen wusste, wie die Leiche aussehen würde, als diese behüteten, betuchten Ladies.
Das mit den Eingeweiden ist sicher übertrieben, meinte Ian trocken.
Glaube ich auch, so etwas wird doch von Mal zu Mal mehr aufgebauscht, je öfter es erzählt wird. Ich wette, am Ende des Abends wurde sie an ihren eigenen Eingeweiden aufgehängt oder so etwas in der Art.
Natürlich taten die Zwillinge ebenfalls angemessen schockiert, auch wenn sie die Geschichte von dem verschwundenen Angestellten mehr beunruhigt hatte als die Tote. Akuma hinterließen keine Leichen, sondern nur schwarzen Staub. Wenn jemand verstand, steckte mit Sicherheit mehr dahinter als ein Mensch. Und was der schwarze Kasten war, den man in den Sachen des Verschwundenen entdeckt hatte, konnten sie sich auch denken. Aber nach der Geschichte mit dem Mord noch einmal Fragen über ein nicht so interessantes Gerücht zu stellen, war kaum möglich. Eine Antwort würden sie nicht bekommen, höchstens schiefe Blicke ernten.
Dabei mussten sie doch wissen, wo der Tabakladen war, in dem der Finder gearbeitet hatte.
Und damit verabschiede ich mich bis zum nächsten Sonntag, an dem ihr wieder ein Chap erwarten dürft - diesmal pünktlich. Bleibt mir gewogen.
