Kapitel 5 8. Januar

Zum vierten Mal in zwei Tagen lief Hermine hin und her durch das Wohnzimmer. Sie war besorgt. Besorgt um Harry und besonders um Draco, von dem sie nichts gehört hatte, seitdem er gegangen war.

„Hermine setze dich, bevor du ein Loch in den Boden läufst." erklang eine tiefe sanfte Stimme hinter ihr. Sie wirbelte herum und blitzte ihren Verlobten an.

„Ich werde mich nicht hinsetzen, Severus. Ich mache mir Sorgen."

„Ich bin mir sicher, dass es Draco gut geht."

„Es geht ihm nicht gut, das weiß ich einfach!" Sie wurde richtig hysterisch so dass Severus das Einzige tat, was ihm einfiel. Als sie das nächste Mal an seinem Stuhl vorbei lief. Schnappte er sie sich, setzte sie auf seinen Schoß und küsste sie leidenschaftlich. Er stieß mit seiner Zunge in ihren Mund und sie stöhnte vor Verlangen. Er zog sich zurück und sie öffnete ihre verschleierten Augen um ihn anzusehen.

„Besser?" fragte er.

„Sehr." seufzte sie und legte ihre Arme um seinen Hals. „Was werden wir tun Severus?"

„Wir warten einfach, mein liebes Kind. Draco kann auf sich selbst aufpassen, wie du gut weißt. Ich bin sicher, dass er irgendwo ist, wo es sicher und warm ist. Wenn er in der Lage wäre uns zu kontaktieren, würde er es tun."

„Ich weiß. Ich kann es nur nicht ändern mich dafür schuldig zu fühlen, dass ich ihn dort hinaus geschickt habe um Harry zu finden."

„Du hast ihn nicht gezwungen. Er wollte gehen."

„Was? Warum?"

„Ich denke, dass Draco mehr mit Mr. Potter vorhaben könnte, als er es zugibt..." Snape wartete nur einen Herzschlag bevor Hermine begriff, was er sagen wollte. Dies war einer der Gründe, warum er sie lieben gelernt hatte.

„Nun das ist interessant." Sie nickte.

„Allerdings", antwortete er. Jemand klopfte an der Tür zu ihrer Wohnung. „Sie können eintreten Mr. Weasley." Die Tür öffnete sich und Ron schoss in den Raum.

„Ich denke nicht, dass wir bald von Draco hören werden." verkündete er. Hermine verließ ihren Platz in Snapes Schoß.

„Warum?"

„Mum hat es gerade von einem ihrer Cousins gehört, die sie in den Staaten hat. Es scheint, dass Draco in New York angekommen ist und mit dem Typ gefahren ist, der Harry seine Vorräte in die Berge bringt. Ich vermute er hat eine Hütte dort irgendwo. Kein Floh-Kamin oder Apparations-Punkt in der Nähe. Der ganze Weg mit Muggel-Transportwegen. Draco hat Harry gut erreicht aber er kann nicht weg von dort. Scheinbar wurde gestern ein Teil des Landes und einiger angrenzender Länder schon einem Schneesturm getroffen und es gibt keine Möglichkeit hinein oder hinaus zu kommen."

„Das erklärt warum ich nichts von Draco gehört habe." seufzte Hermine. „Also ist Draco sicher bei Harry?"

„Bei dem, was ich weiß, ja." Ron nickte. Auch Hermine nickt und einen Moment später begannen ihre Augen interessiert zu leuchten." Oh oh. Ich kenne diesen Blick."

„Was ist los?" fragte Severus.

„Ron, was ist mit dem Spiegel geschehen, den Harry dir im fünften Schuljahr gegeben hat?" fragte Hermine plötzlich.

„Der liegt in den Tiefen meines Schulkoffers. Warum?"

„Denkst du, dass Harry die andere Hälfte noch hat?"

Ron Augen weiteten sich.

„Ich gehe ich hole ihn gleich. Professor Snape, dürfte ich ihren Kamin benutzen?"

„Bitte, Mr. Weasley." Ron ging zur Feuerstelle und war innerhalb eines Augenblicks verschwunden.

Zwanzig Minuten später kam er zurück und war von Kopf bis Fuß mit Staub bedeckt.

„Entschuldige, dass es so lange gedauert hat. Der blöde Koffer war auf dem Dachboden vergraben." Er gab den Spiegel an Hermine weiter, die ihn mit ihrem Zauberstab berührte. Der Spiegel wurde einen kurzen Augenblick lang dunkel und leuchtete dann hell auf. Sie sahen auf das Bild, das sich formte, das Bild von Harrys Schlafzimmer. Sie konnten Harry im Tiefschlaf auf seinem Bett sehen.

„Harry! Harry wach auf!" rief Hermine.

Harry! Harry wach auf!" Stöhnend öffnete Harry seine Augen.

„Geh weg Hermine, es ist zu früh."

Wach auf du Idiot!" kam Rons Stimme.

„Verschwinde Ron!" murmelte Harry verschlafen und dachte, dass er zurück in der Schule war.

Mr. Potter bringen Sie mich nicht dazu Hauspunkte für Ihre Frechheit abzuziehen!" erklang Snapes Stimme.

„Okay, nun weiß ich, dass ich träume. Ich habe gerade nicht Snape gehört", murmelte Harry und wurde langsam wach.

Harry!" kam erneut Hermines Stimme. Es kam aus der Nähe seines Büros. Er setzte sich auf und sah auf den Spiegel, den er dort aufgehängt hatte. Wo er sonst nur seine Reflektion gesehen hatte, starrte er nun auf die projektierten Bilder von Ron, Hermine und Professor Snape.

„Oh verfluchte Scheiße!" stöhnte Harry und fiel zurück in sein Kissen.

Auch schön dich zu sehen, du Trottel!" lachte Ron. Harry setzte sich wieder auf.

„Ich wette das war Hermines Idee, oder? Ihr könnt mich einfach nicht in Ruhe lassen, wie ich euch gebeten hatte, oder?"

Ich weiß Harry und es tut mir leid aber ich war besorgt um dich", erwiderte Hermine „Das waren wir alle."

„Und ich habe euch mit der letzten Eule mitgeteilt, dass es mir gut geht. Ich lebe mein Leben, wie ich es will."

Aber wir vermissen dich, Harry. Wir vermissen unseren besten Freund." erklärte Ron. Harry spürte wie sich ein Kloß in seinem Hals bildete.

„Ich vermisse euch auch, Leute", gab er leise zu. „Aber ich komme nicht dorthin zurück. Ich bin zu ersten Mal in meinem Leben glücklich."

Das verstehe ich, Harry. Ich denke ich habe es am Tag nach deiner Abreise verstanden." gestand Hermine.

„Warum reitet ihr dann ständig darauf herum, dass ich zurückkommen soll?"

Ich glaube ich habe es zu meinem Vorteil nutzen wollen, dass du immer auf mich gehört hast. Es tut mir leid."

„Mir auch. Aber ihr müsst verstehen, dass mein Leben endlich mir gehört und ich glücklich bin. Ich will nicht dorthin zurückkehren."

Nicht einmal für die Hochzeiten Ihrer zwei besten Freunde?" fragte Professor Snape ohne Bosheit in der Stimme.

„Sie wollen mich dabei haben, Professor?" Harry war geschockt.

Mr. Potter, da sie kein Schüler mehr sind, trifft dieser Titel nicht mehr für mich zu. Und zu Ihrer Frage: Hermines Glück bedeutet mir mehr als ich es mir je habe träumen lassen. Wenn sie Sie dabei haben möchte, will ich das auch. Ende der Diskussion."

Und du musst Natalie kennen lernen, Kumpel!" grinste Ron.

„Okay. Ich werde da sein. Schickt mir die Details."

Harry geht es dir dort wirklich gut? Wir haben von dem Schneesturm gehört." fragte Hermine.

„Mir geht es gut. Ich habe genug Holz und Vorräte. Zeus leistet mir Gesellschaft."

Zeus? Wer zum Teufel ist Zeus?" fragte Ron.

Ron, ich habe dir erzählt, dass Harry einen Hund hat." Hermine rollte mit den Augen.

„Oh, richtig." meinte Ron.

Mr. Potter-"

„Mr. Snape, bitte. Sie heiraten meine beste Freundin. Ich denke das berechtigt sie mich 'Harry' zu nennen."

Ich denke da kann ich es dir erlauben mich 'Severus' zu nennen." seufzte Snape. Er zuckte zusammen als Hermine warnend auf seinen Fuß trat. „Was zu Hölle? Ich war nur nett!"

Deine Vorstellung von Nettigkeit lässt sehr zu wünschen übrig." Sie lächelte und küsste seine Wange.

Wie ich schon sagte, ist Draco bei dir?" fragte Snape.

„Ja. Er wollte gestern gehen aber ich habe ihn nicht gelassen."

Wenn du ihn aus seinem Schlaf wecken könntest, würde ich gern mit ihm sprechen."

„Sicher." Dann erinnerte er sich, dass er im Adamskostüm ins Bett gegangen war. „Ähm … würde ihr euch bitte umdrehen Leute?"

Warum?" Snape runzelte die Stirn.

„Weil ich nicht denke, dass du willst, dass deine Frau die Intimzone eines anderen Mannes außer dir sieht." erwiderte Harry und grinste als er sah, wie Snapes Gesicht errötete. Die drei drehten sich schnell um. Harry schnappte seinen Morgenmantel, schmiss ihn sich über und band ihn straff fest als er ging um Draco zu holen.

Draco hatte gerade einen sehr erotischen Traum, der Schlagsahne und Schokoladensirup beinhaltete und Harry, der dieses von verschiedenen Teilen seines Körpers leckte.

„Draco!" erklang Harrys Stimme.

„Mmmm, Harry, genau hier!" stöhnte Draco.

„Draco!" Rief Harry lauter.

„Leck mich Harry, lass mich kommen." stöhnte Draco erneut.

„Gott verdammt Draco, wach verflucht noch mal auf!" brüllte Harry beinahe.

Draco erwachte keuchend, sein Schwanz stach praktisch ein Loch in das Laken unter ihm. Harry stand mit rotem Gesicht neben seinem Bett.

„Was?" schnappte Draco um die Scham zu verbergen, die er darüber fühlte, dass er dabei erwischt wurde, wie er über Harry träumte.

„Snape will mit dir sprechen."

„Snape ist hier?"

„Nein. Ich hatte vergessen, dass ich einen Zwei-Wege-Spiegel besitze und Hermine hat mich darüber kontaktiert. Er wartet auf dich also steh auf." Harry drehte sich auf dem Absatz um und ging weg, jedoch nicht, bevor Draco einen Blick auf die schlanken, Quidditch-geformten Oberschenkel werfen konnte als sein Morgenmantel verrutschte.

Ich bin so verloren! Lamentierte Draco und kletterte aus seinem Bett.

„Fuck!" stöhnte Harry sanft als er in seine Hand kam. Er hatte sich in das Badezimmer im Erdgeschoss eingeschlossen nachdem er Draco geweckt hatte und sich die letzten zehn Minuten einen runter geholt. Er hatte keine Ahnung, dass Draco sexuell an ihn dachte und es war hart nicht nach seinen gegenwärtigen Gefühlen zu handeln.

„Ich mag in der Schule in ihn verschossen gewesen sein, aber daraus kann jetzt nichts mehr werden. Überhaupt nichts." Hörbar seufzend säuberte er sich und ging nach oben in sein Zimmer. Draco saß auf seinem Bett und redete immer noch mit Snape.

Draco starrte Harry in die Augen.

„Alles okay bei dir?" fragte Draco.

„Mir geht es gut, warum?"

„Dein Gesicht ist so verschwitzt."

„Stand zu nah am Kamin", log er. Er griff sich schnell Wechselkleidung und ging duschen.